DE4131565C2 - Verfahren zur Optimierung des Schweißprozesses bei Bondverfahren - Google Patents
Verfahren zur Optimierung des Schweißprozesses bei BondverfahrenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung des Schweißprozesses bei
Bondverfahren zur Erzielung von Bondungen, wie beispielsweise Keil-, Ball-, Ösen-, Rillen-,
Single-Point-Bondungen o. ä. mit hoher und gleichbleibender Güte und findet Anwendung
insbesondere in der Mikroelektronik bei der Herstellung elektronischer Bauelemente,
insbesondere mittels des Ultraschallbondens, Thermosonic-Bondens oder
Thermokompressions-Bondens auf Thermosonic-Bondmaschinen sowie des Single-Point
TAB-Bondens (SPTAB).
Es ist bekannt, zur Erhöhung der Zuverlässigkeit von Draht- und Bändchenbondungen
o. ä. bei der Herstellung elektronischer Bauelemente die Einflussfaktoren, welche sich auf die
Güte der Schweißverbindung auswirken, zu überwachen und konstant zu halten.
Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass sie aufgrund der Vielzahl der möglichen
objektiven und subjektiven Einflussfaktoren sehr aufwendig und fertigungstechnisch nur sehr
schwer umsetzbar ist.
In der Patentschrift DD 45 217 wird ein programmgesteuerter zeitlicher Verlauf des
Ultraschallenergieeintrages in der Form vorgeschlagen, dass die mechanische
Schwingungsamplitude des Bondwerkzeugs während des gesamten Schweißprozesses nicht
auf einem vorwählbaren konstanten Wert stabil gehalten wird, sondern durch einen
vorwählbaren zeitlichen Verlauf gezielt variabel, vorzugsweise mit abfallender Charakteristik,
gesteuert wird.
Trotz einer zu erwartenden Erhöhung der Verfahrenszuverlässigkeit, vor allem bei
empfindlichen Schweißkomponenten, macht sich nachteilig bemerkbar, dass die
Schwingamplitudensteuerung relativ starr ist und die Schweißzeit konstant vorgegeben werden
muss.
Es ist weiter bekannt, dass eine Verbesserung des Draht-, Folie-, Bändchens- und Leiter-
Bondens o. ä., nachfolgend kurz Bonden genannt, durch mehr oder weniger gesicherte
Korrelationen während des Schweißprozesses zwischen messtechnisch erfassbaren Größen
und der Schweißstellengüte genutzt werden kann. Am längsten vorbekannt ist hier, einen
möglichen Abfall der HF-Generatorausgangsspannung zu erfassen und zur Abschaltung der
Schweißenergie zu benutzen. Als eine weitere Möglichkeit wird in der Patentschrift DD 83 289
beschrieben, dass über einen piezoelektrischen Sensor der Abfall der mechanischen
Schwingungsamplitude des Schwingkopfes überwacht und ein Abschaltsignal zur Beendigung
des Schweißprozesses gewonnen wird.
Bekannt ist auch aus der US 4558596, eine Frequenzverwerfung der
Ultraschallarbeitsfrequenz auszunutzen, welche sich durch geringfügige Verlagerung der
Eigenresonanzfrequenz des Schwingkopfes ergeben kann.
Weiter ist bekannt, den sinkenden elektrischen Übergangswiderstand zwischen oberer
und unterer Schweißkomponente und den Deformationsgrad der oberen Schweißkomponente
als Ersatzmessgröße zur Signalisierung der Schweißgüte zu bewerten.
Der sich durch die Korrelation zwischen den vorgeschlagenen Ersatzmessgrößen und
der Schweißgüte ergebene Nachteil besteht darin, dass bei vielen Schweißaufgaben und
Bondmaschinen der beschriebene Zusammenhang durch eine Vielzahl störender
Einflussgrößen so stark vermindert wird, dass er zur Erfüllung der Gütesicherung praktisch
nicht verwendbar ist.
