DE4022954A1 - Fehlerdetektor bei redundant vorgesehenen signalgebern - Google Patents
Fehlerdetektor bei redundant vorgesehenen signalgebernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Fehlerdetektor zur
Feststellung signifikanter Differenzen der Ausgänge von
redundant vorgesehenen Signalgebern, der von Differenzen
der Ausgangssignale der Signalgeber beaufschlagt ist und
eine Fehlermeldung liefert, wenn die Ausgänge der
Signalgeber einem vorgegebenen, eine signifikante
Differenz durch einen Schwellwert charakterisierenden
Kriterium entsprechen.
In vielen Bereichen der Technik wie Luftfahrt, chemische
Verfahrenstechnik, Kerntechnik oder Automatisierungstechnik
werden hochzuverlässige Systeme benötigt. Fehlfunktionen
solcher Systeme infolge des Ausfalls einzelner
Bauteile können schwerwiegende Folgen haben. Die Systeme
müssen daher so aufgebaut sein, daß der Ausfall von
einzelnen Bauteilen keine Fehlfunktion des gesamten
Systems zur Folge haben. Man bezeichnet das als "Fehlertoleranz".
Eine solche Fehlertoleranz wird erreicht durch
"Redundanz": Signalgeber werden mehrfach vorgesehen.
Signifikante Abweichungen der Ausgänge solcher redundant
vorgesehener Signalgeber, also Abweichungen, die außerhalb
der zulässigen Toleranzen liegen, signalisieren einen
Fehler an einem der Signalgeber. Solche Abweichungen
werden durch einen Fehlerdetektor festgestellt. Der
Fehlerdetektor liefert dann eine Fehlermeldung.
"Signalgeber" kann hierbei ein Meßgeber, z. B. ein Kreisel
oder ein Temperaturfühler, sein oder auch ein signalverarbeitender
Bauteil. Die Ausgänge können analoge
Signale oder digitale Daten sein. Die Signalgeber können
zweifach redundant vorgesehen sein. In einem solchen Fall
kann nur der Ausfall eines Signalgebers festgestellt
werden. Es können aber auch mehr als zwei Signalgeber
vorgesehen sein. In diesem Fall findet eine Mehrheitsbetrachtung
statt, welche die Lokalisierung und
Eliminierung des defekten Signalgebers gestattet.
Üblicherweise wird ein Schwellwert vorgegeben. Eine
signifikante Abweichung wird angenommen, wenn die
Differenz der Signale zweier Signalgeber diesen vorgegebenen
Schwellwert überschreitet. Diese Art der
Fehlerfeststellung funktioniert, wenn der Fehler sich als
eine konstante, niederfrequent-periodische oder
aperiodische Änderung des Ausganges des Signalgebers
auswirkt. Erhebliche Schwierigkeiten treten jedoch auf,
wenn die Fehler stochastische Fehler sind, die entsprechende
stochastische Änderungen der Ausgangssignale
zur Folge haben. Ein solcher Fehler könnte dazu führen,
daß der Fehlerdetektor vorübergehend anspricht, wenn
die Differenz der Ausgänge zufällig den Schwellwert
überschreitet, obwohl die Signale an sich noch innerhalb
der Toleranz liegen.
Benutzt man als Fehlerkriterium jedoch etwa nur die Abweichung
der Mittelwerte der Ausgänge, dann werden
stochastische Fehler, die auch auf eine Fehlfunktion eines
Signalgebers hindeuten können, überhaupt nicht berücksichtigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fehlerdetektor
zur Feststellung signifikanter Differenzen der
Ausgänge redundant vorgesehener Signalgeber zu schaffen,
der die Berücksichtigung stochastischer Fehler gestattet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der
Fehlerdetektor zur Gewinnung eines Kriteriums für das
Vorliegen einer einen Fehler signalisierenden, signifikanten
Differenz:
- - Mittel enthält zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit in einem Prüfintervall, daß die Differenz der Ausgänge größer als der besagte Schwellwert ist, und
- - Mittel zur Feststellung, ob diese Wahrscheinlichkeit einen vorgegebenen Referenzwert überschreitet,
wobei bei Überschreiten dieses Referenzwertes die
Fehlermeldung erzeugt wird.
