DE4116068A1 - Kontaktwalze - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kontaktwalze, insbesondere für Kunst
stoffolien-Reckanlagen, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Insbesondere bei der Herstellung und der Verarbeitung von folien
förmigen Materialien, insbesondere bei der Herstellung von Kunst
stoffolien-Bahnen, wird eine Vielzahl von Kontaktwalzen benötigt,
die beispielsweise mit einer zweiten Walze direkt zusammenwirken
und dazwischen die fortbewegte Folienbahn aufnehmen. Ebenso
wird beim Aufwickeln einer Kunststoffolienbahn eine derartige
auch Anpreßwalze genannte Kontaktwalze benötigt, die die aufzu
wickelnde Folienbahn stets gleichmäßig über die Breite und den
Umfang auf den während des Aufwickelns zunehmend größer wer
denden Folienballen drückt, damit möglichst wenig Luft zwischen
den einzelnen Folienlagen eingeschlossen wird.
Solche nachfolgend auch als Anpreßwalzen bezeichneten Kontakt
walzen werden aber nicht nur zum Materialvorschub oder bei der
Folienherstellung zum Hecken der Folien oder auch zum Aufwickeln
von Folienbahnen eingesetzt, sondern beispielsweise auch bei Be
handlungsstationen, beispielsweise bei einer sog. Korona-Station,
oder als Beschichtungsrollen etc.
Insbesondere bei Verwendung der Kontaktwalze als Anpreßwalze
für eine Wicklerstation tritt das Problem auf, daß bei zunehmen
dem Wickeldurchmesser auf der Wicklerwalze der Umfang der Wick
lerwalze zunehmend mehr unrund läuft, und zwar aufgrund von
gewissen Unregelmäßigkeiten beim Aufwickeln. Die Abweichungen
liegen üblicherweise bei ± 2 mm, können aber im Extremfall sogar
Werte bis zu ± 5 mm erreichen. Darüber hinaus gibt es präzi
sionsbedingte Wickel-Hülsenexzentrizitäten, die beispielsweise
Werte von 0,1 mm betragen können.
Beim Aufwickeln einer Kunststoffolien-Bahn aber soll der Anpreß
druck über die gesamte Kontaktlinie mit der die Folie aufwickeln
den Wickelwalze stets gleich bleiben, und zwar bevorzugt über
die gesamte Bahnbreite und Umfang.
Schließlich können gewisse Probleme auch dadurch auftreten, daß
die Rotationswalze aufgrund ihres Eigengewichtes sich auf ihrer
Länge zumindest geringfügig durchbiegt.
Es ist bereits deshalb vorgeschlagen worden, Kontaktwalzen mit
einem starren inneren, praktisch nicht durchbiegbaren Achskörper
zu verwenden, der nicht rotierend eingebaut ist und auf dem
dann ein Walzenmantel drehbar gelagert ist. Bei einem derartigen
Aufbau kann zwar grundsätzlich das Problem der Durchbiegung
einer derartigen Kontaktwalze eher vermieden werden. Ein gleich
mäßiger Kontaktdruck zwischen der Kontaktwalze und der Wickler
walze läßt sich aber durch dieses Konstruktionsprinzip nicht auf
recht erhalten, vor allem dann nicht, wenn, wie erwähnt, die
stets zuäußerst aufgewickelte Folienbahn mit zunehmendem Wickel
durchmesser zunehmend stärker von der idealen Zylinderform unter
Ausbildung von Exzentrizitäten abweicht (Masse/Beschleunigung).
