DE4027779C2 - Dichtung zur Anordnung zwischen zwei emaillierten Flanschen - Google Patents
Dichtung zur Anordnung zwischen zwei emaillierten FlanschenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Dichtung zur Anordnung
zwischen zwei emaillierten Flanschen an einer Rohrlei
tung, einem Wärmetauscher oder dergleichen korro
sionsbeständig emaillierten Betriebseinrichtung, die bei
verhältnismäßig hoher Temperatur und/oder hohem
Druck beziehungsweise bei Vakuum betrieben werden
kann, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bekanntlich ist es verhältnismäßig häufig der Fall, daß
bei emaillierten Apparaten abzudichtende Flansche von
der Idealform abweichen, weil sich der Stahl bei den
hohen Einbrenntemperaturen im Emaillierofen etwas
verzieht. Insbesondere bleibt der Flansch des Rühr
werkstutzens meist nicht waagrecht. Da jedoch die
Gleitringeinheit oder die Stopfbuchse genau senkrecht
auf dem Behälter stehen muß, müssen Niveauunter
schiede am Rührwerkstutzen durch Ausgleichseinlagen
der betreffenden Dichtung ausgeglichen werden.
Ein seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren zur Her
stellung unterfütterter Dichtungen für emaillierte Ap
parate besteht darin, daß segmentförmige Ausgleich
seinlagen oder zwei Einlageringe mit keilförmigem
Querschnitt in Dichtungen eingebracht werden, die in
der Hauptsache aus zwei It-Dichtungseinlagen (DIN
3754) bestehen, zwischen denen ein Wellring angeord
net ist und die von einer Hülle aus Polytetrafluoräthylen
umgeben sind (Pfaudler-Handbuch BA 317-1, Dichtun
gen für Apparate aus pfaudleremailliertem Stahl, Seite
4). Eine geeignete Ausbildung derartiger Ausgleichsseg
mente oder Keilringe aus It-Material oder aus asbest
freiem Material mit entsprechenden Materialeigen
schaften ist jedoch verhältnismäßig mühsam und zeit
raubend, weil dazu eine Bearbeitung mittels einer Band
schleifmaschine erforderlich ist, wobei außerdem eine
Verschmutzung durch den auftretenden Staub erfolgt.
Es ist ferner ein Verfahren zur Herstellung von derar
tigen unterfütterten Dichtungen bekannt, bei dem eine
fließfähige aushärtbare Harzmasse, der ein geeigneter
Füllstoff zugesetzt wird, in die äußere Umhüllung der
Dichtung eingebracht und zwischen den formgebenden
Dichtflächen ausgehärtet wird, um eine Ausgleichseinla
ge zu bilden (EP 00 79 448).
Zur Ermöglichung einer Anpassung an unebene
emaillierte Flanschoberflächen und zum Zwecke der
Vermeidung von Emailbeschädigungen bei ausreichend
hohem Anpreßdruck wurde ferner bereits vorgeschla
gen, eine Umhüllung und Füllmaterial aus verhältnismä
ßig hartem nichtmetallischem Material vorzusehen und
eine Struktur mit mehreren übereinander angeordneten
metallischen Wellringen zu verwenden (US-PS
47 95 174). Eine für praktische Zwecke geeignete Kom
pensation von Winkelabweichungen zwischen den bei
den abzudichtenden Flanschoberflächen ist mit derarti
gen Dichtungen jedoch nicht ohne weiteres möglich.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine zur Anord
nung zwischen emaillierten Flanschoberflächen geeig
nete Dichtung der eingangs genannten Art derart zu
verbessern, daß die Dichtung einerseits möglichst ein
fach herstellbar und montierbar ist und andererseits bei
der Kompensation von Winkelabweichungen eine mög
lichst gleichmäßige Kraftverteilung entlang dem Um
fang der Dichtung beim Anziehen der Schrauben er
möglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Ge
genstand des Patentanspruchs 1 gelöst. In vorteilhafter
Weiterbildung der Erfindung können die auf den beiden
gegenüberliegenden Seiten des Ausgleichseinlage ange
ordneten Einlageringe mit einem Drahtgewebe armiert
sein.
Es ist zwar bereits bekannt, zur Kompensation von
Winkelabweichungen zwischen zwei ebenen Metall
oberflächen, von denen die eine durch die Unterseite
eines Bolzenkopfs gebildet wird, zwischen dem Bolzen
kopf und der anderen metallischen Oberfläche zwei
gleich ausgebildete Unterlegscheiben vorzusehen, die
einen keilförmigen Querschnitt aufweisen (US-PS
41 77 999). Dabei erfolgt jedoch eine Abdichtung mit
Hilfe von O-Ringen und mit Hilfe eines Dichtungsrings
zwischen den beiden Keilringen, so daß dieser Veröf
fentlichung keine Anregung zu entnehmen ist, wie eine
für emaillierte Flanschoberflächen geeignete Dichtung
ausgebildet werden kann, um die genannte Aufgabe zu
lösen.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß bei
Verwendung einer Dichtung gemäß der Erfindung eine
gleichmäßige Kraftverteilung entlang dem Umfang der
Dichtung beim Anziehen der Klammerschrauben er
möglicht wird. Bei der bekannten Dichtung der ein
gangs genannten Art kann die Einlage als elastische
Feder betrachtet werden, für die die Formel
gilt wobei F = Kraft, Δl = Federweg, l0 = ursprüngli
che Länge der Feder und M eine Konstante ist. Bei der
bekannten Dichtung der eingangs genannten Art ist die
Federlänge l0 entlang dem Umfang verschieden, so daß
die Kraft gemäß der Formel entlang dem Umfang ver
schieden ist. Bei einer Dichtung gemäß der Erfindung ist
dagegen die Länge l0 entlang dem Umfang konstant, da
die beiden Keilringe aus Stahl als starr betrachtet wer
den können. Daher ist auch die Kraft entlang dem Um
fang konstant, wodurch sich der wesentliche Vorteil der
Erfindung ergibt, daß eine gleichmäßige Kraftverteilung
erzielt werden kann. Überraschenderweise hat sich ge
zeigt, daß auch bei ausreichend starkem Anziehen der
Schrauben Abplatzungen nicht zu befürchten sind, ob
wohl die Einlage in der Hauptsache aus Stahl besteht,
also aus einem Material, das bei einer derartigen Dich
tung als starr zu betrachten ist, und obwohl die Verwen
dung eines bisher zumindest bei höherem Betriebsdruck
als unbedingt angesehenen Wellrings nicht erforderlich
ist.
