DE4016731A1 - Fourierspektrometer - Google Patents
FourierspektrometerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fourierspektrometer mit einem ampli
tudenteilenden Interferometer, das folgende Komponenten auf
weist:
- - eine Polarisator-Einrichtung zum linearen Polarisieren eines in das Interferometer eintretenden parallelen Lichtstrahles aus einer Lichtquelle;
- - ein doppelbrechendes Verzögerungsglied zum Aufspalten des linear polarisierten Lichtstrahles in einen or dentlichen und einen außerordentlichen Strahl mit jeweils der gleichen Ausbreitungsrichtung wie der des linear polarisierten Lichtstrahles;
- - eine Keilanordnung aus doppelbrechendem Material, bestehend aus zwei gegeneinander beweglichen Keilen, wobei die beiden Keile so angeordnet sind, daß ihre Hypotenusenflächen unmittelbar aneinander angrenzen, ihre langen Kathetenflächen planparallel sind und zur Ausbreitungsrichtung des Lichts im Interferometer senkrecht stehen, wobei mindestens einer der Keile parallel zu seiner Hypotenusenfläche derart verschieb bar ist, daß der gegenseitige Abstand der planparal lelen Kathetenflächen variiert werden kann, und wobei die optischen Achsen zumindest eines Keiles gegenüber den optischen Achsen des Verzögerungsgliedes um 90° gedreht orientiert sind; und
- - eine Analysator-Einrichtung mit um einen vorgegebenen Winkel α gegenüber der Polarisator-Einrichtung um die Richtung des die Keilanordnung verlassenden Licht strahles gedrehter Polarisationsebene.
Ein solches Fourierspektrometer wird von der Firma Tecan AG in
der Schweiz unter der Bezeichnung FT-NIR 4010 angeboten. Das
Herzstück eines Fourierspektrometers ist ein amplitudenteilendes
Interferometer, klassischerweise ein Michelson-Interferometer,
bei dem ein paralleler Lichtstrahl aus einer Lichtquelle unter
45° auf einen semidurchlässigen Strahlteiler auftrifft, der
den Strahl teilweise geradeaus durchläßt und teilweise im rech
ten Winkel reflektiert. Beide Teilstrahlen werden jeweils von
einem senkrecht in ihrem Strahlengang befindlichen Planspiegel
auf den Strahlteiler zurückreflektiert. Einer der beiden Spiegel
ist stationär, während der andere auf der optischen Achse des
betreffenden Teilstrahles verschoben werden kann, so daß die
optische Weglänge, die das Licht dieses Teilstrahles zwischen
dem Strahlteiler und dem Spiegel zurücklegt, variiert werden
kann. Die im Strahlteiler wieder zusammenlaufenden Teilstrahlen
interferieren miteinander und ergeben einen in Abhängigkeit
von der Position des beweglichen Spiegels amplitudenmodulierten
Lichtstrahl, der das Interferometer senkrecht zur Richtung des
von der Lichtquelle einlaufenden Lichtstrahles verläßt und
entweder direkt einem Detektor zugeführt wird, oder vorher
noch eine in den Strahlengang eingebrachte Probe durchläuft.
Aus dem Detektorsignal wird mit Hilfe eines Rechners die Fou
riertransformierte des Interferogramms gebildet, die ein kom
plettes optisches Spektrum von Quelle, Instrument (Interfero
meter) und ggf. Probe darstellt.
Ein großer Nachteil des Michelson-Interferometers ist die erfor
derliche Führungsgenauigkeit des bewegten Interferometerspie
gels. Bei einem Interferometer der Firma Analect in Irvine/Kali
fornien, das unter der Bezeichnung "Transept" angeboten wird,
kann eine bedeutend größere Führungsungenauigkeit in Kauf genom
men werden, indem als Strahlteiler eine Anordnung von einem
beweglichen und einem festen Keil aus transparentem Material
verwendet wird. Durch Verschieben des Keiles wird die optische
Weglänge, die der Teilstrahl im "beweglichen" Arm des zwei
armigen Interferometers zurücklegt, variiert. Dadurch, daß das
Licht durch Materie mit hohem Brechungsindex geführt wird,
werden optische Weglängenunterschiede in den beiden Armen des
Interferometers erzeugt.
Die zweiarmige Interferometeranordnung hat jedoch immer noch
den Nachteil, daß unterschiedliche thermische Änderungen, z. B.
