DE4113038A1 - Gymnastik- und therapievorrichtung insbesondere zum entlasten der wirbelsaeule - Google Patents
Gymnastik- und therapievorrichtung insbesondere zum entlasten der wirbelsaeuleInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist eine Gymnastik- und
Therapievorrichtung, insbesondere zum Entlasten der
Wirbelsäule mit einer zur Horizontalen in variablen
Neigungswinkeln fixierbaren Liegefläche, die am
Fußende mit einer Haltevorrichtung zum Festlegen der
Füße eines Probanden ausgestattet ist.
Bei der Therapie von Bandscheibendefekten, insbe
sondere zur Behandlung von in den Zwischenwirbel
räumen eingeklemmten Bandscheiben oder Nerven so
wie zur Schmerzbehandlung bei der mechanisch über
beanspruchten Wirbelsäule finden Gymnastik- und
Therapievorrichtungen der eingangs genannten Art
ebenso Verwendung wie zur Regeneration der Wirbel
säule und bestimmter Muskelpartien, wie sie bei
starker Beanspruchung im Sport auftreten. Darüber
hinaus fördert der bestimmungsgemäße Gebrauch der
artiger Einrichtungen die Durchblutung und die Har
monisierung der Stoffwechselfunktionen.
Zur Behandlung ist die Liegefläche, auf der sich an
den Füßen festgelegt, ein Proband in gestreckter
Haltung befindet, so zur Horizontalen geneigt, daß
bei einer abwärts gerichteten Kopflage die ge
wünschte Entlastung der Wirbelsäule, insbesondere
der Bandscheiben eintritt. Durch das eigene Körper
gewicht erfolgt in dieser Hängelage abhängig vom
Neigungswinkel eine Dehnung der Wirbelsäule ebenso
wie der Knie- und Hüftgelenke. Dabei erweitern sich
die Zwischenwirbelräume und die beispielsweise ein
geklemmte Bandscheibe wird in die Normallage ge
bracht.
Eine Gymnastik- und Therapievorrichtung nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der DE 28 03 404
bekannt, bei der die Liegefläche beidseits an
jeweils ein Gestell etwa in ihrer Mitte drehbar ge
lagert ist, und die Liegefläche mittels teilring
förmig um die Lager gebogene Handläufe gegen die
Horizontale in Winkeln von etwa 20°, 40°, 60° und
85° arretiert werden kann.
Für den therapeutischen Erfolg in Form der Linde
rung der Schmerzen in der Wirbelsäule oder gar ih
rer Schmerzfreiheit ist von entscheidender Bedeu
tung, daß ein häufiges, bevorzugt mehrmaliges Aus
hängen pro Tag vorgenommen wird. Weniger aus Ko
stengründen - die Krankenkasse bezahlt eine solche
Therapie - jedoch aus praktischen Gründen wie Ar
beitsausfall, Zeitaufwand für den Weg zur Praxis
und evtl. Fahrtkosten, ist es dem Patienten in der
Regel nicht möglich, mehrmals am Tag den Arzt oder
Krankengymnasten zur Vornahme der Übungen aufzusu
chen.
Die Anschaffung und das Aufstellen einer entspre
chenden Therapievorrichtung in Privatwohnungen
könnte hier zwar Abhilfe schaffen, verbietet sich
in aller Regel jedoch aufgrund des durch die sper
rigen Abmessungen bedingten erheblichen Raumbedarfs
bisher bekannter Therapievorrichtungen, die ent
scheidend vom Gestell, auf dem die Liegefläche ge
lagert ist, bestimmt wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
eine diesen Nachteil vermeidende Gymnastik- und
Therapievorrichtung zur Extension des Körpers, ins
besondere zum Entlasten der zwischen den Wirbelkör
pern befindlichen Bandscheiben zu schaffen, die
einen minimalen eigenen Platzbedarf erfordert.
Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch,
daß die Liegefläche an ihrem Fußende in zwei zuein
ander parallel verlaufenden Führungsschienen ver
schieblich gelagert ist, die mindestens eine, den
Neigungswinkel der Liegefläche festlegende Arre
tiervorrichtung und ihrer vertikalen Fixierung an
der Wand dienende Montagevorrichtungen aufweisen.
Die Einstellung des Neigungswinkels erfolgt durch
Heben oder Senken des Fußendes der Liegefläche, die
bei Erreichen der erwünschten Neigung an einer oder
beiden Führungsschienen arretiert wird, die paral
lel verlaufend annähernd vertikal an einer Wand fi
xiert sind. Dies erfolgt beispielsweise mittels an
den Schienen befestigten, mit Bohrungen versehenen
Platten, die mit Schrauben an der Wand festgelegt
werden. Nach Beendigung der heilgymnastischen Übun
gen wird die Liegefläche in vertikaler Ausrichtung
zwischen den Führungsschienen festgelegt. In diesem
Ruhezustand, dem ein Neigungswinkel von etwa 90°
entspricht, beansprucht die Einrichtung nur eine
sehr geringe horizontale Lagerfläche, die ihre Un
terbringung selbst in normalen Wohnungsgängen er
laubt.
Ein Rahmen, der im Ruhezustand die Liegefläche um
gibt und in dem die parallel verlaufenden Führungs
schienen integriert sind, erleichtert die vertikale
Montage der Einrichtung an der Wand erheblich. Wei
terhin wird die Stabilität der gesamten Einrichtung
verbessert.
Beim Verändern des Neigungswinkels durch vertikales
Verschieben des Fußendes der Liege entlang der
Schiene muß das der Führungsschiene gegenüberlie
gende Ende der Liege horizontal über den Boden ge
führt werden. Um eine leichte Verschiebbarkeit und
damit auch Verstellbarkeit des Neigungswinkels zu
erzielen, ist an diesem Ende eine Rolle bzw. sind
Rollen oder Räder von Vorteil.
Zur Verbesserung der Handhabbarkeit wird vorge
schlagen, am Fußende der Liegefläche eine annähernd
parallel zu den Führungsschienen wirkende Verstell
einrichtung anzubringen. Diese manuell oder moto
risch betriebene Verstellung der Schräglage erlaubt
es, vom Probanden selbsttätig gesteuert aus der ho
rizontalen Lage der Liege, in der die Füße problem
los in der vorgesehenen Halteeinrichtung festgelegt
werden können, in die bevorzugte Schräglage zu ge
langen. Auf diese Weise kann sich der Proband
selbsttätig sogar in die therapeutisch äußerst wir
kungsvolle Steillage, d. h.in einen Neigungswinkel
von etwa 85°, bringen.
Eine empfehlenswerte bauliche Lösung, die sowohl
als Verstell- als auch Arretiervorrichtung dient,
ist ein Spindeltrieb, mit welcher die Liegefläche
stirnseitig in Verbindung steht. Bei abgeschaltetem
Antrieb ist das Fußende in seiner Position arre
tiert. Die Art und Weise des verwendeten Antriebes
stehen hierbei grundsätzlich frei.
Mitunter ist die Verwendung der Liegefläche als
normale Liege, d. h. in horizontaler Ausrichtung er
wünscht. Dann empfiehlt sich die Anbringung einer
nach unten ausklappbaren Stütze an der Liegefläche.
Bei Unterstützung im mittleren Bereich, also in der
Nähe des Schwerpunktes, minimiert sich das durch
die Arretiervorrichtung aufzunehmende Kippmoment.
Die horizontale Lage wird durch Verschiebung ent
lang der Führungsschienen bei ausgeklappter Stütze
angenommen.
Die bevorzugte Ausführungsform der Verstelleinrich
tung ist ein Flaschenzug, der kostengünstig zur
Verfügung steht und keinen zusätzlichen Installati
onsaufwand bei der Montage der Therapievorrichtung
erfordert. Der Patient bringt sich durch Ziehen an
der Zugschnur, durch die das Fußende der Liegeflä
che angehoben wird, in die gewünschte Neigung.
