DE4021635A1 - Gegen infrarotortung geschuetztes kettenfahrzeug - Google Patents
Gegen infrarotortung geschuetztes kettenfahrzeugInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
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- F41H3/00—Camouflage, i.e. means or methods for concealment or disguise
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Description
Die Erfindung befaßt sich mit der Verbesserung des Schutzes von
Kettenfahrzeugen gegen Infrarotortung.
Kettenfahrzeuge sind häufig als gepanzerte Kampfwagen eingesetzt
und in moderner Ausgestaltung einerseits mit einem Schutz gegen
die Ortung durch Aufnahme der von ihnen ausgehenden Infrarot
strahlen, andererseis mit Ketten ausgerüstet, die mit Gummipol
stern belegt sind. Zum Schutz gegen Infrarotortung werden vor
allem die Stirnseiten der Fahrzeuge, insbesondere die in der
Hauptfahrtrichtung vordere Stirnseite, in entsprechender Weise
beschichtet. Hierbei kann Beschichtungsmaterial zur Anwendung
kommen, das Infrarotstrahlen absorbiert. Um bei Platten, die
die Wärme- und Infrarotabstrahlung verhindern, nicht die Gefahr
zu hoher Fahrzeuginnentemperaturen entstehen zu lassen, müssen
aufwendige Hinterlüftungssysteme vorgesehen werden.
Entsprechende Maßnahmen im Zusammenhang mit den Ketten solcher
Fahrzeuge wurden bisher nicht ergriffen. Maßgebend hierfür war
wohl in erster Linie, daß die Ketten auf den Seiten ohnehin durch
einen Schutz gegen Beschuß weitgehend gesichert sind und daß man
die Möglichkeit einer Erwärmung der Ketten in dem Maße, daß eine
Infrarotortung begünstigt würde, für nicht gegeben erachtete. Man
hat wohl primär die Ketten als relativ kleinvolumige Metallteile
gesehen, die keiner besonderen Wärmeeinwirkung ausgesetzt sind
und selbst keine Wärme erzeugen bzw. über längere Zeit speichern.
Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wurde nun aber die
Erkennntnis gewonnen, daß die Ketten sehr wohl als die Infrarot
ortung begünstigende Wärmequellen infrage kommen können, und zwar
dann, wenn sie mit Gummipolstern belegt sind. Diese Gummipolster
können nämlich durch Walkarbeit beim Fahren stark erhitzt werden
und so eine die Ortung des Fahrzeugs über Infrarotstrahlen er
leichternde Wärmequelle darstellen. Darüber hinaus sind aber die
Gummipolster auch Wärmespeicher, die noch relativ lange Zeit nach
dem Stillstand des Fahrzeuges genug Wärme gespeichert haben, um
die Infrarotortung des Fahrzeugs zu ermöglichen. Es ist sogar
durchaus vorstellbar, daß ab einer gewissen Stillstandszeit für
eine gewisse weitere Stillstandszeit die mit Gummipolstern beleg
ten Ketten die eigentliche Ursache für die Möglichkeit der Infra
rotortung des Fahrzeugs sind. In der Konsequenz dieser bisher
überhaupt nicht angestellten Überlegungen wird mit der Erfindung
vorgeschlagen, die Ketten einschlägiger Fahrzeuge gegen Infrarot
ortung zu schützen, und zwar an den Stirnseiten, zumindest aber
an der Stirnseite, die in der Hauptfahrtrichtung die vordere
Stirnseite ist, ohne daß aber ein entsprechender Schutz an beiden
Stirnseiten nicht unter die Erfindung fallen würde.
Gekennzeichnet ist die Erfindung durch die Merkmale der Patent
ansprüche, und sie ist nachfolgend im einzelnen und anhand der
Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 den vorderen Teil eines Fahrzeugs,
Fig. 2 die Stirnansicht und
Fig. 3 eine Einzelheit.
Primär gedacht ist an ein voll- oder teilgepanzertes oder auch
ungepanzertes Kettenfahrzeug 1, dessen Ketten 2 über die Ketten
räder 3 geführt und antreibbar sind. Die Ketten sollen aus ein
zelnen Gliedern aus Metall bestehen, die gelenkig miteinander
verbunden und mit Gummipolstern belegt sind. Insofern handelt es
sich um ein übliches Fahrzeug und übliche Ketten, so daß nähere
Ausführungen hierzu nicht notwendig sind.
Vor der jeweiligen Stirnseite beider Ketten oder auch vor deren
beiden Stirnseiten ist nun erfindungsgemäß ein Infrarotschutz
angeordnet.