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es von daher, die Nach
teile nach dem Stand der Technik zu überwinden und eine Kon
taktwalze zu schaffen, bei der eine gewünschte Kontaktlinie und/
oder eine gewünschte Anpreßkraft auch beim Auftreten einer Un
rund-Laufcharakteristik weitgehend unverändert aufrechterhalten
bleiben und/oder eine Anpreßkraft über die Bahnbreite der Kon
taktwalze hinweg vorwählbar unterschiedlich einzustellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß entsprechend den im Anspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Durch die vorliegende Erfindung wird ein völlig neuartiger Weg
vorgeschlagen. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist nämlich der
Walzenmantel relativ zu dem ihn tragenden starren und nicht
rotierenden Achskörper relativ verstellbar. Dadurch wird die
Möglichkeit eröffnet, daß beim Unrundlaufen beispielsweise einer
Wicklerstation die erfindungsgemäße Kontaktwalze, d. h. deren
Walzenmantel kurzzeitig stets so nachgeführt werden kann, daß
trotz der Ausweichbewegung unverändert eine gewünschte, gegebe
nenfalls vorwählbare Kontaktlinien-Berührung und/oder gewünschte
bzw. voreinstellbare Anpreßkräfte stets reproduzierbar und
gleichbleibend aufrechterhalten werden. Der Walzenmantel wird
bevorzugt mit geringer Masse ausgeführt, so daß eine entspre
chend schnelle Nachführung ermöglicht wird. Dabei können mit der
erfindungsgemäßen Vorrichtung durchaus über die gesamte Axial
länge der Kontaktwalze - falls dies gewünscht ist - unterschied
liche Anpreßkräfte eingestellt werden, beispielsweise am Außen
rand stärkere als im mittleren Bereich, wo die Anpreßkräfte ge
ringer sein sollen (oder umgekehrt).
Bei der erfindungsgemäßen Kontaktwalze ist der Walzenmantel
elektromagnetisch, piezoelektrisch, hydraulisch und/oder pneu
matisch verstellbar, und zwar in einer Weiterbildung der Erfin
dung über entsprechend arbeitende Stellglieder.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist dabei der
Walzenmantel ganz oder teilweise zumindest ferromagnetisch wir
kend ausgebildet, so daß über die Elektromagneten entsprechende
Anziehkräfte auf den Walzenmantel erzeugt werden können, um in
entsprechender Richtung die Anpreßkräfte aufzubauen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können zu
sätzliche Maßnahmen bzw. Stellglieder vorgesehen sein, um bei
spielsweise auch einer Eigendurchbiegung des Walzenmantels ent
gegenzuwirken.
Der erfindungsgemäße Aufbau erlaubt es, bei schwergewichtigem,
nicht-rotierendem Achskörper den eigentlichen Walzenmantel demge
genüber dünnwandig und leicht auszubilden. Dies bietet Vorteile,
den Walzenmantel bei Bedarf in Sekunden bzw. in Bruchteilen von
Sekunden entsprechend den Anfordernissen schnell stets so nachzu
führen, daß die gewünschten Anpreßkräfte aufrechterhalten wer
den. Obgleich bei leichterem, d. h. dünnwandigerem und geringere
Masse aufweisendem Walzenmantel die Gefahr der Durchbiegung an
sonsten größer wird, kann dem im Rahmen der erfindungsgemäßen
Kontaktwalze durch entsprechend weitere elektromagnetische,
hydraulische und/oder pneumatische Druckgeber oder Stellglieder
entgegengewirkt und derartige Effekte aufgehoben werden.
In einer Weiterbildung der Erfindung überragen die Stirnenden
des starren, nicht-rotierenden Achskörpers die Stirnenden des
Walzenmantels. Der Walzenmantel ist an seinen Stirnenden über
ein geeignetes Lager, beispielsweise über ein Gleit-, ein
Wälz- und/oder Magnetlager, gelagert.
An den Stirnenden des Walzenmantels bzw. des dort vorgesehenen
weiteren Lagers ist also eine Durchtrittsöffnung für die Stirn
enden des starren, nicht-rotierenden Achskörpers vorgesehen,
wobei zur Ermöglichung einer Relativverschiebung des Walzen
mantels quer zum Achskörper der Durchmesser der Durchtrittsöff
nung entsprechend größer bemessen ist als der Außenabstand des
Achskörpers. Der Spaltabstand zwischen beiden soll vorzugsweise
zumindest 8 mm, vorzugsweise 6 mm, 5 mm, 4 mm bzw. 3 mm auf
weisen.
