DE4009419C2 - Bugfahrwerk-Einspannvorrichtung für ein Flugzeug-Schleppfahrzeug - Google Patents
Bugfahrwerk-Einspannvorrichtung für ein Flugzeug-SchleppfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bugfahrwerk-Einspannvorrichtung
für ein Flugzeug-Schleppfahrzeug, mit einer Abstützfläche
zum Abstützen des aufgenommenen Bugfahrwerks, zwei von oben
gegen die beiden Rädern eines Zwillings-Bugfahrwerks zur
Anlage bringbaren Niederhaltern, und auf die Niederhalter
einwirkenden Andrückvorrichtungen zum Beaufschlagen jedes
Niederhalters mit einer definierten Andrückkraft.
Ein Flugzeug-Schleppfahrzeug mit einer derartigen Bugfahr
werk-Einspannvorrichtung ist aus DE 37 10 045 A1 bekannt.
Ein solches Schleppfahrzeug wird mit dem zu schleppenden
Flugzeug nicht, wie üblich, über eine Zugstange verbunden,
sondern die Räder des Bugfahrwerks des Flugzeugs werden am
Schleppfahrzeug selbst abgestützt und fest eingespannt, so
daß ein kompakter, fest verbundener Zugverband entsteht.
Bei der Kurvenfahrt eines solchen Zugverbandes muß sich die
Längsachse des Schleppfahrzeuges gegenüber der Flugzeug
längsachse abwinkeln, wobei sich das am Schleppfahrzeug
fest eingespannte Bugfahrwerk relativ zum Flugzeug um die
Lenkachse des Bugfahrwerks dreht. Bei manchen Flugzeugtypen
ist das Federbein des Bugfahrwerks, und damit auch dessen
Lenkachse, nicht lotrecht, sondern schräg nach vorn ab
fallend angeordnet. Wird ein Zwillingsbugfahrwerk um eine
solche schräggeneigte Lenkachse geschwenkt, dann hat die
Schwenkbewegung auch eine Vertikalkomponente, mit der Fol
ge, daß sich das kurvenäußere Bugrad gegenüber dem kurven
inneren Bugrad nach oben bewegt. Wenn die beiden Bugräder
fest und in Vertikalrichtung unnachgiebig am Schleppfahr
zeug eingespannt sind, besteht dann die Gefahr, daß das
Bugfahrwerk unzulässig belastet oder sogar beschädigt wird.
Das Problem tritt nicht auf bei Schleppfahrzeugen, wie aus
DE 37 32 645 C1 und DE 38 01 855 bekannt bei
denen die gesamte Einspannvorrichtung für das Bugfahrwerk
um eine in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende reelle oder virtuelle Achse schwenk
bar gelagert oder aufgehängt ist. Eine solche Einspannvorrichtung kann sich
selbsttätig an auftretende Höhendifferenzen zwischen den
beiden Bugrädern anpassen, ohne daß sich an den auf die
Bugräder wirkenden Einspannkräften etwas ändert. Eine sol
che Einspannvorrichtung ist aber technisch sehr aufwendig
und weist andere Nachteile auf, z. B. eine Änderung des Bo
denabstandes der Einspannvorrichtung beim Kurvenfahren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einspannvor
richtung der angegebenen Art mit einfachen Mitteln so aus
zubilden, daß unzulässig hohe Belastungen der Bugräder auch
bei z. B. durch Kurvenfahrten erzwungenen Vertikalbewegungen
der Bugräder vermieden werden.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die beiden
Niederhalter zu gegensinniger Hub- und Senkbewegung mitein
ander gekoppelt sind.
Durch die erfindungsgemäße Maßnahme wird erreicht, daß im
mer dann, wenn eines der beiden eingespannten Bugräder in
folge Lenkbewegung um eine geneigte Längsachse sich nach
oben bewegen will, der zugehörige Niederhalter entsprechend
nachgeben kann, wobei gleichzeitig der Niederhalter des an
deren Bugrades nach unten bewegt wird. Auf diese
Weise kann jedes Bugrad über eine bestimmte, in der Praxis
geringe Hubstrecke nach oben ausweichen, wobei jedoch die
gesamte, auf beide Bugräder ausgeübte Einspannkraft quasi
konstant bleibt.
In vorteilhafter weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind
die beiden miteinander gekoppelten Niederhalter mit einem
die Gesamtandrückkraft begrenzenden Federelement oder
Kraftbegrenzer verbunden. Hierdurch wird verhindert, daß
bei einer nach oben gerichteten Ausweichbewegung des einen
Niederhalters der andere Niederhalter mit unzulässig hoher
Zusatzkraft nach unten gegen das zugehörige Bugrad gedrückt
wird.
Die Koppelung der beiden Niederhalter kann in einfacher
Weise dadurch geschehen, daß auf je einen Niederhalter ein
wirkende hydraulische Andrückvorrichtungen durch eine Ver
bindungsleitung kommunizierend miteinander verbunden wer
den. Alternativ ist auch eine mechanische Kopplung durch
einen in seiner Mitte schwenkbar gelagerten Lenker möglich.
Ausführungsformen der Erfindung werden anhand der Zeichnun
gen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht, teilweise im
Schnitt, einen Teil eines Schleppfahrzeuges mit
einer Einspannvorrichtung bekannter Art, bei der
die Erfindung angewendet werden kann;
Fig. 2 in vereinfachter, perspektivischer Schemadarstel
lung eine erste Ausführungsform einer erfindungs
gemäßen Koppelung der beiden Niederhalter der Ein
spannvorrichtung;
Fig. 3 in ähnlich vereinfachter Schemadarstellung eine
andere Ausführungsform mit mechanischer Kopplung
der Niederhalter.