Er besteht im wesentlichen aus einem flächigen Bauteil 4, an
dessen oberes Querende Laschen oder Augen 5 angeformt sind. Das
Bauteil 4 ist geeignet, Wärme aufzunehmen und nach dem Ende der
Wärmeaufnahme extrem langsam wieder abzugeben. Es ist in einem
für zweckmäßig erachteten Abstand vor der jeweiligen Kettenstirn
seite angeordnet. Hierzu weist der Fahrzeugaufbau entsprechende,
aber angemessen versetzte Gegenaugen 6 auf und durch die Augen 5
und 6 ist ein Bolzen 7 geführt und durch geeignete Maßnahmen
fixiert. Um die Längsachse des Bolzens 7 ist das Bauteil 4 in
Pfeilrichtung 8 schwenkbar. In der Betriebsstellung hängt das
Bauteil von der Befestigungsseite vertikal nach unten, wie es
dargestellt ist. Aus dieser Stellung heraus ist das Bauteil 4
zwangsweise nach oben in eine horizontale oder vertikal nach oben
gerichtete Außerbetriebsstellung schwenkbar und dort durch geeig
nete Mittel verriegelbar.
Insbesondere wenn an die Stelle der beschriebenen schwenkbaren
Lagerung eine feste Lagerung tritt, ist das Bauteil 4 zumindest
in der Pfeilrichtung elastisch biegbar, also generell eine Gummi
platte.
Das Bauteil 4 wirkt nicht nur in der beschriebenen Weise wärme
absorbierend und -speichernd, sondern auch als Sicherung gegen
das Abschleudern von Steinen und ähnlichen Gegenständen, die die
Kette beim Bewegen über die Fahrbahn aufnimmt und an der Stirn
seite abschleudert, wobei die Platte am jeweiligen vorderen
Fahrzeugende das Abschleudern nach vorn, die Platte am anderen
Fahrzeugende das Abschleudern nach hinten bremst bzw. verhindert.
Ebenfalls der Staubaustrag wird behindert.
Die Aufhängung am Fahrzeug ist so ausgebildet, daß bei einer
Überbeanspruchung weder das Fahrzeug noch das Bauteil 4 irrepara
bel beschädigt wird. Es ist vielmehr eine leicht reparierbare
Sollbruchstelle vorgesehen, die eine Wiederverwendung des Bautei
les 4 und der Aufhängung möglich macht. Diese Sollbruchstelle
kann beispielsweise in Ein- oder Mehrfachanordnung dem durch die
Augen 5, 6 geführten Bolzen 7 zugeordnet werden.
Der Aufbau des plattenförmigen Bauteils 4 kann so gewählt werden,
daß ein Grundkörper 4a vorgesehen ist, der dem Bauteil die tra
gende Struktur gibt, dessen der Kette zugekehrte Seite 4b so
ausgebildet oder beschichtet ist, daß sie wärmeaufnehmend in der
gewünschten Weise ist. Die Gegenseite 4c kann so ausgebildet oder
beschichtet sein, daß sie von außen auftreffende Wärmestrahlen,
insbesondere also Sonnenstrahlen, reflektiert, um eine zusätz
liche Beheizung des Bauteils 4 zu verhindern. Hierzu kann u. U.
ein Anstrich in heller Farbe bereits ausreichend sein.
Die Erfindung ist also einfach und zweckmäßig. Der Abstand der
Bauteile 4 von den Ketten ergibt sich aus den gegebenen Umstän
den, er soll möglichst groß sein, so daß die Bauteile 4 in ge
ringstmöglichem Abstand vom Fahrzeugbug aufgehängt sein sollten.
Das Bauteil 4 kann im Fall, daß es elastisch biegbar sein soll,
beispielsweise aus Kautschuk, Polyurethan oder ähnlichem bestehen
und als Meterware ablängbar sein, oder es kann ein entsprechendes
Formteil sein. Ist es ein unelastisches Bauteil, so kommt ins
besondere Metall infrage. Gegebenenfalls kann das Fahrzeug be
reits mit einem Spritzschutz versehen sein, mit dem das Bauteil 4
zusammen am Fahrzeug aufgehängt wird. Die verwendeten Materialien
werden entsprechend den konkreten Bedürfnissen ausgewählt und
zusammengestellt bzw. eingestellt. Das Auffahren auf Hindernisse
wird nicht behindert, die Bauteile 4 weichen aus bzw. werden in
sich verformt. Kommt es trotzdem zu einer Beschädigung, so ermög
licht es die vorgeschlagene Sollbrucheinrichtung, daß nicht das
Bauteil 4 selbst beschädigt wird, sondern wiederverwendbar ist.