Diese Relativbewegung zwischen dem Achskörper und dem Walzen
mantel kann durch eine Pendel- oder Linearbewegung des Walzen
mantels gegenüber der Walzenachse realisiert werden.
Der Walzenmantel kann in einer Weiterbildung der Erfindung bei
spielsweise über einen elektromotorischen, hydraulischen oder
pneumatischen Antrieb angetrieben sein. Die gesamte Anordnung
einschließlich der Stützträger für den starren, nicht-rotierenden
Achskörper kann insbesondere bei Verwendung der Kontaktwalze
als Anpreßwalze für eine Wicklerstation insgesamt verfahrbar auf
gehängt oder abgestützt sein.
Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der Erfindung er
geben sich nachfolgend aus den anhand von Zeichnungen darge
stellten Ausführungsbeispielen. Dabei zeigt im einzelnen:
Fig. 1 eine schematische Axialquerschnitt-Darstellung durch
einen Teil der erfindungsgemäßen Kontaktwalze im
Falle einer Anpreßwalze für eine Wickelwalze;
Fig. 2 eine schematische Stirnseitenansicht bezüglich des in
Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispieles;
Fig. 3 eine entsprechende schematische Axiallängsschnitt-Dar
stellung bezüglich eines abgewandelten Ausfüh
rungsbeispieles.
Nachfolgend wird auf das erste Ausführungsbeispiel in den Fig. 1
und 2 Bezug genommen.
Die dort gezeigte Kontaktwalze besteht aus einem starren, nicht
rotierenden Achskörper 1. Der Achskörper 1 ist an den Achskör
per-Enden 11 aufgehängt, und zwar im gezeigten Ausführungsbei
spiel an jeweils einem Träger 5.
Den starren und praktisch nicht biegsamen Achskörper 1 umgibt
ein rotierender Walzenmantel 7, der an seinen gegenüberliegenden
Enden mit einem Lagerflansch 9 mit zum übrigen Walzenmantel-Durch
messer verringerten Durchmesser ausgebildet ist.
An diesem Lagerflansch 9 ist der Walzenmantel 7 beispielsweise
über ein geeignetes Gleit-, Wälz- oder Magnetlager 10 gelagert.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt die Lagerung des Walzen
mantels 7 an einer Pendelaufhängung 11, welche in der Regel in
Vertikalausrichtung an einer oberen Pendelachse 13 am Träger 5
bzw. an einem auch den Träger 5 haltenden Trägerwagen aufge
hängt ist.
An geeigneter Stelle ist dann noch ein Antrieb zum Rotationsan
trieb des Walzenmantels 7 vorgesehen. Eine mögliche Antriebsform
kann beispielsweise über einen Motor 14 erfolgen, der eine im
Träger 5 gehaltene und die als Hohlwelle 13 ausgebildete Pendel
achse durchragende Antriebsachse 14′ mit nachfolgendem Antriebs- oder
Zahnrad 14′′ antreibt, um welches eine Kette oder ein Treib
riemen oder eine andere Antriebsverbindung umläuft, die im ge
zeigten Ausführungsbeispiel auch an der Außenseite des Lager
flansches 9 des Walzenmantels 7 um diesen umläuft und darüber
den Walzenmantel 7 antreibt.
Am stirnseitigen Ende des Walzenmantels ist also eine Durchtritts
öffnung 15 gebildet, über welche das Ende des Achskörpers 1 an
beiden Seiten der Kontaktwalze stirnseitig übersteht, wobei zwi
schen dem Außendurchmesser des die Durchtrittsöffnung 15 durch
ragenden Achskörpers 1 und dem Innendurchmesser der Durch
trittsöffnung 15 ein Ringspalt gebildet ist, der vorzugsweise zu
mindest 8 mm, insbesondere aber zumindest 7 mm, 6 mm, 5 mm,
4 mm oder aber zumindest 3 mm beträgt.
Abweichend von dem in der Zeichnung in Fig. 1 dargestellten
Innenlager kann die Lageranordnung auch anders ausgebildet
sein.