Eine Anzahl weiterer Methoden zur Lösung des Problems der Verfahrenszulässigkeit und
der Schweißgüte befasst sich mit einmalig aus dem Schweißprozess ableitbaren Signalen als
Maß für die Güte der Schweißverbindung. So wird in der Patentschrift DE 23 16 598
vorgeschlagen, eine auftretende Einkerbung während des zeitlichen Verlaufes der HF-
Generatorausgangsspannung oder den plötzlich ansteigenden elektrischen
Übergangswiderstand zwischen Bondwerkzeug und oberer Schweißkomponente als Zeichen
für die Fertigstellung der Schweißstelle zu werten und den Energieeintrag zu beenden.
Aus der Patentschrift DE 32 33 629 geht hervor, dass die Haftkraft bestimmt wird, mit der
das Bondwerkzeug während des Schweißprozesses mit der oberen Schweißkomponente als
Prozessnebenwirkung verbunden ist. Die Haftkraft lässt sich nach Beendigung des
Energieeintrages während des Anhebens des Bondwerkzeuges als notwendige Ablösekraft
am Bondwerkzeug messen. Der bekannte Nachteil dieses Haftens oder Klebens des
Bondwerkzeugs, der gewöhnlich durch die Wahl eines zur Schweißaufgabe passenden
Sonotrodenwerkstoffs oder das Auslösen eines sogenannten Nachimpulses minimiert wird,
lässt keinen eindeutigen Schluss auf die erreichte Schweißstellengüte zu.
Auch ist aus der DD 219 338 ein Verfahren bekannt, bei welchem die übliche
Ultraschallenergie durch eine intermittierende Arbeitsweise des Ultraschallschwingkopfes
erreicht wird. Durch die Auswertung zeitlich aufeinanderfolgender Ausschwingzeiten dieses
Schwingkopfes lässt sich der Einfluss aufeinanderfolgender Energiepulse auf den Aufbau der
jeweiligen bearbeitenden Schweißstelle erfassen, so dass mit dieser Messinformation der
laufende Schweißvorgang gesteuert werden kann.
Diese technische Lösung hat den Nachteil, dass technische Veränderungen an den zur
Zeit eingesetzten Bondern vorgenommen werden müssen.
Im Patent DE 37 01 652 C2 werden 2 Lösungen gezeigt. Erstens erfasst ein
piezoelektrischer Sensor am Horn die mechanische Schwingungsamplitude am Messort Horn.
Über eine Frequenzanalyse des Messsignals werden die Oberschwingungen der
Arbeitsfrequenz am Horn ermittelt. Es zeigte sich, dass der gewählte Messort zu unempfindlich
ist. Zweitens werden nach diesem Patent die Bondparameter über einen Regelvorgang
nachgeregelt und somit lediglich konstant gehalten. Dadurch wird jedoch eine gleichbleibende
Qualität der Bondverbindung nur sichergestellt, wenn konstante Schweißeignung der
Komponenten vorliegt, einschließlich der kritischen Oberflächenbelegungen wie Oxide oder
Schmutzfilme aller Art. Diese Bedingung ist leider in der Praxis der Serienproduktion mit
Chargencharakter nicht ständig gewährleistet.
Aus den Patenten US 3784079 und US 4479386 ist bekannt, die Hüllenkurve des
Amplitudenverlaufes während des Schweißprozesses so messtechnisch aufzulösen, dass eine
einzige Einkerbung eindeutig zu erkennen ist und nutzbar gemacht wird zur Beendigung des
Bondvorganges. Diese einzelne Einkerbung konnte aber trotz umfangreicher Bemühungen bei
Mikrobondautomaten der Elektronik nicht zur hinreichend produzierbaren Signalisierung der
Energiedosierung und/oder Gütesicherung über die Fast Fouriertransformation benutzt
werden.
Ausgehend von den Nachteilen der bekannten technischen Lösungen liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Optimierung des Schweißprozesses zur Erzielung
von Bondungen mit hoher und gleichbleibender Güte zu schaffen, welches ohne größere
technische Änderungen an den Bondmaschinen und ohne aufwendige softwaremäßige
Maßnahmen anwendbar ist und eine effektive Steuerung der Prozessparameter ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 im Zusammenwirken mit den ausgestaltenden Merkmalen der Unteransprüche 2
bis 5 gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren basiert hierbei darauf, dass zur Optimierung des
Schweißprozesses bei Bondverfahren zur Erzielung von Bondungen mit hoher und
gleichbleibender Güte das Ultraschall-Schwingungsverhalten im Schweißprozess erfasst und
einer Auswertung unterzogen wird.