Als Kriterium für das Vorliegen einer signifikanten
Abweichung der Ausgänge der Signalgeber voneinander dient
nicht mehr das Überschreiten eines Schwellwertes durch die
Differenz der Ausgänge, sondern eine bestimmte Wahrscheinlichkeit
dafür, daß dieser Schwellwert überschritten
wird. In ein solches Kriterium geht sowohl eine Änderung
des Mittelwertes der Differenz ein als auch die
statistische Fehlerverteilung der stochastischen Fehler.
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend
unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher
erläutert.
Fig. 1 ist ein Blockdiagramm einer Anordnung mit zwei
redundant vorgesehenen, signalverarbeitenden
Signalgebern und einem Fehlerdetektor.
Fig. 2 ist eine schematische Darstellung der Verteilung
stochastischer Fehler und der Änderung dieser
Verteilung mit der Zeit.
Fig. 3 zeigt als Funktion der Differenz die Wahrscheinlichkeit
des Auftretens einer solchen Differenz
innerhalb eines Prüfintervalls.
Fig. 4 zeigt als Funktion der Differenz das Integral der
Funktion von Fig. 3.
Fig. 5 zeigt in einem Blockdiagramm den Aufbau des
Fehlerdetektors.
In Fig. 1 ist mit 10 ein erster Signalgeber und mit 12 ein
zweiter Signalgeber bezeichnet. Auf die Eingänge 14 und 16
beider Signalgeber 10 bzw. 12 ist ein gemeinsames
Eingangssignal von einem Signaleingang 18 aufgeschaltet.
Die beiden Signalgeber 10 und 12 verarbeiten das
Eingangssignal in übereinstimmender Weise und liefern
Ausgangssignale oder -daten an Ausgängen 20 bzw. 22. Bei
der Verarbeitung treten in den beiden Signalgebern 10 und
12 stochastische Fehler ε₁ bzw. ε₂ auf. Das ist durch die
"Eingänge" 24 und 26 angedeutet. Die Ausgangssignale sind
auf Eingänge 28 bzw. 30 eines Fehlerdetektors 32 aufgeschaltet.
Der Fehlerdetektor 32 liefert eine Fehlermeldung
an einem Ausgang 34. Im übrigen werden die Ausgangssignale
oder -daten parallel weiterverarbeitet, wenn der
Fehlerdetektor keine Fehlermeldung abgibt.
Die Differenz der Ausgangssignale an den beiden Ausgängen
20 und 22 hat einen Mittelwert , der sich mit der Zeit
ändern kann. Diesem Mittelwert sind stochastische Fehler
überlagert, die eine bestimmte Wahrscheinlichkeitsverteilung
zeigen. Es sei angenommen, daß diese Wahrscheinlichkeitsverteilung
eine Gaußverteilung ist. Auch
bei dieser Gaußverteilung kann sich die Standardabweichung
mit der Zeit ändern. Eine Wahrscheinlichkeitsverteilung
für das Auftreten einer bestimmten Differenz ε der Ausgangssignale
der beiden Signalgeber 10 und 12 kann etwa
dem in Fig. 2 dargestellten Beispiel entsprechen.
Fig. 2 ist eine dreidimensionale Darstellung. Die
horizontal dargestellten Koordinaten sind die Differenz ε
der Ausgangssignale und die Zeit t. Das sind die
unabhängigen Variablen. Die vertikal dargestellte
abhängige Variable ist die Wahrscheinlichkeit p(ε, t) des
Auftretens eine bestimmten Differenz ε in einem
vorgegebenen Prüfintervall. In Abhängigkeit von der Zeit t
ändert sich der Mittelwert der Differenz. Ebenso ändert
sich in Abhängigkeit von der Zeit die Standardabweichung σ.
