DE4018954A1 - Trockenaetzgeraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Trockenätzgerät, mit dem hoch
selektives, anisotropes Ätzen mit hohem Wirkungsgrad erziel
bar ist, was bei der Herstellung von Halbleiterbauteilen von
großer Wichtigkeit ist.
Hohe Selektivität beim Trockenätzen von Halbleiterbauteilen
bedeutet, daß die Ätzgeschwindigkeit eines zu ätzenden dün
nen Films möglichst höher ist als die Ätzgeschwindigkeit der
darunterliegenden Substanz oder eines Maskenmaterials, wie
eines Photoresist. Hohe Anisotropie bedeutet, daß die Ätzge
schwindigkeit rechtwinklig zur Oberfläche eines dünnen Films
möglichst hoch ist gegenüber der Ätzgeschwindigkeit in hori
zontaler Richtung, so daß möglichst kein Unterätzen auf
tritt. Außerdem soll die Wahrscheinlichkeit für Beschädigun
gen in der Oberfläche des Halbleiterbauteils gering sein.
Die genannten Bedingungen werden mit zunehmend verbesserten
Apparaten immer besser erfüllt, wodurch eine immer höhere
Integration erfolgen kann.
Beim Herstellen von Halbleiterbauteilen werden vielfach
Trockenätzgeräte mit einem Hochfrequenz-Gasentladungsplasma
verwendet, mit denen feine Muster in Maskenherstellung er
zielbar sind. Das Plasma wird durch HF- oder Mikrowellenent
ladung hergestellt.
Fig. 17 zeigt schematisch einen Querschnitt durch ein Troc
kenätzgerät mit HF-Gasentladungsplasma, wie es z. B. in
"Opto Plasma Processing" von Kazuo Akashi, Shuzou Hattori,
Osamu Matsumoto (Nikkan Kogyo Shinbun-sha, Tokyo, 1986) in
Kapitel 10 unter dem Titel "Basis of Plasma Etching" (von
Yukio Yasuda) beschrieben ist.
Ein zu ätzendes Substrat 1 ist auf einer horizontal liegen
den Elektrodenplatte 2 angeordnet, zu der eine obere, zweite
Elektrodenplatte 3 parallel liegt. Diese Platten sind in
einem Plasmareaktions-Vakuumbehälter 4 angeordnet, der von
einer Vakuumpumpeinrichtung 5 evakuiert wird. Durch Anlegen
von Spannung an die planparallelen Elektroden 2 und 3 mit
Hilfe einer HF-Versorgungseinrichtung 6 wird ein RF-Gasent
ladungsplasma im Raum zwischen den beiden Platten in einem
Ätzgas A erzeugt, das aus einer Gasflasche 7 über eine Gas
flußsteuerung 8 in die Kammer 4 eingefüllt wird. Der Druck
des Gases wird von einem Druckmesser 9 erfaßt.
Als zu ätzendes Material unter einer Photoresistschicht auf
einem Substrat 1 kommen z. B. polykristallines Silizium,
Siliziumdioxyd, Polymethylmethacrylat (PMMA) in Frage. Als
Ätzgas A aus der Gasflasche 7 wird ein Mischgas von Chlor
(Cl2) und Argon (Ar) verwendet. Die Frequenz der Hochfre
quenzspannung beträgt z. B. 13,56 MHz.
Diese Anordnung arbeitet wie folgt.
Zunächst wird das zu ätzende Substrat 1 auf der unteren
Elektrodenplatte 2 in der Plasmareaktions-Vakuumkammer 4 an
geordnet, die anschließend ausgepumpt wird. Man läßt dann
das Ätzgas A aus der Gasflasche 7 über die Gassteuerung 8 in
die Kammer 4 einfließen, wobei der Gasdruck mit Hilfe des
Druckmessers 9 überwacht wird. Die Pumpleistung der Pumpein
richtung 5 wird in gewünschter Weise so eingestellt, daß
sich ein bestimmter Ätzgasdruck aufbaut.
Wenn nun den Elektrodenplatten 2 und 3 HF-Energie von der
HF-Versorgung 6 zugeführt wird, wird das Gas in der Kammer
zwischen den Elektrodenplatten 2 und 3 durch Hochfrequenz-Gas
entladung ionisiert, wodurch ein schwach ionisiertes
Plasma 10 entsteht. Durch neutrale Atomradikale oder Atom
ionen, die dabei erzeugt werden oder durch neutrale Molekül
radikale oder Molekülionen, die in Kombination entstehen,
wird die Substanz auf dem Substrat 1 geätzt.
Wenn als Mischgas Cl2 und Ar verwendet wird, werden Ar und
Cl als neutrale Atomradikale, Cl⁺ und Ar⁺ als Atomionen und
Cl2⁺ als Molekülionen erzeugt. Es entstehen keine Molekül
radikale. Der Ätzgasdruck in der Kammer 4 ist 0,01 bis
1 Torr, die Gasdichte ist etwa 3×1014 bis 3×1016 cm-3
und die Plasmadichte ist etwa 109 bis 1011 cm-3.
Fig. 18 veranschaulicht den Ätzmechanismus für ein Substrat,
das auf der Elektrode im Plasma beim bekannten Gerät ange
ordnet ist. Im Plasma liegen mehrere Arten neutraler Atome
und Moleküle mit unterschiedlichen Energien der Ionen, Elek
tronen und Photonen (Strahlung) vor. Die Partikeln, die di
rekt zum Ätzen der Substanz auf dem Substrat beitragen, sind
Atom- und Molekülionen und neutrale Atome und Molekülradi
kale in der Raumladungszone, die benachbart zum Substrat
entsteht.
In dieser Raumladungszone werden positive Ionen durch die
Raumladungsspannung von etwa 100-1000 V (Plasmaspannung
plus Selbstvorspannung der Elektrode) auf das Substrat hin
beschleunigt, so daß sie im wesentlichen senkrecht zur Ober
fläche des Substrates auf dieses auftreffen. Neutrale Radi
kale sprechen jedoch nicht auf die Raumladungsspannung an,
so daß sie mit thermisch isotroper Geschwindigkeit auf das
Substrat auftreffen, mit einer thermischen Energie, die etwa
500-1000 K entspricht.
Beim bekannten Trockenätzgerät hängt die eingangs definierte
Selektivität in erster Linie von der Differenz der chemi
schen Reaktivität der verschiedenen Materialien mit den neu
tralen Radikalen ab. Da die neutralen Radikalen mit isotro
per Geschwindigkeitsverteilung auf das Substrat auftreffen,
ist das durch sie hervorgerufene chemische Ätzen isotrop.
Die eingangs definierte Anisotropie im Ätzen ist in erster
Linie durch die Bewegungsrichtung von Ionen bestimmt, die
durch die Raumladungsspannung auf das Substrat hin beschleu
nigt werden und im wesentlichen rechtwinklig auf dieses auf
treffen. Es findet jedoch auch physikalisches Sputtern durch
die Ionen in nichtselektiver Weise statt, wodurch Schäden
in der Oberfläche des Halbleiterbauteils erzeugt werden.
Insbesondere wird auch der zu ätzende Film durch Sputtern
teilgeätzt. Ätzen einer Substanz auf dem Substrat erfolgt
also als Wettbewerbsvorgang durch die neutralen Radikale und
die Ionen, wobei letzteres als Ionenhilfsprozeß bezeichnet
wird.
