DE4201220A1 - Streckwerk fuer spinnereimaschinen mit riemchen - Google Patents
Streckwerk fuer spinnereimaschinen mit riemchenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
Die Erfindung betrifft ein Streckwerk für Spinnereimaschinen mit
mindestens einem, um eine Streckwerkswalze und um eine ortsfeste
Umlenkschiene geführten, faserführenden Riemchen.
Derartige einzeln oder paarweise an Ober- und/oder Unterwalzen
verwendete Riemchen dienen dazu, die Fasern des im Streckwerk
verzogenen Faserverbandes im Verzugsfeld zu führen und durch
Verhindern von zufälligen Bewegungen das Entstehen von Ungleich
mäßigkeiten zu unterbinden. Daraus erhellt bereits, daß einem
gleichmäßigen Lauf dieser Riemchen ohne Hemmungen, ohne Rückbe
wegungen, ohne Faltenbildung und andere Störungen größte Bedeu
tung zukommt.
Um eine so tief wie möglich in den Zwickel des nachgeordneten
Walzenpaares wirksame Faserführung zu erreichen, sind die Riem
chen mit einem Umschlingungswinkel von mehr als 270° um die enge
Kante einer feststehenden Umlenkschiene geführt. Insbesondere an
dieser Umlenkstelle, aber auch an den sonstigen Gleitstellen der
Riemchen über die Umlenkschiene oder andere Führungsorgane tritt
hohe Reibung mit der zwangsläufigen Folge hohen Verschleißes an
den Riemchen und den Umlenkschienen und hohen Kraftbedarfes auf.
Da zwischen der Umlenkstelle und der Antriebswalze eines (Un
ter-)Riemchens ferner häufig eine nachgiebige Spannvorrichtung
für das Riemchen angeordnet ist oder das (Ober-)Riemchen Gele
genheit hat, sich dort mehr oder weniger zu dehnen, treten an den
Umlenkstellen teils Hemmungen auf, die ungleichmäßigen Lauf des
Riemchens mit Faltenbildung verursachen, teils ergeben sich
Haft/Gleitwechsel, die zu Schwingungen oder Vibrationen des
Riemchens führen. Die Vielzahl von durch eine Walze angetriebener
Riemchen mit solchen Erscheinungen kann diese Walze zu (Torsi
ons-)Schwingungen anregen. Es liegt auf der Hand, daß dies die
Verzugsarbeit des Streckwerkes und damit die Qualität des er
zeugten Garnes nachteilig beeinflussen muß.
Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, einen gleichblei
bend leichten Lauf der Riemchen insbesondere über die Kante der
Umlenkschiene zu gewährleisten.
Sie löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Hauptan
spruches angegebenen Merkmale. Da die (äußere) Arbeitsfläche des
Riemchens die Fasern halten soll, soll der Einsatz des Gleitmit
tels auf die (innere) Lauffläche des Riemchens beschränkt werden.
Damit dennoch kein Gleitmittel auf die Arbeitsfläche gelangt, ist
erfindungsgemäß minimale Benetzung vorgesehen, die sonst häufig
als sog. Magerschmierung bezeichnet wird. Es hat sich gezeigt,
daß schon mit äußerst geringen Spuren von Gleitmittel der beab
sichtigte Erfolg erreicht werden kann.
Einrichtungen zum Zuführen geringer Mengen von bspw. Präparati
onsmittel zu laufenden Fäden sind an Spinn-, Zwirn- und Spulma
schinen bekannt - die Klassen/Gruppen D01H 13/30, B85H 71/00 oder
D01G 29/00 der IPC weisen eine Vielzahl derartiger Einrichtungen
aus. Im Prinzip können Merkmale derartiger Einrichtungen auch für
den vorliegenden Fall eingesetzt werden. Im folgenden sind einige
Ausführungsformen dargestellt und beschrieben, die sich für den
vorliegenden Fall als besonders vorteilhaft erwiesen haben.
