DE4022403A1 - Durch kohlenstoff, chrom und niob modifizierte gamma-titan/aluminium-legierungen - Google Patents
Durch kohlenstoff, chrom und niob modifizierte gamma-titan/aluminium-legierungenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein Legierungen von
Titan und Aluminium. Mehr im besonderen bezieht sie sich auf
Gamma-Legierungen von Titan und Aluminium, die sowohl hinsicht
lich des stöchiometrischen Verhältnisses als auch hinsichtlich
der Zugabe einer Kombination von Zusatzelementen modifiziert
worden sind.
Es ist bekannt, daß sich die Kristallform der erhaltenen Titan/
Aluminium-Zusammensetzung bei Zugabe immer größerer Anteile von
Aluminium zu Titanmetall ändert. Geringe Prozentsätze an Alumi
nium gehen in feste Lösung im Titan, und die Kristallform bleibt
die des Alpha-Titans. Bei höheren Aluminiumkonzentrationen
(die etwa 25-35 Atom-% einschließen), wird eine intermetal
lische Verbindung Ti3Al gebildet. Das Ti3Al hat eine mit Alpha-2
bezeichnete geordnete hexagonale Kristallform. Bei noch höheren
Aluminiumkonzentrationen (die den Bereich von 50-60 Atom-%
Aluminium einschließen), wird eine andere intermetallische Ver
bindung, TiAl, gebildet, die eine mit Gamma bezeichnete geord
nete tetragonale Kristallform hat.
Die Legierung aus Titan und Aluminium mit einer Gamma-Kristall
form und einem stöchiometrischen Verhältnis von etwa 1 ist
eine intermetallische Verbindung mit einem hohen Modul, einer
geringen Dichte, einer hohen thermischen Leitfähigkeit, einer
günstigen Oxidationsbeständigkeit und einer guten Kriechbestän
digkeit. Die Beziehung zwischen dem Modul und der Temperatur
für TiAl-Verbindungen zu anderen Titanlegierungen und in Bezie
hung zu Superlegierungen auf Nickelbasis ist in Fig. 2 gezeigt.
Wie sich aus dieser Figur ergibt, hat das TiAl den besten Modul
der Titanlegierungen. Der TiAl-Modul ist nicht nur höher bei hö
herer Temperatur, sondern die Abnahmerate des Moduls mit zunehmen
der Temperatur ist für TiAl geringer als für die anderen Titan
legierungen. Darüber hinaus behält TiAl einen brauchbaren Modul
bei Temperaturen bei, die über denen liegen, bei denen die ande
ren Titanlegierungen unbrauchbar werden. Legierungen auf der
Grundlage der intermetallischen TiAl-Verbindung sind attraktive
Materialien geringen Gewichtes zum Einsatz dort, wo ein hoher
Modul bei hohen Temperaturen und ein guter Umgebungsschutz er
forderlich sind.
Eine der Eigenschaften des TiAl, die seine tatsächliche Anwen
dung hierfür begrenzt, ist die Sprödigkeit bei Zimmertemperatur.
Auch erfordert die Festigkeit der intermetallischen Verbindung
bei Raumtemperatur eine Verbesserung, bevor die intermetallische
TiAl-Verbindung in gewissen Bauteil-Anwendungen eingesetzt wer
den kann. Verbesserungen der intermetallischen TiAl-Verbindung
zur Verbesserung der Duktilität und/oder der Festigkeit bei
Raumtemperatur sind in hohem Maße erwünscht, um den Einsatz der
Zusammensetzungen bei den höheren Temperaturen zu gestatten,
für die sie geeignet sind.
Mit dem potentiellen Nutzen des geringen Gewichtes und der Ein
satzfähigkeit bei hohen Temperaturen ist in den TiAl-Zusammen
setzungen, die verwendet werden sollen, am meisten eine Kombi
nation von Festigkeit und Duktilität bei Raumtemperatur erwünscht.
Eine minimale Duktilität in der Größenordnung von 1% ist für
einige Anwendungen der Metallzusammensetzung akzeptabel, doch
sind höhere Duktilitäten sehr viel erwünschter. Eine Minimal
festigkeit für eine Zusammensetzung, die brauchbar sein soll,
beträgt etwa 350 MPa bzw. 350 N/mm2. Materialien mit diesem Fe
stigkeitsniveau sind jedoch nur von marginaler Brauchbarkeit
für gewisse Anwendungen, und für einige Anwendungen sind höhere
Festigkeiten häufig bevorzugt.
Das stöchiometrische Verhältnis der Gamma-TiAl-Verbindungen kann
über einen Bereich variieren, ohne daß sich die Kristallstruktur
ändert. Der Aluminiumgehalt kann von etwa 50 bis etwa 60 Atom-%
variieren. Die Eigenschaften der Gamma-TiAl-Zusammensetzungen
sind jedoch als Ergebnis relativ geringer Änderungen von 1%
oder mehr im stöchiometrischen Verhältnis der Bestandteile Ti
tan und Aluminium sehr ausgeprägten Änderungen unterworfen.
Auch werden die Eigenschaften ähnlich deutlich durch die Zu
gabe relativ kleiner Mengen von Zusatzelementen beeinflußt.
In der vorliegenden Erfindung wurde festgestellt, daß weitere
Verbesserungen der intermetallischen Gamma-TiAl-Verbindungen
durch Zugabe einer Kombination von Zusatzelementen erfolgen
kann, so daß die Zusammensetzung eine Kombination dieser Zu
satzelemente enthält. In der vorliegenden Erfindung wurde wei
ter festgestellt, daß die Zusammensetzung, die die Kombination
von Zusatzelementen enthält, eine einzigartig erwünschte Kombi
nation von Eigenschaften hat, die eine namhafte Festigkeit,
eine merklich höhere Duktilität und eine wertvolle Oxidations
beständigkeit einschließen.
Es gibt eine umfangreiche Literatur über die Zusammensetzungen
von Titan und Aluminium, einschließlich der intermetallischen
Ti3Al-Verbindung, der intermetallischen TiAl-Verbindung und
der intermetallischen TiAl3-Verbindung. Die US-PS 42 94 615
enthält z. B. eine umfangreiche Diskussion der Legierungen vom
Titanaluminid-Typ einschließlich der intermetallischen TiAl-Ver
bindung. Bei der Diskussion der Vor- und Nachteile von TiAl mit
Bezug auf Ti3Al ist in der vorgenannten US-PS in Spalte 1, ab
Zeile 50 ausgeführt:
"Es sollte klar sein, daß das Gamma-TiAl-Legierungssystem potentiell leichter ist, da es mehr Aluminium enthält. Laboruntersuchungen in den fünfziger Jahren zeigten, daß Titanaluminid-Legierungen das Potential für einen Einsatz bei hoher Temperatur bis etwa 1000°C hatten. Die nachfolgende tatsächliche Erfahrung mit solchen Le gierungen war, daß sie trotz der erforderlichen Hoch temperaturfestigkeit wenig oder keine Duktilität bei Raum- und mäßigen Temperaturen hatten, d. h. von 20 bis 550°C. Materialien, die zu spröde sind, können weder leicht hergestellt werden, noch können sie den nicht häu figen aber unvermeidbaren geringen Einsatzschäden ohne Bruch und nachfolgendes Versagen widerstehen. Sie sind keine brauchbaren Konstruktionsmaterialien zum Ersatz für andere Legierungen."
"Es sollte klar sein, daß das Gamma-TiAl-Legierungssystem potentiell leichter ist, da es mehr Aluminium enthält. Laboruntersuchungen in den fünfziger Jahren zeigten, daß Titanaluminid-Legierungen das Potential für einen Einsatz bei hoher Temperatur bis etwa 1000°C hatten. Die nachfolgende tatsächliche Erfahrung mit solchen Le gierungen war, daß sie trotz der erforderlichen Hoch temperaturfestigkeit wenig oder keine Duktilität bei Raum- und mäßigen Temperaturen hatten, d. h. von 20 bis 550°C. Materialien, die zu spröde sind, können weder leicht hergestellt werden, noch können sie den nicht häu figen aber unvermeidbaren geringen Einsatzschäden ohne Bruch und nachfolgendes Versagen widerstehen. Sie sind keine brauchbaren Konstruktionsmaterialien zum Ersatz für andere Legierungen."