Die bekannte Ätzvorrichtung mit Entladungsplasma ist so auf
gebaut, daß Ätz-Anisotropie nur durch die Bewegungsrichtung
von Ionen bestimmt ist, die durch die Raumladungsspannung
beschleunigt werden und dadurch im wesentlichen rechtwinklig
auf das Substrat auftreffen. Die Raumladungsspannung ent
steht in einer Raumladungszone benachbart zum Substrat, das
auf der genannten unteren Elektrode im Plasma angeordnet
ist. Um die Ätz-Anisotropie zu verbessern, muß die Raum
ladungsspannung oder die Einfallsenergie der Ionen auf das
Subtrat erhöht werden. Je mehr Anisotropie dabei erzeugt
wird, desto schlechter wird jedoch die Selektivität und um
so mehr nehmen Schäden zu.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trockenätz
gerät anzugeben, mit dem ein Substrat mit hoher Anisotropie,
hoher Selektivität, aber geringer Beschädigung geätzt wer
den kann.
Das erfindungsgemäße Gerät ist durch die Merkmale von An
spruch 1 gegeben. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausge
staltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 6.
Wesentlich für die Funktion des erfindungsgemäßen Gerätes
ist, daß es einen freien Überschall-Teilchenstrahl erzeugt,
in dem adiabatische Entspannung stattfindet. Dadurch kühlen
sich die Teilchen stark ab, was zur Folge hat, daß ihre Ge
schwindigkeitskomponente rechtwinklig zur Flugrichtung
äußerst gering ist. Es treffen dann nicht nur die geladenen
Teilchen, sondern auch die neutralen Teilchen mit stark an
isotroper Geschwindigkeitsverteilung auf das zu ätzende Sub
strat auf. Dadurch läßt sich ein hochanisotropes, hochselek
tives Ätzen erzielen. Beschädigungen der Oberfläche des
Halbleiterbauteils sind vernachlässigbar, da mit geringeren
Teilchenenergien als bisher gearbeitet werden kann.
Da das chemische Ätzen in erster Linie durch die neutralen
Teilchen bewerkstelligt wird, ist es von Vorteil, nur diese
zum Ätzen zu verwenden. Dies war beim Stand der Technik nicht
möglich, da aufgrund der isotropen Geschwindigkeitsvertei
lung der neutralen Teilchen Selektivität nur mit Hilfe der
vertikal auftreffenden geladenen Teilchen erzielbar war.
Beim erfindungsgemäßen Gerät können jedoch die geladenen
Teilchen durch entsprechende Feldkräfte aus dem Teilchen
strahl entfernt werden, so daß alleine mit den neutralen
Teilchen geätzt werden kann, die mit im wesentlichen nur
vertikaler Geschwindigkeitskomponente auf das Substrat tref
fen. Das Ätzen mit neutralen Teilchen hat auch den Vorteil,
daß Schäden durch elektrostatische Kräfte vermieden werden.
Um große Substrate zu ätzen, ist es von Vorteil, den Teil
chenstrahl blattförmig auszubilden, wozu schlitzförmige Dü
sen, Begrenzer und/oder Kollimatoren verwendet werden. Die
Lagerung für das Substrat ist dann beweglich, so daß das
Substrat unter dem blattförmigen Teilchenstrahl hin- und
hergeschoben werden kann.
Weiterhin von Vorteil ist es, dem Reaktionsgas ein Leicht
elementgas, wie Helium oder Wasserstoff, beizumischen. Teil
chen von einem solchen Leichtelementgas werden beim adiaba
tischen Entspannen stärker beschleunigt als Teilchen von
einem schwereren Gas. Ist das Reaktionsgas dem Leichtele
mentgas nur in geringem Prozentsatz zugemischt, bestimmt die
Geschwindigkeit der Teilchen des Leichtelementgases im we
sentlichen die Geschwindigkeit der Teilchen des Reaktions
gases. Durch das Zumischen von Leichtelementgas läßt sich
also eine hohe Teilchengeschwindigkeit und damit eine hohe
Selektivität der ätzenden Teilchen erzielen.
Von besonderem Vorteil ist es, das Leichtelementgas zum Ioni
sieren des Reaktionsgases zu verwenden. Hierzu wird die Gas
entladungskammer in zwei Teilkammern unterteilt, wobei nur
in der einen, der das Leichtelementgas zugeführt wird, eine
Gasentladung erzeugt wird. Das durch die Gasentladung ioni
sierte Leichtelementgas wird dann mit dem Reaktionsgas in
der zweiten Teilkammer vermischt, wobei dieses durch Stöße
mit dem Leichtgasplasma ebenfalls ionisiert wird. Dieser
Aufbau hat zur Folge, daß die Gasentladungskammer weniger
durch Reaktionsgasteilchen beschädigt wird, als es der Fall
ist, wenn das Reaktionsgas unmittelbar durch Gasentladung
ionisiert wird. Es werden also die Langzeitstabilität und
die Lebensdauer der Gasentladungskammer und damit des gesam
ten Gerätes verbessert.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von durch Figuren
veranschaulichten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 schematischer Querschnitt durch ein Trockenätz
gerät, bei dem ein Gasvolumen in einem freien Überschall-Teilchen
strahl adiabatisch entspannt wird;
Fig. 2 schematischer Querschnitt durch einen freien
Überschall-Teilchenstrahl hinter einer Düse im Gerät gemäß
Fig. 1;
Fig. 3 schematischer Querschnitt durch einen Teil
eines Trockenätzgerätes mit einer Gasentladungskammer, die
gegenüber einer Vakuumkammer verschoben werden kann;
Fig. 4 schematisches Diagramm zum Erläutern, wie neu
trale und geladene Teilchen auf ein Substrat auftreffen;
Fig. 5 schematischer Teilquerschnitt durch eine Va
kuumkammer, in der ein Substrat auf einer Elektrode angeord
net ist;
Fig. 6 schematischer Querschnitt gemäß dem von Fig. 1,
jedoch durch ein Gerät, bei dem geladene Teilchen durch
Elektrodenplatten abgetrennt werden;
Fig. 7 Darstellung entsprechend der von Fig. 4, wobei
sich jedoch nur neutrale Teilchen auf das Substrat zu bewe
gen;
Fig. 8 schematischer Teilquerschnitt durch eine Va
kuumkammer, in der geladene Teilchen durch Elektrodenplatten
und eine Magnetvorrichtung aus einem Teilchenstrahl abge
trennt werden;
Fig. 9a und 9b zwei rechtwinklig zueinander stehende sche
matische Teilquerschnitte gemäß dem Schnitt von Fig. 1, je
doch durch ein Gerät mit blattförmigem Teilchenstrahl, wobei
in Fig. 9a der Teilchenstrahl von der schmalen und in Fig. 9b
der Teilchenstrahl von seiner breiten Seite erkennbar ist;
Fig. 10a und 10b Darstellungen, entsprechend der von Fig. 2,
jedoch für einen Elektronenstrahl von seiner schmalen Seite
(Fig. 10a) bzw. seiner breiten Seite (Fig. 10b);
Fig. 11 schematische Teilquerschnitte, entsprechend de
nen von Fig. 9, wobei das Gerät zusätzlich Elektrodenplatten
zum Entfernen geladener Teilchen aufweist;
Fig. 12a und 12b schematische Teilquerschnitte, entsprechend
dem von Fig. 5, wobei jedoch der Querschnitt gemäß Fig. 12a
das Auftreffen eines blattförmigen Teilchenstrahls auf ein
verschiebbares Substrat mit seiner schmalen Seite darstellt,
während Fig. 12b das Auftreffen des Teilchenstrahls auf das
Substrat mit seiner breiten Seite darstellt;
Fig. 13 schematischer Querschnitt, entsprechend dem von
Fig. 1, jedoch für ein Gerät, dem außer dem Reaktionsgas
noch ein Leichtelementgas zugeführt wird;
Fig. 14a bis 14c schematische Darstellungen in Zusammenhang
mit Fig. 2, wobei Fig. 14a im wesentlichen Fig. 2 entspricht,
Fig. 14b die Abhängigkeit der Teilchenenergie vom Abstand
von einer Düse und Fig. 14c die Abhängigkeit der Teilchenge
schwindigkeit vom genannten Abstand darstellt;
Fig. 15 schematische Darstellung, entsprechend der von
Fig. 13, wobei das Gerät zusätzlich Elektrodenplatten zum
Abtrennen geladener Teilchen aufweist;
Fig. 16 schematischer Teilquerschnitt durch den Ein
gangsbereich eines Trockenätzgerätes, bei dem die Gasent
ladungskammer in zwei Teilkammern unterteilt ist;
Fig. 17 schematischer Querschnitt durch ein bekanntes
Trockenätzgerät und
Fig. 18 schematische Darstellung, entsprechend der von
Fig. 4, jedoch für den Teilchenfluß in bezug auf ein Sub
strat, wie er beim bekannten Gerät gemäß Fig. 17 vorliegt.
Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch den Haupt
teil eines Trockenätzgerätes in einer ersten Ausführungsform.
Es sind eine Reaktions-Gasentladungskammer 21 und eine erste
Vakuumkammer 22 vorhanden, die mit der Entladungskammer 21
verbunden ist. Auf die erste Vakuumkammer 22 folgt eine
zweite Vakuumkammer 23 und auf diese wiederum eine dritte
Vakuumkammer 24 mit einer Elektrode 2, auf der das zu ätzen
de Substrat 1 montiert wird. An dem der ersten Gasentla
dungskammer 22 zugewandten Ende weist die Reaktions-Gasentladungskammer 21
eine Düse 26 auf. Eine erste Wand 27 unter
teilt den ersten Vakuumraum 22 und den zweiten Vakuumraum 23
voneinander. In der Mitte dieser Trennwand 27 ist ein Be
grenzer 28 vorhanden. Der zweite Vakuumraum 23 und der drit
te Vakuumraum 24 werden durch eine zweite Trennwand 29 von
einander abgetrennt. In der Mitte der zweiten Trennwand 29
ist ein Kollimator 30 vorhanden.
Seitlich an den ersten Vakuumraum 22 ist eine Pumpeinrich
tung 31 angeschlossen, während an die beiden folgenden Va
kuumräume entsprechend eine zweite Pumpeinrichtung 32 bzw.
eine dritte Pumpeinrichtung 33 angeschlossen sind.
Aus einer Gaspumpe 7 wird Ätzgas A der Reaktions-Gasentla
dungskammer 21 zugeführt. Der Gasfluß wird mit Hilfe einer
Gasflußsteuerung 8 eingestellt. Mit Hilfe eines Druckmessers
9 wird der Druck von Ätzgas in der Entladungskammer 21 ge
messen. Die Drücke in den drei Vakuumkammern werden durch
drei Vakuumdruckmesser 11-13 erfaßt.
Um die Reaktions-Gasentladungskammer 21 liegt eine Hochfre
quenzspule 14, die von einer HF-Versorgung 6 mit HF-Energie
versorgt wird. Das in der Kammer erzeugte Induktionsentla
dungsplasma ist mit dem Bezugszeichen 10 gekennzeichnet. Von
der Kammer wird ein freier Überschallstrahl D von Plasma
über die Düse 26 in die erste Vakuumkammer 22 geleitet. Die
ser Strahl wird durch den Begrenzer 28 auf einen Überschall-Molekular
strahl E von Plasma begrenzt, der durch die zweite
Vakuumkammer 23 strömt und durch den Kollimator 30 als Über
schall-Molekularstrahl J von Plasma in die dritte Vakuum
kammer 24 eintritt. Das Substrat 1 auf der Elektrode 2 ist
so in der dritten Vakuumkammer 24 angeordnet, daß es vom
Überschall-Molekularstrahl J von Plasma getroffen wird.
Die Düse 26, der Begrenzer 28 und der Kollimator 30 sind
entlang der Mittelachse des freien Überschallstrahls D in
der ersten Vakuumkammer 22 und der Molekularstrahlen E und J
in den beiden anderen Kammern angeordnet.
Zu ätzendes Material können ein Photoresist, polykristalli
nes Silizium, Siliziumdioxyd oder z. B. Polymethyl-Methacry
lat sein. Ätzgas A in der Gasbombe 7 kann z. B. ein Mischgas
von Cl2 und Ar sein. Die RF-Frequenz beträgt wie beim Stand
der Technik 13,56 MHz.
Dieses Gerät arbeitet wie folgt:
Es werden zunächst die drei Vakuumkammern 22-24 durch die drei Vakuumeinrichtungen 31-33 bis zu einem vorgegebenen Vakuumdruck ausgepumpt.
Es werden zunächst die drei Vakuumkammern 22-24 durch die drei Vakuumeinrichtungen 31-33 bis zu einem vorgegebenen Vakuumdruck ausgepumpt.
Anschließend wird Ätzgas A durch die Gasflußsteuerung 8 von
der Gaspumpe 7 in die Reaktions-Gasentladungskammer 21 ein
geführt. Der Gasfluß wird dabei anhand des Druckes einge
stellt, wie er vom Druckmesser 9 angezeigt wird.
Wenn anschließend die HF-Induktionsspule 14 von der HF-Ver
sorgung 6 mit HF-Energie versorgt wird, wird das in der Ent
ladungskammer 21 vorhandene Ätzgas durch Glimm- oder Bogen-Ent
ladung ionisiert, und schwach ionisiertes reaktives Plasma
10 wird erzeugt. Der Druck in der Entladungskammer 21 be
trägt etwa 102 bis 103 Torr und die Temperatur etwa
103-104 K.
Das in der Entladungskammer 21 erzeugte Plasma bildet, wie
bereits erwähnt, beim Eintritt in die erste Vakuumkammer den
Überschallstrahl D. Der Durchmesser der Düse 26 ist etwa
1 mm. Der Druck in der ersten Vakuumkammer beträgt etwa 10-3
bis 10-2 Torr.
Der genannte frei Überschallstrahl D besteht aus verschiede
nen Bereichen. Hierzu gehört ein Bereich mit freier Über
schallexpansion, der als "stille Zone" bezeichnet wird (Fig.
2). Diese stille Zone wird von einer faßförmigen Schockzone
umgeben, die unten von einer Mach-Scheibe abgeschlossen
wird. Die faßförmige Schockzone wird ihrerseits von einer
Strahlgrenze umgeben, die bis zu einer Zone reflektierten
Schocks reicht, die sich an die Mach-Scheibe anschließt. Bei
freier Überschallausdehnung in der stillen Zone, d. h. bei
adiabatischer Entspannung des Gases, nehmen Dichte und Tem
peratur des Plasmas ab, d. h. Dichte und Temperatur von neu
tralen Atomen und Molekülen, von Ionen und Elektronen, die
das Plasma bilden. Daher nimmt die Kollisionsrate zwischen
Plasmateilchen ab, und der Ionisationsgrad bleibt erhalten,
jedoch nimmt die Flußgeschwindigkeit zu. An einer Stelle,
die stromabwärts bei etwa dem Zehnfachen des Durchmessers
der Düse 26 von dieser Düse entfernt liegt, ist die Gastem
peratur der schweren Teilchen im Plasma nur noch einige Kel
vin. Damit wird die Kollisionsrate zwischen schweren Parti
keln infinitesimal klein. Die Temperatur der Elektronen im
Plasma nimmt jedoch nicht so stark ab, wie die der schweren
Teilchen. Sie sinkt nicht unter in etwa 103 K.
