DE4110600C2 - Elektrode für einen Vakuum-Leistungsschalter - Google Patents
Elektrode für einen Vakuum-LeistungsschalterInfo
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- DE4110600C2 DE4110600C2 DE4110600A DE4110600A DE4110600C2 DE 4110600 C2 DE4110600 C2 DE 4110600C2 DE 4110600 A DE4110600 A DE 4110600A DE 4110600 A DE4110600 A DE 4110600A DE 4110600 C2 DE4110600 C2 DE 4110600C2
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Description
Die Erfindung betrifft eine Elektrode für einen Vakuum-Lei
stungsschalter. Ein derartiger Schalter soll ausgezeichnete
Eigenschaften beim Unterbrechen hoher elektrischer Ströme
haben und er soll in zufriedenstellender Weise spannungsfest
sein.
Eine Elektrode für einen Vakuum-Leistungsschalter muß folgen
de Eigenschaften aufweisen:
- (1) großes Schaltvermögen
- (2) hohe Stehspannung (Durchschlagfestigkeit)
- (3) kleiner Kontaktwiderstand (ausgezeichnetes elektrisches Leitvermögen)
- (4) Verhinderung von Schweißstellen
- (5) geringe Abnutzung der Kontaktstellen
- (6) geringer Schaltstrom (chopping current)
Da es schwierig ist, alle vorstehend angegebenen Eigen
schaftsanforderungen gleichzeitig zu erfüllen, wurden bisher
Elektroden verwendet, die nur den notwendigen Eigenschaftsan
forderungen genügen, während die anderen Eigenschaften ver
nachlässigt wurden.
Bisher wurden verschiedene Materialien wie Cu-Bi, Cu-Pb Cu-
Co-Bi Cu-Co-Pb, Cu-Cr-Bi Cu-Cr-Pb zum Herstellen von Elek
troden für Vakuum-Leistungsschalter beschrieben. Da all die
se Elektrodenmaterialien jeweils niedrigschmelzende Metalle
enthalten, verflüchtigen sich Blei oder Wismut und verdamp
fen bei wiederholtem Unterbrechen hoher elektrischer Ströme
wodurch die Stromschalteigenschaften und das Widerstandsver
mögen gegen Verschweißen erheblich verbessert werden. Jedoch
verschlechtert sich die Stehspannung und/oder die Schalt
eigenschaft. Dementsprechend kann keines der oben angegebe
nen Materialien verwendet werden, um einen Strom bei hoher
Spannung zu unterbrechen.
Als Material zum Herstellen einer Elektrode zum Unterbrechen
größer Ströme bei hoher Spannung wurden im wesentlichen Cu-
Cr-Materialien angegeben und trotz ihrer verschlechterten
Eigenschaften in bezug auf Verschweißungs-Standfestigkeit
oder Stromschalteigenschaften im Vergleich zu Elektroden mit
niedrigschmelzenden Metallen verwendet. Materialien dieses
Typs haben das Problem, daß es nicht einfach ist, gleichmä
ßige Eigenschaften zu erhalten, was vom Verfahren zum Her
stellen des Elektrodenmaterials oder von einer Entladung von
Gas vom Elektrodenmaterial während des
Stromunterbrechungsbetriebs herrührt. Noch schlimmer ist,
daß eine Begrenzung in den Stromunterbrechungseigenschaften
vorliegt. Demgemäß wurde die Form der Elektrode so ausge
staltet, daß ein elektrischer Strom in gewünschter Weise
entlang der Oberfläche der Elektrode fließt. Als Folge des
sen wird ein magnetisches Feld so erzeugt, daß es einen gro
ßen Bogenstrom unterbricht, wodurch die Stromunterbrechungs
eigenschaften verbessert wurden. Darüber hinaus wurden an
dere Elektrodenmaterialien angegeben und in der Praxis ver
wendet, die im wesentlichen Cu und Cr als Hauptkomponenten
enthalten und in solcher Weise hergestellt werden, daß Co,
Ta, Tip W, FeV oder dergleichen als dritte Elemente hinzuge
fügt werden.
Es bestand jedoch der Wunsch, Vakuum-Leistungsschalter für
noch höhere Spannungen und/oder mit kleineren Abmessungen zur
Verfügung zu haben. Jedoch ist es mit den herkömmlichen Elek
trodenmaterialien nicht in zufriedenstellender Weise möglich,
diese Wünsche zu befriedigen. Es bestand daher der Wunsch
nach verbesserten Materialien.
Aus der DE 26 02 579 A1 ist ein Elektrodenmaterial für einen
Vakuumleistungsschalter bekannt, das aus einer Chrom-Kupfer-
Legierung mit einem Zusatz von u. a. Vanadium besteht.
In der EP 01 09 088 B1 ist ferner ein Elektrodenmaterial für
einen Vakuumleistungsschalter beschrieben, das eine Chrom-
Kupfer-Niob-Legierung mit bis zu 35 Gew.-% Chrom und bis zu
40 Gew.-% Niob enthält. Diese Legierung weist eine verbes
serte Stehspannung auf. Weiterhin ist in der EP 01 09 088 B1
jedoch erläutert, daß bei einem Chromgehalt von 40 Gew.-% und
mehr sich die Eigenschaften des Elektrodenmaterials stark
verschlechtern.