Durch Wahl einer entsprechenden Rollenkombination
läßt sich der Kraftaufwand den individuellen Erfor
dernissen des Patienten entsprechend einrichten. Um
ein entspanntes Liegen in geneigtem Zustand zu er
möglichen, ist ungefähr mittig an der Liegefläche
eine Arretiervorrichtung für das Zugseil vorzuse
hen, die der Patient auch bei Schräglage problemlos
erreichen und bedienen kann. Insgesamt liegt eine
Therapievorrichtung vor, die in der Ruhestellung
nur eine extrem geringe horizontale Fläche benö
tigt, preisgünstig in der Herstellung ist und alle
therapeutischen Maßnahmen der Körperextension zu
läßt, insbesondere die Hängelage bei einem Nei
gungswinkel der Liegefläche von etwa 85°.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Zeich
nungen dargestellt und im folgenden näher erläu
tert. Es zeigen:
Fig. 1 die Vorderansicht einer Gymnastik- und
Therapievorrichtung mit einer Liege
flächenneigung von 60°
Fig. 2 die Seitenansicht einer Gymnastik- und
Therapievorrichtung mit einer Liege
flächenneigung von 60°
Fig. 3 die Seitenansicht einer Gymnastik- und
Therapievorrichtung in Ruhestellung
Fig. 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Gymna
stik- und Therapievorrichtung, deren Liegefläche
(1) in einem Winkel von 60° zur Horizontalen ge
neigt ist. Die am Fußende mittels Führungsbolzen
(2, 3) in den Führungsschienen (4, 5) verschieb
lich gelagerte Liegefläche (1) wird an ihrem kopf
seitigen Ende mittels Rädern (6, 7) bei Heben bzw.,
Senken des Fußendes horizontal über den Boden ge
führt. Die Neigungsverstellung erfolgt mit dem Fla
schenzug (8), der über das Zugseil (10) vom Patien
ten selbst betätigt wird. Um ein entspanntes Lie
gen des Patienten zu gewährleisten, ist das Zugseil
(10) an einer Zugseilarretierung (16), die vom lie
genden Patienten auch in stark geneigter Stellung
bequem erreichbar ist, zu fixieren. Mit der Halte
vorrichtung (15) werden die Füße des Patienten be
vorzugt in horizontaler Lage der Liegefläche (1) so
gelegt, daß die Person auch bei Steilhanglagen mit
Neigungswinkel bis zu 85°, bei denen nahezu das ge
samte Körpergewicht der Patienten auf die Füße und
damit auf die Haltevorrichtung (15) übertragen
wird, schmerzfrei und sicher gehalten wird. Insbe
sondere in der Steilhanglage weist die heilgymna
stische Übung hinsichtlich der Extension der Wir
belsäule als auch der Durchblutungssteigerung und
Harmonisierung der Stoffwechselfunktionen die
höchste Effizienz auf. Nach Beendigung der heilgym
nastischen Übungen läßt der Patient, verursacht
durch sein eigenes Körpergewicht und gesteuert vom
Zugseil (10) das Fußende der Liege (1) in die hori
zontale Position absinken.
Die vertikale Fixierung der Führungsschienen an der
Wand erfolgt mittels Platten mit Bohrungen (11, 12,
13, 14). Diese sind an Führungschienen (4, 5) paar
weise in etwa gleichem Abstand an diesen befestigt.
Die Fixierung der Platten mit Bohrungen (11, 12,
13, 14) erfolgt mit Schrauben, die mittels Dübeln
(19, 20, 17, 18) in der Wand fixiert werden.
In der Ruhestellung, d. h. in der vertikalen Lage
der Liegefläche gemäß Fig. 3 läßt sich der geringe
horizontale Flächenbedarf beim Aufbewahren der The
rapievorrichtung erkennen. In der Ruhelage der Hal
tevorrichtung (15a), die durch gestrichelte Kontu
ren auf der Zeichnung verdeutlicht ist, errechnet
sich bei einer Breite von etwa 0,7 m der Therapie
vorrichtung und einer Tiefe von 0,3 m ein horizon
taler Flächenbedarf von etwa 0,2 qm.