Ausdehnungen der optischen Elemente auf den beiden Armen zu
einer gravierenden Dejustierung des Interferometers während
der Messung führen können. Dieser Nachteil tritt bei der ein
gangs erwähnten, von der Firma Tecan AG angebotenen Anordnung
nach dem Oberbegriff nicht auf, da diese Anordnung keinen zwei
ten Arm aufweist, der gegenüber einem ersten Arm kompensiert
werden muß, sondern die beiden Teilstrahlen an der gleichen
Stelle die optischen Elemente des Interferometers passieren,
und daher ein Unterschied zwischen zwei räumlich getrennten
Teilstrahlen gar nicht auftreten kann.
Die Änderung der optischen Gangunterschiede bei dieser Anordnung
sind jedoch immer noch aufgrund der maximal möglichen Diffe
renzen in den Brechungsindizes der Materialien der beiden Keile
recht begrenzt, was auch das Auflösungsvermögen des Spektro
meters limitiert. Außerdem müssen bei diesem Aufbau hohe Anfor
derungen an die Planparallelität der gegenüberliegenden langen
Kathetenflächen der beiden Keile gestellt werden, und auch
Winkelfehler, sowie Abweichungen der Strahlrichtung von der
Richtung senkrecht zu diesen Kathetenflächen, z. B. durch eine
endliche Divergenz des Strahles oder aufgrund einer etwas schie
fen Justage der Strahlachse, führen zu erheblichen Störungen
im Interferenzmuster. Ebenso wirken sich Fehler bei der Bewegung
des beweglichen Keils längs der Hypotenusenflächen negativ
aus.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Fou
rierspektrometer der eingangs genannten Art dahingehend zu
verbessern, daß die Anforderungen an die Winkelgenauigkeit der
optischen Komponenten, insbesondere der Keilanordnung, ohne
Einbuße an Auflösungsvermögen oder Meßgenauigkeit wesentlich
verringert werden können, daß sich dynamische Fehler bei der
Bewegung des beweglichen Keiles weniger störend auswirken und
daß der optische Gangunterschied der beiden Teilstrahlen im
Interferometer und damit das Auflösungsvermögen des Fourierspek
trometers vergrößert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in Aus
breitungsrichtung des erstmals durch die Keilanordnung tretenden
Lichtstrahles gesehen nach der Keilanordnung ein Retroreflektor
vorgesehen ist.
Dadurch, daß der Lichtstrahl vom Retroreflektor zurückgeworfen
wird, durchläuft er die Keilanordnung mindestens zweimal, was
eine doppelte optische Weglängendifferenz und damit ein verdop
peltes optisches Auflösungsvermögen des Fourierspektrometers
zur Folge hat. Kleine Winkelabweichungen des Strahlenganges im
Keil kompensieren sich von selbst, da sie beim Rücklauf des
retroreflektierten Strahles durch den Keil in umgekehrter Rich
tung auftreten und daher im Ergebnis aufgehoben werden. Aus
dem gleichen Grund kompensieren sich auch dynamische Fehler
bei der Bewegung des beweglichen Keiles. Insgesamt können bei
der erfindungsgemäßen Anordnung die Anforderungen an die Winkel
genauigkeit der optischen Komponenten um ca. eine Zehnerpotenz
reduziert werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß das
Spektrometer in seiner Längsausdehnung nur noch halb so groß
ist wie der Aufbau nach dem bekannten Stand der Technik.
Aus der Druckschrift "Journal of Scientific Instruments", Vol.
37, August 1960, Seiten 278 bis 281 ist zwar ebenfalls eine
Anordnung bekannt, bei der ein durch eine Keilanordnung geführ
ter Strahl in sich zurückreflektiert und nochmals durch die
Keilanordnung geführt wird. Bei diesem Gerät handelt es sich
allerdings nicht um ein Spektrometer, sondern lediglich um
eine Modifikation eines Babinet-Kompensators, bei dem durch
Verschiebung der Keile lediglich optische Gangunterschiede von
monochromatischem Licht in der Größenordnung einer oder zweier
Wellenlängen erzeugt werden, wobei sich die Probe zwischen
Polarisator und Analysator befindet, während bei einem Spektro
meter Gangunterschiede von mehreren tausend Wellenlängen erzeugt
werden müssen. In den Strahlengang eines solchen Kompensators
werden optische Bauteile zur Untersuchung ihres doppelbrechenden
Verhaltens sowie zur optischen Kontrolle der Bauteile auf Unge
nauigkeiten eingebracht. Eine Spektralanalyse mit einer solchen
Anordnung ist nicht möglich.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Fourierspektrometers beträgt der Winkel α, um den die Analysa
tor-Einrichtung gegenüber der Polarisator-Einrichtung verdreht
ist, 90°. Die Justage der Anordnung erfolgt dann auf ein Minimum
des durchtretenden Lichtes, was die größte Justage-Genauigkeit
erlaubt.