Dementsprechend ist es eine Aufgabe der Erfindung, die vor
stehend beschriebenen Probleme zu überwinden, wie sie bei der
herkömmlichen Technik auftreten, und eine Elektrode für einen
Vakuumleistungsschalter anzugeben, die dazu in der Lage ist,
einen großen Strom zu unterbrechen und die dabei ausgezeich
nete Stehspannungseigenschaften aufweist und über gleichmä
ßige Unterbrechungseigenschaften verfügt.
Diese Aufgabe wird durch eine Elektrode für einen Vakuum-Lei
stungsschalter, umfassend Nb und/oder V, in einer Gesamtmenge
von 0,1 bis 22,5 Gew.-%, mindestens 40 Gew.-% Cr, und minde
stens 10 Gew.-% Cu gelöst.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Elektrode sind Nb
und/oder V in einer Gesamtmenge von 0,5 bis 22,5 Gew.-%, und
ein Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesen Rest -55 bis 60
Gew.-% Cr enthalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Elek
trode sind Nb und/oder V in einer Gesamtmenge von 1,5 bis
22,5 Gew.-%, und ein Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesen
Rest -60 bis 70 Gew.-% Cr enthalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Elek
trode sind Nb und/oder V in einer Gesamtmenge von 5 bis 22,5
Gew.-%, und einen Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesen Rest
-70 bis 80 Gew.-% Cr enthalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Elek
trode sind zusätzlich bis zu 15 Gew.-% Bi, Pb, Te, Sb, Tl,
Se, Ce, Ca, Ag enthalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Elek
trode beträgt der Anteil von Nb und/oder V kleiner oder
gleich 10 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 7 Gew.-%.
Bei einer erfindungsgemäßen Elektrode sind Chrom, Kupfer,
Niob und Vanadium jeweils als reine Metalle oder Legierungen
verteilt. Darüber hinaus werden Niob und Vanadium dem Chrom
und Kupfer in solchen Mengen hinzugefügt, die eine Grenze
überschreiten, die der Menge entspricht, die in einer festen
Lösung vorhanden sein kann, so daß sie als niobreiche Phase,
vanadiumreiche Phase, Cr-Nb-Legierungsphase, Cr-V-Legierungs
phase oder Nb-V-Legierungsphase ausgefällt werden.
Ein solches Elektrodenmaterial kann mit Hilfe eines Vakuum
schmelzverfahrens, eines Metallpulversinterverfahrens oder ei
nes Infiltrationsverfahrens (Auflagetränkungsverfahren) her
gestellt werden. Darüber hinaus kann ein deutlicher Effekt
erzielt werden, wenn hohe Drücke oder hohe Temperaturen ange
wendet werden, wie HP (Hot Pressing = Heißpressen), CIP (Cold
Isostatic Pressing = isostatisches Druckverfahren bei niede
rer Temperatur) oder HIP (Hot Isostatic Pressing = isostati
sches Druckverfahren bei hoher Temperatur), nachdem der Me
tallpulversinterprozeß oder der Infiltrierprozeß abgeschlos
sen wurden. Darüber hinaus kann das erfindungsgemäße Elektro
denmaterial durch ein Plasmasprühverfahren hergestellt wer
den.
Wenn Chrom mit 20% oder mehr vorhanden ist, wird ein Skelett
durch Sintern eines gemischten Pulvers mit Vanadium herge
stellt und dann das poröse Skelett mit Kupfer infiltriert.
Bisher existierte keine Elektrode, die gleichzeitig in zu
friedenstellender Weise hohe Stehspannung, gute Unterbre
chungseigenschaft für hohe Ströme und geringe Spannungsstop
charakteristik aufwies. Gemäß der Erfindung können Charakte
ristiken jedoch in einem weiten Bereich eingestellt werden,
wenn das Verhältnis von Kupfer, Chrom, Vanadium und Niob ge
eignet gewählt wird.
Beim Stand der Technik kann sich die Oberfläche der herkömm
lichen Cu-Cr-Elektrode durch wiederholtes Auftreten der
Hitze des unterbrechenden Bogens aufrauhen, was auf den
niedrigen Schmelzpunkt von Kupfer zurückzuführen ist, das
die Hauptkomponente des herkömmlichen Cu-Cr-Elektrodenmate
rials ist. Daher entstehen unerwünschte, undefinierte Vor
sprünge, die zu einer Konzentration elektrischer Felder füh
ren. Infolgedessen verringert sich die Stehspannung beim
Stand der Technik.
Elektrodenmaterialien, bei denen Vanadium eine feste Lösung
in Kupfer bildet, weist einen Schmelzpunkt auf, der um das
1,5-fache höher ist als der von Kupfer. Darüber hinaus ist
die Leitfähigkeit von Vanadium und/oder Niob selbst dann
nicht erheblich verschlechtert, wenn Vanadium und/oder Niob
eine feste Lösung mit Kupfer bildet. Infolgedessen kann ein
Schmelzen eines Kontaktes aufgrund der Bogenhitze verhindert
werden, und es tritt keine aufgerauhte Oberfläche am Kontakt
auf (der Oberfläche, an der zwei Elektroden in Kontakt mit
einander kommen). Daher kann eine glatte Oberfläche immer
aufrechterhalten werden. Dies führt zum Verringern der Er
zeugung von Vorsprüngen, die der Grund für die Konzentration
elektrischer Felder sind. Infolgedessen kann die Unterbre
chungseigenschaft verbessert werden. Eine erfindungsgemäße
Elektrode weist daher zufriedenstellende Un
terbrechungseigenschaften für hohe Ströme auf, die das 1,8-fache
im Vergleich zu denen eines herkömmlichen Cr-Cu-Elek
trodenmaterials sind. Da das hinzugefügte Vanadium ausge
zeichnete elektrische Leitfähigkeit aufweist, werden darüber
hinaus zufriedenstellende Isolationswiederherstelleigen
schaften und ausgezeichnete Wirkung beim Unterbrechen hoher
Ströme erzielt.
