DE4131664A1 - Verfahren und vorrichtung zum erfassen von garnfehlern - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum erfassen von garnfehlernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtungen gemäß den
Oberbegriffen der Ansprüche 1, 7 und 10.
Zum Erfassen von Garnfehlern, die durch Verunreinigungen auftre
ten waren bisher gravimetrische Verfahren und manuelle Zählver
fahren bekannt.
Gravimetrische Verfahren basieren darauf, daß während des Spinn
prozesses ausgeschiedene Trash-Partikel gesammelt und ausgewogen
werden. Es lassen sich damit jedoch keine Aussagen darüber ma
chen, wieviel Trash sich noch im fertigen Garn befindet.
Außerdem bekannt sind manuelle Zählverfahren zur Feststellung,
wieviel Trash-partikel sich im Garn befinden. Hierzu wird das
ausgesponnene Garn auf einer Rundstrickmaschine verstrickt, eine
bestimmte Fläche ausgeschnitten und in eine Folie eingeschweißt.
Auf die ausgeschnittene Fläche wird ein Raster gelegt und in den
einzelnen Bereichen die Trash-Partikel gezählt. Der Nachteil die
ses Verfahrens ist der große Zeitaufwand, den man braucht um das
Gestrick vorzubereiten und anschließend die Partikel zu zählen.
Ebenso ist es nachteilig, daß der Erfolg des Verfahrens stark von
der zählenden Person abhängig ist. Vergleiche haben ergeben, daß
Untersuchungen des selben Gestricks von verschiedenen Personen
stark unterschiedliche Zählergebnisse ergeben.
Aufgabe ist es nunmehr ein schnelles, objektives und reproduzier
bares Zählverfahren der Trash-Partikel und anderer Garnfehler
bzw. Garnverunreinigungen zu schaffen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der Ansprüche 1, 7
und 10.
Im folgenden sind vorteilhafte Ausführungen der Erfindung darge
stellt. Es zeigt
Fig. 1 eine Zusammenstellung der Geräte zur optischen Garnana
lyse,
Fig. 2 eine Meßvorrichtung zur Garnanalyse,
Fig. 3 eine Bewicklungseinrichtung,
Fig. 4 ein Flußdiagramm zur Steuerung der Einrichtung zur opti
schen Garnanalyse,
Fig. 5 ein Ergebnis einer Trash-Analyse eines Garnes.
Fig. 1 zeigt eine Schemaskizze einer Einrichtung zur optischen
Garnanalyse. Das zu untersuchende Garn ist auf einer Spule 1 auf
gewickelt. Zur Untersuchung wird es durch eine Öffnung in ein Ge
häuse 2 eingeführt. Um äußere Lichteinflüsse zu vermeiden, ist
das Gehäuse 2 in einer vorteilhaften Ausführung lichtdicht ge
staltet. Dadurch wird gewährleistet daß eine Bewicklungseinheit
3 von einer Lichtquelle 4 gleichmäßig ausgeleuchtet werden kann.
Das lichtdichte Gehäuse 2 bewirkt, daß keine zusätzlichen Licht
quellen von Außen auf die Bewicklungseinheit 3 Einfluß nehmen und
dadurch möglicherweise Schatten werfen würden, welche fälschli
cherweise von dem System als Garnfehler erkannt werden würden.
Die Bewicklungseinheit 3 ist entweder eine herkömmliche Garntafel
oder eine erfindungsgemäße automatisch betreibbare Vorrichtung,
wie sie in Fig. 2, 3 und 4 noch näher beschrieben wird. Die
Lichtquelle 4 ist vorteilhafterweise eine Leuchstoffröhre. Als
besonders geeignet haben sich hierbei zwei konzentrisch angeord
nete, ringförmige Leuchtstoffröhren erwiesen. Durch eine derarti
ge Lichtquelle 4 wird ein gleichmäßiges, schattenfreies Ausleuch
ten einer Prüffläche auf der Bewicklungseinheit 3 gewährleistet.