Es ist bekannt, daß das TiAl-Legierungssystem sich beträchtlich
von Ti3Al (ebenso wie von Titanlegierungen, die in fester Lösung
vorliegen) unterscheidet, obwohl sowohl TiAl als auch Ti3Al im
Grunde geordnete intermetallische Titan/Aluminium-Verbindungen
sind. In der vorgenannten US-PS ist in Spalte 1, unten, weiter
ausgeführt:
"Die Fachleute erkennen, daß es einen beträchtlichen Unterschied zwischen den beiden geordneten Phasen gibt. Das Legierungs- und Umwandlungsverhalten von Ti3Al ähnelt dem des Titans, da die hexagonalen Kristallstruk turen sehr ähnlich sind. Die Verbindung TiAl hat jedoch eine tetragonale Anordnung der Atome und somit ziemlich andere Legierungseigenschaften. Ein solcher Unterschied wird in der früheren Literatur häufig nicht erkannt."
"Die Fachleute erkennen, daß es einen beträchtlichen Unterschied zwischen den beiden geordneten Phasen gibt. Das Legierungs- und Umwandlungsverhalten von Ti3Al ähnelt dem des Titans, da die hexagonalen Kristallstruk turen sehr ähnlich sind. Die Verbindung TiAl hat jedoch eine tetragonale Anordnung der Atome und somit ziemlich andere Legierungseigenschaften. Ein solcher Unterschied wird in der früheren Literatur häufig nicht erkannt."
Die US-PS 42 94 615 beschreibt das Legieren von TiAl mit Vanadium
und Kohlenstoff, um einige Eigenschaftsverbesserungen der resul
tierenden Legierung zu erzielen.
Die vorgenannte US-PS offenbart in Tabelle 2 auch die Legierung
T2A-112, die eine Zusammensetzung von Ti-45 Al-5 Nb in Atom-% ist,
doch beschreibt die genannte US-PS diese Zusammensetzung nicht
als irgendwelche nützlichen Eigenschaften aufweisend.
Eine Anzahl von technischen Veröffentlichungen, die sich mit
Titan/Aluminium-Verbindungen sowie deren Eigenschaften befassen,
sind die folgenden:
- 1. E. S. Bumps, H. D. Kessler, und M. Hansen, "Titanium-Aluminium System", Journal of Metals, Juni 1952, Seiten 609-614, TRANSACTIONS AIME, Band 194.
- 2. H. R. Ogden, D. J. Maykuth, W. L. Finlay, und R. I. Jaffee, Mechanical Properties of High Purity Ti-Al Alloys", Journal of Metals Februar 1953, Seiten 267-272, TRANSACTIONS AIME, Band 197.
- 3. Joseph B. McAndrew, und H. D. Kessler, "Ti-36 Pct Al as a Base for High Temperature Alloys", Journal of Metals, Oktober 1956, Seiten 1348-1353, TRANSACTIONS AIME, Band 206.
Die letztgenannte Druckschrift 3. beschreibt Arbeiten zur Ent
wicklung einer intermetallischen Gamma-TiAl-Legierung. In Ta
belle II dieser Druckschrift sind Legierungen mit Zugfestigkei
ten zwischen 231 und 343 N/mm2 als angemessen angegeben, "wo
die vorgesehenen Spannungen deutlich unter diesem Niveau liegen
würden". Diese Aussage erscheint unmittelbar oberhalb von Ta
belle II. Im Absatz über Tabelle IV in Druckschrift 3. wird aus
geführt, daß Tantal, Silber und Niob sich als brauchbare Le
gierungen bei der Bildung dünner Schutzoxide auf Legierungen
erwiesen haben, die Temperaturen von bis zu 1200°C ausgesetzt
sind. Fig. 4 der Druckschrift 3. ist eine graphische Darstel
lung der Oxidationstiefe gegenüber dem nominellen Gewichtspro
zentgehalt von Niob, wenn die Probe stehender Luft bei 1200°C
für 96 h ausgesetzt ist. Unmittelbar oberhalb der Zusammenfas
sung auf Seite 1353 wird von einer Probe einer Titanlegierung
mit 7 Gew.-% Niob berichtet, die eine um 50% höhere Bruchspan
nung als die zum Vergleich benutzte Ti-36% Al-Legierung auf
weist.
- 4. Patrick L. Martin, Madan G. Mendiratta, und Harry A. Lispitt, "Creep Deformation of TiAl und TiAl + W Alloys", Metallurgi cal Transactions A, Band 14A (Oktober 1983) Seiten 2171-2174.
- 5. P. L. Martin, H. A. Lispitt, N. T. Nuhfer, und J. C. Williams, "The Effects of Alloying on the Microstructure and Proper ties of Ti3Al and TiAl", Titanium 80, (veröffentlicht durch die American Society for Metals, Warrendale, PA), Band 2, Seiten 1245-1254.
- 6. Tokuzo Tsujimoto, "Research, Development, and Prospects of TiAl Intermetallic Compound Alloys", Titanium and Zirconium, Band 33, Nr. 3, 159 (Juli 1985), Seiten 1-19.
- 7. H. A. Lipsitt, "Titanium Aluminides - An Overview", Mat. Res. Soc. Symposium Proc., Materials Research Society, Band 39 (1985), Seiten 351-364.
- 8. S.H. Whang et al., "Effectof Rapid Solidification in LIoTiAl Compound Alloys", ASM Symposium Proceedings on Enhanced Properties in Struc. Metals Via Rapid Solidifi cation, Materials Week (Oktober 1986) Seiten 1-7.
- 9. Izvestiya Akademii Nauk SSSR, Metally. Nr. 3 (1984) Seiten 164-168.
- 10. P. L. Martin, H. A. Lipsitt, N. T. Nuhfer und J. C. Williams, "The Effects of Alloying on the Microstructure and Proper ties of Ti3Al and TiAl, Tittanium 80 (veröffentlicht durch die American Society of Metals, Warrendale, PA), Band 2 (1980).
Die US-PS 32 03 794 offenbart viele TiAl-Zusammensetzungen. Ein
Kohlenstoff enthaltendes TiAl ist als sehr viel härter als die
Grundzusammensetzung bezeichnet (320 gegenüber 200 Vickers-Härte)
und folglich sehr viel weniger duktil. Wie in der US-PS 32 03 794
in Spalte 3, ab Zeile 59 ausgeführt:
"Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff haben eine starke härtende Wirkung, selbst wenn sie nur in geringen Mengen vorhanden sind. So wird die Härte von Ti-37,5% Al durch Zugaben von je 0,25% von C, O und N von etwa 200 auf 320 Vickers erhöht."
"Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff haben eine starke härtende Wirkung, selbst wenn sie nur in geringen Mengen vorhanden sind. So wird die Härte von Ti-37,5% Al durch Zugaben von je 0,25% von C, O und N von etwa 200 auf 320 Vickers erhöht."
Die US-PS 46 61 316 lehrt das Dotieren von TiAl mit 0,1 bis 5,0
Gew.-% Mangan sowie das Dotieren von TiAl mit Kombinationen ande
rer Elemente mit Mangan. In Spalte 2, Zeile 58 der US-PS 46 61 316
wird die Zugabe von 0,02 bis 0,12% Kohlenstoff zum Mangan-dotier
ten TiAl vorgeschlagen. In der folgenden Zeile 63 wird jedoch
darauf hingewiesen, daß die Duktilität vermindert wird, indem
ausgeführt wird:
"Die Zugabe von Kohlenstoff erhöht die Hochtemperatur- Festigkeit, obwohl sie die Duktilität vermindert."
"Die Zugabe von Kohlenstoff erhöht die Hochtemperatur- Festigkeit, obwohl sie die Duktilität vermindert."
Somit lehrt der Stand der Technik, daß die Zugabe von Kohlenstoff
zu einer duktilen TiAl-Zusammensetzung die Duktilität vermindert.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Bildung einer intermetallischen Titan/Aluminium-Verbindung
mit stark verbesserter Duktilität und anderer damit in Beziehung
stehender Eigenschaften bei Raumtemperatur zu schaffen.
Eine andere Aufgabe ist es, die Duktilitätseigenschaften von
intermetallischen Titan/Aluminiumverbindungen bei niederen und
mittleren Temperaturen zu verbessern.
Eine weitere Aufgabe ist es, die Kombination von Duktilität und
einem Satz anderer günstiger Eigenschaften von TiAl-Basiszusam
mensetzungen zu verbessern. Insbesondere sollten Verbesserungen
hinsichtlich Duktilität und Festigkeitseigenschaften erfolgen.
Gemäß einem der breiteren Aspekte werden die der Erfindung zu
grunde liegenden Aufgaben gelöst durch Schaffen einer nicht
stöchiometrischen Gamma-TiAl-Basislegierung und Zugabe einer re
lativ geringen Konzentration an Chrom, einer geringen Konzentra
tion an Niob und einer geringeren Konzentration an Kohlenstoff
zu der nicht-stöchiometrischen Zusammensetzung. Die Zugabe von
Chrom in der Größenordnung von etwa 1 bis 3 Atom-%, von Niob
bis zum Ausmaß von 1 bis 5 Atom-% und Kohlenstoff bis zum Aus
maß von 0,05 bis 0,3% ist vorgesehen.