Elementares Vanadium mit einer Menge, die die Grenze über
schreitet, mit der es in einer festen Lösung enthalten sein
kann, wird, ähnlich wie gleichzeitig hinzugeführtes elemen
tares Chrom, in der Kupfermatrix ausgefällt. Das ausgefällte
elementare Vanadium wird als vanadiumreiche Phase aufgrund
der Ausfällung verteilt oder als Cr-V-Legierungsphase und
Cu-Cr-V-Legierungsphase. Die vanadiumreiche Phase, die Cr-V-
Legierungsphase und die Cu-Cr-V-Legierungsphase, die auf
solche Weise in der vorstehend beschriebenen Matrix ausge
fällt werden, sind dazu in der Lage, mit der chromreichen
Phase zu koexistieren, die individuell ausgefällt wurde. In
folge der Wechselwirkung zwischen diesen, werden die Steh
spannungseigenschaften verbessert.
Wenn das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial dadurch herge
stellt wird, daß Vanadium oder sowohl Vanadium wie auch Niob
hinzugefügt wird, werden im wesentlichen gleichmäßige Eigen
schaften in bezug auf das Unterbrechen großer Ströme und in
bezug auf die Stehspannung erhalten. Daher zeigt das erfin
dungsgemäße Elektrodenmaterial stabilere Eigenschaften als
das herkömmliche Cu-Cr-Elektrodenmaterial.
Ein zufriedenstellender Effekt wird dann nicht erhalten, wenn
der Anteil und Vanadium und Niob weniger als 0,1% ist. Vor
zugsweise werden Vanadium und Niob mit 0,5 bis 10% zugegeben,
am besten mit 3 bis 7%. Das Elektrodenmaterial, in dem Niob
und Vanadium feste
Lösungen in Kupfer bilden, weist einen Schmelzpunkt auf, der
um das 1,5-fache höher ist als der von Kupfer. Darüber hin
aus wird die Leitfähigkeit von Niob und Vanadium nicht er
heblich verschlechtert wenn sie feste Lösungen in Kupfer
bilden. Infolgedessen kann ein Verschweigen an der Kontakt
stelle aufgrund der Bogenhitze vermieden werden, und es
tritt keine aufgerauhte Kontaktfläche auf. Daher wird die
Erzeugung von Vorsprüngen, die zur Konzentration elektri
scher Felder führen, verringert. Infolgedessen können die
Unterbrechungseigenschaften verbessert werden.
Wenn Niob und Vanadium zugegeben werden und dies mit Mengen
erfolgt, die größer sind als die Menge, die in einer festen
Lösung aufgenommen werden kann, erfolgt ähnlich wie beim
gleichzeitig zugegebenen Bestandteil Chrom ein Ausfällen in
der Kupfermatrix. Die ausgefällten Elemente Niob und Vana
dium werden als niobreiche bzw. vanadiumreiche Phase ver
teilt, oder sie sind als Cr-Nb-Legierungsphase, Cr-V-Legie
rungsphase und Nb-V-Legierungsphase vorhanden. Die niobrei
che Phase und die vanadiumreiche Phase, die Cr-Nb-Legie
rungsphase, die Cr-V-Legierungsphase und die Nb-V-Legie
rungsphase, die auf diese Weise in der oben angegebenen Ma
trix ausgefällt wurden, können miteinander koexistieren. In
folge ihrer Wechselwirkung kann die Stehspannung verbessert
werden.
Wenn das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial
Vanadium oder Vanadium und Niob enthält,
können im wesentlichen gleichmäßige Stehspannungs
eigenschaften und Unterbrechungseigenschaften für große
Ströme erzielt werden. Daher zeigt das erfindungsgemäße
Elektrodenmaterial stabilere Eigenschaften, als sie mit dem
herkömmlichen Cu-Cr-Elektrodenmaterial erzielbar sind.
Wenn sowohl Vanadium wie auch Niob zügegeben werden, erfolgt
dies mit 22,5 Gew.-% oder weniger, um die Stehspannung und die
Unterbrechungseigenschaften für hohe Ströme zu verbessern.
Wenn mehr als 22,5 Gew.-% zugegeben werden, wird die elektri
sche Leitfähigkeit verringert, was dazu führt, daß sich die
Eigenschaften der Elektrode verschlechtern. Der Grund, wes
wegen Vanadium und Niob mit mehr als insgesamt 22,5 Gew.-% die
Eigenschaften verschlechtern, liegt darin, daß die Oberflä
che nichtleitend wird, wenn die zwei Elektroden miteinander
kontaktieren. Darüber hinaus wird ein zufriedenstellender
Effekt dann nicht erzielt, wenn weniger als 0,1% zugegeben
werden. Vorzugsweise werden Vanadium und Niob mit 0,5 bis
10% zugegeben, am besten mit 3 bis 7%.
Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung
gehen aus der folgenden Beschreibung, die sich teilweise auf
Figuren stützt, näher hervor.