Besteht die Lichtquelle 4 aus einer Infrarotlampe, so wird das
Erfassen von Trash und anderen Garnungleichmäßigkeiten, die sich
auch innerhalb des Garnes und nicht nur wie bei der Leuchtstoff
lampe außerhalb und an der sichtbaren Seite des Garnes befinden,
erkennbar. Oberhalb der Lichtquelle 4 ist eine Kamera 5 angeord
net. Vorteilhafterweise handelt es sich um eine CCD-Kamera. CCD-
Kameras haben den Vorteil, daß sie ein Bild sehr genau erfassen
können, unempfindlich sind gegen elektromagnetische Störstrahlung
und keinen Abfall der Helligkeit zum Bildrand hin aufweisen. Für
die CCD-Kamera genügen bereits sehr kurze Belichtungszeiten. Län
gere Belichtungszeiten führen aber auch nicht zum Einbrennen der
abgebildeten Szene auf dem Target der Kamera 5. Derartige Kame
ras erlauben daher Dauerbetrieb über sehr lange Zeiträume bei
gleichbleibender optimaler Bildqualität.
Die Kamera 5 ist über einen Kameracontroler 6 mit einem Computer
8 verbunden. In dem Kameracontroler 6 ist die Stromversorgung für
die CCD-Kamera 5 sowie eine Betriebsartenauswahl angeordnet.
Die Bewicklungseinheit 3 ist über eine Bewicklungssteuerung 7 mit
dem Computer 8 verbunden. Die Bewicklungssteuerung 7 legt fest,
wann und wie die Bewicklung auf der Bewicklungseinheit 3 verän
dert werden soll. Die einzelnen Steuerungsabläufe sind in Fig. 4
näher dargestellt.
Zur Darstellung der in der Garnanalyseeinrichtung festgestellten
Garnfehler ist ein Grafikbildschirm 9 und ein Drucker 10 mit dem
Computer 8 verbunden. Auf dem Grafikbildschirm 9 wird das von der
Kamera 5 aufgenommene Bild wiedergegeben. Die einzelnen erkannten
Garnfehler werden auf dem Grafikbildschirm 9 markiert, so daß der
Bediener, insbesondere zur Justierung des Gerätes, feststellen
kann, ob und wenn ja, welche Partikel das System erfaßt. Stellt
der Bediener fest, daß mit dem bloßen Auge sichtbare Verunreini
gungen des Garnes 30 von dem System nicht erkannt werden, so ist
durch eine feinere Abstimmung des Systems die Erkennung der
Trash-Partikel zu verändern. Auf dem Drucker 10 können die Unter
suchungsergebnisse ausgedruckt werden.
Anstelle des Garnes 30 von der Spule 1 und der Bewicklungseinheit 3
kann dem Garnanalysesystem auch ein Gewebe oder Gestrick zur
Untersuchung vorgelegt werden. Auch eine derartige Untersuchungs
vorlage fällt in den Rahmen der Erfindung.
Fig. 2 zeigt den prinzipiellen Aufbau in dem Gehäuse 2 angeord
neten Meßgerätes. An einem Stativ 11 ist die Kamera 5 und die
Lichtquelle 4 befestigt. In einer vorteilhaften Ausführung ist
das Objektiv der Kamera 5 durch das Zentrum zweier konzentrisch
zueinander angeordneter Leuchtstofflampen verschiedenen Durchmes
sers gerichtet. Die Lichtquelle ist mittels eines Dimmers in ih
rer Intensität veränderlich. Als vorteilhaft haben sich Intensi
täten zwischen 700 Lux und 1600 Lux herausgestellt, wobei bei
dickerem Garn eine höhere Intensität benötigt wird.
Die Kamera 5 zielt auf einen Bereich zwischen zwei Walzen 15 und
16, zwischen denen eine Hintergrundfläche als Kontrastfläche 18
angeordnet ist. Zwischen der Kamera 5 und der Kontrastfläche 18
ist in geringem Abstand von der Kontrastfläche 18 das Garn 30 an
geordnet.
Das Garn 30 wird dem Meßgerät über eine Garnbremse 12 zugeführt.