Möglich ist beispielsweise, daß eine Außenlagerung verwandt
wird, bei der der Lagerflansch 9 sich an einem Außenumfang an
einem entsprechenden Lager 10 gegenüber einem Pendelflansch 11′
bzw. der Pendelführung 11 abstützt.
In diesem Fall wird die Durchtrittsöffnung 15 nicht durch die den
Pendelflansch 11′ der Pendelführung 11, sondern durch das In
nenmaß des Walzenmantels 7 im Bereich seines Lagerflansches 9
festgelegt.
Im Inneren der Kontaktwalze sind am Achskörper 1 in axialen Ab
ständen Elektromagnete 17 montiert. Der Walzenmantel 7 oder Teile
von ihm oder mit ihm fest verbundene Teile sind magnetisierbar,
d. h. es handelt sich um ferromagnetisches Material und besteht
deshalb beispielsweise vollständig oder überwiegend aus Metall
oder einer Metallegierung oder kann beispielsweise auch aus Kar
bon oder anderen Materialien gefertigt sein, wobei dann entspre
chende Metallringe eingelagert und mit dem Walzenkörper fest ver
bunden sind, oder aber ist magnetisch.
Durch diese Anordnung der elektromagnetische Magnete 17 und die
ferromagnetische Ausbildung oder den ferromagnetischen Anteilen
in dem Walzenmantel 7 oder dort vorgesehenen mitrotierenden Mag
neten wird eine verstellbare kontaktlose Innenabstützung 19 ge
schaffen, auf deren Funktionsweise nachfolgend eingegangen wird.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 wird die
Kontaktwalze als Anpreßwalze beim Aufwickeln einer Folienbahn 25
auf eine Wickelwalze 27 verwandt, wobei im gezeigten Ausfüh
rungsbeispiel in schematischer Stirnseitenansicht gemäß Fig. 2
bereits eine längere Folienbahn 25 auf die eigentliche Wickelwalze
27 aufgewickelt ist. Mit ständig zunehmendem Wickeldurchmesser
der Wickelwalze 27 während des Aufwickelns der Folienbahn 25
wird dabei über eine entsprechende Nachführeinrichtung, vorzugs
weise in Form einer geeigneten Hydraulik, die an den gegenüber
liegenden Enden der Kontaktwalze vorgesehenen Träger 5, z. B.
mittels einer Rollenführung 28 oder einem damit verbundenen,
nicht näher dargestellten Trägerwagen entsprechend verfahren.
Die Pendelführung 11 mit der Pendelachse 13 wird entsprechend
mitverfahren. Da durch das Aufwickeln der Folienbahn 25 der die
Wickelwalze 27 umfassende Wickelkörper 27′ zunehmend stärker
unrund wird, mit anderen Worten also der Außenumfang der
äußersten aufgewickelten Folienbahn auf dem Wickelkörper 27′ von
einem Ideal-Kreis abweicht, muß die Kontaktwalze, d. h. der Wal
zenmantel 7, während einer Umdrehung des Wickelkörpers 27′ die
sen Abweichungen entsprechend folgen. Durch die Pendelaufhän
gung 11 kann der Walzenmantel 7 unbehindert entsprechende Aus
weichbewegungen durchführen, d. h. daß aufgrund der erwähnten
von einem idealen Zylinder abweichenden Form der Wickelkörper
27′ der Walzenmantel 7 mittels der Pendelaufhängung Querschwin
gungen um seine Längsachse von ± 5 mm, allgemein beispielsweise
sogar bis ± 6 mm oder gar ± 7 mm ausführen kann. Dazu ist ein
Kraftausgleich zum Kompensieren der Abstandsabhängigkeit der
magnetischen Kraft vorgesehen.
Anstelle der Pendelaufhängung kann aber auch eine andere Aus
weicheinrichtung für den Walzenmantel 7 vorgesehen sein, damit
dieser im wesentlichen in der durch die Zentralachse des Achs
körpers 1 und der Wickelwalze 27 gebildeten Ebene quer zu den
beiden vorstehend genannten Achsen bei Auftreten von Exzentri
zitäten bei dem aufgewickelten Folienballen-Wickelkörper unbe
hindert ausweichen kann.