Fig. 1 ist ein Querschnitt, der einen Vakuum-Leistungsschal
ter zeigt, der einem Test für Unterbrechungseigenschaften
unterzogen werden soll;
Fig. 2 ist die Photographie einer Metallstruktur einer Cu-Cr-V-
Legierung, die durch Sintern und ein Kupferinfiltrierverfah
ren hergestellt wurde;
Fig. 3 ist eine Photographie einer Metallstruktur eines Elek
trodenmaterials mit Cu und 60 Gew.-% Cr, als Vergleichsbei
spiel;
Fig. 4 ist ein Diagramm, das den Zusammenhang zwischen der
Menge zugefügten Vanadiums und der Stromunterbrechungseigen
schaft zeigt;
Fig. 5 ist ein Diagramm, das den Zusammenhang zwischen der
Menge zugefügten Vanadiums und des Schaltvermögens
darstellt;
Fig. 6 ist eine Photographie einer Metallstruktur einer Le
gierung mit 87,5 Gew.-% Cr und Cu (50Cr-50Cu)-10 Gew.-% Nb -
275 Gew.-% V, die durch Infiltrieren gemäß Beispiel 2 der
Erfindung hergestellt wurde, um eine Elektrode zur Verwendung
in einem Vakuum-Leistungsschalter zu erhalten;
Fig. 7 ist eine Photographie einer Metallstruktur einer Le
gierung mit 77,5 Gew.-% Cr und Cu (70Cr-30Cu)-20 Gew.-% Nb -
2,5 Gew.-% V, die mit einem isostatischen Druckverfahren bei
hoher Temperatur gemäß Beispiel 2 der Erfindung hergestellt
wurde;
Fig. 8a und 8b sind Photographien von Metallstrukturen für
die Legierung von Fig. 7 nach einem Unterbrechungstest, wobei
Fig. 8a eine Aufnahme bei 200-facher und Fig. 8b eine Aufnah
me bei 500-facher Vergrößerung ist;
Fig. 9 ist ein Diagramm, das den Zusammenhang zwischen zuge
fügtem Niob und der Stehspannung darstellt;
Fig. 10 ist ein Diagramm, das die Stehspannung eines Materi
als veranschaulicht, das gemaß Beispiel 2 durch Zufügen von
Niob und Vanadium hergestellt wurde;
Fig. 11 ist ein Diagramm, das den Zusammenhang zwischen der
Menge zugefügten Niobs und der Unterbrechungseigenschaft dar
stellt; und
Fig. 12 ist ein Diagramm, das die Unterbrechungseigenschaften
eines Materials gemäß Beispiel 2 darstellt, das durch Zufügen
von Niob und Vanadium hergestellt wurde.
Fig. 1 zeigt den Aufbau eines Vakuum-Leistungsschalters zur Verwendung
in einem Test auf Stromunterbrechungseigenschaften, der für
unterschiedliche Elektrodenmaterialien ausgeführt werden
kann. Gemäß Fig. 1 verfügt der Vakuumschalter über einen Be
hälter aus einem zylindrischen keramischen Isoliergehäuse 1
und rostfreien Anschlupplatten 2 und 3. Der Druck im Vakuum
ventil wird auf Hochvakuumpegel von 10-5 bis 10-8 Torr ge
halten. Der so aufgebaute Behälter weist ein Paar Elektroden
auf, die aus erfindungsgemäßem Material bestehen. Das Paar
Elektroden verfügt über eine feststehende Elektrode 7, die
auf einem Fuß 4 aus Kupfer befestigt ist, und eine bewegli
che Elektrode 8, die an einem anderen Fuß 5 aus Kupfer befe
stigt ist, wobei sich die Elektrode 8 über einen Balg bewe
gen kann. Eine zylindrische Abschirmung 6 dient dazu, daß
verdampftes und gestreutes Elektrodenmaterial an der Innen
fläche des Isoliergehäuses 1 anhaften kann, wenn Elektroden
material durch den Unterbrechungsbogen verdampft oder zer
stäubt wird. Der Vakuumschalter wurde so ausgeführt, daß jede
der zwei Elektroden 7 und 8 einen Durchmesser von 20 mm auf
wies. Die folgenden Tests wurden ausgeführt. Jede der Elek
troden war scheibenförmig und war mit dem Kupferfuß verlö
tet.
Ein Stehspannungstest in unterschiedlichen elektrischen
Eigenschaftstests wurde auf solche Weise ausgeführt, daß ein
Wechselstrom von 300 A 10mal unterbrochen wurde und dann
eine impulsförmige Spannung in Schritten von 5 kV erhöht
wurde, bis ein dielektrischer Durchbruch zwischen den Elek
troden erfolgte. Die Entladungsspannung beim dielektrischen
Durchbruch wurde gemessen.
Ein Unterbrechungstest wurde auf solche Weise ausgeführt,
daß ein Wechselstrom durch die Elektroden mit dem Durchmes
ser von 20 mm unterbrochen wurde, der schrittweise jeweils
um 500 A erhöht wurde, um den Stromschwellwert zu erhalten,
bei dem ein Unterbrechen nicht mehr möglich, war.