In der vorliegenden Anmeldung bedeutet der Begriff "Gamma-TiAl-
Basislegierung" eine Basislegierung mit Titan und Aluminium, die
zusätzlich zu den angegebenen Zusätzen auch andere Zusätze hin
sichtlich Art und Menge enthalten kann, die die gute Kombination
der Eigenschaften der Basislegierung nicht beeinträchtigen.
Ist die Zusammensetzung rasch verfestigt worden, kann sie durch
isostatisches Pressen und Strangpressen zur Bildung einer festen
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung verdichtet werden.
Die erfindungsgemäße Legierung kann aber auch in Barrenform her
gestellt werden und durch Barrenmetallurgie verarbeitet werden,
um die hocherwünschten Kombinationen von Duktilität, Festigkeit
und anderen nützlichen Eigenschaften zu erzielen.
In der folgenden Beschreibung wird auf die Zeichnung Bezug ge
nommen. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine graphische Darstellung der Duktilität von Proben
nach verschiedenen Wärmebehandlungen,
Fig. 2 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen Modul
und Temperatur für eine Reihe von Legierungen und
Fig. 3 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen Last
in 0,454 kg (US-Pfund) und Kreuzkopfversetzung in
0,025 mm (tausendstel Zoll) für TiAl-Zusammensetzungen
verschiedener Stöchiometrie, wie beim 4-Punkt-Biegen ge
testet.
Es gibt eine Reihe von Hintergrund- und gegenwärtigen Untersu
chungen, die zu den Feststellungen führten, auf denen die vor
liegende Erfindung, die die kombinierte Zugabe von Kohlenstoff,
Niob und Chrom zu einer Gamma-TiAl-Legierung einschließt, beruht.
Die ersten 25 Beispiele befassen sich mit den Hintergrundstu
dien und die späteren Beispiele mit den gegenwärtigen Untersu
chungen.
Es wurden drei einzelne Schmelzen zubereitet, die Titan und Alu
minium in verschiedenen stöchiometrischen Verhältnissen enthal
ten, die dem von TiAl angenähert sind. Die Zusammensetzungen,
Glühtemperaturen und Ergebnisse von Tests, die an den Zusammen
setzungen ausgeführt wurden, sind in der folgenden Tabelle I
zusammengefaßt.
Für jedes Beispiel wurde die Legierung zuerst durch elektrisches
Lichtbogenschmelzen zu einem Barren verarbeitet. Der Barren wurde
durch Schmelzspinnen in einem Partialdruck von Argon zu Band ver
arbeitet. In beiden Schmelzstadien wurde ein wassergekühlter
Kupferherd als Schmelzbehälter benutzt, um unerwünschte Reak
tionen der Schmelze und des Behälters miteinander zu vermeiden.
Es wurde auch sorgfältig darauf geachtet, daß das heiße Metall
nicht Sauerstoff ausgesetzt wurde, weil Titan eine starke Affini
tät zu Sauerstoff hat.
Das rasch erstarrte Band wurde in einem Stahlbehälter verpackt,
der evakuiert und dann abgedichtet wurde. Der Behälter wurde heiß
isostatisch gepreßt (HIPed) bei 950°C (1740°F) für 3 Stunden
unter einem Druck von 2100 bar (30 ksi). Der zum HIPing benutzte
Behälter wurde maschinell von dem verdichteten Band entfernt.
Die HIPped-Probe war ein Zapfen von etwa 2,5 cm Durchmesser und
etwa 7,5 cm Länge.
Der Zapfen wurde axial in eine Mittelöffnung eines Knüppels ein
geführt und darin abgedichtet. Den Knüppel erhitzte man auf
975°C (1787°F) und extrudierte ihn durch ein Werkzeug mit einem
Reduktionsverhältnis von etwa 7:1. Der extrudierte Zapfen wurde
aus dem Knüppel entnommen und wärmebehandelt.
Die extrudierten Proben glühte man dann bei in Tabelle I ange
gebenen Temperaturen für 2 Stunden. Dem Glühen folgte ein Altern
bei 1000°C für 2 Stunden. Die Proben wurden maschinell zu den
Abmessungen 1,5×3×25,4 mm (0,06×0,12×1,0 Zoll) für 4-
Punkt-Biegetests bei Zimmertemperatur bearbeitet. Die Biegetests
wurden in einer 4-Punkt-Biegehalterung mit einer inneren Spann
weite von 10 mm und einer äußeren Spannweite von 20 mm ausge
führt. Die Abhängigkeit der Querkopf-Verformung von der Bela
stung wurde in Form von Kurven aufgezeichnet. Auf der Grundlage
der erhaltenen Kurven wurden die folgenden Eigenschaften defi
niert:
- 1) Die Streckgrenze ist die Fließspannung bei einer Querkopf- Verformung von 0,025 mm (1000stel Zoll). Dieses Ausmaß der Quer kopf-Verschiebung wird als erstes Anzeichen der plastischen De formation und des Überganges von der elastischen zur plastischen Deformation angesehen. Die Messung der Streckgrenze und/oder Bruchfestigkeit durch übliche Kompressions- oder Zugverfahren gibt Ergebnisse, die unter denen liegen, die durch 4-Punkt-Biegen erhalten werden, bei dem die Messungen wie oben angegeben, ausge führt werden. Die höheren Meßergebnisse der 4-Punkt-Biegemessun gen sollten beachtet werden, wenn man diese Werte mit solchen vergleicht, die durch übliche Kompressions- oder Zugverfahren erhalten wurden. Der Vergleich der Meßergebnisse in vielen Bei spielen erfolgt jedoch zwischen 4-Punkt-Biegetests und für alle Proben, die nach dieser Technik gemessen wurden, sind Vergleiche gültig bei der Feststellung des Unterschiedes in den Festigkeits eigenschaften, die sich aus Unterschieden in der Zusammensetzung oder bei der Verarbeitung der Zusammensetzungen ergeben.
- 2) Die Bruchfestigkeit ist die bis zum Bruch erforderliche Spannung.
- 3) Die äußere Faserdehnung ist die Menge von 9,71 hd, worin "h" die Probendicke in Zoll und "d" die Querkopf-Verschiebung des Bruches in Zoll ist. Metallurgisch repräsentiert der er rechnete Wert das Ausmaß der plastischen Deformation, das an der äußeren Oberfläche der Biegeprobe zur Zeit des Bruches auf tritt.
Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammengefaßt,
die Daten über die Eigenschaften von Proben enthält, die bei
1300°C geglüht worden sind, und weitere Daten zu diesen Proben
sind insbesondere in Fig. 3 enthalten.
Ein Diagramm der Querkopf-Verschiebung in 0,025 mm (1000stel Zoll)
in Abhängigkeit von der angewandten Last in 0,454 kg (US-Pfund)
für diese drei Legierungen im Vergleich mit einer Legierung, die
einen Chromzusatz enthält, ist in Fig. 3 angegeben.
Den Daten dieser Tabelle und denen der Fig. 3 läßt sich entnehmen,
daß die Legierung 12 für Beispiel 2 die beste Kombination von
Eigenschaften aufwies. Dies bestätigt, daß die Eigenschaften von
TiAl-Zusammensetzungen für das Atomverhältnis Ti/Al sowie die
angewandte Wärmebehandlung sehr empfindlich sind. Die Legierung 12
wurde als Grundlegierung für weitere Eigenschaftsverbesserungen
auf der Grundlage weiterer Versuche, die wie im folgenden be
schrieben ausgeführt wurden, ausgewählt.
Es wird auch deutlich, daß das Glühen bei Temperaturen zwischen
1250°C und 1350°C zu Testproben führt, die erwünschte Streck
grenze, Bruchfestigkeit und äußere Faserdehnung aufweisen. Das
Glühen bei 1400°C führt jedoch zu einer Testprobe mit einer deut
lich geringeren Streckgrenze (etwa 20% weniger), einer geringe
ren Bruchfestigkeit (etwa 30% weniger) und einer geringeren Duk
tilität (etwa 78% geringer) als eine bei 1350°C geglühte Test
probe. Die scharfe Verschlechterung der Eigenschaften ist einer
dramatischen Änderung im Gefüge zuzuschreiben, einer ausgeprägten
Beta-Transformation bei Temperaturen deutlich oberhalb von 1350°C.
Es wurden 10 weitere einzelne Schmelzen zubereitet, die Titan und
Aluminium in den angegebenen Atomverhältnissen sowie Zusätze in
relativ geringen Atom-%-Mengen enthielten.
Jede dieser Proben wurde wie oben unter Bezugnahme auf die Bei
spiele 1 bis 3 beschrieben zubereitet.