Der Begrenzer 28 ist an einer solchen Stelle des freien
Plasmastrahls D angeordnet, an der die freie Überschall
expansion so weit fortgeschritten ist, daß die Gastemperatur
und damit die thermische Bewegung der schweren Partikeln so
gering ist, daß Wechselwirkung zwischen den schweren Parti
keln vernachlässigt werden kann. Der Begrenzer 28 hat eine
solche Form, daß er keine Turbulenz stromaufwärts im freien
Überschallstrahl D erzeugt. Der Durchmesser des Begrenzers
liegt bei maximal etwa dem Zwei- bis Dreifachen der Öffnung
der Düse 26. Durch den Begrenzer 28 wird ein Bereich der
stillen Zone des Plasmas in der ersten Vakuumkammer 22 aus
gegrenzt. Dieser Teil tritt als Überschall-Molekularstrahl E
in die zweite Vakuumkammer 23 ein. Das Vakuum in dieser Kam
mer ist etwa 10-6 bis 10-5 Torr.
Eigenschaften des freien Überschallstrahls D, wie z. B. die
Gasdichte, Temperatur und der Gasfluß in der stillen Zone,
werden durch die Form und den Durchmesser der Düse 26, den
Druck in der Reaktions-Gasentladungskammer 21 und den Va
kuumdruck in der ersten Vakuumkammer 22 eingestellt. Um die
Extraktionsrate von Plasma aus der stillen Zone des freien
Überschallstrahls D in der ersten Vakuumkammer 22 durch den
Begrenzer 28 in die zweite Vakuumkammer 23 hinein auch bei
Änderungen verschiedener Größen in etwa konstant halten zu
können, ist es von Vorteil, die Entfernung zwischen der Düse
26 und dem Begrenzer 28 verstellen zu können.
Ein Mechanismus zum kontinuierlichen Verstellen der eben ge
nannten Entfernung wird nun anhand von Fig. 3 erläutert. Die
Gasentladungskammer 21 ist mit der ersten Vakuumkammer 22
über Bälge 41 verbunden. Durch Bewegen der Reaktions-Gasent
ladungskammer 21 in Richtung der Pfeile α bzw. β durch
Strecken oder Zusammendrücken der Bälge 21 läßt sich die
Entfernung zwischen der Düse 26 und dem Begrenzer 28 konti
nuierlich verändern. Dadurch läßt sich der Überschall-Mole
kularfluß E von Plasma in der zweiten Vakuumkammer 23 ein
stellen.
Der eben genannte Molekularfluß E weist für schwere Partikeln
nur eine Gastemperatur von einigen Kelvin auf, weswegen die
Wechselwirkung zwischen schweren Partikeln vernachlässigbar
ist. Dieser Fluß tritt durch den Kollimator 30 in die dritte
Vakuumkammer 24 ein. Der Durchmesser des Kollimators 30 ent
spricht im wesentlichen dem Durchmesser des Begrenzers 28,
kann aber auch etwa darunter liegen. Das Vakuum in der drit
ten Kammer 24 beträgt etwa 10-8 bis 10-7 Torr. Wie bereits
erwähnt, trifft der Molekularstrahl J von Plasma in der
dritten Vakuumkammer 24 auf das Substrat 1.
Da, wie genannt, die absolute Temperatur der schweren Parti
keln im Molekularfluß J sehr niedrig ist, treffen diese
schweren Partikeln, wie Ionen, neutrale Atome und Molekül
radikale des schwach ionisierten Plasmas vertikal auf die
Oberfläche des Substrates. Die Geschwindigkeitskomponente in
horizontaler Richtung, also parallel zur Oberfläche des Sub
strates, ist sehr klein im Verhältnis zur vertikalen Ge
schwindigkeit. Die Eingangsenergie ist sehr niedrig im Ver
gleich zu einer physikalischen Sputterschwelle.
Wenn Mischgas von Cl2 und Ar als Ätzgas A verwendet wird,
entsprechend wie beim Stand der Technik, werden als neutrale
Atomradikale Cl, als atomare Ionen Cl⁺ und Ar⁺ und als Mole
külionen Cl2⁺ gebildet. Bei diesem Ausführungsbeispiel ent
stehen keine molekularen Radikale. Die Gasdichte der schwe
ren Partikeln beträgt etwa 1012 bis 1015 cm3 und die Plasma
dichte etwa 109 bis 1012 cm-3.
Fig. 4 zeigt ein schematisches Diagramm zum Erläutern, wie
eine Substanz auf einem Substrat geätzt wird, die dem Plas
mafluß ausgesetzt wird, wie er durch das bisher beschriebene
Trockenätzgerät erzeugt wird. Entsprechend wie beim Stand
der Technik wird eine Raumladungszone benachbart zum Sub
strat aufgebaut. Positive Ionen, die in die Raumladungszone
einfallen, werden durch die Raumladungsspannung (Plasmaspan
nung) auf etwa 10 V beschleunigt und fallen mit dieser Ener
gie rechtwinklig zur Oberfläche des Substrates ein.
Neutrale Radikale reagieren nicht auf die Raumladungsspan
nung, jedoch fallen sie als Überschall-Molekularfluß recht
winklig auf die Substratoberfläche ein, im Unterschied zu
den Verhältnissen beim Stand der Technik. Chemisches Ätzen
durch neutrale Radikale, was die Selektivität des Ätzens be
stimmt, wird dadurch nicht-isotrop, wodurch der Ätzvorgang
anisotrop wird.
Die Einfallsenergie von Ionen auf die Oberfläche des Sub
strates ist kleiner als die physikalische Sputterschwelle
von etwa 20 eV, selbst wenn ein Beschleunigen durch die
Raumladungsspannung erfolgt. Es findet daher kein Ätzen
durch physikalisches Sputtern durch Ionen oder durch einen
Ionenhilfsprozeß statt. Dadurch werden keine Schäden in der
Oberflächenschicht des zu ätzenden Films erzeugt.
Im vorstehend beschriebenen Trockenätzgerät bestimmt nicht
isotropes chemisches Ätzen mit neutralen Radikalen den Ätz
prozeß einer Substanz auf dem Substrat. Das Ätzen ist daher
nicht nur super-anisotrop, sondern auch super-selektiv mit
einer supergeringen Wahrscheinlichkeit des Erzeugens von
Schäden.
Das vorstehend beschriebene Gerät sorgt also dafür, daß die
Horizontalkomponente der Bewegung der schweren Teilchen, die
auf das Substrat auftreffen, erheblich kleiner ist als die
vertikale Komponente. Außerdem ist die Einfallsenergie klein
im Vergleich zur physikalischen Sputterschwelle. Daher er
folgt anisotropes chemisches Ätzen durch neutrale Radikale
mit den vorstehend genannten Vorteilen. Der Molekularfluß
läßt sich dabei durch Verstellen des Abstandes zwischen der
Düse 26 und dem Begrenzer 28 einstellen.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde davon ausge
gangen, daß die Energie von Ionen und neutralen Radikalen so
eingestellt wird, daß sie tiefer ist als die physikalische
Sputterschwelle. Die Energie kann jedoch auch so weit erhöht
werden, daß zusätzlich zum chemischen Ätzen physikalisches
Sputtern stattfindet.