Fig. 2 zeigt eine Photographie einer Metallstruktur (bei 100-facher
Vergrößerung) einer Cu-Cr-V-Legierung gemäß der Erfin
dung. Die Legierung wurde durch Infiltrieren eines porösen
Sinterkörpers aus Chrom und Vanadium mit Kupfer hergestellt,
wobei eine Cr-Cu-V-Legierung mit 48 Gew.-%, 48 Gew.-% bzw. 4 Gew.-%. verwendet
wird. Die vorstehend angegebene Legierung wurde
durch Schmelzen und Sintern eines gemischten Pulvers von Cr-Cu-V
und anschließendes Infiltrieren von Kupfer hergestellt.
Die Sintertemperatur betrug etwa 1100°C und die Temperatur,
bei der das Infiltrieren von Kupfer erfolgte, betrug etwa
1200°C. Es wurde festgestellt, daß die Menge an Vanadium
und Chrom, die über der Grenze für eine feste Lösung lag, in
Form einer vanadiumreichen Phase, einer chromreichen Phase,
einer Cr-V-Legierungsphase und einer Cu-Cr-V-Legierungsphase
ausgefällt wurde.
Gemäß, Beispiel 2 wurden die Elektroden 7 und 8 für einen
Vakuum-Leistungsschalter dadurch hergestellt, daß ein Mate
rial verwendet wurde, dessen Hauptkomponente Cr war und das
darüber hinaus Cu, Nb, V und zufällige Verunreinigungen ent
hielt.
Das Material für die Elektroden 7 und 8 wurde mit Hilfe
eines pulvermetallurgischen Verfahrens und eines Infiltrier
verfahrens hergestellt. Das heißt, Nb-Pulver einer Teilchen
größe von 0,044 bis 0,074 mm (200 bis 325 mesh), V-Pulver der
selben Teilchengröße, Cu-Pulver einer Teilchengröße von 0,149
mm (100 mesh) oder weniger und Cr-Pulver einer Teilchengröße
von 0,044 bis 0,149 mm (100 bis 325 mesh) wurden im
Verhältnis 3,0 : 3,0 : 3,0 : 91 eingewogen, wenn eine Legierung
von 90Cr und Cu (60Cr-40Cu)-5Nb-5V (Gew.-%) hergestellt wur
de. Sie wurden für eine Stunde mit Hilfe eines Mischers vom
V-Typ hergestellt, und das so erhaltene Mischpulver wurde in
eine Form vorgegebener Abmessung eingeschlossen und bei
einem Druck von 3 t/cm² formgepreßt.
Der erhaltene kompakte Körper wurde bei 1100°C für zwei
Stunden in einer Wasserstoffatmosphäre gesintert, wodurch
ein zwischengesinterter Körper erhalten wurde.
Anschließend wurde ein Stück sauerstofffreies Kupfer auf den
zwischengesinterten Körper aufgelegt, und diese Gegenstände
wurden aufgeheizt und in Vakuum für eine Stunde bei 1220°C
gehalten. Dabei wurde der zwischengesinterte Körper vom
sauerstofffreien Kupfer infiltriert, wodurch das Material
für die Elektroden 7 und 8 erhalten wurde.
Fig. 6 ist eine Photographie (bei 100-facher Vergrößerung)
einer Metallstruktur einer Legierung gemäß Beispiel 2 der
vorlegenden Erfindung mit 87,5 Cr und Cu (55Cr-45Cu)-10Nb-2,5V
(Gew.-%), welche Legierung durch Kombinieren des Pulversinter
verfahrens und des Cu-Infiltrierverfahrens hergestellt wur
de. Wie es aus der Strukturphotographie ersichtlich ist,
wurden niobreiche und vanadiumreiche Phasen gleichmäßig in
der Matrix (55Cr-45Cu) verteilt.
Gemäß Beispiel 3 wurden Elektroden 7 und 8 für einen Vakuum-
Leistungsschalter dadurch hergestellt, daß ein Material ver
wendete wurde, dessen Hauptkomponente Cr war und das darüber
hinaus Cu, Nb und V und zufällige Verunreinigungen enthielt.
Das Material für die Elektroden 7 und 8 wurde dadurch herge
stellt, daß sowohl ein pulvermetallurgisches Verfahren mit
einem Sinterprozeß wie auch ein isostatischer Druckprozeß bei
hoher Temperatur verwendet wurde. Nb-Pulver mit einer Teil
chengröße von 0,044 bis 0,074 mm (200 bis 325 mesh), V-Pulver
derselben Teilchengröße, Cu-Pulver mit einer Teilchengröße
von 0,149 mm (100 mesh) oder weniger und Cr-Pulver mit einer
Teilchengröße von 0,044 bis 0,149 mm (100 bis 325 mesh) wur
den im Verhältnis 5 : 5:18 : 72 eingewogen, um eine Legierung von
90Cr und Cu (80Cr-20Cu)-5Nb-5V (Gew.-%) zu erhalten. Das so
erhaltene Mischpulver wurde in eine Form vorgegebener Abmes
sung gegeben und bei einem Druck von 4 t/cm² formgepreßt.
Der erhaltene kompakte Körper wurde bei 1100°C für zwei
Stunden in einer Wasserstoffatmosphäre gesintert, wodurch
ein zwischengesinterter Körper erhalten wurde.
Anschließend wurde der zwischengesinterte Körper vakuumdicht
in einem rostfreien Stahlrohr eingeschlossen und für zwei
Stunden auf 100°C gehalten. Anschließend wurde ein isosta
tischer Druckprozeß bei hoher Temperatur bei einem Druck von
2000 kg/cm² ausgeführt wodurch das Material für die Elek
troden erhalten wurde.