Dadurch wird eine stets ausreichende Spannung an dem Garn 30 ge
währleistet. Im Anschluß an die Garnbremse 12 ist ein Fadenwäch
ter 13 in dem Lauf des Garnes 30 angeordnet. Fadenwächter 13
überprüft die Anwesenheit des Garnes 30. Sobald durch den Faden
wächter 13 festgestellt wird, daß kein Garn mehr zu dem Meßgerät
geliefert wird, stellt sich die Vorrichtung automatisch ab. Um
eine ordnungsgemäße Zuführung die Kontrastfläche 18 zu gewährlei
sten, ist unmittelbar vor der Walze 15 eine Führungsöse 14 an
geordnet. Das Garn 30 läuft durch diese Führungsöse 14 und über
die Walze 15 in eine Teilungsvorrichtung 17 und sodann über die
Walze 18. Das Garn 30 wird an der Walze 16 umgelenkt und zu der
Walze 15 zurückgeführt. Beim erneuten Durchgang durch die Tei
lungsvorrichtung 17 wird ein definierter Abstand zu der vorherge
henden Garnwicklung eingehalten. Dieses Umwickeln der Walzen 15
und 16 mit Durchgang durch die Teilungsvorrichtung 17 wird so oft
wiederholt, bis eine ausreichend große Garnfläche zur Erfassung
durch die Kamera 5 vorliegt. Vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn
das Meßfeld etwas größer als das aufgenommene Feld durch die Ka
mera 5 ist, da in diesem Falle ungleichmäßige Ausleuchtungen am
Rande des Meßfelds oder unbeabsichtigte Lichteinfälle eliminiert
werden.
Zur Aufnahme des um die Walzen 15 und 16 gewickelten Garnes hat
sich ein Meßfeld in der Größe von etwa 55×40 mm als vorteilhaft
erwiesen. Bei einem Abstand der einzelnen Fadenwicklungen zuei
nander von etwa 0,7 mm ergibt sich damit eine Messung pro Bild von
etwa 3 m des Garnes 30.
Nach der letzten Wicklung wird das Garn 30 von der Walze 18 her
unter durch einen Fadenwächter 20 geführt. Dieser Fadenwächter 20
stellt ebenso wie der Fadenwächter 13 das Vorhandensein eines
Garnes fest. In dem Fall, daß der Fadenwächter 20 kein Garn 30
registriert, ist dies für das Meßgerät ein Signal, daß der Fade
nabzug nicht ordnungsgemäß erfolgt. Die Meßvorrichtung wird dar
aufhin abgestellt. Das Garn 30 durchläuft im Anschluß an den Fa
denwächter 20 eine Führungsöse 21. Die Führungöse 21 stellt si
cher, daß das Garn 30 ordnungsgemäß eine Abzugsvorrichtung mit
einer Druckwalze 22 und einer Abzugswalze 23 zugeführt wird. Das
Garn 30, das über die Abzugsvorrichtung das Meßgerät verläßt,
wird in der dargestellten Ausführungsform einem Fadenabsaugrohr
25 zugeführt. Das Fadenabsaugrohr 25 leitet das Garn 30 in einen
nicht dargestellten Abfallbehälter. Es ist aber auch möglich, das
Garn 30 statt in den Abfallbehälter einer Spulvorrichtung zuzu
führen, und das Garn 30 erneut auf eine Spule aufzuwickeln.
Vorteilhafter Weise ist die Walze 15 als Friktionswalze ausgebil
det. Das bedeutet, daß sie nicht selbständig angetrieben ist,
sondern durch die sie umschlingenden Fadenwindungen, die sich
beim Positionieren einer neuen zu messenden Fadenschar bewegen,
in Umdrehung versetzt wird. Die Walze 16 dagegen ist eine selb
ständig angetriebene Walze. Sie unterstützt dabei die Vorwärtsbe
wegung des Garnes 30 durch die Abzugsvorrichtung.
Zwischen den Walzen 15 und 16 ist die Teilungsvorrichtung 17 an
geordnet. In einer vorteilhaften Ausführung besteht die Teilungs
vorrichtung 17 aus einer Vielzahl aneinandergereihter Scheiben mit
jeweils einem Distanzstück geringeren Durchmessers dazwischen.
Als Teilungsvorrichtung 17 ist auch ein spiralig gewundener Draht
mit einer genau festgelegten Steigung möglich. Ebenso kann die
Walze 15 oder 16 mit einer spiraligen Führungsnut versehen sein.
Es muß jedenfalls sichergestellt sein, daß die Garnwindungen
stets parallel über der Kontrastfläche 18 angeordnet sind.
Zwischen den parallelen Garnwindungen und der Kontrastfläche 18
sind Blasdüsen 19 angeordnet. Mit Hilfe der Blasdüsen 19 die auf
die Oberseite der Kontrastfläche 18 gerichtet sind, wird die Kon
trastfläche 18 vor einem Meßvorgang gereinigt. Damit wird eine
Fehlanzeige des Meßgeräts auf Grund von Verunreinigung der Kon
trastfläche 18 vermieden.