Wesentlich ist, daß mit der Wärmespeicherung in dem Bauteil 4
keine Infrarotstrahlung infolge der Wärmeentwicklung in den
Ketten des Fahrzeugs entsteht, die in der Weise nach außen dringt
daß über ihre Erfassung, beispielsweise mittels einer Infrarot
kamera, das Fahrzeug geortet werden kann. Dringt aber trotzdem
bei Überschreiten des Speichervermögens der Bauteile 4 Wärme und
damit Infrarotstrahlung nach außen, so geschieht das in einer vom
Fahrzeug abweichenden Kontur, so daß allenfalls die Tatsache der
Anwesenheit einer Wärmequelle, nicht aber deren wirkliche Kontur
ermittelt werden kann, ein Sensor für Infrarotstrahlung also
nicht sehr hilfreich ist.
Claims (9)
1. Kettenfahrzeug mit einem Belag der Ketten, der sich durch die
Walkarbeit während des Fahrens erwärmt, dadurch gekennzeich
net, daß zumindest vor der einen Kettenstirnseite, die in der
Hauptfahrtrichtung die vordere Stirnseite ist, ein Wärmestrah
len absorbierendes flächiges Bauteil angeordnet ist.
2. Kettenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das flächige Bauteil in sich starr ist.
3. Kettenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das flächige Bauteil in sich elastisch biegbar ist, und zwar
zumindest in der Richtung senkrecht zur Bauteilfläche.
4. Kettenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das flächige Bauteil in einem Gelenk mit
in Fahrzeugquerrichtung weisender Schwenkachse gelagert ist.
5. Kettenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeich
net durch eine Ausbildung der Verbindung zwischen Bauteil und
Fahrzeug derart, daß bei Überschreiten einer vorgegebenen
Belastung dieser Verbindung diese Verbindung zerstört wird,
ohne daß gleichzeitig das Bauteil selbst zerstört wird und
dieses damit wieder verwendbar ist.
6. Kettenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeich
net durch eine Ausbildung des Bauteils derart, daß es, ohne
beschädigt zu werden, den Flug von Gegenständen bremst, die
von der umlaufenden Kette abgeschleudert werden.
7. Kettenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Bauteil aus einem plattenförmigen Grund
körper besteht, der auf der der Kette zugekehrten Seite mit
einer wärmeabsorbierenden Schicht beschichtet oder als wärme
absorbierende Grenzschicht ausgebildet ist.
8. Kettenfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Grundkörper auf der der Kette abgekehrten Seite mit einer
Lichtstrahlen reflektierenden Schicht beschichtet oder als
Lichtstrahlen reflektierende Grenzschicht ausgebildet ist.
9. Kettenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Bauteil in einer von zwei Endstellun
gen frei nach unten hängt, in der anderen Endstellung in einer
zumindest etwa horizontalen oder in einer vertikal nach oben
weisenden Position zwangsweise, aber lösbar festzulegen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904021635 DE4021635A1 (de) | 1990-07-06 | 1990-07-06 | Gegen infrarotortung geschuetztes kettenfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904021635 DE4021635A1 (de) | 1990-07-06 | 1990-07-06 | Gegen infrarotortung geschuetztes kettenfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4021635A1 true DE4021635A1 (de) | 1992-01-09 |
Family
ID=6409829
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904021635 Withdrawn DE4021635A1 (de) | 1990-07-06 | 1990-07-06 | Gegen infrarotortung geschuetztes kettenfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4021635A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| FR2726898A1 (fr) * | 1994-11-10 | 1996-05-15 | France Etat | Dispositif de liaison entre deux sections d'une enveloppe de camouflage discontinue d'un vehicule |
| EP1480001A1 (de) * | 2003-05-23 | 2004-11-24 | MBDA France | Verbergungsvorrichtung gegen Infrarot-Strahlung für das Rad eines Fahrzeuges und Fahrzeug mit dieser Vorrichtung |
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| DE3135271A1 (de) * | 1981-09-05 | 1983-03-24 | Günter Dr.-Ing. 6903 Neckargemünd Pusch | Ir-reflektierende, flexible materialbahn |
| DE3148429A1 (de) * | 1981-12-08 | 1983-06-23 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8000 München | Ir-tarnvorrichtung fuer luftfahrzeuge |
-
1990
- 1990-07-06 DE DE19904021635 patent/DE4021635A1/de not_active Withdrawn
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