Fig. 7 ist eine Photographie einer Metallstruktur (bei 100-facher
Vergrößerung) einer Legierung von 77,5Cr und Cu (70Cr-
30Cu)-20Nb-2,5V (Gew.-%), die durch Kombinieren des Pulversin
terverfahrens und des isostatischen Druckverfahrens bei ho
her Temperatur erhalten wurde. Wie es aus der Photographie
der Metallstruktur ersichtlich ist, wurden eine niobreiche
und eine vanadiumreiche Phase gleichmäßig in der Matrix
(70Cr-30Cu) verteilt.
Die Fig. 8a und 8b sind Querschnittsphotographien für Metall
strukturen einer Probe der in Fig. 7 dargestellten Legierung
von 77,5 Cr und Cu (70Cr-30Cu)-20Nb-2,5V (Gew.-%), welche Le
gierung dem Unterbrechen des elektrischen Stroms 50mal unterzogen wurde.
Fig. 8a zeigt eine Aufnahme bei 200-facher Vergröße
rung und Fig. 8b eine schnellverfestigte Schicht bei 500-facher
Vergrößerung. In den Photographien wurden geschmolze
ne und schnellverfestigte Schichten aufgrund der Bogenhitze
direkt unterhalb oder Elektrokontaktoberfläche beobachtet.
Darüber hinaus wurden feine Kristallkörner in dieser Struk
tur beobachtet. Eine Analyse ergab, daß 1 bis 3% Vanadium
und Niob und eine kleine Menge Chrom als feste Lösung in
einer Cu-Matrix vorlagen, während Chrom, Vanadium und Niob
in Mengen, die die Löslichkeitsgrenze für die feste Lösung
überschritten, als chromreiche Phase, Cr-V-Legierungsphase,
Cr-Nb-Legierungsphase oder Nb-V-Legierungsphase ausgefällt
wurden.
Fig. 3 ist eine Photographie einer Metallstruktur einer her
kömmlichen Cu-Cr-Legierung, wie sie zum Herstellen für Elek
troden für ein Vergleichsbeispiel verwendet wurde. Die her
kömmliche Cu-Cr-Legierung für das Vergleichsbeispiel war
eine Legierung mit 60 Gew.-% Cr und 40 Gew.-% Cu, die so her
gestellt wurde, daß 5 Gew.-% Cu-Pulver und 95 Gew.-% Cr-Pulver
gemischt wurden, das Mischpulver zwischengesintert wurde, um
eine Dichte des Körpers von 65% zu erhalten, und dann ein
infiltrieren mit Kupfer erfolgte.
Fig. 4 ist ein Diagramm, das die Ergebnisse eines Tests
zeigt, wie er mit Hilfe des Vakuumschalters von Fig. 1 ausge
führt wurde, um die Beziehung zwischen der Menge zugefügten
Vanadiums und der Unterbrechungseigenschaft zu erhalten. Vor
dem Test wurde die Oberfläche jeder Elektrode dadurch stabi
lisiert, daß 50mal Stromfluß mit anschließendem Unterbre
chen bei einer Spannung unterhalb der Stehspannung der Elek
trode in Hochvakuum bei 10-9 Torr erfolgte, wobei ein Bogen
zwischen den Elektroden 7 und 8 erzeugt wurde. In anderen
Tests als diesem wurde dieselbe Vorbehandlung vor den unten
beschriebenen Tests ausgeführt. Wegen der Vorbehandlung wur
de eine abgeschreckt verfestigte Schicht mit feinen Kri
stallkörnern auf der Oberfläche jeder Elektrode ausgebildet.
Da festgestellt wurde, daß ein Elektrodenmaterial mit einer
binären Cu-Cr-Legierung ausgezeichnete Eigenschaften auf
wies, wenn sich die Menge von Cr im Bereich von 40 bis 60
Gew.-% befand, wurde als Vergleichsbeispiel eine Legierung
von 60 Gew.-% Cr und 40 Gew.-% Cu verwendet. Auch das Ge
wichtsverhältnis von Cr zu Cu im erfindungsgemäßen Elektro
denmaterial wurde immer auf denselben konstanten Wert
(= 60 : 40) eingestellt. Unter diesen Bedingungen wurden die
Änderungen der Eigenschaften der Legierungen abhängig von
Änderungen in der Menge von zugefügtem Vanadium untersucht.
Die Ordinate des Diagramms in Fig. 4 zeigt Werte, die auf
einen Wert 1 bezogen sind, der als charakteristischer Wert
für die herkömmliche Cu-60 Gew.-% Cr-Legierung verwendet
wurde. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, verbesserte sich die Un
terbrechungseigenschaft der Cr-Cu-V-Legierung
mit der Menge zugefügten Vanadiums.
Wenn Vanadium mit 7 bis 10 Gew.-% zugefügt wurde, verbesserte
sich die Unterbrechungseigenschaft auf das 1,9-fache im Ver
gleich zum herkömmlichen Material. Die Unterbrechungseigen
schaft verschlechterte sich jedoch allmählich, wenn Vanadium
mit mehr als 10 Gew.-% zugesetzt wurde. Deutliche Verschlech
terung trat bei 15 Gew.-% Vanadium oder mehr auf.