Bei einer anderen Ausführungsform besteht die Keilanordnung
aus einem feststehenden und einem beweglichen Keil. Durch den
feststehenden Keil wird das Justieren gegenüber der Anordnung
mit zwei beweglichen Keilen wesentlich erleichtert.
Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fourierspektro
meters ist das Verzögerungsglied in der Keilanordnung, insbe
sondere in dem feststehenden Keil integriert, wodurch die Anzahl
der Komponenten im Interferometer und damit die Anzahl der
Fehlermöglichkeiten reduziert und das Spektrometer insgesamt
kompakter wird.
Bei einer weiteren Ausführungsform werden der Polarisator und
der Analysator von einem polarisierenden Strahlteiler gebildet,
wobei der Retroreflektor derart angeordnet ist, daß der die
Keilanordnung letztmalig verlassende Lichtstrahl koaxial und
entgegengerichtet zum erstmalig in die Keilanordnung eintreten
den Lichtstrahl verläuft, auf die Rückseite des polarisierenden
Strahlteilers auftrifft und schließlich der Proben-Detektor-
Anordnung des Fourierspektrometers zugeführt wird. Bei dieser
Ausführungsform wird die Anzahl der linearpolarisierenden op
tischen Instrumente von zwei auf eins reduziert, so daß die
Fehlermöglichkeiten bei den einzelnen Komponenten noch weiter
abnehmen und der Aufbau insgesamt noch kompakter wird.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform ist
der Retroreflektor derart angeordnet, daß der den Retroreflektor
erstmals verlassende Lichtstrahl gegenüber dem in den Retrore
flektor erstmals eintretenden Lichtstrahl parallelversetzt
ist, und daß in Ausbreitungsrichtung des den Retroreflektor
erstmals verlassenden Lichtstrahles gesehen nach der Keilanord
nung ein Spiegel angeordnet ist, der den Lichtstrahl in sich
reflektiert. Dadurch wird erreicht, daß der Lichtstrahl insge
samt viermal die Keilanordnung passiert, was gegenüber der
Anordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu einem vierfach
höheren Gangunterschied und damit einem viermal höheren Auflö
sungsvermögen führt.
Der Retroreflektor kann bei Ausführungsformen der Erfindung
eine Würfelecke (corner cube) sein, er kann aber auch aus einer
Katzenaugenanordnung bestehen, die entweder einen Planspiegel
und einen Hohlspiegel oder aber einen Planspiegel und eine
Sammellinse enthält. Wesentlich ist, daß der Strahl mit Punkt
symmetrie zurückgeworfen wird.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Lichtfaseranord
nung vorgesehen, die den aus dem Interferometer austretenden
Lichtstrahl einer außerhalb des Fourierspektrometers angeord
neten Probe und den aus der Probe wieder austretenden Licht
strahl der Detektoreinrichtung des Fourierspektrometers zuführt.
Dadurch kann die Probe räumlich weit außerhalb des Fourierspek
trometers angeordnet sein, so daß beim Probenwechsel kein di
rekter mechanischer Kontakt mit dem Spektrometer zustande kommt,
was die Gefahr einer unbeabsichtigten Dejustage des Spektrome
ters weiter minimiert und die Möglichkeit eröffnet, eine Spek
tralanalyse auch an Orten vorzunehmen, an denen ein Fourierspek
trometer aus räumlichen oder sonstigen Gründen nicht aufgebaut
werden kann.