Die Zusammensetzungen, Glühtemperaturen und Ergebnisse von Tests,
die an den Probekörpern ausgeführt wurden, sind in der folgenden
Tabelle II im Vergleich zur Legierung 12 als der Basislegierung
für diesen Vergleich zusammengefaßt.
Messungen der Eigenschaften der Legierung 45 des Beispiels 9
zeigten, daß die Zugabe von Kohlenstoff zu einem duktilen TiAl
die Duktilität drastisch um etwa 90% verminderte.
Bei den Beispielen 4 und 5, die bei 1200°C wärmebehandelt waren,
war die Streckgrenze nicht meßbar, da sich die Duktilität als
im wesentlichen gleich null erwies. Für die Probe des Beispiels
5, das bei 1300°C geglüht war, nahm die Duktilität zwar zu, doch
war sie noch immer unerwünscht gering.
Das gleiche trifft auf Beispiel 6 zu, das eine bei 1250°C geglüh
te Testprobe betrifft. Für die Proben des Beispiels 6, die bei
1300 und 1350°C geglüht waren, erwies sich die Duktilität zwar
als merklich, doch war die Streckgrenze gering.
Keine der Testproben der anderen Beispiele hatten einen bemerkens
werten Grad an Duktilität.
Es ergibt sich aus den Ergebnissen der Tabelle II, daß die Para
meter, die bei der Zubereitung von Proben für das Testen von Be
deutung sind, recht komplex sind und miteinander in Beziehung
stehen. Ein Parameter ist das Atomverhältnis von Titan zu Alu
minium. Den in Fig. 3 aufgetragenen Daten läßt sich entnehmen,
daß das stöchiometrische oder nicht-stöchiometrische Verhältnis
einen starken Einfluß auf die Testeigenschaften hat, die für
verschiedene Zusammensetzungen gemessen wurden.
Ein anderer Satz von Parametern ist der Zusatz, der für die
TiAl-Grundzusammensetzung ausgewählt ist. Ein erster Parameter
dieses Satzes betrifft die Frage, ob ein bestimmter Zusatz als
Substituent für Titan oder Aluminium wirkt. Ein spezifisches
Metall kann in jeder der beiden Beziehungen wirken, und es gibt
keine einfache Regel, nach der bestimmt werden kann, welche
Rolle ein Zusatz spielen wird. Die Bedeutung dieses Parameters
wird offenkundig, wenn der Zusatz einiger Atom-% des Zusatzes
X betrachtet wird.
Wirkt X als Titansubstituent, dann ergibt die Zusammensetzung
Ti48Al48X4 eine effektive Aluminiumkonzentration von 48 Atom-%
und eine effektive Titankonzentration von 52 Atom-%.
Wirkt der Zusatz X aber als Aluminiumsubstituent, dann hat die
erhaltene Zusammensetzung eine effektive Aluminiumkonzentration
von 52 Atom-% und eine effektive Titankonzentration von 48
Atom-%.
Die Natur der Substitution, die stattfindet, ist also sehr wich
tig, aber sehr unvorhersagbar.
Ein anderer Parameter dieses Satzes ist die Konzentration des
Zusatzes.
Noch ein anderer Parameter, der sich aus der Tabelle II ergibt,
ist die Glühtemperatur. Die Glühtemperatur, die die besten Fe
stigkeitseigenschaften für einen Zusatz erzeugt, kann für einen
anderen Zusatz eine andere sein. Dies ist ersichtlich, wenn man
die Ergebnisse des Beispiels 6 mit denen des Beispiels 7 ver
gleicht.
Darüber hinaus kann es einen kombinierten Effekt von Konzentra
tion und Glühtemperatur für den Zusatz geben, so daß die optima
le Eigenschaftsverbesserung, wenn eine Verbesserung festgestellt
wird, bei einer gewissen Kombination aus Zusatzkonzentration
und Glühtemperatur auftritt, so daß höhere und tiefere Konzen
trationen und/oder Glühtemperaturen weniger wirksam sind bei der
Schaffung einer erwünschten Eigenschaftsverbesserung.
Der Inhalt der Tabelle II macht deutlich, daß die Ergebnisse,
die durch Zusatz eines dritten Elementes zu einer nicht-stöchio
metrischen TiAl-Zusammensetzung erhältlich sind, in hohem Maße un
vorhersagbar sind und daß die meisten Testergebnisse hinsicht
lich der Duktilität oder der Festigkeit oder beiden keine Ver
besserung ergeben haben.
Ein weiterer Parameter der Gamma-Titanaluminit-Legierungen, die
Zusätze enthalten, besteht darin, daß Kombinationen von Zusätzen
nicht notwendigerweise zu additiven Kombinationen der einzelnen
Vorteile führen, die sich aus der einzelnen Zugabe der gleichen
Additive ergeben.
Es wurden vier weitere Proben auf TiAl-Basis hergestellt, wie im
Zusammenhang mit den Beispielen 1 bis 3 beschrieben, um einzelne
Zugaben von Vanadium, Niob und Tantal, wie sie in der Tabelle III
aufgeführt sind, vorzunehmen.
Die vierte Zusammensetzung ist eine, die Vanadium, Niob und Tan
tal in einer einzigen Legierung kombiniert, die in Tabelle III
als Legierung 48 angegeben ist.
Der Tabelle III ist zu entnehmen, daß die einzelnen Zugaben von
Vanadium, Niob und Tantal gemäß den Beispielen 14, 15 und 16 der
Grundlegierung TiAl jeweils eine beträchtliche Verbesserung ver
leihen. Die Kombination der gleichen Zusätze in einer einzelnen
Kombinationslegierung führt jedoch nicht zu einer Kombination
der einzelnen Verbesserungen in einer additiven Weise. Vielmehr
ist das Gegenteil der Fall.
So ergab die Legierung 48 beim Glühen bei der Temperatur von
1350°C, die auch für die einzelnen Legierungen benutzt worden
war, ein derart sprödes Material, daß es bei der maschinellen
Bearbeitung zur Herstellung der Testproben brach.
Weiter erwiesen sich die Ergebnisse bei der kombinierten Legie
rung nach dem Glühen bei 1250°C als sehr viel schlechter als
die, die für die separaten Legierungen, die jeweils die einzelnen
Zusätze enthielten, erhalten wurden.
Es ist augenscheinlich, daß Vanadium die Duktilität der Legie
rung 14 gemäß Beispiel 14 sehr verbesserte. Kombiniert man das
Vanadium jedoch mit den anderen Zusätzen, wie in der Legierung 48
des Beispiels 17, dann wird überhaupt keine Verbesserung der Duk
tilität erhalten. Vielmehr wird die Duktilität der Grundlegie
rung auf einen Wert von 0,1 vermindert.
Der Zusatz von Niob bei der Legierung 40 zeigt eine sehr beträcht
liche Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit, wie der Gewichts
verlust von nur 4 mg/cm2 der Legierung 40, verglichen mit dem Ge
wichtsverlust von 31 mg/cm2 der Grundlegierung zeigt. Der Oxida
tionstest und der komplementäre Test der Oxidationsbeständigkeit
schließt ein Erhitzen der zu untersuchenden Probe auf eine Tempe
ratur von 982°C für eine Dauer von 48 h ein. Nach dem die Probe
abgekühlt worden ist, entfernt man eine etwa vorhandene Oxid- bzw.
Zunderschicht durch Abkratzen. Durch Wiegen der Probe vor und
nach dem Erhitzen und Abkratzen kann man einen Gewichtsunterschied
bestimmen. Der Gewichtsverlust wird bestimmt in mg/cm2 durch
Dividieren des Gesamtgewichtsverlustes in g durch die Oberfläche
der Probe in cm2. Dieser Oxidationstest wird für alle Messungen
der Oxidation oder Oxidationsbeständigkeit im Rahmen der vor
liegenden Anmeldung ausgeführt.
Für die Legierung 60 mit dem Tantalzusatz wurde der Gewichtsver
lust für eine Probe, die bei 1325°C geglüht worden war, zu
2 mg/cm2 bestimmt, und dies ist wiederum mit dem Gewichtsverlust
von 31 mg/cm² für die Grundlegierung zu vergleichen. Anders ge
sagt sind Niob und Tantal als individuelle Zusätze bei der Ver
besserung der Oxidationsbeständigkeit der Grundlegierung sehr
wirksam.
Demgegenüber zeigen die Ergebnisse der Tabelle III für die Le
gierung 48 des Beispiels 17, die alle drei Zusätze Vanadium, Niob
und Tantal in Kombination enthielt, eine um das Doppelte erhöhte
Oxidation gegenüber der Grundlegierung. Diese Oxidation ist um
das 7-fache stärker als die der Legierung 40, die nur Niob als
Zusatz enthielt und um etwa das 15-fache stärker als bei der Le
gierung 60, die nur den Tantalzusatz enthielt.