Fig. 5 zeigt die Beziehung zwischen der Menge zugefügten Va
nadiums und dem Ergebnis des Stromschalttests. Wie deutlich
erkennbar, wurde die beste Verbesserung erzielt, wenn Vana
dium mit 5 bis 10 Gew.-% vorhanden war.
Obwohl in den Diagrammen nicht dargestellt, wurde herausge
funden, daß ähnlich verbesserte oder noch bessere Unterbre
chungseigenschaften und Stehspannungseigenschaften mit ande
ren Elektrodenmaterialien erhalten werden können, die minde
stens ein Metall aus einer Anzahl niedrigschmelzenden Metal
le wie Bi, Pb, Te, Sb, Tl, Se, Ce, Ca und Ag enthalten. Wenn
jedoch mindestens eines der niedrigschmelzenden Metalle mit
mehr als 15 Gew.-% zugefügt wurde, verschlechterte sich die
Unterbrechungseigenschaft, da die Kontaktoberfläche übermä
ßig aufgerauht wurde. Es wurde festgestellt, daß die vor
stehend genannten Zusätze vorzugsweise mit 2 bis 7 Gew.-% zu
gefügt werden.
Fig. 9 zeigt die Ergebnisse eines Stehspannungstests für
ein Elektrodenmaterial, das durch Zufügen von Niob zu ver
schiedenen Cu-Cr-Legierungen erhalten wurde. Die Tests wur
den mit dem Vakuumventil gemäß Fig. 1 ausgeführt. Fig. 10
zeigt die Ergebnisse eines Stehspannungstests eines Elektro
denmaterials, das durch Zufügen von Niob und Vanadium zu den
verschiedenen Cu-Cr-Legierungen erhalten wurde. Wiederum
wurde der Vakuumschalter gemäß Fig. 1 verwendet. Wie aus den
Fig. 9 und 10 ersichtlich, wurde die beste Stehspannung
dann erhalten, wenn die Menge zugefügten Niobs zu den ver
schiedenen Cr-Cu-Matrizen 5 bis 10 Gew.-% betrug und die Men
ge an zugefügtem Vanadium 10 Gew.-% betrug, wobei die Steh
spannung auf das 1,9- bis 2,0-fache derjenigen von 50 Gew.-%
Cu, 50 Gew.-% Cr erhöht wurde, welches Material als Ver
gleichsmaterial verwendet wurde. Wenn jedoch jeweils Niob
und Vanadium mit mehr als 10 Gew.-% zugefügt wurden, ver
schlechterte sich die Stehspannung, wie in Fig. 10 darge
stellt. Wenn jeweils Niob und Vanadium mit 30 Gew.-% zugefügt
wurden, verschlechterte sich die Stehspannung in kritischer
Weise.
Fig. 11 zeigt die Beziehung zwischen der Menge zugefügten
Niobs und der Unterbrechungseigenschaft. Fig. 12 zeigt die
Beziehung zwischen Mengen von Niob und Vanadium bei den Bei
spielen 2 und 3 und der Unterbrechungseigenschaft. Wie aus
den Fig. 11 und 12 ersichtlich, verbesserte sich die Unter
brechungseigenschaft für eine Legierung mit 5 bis 10 Gew.-%
Nb und 10 Gew.-% V erheblich, wobei die Unterbrechungseigen
schaft dieser Legierung das 1,6-fache derjenigen einer 50
Gew.-% Cu-50 Gew.-% Cr-Legierung ist. Wenn jedoch Niob mit
mehr als 10 Gew.-% und Vanadium mit mehr als 10 Gew.-% zu den
verschiedenen Cu-Cr-Matrizen zugefügt wurden, verschlechter
te sich die Unterbrechungseigenschaft, wie in Fig. 12 darge
stellt. Wenn Niob und Vanadium jeweils mit 30 Gew.-% zugefügt
wurden, verschlechterte sich die Unterbrechungseigenschaft
in kritischer Weise.
Obwohl in den Diagrammen nicht dargestellt, ergab der Strom
schalttest, daß die Stromschalteigenschaft auf einen Wert
verbessert wurde, der das 1,1- bis 1,2-fache desjenigen des
Vergleichsbeispiels darstellt, wenn die Elektrode aus einer
Legierung hergestellt wurde, die nicht mehr als 10 Gew.-% Nb
und nicht mehr als 10 Gew.-% V enthielt. Legierungen mit mehr
als 10 Gew.-% Nb und mehr als 10 Gew.-% V zeigten deutliche
Unterschiede im Vergleich zu Legierungen mit nicht mehr als
10% Nb und nicht mehr als 10% V.
Die Fig. 9 und 12 zeigen die Mittelwerte der Tests. Es ist
ersichtlich, daß die Elektrodenmaterialien gemäß den Bei
spielen 2 und 3 im wesentlichen stabile Elektrodenmateria
lien mit relativ kleinen Änderungsbereichen sind, da der Va
riationsbereich der Testergebnisse dieser Elektrodenmateria
lien 40% oder weniger war als derjenige der Testergebnisse
der Legierung mit 50 Gew.-% Cu und 50 Gew.-% Cr gemäß dem Ver
gleichsbeispiel.
Wie oben beschrieben, wird gemäß den Beispielen 2 und 3 das
Elektrodenmaterial so hergestellt, daß es als Hauptkomponen
te Cr enthält und darüber hinaus nur Cu, Nb, V und zufällige
Verunreinigungen enthält. Ein solches Elektrodenmaterial für
einen Vakuum-Leistungsschalter weist ausgezeichnete Unter
brechungseigenschaften und zufriedenstellende Stehspannung
auf.