Das erfindungsgemäße Fourierspektrometer kann in allen optischen
Wellenlängenbereichen betrieben werden, in denen die verwendeten
Materialien transparent und doppelbrechend sind, insbesondere
jedoch mit einer Lichtquelle, die breitbandiges Licht im nahen
Infrarot emittiert. Damit können besonders Vibrations- und
Rotationsspektren von Flüssigkeitsmolekülen aufgenommen werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläu
tert. Die der Zeichnung und der Beschreibung zu entnehmenden
Merkmale können bei anderen Ausführungsformen der Erfindung
einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination
Anwendung finden. Es zeigen:
Fig. 1 Schema eines Spektrometers nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1;
Fig. 2 Schema eines erfindungsgemäßen Spektrometers;
Fig. 3 Schema eines erfindungsgemäßen Spektrometers mit in
der Keilanordnung integriertem Verzögerungsglied;
Fig. 4 Schema eines erfindungsgemäßen Spektrometers mit in
der Keilanordnung integriertem Verzögerungsglied und
polarisierendem Strahlteiler;
Fig. 5 Schema eines erfindungsgemäßen Spektrometers mit in
der Keilanordnung integriertem Verzögerungsglied,
polarisierendem Strahlteiler und einer Spiegel-Retro
reflektor-Anordnung, die ein viermaliges Durchlaufen
des Lichtstrahles durch die Keilanordnung ermöglicht;
Fig. 6a Schema einer Katzenaugenanordnung mit Planspiegel
und Hohlspiegel;
Fig. 6b Schema einer Katzenaugenanordnung mit Planspiegel
und Sammellinse und
Fig. 7 Schema einer Anordnung zur Lichtleitung in die und
aus der Probe.
Das Fourierspektrometer in Fig. 1 gehört zum Stand der Technik
und wird, wie eingangs erwähnt, von der Schweizer Firma Tecan
AG angeboten. Licht aus einer in der Regel breitbandigen Licht
quelle 1 wird in einer hier als Linse dargestellten ersten
Kollimatoranordnung 2 zu einem parallelen Lichtstrahl formiert,
der ein Interferometer durchläuft. Das Interferometer besteht
aus einer Polarisator-Einrichtung 3, einem Verzögerungsglied 4,
einer Keilanordnung 5 aus doppelbrechendem Material, bestehend
aus einem feststehenden Keil 6 und einem beweglichen Keil 7,
wobei die beiden Keile so angeordnet sind, daß ihre Hypotenu
senflächen 8′, 8′′ unmittelbar aneinander angrenzen, ihre langen
Kathetenflächen 9′, 9′′ planparallel sind und zur Ausbreitungs
richtung des Lichtes im Interferometer senkrecht stehen, wobei
der bewegliche Keil parallel zu seiner Hypotenusenfläche 8′′
derart verschiebbar ist, daß der gegenseitige Abstand der plan
parallelen Kathetenflächen 9′, 9′′ variiert werden kann, sowie
aus einer Analysator-Einrichtung 10. Der aus der ersten Kolli
matoranordnung 2 in das Interferometer eintretende Lichtstrahl
wird in der Polarisator-Einrichtung 3 linear polarisiert. Wenn
die Winkellage der Durchlaßrichtung der Polarisator-Einrich
tung 3 in einer Ebene senkrecht zur Achse des parallelen Licht
strahles zu 45° definiert wird, dann ist das nachfolgende Ver
zögerungsglied 4, das in der Regel aus einer doppelbrechenden
planparallelen Platte besteht, mit seinen optischen Achsen
bezüglich der Polarisator-Einrichtung 3 so orientiert, daß der
senkrecht durch das Verzögerungsglied 4 hindurchtretende paral
lele Lichtstrahl in einen ordentlichen und einen außerordent
lichen Strahl mit jeweils der gleichen Ausbreitungsrichtung
aufgespalten wird, d. h. in zwei linearpolarisierte Anteile,
deren Schwingungsebenen die Winkellage 0° bzw. 90° in der Ebene
senkrecht zur Strahlachse einnehmen. Da die beiden Strahlkompo
nenten im Verzögerungsglied 4 unterschiedliche Lichtgeschwindig
keiten besitzen, verläßt der parallele Lichtstrahl das Verzö