Ob zusätzliches Sputtern durch schwere Teilchen neben dem
nicht-isotropen chemischen Ätzen durch neutrale Radikale er
wünscht ist, hängt von der Art zu ätzenden Materials ab. Um
unterschiedliche Materialien jeweils bestgeeignet behandeln
zu können, ist es daher von Vorteil, das Gerät so zu dimen
sionieren, daß unterschiedliche Einfallsenergien für die auf
das Substrat auftreffenden Teilchen eingestellt werden kön
nen.
Ein Aufbau, mit dem die genannte Einfallsenergie verändert
werden kann, wird nun anhand von Fig. 5 beschrieben.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist eine HF-Elektroden
versorgung 43 mit der Elektrode 2 verbunden, auf der das zu
ätzende Substrat 1 angebracht wird. Durch Anlegen einer Vor
spannung an die Elektrode 2 wird die Raumladungsspannung
(Plasmaspannung + Vorspannung der Elektrode) erhöht. Durch
die erhöhte Raumladungsspannung werden in die Raumladungs
zone eintretende Ionen stärker beschleunigt. Durch ausrei
chend hohe Vorspannung kann bewirkt werden, daß die Sputter
schwelle überschritten wird und das Sputtern das Ätzen un
terstützt.
Anhand von Fig. 6 wird nun eine zweite Ausführungsform er
läutert, die bis auf das Vorhandensein eines zusätzlichen
Elektrodenpaares 34 in der zweiten Vakuumkammer 23 mit der
ersten Ausführungsform übereinstimmt. Das Elektrodenpaar 34
dient zum Entfernen geladener Teilchen wie Ionen oder Elek
tronen aus dem Überschall-Molekularfluß E von Plasma in der
zweiten Vakuumkammer 23, wodurch ein Überschall-Molekular
fluß F neutraler Atome und Moleküle erzeugt wird. Die Span
nung zum Entfernen der geladenen Teilchen wird von einer
Gleichspannungsversorgung 35 an das Elektrodenpaar 34 ge
legt. Das Elektrodenpaar 34 und die Gleichspannungsversor
gung 35 bilden zusammen eine Einrichtung zum Entfernen gela
dener Teilchen. Der Strom ungeladener Teilchen tritt als
Überschall-Molekularfluß G durch den Kollimator 30 in die
dritte Vakuumkammer 24 ein. Das Substrat 1 wird durch diesen
Strahl G getroffen.
Dieses Gerät arbeitet wie folgt:
Das Ätzgas A wird in der Gasentladungskammer 21 ionisiert. Es entspannt sich mit Überschall als freier Überschallstrahl D in die erste Vakuumkammer 22 und trifft auf den Begrenzer 28, wo der Überschall-Molekularstrahl D ausgegrenzt wird, der in die zweite Vakuumkammer 23 eintritt.
Das Ätzgas A wird in der Gasentladungskammer 21 ionisiert. Es entspannt sich mit Überschall als freier Überschallstrahl D in die erste Vakuumkammer 22 und trifft auf den Begrenzer 28, wo der Überschall-Molekularstrahl D ausgegrenzt wird, der in die zweite Vakuumkammer 23 eintritt.
In der zweiten Vakuumkammer 23 ist das Elektrodenpaar 34 so
angeordnet, daß der Strahl E durch es hindurchtritt, wobei
das vom Elektrodenpaar 34 erzeugte Gleichfeld rechtwinklig
zur Mittelachse des Strahls E steht. Ionen und Elektronen im
Plasmastrahl E fliegen daher zu entgegengesetzt geladenen
Elektroden des Elektrodenpaars 34, wodurch diese geladenen
Teilchen aus dem Fluß E entfernt werden, so daß nur noch der
Überschall-Molekularfluß F neutraler Atome und Moleküle
übrigbleibt.
Im Molekularfluß F ist, wie schon im Molekularfluß E, der
noch geladene Teilchen enthält, die absolute Gastemperatur
sehr niedrig, und es findet kaum mehr Wechselwirkung zwi
schen den Teilchen statt. Auch die neutralen Teilchen tref
fen daher im wesentlichen nur mit vertikaler Geschwindig
keitskomponente auf das Substrat auf.
Fig. 7 veranschaulicht, wie die neutralen Teilchen auf das
Substrat auftreffen. Es gilt entsprechend das zu Fig. 4 Aus
geführte. Der Unterschied zu Fig. 4 liegt jedoch darin, daß
nur neutrale Teilchen auf das Substrat zufliegen, während
bei der ersten Ausführungsform, und damit in der Darstellung
gemäß Fig. 4, auch positive und negative Teilchen auf das
Substrat treffen. Da positive und negative Teilchen fehlen,
wird keine Raumladungszone aufgebaut. Der Gasfluß enthält
Cl als atomare Radikale mit einer Gasdichte von etwa 1012
bis 1015 cm-3.
Da das Ätzen nur mit neutralen Atom- und Molekül-Radikalen
erfolgt, kann ein Beschädigen des Substrates aufgrund elek
trostatischer Kräfte vermieden werden. Neben diesem zusätz
lichen Vorteil bestehen alle anderen Vorteile, die für das
Gerät gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben wur
den.
Beim bisher beschriebenen zweiten Ausführungsbeispiel werden
geladene Teilchen mit Hilfe des Elektrodenpaars 34 in der
zweiten Vakuumkammer 23 entfernt. Das Elektrodenpaar 34 kann
jedoch auch innerhalb der dritten Vakuumkammer 24 angeordnet
sein. Außerdem kann zusätzlich zu einem elektrischen Feld
noch ein magnetisches Feld zum Entfernen geladener Teilchen
eingesetzt werden.
Fig. 8 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine zweite
Vakuumkammer 23, in der ein elektrisches und ein magneti
sches Feld zum Entfernen geladener Teilchen wirken. Ein
Elektrodenpaar 34a ist in diesem Fall so angeordnet, daß
seine zueinander parallelen Platten rechtwinklig zur Mittel
achse des Überschall-Molekularflusses E von Plasma stehen.
Der Fluß E tritt durch Löcher in den Platten durch diese
hindurch. Das elektrische Feld zwischen den Platten verläuft
somit parallel zum Molekularfluß E. Das Feld wird durch eine
Spannung von einer Gleichspannungsversorgung 35 erzeugt.
Bei dieser Anordnung werden Ionen und Elektronen im Moleku
larstrahl E entgegengesetzt zueinander im elektrischen Feld
bewegt und durch die Elektroden des Elektrodenpaares 34a ab
gefangen. Geladene Teilchen, die nicht abgefangen werden,
werden in ihrer Flugrichtung durch ein Magnetfeld abgelenkt,
das von einer Magneteinrichtung 43a erzeugt wird, die unter
halb (flußabwärts) vom Elektrodenpaar 34a angeordnet ist.
Die Magneteinrichtung kann durch einen Permanentmagneten
oder eine Magnetspule gebildet sein. An die der Magnetein
richtung benachbarte Elektrode des Elektrodenpaars 34a wird
eine negative Spannung durch die Gleichspannungsversorgung
35 gelegt. Die Richtung des Magnetfelds ist mit γ bezeich
net. Sie steht rechtwinklig zum Molekularfluß E. Die durch
das Magnetfeld abgelenkten Ionen ergeben einen Ionenfluß I.