Die angetriebene Walze 16 ist über einen Zahnriemen 24 mit der
Abzugswalze 23 der Abzugsvorrichtung verbunden. Dadurch wird auf
einfache Weise ein synchroner Lauf zwischen Walze 16 und Abzugs
walze 23 gewährleistet. Dies ist notwendig, um Garnbrüche in der
Meßvorrichtung zu vermeiden. Durch eine bestimmte Ubersetzung der
angetriebenen Walze 16 und der Abzugswalze 23 kann bewirkt wer
den, daß die Abzugswalze 23 das Garn 30 mit gleicher Geschwindig
keit fördert wie es in der Wickelvorrichtung geschieht. Auf diese
Weise behält das Garn 30 in der Bewicklungseinheit 3 stets eine
straffe Spannung, so daß keine Verzerrungen bei der Aufnahme der
Fadenschar im Meßfeld zu befürchten ist. Durch eine Federvorspan
nung wird die Druckwalze 22 gegen die Abzugswalze 23 gepreßt und
garantiert einen schlupffreien Abzug des Garnes 30.
Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf eine Bewicklungseinheit 3. Zwi
schen den Walzen 15 und 16 ist eine Kontrastfläche 18 angeordnet.
Wird das Garn 30 hinsichtlich seines Trashgehaltes untersucht, so
hat sich eine weiße Kontrastfläche 18 als vorteilhaft erwiesen,
da dann der weiße Faden im Vergleich zu dem dunklen Trash optisch
zurücktritt. Sollen dagegen Nissen o. ä. in dem Garn untersucht
werden, so ist ein schwarzer Hintergrund von Vorteil, um die Nis
sen hervortreten zu lassen.
Die Kontrastfläche 18 ist von den Düsen 19 seitlich zur Reinigung
anblasbar. Über der Kontrastfläche 18 sind die an den Walzen 15
und 16 umgelenkten Fadenwindungen zu erkennen. Das Garn 30 wird
hierfür auf der Seite der nichtangetriebenen Walze 15 dem Meßge
rät zugeführt und auf der Seite der angetriebenen Walze 16 aus
dem Meßgerät durch die Abzugsvorrichtung abgezogen. Die Teilung
der einzelnen Windungen wird durch die Teilungsvorrichtung 17
konstant gehalten. Die Walze 15 ist in einer Lagerung 28 fliegend
gelagert. An der Walze 15 ist ein Initiator 29 angeordnet, der
feststellt, ob das Garn 30 stillsteht richtig positioniert ist
und zur Aufnahme durch die Kamera 5 bereit ist.
Die Walze 16 ist in einer Lagerung 26 fliegend gelagert. Ange
trieben ist die Walze 18 durch einen Motor 27. Als vorteilhaft
hat sich ein permanent erregter Gleichstromservomotor mit einer
maximalen Drehzahl von 6000 l/min. erwiesen. Mit einem derartigen
Motor wird ein exaktes Anfahren bestimmter Abschnitte der Garn
windungen erreicht.
Auf der Kontrastfläche 18 ist ein Feld 31 dargestellt. Das Feld
31 bezeichnet die Fläche, in welcher die Kamera 5 ein Bild auf
nimmt. Durch den Antrieb des Garnes 30 über den Motor 27 wird die
aufgenommene Fadenschar aus dem Feld 31 bewegt und eine neue Fa
denschar oder ein neuer Abschnitt der Fadenschar liegt zur Auf
nahme in dem Feld 31 bereit. Als vorteilhaft hat sich erwiesen,
wenn das Feld 31 derart groß gewählt wird, daß mit einem fünfma
ligen Verschieben der Fadenschar ein gesamter Wicklungsumfang oh
ne Überlappungen bei den Aufnahmen erfaßt wurde. Damit ist eine
nahezu lückenlose und auf jeden Fall nicht mehrfache Erfassung
des Garnstückes, welches sich in der Bewicklungseinheit 3 befin
det, sichergestellt. Nachdem eine Bildsequenz von 5 Bildern ge
macht wurde ist die gesamte um die Walzen 15 und 18 gewickelte
Garnlänge von dem Meßgerät erfasst. Daraufhin muß eine neue Be
wicklung erfolgen. Hierzu wird die gesamte aufgenommene Garnlänge
durchgespult bis eine neue Garnlänge zur Aufnahme zur Verfügung
steht. Dies ist erforderlich, um zu vermeiden, daß dieselben Gar
nabschnitte zweimal von dem Meßgerät analysiert wird und dadurch
Verfälschungen bei der Messung entstehen würden.