gerungsglied 4 nicht unbedingt linear polarisiert, sondern in
der Regel elliptisch oder möglicherweise auch zirkular polari
siert. Der Lichtstrahl tritt in die Keilanordnung 5 ein, wobei
er die planparallelen, langen Kathetenflächen 9′, 9′′ des fest
stehenden Keiles 6 bzw. des größeren beweglichen Keiles 7 senk
recht durchsetzt. Die optischen Achsen der Keilanordnung 5
sind gegenüber den optischen Achsen des Verzögerungsgliedes 4
um 90° um die Achse des Lichtstrahles gedreht orientiert. Durch
Verschieben des beweglichen Keiles 7 längs seiner Hypotenusen
fläche 8′′ kann daher die optische Dicke der Keilanordnung 5
dergestalt variiert werden, daß sie der optischen Dicke des
Verzögerungsgliedes 4 gleich wird, und folglich die Wirkung
der Aufspaltung des zunächst linear polarisierten Strahles in
zwei senkrecht zueinander polarisierte Komponenten mit unter
schiedlichen Laufzeiten wieder aufhebt. In dieser speziellen
Stellung verläßt die Keilanordnung 5 ein unter 45° linear
polarisierter paralleler Lichtstrahl, der nun in eine Analy
sator-Einrichtung 10 eintritt, deren Durchlaßrichtung die
Winkelposition -45° bezüglich einer Ebene senkrecht zur Achse
des Lichtstrahles einnimmt, so daß in diesem Falle der Licht
strahl in der Analysator-Einrichtung 10 ausgelöscht wird. Durch
Verschieben des beweglichen Keiles 7 kann aber die optische
Dicke der Keilanordnung 5 relativ zur optischen Dicke des Ver
zögerungsgliedes 4 beliebig verändert werden, so daß der die
Keilanordnung 5 verlassende parallele Lichtstrahl in der Regel
nicht in einer Winnkelstellung von 45° linear polarisiert sein
wird, und daher zumindest ein Teil des Lichtstrahles die Analy
sator-Einrichtung 10 verlassen und in eine zweite Kollimator
anordnung 11 eintreten kann, wo der Lichtstrahl auf eine
Probe 12 und anschließend von einer Linse 13 auf einen Detek
tor 14 fokussiert wird. Dort werden die Lichtsignale des Inter
ferogrammes aufgenommen und an einen Rechner zur Fouriertrans
formation weitergeleitet.
Die oben beschriebene bekannte Interferometeranordnung ist
zwar mechanisch kompakter und auch störungsunempfindlicher als
das klassische Michelson-Interferometer, jedoch müssen hohe
Genauigkeitsanforderungen an die Planparallelität der langen
Kathetenflächen 9′, 9′′ der Keilanordnung 5 gestellt werden.
Außerdem ist der maximal mögliche Gangunterschied zwischen den
Teilstrahlen begrenzt durch die Differenz der Brechungsindizes
der Keilmaterialien. Diese beiden Nachteile können bei dem
erfindungsgemäßen Fourierspektrometer vermieden werden, bei
welchem in Ausbreitungsrichtung des erstmals durch die Keilan
ordnung 5 tretenden Lichtstrahles gesehen nach der Keilanordnung
ein Retroreflektor 15, wie z. B. in Fig. 2 gezeigt, vorgesehen
ist. Durch die mindestens zweimalige Hindurchführung des Licht
strahles durch die Verzögerungsplatte 4 und die Keilanordnung 5
ergibt sich die doppelte optische Weglängendifferenz wie bei
der linearen Anordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
und somit das doppelte Auflösungsvermögen des Interferometers.
Kleine Winkelabweichungen des Lichtstrahles beim Durchgang
durch das Verzögerungsglied 4 und die Keilanordnung 5 kompen
sieren sich, da sie beim zweiten Durchlaufen des entsprechenden
optischen Elementes jeweils in umgekehrter Richtung auftreten
und daher im Ergebnis aufgehoben werden. Das gleiche gilt für
Winkelfehler, die aufgrund von Abweichungen in der Linearität
der Bewegung des beweglichen Keiles 7 längs der Hypotenusenflä
chen 8′, 8′′ auftreten. Ein weiterer Vorteil der erfindungsge
mäßen Anordnung besteht darin, daß sie gegenüber der linearen
Anordnung nur halb so lang ist.