Anhand der Zeichnung soll die Erfindung beispiels
weise näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch die beiden Keilringe in
einer Dichtung gemäß der Erfindung, von der in Fig. 2
ein entsprechender Querschnitt dargestellt ist.
Die in Fig. 2 dargestellte Dichtung gemäß der Erfin
dung hat eine Umhüllung 1 aus Polytetrafluoräthylen
oder dergleichen korrosionsbeständigem Hüllmaterial,
die gewünschtenfalls entlang dem Innendurchmesser in
an sich bekannter Weise verstärkt ausgebildet sein
kann. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß
der Erfindung sind zwei Einlageringe 2 vorgesehen, die
aus einem elastischen Material wie It-Material oder as
bestfreiem Material mit entsprechenden Materialeigen
schaften hergestellt sind. Vorzugsweise sind die beiden
Einlageringe 2 mit einem Drahtgewebe 3 armiert, um
einen frühzeitigen Ausfall aufgrund von Brüchigwerden
des elastischen Materials zu vermeiden, welches Brü
chigwerden bei asbestfreien Einlageringen 2 früher als
bei Einlageringen aus Asbest auftreten kann.
Die beiden Einlageringe 2 sind auf gegenüberliegen
den Seiten einer Ausgleichseinlage angeordnet, die
durch zwei Einlageringe 4, 5 aus Stahl gebildet wird. Die
beiden Einlageringe 4, 5 sind vorzugsweise gleich ausge
bildet und besitzen eine Form, die sich ergibt, wenn ein
kreiszylindrisches Stahlrohr durch eine eben ausgebil
dete Schnittfläche unterteilt wird, die schräg zu der in
strichpunktierren Linien dargestellten Achse des Stahl
rohrs verläuft. Derartige als Einlageringe 4, 5 dienende
Keilringe können in einfacher Weise in Massenproduk
tion hergestellt werden und erfordern keine besondere
Bearbeitung. Die Keilringe können beispielsweise aus
Flußstahl oder rostfreiem Stahl hergestellt werden.
Zur Kompensation von Winkelabweichungen der
verzogenen Flanschoberflächen können die beiden Ein
lageringe 4, 5 relativ zueinander gedreht werden, so daß
die durch die beiden Keilringe gebildete Ausgleichsein
lage aus Stahl entlang dem Umfang entsprechend der
Drehlage und dem Schnittwinkel eine unterschiedliche
Dicke aufweist. Da weder für die Keilringe 4, 5 aus Stahl
noch für die Einlageringe 2 aus elastischem Material
eine Bearbeitung zum Zwecke einer Kompensation von
Winkelabweichungen zwischen den beiden abzudich
tenden Flanschoberflächen erforderlich ist, und auch für
die Umhüllung 1 aus Polytetrafluoräthylen keine Anpas
sungsarbeiten erforderlich sind, kann eine Montage in
zeitsparender und einfacher Weise nicht nur bei der
Herstellung der mit derartigen Dichtungen bestückten
emaillierten Betriebseinrichtungen erfolgen, sondern
auch bei Auswechslungen derartiger Dichtungen am
Betriebsort.
Claims (2)
1. Dichtung zur Anordnung zwischen zwei email
lierten Flanschen einer Rohrleitung, einem Wärme
tauscher oder dergleichen korrosionsbeständig
emaillierten Betriebseinrichtung, die bei verhältnis
mäßig hoher Temperatur und/oder hohem Druck
beziehungsweise Vakuum betrieben werden kann,
bestehend aus einer ringförmigen, nach außen offe
nen Umhüllung aus Polytetrafluoräthylen oder der
gleichen korrosionsbeständigem Hüllmaterial und
einer Kombination von Einlageringen aus unter
schiedlichen Materialien, wovon zwei Einlageringe
einen keilförmigen Querschnitt aufweisen und
durch gegenseitiges Verdrehen eine Ausgleichsein
lage mit entlang dem Umfang unterschiedlicher
Dicke zur Kompensation von Winkelabweichun
gen zwischen den beiden abzudichtenden Flansch
oberflächen bilden, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden die Ausgleichseinlage bildenden Einla
geringe (4, 5) aus Stahl bestehen, und daß die Kom
bination von Einlageringen zusätzlich nur zwei Ein
lageringe (2) aufweist, die auf den beiden gegen
überliegenden Seiten der metallischen Ausgleich
seinlage angeordnet sind, entlang ihrem Umfang
jeweils eine gleichförmige Dicke haben und aus
einem elastischen Material wie It-Material oder as
bestfreiem Material mit entsprechenden Material
eigenschaften bestehen.
2. Dichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die beiden Einlageringe (2) aus elasti
schem Material mit einem Drahtgewebe (3) armiert
sind.
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