Die einzelnen Vor- und Nachteile, die sich aus dem Einsatz ein
zelner Zusätze ergeben, erweisen sich bei wiederholtem Einsatz
dieser Zusätze einzeln als wiederholbar. Wenn die Zusätze je
doch in Kombination eingesetzt werden, dann kann die Wirkung
eines Zusatzes in der Kombination in einer Grundlegierung von
der Wirkung, die der Zusatz einzeln in der gleichen Grundlegie
rung hat, sehr verschieden sein. Die Zugabe von Vanadium hat sich
als vorteilhaft für die Duktilität von Titan/Aluminium-Zusammen
setzungen erwiesen. Die Zugabe von Niob zu TiAl-Basislegierung
ist nützlich für deren Festigkeit. Der oben unter 3. genannten
Druckschrift von McAndrew et al ist zu entnehmen, daß die
einzelne Zugabe von Niob zur TiAl-Grundlegierung die Oxidations
beständigkeit verbessern kann. Auch die Zugabe von Tantal kann
nach diesem Artikel die Oxidationsbeständigkeit verbessern. Da
rüber hinaus führt die einzelne Zugabe von Tantal zur Verbesse
rung der Duktilität.
In anderen Worten wurde festgestellt, daß Vanadium einzeln zu
vorteilhaften Duktilitätsverbesserungen von Gamma-Titan/Alumi
nium-Legierungen und das Tantal einzeln zu Duktilität- und Oxi
dationsverbesserungen beitragen kann. Separat wurde festgestellt,
daß Niobzusätze vorteilhaft zu den Festigkeitseigenschaften und
der Oxidationsbeständigkeit von Titan-Aluminium beitragen kann.
Es wurde jedoch in der vorliegenden Anmeldung festgestellt, wie
sie sich aus dem obigen Beispiel 17 ergibt, daß bei gemeinsamer
Zugabe von Vanadium, Tantal und Niob die erhaltene Legierungs
zusammensetzung durch diese Zugaben nicht gefördert wird, sondern
daß es vielmehr einen Verlust hinsichtlich der Eigenschaften des
TiAl gibt, das Niob, Tantal und Vanadium gemeinsam enthält (vgl.
obige Tabelle III).
Während man davon ausgehen könnte, daß bei dem gemeinsamen Ein
satz von zwei oder mehr Zusatzelementen, die TiAl einzeln ver
bessern, weitere Verbesserungen des TiAls erhalten werden könnten,
wird doch festgestellt, daß die Ergebnisse solcher gemein
samer Zusätze in hohem Maße unvorhersagbar sind und daß tatsäch
lich die kombinierte Zugabe von Vanadium, Niob und Tantal zu
einem Verlust an Eigenschaften führt.
Es wurden sechs weitere Proben wie oben im Zusammenhang mit den
Beispielen 1 bis 3 beschrieben, zubereitet zur Herstellung chrom
haltiger Titanaluminid-Legierungen mit Zusammensetzungen, wie sie
in der folgenden Tabelle IV aufgeführt sind. Diese Tabelle IV ent
hält die Biegetestergebnisse aller Legierungen, sowohl der Ver
gleichslegierung ohne Chrom als auch der durch Chrom modifizier
ten, die verschiedenen Wärmebehandlungsbedingungen, die für rele
vant angesehen wurden, unterworfen wurden.
Die in der Tabelle IV aufgeführten Ergebnisse zeigen weiter die
Kritikalität einer Kombination von Faktoren bei der Bestimmung
der Auswirkungen von Legierungszusätzen oder Dotierungszusätzen
auf die einer Basislegierung verliehenen Eigenschaften. So zeigt
z.B. die Legierung 80 gute Eigenschaften für eine 2 Atom-%ige
Zugabe von Chrom. Man könnte eine weitere Verbesserung aufgrund
einer zusätzlichen Chromzugabe erwarten. Die Zugabe von 4 Atom-%
Chrom zu Legierungen mit drei verschiedenen TiAl-Atomverhält
nissen zeigt jedoch, daß die Konzentrationszunahme eines Addi
tivs, das sich bei geringeren Konzentrationen als nützlich er
wiesen hat, nicht notwendigerweise zu einer weiteren Verbesserung
führt. Tatsächlich ergibt die Erhöhung der Chromkonzentration
eine Verschlechterung der Eigenschaften.
Wie sich der Tabelle IV entnehmen läßt, hat jede der Legierungen
49, 79 und 88, die jeweils 4 Atom-% Chrom enthalten, eine ge
ringere Festigkeit und eine geringere äußere Faserdehnung
(Duktilität), verglichen mit der Grundlegierung. Im Gegensatz
dazu zeigt die Legierung 38 des Beispiels 18, die 2 Atom-% des
Zusatzes enthält, nur eine geringfügig verminderte Festigkeit,
aber eine stark verbesserte Duktilität. Es ist auch ersichtlich,
daß die gemessene äußere Faserdehnung der Legierung 38 deutlich
mit den Wärmebehandlungsbedingungen variierte. Eine bemerkens
werte Zunahme in der äußeren Faserdehnung wurde durch Glühen
bei 1250°C erzielt. Eine verminderte Dehnung wurde beobachtet,
wenn man bei höheren Temperaturen glühte. Ähnliche Verbesserun
gen wurden für die Legierung 80 beobachtet, die auch nur 2 Atom-%
des Zusatzes enthielt, obwohl dort die höchste Duktilität bei
der Glühtemperatur von 1300°C erhalten wurde.
Für die Legierung 87 nach Beispiel 20 setzte man zwar 2 Atom-%
Chrom ein, doch wurde die Aluminiumkonzentration auf 50 Atom-%
erhöht. Die höhere Aluminiumkonzentration führt zu einer gerin
gen Verminderung der Duktilität, verglichen mit der Duktilität,
die für die 2 Atom-% Chrom enthaltendenden Zusammensetzungen
gemessen wurde, die Aluminium im Bereich von 46 bis 48 Atom-%
enthielten. Die optimale Wärmebehandlungstemperatur für die Le
gierung 87 betrug etwa 1350°C.
Den Beispielen 18, 19 und 20, die jeweils 2 Atom-% Zusatz ent
hielten, läßt sich entnehmen, daß die optimale Glühtemperatur
mit zunehmender Aluminiumkonzentration zunahm.
Auf der Grundlage dieser Daten wurde bestimmmt, daß die Legie
rung 38, die bei 1250°C wärmebehandelt worden war, die beste Kom
bination von Eigenschaften bei Raumtemperatur hätte. Es ist da
rauf hinzuweisen, daß die optimale Glühtemperatur für die Le
gierung 38 mit 46 Atom-% Aluminium 1250°C betrug, die optimale
Glühtemperatur für die Legierung 80 mit 48 Atom-% Aluminium da
gegen bei 1300°C lag. Die für die Legierung 80 erhaltenen Er
gebnisse sind in Fig. 3 mit Bezug auf die Basislegierungen auf
getragen.
Diese bemerkenswerten Zunahmen hinsichtlich der Duktilität der
Legierung 38 bei Behandlung bei 1250°C und der Legierung 80 bei
Wärmebehandlung bei 1300°C waren unerwartet.
Wie sich den in der Tabelle IV enthaltenen Daten entnehmen läßt,
ist die Modifikation der TiAl-Zusammensetzungen zur Verbesserung
der Eigenschaften ein sehr komplexes und unvorhersagbares Unter
nehmen. So ist es z. B. augenscheinlich, daß Chrom in einer Menge
von 2 Atom-% eine sehr beträchtliche Zunahme der Duktilität der
Zusammensetzung bewirkt, wenn das Atomverhältnis von TiAl in
einem geeigneten Bereich liegt und die Glühtemperatur der Zusam
mensetzung in einem geeigneten Bereich für die Chromzugaben liegt.
Aufgrund der Ergebnisse der Tabelle IV ist auch klar, daß trotz
der möglichen Erwartung einer Wirkung hinsichtlich der Verbesse
rung der Eigenschaften durch Erhöhen der Zusatzmenge gerade das
Gegenteil eintritt, weil die Zunahme in der Duktilität, die
durch eine 2 Atom-%ige Zugabe bewirkt wird, durch Erhöhen des
Chromanteils auf 4 Atom-% umgekehrt wird und verloren geht. So
mit ist klar, daß der 4 Atom-%ige Zusatz bei der Verbesserung
der TiAl-Eigenschaften nicht wirksam ist, obwohl eine beträcht
liche Variation im Atomverhältnis von Titan zu Aluminium vorge
nommen und ein beträchtlicher Bereich von Glühtemperaturen ange
wendet wurde, um die Eigenschaftsänderungen zu untersuchen, die
die Zugabe höherer Konzentrationen des Zusatzes begleiten.