Der Keil 6 muß nicht unbedingt feststehend angeordnet sein,
sondern kann auch gegenüber dem Keil 7 beweglich vorgesehen
sein. Die bevorzugte relative Winkelstellung α der Analysator-
Einrichtung 10 bezüglich der Polarisator-Einrichtung 3 beträgt
90°, da eine optische Justage auf ein Minimum des durch die
Anordnung hindurchtretenden Lichtes am einfachsten und genauesten
zu bewerkstelligen ist. Der Relativwinkel α kann aber auch 0°
betragen, so daß die durchgelassene Lichtmenge maximal wird,
oder auch einen beliebigen, fest vorgebbaren Zwischenwert an
nehmen, wenn dadurch die Lichtausbeute im Detektor 14 vergrößert
werden soll.
Noch kompakter ist die in Fig. 3 gezeigte Ausführungsform, bei
der das Verzögerungsglied 4 in der Keilanordnung 5, insbesondere
in dem feststehenden Keil 6, integriert ist. Die Orientierung
der optischen Achsen des feststehenden Keiles 6 muß bei dieser
Anordnung um 90° um die Achse des Lichtstrahles verdreht gegen
über der Orientierung der optischen Achsen des beweglichen
Keiles 7 sein.
Eine weitere Einsparung an optischen Komponenten und an Platz
bedarf des Spektrometers ermöglicht die Ausführungsform nach
Fig. 4, wo die Polarisator-Einrichtung 3 und die Analysator-
Einrichtung 10 durch einen einzigen polarisierenden Strahl
teiler 16 ersetzt ist. Der Retroreflektor 15 ist bei dieser
Ausführungsform derart angeordnet, daß der die Keilanordnung 5
abschließend verlassende Lichtstrahl koaxial und entgegen
gerichtet zum in die Keilanordnung 5 eintretenden Lichtstrahl
verläuft, also in sich reflektiert wird. Dadurch können auch
die lateralen Dimensionen des Interferometeraufbaus verkürzt
werden.
Fig. 5 zeigt eine besonders bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung, bei der der Lichtstrahl zunächst durch die Keilanord
nung 5 mit integriertem Verzögerungsglied 4 in den Retroreflek
tor 15 eintritt, von da durch die Keilanordnung 5 auf einen
Spiegel 17 geworfen wird, der den Strahl in sich reflektiert
und durch die Keilanordnung 5 auf den Retroreflektor 15 zurück
wirft, der ihn parallelversetzt abermals durch die Keilanord
nung 5 auf den polarisierenden Strahlteiler 16 wirft. Auf diese
Weise wird die Keilanordnung 5 mit dem integrierten Verzöge
rungsglied 4 insgesamt viermal vom Lichtstrahl durchlaufen,
was gegenüber der linearen Anordnung nach Fig. 1 einen vierfach
erhöhten optischen Gangunterschied und damit ein vierfach hö
heres Auflösungsvermögen des Interferometers ergibt.
Der Retroreflektor 15 kann bei Ausführungsformen der Erfindung
eine Würfelecke (corner cube) sein. Er kann aber auch aus einer
Katzenaugenanordnung bestehen, die, wie in Fig. 6a gezeigt,
einen Hohlspiegel 19 enthält, der den Lichtstrahl auf einen
Planspiegel 18 wirft, welcher den Strahl seinerseits auf den
Hohlspiegel 19 reflektiert, wo er antiparallel zu seiner Ur
sprungsrichtung zurückgeworfen wird, oder die, wie in Fig. 6b
gezeigt, aus einer Sammellinse 20 und aus einem Planspiegel 18
bestehen kann.
Die Probe 12 kann wie in Fig. 1 gezeigt, linear zwischen der
zweiten Kollimatoranordnung 11 und einer Linse 13 angeordnet
sein, die das Licht aus der Probe in einen Detektor 14 fokus
siert. Eine andere Möglichkeit der Proben-Detektor-Anordnung
ist in Fig. 7 gezeigt, wo das aus der zweiten Kollimatoranord
nung 11 austretende Licht aus dem Interferometer mit Hilfe
einer Lichtfaseranordnung 21 in die Probe 12 gelenkt und von
da wiederum mit der Lichtfaseranordnung 21 über eine Linse 13
in den Detektor 14 fokussiert wird. Diese Anordnung hat den
Vorteil, daß die Probe räumlich weit außerhalb des Fourierspek
trometers angeordnet sein kann.