Ein Vakuum-Leistungsschalter mit einem Elektrodenmaterial
gemäß den Beispielen 2 und 3 kann die Nachfrage nach kleine
rer Größe befriedigen, die Unterbrechungseigenschaft für
große Ströme im Vergleich zu derjenigen verbessern, wie sie
mit einer herkömmlichen Struktur erzielbar ist, und er kann
verbesserte Stabilität der Eigenschaften bei verringerter
Variationsbreite der Eigenschaften aufweisen.
Gemäß der Erfindung enthält das Elektrodenmaterial Cu und
darüber hinaus Cr und V oder Cr, V und Nb und zufällige
Verunreinigungen. Dadurch kann ein Elektrodenmaterial für
einen Vakuum-Leistungsschalter mit ausgezeichneten Schalt
eigenschaften, Unterbrechungseigenschaften und zufrieden
stellender Stehspannung erhalten werden. Da die so erhalte
nen Verbesserungen durch das Vorhandensein von Cu, Cr und V
oder Cu, Cr, V und Nb in Form einzelner Substanzen, Legie
rungen oder deren Kombinationen erhalten werden können, kann
die jeweils meistgewünschte Gesamteigenschaft dadurch erhal
ten werden, daß das Verhältnis der Bestandteile geeignet ge
wählt wird.
Durch die Erfindung lassen sich gute Unterbrechungseigen
schaft für hohe Ströme und zufriedenstellende Stehspannung
zusammen mit kleinerer Variationsbreite der Unterbrechungs
eigenschaft erzielen. Es können also ein Material für eine
Elektrode eines Vakuum-Leistungsschalters und ein solcher
Leistungsschalter erhalten werden, die eine gute Unterbre
chungseigenschaft für hohe Ströme, zufriedenstellende Stehspannung
und einen kleinen Variationsbereich für die Unter
brechungseigenschaft aufweisen.
Ein Vakuum-Leistungsschalter mit einem erfindungsgemäßen
Elektrodenmaterial weist die Vorteile auf, daß die Gesamt
größe verringert werden kann, eine hohe Stehspannung erzielt
werden kann und die Unterbrechungseigenschaft für hohe Strö
me im Vergleich zu einer herkömmlichen Struktur verbessert
werden kann.
Claims (6)
1. Elektrode für einen Vakuum-Leistungsschalter, umfassend
Nb und/oder V, in einer Gesamtmenge von 0,1 bis 22,5 Gew.-%
mindestens 40 Gew.-% Cr, und mindestens 10 Gew.-% Cu.
2. Elektrode gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Nb und/oder V in einer Gesamtmenge von 0,5 bis 20 Gew.-%,
und einen Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesem Rest - 55
bis 60 Gew.-% Cr enthalten sind.
3. Elektrode gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Nb und/oder V in einer Gesamtmenge von 1,5 bis 20 Gew.-%,
und einen Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesen Rest - 60
bis 70 Gew.-% Cr enthalten sind.
4. Elektrode gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Nb und/oder V in einer Gesamtmenge von 5 bis 20 Gew.-%, und
einen Rest aus CuCr mit - bezogen auf diesen Rest - 70 bis 80
Gew.-% Cr enthalten sind.
5. Elektrode nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß zusätzlich bis zu 15 Gew.-% Bi, Pb, Te, Sb,
Tl, Se, Ce, Ca, Ag enthalten sind.
6. Elektrode gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Anteil von Nb und/oder V kleiner oder
gleich 10 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 7 Gew.-% beträgt.
Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| JP2089985A JPH07123015B2 (ja) | 1990-04-04 | 1990-04-04 | 真空遮断器用電極及び真空遮断器 |
| JP2339386A JP2777479B2 (ja) | 1990-11-30 | 1990-11-30 | 真空遮断器用電極材料及び真空遮断器 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4110600A1 DE4110600A1 (de) | 1991-10-17 |
| DE4110600C2 true DE4110600C2 (de) | 1996-09-05 |
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|---|---|---|---|
| DE4110600A Expired - Fee Related DE4110600C2 (de) | 1990-04-04 | 1991-04-02 | Elektrode für einen Vakuum-Leistungsschalter |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| TW (1) | TW231360B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19513790A1 (de) * | 1994-04-11 | 1995-10-19 | Hitachi Ltd | Unterdruckventil, Verfahren zum herstellen eines solchen, Vakuumtrennschalter mit einem Unterdruckventil sowie Verfahren zum Herstellen eines solchen |
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| JP6015725B2 (ja) * | 2014-09-11 | 2016-10-26 | 株式会社明電舎 | 電極材料の製造方法 |
| CN106663558B (zh) * | 2014-12-17 | 2019-06-11 | 大冢科技株式会社 | 断路器的制造方法及具备该断路器的电池包的制造方法 |
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-
1991
- 1991-04-02 TW TW080102545A patent/TW231360B/zh active
- 1991-04-02 DE DE4110600A patent/DE4110600C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE19513790B4 (de) * | 1994-04-11 | 2004-05-06 | Hitachi, Ltd. | Verfahren zur Herstellung einer Vakuumschaltkammer |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| TW231360B (de) | 1994-10-01 |
| DE4110600A1 (de) | 1991-10-17 |
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