Claims (8)
1. Gymnastik- und Therapievorrichtung insbesondere
zum Entlasten der Wirbelsäule mit einer zur Hori
zontalen in variablen Neigungswinkeln fixierbaren
Liegefläche (1), die am Fußende mit einer Haltevor
richtung (15) zum Festlegen der Füße eines Proban
den ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Liegefläche (1) an ihrem Fußende in zwei zuein
ander parallel verlaufenden Führungsschienen (4, 5)
verschieblich gelagert ist, die mindestens eine den
Neigungswinkel der Liegefläche (1) festlegende Ar
retiervorrichtung und ihrer vertikalen Fixierung an
der Wand dienende Montagevorrichtungen aufweisen.
2. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschienen
(3, 4) Bestandteile eines um die Liegefläche (1)
anordenbaren Rahmens sind.
3. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß am dem Fußende
gegenüberliegenden Ende der Liegefläche (1) eine
Rolle(n) oder Räder (6, 7) mit zumindest annähernd
parallel zu der von den Führungsschienen (3, 4)
aufgespannten Ebene verlaufender(n) Drehachse(n)
befestigt ist (sind).
4. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Fußende der
Liegefläche eine annähernd parallel zu den Füh
rungsschienen (3, 4) wirkende Verstelleinrichtung
angreift.
5. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstell- und
Arretiervorrichtung ein mit der Liegefläche (1) in
Verbindung stehender Spindeltrieb ist.
6. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
etwa im mittleren Bereich der Liegefläche (1) eine
nach unten ausklappbare Stütze angeordnet ist.
7. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrich
tung aus einem Flaschenzug (8) besteht, der an ei
nem etwa vertikal zu den Führungsschienen verlau
fenden Querstab (9) des Rahmens befestigt ist.
8. Gymnastik- und Therapievorrichtung nach Anspruch
7, dadurch gekennzeichnet, daß an der Liegefläche
(1) ungefähr mittig eine das Zugseil des Flaschen
zuges festlegende Arretierung angebracht ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914113038 DE4113038A1 (de) | 1991-04-20 | 1991-04-20 | Gymnastik- und therapievorrichtung insbesondere zum entlasten der wirbelsaeule |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19914113038 DE4113038A1 (de) | 1991-04-20 | 1991-04-20 | Gymnastik- und therapievorrichtung insbesondere zum entlasten der wirbelsaeule |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4113038A1 true DE4113038A1 (de) | 1992-10-22 |
Family
ID=6430069
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914113038 Withdrawn DE4113038A1 (de) | 1991-04-20 | 1991-04-20 | Gymnastik- und therapievorrichtung insbesondere zum entlasten der wirbelsaeule |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4113038A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE29914969U1 (de) | 1999-08-26 | 2000-03-23 | Ertl, Alfred, 85391 Allershausen | Vorrichtung zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen |
| DE19934887C1 (de) * | 1999-07-24 | 2001-06-13 | Hillen & Zuell Gmbh | Streckvorrichtung |
| WO2001072257A1 (en) * | 2000-03-31 | 2001-10-04 | Vyacheslav Evminov | 'erminov's preventer' training device principally used for backbone treatment and a method for preventing and treating deformations and degenerative diseases of the backbone |
| WO2005117798A3 (de) * | 2004-05-27 | 2006-02-09 | Joerg Janzer | Liege |
-
1991
- 1991-04-20 DE DE19914113038 patent/DE4113038A1/de not_active Withdrawn
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| RU2242207C2 (ru) * | 2000-03-31 | 2004-12-20 | Вячеслав Евминов | Тренировочное устройство, преимущественно для позвоночного столба "профилактор евминова" и способ профилактики и лечения деформаций и дегенеративных заболеваний позвоночника |
| WO2005117798A3 (de) * | 2004-05-27 | 2006-02-09 | Joerg Janzer | Liege |
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