Fig. 4 stellt ein Flußdiagramm zur Steuerung der Bewicklungsein
heit 3 dar. Über einen Eingang E1 erhält das System ein Startsi
gnal. In einem Vorwahlzähler 2 wird festgelegt, nach wievielen
Bildern der automatische Meßablauf gestoppt werden soll. Er ist
von der Benutzeroberfläche im Computer 8 einstellbar. In einem
Vorwahlzähler 1 wird festgelegt wieviele Bilder gemacht werden,
bevor eine neue Bewicklung erfolgen muß. Für diesen Zähler hat
sich eine Einstellung auf die Anzahl 5 als vorteilhaft herausge
stellt. Dieser Vorwahlzähler bedeutet, daß 5 Aufnahmen gemacht
werden um den gesamten Wicklungsumfang zu erfassen. In dem darge
stellten Ausführungsbeispiel ist dieser Zähler nur im Programm
veränderbar, nicht dagegen von der Benutzeroberfläche aus. Dieser
Zähler ist selbstverständlich auch abhängig von der Größe des zu
erfassenden Meßfeldes 31 und dem Umfang einer Garnwicklung. Die
Länge des Meßfeldes 31 multipliziert mit dem Vorwahlzähler 1
sollte im wesentlichen die Umfangslänge der Wicklung ergeben. Da
durch ist sichergestellt, daß das aufgewickelte Garn im wesentli
chen auf seiner gesamten Länge analysiert wird.
Stellt die Steuerung nunmehr fest, daß an einem Eingang E2 kein
Faden vorhanden ist, so wird das Programm abgestellt. Wird das
Signal daß Faden vorhanden ist vom Eingang E2 empfangen, so wird
überprüft, ob der Initiator 29 bedämpft ist oder nicht. Dieses
Signal geht über den Eingang E3 in die Steuerung ein. Ist der In
itiator 29 nicht bedämpft, d. h. ist die Positionierung der Be
wicklung des Garnes nicht an einer vorbestimmten Stelle, so wird
ein Signal an einem Ausgang Al geliefert, daß den Motor 27 auf
Schleichgang schaltet. Dabei wird wieder abgefragt, ob der In
itiator 29 bedämpft ist. Sobald dies geschehen ist, wird ein Si
gnal an den Ausgang A1 gegeben, daß der Schleichgang des Motors
27 ausgeschaltet wird. Nach einer Wartezeit von ca. 0,5 Sekunden,
die zur Garnberuhigung nach dem Anfahren der gewünschten Position
vorgesehen ist, wird ein Foto ausgelöst. Nach diesem Foto wird
eine Wartezeit 2 von ca. 5 Sekunden ausgelöst. Diese Wartezeit 2
dient zur Bildverarbeitung. In dieser Zeit wird in einem Bildve
rarbeitungssystem in dem Computer 8 das von der Kamera 5 erfaßte
Bild zur Weiterverarbeitung und zur Analyse aufbereitet.
Nachdem die Wartezeit 2 abgelaufen ist, wird der Vorwahlzähler 2,
der die Anzahl der Gesamtbilder des automatischen Meßablaufs an
gibt um eins erniedrigt. Sobald Vorwahlzähler 2 den Wert 0 hat
wird das Programm gestoppt. Hat der Vorwahlzähler 2 den Wert 0
noch nicht erreicht, so wird Vorwahlzähler 1, der wie oben be
schrieben bei dem dargestellten Ausführungsbeispielen auf den
Wert 5 eingestellt ist, um eins erniedrigt. Solange Vorwahlzähler
1 noch nicht den Wert 0 hat wird nunmehr der Schleichgang des Mo
tors 27 eingeschaltet und der Ablauf beginnt wiederum bei der Ab
frage des Eingangs E2 von neuem.