Es hat sich gezeigt, daß für eine ausreichende Benetzung bereits
die Berührung der Innenfläche des Riemchens mit einem porösen,
mit dem Gleitmittel getränkten Teil ausreicht. Solche Teile kön
nen Führungsorgane des Riemchens wie Walzen, Umlenkschienen,
Spannvorrichtungen und dgl. sein. Dabei können diese Teile ganz
aus dem porösen Material bestehen oder nur mit einem Belag aus
diesem Material belegt sein. In einer anderen vorteilhaften Aus
führungsform der Erfindung ist ein am Laufweg angeordnetes Kissen
aus dem porösen Material vorgesehen. Als geeigneter Werkstoff für
dieses Material kommt neben (vorzugsweise für Kissen:) Filz
insbesondere gesintertes Metall, gesinterte Keramik oder gesin
terter Kunststoff in Frage. Auch feinporiges Holz eignet sich.
Ein Belag kann dabei fest mit dem tragenden Teil verbunden -
bspw. aufgeklebt, aufgelötet, aufgespritzt - sein. Er kann jedoch
auch als gesondertes, an dem tragenden Teil befestigbares
(aufklipsbares, anschraubbares, aufpreßbares) Teil ausgebildet
sein.
Als besonders vorteilhaft hat sich eine Ausführungsform erwiesen,
bei der der Bolzen oder die Rolle einer Spannvorrichtung des Un
terriemchens oder der Belag der Riemchen-Oberwalze porös
ausgeführt und mit dem Gleitmittel getränkt sind.
Das poröse Material kann bei in größeren Zeitabständen auftre
tendem Bedarf jeweils erneut mit Gleitmittel getränkt werden. Bei
größerem Verbrauch an Gleitmittel ist es jedoch vorteilhaft, das
Kissen oder den Sinterspeicher mit einem Reservoir zu verbinden,
aus dem Gleitmittel gezielt, d. h. bedarfsgemäß dosiert zugeführt
wird oder von selbst nachsickert oder unter Kapillarwirkung
nachkriecht. Bei größerem Verbrauch von Gleitmittel kann es sogar
vorteilhaft sein, am Laufweg der Innenseite des Riemchens eine
(Sprüh-)Düse anzuordnen, aus der diese Lauffläche von Zeit zu
Zeit bedarfsorientiert mit Gleitmittel benetzt werden kann.
Als Gleitmittel bieten sich alle Substanzen mit den Reibbeiwert
senkender Eigenschaft an. Als besonders vorteilhaft hat sich je
doch sog. Silikonöl (bspw. SILIKON-SCHMIERUNG NR. 660 der Fa.
Chesterton, Dublin, Irland) erwiesen, das offenbar weitgehend
inert ist und nicht klebend wirkt.
Es ist bekannt, die innere, über die Umlenkschiene gleitende
Fläche der Riemchen von Streckwerken in einem Material auszufüh
ren, das einen fluorhaltigen Kohlenwasserstoff enthält, der bei
Raumtemperatur eine fettige, halbfeste Substanz bildet (DE-
AS 11 04 408). Die fettige Konsistenz dieser als Schmiermittel
gedachten Substanz birgt aber die Gefahr, daß sie in Streckwerken
in großer Zahl vorkommende, frei fliegende Fasern und Staub
bindet und das Riemchen in kurzer Zeit so weit verschmutzt, daß
seine ordnungsgemäße Funktion nicht mehr gegeben ist.
In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Er
findung schematisch dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 den Querschnitt durch ein Streckwerk mit zwei über
Führungsorgane mit Gleitmittel benetzte Riemchen;
Fig. 2 eine erste Ausführungsform der Erfindung als Ausschnitt
aus der Fig. 1;
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform der Erfindung als Ausschnitt
aus der Fig. 1;
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform als Querschnitt durch den
Laufbereich eines Unterriemchens;
Fig. 5 das Schaltschema einer gesteuerten Zufuhr von
Gleitmittel zu den Unterriemchen.
Ein typisches Streckwerk zum Verziehen von Faserverbänden aus
Stapelfasern wie Baumwolle oder Wolle auf Vorspinnmaschinen oder
Feinspinnmaschinen besteht aus drei hintereinandergeschalteten
Walzenpaaren 1, 2, und 3 aus je einer Ober- und einer Unterwalze.