Nur falls es notwendig sein sollte, kann, wie dies in Fig. 2
schematisch angedeutet ist, noch ein weiterer dort in Form eines
Pneumatik- oder Hydraulikzylinders wirkender voreinstellbarer Fe
derkraftspeicher 31 vorgesehen sein, worüber eine zusätzliche
Anpreßkraft auf den Walzenmantel 7 eingeleitet werden kann.
Trotz dieses zusätzlichen Federspeichers 31 kann über die gewähl
te Ausweicheinrichtung beispielsweise in Form der erwähnten Pen
delaufhängung 11 der Walzenmantel die entsprechenden Ausgleichs
bewegung durchführen.
Schließlich ist noch eine sensorische Abstandserfassung 33 vorge
sehen, um beim Auftreten von Unrund-Laufeigenschaften des Wickel
körpers 27′ den sich in Abhängigkeit davon stets ändernden
Abstand zwischen den Zentralachsen des Walzenmantels 7 und des
Achskörpers 1 zu messen. Eine besonders günstige Form hierzu be
steht darin, den Abstandsspalt im Bereich der Durchtrittsöffnung
15 während einer Pendelbewegung, also einer Ausweichbewegung,
des Walzenmantels 7 quer zur Achse des starren Achskörpers 1 zu
ermitteln. Die sensorische Abstandserfassung 33 ermittelt also die
Änderung der Spaltgröße in Richtung der Verbindungslinie zwi
schen der Achse des Achskörpers 1 und der Achse der Wickelwalze
27. In technischer Hinsicht sind alle möglichen Verfahren zur Ab
standserfassung geeignet, z. B. mittels Laser, Lichtschranken etc.
Hierüber können über eine nicht dargestellte Elektronik die Elek
tromagneten 17 - die in Fig. 1 hinter dem Achskörper 1 liegen
und deshalb nur strichliert dargestellt sind - entsprechend so
angesteuert werden, daß unabhängig von der Pendelbewegung des
Walzenmantels 7 dieser gleichwohl mit stets gleichbleibend vor
wählbarer Anpreßkraft längs der Kontaktlinie auf den Wickelkör
per 27′ angedrückt wird. Die erwähnten elektromagnetischen Mag
nete 17 sind dabei auf dem Achskörper 1 auf der zum Wickelkör
per 27′ gegenüberliegenden Seite vorgesehen, wo sie die entspre
chenden Anziehkräfte auf den Walzenmantel 7 und damit dessen
Anpreßkräfte in Richtung des Wickelkörpers 27′ erzeugen können.
Dabei kann die Ansteuerung für die in Längsrichtung des Achs
körpers 1 versetzt zueinander liegenden elektromagnetischen Mag
nete vorwählbar so unterschiedlich erfolgen, daß beispielsweise
die Anpreßkräfte am Rand der Folienbahn größer sind als in der
Mitte oder umgekehrt.
Schließlich können noch weitere, in Stirnseitenansicht gemäß Fig. 2
in Umfangsrichtung versetzt, d. h. oben liegende Elektro
magneten 17′ vorgesehen sein, die bei elektromagnetischer Akti
vierung Anzugskräfte in Vertikalrichtung nach oben erzeugen.
Hierdurch lassen sich Eigendurchbiegungen des Walzenmantels 7
problemlos ausgleichen.
Der Achskörper 1 kann mit großem Eigendurchmesser und damit
höchst starr ausgebildet sein, wohingegen der Walzenmantel 7 re
lativ dünnwandig und damit höchst leicht ausgestaltet sein kann.
Dadurch ergibt sich ein geringes Trägheitsmoment, mit dem Vor
teil, daß der Walzenmantel die erforderlichen Ausgleichsbewegun
gen mit geringen Beschleunigungskräften durchführen kann. Die
dadurch an sich bedingten Eigendurchbiegungen lassen sich durch
die erwähnten zusätzlichen Elektromagnete 177′ problemlos verhin
dern und ausgleichen.