Bei den bisherigen Ausführungsbeispielen wurde die Gasent
ladung in der Entladungskammer 21 durch eine außen an der
Kammer angebrachte HF-Wicklung 14 erzeugt. Die Gasentladung
durch Glimm- oder Bogen-Entladung kann jedoch auch durch HF- oder
Mikrowellenenergie erzeugt werden, die durch einander
gegenüberstehende Elektroden in der Gasentladungskammer 21
abgegeben wird. Die Hochfrequenzenergie wird dann direkt in
die Gasentladungskammer geführt. Darüber hinaus kann auch
ionisierende Entladung durch Einstrahlen eines Energiestrah
les bewerkstelligt werden, z. B. durch einen Elektronen
strahl, einen Ionenstrahl, einen Strahl neutraler Teilchen
oder einen Laserstrahl.
Bei den bisherigen Ausführungsbeispielen wurde ein Mischgas
von Cl2 und Ar als Ätzgas A verwendet. Es wurde angenommen,
daß polykristallines Silizium auf dem Substrat 1 geätzt
wird. Es können jedoch auch andere Materialien geätzt werden
und hierfür geeignete Ätzgase eingesetzt werden.
Bei den Ausführungsbeispielen wurde angenommen, daß die Fre
quenz der von den HF-Versorgungen 6 und 43 abgegebenen Span
nung 13,56 MHz, jedoch können auch andere Frequenzen verwen
det werden.
Weiterhin wurde angegeben, daß der Durchmesser der Düse 26
etwa 1 mm beträgt. Es kann jedoch auch ein größerer Durch
messer verwendet werden, wenn die Pumpleistung der ersten
Vakuumpumpeinrichtung erhöht wird. Außerdem kann der Durch
messer des Begrenzers 28 entsprechend dem Durchmesser der
Düse 26 erhöht werden, wenn die Pumpleistung der zweiten
Vakuumpumpeinrichtung 32 erhöht wird. Schließlich kann auch
der Durchmesser des Kollimators 30 vergrößert werden, wenn
die Pumpleistung der dritten Vakuumpumpeinrichtung 33 erhöht
wird.
Dadurch, daß der Molekularfluß erhöht wird, können der Ätz
bereich und die Ätzgeschwindigkeit auf dem Substrat 1 erhöht
werden.
Dieses Erhöhen des Flusses kann bei den bisher beschriebenen
Ausführungsbeispielen und auch bei den weiter unten be
schriebenen erfolgen. Je größer die Pumpleistung der Vakuum
pumpeinrichtungen gewählt wird, desto größer kann der Teil
chenfluß sein, wobei das Ausmaß der adiabatischen Entspan
nung und damit die starke Kühlung der schweren Teilchen er
halten bleibt.
Fig. 9 zeigt in zwei rechtwinklig zueinander stehenden
schematischen Querschnitten (Fig. 9a, Fig. 9b) eine dritte
Ausführungsform eines Trockenätzgerätes. Dieses Gerät unter
scheidet sich von den bisher beschriebenen dadurch, daß die
Düse 26a, der Begrenzer 28a und der Kollimator 30a jeweils
als rechteckiger Schlitz ausgebildet sind. Die Öffnung der
Düse 26 beträgt etwa 0,51×50 mm (longitudinal und trans
versal 100). Der Begrenzer 28a ist so ausgebildet, daß die
kurze Kante seiner Öffnung maximal etwa das Zwei- bis Drei
fache der Länge der kurzen Kante der schlitzförmigen Öffnung
der Düse 26a aufweist. Dadurch weist der Überschall-Moleku
larstrahl E rechtwinklig zu seiner Flußrichtung die Form des
rechteckigen Schlitzes auf. Die Länge der kurzen Kante des
schlitzförmigen Kollimators 30a entspricht maximal in etwa
der Länge der kurzen Kante der schlitzförmigen Öffnung des
Begrenzers 28a. Dementsprechend weist der Überschall-Mole
kularfluß J rechtwinklig zu seiner Flußrichtung die Quer
schnittsform eines rechteckigen Schlitzes auf.
Wie der Überschall-Molekularfluß E durch den Begrenzer 28a
aus der stillen Zone ausgeblendet wird, ist in Fig. 10 für
das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 entsprechend darge
stellt, wie für das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 in
Fig. 2. Hierbei gilt die Ansicht gemäß Fig. 10a für die
Schnittansicht gemäß Fig. 9a, also auf die schmale Seite der
schlitzförmigen Düse 26a und des schlitzförmigen Begrenzers
28a, während Fig. 10b für die Ansicht gemäß Fig. 9b gilt,
also für den Blick auf die lange Seite der Schlitze. Die An
gaben in Fig. 10 entsprechen denen in Fig. 2, weswegen der
Kürze halber auf die Beschreibung von Fig. 2 verwiesen wird.
Allerdings ist das Bezugszeichen 26 für die Düse in Fig. 2
durch das Bezugszeichen 26a ersetzt,und das Bezugszeichen 28
für den Begrenzer in Fig. 2 ist durch das Bezugszeichen 28a
ersetzt.
Auch das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 kann dadurch wei
tergebildet werden, daß eine Vorrichtung zum Entfernen gela
dener Partikeln verwendet wird. Bei der vierten Ausführungs
form gemäß Fig. 11 ist diese Vorrichtung wiederum durch ein
Elektrodenpaar 34 gebildet, das in der zweiten Vakuumkammer
23 angeordnet ist. Bei der schematischen Seitenansicht gemäß
Fig. 11a blickt man auf die Schmalseiten der Elektroden,
während bei der um 90° verdrehten Seitenansicht gemäß Fig.
11b die Breitseite der Elektroden 34 erkennbar ist. Im übri
gen gilt das zu Fig. 6 Ausgeführte entsprechend, wobei je
doch zu beachten ist, daß die Düse 26a, der Begrenzer 28a
und der Kollimator 30a als rechteckige Schlitze ausgebildet
sind und dementsprechend die verschiedenen Teilchenflüsse
rechteckigen Querschnitt aufweisen.
Wie bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen kann
das Entfernen geladener Teilchen auch in der dritten Vakuum
kammer 24 erfolgen, und/oder es kann zusätzlich ein Magnet
feld eingesetzt werden, wie weiter oben anhand von Fig. 8
erläutert.
Eine Variante gemäß einer fünften Ausführungsform ist durch
Fig. 12 veranschaulicht. Fig. 12 zeigt wiederum schematisch
zwei rechtwinklig zueinander stehende Seitenansichten, näm
lich auf die Schmalseite eines rechteckigen Teilchenstrahls
J oder G (Fig. 12a) bzw. auf dessen Breitseite (Fig. 12b).
Bei der fünften Ausführungsform kann die Position des zu
ätzenden Substrates 1 während des Ätzens rechtwinklig zur
Schmalseite des Strahls hin- und hergeschoben werden, wie
durch Pfeile 50 in Fig. 12a angedeutet. Die Breite des
Strahles ist breiter als die Breite des Substrates 1, so daß
hier kein Hin- und Herschieben erforderlich ist, um das ge
samte Substrat zu überdecken. Mit dieser Ausführungsform
können auch Substrate mit großer Abmessung mit superhoher
Anisotropie, superhoher Selektivität und supergeringer Wahr
scheinlichkeit von Beschädigungen geätzt werden. Wenn mit
neutralen Teilchen geätzt wird, besteht darüber hinaus keine
Gefahr aufgrund elektrostatischer Kräfte.