Die Walzen 5 und 6 des mittleren Walzenpaares 2 werden von je
einem Riemchen 7 bzw. 8 aus biegsamem Material umschlungen. Die
Riemchen 7, 8 umschlingen ferner in ihrem dem nachgeordneten
Walzenpaar 3 zugewandten Bereich eine Umlenkschiene 9 bzw. 10,
die die Aufgabe hat, die Riemchen bis nahe an dieses nachgeord
nete Walzenpaar heranzuführen. Das Unterriemchen 7 ist ferner
meist durch eine Spannvorrichtung 11 in Form einer Spannrolle 11′
oder eines Spannbügels 11′′ gespannt gehalten.
Die untere Umlenkschiene 9 besteht in der Regel aus gezogenem
Material mit T-förmigem Querschnitt und ist mit ihrem unteren
Schenkel 9′ in nicht dargestellten Teilen des Streckwerkes ge
halten. Die Umlenkschiene 10 ist Teil eines nicht näher
dargestellten sog. Käfigs, der an der Achse der Oberwalze 6 ge
haltert ist und der Führung des Oberriemchens 8 dient.
In der Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 1 sind der übli
cherweise elastische Bezug 6′ der Oberwalze 6 und die Spannrolle
11′ porös ausgeführt und mit Gleitmittel getränkt. Beim Lauf des
Streckwerkes berührt die Innenseite des Oberriemchens 8 den ela
stischen Belag 6′, die Innenseite des Unterriemchens 7 die
Spannrolle 11′ und werden dabei mit Gleitmittel benetzt.
In der Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 2 ist am Schenkel
9′ der Umlenkschiene 9 ein federnder Steg 12 befestigt, der an
seinem anderen Ende eine etwa U-förmige Rinne 13 trägt, in der
ein Kissen 14 aus porösem, mit Gleitmittel getränktem Material,
bspw. Filz liegt. Rinne 13 und Kissen 14 sind geringfügig breiter
als das Riemchen 7. Die Anordnung ist so getroffen, daß das
Riemchen 7 bei seinem Umlauf über dieses Kissen 14 gleitet und
dabei mit Gleitmittel benetzt wird.
In der Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 3 ist an der das
Riemchen 7 umlenkenden Kante der Umlenkschiene 9 ein im Quer
schnitt etwa U-förmiger Bügel 15 aus porösem, mit Gleitmittel
getränktem (Sinter-)Material befestigt. Der Bügel 15 ist minde
stens etwas breiter als das Riemchen 7, kann sich aber auch über
die ganze Länge der Umlenkschiene 9 erstrecken. Auch hier wird
das Riemchen 9 beim Lauf über den Bügel 15 mit Gleitmittel be
netzt. Das poröse Material kann auch in anderer Form als der
dargestellte Bügel bspw. als von der Innenseite eines Riemchens
berührter Rundstab, Führungsfläche, Rolle oder sonst wie ausge
führt werden.
Die vorstehend für die Umlenkschiene 9 dargestellten und be
schriebenen Ausführungsformen der Erfindung sind in gleicher
Weise an der Umlenkkante 10 des Oberriemchens 8 einsetzbar.
In der Ausführungsform der Fig. 4 ist ein Trog 16 vorgesehen, der
sich vorteilhafterweise von Streckwerksstanze zu Streckwerks
stanze erstreckt und an den Streckwerksstanzen befestigt ist. Der
Trog 16 enthält Dochte 17, die mit Gleitmittel getränkt sind,
gegebenenfalls kann der Trog auch einen Gleitmittelsumpf enthal
ten. Je ein Docht 17 erstreckt sich aus dem Trog 16 zu einem der
wieder in einer Rinne 13 gelagerten Kissen 14 aus porösem Mate
rial. Das beim Umlauf der Riemchen 7 aus den Kissen 14 abgeführte
Gleitmittel kriecht über die Dochte 17 nach und hält die Kissen
immer ausreichend mit Gleitmittel gefüllt. Die Dochte 17 können
auch in entsprechender Weise an die Bügel 15 oder sonstigen Teile
aus porösem Material geführt sein und halten dann diese Teile mit
Gleitmittel gesättigt.