Aufgrund der von der idealen Zylinderform abweichenden Wickel
ballenform wird also durch die gewählte Ausweicheinrichtung bei
spielsweise in Form der Pendelaufhängung 11 der Walzenmantel in
Querrichtung zu seinem Achskörper 1 ausgelängt, wobei in Abhän
gigkeit dieser sensorischen Abstandserfassung 33 dann die Elek
tromagnete 17 angesteuert werden und durch die entsprechende
Spannungs- und/oder Stromregelung der Magnete die notwendigen
Kräfte erzeugt werden, daß unabhängig von der Ausweichstellung
des Walzenmantels 7 stets die vorgewählten gleichbleibenden Kon
takt- und Anpreßkräfte erzeugt werden, mit der der Walzenmantel
7 beim Aufwickeln einer Folienbahn 25 auf den Wickelkörper 27′
drückt. Unabhängig von der Ausweichstellung des Walzenmantels 7
erfolgt dabei gleichbleibend der Rotationsantrieb des Walzen
mantels 7 über den Motor 14.
Schließlich kann der Achskörper 1, obwohl er starr und nicht-ro
tierend ist, grundsätzlich aber in den Trägern 5 verdrehbar ver
ankert sein. Durch die verdrehbare Aufhängung kann gewährlei
stet werden, daß durch entsprechende Drehung des Achskörpers 1
die Magnete 17 und/oder 17′ in ihre optimale Lage gebracht wer
den können.
Natürlich könnten abweichend vom gezeigten Ausführungsbeispiel
am Walzenmantel 7 ausgebildete bzw. mit ihm fest verbundene
Magnetringe vorgesehen sein, die beispielsweise mit ihrem Süd- oder
Nord-Pol nach innen auf den Achskörper 1 gerichtet sind. In
diesem Falle könnten die Elektromagneten 17 und 17′ jeweils um
180° versetzt liegend am Außenumfang des Achskörpers 1 positio
niert und dann nicht auf Anziehung, sondern auf Erzeugung eines
abstoßenden Magnetfeldes geschaltet werden, um hierüber die ent
sprechenden Anpreßkräfte bzw. Ausgleichkräfte zur Vermeidung
einer Durchbiegung des Walzenmantels 7 aufzubringen.
Anhand von Fig. 3 soll nur vom Prinzip her eine Abwandlung
insoweit gezeigt werden, bei der die verstellbare Innenabstützung
19 beispielsweise zwar auch mittels Elektromagneten 17 erfolgt,
wobei allerdings keine berührungslose direkte magnetische Anzie
hung des Walzenmantel-Körpers 7, sondern lediglich die entspre
chende Verstellung eines Verstellgliedes 34 erfolgt.
Hierzu können eine oder mehrere, in entsprechender Lage vorgese
hene Magnete 17 und 17′ vorgesehen sein, wobei die in den Mag
neten entgegen der Kraft einer Feder 37 in radialer Außenrichtung
ansteuer- und ausfahrbaren Anpreßanker 35 entsprechend dem er
mittelten Spaltabstand im Bereich der Durchtrittsöffnung 15 ange
steuert werden können. Durch die entsprechende Stromregelung
können dann auch bei diesem Ausführungsbeispiel die Magnete 17
so erregt werden, daß die jeweiligen Anpreßanker 35 entsprechend
ausgefahren und in Richtung der Innenseite des Walzenmantels 7
druckbelastet werden. Bei dieser Anordnung werden also die Aus
gleichs-Druckkräfte nicht durch Erzeugung von Zugkräften, son
dern durch Erzeugung von Druckkräften aufgebracht, weshalb in
diesem Falle die Magnete 17 mit den Anpreßankern 35 im wesentli
chen in Radialrichtung, d. h. in Richtung auf die Zentralachse
des Wickelkörpers ausgerichtet sind. Am radialen Außenende des
Anpreßankers 35 oder an der entsprechenden Innen-Kontaktstelle
des Walzenmantels 7 kann ein entsprechender Roll- oder Gleitab
schnitt vorgesehen sein.