Beim dritten und vierten Ausführungsbeispiel, die mit Teil
chenstrahlen mit rechteckigem Querschnitt arbeiten, wurde
davon ausgegangen, daß die Öffnung der Düse 26 etwa
0,5×50 mm2 (Seitenverhältnis 100) beträgt. Diese Öffnung kann
jedoch auch vergrößert werden, wobei es dann empfehlenswert
ist, auch die Öffnungen des Begrenzers 28a und des Kollima
tors 30a zu erhöhen. Überall, wo die Schlitzgröße erhöht
wird, muß die Pumpleistung der Vakuumpumpeinrichtung für die
Vakuumkammer, in die sich der Schlitz öffnet, erhöht werden,
wenn das Ausmaß der adiabatischen Entspannung aufrechterhal
ten bleiben soll, das zur genannten starken Abkühlung der
schweren Teilchen führt.
Die sechste Ausführungsform gemäß Fig. 13 ist entsprechend
aufgebaut wie die erste Ausführungsform, jedoch mit dem Un
terschied, daß nicht nur ein Ätzgas A in die Reaktions-Gas
entladungskammer 21 aus einer Gasflasche 7 über eine Gas
flußsteuerung 8 einströmt, sondern daß zusätzlich ein leich
tes Gas B aus einer Gasflasche 15 über eine Gasflußsteuerung
16 in die genannte Kammer strömt. Wenn, wie auch bei den
bisherigen Ausführungsbeispielen angenommen, ein Photoresist,
polykristallines Silizium, Siliziumdioxyd oder PMMA geätzt
werden sollen, wird als Ätzgas A in der Gasflasche 7 Cl2
verwendet. Das Gas B aus einem leichten Element in der zwei
ten Gasflasche 15 ist z. B. Helium.
Die Funktion dieses sechsten Ausführungsbeispiels entspricht
der des ersten Ausführungsbeispiels. Die Ströme der beiden
genannten Gase werden mit Hilfe der ersten Gasflußsteuerung
8 und der zweiten Gasflußsteuerung 16 so eingestellt, daß
bei gewünschtem Mischungsverhältnis ein gewünschter Druck in
der Gasentladungskammer 21 eingestellt wird, was am Druck
messer 9 abgelesen wird. Das über die Düse 26 ausgestoßene
Plasma ist nun Plasma aus dem Ätzgas A und dem leichten Gas B.
Für die Geometrie des Teilchenflusses aus der Düse 26 gilt
das anhand von Fig. 2 Erläuterte entsprechend. Details des
Teilchenflusses in der stillen Zone des freien Überschall
strahles D, bezogen auf das verwendete einatomare Gas, wer
den nun anhand von Fig. 14 erläutert. Dabei ist Fig. 14a
eine Darstellung entsprechend Fig. 2, während Fig. 14b die
Energie von Teilchen und Fig. 14c die Geschwindigkeit von
Teilchen jeweils in Abhängigkeit von der Entfernung von der
Düse 26 zeigen.
In der Gasentladungskammer 21 herrsche die Gastemperatur C0.
Wenn sich der freie Überschall-Teilchenstrahl von der Gas
entladungskammer 21 in die erste Vakuumkammer 22 hinein aus
dehnt, erniedrigt sich die Gastemperatur T in Flußrichtung,
während sich die Flußgeschwindigkeit u erhöht. Unter Berück
sichtigung des Satzes der Erhaltung der Enthalpie gilt als
obere Grenze für die kinetische Energie 1/2 × Mu2, wobei die
Geschwindigkeit u gleich 1/2×5 kT0 ist. Als Obergrenze für
die Geschwindigkeit u gilt der Wert (5kT0/M) 1/2. Dabei ist
M die Atommasse und k die Boltzmann-Konstante. Wenn das
Leichtelementgas He z. B. mit Ar verglichen wird, ist die
obere Grenze der genannten Geschwindigkeit etwa das Drei
fache der Obergrenze der Geschwindigkeit von Ar, jeweils bei
derselben Ausgangstemperatur T0. Wenn ein Mischgas aus dem
reaktiven Gas und He oder Ar in Betracht gezogen wird und
das Verhältnis von Reaktionsgas zu He oder Ar unter etwa 5%
liegt, ist die Flußgeschwindigkeit des Reaktionsgases in be
zug auf dessen Atome und Moleküle in etwa gleich der Flußge
schwindigkeit des zugesetzten Gases in bezug auf He oder Ar.
Wenn also die freie Überschallexpansion mit einem Mischgas
aus Reaktionsgas und dem Leichtelementgas He erfolgt, ist
die Flußgeschwindigkeit in bezug auf die Atome und Moleküle
des Reaktionsgases etwa das Dreifache verglichen zu dem Fall,
wo mit Ar gemischt wird.
Wenn Cl2 als Ätzgas A verwendet wird, entsprechend wie beim
Stand der Technik, und He als Leichtelementgas B verwendet
wird, werden Cl als neutrale Atomradikale, Cl⁺ und He⁺ als
atomare Ionen und Cl2⁺ als molekulare Ionen erzeugt. Mole
kulare Radikale liegen bei diesem Beispiel nicht vor. Die
Gasdichte des Überschallmolekularflusses von Plasma, d. h.
die Dichte schwerer Teilchen wie neutraler Atome, Moleküle
und Ionen ist etwa 1012 bis 1015 cm-3, und die Plasmadichte
ist etwa 109 bis 1012 cm-3. Wenn die Gastemperatur T0 in der
Gasentladungskammer 10 gleich 104 K ist und das Mischungs
verhältnis von Cl zu He etwa 5% ist, ist die Obergrenze für
den Überschall-Molekularfluß (5kT0/MHe)1/2 in Flußrichtung
etwa 1×106 cm/sec, und die kinetischen Energien für He und
Cl sind etwa 2 eV bzw. 19 eV.
Für das Auftreffen von Teilchen auf dem zu ätzenden Substrat
1 gilt das oben anhand von Fig. 4 Ausgeführte entsprechend.
Wenn das Mischungsverhältnis des Reaktionsgases zum Leicht
elementgas niedrig ist, entspricht die Einfallsgeschwindig
keit der Ionen oder neutralen Radikale des Reaktionsgases
rechtwinklig zur Oberfläche des Substrates im wesentlichen
der Einfallsgeschwindigkeit der Atome und Moleküle des
Leichtelementgases.
Auch das fünfte Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 13 kann mit
einer Einrichtung zum Entfernen geladener Teilchen versehen
sein. Die siebte Ausführungsform gemäß Fig. 15 weist hierzu
wiederum ein Elektrodenpaar 34 auf. Die Wirkung dieses Elek
trodenpaares 34 ist dieselbe, wie sie anhand des Ausfüh
rungsbeispiels von Fig. 6 erläutert wurde.
Die Vorrichtung zum Absondern geladener Teilchen kann auch
wieder in der dritten Vakuumkammer 24 angeordnet sein, und/
oder sie kann zusätzlich zu den Elektrodenplatten eine Mag
neteinrichtung aufweisen. Außerdem kann das siebte Ausfüh
rungsbeispiel alle Abwandlungen aufweisen, die vorstehend
für andere Ausführungsbeispiele erläutert wurden.
Das achte Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 16 unterscheidet
sich vom sechsten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 13 dadurch,
daß die Gasentladungskammer 21 in zwei Teilkammern unter
teilt ist. Der ersten, oberen Teilkammer wird das Leichtele
mentgas B, wie Helium oder Wasserstoff, zugeführt, und die
ses Gas wird dort ionisiert. Das Reaktionsgas wird dagegen
der zweiten, unteren Teilkammer zugeführt, in die auch das
ionisierte Leichtelementgas aus der oberen Teilkammer durch
eine Öffnung 26 einfließt.