In der Ausführungsform der Fig. 5 sind im Innenraum der Riemchen
7 Sprühdüsen 18 angeordnet, die über eine gemeinsame Leitung 19
durch eine von einem Motor 20 antreibbare Pumpe 21 aus einem
Vorratsbehälter 22 mit Gleitmittel druckbeaufschlagt werden kön
nen. In die Leitung 19 ist ein Ventil 23 eingeschaltet, das von
einer Steuervorrichtung 24 in einstellbaren Intervallen geöffnet
wird und die Zufuhr von Gleitmittel zu den Sprühdüsen 18 frei
gibt. Die Intervalle sind (nach Tagen, Wochen, Monaten) so ein
stellbar, daß funktionsrichtige, d. h. nicht zu geringe und nicht
zu starke Versorgung mit Gleitmittel sichergestellt ist. Die
Sprühdüsen können im übrigen mit Kissen oder Teilen aus porösem
Material kombiniert werden, wobei die Kissen oder Teile als
Langzeit-Speicher für das mittels der Sprühdüse zugeführte
Gleitmittel dienen.
Das durch die Intervallbeaufschlagung dosierte, zwangsweise Zu
führen von Gleitmittel kann auch unmittelbar zu den Kissen 14
oder den Bügeln 15 erfolgen, wenn die Zweigleitungen der Leitung
19 statt zu Sprühdüsen 18 zu diesen Kissen bzw. Bügeln geführt
sind.
Claims (7)
1. Streckwerk für Spinnereimaschinen mit mindestens einem, um
eine ortsfeste Umlenkschiene geführten, faserführenden Riemchen,
gekennzeichnet durch eine die innere, über die Umlenkschiene
(9, 10) gleitende Lauffläche des Riemchens (7, 8) mit einem
Gleitmittel benetzende Einrichtung (14, 15, 18).
2. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung aus einem porös ausgebildeten oder mit einem
porösen Belag (15) versehenen Führungsorgan (5, 6, 9, 10, 11)
eines Riemchens (7, 8) besteht.
3. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einrichtung aus einem mit dem Gleitmittel getränkten, porösen
Kissen (14) besteht, über das die innere Lauffläche des Riemchens
(7, 8) geführt ist.
4. Streckwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das poröse Kissen (14) oder der poröse Belag (15) mit einem
Reservoir (16, 22) für Gleitmittel in Verbindung steht.
5. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung als die innere Lauffläche des Riemchens (7, 8)
gelegentlich mit Gleitmittel besprühende Düse (18) ausgebildet
ist.
6. Streckwerk nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Reservoir (22) und den Kissen (14) oder dem porösen
Belag (15) bzw. zwischen einem Gleitmittelbehälter und den
Düsen (18) eine Dosiervorrichtung (23, 24) angeordnet ist.
7. Streckwerk nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Gleitmittel Silikonöl
dient.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924201220 DE4201220A1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Streckwerk fuer spinnereimaschinen mit riemchen |
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|---|---|
| DE4201220A1 true DE4201220A1 (de) | 1993-07-22 |
Family
ID=6449764
Family Applications (1)
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| DE19924201220 Ceased DE4201220A1 (de) | 1992-01-18 | 1992-01-18 | Streckwerk fuer spinnereimaschinen mit riemchen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4201220A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10214339A1 (de) * | 2002-03-28 | 2003-10-16 | Rieter Ingolstadt Spinnerei | Streckwerk für eine Spinnereimaschine |
| DE102007014157A1 (de) | 2007-03-21 | 2008-09-25 | Sipra Patententwicklungs- Und Beteiligungsgesellschaft Mbh | Streckwerk mit wenigstens einem Riemchen zur Verfeinerung von Fasermaterial |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1104406B (de) * | 1957-05-15 | 1961-04-06 | Dayco Corp | Riemchen fuer Spinnereimaschinenstreckwerke |
| DE1903918U (de) * | 1964-08-07 | 1964-11-05 | Skf Kugellagerfabriken Gmbh | Riemchenstreckwerk fuer spinnereimaschinen. |
| DE9005680U1 (de) * | 1990-05-18 | 1990-07-26 | Spindelfabrik Süßen, Schurr, Stahlecker & Grill GmbH, 7334 Süßen | Streckwerk für eine Spinnmaschine |
-
1992
- 1992-01-18 DE DE19924201220 patent/DE4201220A1/de not_active Ceased
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