Weist allerdings der Vorwahlzähler 1 den Wert 0 auf, so wird über
einen Ausgang A2 in den Motor 27 ein Signal gegeben, daß dieser
mit der Hauptwickelgeschwindigkeit eine neue Bewicklung der Be
wicklungseinheit 3 bewirkt. Der Motor 27 läuft für die neue Be
wicklung eine vorgegebene Zeitdauer. Diese Zeit richtet sich nach
der Größe der Bewicklungseinheit 3 und muß jedenfalls so lange
sein, bis die Bewicklungseinheit 3 mit neuem Garn 30 belegt ist.
Während des Laufs des Motors 27 mit der Hauptwickelgeschwindig
keit wird eine Abfage des Eingangs E2 durchgeführt ob ein Faden
vorhanden ist. Falls ein Faden fehlt, d. h. falls ein Fadenbruch
aufgetreten ist, wird das Programm gestoppt. Nach Ablauf der Be
wicklungszeit wird der Motor 27 angehalten. Der Vorwahlzähler 1
wird wieder auf den Wert 5 gesetzt und der Programmlauf beginnt
von neuem.
Fig. 5 zeigt eine Auswertung eines analysierten Garnes. Bei der
vorliegenden Analyse wurde das Garn hinsichtlich seines Trash-Ge
halts untersucht. Die gefundenen Trash-Partikel wurden in ver
schiedene Größenklassen eingeteilt. Die ersten 12 Größenklassen
beinhalten jeweils Trash-Partikel mit Größen zwischen 0 und 1,2
mm2 wobei die Größenklassen jeweils einen Bereich von 0,1 mm2
beinhalten. In Größenklasse 13 ist im vorliegenden Ausführungs
beispiel eine Größe von Trash-Partikeln von 1,2 bis 5 mm2 abge
legt. Die Analyse zeigt, daß in Größenklasse 2 die meisten Trash-
Partikel gefunden wurden. Um einfachere Aussagen über den Trash-
Gehalt im Garn treffen zu können, wurden diese 13 Größenklassen
in 3 Kennklassen eingeteilt. Dabei beinhaltet die Kennklasse A
die kleinen Trash-Partikel, Kennklasse B die mittelgroßen Trash-
Partikel und Kennklasse C die großen Trash-Partikel.
Um in dem System die gefundene Größe der Trash-Partikel festzu
stellen, muß zu Beginn des Analysevorgangs eine Kalibrierung des
Systems vorgenommen werden. Dies bedeutet, daß eine vorgegebene
Größe mit dem entsprechenden Maßstab versehen wird und dem System
mitgeteilt wird, damit es die Größe der gefundenen Trash-Partikel
feststellen kann und sie entsprechend in die Größenklassen ein
teilt.
Die Erkennung der Trash-Partikel beruht auf verschiedenen Grau
stufen, die das System erkennt. Als vorteilhaft hat sich eine
Bildverarbeitungseinrichtung herausgestellt, die 258 Graustufen
unterscheiden kann. Zur Definierung, welche Grautöne das Bildver
arbeitungsprogramm als Trash-Partikel erkennen soll, wird in dem
Programm ein bestimmter Schwellenwert der Graustufen eingestellt.
Durch die Einstellung des bestimmten Schwellenwertes wird be
wirkt, daß das System den Unterschied zwischen der Fadenschar und
der Hintergrundfläche verwischt, so daß nur noch die dunklen
Trash-Partikel zu erkennen sind. Der Schwellenwert wird derart
eingestellt, daß möglichst alle Trash-Partikel auf dem Grafik
bildschirm erkennbar sind. Die als Trash-Partikel erkannten Punk
te werden im Rechner zu Flächen zusammengefaßt, der Größe nach
sortiert und in die einzelnen Größenklassen eingeteilt und abge
speichert.
Das Verfahren und die Vorrichtung sind insbesondere einsetzbar
zur Qualitätskontrolle eines produzierten Garnes bzw. zur Erken
nung von Einstellungsfehlern an der Spinnmaschine. Mit einer der
artigen Erfassung von Garnfehlern ist eine vorteilhafte Weiter
verarbeitung des Garnes gewährleistet.