Es wurden Legierungsproben zubereitet, die die folgende Zusammen
setzung hatten:
Ti52Al46Cr2.
Testproben der Legierung wurden nach zwei verschiedenen Herstel
lungsverfahren zubereitet, und die Eigenschaften jeder Probe
wurden im Zugversuch gemessen. Die benutzten Verfahren und die
erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle V zusammen
gefaßt.
In Tabelle V sind die Ergebnisse der Legierung 38 aufgeführt, die
gemäß zwei Beispielen 18 und 24 hergestellt wurden die zwei ver
schiedene Herstellungsverfahren benutzten, um die Legierung der
jeweiligen Beispiele zu erhalten. Darüber hinaus wurden Testver
fahren für die Metallproben aus der Legierung 38 des Beispiels 18
und separat für die Legierung 38 des Beispiels 24 benutzt, die
sich von den Testmethoden der Proben der vorhergehenden Beispiele
unterschieden.
Die Legierung des Beispiels 18 wurde nach dem Verfahren herge
stellt, wie es oben mit Bezug auf die Beispiele 1 bis 3 beschrie
ben ist. Dies ist ein rasches Erstarrungs- und Verdichtungsver
fahren. Das Testen der Legierung nach Beispiel 18 erfolgte nicht
nach dem 4-Punkt-Biegetest, der für alle anderen in den obigen
Tabellen zusammengefaßten Daten und insbesondere für Beispiel 18
der Tabelle IV benutzt wurde. Das Testverfahren war vielmehr
ein konventioneller Zugversuch, bei dem Metallproben als Zug
stäbe hergestellt und einem Zugtest unterworfen wurden, bis sich
das Metall dehnte und schließlich brach. Die aus der Legierung
38 nach Beispiel 18 hergestellten Teststäbe wurden einer Zug
kraft ausgesetzt, bis sich der Stab bei 651 N/mm2 (entsprechend
93 ksi) dehnte.
Die Streckgrenze in N/mm2 (ksi) des Beispiels 18 der Tabelle V,
die mittels eines Zugstabes gemessen wurde, ist mit der Streck
grenze in N/mm2 (ksi) des Beispiels 18 der Tabelle IV zu ver
gleichen, die mittels des 4-Punkt-Biegetests gemessen wurde. In
der metallurgischen Praxis wird die durch Zugstabdehnung be
stimmte Streckgrenze allgemeiner benutzt und ist ein allgemein
akzeptierteres Maß für Konstruktionszwecke.
In ähnlicher Weise repräsentiert die Zugfestigkeit von 756 N/mm2
(108 ksi) die Festigkeit, bei der der Zugstab des Beispiels 18
der Tabelle V als Ergebnis des Ziehens brach. Dieser Wert bezieht
sich auf die Bruchfestigkeit für das Beispiel 18 in Tabelle V.
Es ist offensichtlich, daß die beiden verschiedenen Tests zu
zwei verschiedenen Werten für alle Daten führen.
Hinsichtlich der plastischen Dehnung gibt es wiederum eine Be
ziehung zwischen den Ergebnissen, die durch 4-Punkt-Biegetests
bestimmt werden, wie sie in der obigen Tabelle IV für Beispiel
18 aufgeführt sind und der plastischen Dehnung in %, wie sie
in der letzten Spalte der Tabelle V für Beispiel 18 enthalten
sind.
Das Beispiel 24 der Tabelle V ist, wie der Spalte "Herstellungs
verfahren" zu entnehmen, durch Barrenmetallurgie hergestellt.
Der Begriff "Barrenmetallurgie" bezieht sich auf das Schmelzen
der Bestandteile der Legierung 38 in den in Tabelle V aufgeführ
ten Anteilen, die den Anteilen für Beispiel 18 genau entsprechen.
Anders ausgedrückt, ist die Zusammensetzung der Legierung 38 so
wohl für das Beispiel 18 als auch das Beispiel 24 identisch. Der
Unterschied zwischen den beiden Beispielen besteht darin, daß
die Legierung des Beispiels 18 durch rasche Erstarrung und die
Legierung des Beispiels 24 durch Barrenmetallurgie hergestellt
wurde. Die Barrenmetallurgie schließt ein Schmelzen der Bestandteile
und das Erstarren der Bestandteile zu einem Barren ein. Das
rasche Erstarren schließt die Bildung eines Bandes durch das
SchmelzsPinnen, gefolgt vom Verdichten des Bandes zu einer
völlig dichten kohärenten Metallprobe ein.
Beim Barrenschmelzen des Beispiels 24 hat der Barren eine Abmes
sung von etwa 5 cm Durchmesser und etwa 1,25 cm Dicke mit der
etwaigen Gestalt eines Hockeypucks. Nach dem Erschmelzen und
Erstarren des hockeypuckförmigen Barrens wurde dieser in einem
Stahlring mit einer Wanddicke von etwa 1,25 cm und einer verti
kalen Höhe eingeschlossen, die der des Barrens entsprach. Vor
dem Einschließen in den Haltering wurde der Barren durch Er
hitzen auf 1250°C für 2 Stunden homogenisiert. Die Einheit aus
hockeypuckförmigen Barren und Haltering wurde auf eine Tempera
tur von etwa 975°C erhitzt. Die erhitzte Probe mit Haltering
wurde zu einer Dicke von etwa der Hälfte der ursprünglichen
Dicke geschmiedet.
Nach dem Schmieden und Kühlen der Probe wurden Zugproben gemäß
dem Beispiel 18 hergestellt. Diese Zugproben wurden den gleichen
üblichen Zugtesten unterworfen, wie im Beispiel 18 und die Er
gebnisse der Streckgrenze, Zugfestigkeit und plastischen Dehnung
sind in Tabelle V für Beispiel 24 aufgeführt. Wie sich den Da
ten der Tabelle V entnehmen läßt, wurden die einzelnen Test
proben vor dem Ausführen der Zugtests verschiedenen Glühtempe
raturen unterworfen.
Die für das Beispiel 18 in Tabelle V benutzte Glühtemperatur
für die Zugfestigkeitsprobe betrug 1250°C. Die drei Proben der
Legierung 38 des Beispiels 24 der Tabelle V wurden einzeln auf
die in Tabelle V aufgeführten verschiedenen Temperaturen, 1225°C,
1250°C und 1275°C erhitzt. Nach dieser Glühbehandlung für etwa
2 Stunden wurden die Proben dem üblichen Testen unterworfen,
dessen Ergebnisse für die drei separat behandelten Zugtestproben
in Tabelle V aufgeführt sind.
Die für die rasch erstarrte Legierung bestimmten Streckgrenzen
sind etwas größer als die für die Metallproben, die nach der
Barrenmetallurgie erhalten wurden, wie die Ergebnisse in Tabelle
V zeigen. Die Ergebnisse der plastischen Dehnung der Proben,
die durch Barrenmetallurgie hergestellt wurden, zeigen eine all
gemein höhere Duktilität als die der Proben, die durch rasche
Erstarrung hergestellt wurden. Die für Beispiel 24 aufgeführ
ten Ergebnisse zeigen, daß trotz der etwas geringeren Streck
grenzen als für Beispiel 18, die Ergebnisse des Beispiels 24
völlig angemessen sind für viele Anwendungen in Flugzeugtrieb
werken und anderen industriellen Einsatzgebieten. Auf der Grund
lage der Duktilitätsmessungen und der für Beispiel 24 aufgeführ
ten Messungen macht die Duktilitätszunahme die Legierung 38,
wie sie durch Barrenmetallurgie hergestellt wurde, zu einer sehr
erwünschten Legierung für solche Anwendungen, die eine höhere
Duktilität erfordern. Es ist allgemein bekannt, daß das Verar
beiten durch Barrenmetallurgie sehr viel billiger ist als das
Verarbeiten durch Schmelzspinnen oder rasche Erstarrung, da im
ersteren Falle weder das teuere Schmelzspinnen selbst noch die
Verdichtung danach erforderlich sind.
Es wurden Proben einer Legierung, die Zusätze sowohl von Chrom
als auch Niob enthielt, wie oben bei den Beispielen 1 bis 3
offenbart, hergestellt. Wie in der anhängigen US-Patentanmel
dung mit der Serial Nr. 2 01 984 vom 3. Juni 1988 berichtet, wur
den an diesen Proben Tests ausgeführt und die Ergebnisse sind
in der folgenden Tabelle VI aufgeführt.