Zur Vermeidung der Eigendurchbiegung des Walzenmantels 7 kön
nen ebenso am Achskörper 1 im wesentlichen obenliegende Elektro
magnete 17′ mit in vertikaler Radialrichtung weisenden Anpreß
ankern 35′ vorgesehen sein, die so an gesteuert werden, daß
durch die gewählte mechanische Abstützung eine Durchbiegung des
Walzenmantels 7 unterbleibt.
Natürlich können abweichend zu Fig. 3 im Querschnitt T-förmige
Abstützringe eine Verankerung von auf den Ankern 35 sitzenden
Gleitkörpern oder Rollen so erfolgen, daß abweichend zu Fig. 3
die Aufbringung der Kontakt- und Anpreßkräfte nicht in Form von
auf den Walzenmantel 7 einwirkenden Druckkräften, sondern umge
kehrt in Form von darauf einwirkenden Zugkräften aufgebracht
werden können.
Anstelle der Magnete 17 und 17′ können vergleichbare Verstell
glieder 34 auch hydraulisch und/oder pneumatisch angesteuert
werden, um darüber je nach Konstruktionsprinzip die notwendigen
Druck- und/oder Zugkräfte zu erzeugen und auf den Walzenmantel
7 einzuleiten.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel umfaßt die verstellbare Innen
abstützung 19 im wesentlichen längs einer Höhenlinie am Achskör
per 1 liegende Magnete 17 oder Verstellglieder 34. Natürlich
können auch in Umfangsrichtung noch weitere Magnete 17 oder an
dere Verstellglieder 34 vorgesehen sein, deren erzeugte Kraftkom
ponenten sich so überlagern, daß im wesentlichen in Radialrich
tung auf den Wickelkörper 27′ radial zulaufende Kontakt- und An
preßkräfte erzeugt werden.
Abschließend wird angemerkt, daß die im Achskörper 1 gegebe
nenfalls einschließlich der Achskörper-Enden 1′ integriert unter
gebrachten elektrischen, hydraulischen und/oder pneumatischen
Leitungen in den Zeichnungen nicht näher dargestellt sind. Diese
können problemlos an den Stirnseiten des Achskörpers 1 herausge
führt oder beispielsweise auch im oder am Träger 5 mitverankert
und darüber mitgeführt werden.
Claims (20)
1. Kontaktwalze, insbesondere für Kunststoffolien-Reckanlagen, mit
einem starren, nicht-rotierenden Achskörper (1) und einem demge
genüber rotierenden und den Achskörper (1) im Inneren aufneh
menden Walzenmantel (7), dadurch gekennzeichnet, daß die Längs
achse des rotierenden Walzenmantels (7) mit Querkomponente quer
zur Längsachse des Achskörpers (1) relativ verstellbar ist, und
daß zwischen dem Achskörper (1) und dem rotierenden Walzenman
tel (7) eine zwischen beiden wirkende verstellbare Innenabstüt
zung (19) vorgesehen ist, worüber zwischen der Achse des Wal
zenmantels (7) und der Achse des Achskörpers (1) entsprechende,
auf den Walzenmantel (7) in Kontaktrichtung wirkende Vorspann
kräfte erzeugbar sind.
2. Kontaktwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stärke der Vorspannkräfte von den Maßen des Querversatzes
zwischen dem Walzenmantel (7) und dem Achskörper (1) abhängt.
3. Kontaktwalze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß an verschiedenen Stellen in Axialrichtung des Walzenmantels
(7) vorwählbar unterschiedlich große, auf ihn wirkende Vorspann
kräfte erzeugbar sind.
4. Kontaktwalze nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß die verstellbare Innenabstützung (19) magnetisch, hy
draulisch, piezoresistiv und/oder pneumatisch wirkt und vorzugs
weise entsprechend wirkende Stellglieder (34) umfaßt.
5. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Walzenmantel (7) in seinen gegenüberlie
genden Walzenendabschnitten mittels eines Lagers (10) in einer
einen Querversatz quer zur Axiallage des Achskörpers (1) erlau
benden Ausweicheinrichtung (11) gelagert ist.
6. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die sensorische Abstandserfassung (33) zur Er
mittlung des Abstandes zwischen dem Walzenmantel (7) und dem
Achskörper (1) in den gegenüberliegenden Walzenmantel-Endab
schnitten vorgesehen ist und vorzugsweise zwischen dem Umfangs
mantel des Achskörpers (1) einerseits und der Innenseite des
Walzenmantels (7), dessen Lagerflansch (9) bzw. dem Lager (10)
selbst oder einem Halteabschnitt oder -flansch (11′) der Aus
weicheinrichtung (11) andererseits wirksam ist.
7. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß an den gegenüberliegenden Stirnseiten des Wal
zenmantels (7) vorzugsweise im Bereich des Lagers (10) eine mit
dem Walzenmantel (7), dem Lager (10) bzw. einem das Lager tra
genden Abstützflansch (11′) gebildete Durchtrittsöffnung (15)
vorgesehen ist, die von einem Ende des Achskörpers (1) unter
Bildung eines vorzugsweise ringförmigen Abstandsspaltes durch
setzt wird.
8. Kontaktwalze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich der Durchtrittsöffnung (15) die sensorische Abstandser
fassung (33) vorgesehen ist.
9. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die sensorische Abstandserfassung (33) in Aus
weichrichtung der Ausweicheinrichtung (11) im wesentlichen in
Radialrichtung senkrecht zur Kontaktfläche bzw. -linie des Wal
zenmantels (7) erfolgt.
10. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß mittels der verstellbaren Inneneinrichtung (19)
auf den Walzenmantel (7) einwirkende Zugkräfte erzeugbar sind.
11. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß mittels der verstellbaren Inneneinrichtung (19)
auf den Walzenmantel (7) einwirkende Druckkräfte erzeugbar sind.
12. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch ge
kennzeichnet, daß die mittels der verstellbaren Innenabstützung
(19) erzeugbaren Zug- und/oder Druckkräfte im wesentlichen in
Richtung der Kontaktfläche bzw. Kontaktlinie des Achskörpers (1)
gerichtet sind.
13. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch ge
kennzeichnet, daß mit der verstellbaren Innenabstützung (19)
bzw. den gegebenenfalls vorgesehenen zugehörigen Stellgliedern
(34) im wesentlichen in Vertikalrichtung wirkende Vorspann-
Druck- und/oder -Zugkräfte zum Ausgleich der Eigendurchbiegung
des Walzenmantels (7) erzeugbar sind.
14. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß die verstellbare Innenabstützung (19) in Axial
richtung des Achskörpers (1) versetzt liegende Elektromagneten
(17, 17′) umfaßt, die mit dem magnetisierbaren Walzenmantel (7)
unter Erzeugung von Zugkräften zusammenwirken.
15. Kontaktwalze nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stromregelung für die Elektromagneten (17) in Abhängigkeit
der sensorischen Abstandserfassung (33) im Hinblick auf einen
Querversatz des Walzenmantels (7) relativ zu dessen starrem Achs
körper (1) durchführbar ist.
16. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß die verstellbare Innenabstützung (19) Stell
glieder (34) vorzugsweise in Form eines magnetisch betätigbaren
Anpreßankers (35) umfaßt, die walzenmantelseitig mit diesem über
ein Gleit- oder Wälzlager zusammenwirken.
17. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch ge
kennzeichnet, daß insbesondere bei Verwendung als Anpreßwalze
für eine Wickelwalze (27) bzw. Wickelkörper (27′) der Achskörper
(1) wie auch der Walzenmantel (7) mit dessen Ausweicheinrichtung
(11) an einem gemeinsamen Träger (5) bzw. Trägerwagen verfahr
bar gehalten sind.
18. Kontaktwalze nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausweicheinrichtung (11) eine Pendelaufhängung für den Walz
mantel (7) umfaßt.
19. Kontaktwalze nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausweicheinrichtung (11) für den Walzenmantel (7) eine linear
verfahrbare Verstelleinrichtung aufweist.
20. Kontaktwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Achskörper (1) in Umfangsrichtung verdreh- und
in unterschiedlichen Verdrehlagen justierbar ist.
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