Claims (25)
1. Verfahren zum Erfassen und Zählen von Garnfehlern in einem
Garnabschnitt, insbesondere von Trash-Partikeln und Nissen,
mit einer Kamera, einem Computer und einem Bildverarbei
tungsprogramm, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn mit ei
ner in Abhängigkeit zu der Dicke des Garnes stehenden Inten
sität beleuchtet wird, daß das Garn vor einer zum Garnfehler
in Kontrast stehenden Hintergrundfläche von der Kamera auf
genommen wird, daß das aufgenommene Bild in dem Computer mit
dem Bildverarbeitungsprogramm digitalisiert wird, daß damit
erhaltene kontrastschwache Punkte weggefiltert werden, und
daß die verbliebenen Punkte in zusammenhängende Bereiche zu
sammengefaßt werden, deren Größe in vorgegebene Größenklas
sen eingeordnet und abgespeichert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hintergrundfläche vor der Aufnahme gereinigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hintergrundfläche aus Richtung der Kamera und des
Garnes beleuchtet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Garn von einer Leuchtstofflampe beleuchtet
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Garn von einer Infrarot-Lampe beleuchtet
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Garn in verarbeitetem Zustand als Gewebe
oder Gestrick untersucht wird.
7. Verfahren zum Erfassen und Zählen von Garnfehlern, insbeson
dere zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der Ansprü
che 1 bis 6 mit einer Bewicklungsvorrichtung zur Weiterbe
förderung eines Garnabschnittes, dadurch gekennzeichnet, daß
zur statistischen Erfassung der Summe der Garnfehler im Garn
einer Spule mehrere Abschnitte des Garnes untersucht werden,
und daß nach der Auswertung eines Garnabschnittes das Garn
weitergespult wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Bewicklungsvorrichtung ein Garnabschnitt in zueinander
parallelen Wicklungen aufgewickelt wird, daß ein Ausschnitt
der parallelen Wicklungen untersucht wird, daß die Wicklun
gen weiterbefördert werden, daß eine weitere an den ersten
anschließenden Ausschnitt der parallen Wicklungen untersucht
wird und daß dieser Vorgang so oft wiederholt wird bis ein
im wesentlichen zusammenhängender Garnabschnitt untersucht
worden ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Untersuchung eines Garnabschnittes die Bewick
lungsvorrichtung mit einem neuen Garnabschnitt bewickelt
wird.
10. Vorrichtung zur Aufnahme paralleler Garnwicklungen mit einer
Spule zur Lieferung des Garnes zu der Vorrichtung insbeson
dere zur Durchführung der Verfahren gemäß Anspruch 1 und An
spruch 7, gekennzeichnet durch zwei in einem radialen Ab
stand zueinander angeordnete Walzen (15, 16) zur Umlenkung
des Garnes (30), von denen wenigstens eine Walze (18) an
treibbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Walzen (15, 18) und den parallelen Garnwicklun
gen eine Hintergrundfläche (18) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeich
net, daß zwischen Spule (1) und erster Walze (15) eine Fa
denspanneinrichtung (12) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwischen Spule (1) und erster Walze (15)
ein Fadenwächter (13) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß eine Garnabziehvorrichtung (22, 23 ) am
Ausgang des Garnes (30) aus der Vorrichtung angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwischen zweiter Walze (16) und einer Ab
ziehvorrichtung (22, 23) ein Fadenwächter (20) angeordnet
ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch ge
kennzeichnet, daß an der nicht angetriebenen Walze (15) ein
Initiator (29) zur Signalisierung der Garnposition angeord
net ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwischen den Walzen (15, 16) eine Tei
lungsvorrichtung (17) angeordnet ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch ge
kennzeichnet, daß an der Hintergrundfläche (18) eine Reini
gungseinrichtung für die Hintergrundfläche (18) angeordnet
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reinigungseinrichtung eine auf die Hintergrundfläche
(18) gerichtete Blasdüse (19) ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 19, dadurch ge
kennzeichnet, daß über der Hintergrundfläche (18) eine Kame
ra (5) angeordnet ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 20, dadurch ge
kennzeichnet, daß über der Hintergrundfläche (18) eine
Lichtquelle (4) zur schattenfreien Ausleuchtung des über der
Hintergrundfläche (18) angeordneten Garnes (30) angeordnet
ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß
die Intensität der Lichtquelle (4) einstellbar ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeich
net, daß die Lichtquelle (4) eine Leuchtstofflampe ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 oder 22, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Lichtquelle (4) eine Infrarot-Lampe
ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 24, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Vorrichtung in einem lichtdichten Ge
häuse (2) angeordnet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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