Unter Zugrundelegung einer Gaußverteilung ergibt sich für
jeden Zeitpunkt eine Wahrscheinlichkeitsverteilung p(ε)
von der Form
Eine solche Wahrscheinlichkeitsverteilung ist in Fig. 3
durch Kurve 36 dargestellt. Die gestrichelten Kurven
deuten an, daß sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung mit
der Zeit sowohl in ihrer Lage als auch in ihrer Standardabweichung
ändern kann. Zur Gewinnung eines Kriteriums für
das Auftreten einer signifikanten Abweichung der beiden
Ausgangssignale der Signalgeber 10 und 12 voneinander wird
ein Schwellwert T vorgegeben. Die Wahrscheinlichkeit
dafür, daß die Differenz ε in einem Prüfintervall größer
als der Schwellwert T ist, wird durch die gestrichelt
dargestellte Fläche 38 unter der Kurve 36 dargestellt. Man
sieht, daß diese Fläche größer wird, wenn sich der Mittelwert
der Differenz ε gemäß der gestrichelten Kurve 40
vergrößert. Die Fläche wird kleiner, wenn sich der
Mittelwert der Differenz ε gemäß der gestrichelten Kurve
42 verkleinert. Die Fläche wird auch größer, wenn sich bei
unverändertem Mittelwert die Standardabweichung σ der
Wahrscheinlichkeitsverteilung vergrößert, die Kurve 36
also breiter wird.
Diese Fläche 38 liefert ein Kriterium dafür, ob eine
signifikante Abweichung der beiden Ausgangssignale der
Signalgeber 10 und 12 vorliegt. Eine signifikante
Abweichung wird angenommen, wenn die Fläche 38 einen
vorgegebenen Referenzwert E überschreitet.
In Fig. 4 ist das Integral
als Funktion von εi dargestellt. Das ist Kurve 44 in
Fig. 4. Der Wert dieser Funktion bei der Abszisse T ist die
Wahrscheinlichkeit P(εT) dafür, daß die Differenz ε im
Prüfintervall kleiner als T ist. Das ist die Strecke 46 in
Fig. 4. Der dazu komplementäre Wert ist die Wahrscheinlichkeit
P(εT) dafür, daß die Differenz ε im Prüfintervall
größer als T ist. Das ist die Strecke 48 in Fig. 4. Man
kann sich vorstellen, daß sich die Kurve 44 im Laufe der
Zeit ändert. Die Kurve 44 kann sich nach rechts oder links
verschieben. Das entspricht einer Änderung des Mittelwertes
der Differenz. Die Kurve 44 kann auch ihre Steigung
ändern. Das entspricht einer Änderung der Standardabweichung
der Wahrscheinlichkeitsverteilung gemäß Kurve
36 von Fig. 3.
Das Kriterium für das Ansprechen des Fehlerdetektors 32
und die Abgabe einer Fehlermeldung am Ausgang 34 ist
P (ε T) < E . (3)
Die Wahrscheinlichkeit, daß die Differenz ε größer als der
Schwellwert T ist, muß größer als ein Referenzwert E sein.
Dabei hängt der bis zum Ansprechen des Fehlerdetektors
zulässige Mittelwert μ von der Standardabweichung σ der
Wahrscheinlichkeitsverteilung ab.
Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Differenz ε größer
als T ist, ist das Komplement der durch die Gleichung (2)
gegebenen Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Differenz
kleiner als T ist. Es ist also:
Das ist eine Funktion ϕ() des Mittelwertes . Führt
man eine neue Variable z=(ε-)/σ ein, dann wird aus
Gleichung (4):
Dabei sind die Integrationsgrenzen u=(T-)/σ und
l=-/σ=μ-T/σ. Definiert man eine Funktion
dann kann man Gleichung (3) schreiben als
Für den größtmöglichen Wert der als Integrationsgrenze
eingeführten Hilfsvariablen u ergibt sich dann die
Beziehung
Daraus kann nach üblichen Funktionstabellen der Gaußfunktion
die Hilfsgröße u bestimmt werden. Mit dieser
Hilfsgröße u ergibt sich für den maximal zulässigen, von
der Standardabweichung σ der Differenz ε abhängigen
Mittelwert der Differenz ε:
μ = T - μ · σ (9)
Der Mittelwert der Differenz ε muß absolut kleiner als
dieser maximal zulässige Mittelwert μ sein:
-μ +μ (10)
Diese Beziehung wird bei dem Aufbau des Fehlerdetektors 32
von Fig. 5 ausgenutzt.