Diese Anordnung arbeitet wie folgt:
Das Leichtelementgas B, wie Helium oder Wasserstoff, wird in die obere Teilkammer der Gasentladungskammer 21 eingeführt, dort ionisiert und fließt dann in die untere, zweite Teil kammer 51 ein, wo es mit dem Ätzgas A gemischt wird. Das Ionisieren und Trennen von Ätzgasatomen und -molekülen er folgt also nicht durch direkte Entladung, sondern durch die Wechselwirkung mit dem Leichtelementgasplasma, das durch direkte Entladung gebildet wurde, d. h. durch Stöße zwischen Teilchen des Leichtelementgases (Elektronen, Atome, Molekü le) und Teilchen des Ätzgases (Atome, Moleküle). Der Anteil neutraler Radikale, die dadurch gebildet werden, daß Reak tionsgas-Atome und -Moleküle getrennt werden, ist dann größer als bei direkter Entladung. Außerdem ist das Ausmaß von Kor rosion oder anderer Beschädigung der Gasentladungskammer ge genüber direkter Entladung des Reaktionsgases vermindert. Dies führt zu verbesserter Langzeitfunktion der Gasentla dungskammer und überhaupt zu erhöhter Lebensdauer.
Das Leichtelementgas B, wie Helium oder Wasserstoff, wird in die obere Teilkammer der Gasentladungskammer 21 eingeführt, dort ionisiert und fließt dann in die untere, zweite Teil kammer 51 ein, wo es mit dem Ätzgas A gemischt wird. Das Ionisieren und Trennen von Ätzgasatomen und -molekülen er folgt also nicht durch direkte Entladung, sondern durch die Wechselwirkung mit dem Leichtelementgasplasma, das durch direkte Entladung gebildet wurde, d. h. durch Stöße zwischen Teilchen des Leichtelementgases (Elektronen, Atome, Molekü le) und Teilchen des Ätzgases (Atome, Moleküle). Der Anteil neutraler Radikale, die dadurch gebildet werden, daß Reak tionsgas-Atome und -Moleküle getrennt werden, ist dann größer als bei direkter Entladung. Außerdem ist das Ausmaß von Kor rosion oder anderer Beschädigung der Gasentladungskammer ge genüber direkter Entladung des Reaktionsgases vermindert. Dies führt zu verbesserter Langzeitfunktion der Gasentla dungskammer und überhaupt zu erhöhter Lebensdauer.
Der übrige Aufbau des Gerätes gemäß dem achten Ausführungs
beispiel kann in beliebiger Weise entsprechend den vorste
hend gegebenen Beispielen variiert werden.
Wie vorstehend erläutert, ist es von großem Vorteil, ein
Plasma in einem freien Ultraschallstrahl adiabatisch zu ent
spannen, wodurch das zunächst heiße Plasma stark abgekühlt
wird. Dadurch weisen die auf ein Substrat auftreffenden
Teilchen aus dem Überschallstrahl kaum eine Geschwindig
keitskomponente rechtwinklig zur Strahlrichtung auf. Dies
ermöglicht ein Ätzen mit höchster Anisotropie, höchster Se
lektivität und geringster Wahrscheinlichkeit von Beschädi
gungen.
Werden aus dem Teilchenstrahl noch geladene Teilchen ausge
sondert, lassen sich darüber hinaus Beschädigungen des Sub
strates aufgrund elektrostatischer Kräfte verhindern.
Wird der Strahl durch schmale Schlitze statt durch runde
Öffnungen ausgeblendet, läßt sich mit ihm leicht das zu
ätzende Substrat abrastern, was durch Verschieben des Sub
strates erfolgt. Vorzugsweise weist der blattförmige Strahl
die Breite des Substrates auf.
Wenn das eigentliche Reaktionsgas zu einem Leichtelementgas,
wie Helium oder Wasserstoff, in geringem Prozentsatz zuge
mischt wird, läßt sich eine besonders hohe Teilchengeschwin
digkeit erzielen, was die Ätzqualität erhöht.
Sehr vorteilhaft ist es, das Reaktionsgas dadurch zu ioni
sieren, daß es mit einem bereits ionisierten Leichtelement
gas, wie Helium oder Wasserstoff, gemischt wird. Dies führt
zu verminderter Korrosion der Gasentladungskammer gegenüber
dem Fall, in dem das Reaktionsgas selbst durch Gasentladung
ionisiert wird. Es wird also die Langzeitstabilität und die
Lebensdauer der Gasentladungskammer erhöht.
Bei allen Ausführungsbeispielen wurde davon ausgegangen, daß
drei Vakuumkammern vorhanden sind und daß das Substrat in
der dritten Vakuumkammer angeordnet ist. Eine solche Anzahl
von Vakuumkammern ist jedoch nicht zwingend erforderlich.
Wichtig ist nur, daß eine so starke adiabatische Entspannung
stattfindet, daß die Geschwindigkeitsverteilung der auf das
Substrat auftreffenden Teilchen stark anisotrop ist.
Claims (6)
1. Trockenätzgerät zum Ätzen eines Materials (1) durch
Teilchen aus einem Gas, gekennzeichnet durch
- - eine Entladungskammer (10) mit einer Düse (26; 26a), die Gasplasma ausstößt, das in der Kammer durch Ionisieren von Atomen und Molekülen im Gas erzeugt wurde;
- - eine erste Vakuumkammer (22), in die das Gasplasma durch die Düse eintritt, und in der sich ein freier Überschall-Teilchen fluß (D) durch Ausdehnen des Gasplasmas mit Über schall bildet
- - und eine zweite Vakuumkammer (23) mit einem Begrenzer (28; 28a), der einen molekularen Überschall-Teilchenstrahl (E) aus dem freien Überschall-Teilchenfluß (D) des Gasplasmas extrahiert;
- - wobei der molekulare Überschall-Teilchenstrahl (E) auf das zu ätzende Material (1) geleitet wird.
2. Trockenätzgerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch eine Einrichtung (34; 34a; 43) zum Entfernen von Io
nen und Elektronen aus dem molekularen Überschall-Teilchen
strahl (E), wodurch ein molekularer Überschall-Teilchen
strahl neutraler Atome und Moleküle gebildet wird.
3. Trockenätzgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß die Düse eine zweidimensionale
Düse (26a) mit der Querschnittsform eines rechteckigen
Schlitzes ist und der Begrenzer ein zweidimensionaler Be
grenzer (28a) mit der Querschnittsform ebenfalls eines
rechteckigen Schlitzes ist.
4. Trockenätzgerät nach Anspruch 3, gekennzeichnet
durch eine Vorrichtung zum Ändern der Lage des zu ätzenden
Substrats (1) relativ zur schmalen Seite bzw. in Schmalsei
tenrichtung des blattförmigen Überschall-Teilchenstrahls
(E), wie er durch die Schlitze gebildet wird.
5. Trockenätzgerät nach einem der Ansprüche 1-4, gekenn
zeichnet durch eine Vorrichtung (7, 8) zum Einleiten von
Reaktionsgas (A) in die Entladungskammer (10) und durch
eine Einrichtung (15, 16) zum Einleiten eines Leichtelement
gases, wie Helium oder Wasserstoff, in die Entladungskammer.
6. Trockenätzgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gasentladungskammer (10) in eine erste Teilkammer
und eine zweite Teilkammer (51) unterteilt ist, wobei das
Leichtelementgas in der ersten Teilkammer ionisiert wird,
wodurch es in den Plasmazustand übergeht, und es dann in die
zweite Teilkammer überführt wird, wo es sich mit dem Reak
tionsgas vermischt, wodurch dieses ionisiert wird.
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