Claims (12)
1. Fourierspektrometer mit einem amplitudenteilenden Inter
ferometer, das folgende Komponenten aufweist:
- - eine Polarisator-Einrichtung (3) zum linearen Pola risieren eines in das Interferometer eintretenden parallelen Lichtstrahles aus einer Lichtquelle (1);
- - ein doppelbrechendes Verzögerungsglied (4) zum Auf spalten des linear polarisierten Lichtstrahles in einen ordentlichen und einen außerordentlichen Strahl mit jeweils der gleichen Ausbreitungsrichtung wie der des linear polarisierten Lichtstrahles;
- - eine Keilanordnung (5) aus doppelbrechendem Material, bestehend aus zwei gegeneinander beweglichen Keilen (6, 7), wobei die beiden Keile (6, 7) so angeordnet sind, daß ihre Hypotenusenflächen (8′, 8′′) unmittelbar aneinander angrenzen, ihre langen Kathetenflächen (9′, 9′′) planparallel sind und zur Ausbreitungsrichtung des Lichts im Interferometer senkrecht stehen, wobei mindestens einer der Keile (6, 7) parallel zu seiner Hypotenusenfläche (8′′) derart verschiebbar ist, daß der gegenseitige Abstand der planparallelen Kathetenflächen (9′, 9′′) variiert werden kann, und wobei die optischen Achsen zumindest eines beweglichen Keiles (6, 7) gegenüber den optischen Achsen des Verzögerungsgliedes (4) um 90° gedreht orientiert sind; und
- - eine Analysator-Einrichtung (10) mit um einen vorgegebenen Winkel α gegenüber der Polarisator- Einrichtung (3) um die Richtung des die Keilanordnung (5) verlassenden Lichtstrahles gedrehter Polarisationsebene,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Ausbreitungsrichtung des erstmals durch die Keil
anordnung (5) tretenden Lichtstrahles gesehen nach der
Keilanordnung (5) ein Retroreflektor (15) vorgesehen ist.
2. Fourierspektrometer nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Winkel α 90° beträgt.
3. Fourierspektrometer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Keilanordnung (5) aus einem
feststehenden Keil (6) und einem beweglichen Keil (7)
besteht.
4. Fourierspektrometer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verzögerungs
glied (4) in der Keilanordnung (5) integriert ist.
5. Fourierspektrometer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisator-
Einrichtung (3) und die Analysator-Einrichtung (10) von
einem polarisierenden Strahlteiler (16) gebildet werden,
und der Retroreflektor (15) derart angeordnet ist, daß
der die Keilanordnung (5) letztmalig verlassende
Lichtstrahl koaxial und entgegengerichtet zum erstmalig
in die Keilanordnung (5) eintretenden Lichtstrahl verläuft.
6. Fourierspektrometer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß der Retroreflektor (15) derart angeordnet ist, daß
der den Retroreflektor (15) erstmals verlassende Licht
strahl gegenüber dem in den Retroreflektor (15) erstmals
eintretenden Lichtstrahl parallel versetzt ist, und daß
in Ausbreitungsrichtung des den Retroreflektor (15) erst
mals verlassenden Lichtstrahles gesehen nach der Keilan
ordnung (5) ein Spiegel (17) angeordnet ist, der den Licht
strahl in sich reflektiert.
7. Fourierspektrometer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflek
tor (15) eine Würfelecke (corner cube) ist.
8. Fourierspektrometer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektor (15) eine
Katzenaugenanordnung, bestehend aus einem Planspiegel
(18) und einem Hohlspiegel (19), ist.
9. Fourierspektrometer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektor (15) eine
Katzenaugenanordnung, bestehend aus einem Planspiegel
(18) und einer Sammellinse (20), ist.
10. Fourierspektrometer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lichtfaser
anordnung (21) vorgesehen ist, die den aus dem Interfero
meter austretenden Lichtstrahl einer außerhalb des Fourier
spektrometers angeordneten Probe (12) und den aus der
Probe (12) austretenden Lichtstrahl einer Detektoreinrich
tung (14) des Fourierspektrometers zuführt.
11. Fourierspektrometer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquelle (1)
breitbandiges Licht im nahen Infrarot emittiert.
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Owner name: BRUKER ANALYTIK GMBH, 76287 RHEINSTETTEN, DE |
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Owner name: BRUKER OPTICS, INC., BILLERICA, MASS., US |
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Free format text: KOHLER SCHMID + PARTNER, 70565 STUTTGART |
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