In einem Summierpunkt 50 wird die Differenz ε der
Ausgangssignale der Signalgeber 10 und 12 gebildet. Aus
dieser Differenz wird der Mittelwert vorzugsweise über
ein gleitendes Prüfintervall gebildet. Das ist durch Block
54 dargestellt. Auf den Fehlerdetektor 32 werden über
Eingänge 56 und 58 der Schwellwert T und die von dem
Referenzwert abhängige Hilfsgröße u(E) eingegeben. Die
Hilfsgröße kann bei vorgegebenem Referenzwert E einmal
berechnet werden. Eine Standardabweichung σ wird entweder
als für die Signalgeber 10 und 12 bekannt eingegeben oder
aus den eingegebenen Differenzen ε mit bekannten Mitteln
berechnet. Die Mittel sind hier durch einen Block 56
vorgegeben, der mit dem Ausgang des Summierpunktes 50 über
eine Verbindung 58 verbunden ist. Die wahlweise Verwendung
eines an einem Eingang 60 einzugebenden Wertes der
Standardabweichung σ oder eines berechneten Wertes von
Block 56 ist durch einen Umschalter 62 symbolisiert.
Aus den so eingegebenen bzw. berechneten Werten wird der
maximal zulässige Mittelwert μ gemäß Gleichung (9)
berechnet. Das ist durch Block 64 dargestellt. Dieser Wert
wird an einem Ausgang 66 ausgegeben.
Ein Komparator 68 (oder gleichwirkende Mittel) erhält
einmal den Mittelwert von dem Block 54 und zum anderen
als Referenz den maximal zulässigen Mittelwert μ von Block
64. Der Komparator 68 prüft, ob Gleichung (10) erfüllt
ist, ob also der Mittelwert der Differenz ε nicht
kleiner als -μ und nicht größer als +μ ist. Wenn diese
Bedingung nicht erfüllt ist, liefert der Komparator 68
eine Fehlermeldung an dem Ausgang 34.
Claims (4)
1. Fehlerdetektor zur Feststellung signifikanter
Differenzen der Ausgänge von redundant vorgesehenen
Signalgebern (10, 12), der von Differenzen der
Ausgangssignale der Signalgeber (10, 12) beaufschlagt
ist und eine Fehlermeldung liefert, wenn die Ausgänge
der Signalgeber (10, 12) einem vorgegebenen, eine
signifikante Differenz durch einen Schwellwert (T)
charakterisierenden Kriterium entsprechen, dadurch
gekennzeichnet, daß der Fehlerdetektor (32) zur
Gewinnung eines Kriteriums für das Vorliegen einer
einen Fehler signalisierenden, signifikanten Differenz
- - Mittel (54, 64) enthält zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit in einem Prüfintervall, daß die Differenz der Ausgänge größer als der besagte Schwellwert (T) ist, und
- - Mittel (64, 68) zur Feststellung, ob diese Wahrscheinlichkeit einen vorgegebenen Referenzwert (E) überschreitet,
wobei bei Überschreiten dieses Referenzwertes (E) die
Fehlermeldung erzeugt wird.
2. Fehlerdetektor nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
- a) Mittel (54) zur Bildung des Mittelwertes () der Differenz (ε),
- b) Mittel (58) zur Aufschaltung einer Hilfsgröße u
aus der Beziehung
Φ (u) - Φ (u - T/σ) = 1 - E,wobei
σ die Standardabweichung der Differenz der
Ausgänge der Signalgeber (10, 12) und
T der Schwellwert der Differenz der Ausgänge ist, - c) Mittel (64) zur Bildung eines maximal zulässigen Mittelwertes μ nach der Beziehung μ = T - u σ ,wobei auf diese Mittel (64) der Schwellwert T, die Standardabweichung σ und die Hilfsgröße u aufgeschaltet sind, und
- d) ein Komparator (68), auf welchen der Mittelwert der Differenz (ε) der Ausgänge aufgeschaltet ist und mit dem maximal zulässigen Mittelwert (μ) verglichen wird, wobei eine Fehlermeldung ausgegeben wird, wenn der Mittelwert der Differenz der Ausgänge absolut größer als der maximal zulässige Mittelwert μ wird.
3. Fehlerdetektor nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch
Mittel (56) zur Bildung der Standardabweichung der
Differenz (σ) der Ausgänge aus den aufgeschalteten
Werten dieser Differenz (ε).
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