Es ist aus Beispiel 17 in Tabelle III oben bekannt, daß bei Zugabe
von mehr als einem Zusatzelement, das jeweils einzeln wirksam
ist bei der Verbesserung verschiedener Eigenschaften der TiAl-
Zusammensetzungen das Ergebnis, wie beim Beispiel 17, im wesentlichen
negativ ist, da die kombinierte Zugabe zu einer Abnahme
bei den erwünschten Gesamteigenschaften führt. Es ist daher sehr
überraschend festzustellen, daß durch die Zugabe von zwei Elemen
ten, und insbesondere von Chrom und Niob in einer Gesamtmenge
von 4 Atom-% eine beträchtlichere weitere Zunahme der erwünschten
Gesamteigenschaften der Legierung erhalten wird. Durch die Ver
wendung der Kombination von Chrom und Niob wird von allen Mate
rialien, die durch rasche Erstarrung hergestellt wurden, die
höchste Duktilität erzielt.
Weitere Tests, die mit den Legierungen der Tabelle VI ausgeführt
wurden, betreffen die Oxidationsbeständigkeit. Hierbei wurde der
Gewichtsverlust nach 48-stündigem Erhitzen bei 982°C in Luft ge
messen. Das Ergebnis ist in mg/cm2,bezogen auf die Oberfläche
der Testproben angegeben.
Den in Tabelle VI angegebenen Daten läßt sich entnehmen, daß der
Gewichtsverlust der Legierung 12 beim Erhitzen etwa 31 mg/cm2
betrug. Der Gewichtsverlust der Chrom enthaltenden Legierung 18
beim Erhitzen betrug 47 mg/cm2. Im Gegensatz dazu betrug der
Gewichtsverlust der Legierung 81, die bei 1275°C geglüht war,
beim Erhitzen etwa 4 mg/cm2. Diese Abnahme beim Gewichtsverlust
bedeutet eine Zunahme in der Oxidationsbeständigkeit in der Le
gierung. Dies ist eine sehr bemerkenswerte Zunahme um das etwa
7fache aufgrund der Kombination von Chrom und Niob in der Le
gierung 81. Somit hat die Chrom und Niob enthaltende Legierung
einen sehr erwünschten Grad der Duktilität und zwar die höchst
erzielte zusammen mit einer sehr beträchtlichen Verbesserung der
Oxidationsbeständigkeit.
Die Legierung ist geeignet zur Verwendung in Komponenten von
Strahltriebwerken, die hohe Festigkeit bei hohen Temperaturen
haben. Solche Komponenten können z. B. für wirbelfreie Gasaus
lässe, Lauf- oder Leitschaufeln von Niederdruckturbinen, Lauf
schaufeln oder Leitkanäle sein.
Die Legierung kann auch in verstärkten Verbundstrukturen eingesetzt sein
wie im wesentlichen in der US-Patentanmeldung mit der Serial-Nr.
0 10 882 vom 4. Februar 1987 beschrieben.
Die in Beispiel 25 beschriebene Legierung wurde durch rasche
Erstarrung hergestellt. Im Gegensatz dazu wurde die Legierung
des vorliegenden Beispiels durch Barrenmetallurgie in einer ähn
lichen Weise hergestellt, wie dies oben in Beispiel 24 beschrie
ben ist.
Das spezifische Herstellungsverfahren ist wichtig zur Erzielung
einer Eigenschaftsverbesserung gegenüber den Eigenschaften der
in der anhängigen US-Patentanmeldung Serial Nr. 2 01 984 vom
3. Juni 1988 beschriebenen Zusammensetzung.
Die Anteile der Bestandteile dieser Legierungen sind die fol
genden:
Ti48Al48Cr2Nb2.
Die Bestandteile wurden zusammengeschmolzen und dann zu zwei
Barren mit einem Durchmesser von etwa 5 cm und einer Dicke von
etwa 1,25 cm zum Erstarren gebracht. Die Schmelzen für diese
Barren waren durch Elektro-Lichtbogenschmelzen in einem Kupfer
herd hergestellt.
Der erste der beiden Barren wurde zwei Stunden bei 1250°C homo
genisiert und der zweite bei 1400°C für zwei Stunden.
Nach der Homogenisierung wurde jeder Barren einzeln in einen
genau passenden Stahlring mit einer Wandstärke von etwa 1,25 cm
eingepaßt. Jeder der Barren und sein Haltering wurden auf 975°C
erhitzt und dann zu einer Dicke geschmiedet, die etwa die Hälfte
der ursprünglichen Dicke war.
Beide geschmiedeten Proben wurden dann bei Temperaturen zwischen
1250 und 1350°C zwei Stunden geglüht. Nach dem Glühen wurden die
geschmiedeten Proben für zwei Stunden bei 1000°C gealtert. Nach
dem Altern wurden die Probebarren maschinell zu Zugstäben für
Zugtests bei Raumtemperatur verarbeitet.
Die folgende Tabelle VII faßt die Ergebnisse der bei Raumtempera
tur ausgeführten Zugtests zusammen.
Aus den Daten der obigen Tabellen VI und VII ergibt sich, daß
experimentell gezeigt wurde, daß eine stark duktile TiAl-Grund
legierung mit hoher Beständigkeit gegen Oxidation durch Gießen
und Knetmetallurgie hergestellt worden ist.
Die Streckgrenzen liegen im Bereich von 420 bis 469 N/mm2 (60 bis
67 ksi), und es ist zu bemerken, daß diese Streckgrenzen recht
unabhängig sind von der Homogenisierung und den Wärmebehandlungs
temperaturen, die angewendet wurden. Im Gegensatz dazu erweisen
sich die Duktilitäten als stark von der benutzten Homogenisie
rungstemperatur abhängig. Bei Anwendung der Homogenisierungs
temperatur von 1250°C liegen die gemessenen Duktilitäten im Be
reich von 1,3 bis 2,1% in Abhängigkeit von der Wärmebehandlungs
temperatur.
Wenn jedoch die Homogenisierung bei 1400°C ausgeführt wird, haben
die erzielten Duktilitäten in den Proben die höheren Werte von
2,7 bis 2,9%. Diese Duktilitäten sind merklich höher und stimmen
daher besser mit denen überein, die bei Messungen der Materialien
gefunden wurden, die bei der tieferen Temperatur homogenisiert
wurden.
Diese Tests demonstrieren, daß die Duktilität einer Zusammenset
zung Ti48Al48Cr2Nb2, die durch Gießen und Schmieden zubereitet
wurde, durch Homogenisierung bei 1400°C stark verbessert wird.
Das vorhergehende Beispiel demonstriert die Zubereitung einer Zu
sammensetzung, die eine einzigartige Kombination von Duktilität,
Festigkeit und Oxidationsbeständigkeit hat. Dieses Beispiel ist
in einer anhängigen US-Anmeldung mit der Serial Nr. 3 54 965 vom
22. Mai 1989 offenbart.
Diese Zubereitung erfolgte durch billige Barrenmetallurgie zum
Unterschied von dem aufwendigeren Schmelzspinnen, das im Beispiel
25 benutzt wurde.
Dieses Verfahren ist einzigartig bei der Zusammensetzung, die die
Kombination von Chrom und Niob enthält. Die Konzentrationsbereiche
an Chrom und Niob, für die das Verfahren dieses Beispiels vorteil
hafte Ergebnisse erzeugt, sind die folgenden:
Ti48Al48Cr2Nb2.
Die Homogenisierung des Barrens vor der Dickenverminderung wird
vorzugsweise bei einer Temperatur von etwa 1400°C ausgeführt, doch
ist auch die Homogenisierung bei Temperaturen oberhalb der Über
gangstemperatur bei der Ausführung des Verfahrens möglich. Die
Übergangstemperatur variiert in Abhängigkeit vom stöchiometri
schen Verhältnis von Titan und Aluminium und von den spezifi
schen Konzentrationen der Chrom- und Niobzusätze. Aus diesem
Grunde ist es ratsam, erst die Übergangstemperatur einer spe
ziellen Zusammensetzung zu bestimmen und diesen Wert beim Aus
führen des Verfahrens zu benutzen.
Die Homogenisierungszeiten variieren umgekehrt mit der angewen
deten Temperatur, doch sind kürzere Zeiten in der Größenordnung
von 1 bis 3 Stunden bevorzugt.
Nach der Homogenisierung und dem Einschließen des Barrens wird
die Einheit aus Barren und Haltering vor der Dickenverminderung
durch Schmieden auf 975°C erhitzt. Ein erfolgreiches Schmieden
kann ohne einen Haltering und mit Proben erfolgen, die auf Tempe
raturen zwischen etwa 900°C und der beginnenden Schmelztempera
tur erhitzt wurden. Temperaturen oberhalb des beginnenden Schmelz
punktes sollten vermieden werden.