Die Auswerteergebnisse werden zur optimierenden Steuerung der Schweißparameter der
Bondungen verwendet.
Umfangreiche experimentelle Prozessanalysen über das Mikro-Ultraschallschweißen
brachten durch verbesserte zeitliche Schwingungs-Sensorauflösung zutage, dass die
Ultraschall-Verschweißung nicht stetig, sondern oszillierend erfolgt in Form vieler Höhen und
Täler der Amplitudenhüllkurve als Rückwirkungseffekt von der sich oszillierend aufbauenden
Schweißfläche. Die Anzahl der Höhen und Täler spiegelt die bisher unbekannte
festkörperphysikalische Verbindungskinetik auf der Ebene der Mikrostruktur wider.
Aus der gefundenen Korrelation zwischen dem Verlauf der Verbindungskinetik und der
resultierenden Schweißgüte der Bondstelle wurde eine neuartige technische Lösung
abgeleitet, die im Patenanspruch 1 formuliert ist.
Während des Schweißprozesses treten an der Hüllkurve des mechanischen
Amplitudenverlaufes Täler und Höhen in unterschiedlicher Zahl und mit unterschiedlichem
zeitlichen Abstand auf. Die Anzahl dieser Täler und Höhen sowie ihr zeitlicher Abstand ist
korreliert mit der Güte der fertigen Bondung, d. h. mit der Schweißfestigkeit.
Das instationäre Schwingverhalten nach dosierten Schallenergiesprüngen wird als
zweckmäßige Ersatzmessgröße zur automatischen Schweißprozessführung zur Erzielung
optimaler Bondresultate benutzt.
Andererseits dienen die gegebenenfalls auftretenden Verzerrungen der Kurvenform der
Ultraschallschwingungen am Bondwerkzeug der Erkennung von Störungen der
Verbindungsbildung.
Nach Auswertung der erfassten Werte erfolgt über die Steuerung der Prozessparameter
mechanische Schwingungsamplitude und/oder statischer Anpressdruck und/oder Zeitdauer
des Schweißprozesses die Optimierung des Schweißprozesses bzw. die Fehlermeldung bei
schlechter Verbindungskinetik.
Die Optimierung erfolgt stets im verfahrenstechnischen Ablauf der Herstellung der
Schweißverbindungen, allerdings nicht immer für die Schweißverbindung, welche die Werte
zur Optimierung liefert.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird an einem üblichen Ultraschall- oder Thermosonic-
Bonder, bestehend aus Ultraschallschwingkopf mit Bondwerkzeug, Ultraschallgenerator und
Schwingungssensor sowie Heizeinheit beim Thermosonic-Bonden angewandt.
Mittels eines Speicheroszillographen wird der vollständige Ultraschall-
Schwingungsverlauf im Schweißprozess während der kontinuierlichen Energieeintragung
erfasst.
Im mechanischen Amplitudenverlauf zeigt sich eine Anzahl von Tälern, die beispielsweise
bei einer bestimmten Bondcharge zwischen zwei und zwölf Tälern schwankt.
Die Form der Täler hat einen sägezahnähnlichen Verlauf.
Selbstverständlich können alternativ oder zusätzlich auch die Höhen erfasst werden.
Gleichzeitig oder zusätzlich zur Erfassung der Anzahl von Tälern oder Höhen wird der
Abstand zwischen zwei Tälern und/oder zwischen zwei Höhen erfasst.
Die Korrelation zwischen der Anzahl der sichtbaren Täler und der erzielten
Schweißfestigkeit wurde experimentell ermittelt.
Zwischen zwei und sechs auftretenden Tälern können gleiche und hohe Festigkeiten
erzielt werden, während bei einer größeren Anzahl der Täler als sechs die Schweißfestigkeit
vermindert ist.
Wird eine größere Anzahl der Täler oder Höhen als sechs festgestellt, werden die
Prozessparameter mechanische Schwingungsamplitude und/oder statischer Anpressdruck des
Schwingkopfes und/oder Zeitdauer des Schweißprozesses derart verändert, dass eine Anzahl
von Tälern und Höhen nicht größer als sechs sich einstellt.
Analog wird mit dem zeitlichen Abstand zwischen zwei Tälern und Höhen verfahren.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurde die Aufzeichnung der Oszillogramme mittels
Zeitrafferfilmen vorgenommen.
Es ist selbstverständlich ebenfalls möglich, die Erfassung des
Ultraschallschwingungsverlaufes im Schweißprozess durch elektronische oder durch optische
Aufzeichnungsträger vorzunehmen.
Die Auswertung des erfassten Schwingungsverhaltens kann visuell oder elektronisch
erfolgen, wobei die elektronische Auswertung zweckmäßigerweise durch einen Mikrorechner
erfolgt.
Die optimierende Steuerung für den Schweißprozess bei Bondverfahren kann manuell
oder vorzugsweise automatisch erfolgen.
Ein anderes Ausführungsbeispiel betrifft die Ausnutzung und Auswertung von
instationären Schwingungszuständen nach dosierten Schallenergiesprüngen. Bei instationären
Schwingungszuständen können beispielsweise die Quantität und Form der variablen An-, Aus-
und/oder Einschwingvorgänge messtechnisch erfasst und über Mikrorechner ausgewertet
werden mit dem Ziel, eine individuelle Schallenergiedosierung für jede Bondstelle durch eine
automatische adaptive Prozessführung zu realisieren. Die Prozessführungsgröße korrelliert mit
dem Verbindungszuwachs der Bondstelle.
Dadurch wird der allgemeine Mangel eines starr vorprogrammierten
Schallenergieeintrages überwunden, der in der Bondpraxis zu erheblichen Streuungen der
Bondgüte führen kann. Der Bondprozess wird zum optimalen Zeitpunkt beendet.
Zusätzlich hat es sich als sinnvoll erwiesen, während des Schweißprozesses die
Kurvenform der Ultraschallschwingungen direkt am Bondwerkzeug zu charakterisieren, um
daraus ein Signal zur Gütekontrolle der sich aufbauenden Bondstelle abzuleiten.
Oberhalb eines bestimmten Oberwellengehaltes als Maß der Verzerrungen der
harmonischen Schwingungen gilt die Verbindungskinetik der sich bildenden Bondstelle als
irreparabel gestört, so dass eine Fehlermeldung ausgegeben werden muss.
Claims (5)
1. Verfahren zur Optimierung des Schweißprozesses bei Bondverfahren zur Erzielung
von Bondungen mit hoher und gleichbleibender Güte, dadurch gekennzeichnet, dass der
gesamte Ultraschall-Schwingungsverlauf einschließlich der instationären Zustände und der
Kurvenform, d. h. die Anzahl der Täler und/oder Höhen und der zeitliche Abstand zwischen
den Tälern und/oder Höhen der Hüllkurve des mechanischen Amplitudenverlaufs während
des Schweißprozesses erfasst wird und einer Auswertung unterzogen wird und die
Auswertungsergebnisse zur optimierenden Steuerung der Schweißparameter des
Prozesses und zur zerstörungsfreien fortlaufenden Gütekontrolle der Bondungen
verwendet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass instationäres
Schwingungsverhalten, beispielsweise Quantität und Form der An-, Aus- und/oder
Einschwingvorgänge bei dosierten Schallenergiesprüngen jeglicher Größe und Form, im
Schweißprozess erfasst und zur Prozessführung ausgewertet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenform der
Ultraschallschwingungen am Bondwerkzeug zum Zwecke der Überwachung auf
Kurvenverzerrungen im Schweißprozess erfasst wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenform der
Ultraschallschwingungen am Bondwerkzeug durch eine Echtzeit-Frequenzanalyse
während des Schweißprozesses ausgewertet und daraus ein Gut/Schlecht-Signal
abgeleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit den
Auswerteergebnissen die Prozessparameter mechanische Schwingungsamplitude
und/oder statischer Anpressdruck des Schwingkopfes und/oder Zeitdauer des
Schweißprozesses gesteuert werden.
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