Die Dickenverminderung ist nicht auf eine Verminderung auf die
Hälfte der ursprünglichen Dicke beschränkt. Verminderungen von
etwa 10% oder mehr ergeben brauchbare Resultate bei der Ausfüh
rung der vorliegenden Erfindung. Eine Verminderung von mehr als
50% ist bevorzugt.
Das Glühen nach der Dickenverminderung kann über einen Tempera
turbereich von etwa 1250°C bis zur Übergangstemperatur und vor
zugsweise von etwa 1250 bis etwa 1350°C sowie über einen Zeit
bereich von etwa 1 bis 10 Stunden und vorzugsweise im kürzeren
Bereich von etwa 1 bis 3 Stunden ausgeführt werden. Proben, die
bei höheren Temperaturen geglüht werden, werden vorzugsweise
kürzere Zeit geglüht, um im wesentlichen die gleiche wirksame
Glühung zu erzielen.
Nach dem Glühen kann ein Altern ausgeführt werden. Das Altern
erfolgt üblicherweise bei einer tieferen Temperatur als das
Glühen und für eine kürzere Zeit in der Größenordnung für 1 bis
wenige Stunden. Das Altern bei 1000°C für eine Stunde ist eine
typische Alterungsbehandlung. Altern ist hilfreich, für die
Durchführung der vorliegenden Erfindung jedoch nicht unwesentlich.
Obiges wurde in der anhängigen US-Patentanmeldung mit der
Serial Nr. 3 54 965 vom 22. Mai 1989 erläutert.
Eine Probe aus einer zusätzlich zu Chrom und Niob Kohlenstoff
enthaltenden Legierung wurde gemäß der Formel zubereitet:
Ti47,9Al48Cr2Nb2C0,1
Die Zusammensetzung wurde zubereitet und getestet wie in den
Beispielen 24 und 26A beschrieben. Dies schloß ein Elektro-
Lichtbogenschmelzen und ein Gießen zu einem Barren von etwa
5 cm Durchmesser und 1,25 cm Dicke ein. Der gegossene Barren
wurde für 2 Stunden bei 1250°C homogenisiert und dann in einem
Stahlring eingeschlossen. Barren und Ring wurden auf 975°C er
hitzt und dann zu einer Dicke von etwa der Hälfte der ursprüng
lichen Dicke geschmiedet.
Nach dem Glühen bei Temperaturen zwischen 1200 und 1400°C für
2 Stunden und Altern bei 1000°C für 2 Stunden wurden Proben für
Testversuche bei Raumtemperatur maschinell, insbesondere durch
Zerspanen hergestellt. Die Testergebnisse sind in der folgen
den Tabelle VIII zusammen mit den Ergebnissen des Zugtestens der
Legierung 81 des Beispiels 26A enthalten. Diese beiden Sätze
von Testdaten sind in Tabelle VIII enthalten, da die beiden Le
gierungen nach den gleichen Stufen hergestellt und verarbeitet
worden sind, so daß die Ergebnisse ihrer jeweiligen Tests recht
genau vergleichbar sind.
Aus den in Tabelle VIII aufgeführten Ergebnissen ergibt sich, daß
die Zugabe von Kohlenstoff zum mit Chrom und Niob versehenen Gamma-
TiAl höchst bemerkswerte Duktilitätszunahmen zur Folge hatte. Diese
Ergebnisse sind in Fig. 1 aufgetragen.
Der Tabelle VIII und Fig. 1 ist zu entnehmen, daß die bemerkens
wert gute Duktilität der Legierung 81, die bei 1275 und 1300°C
geglüht war und die Kombination der Zusätze Chrom und Niob ent
hielt, durch die weitere Zugabe von 0,1 Atom-% Kohlenstoff er
staunlicherweise verdoppelt wurde.
Dies ist das ungewöhnlichste und unerwartetste Ergebnis.
Dem Vorstehenden läßt sich somit entnehmen, daß es eine Vielzahl
von Wegen zur Erreichung von Verbesserungen hinsichtlich der Duk
tilität einer TiAl-Zusammensetzung gibt, die Chrom und Niobzusätze
enthält.
Ein erster Weg besteht im Gebrauch des raschen Erstarrens. Dieses
rasche Erstarren begünstigt die Entwicklung einer höheren Dukti
lität bei der Zubereitung einer Ti48Al48Cr2Nb2-Zusammensetzung.
Ein zweites Verfahren ist das Homogenisieren bei 1400°C, wie im
Beispiel 26B angewandt.
Das dritte Verfahren ist das in der vorliegenden Anmeldung ge
lehrte Verfahren und schließt spezifisch den Einschluß von Kohlen
stoff zusammen mit Chrom und Niob in der TiAl-Zusammensetzung
ein.
Jede dieser Techniken ist wirksam bei der Verbesserung der Duk
tilität von TiAl.
Hinsichtlich der genauen kohlenstoffhaltigen Zusammensetzung,
bei der eine Zusammensetzung, wie
Ti47,9Al₄₈Cr₂Nb₂C0,1
geschaffen wird, können der Kohlenstoffsubstituent und die Grund
zusammensetzung TiAl, in die der Kohlenstoff eingebracht wird,
als festgelegt und sicher ausgedrückt werden. Dies ist jedoch
nicht gleichermaßen der Fall in einer Zusammensetzung, wie:
Ti52-42Al46-50Cr1-3Nb1-5C0,05-0,2
wo es viele Variablen für jeden Bestandteil gibt. Der Bequem
lichkeit halber sind in einer solchen Zusammensetzung die Dezi
malwerte des Titanbestandteils nicht angegeben. Man verläßt sich
vielmehr auf die klare Angabe des Kohlenstoffbestandteiles, wo
bei klar ist, daß die Konzentration des Titanbestandteiles in
Abhängigkeit des gewählten Kohlenstoffwertes variiert. Wenn der
Kohlenstoffwert daher 0,2 ist, beträgt der Titanwert
[(52 bis 42)-0,2]. Ist die Kohlenstoffkonzentration 0,05, dann
beträgt die Titankonzentration [(52 bis 42)-0,05].
Claims (12)
1. Durch Chrom, Kohlenstoff und Niob modifizierte Gamma-Titan/
Aluminium-Legierung, die im wesentlichen aus Titan, Alumi
nium, Chrom, Niob und Kohlenstoff im folgenden etwaigen Atom
verhältnis besteht:
Ti52-42Al46-50Cr1-3Nb1-5C0,05-0,2.
2. Durch Chrom, Kohlenstoff und Niob modifizierte Gamma-Titan/
Aluminium-Legierung, die im wesentlichen aus Titan, Aluminium,
Chrom, Niob und Kohlenstoff im folgenden etwaigen Atomver
hältnis besteht:
Ti51-43Al46-50Cr₂Nb1-5C0,05-0,2.
3. Durch Chrom, Kohlenstoff und Niob modifizierte Gamma-Titan/
Aluminium-Legierung, die im wesentlichen aus Titan, Aluminium,
Chrom, Niob und Kohlenstoff im etwaigen Atomverhältnis steht:
Ti51-43Al46-50Cr₂Nb1-5C0,1.
4. Durch Chrom, Kohlenstoff und Niob modifizierte Gamma-Titan/
Aluminium-Legierung, die im wesentlichen aus Titan, Alumi
nium, Chrom, Niob und Kohlenstoff im etwaigen Atomverhältnis
besteht:
Ti50-46Al46-50Cr₂Nb₂C0,1.
5. Legierung nach Anspruch 1, im gegossenen und geschmiedeten
Zustand.
6. Legierung nach Anspruch 2, im gegossenen und geschmiedeten
Zustand.
7. Legierung nach Anspruch 3, im gegossenen und geschmiedeten
Zustand.
8. Legierung nach Anspruch 4, im gegossenen und geschmiedeten
Zustand.
9. Bauteil zum Einsatz bei hoher Festigkeit und hoher Temperatur
aus einer durch Chrom, Niob und Kohlenstoff modifizierten
Titan/Aluminium-Legierung, die im wesentlichen aus Titan,
Aluminium, Chrom, Niob und Kohlenstoff im folgenden etwaigen
Atomverhältnis besteht:
Ti51-43Al46-50Cr₂Nb1-5C0,1.
10. Bauteil nach Anspruch 9, in Form eines Bauteiles eines Strahl
triebwerkes.
11. Bauteil nach Anspruch 9, mit einer faserförmigen Verstärkung.
12. Bauteil nach Anspruch 11, bei dem die faserförmige Verstärkung
aus Siliziumkarbidfasern besteht.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US07/386,326 US4916028A (en) | 1989-07-28 | 1989-07-28 | Gamma titanium aluminum alloys modified by carbon, chromium and niobium |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4022403A1 true DE4022403A1 (de) | 1991-01-31 |
| DE4022403C2 DE4022403C2 (de) | 1994-12-15 |
Family
ID=23525136
Family Applications (1)
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