Das in Fig. 1 im Ausschnitt dargestellte Schleppfahrzeug
mit Einspannvorrichtung entspricht im wesentlichen der aus
DE 37 10 045 A1 bekannten Konstruktion, und für weitere Er
läuterungen wird auf diese Druckschrift verwiesen. Das
Schleppfahrzeug 1, von dem nur ein Teil des Fahrgestells,
sowie ein Hinterrad 3 dargestellt sind, besitzt im hinteren
Teil eine nach hinten offene, U-förmige Ausnehmung, die
nach unten durch eine Abstützplattform 5 für das Abstützen
des Bugfahrwerks ausgebildet ist. Am hinteren Ende der
Plattform 5 ist eine heb- und senkbare Rampe 7 angelenkt,
die über ein Hebelgestänge 9 und einen bei 13 angelenkten
Hubzylinder 11 gehoben und gesenkt werden kann. In der dar
gestellten abgesenkten Stellung kann die Rampe 7 durch
Rückwärts fahren des Schleppfahrzeuges 1 unter ein auf der
Fahrbahn 10 ruhendes Bugfahrwerk A gefahren werden, so daß
dieses über die Rampe 7 auf die Plattform 5 auffährt, bis
es gegen ein Widerlager 15 zur Anlage kommt. Gleichzeitig
wird mittels des Hubzylinders 11 die Rampe 7 hinter dem
Bugfahrwerk A nach oben geschwenkt, bis sie in die in Fig.
1 strichpunktiert gezeigte Stellung 7′ gelangt, wobei ein
an der Rampe 7 gelagerter Nocken 17 in die Stellung 17′
ausschwenkt und sich von hinten an das zugehörige Bugrad A
anlegt, um dieses gegen das Widerlager 15 zu drücken. Voll
ständig eingespannt wird jedes der beiden Räder des Bug
fahrwerkes A durch je einen zugeordneten Niederhalter 19,
an dessen freien Ende eine Rollenschaufel 21 für die Anlage
am Bugrad gelagert ist, während das andere Ende über einen
Lenker 23 mit einem festen Schwenklager 25 des Fahrzeugs
verbunden ist. Am Niederhalter 19 greift als Andrückvor
richtung ein Hydraulikzylinder 27 an, um die erforderliche
Andrück- und Einspannkraft zu erzeugen.
Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Darstellung der beiden Nie
derhalter 19, 19′, die in fahrzeugfesten Schwenklagern 25,
25′ gelagert sind, wobei der Einfachheit halber die Rollen
schaufel 21 und der Verbindungslenker 23 von Fig. 1 wegge
lassen sind. Mittels der beiden Hydraulikzylinder 27, 27′,
denen über die Leitung 29 Hydraulikflüssigkeit mit vorgege
benem Druck zuführbar ist, werden die beiden Niederhalter
19, 19′ mit vorgegebener Andrückkraft gegen die beiden
Bugräder A, A′ des Bugfahrwerks angedrückt.
Über den Abschnitt 31 der Leitung 29 sind die kolbenstan
genseitigen Arbeitsräume der Hydraulikzylinder 27, 27′ frei
kommunizierend miteinander verbunden. Dies hat zur Folge,
daß jeder Niederhalter 19, 19′ in begrenztem Maße Ausweich
bewegungen nach oben durchführen kann. Wenn beispielsweise
das Schleppfahrzeug eine Kurve fährt, bei der das Bugrad A
an der Kurvenaußenseite liegt, dann führt eine entspre
chende Drehung des Bugfahrwerkes um die Lenkachse eines ge
neigt angeordneten Federbeins 28 (Fig. 1) dazu, daß sich
das Bugrad A von der Plattform 5 nach oben zu bewegen
sucht. Die Erfindung erlaubt eine solche Ausweichbewegung
nach oben, wobei sich der Niederhalter 19 ebenfalls nach
oben in die in Fig. 2 strichpunktierte Stellung bewegt.
Hierdurch wird Druckmittel aus dem Arbeitsraum des Hydrau
likzylinders 27 verdrängt und gelangt in den Hydraulikzy
linder 27′, so daß sich der Niederhalter 19′ entsprechend
nach unten bewegt und das andere Bugrad A′ stärker einge
spannt wird.
Damit der vermehrte Druck des Niederhalters 19′ gegen das
Bugrad A′ nicht übermäßig ansteigen kann, ist die Leitung
29, 31 mit einem als Kraftbegrenzer wirkenden Gasfederspei
cher 30 verbunden.
Eine andere Ausführungsform mit mechanischer Kopplung der
beiden Niederhalter ist vereinfacht in Fig. 3 dargestellt.
Hier sind die beiden Niederhalter 19a, 19a′ an den Enden
eines doppelarmigen Hebels 22 vorgesehen, der in seiner
Mitte bei 26 nach Art eines Waagebalkens schwenkbar an ei
nem Niederhalterarm 20 gelagert ist, der seinerseits bei 25
ortsfest am Schleppfahrzeug gelagert ist. Auf den Nieder
halterarm 20 wirkt ein einziger Hydraulikzylinder 27, dem
über die Leitung 29 Druckmittel zuführbar ist, um die er
forderliche Andrückkraft für beide Niederhalter 19a, 19a′
zu erzeugen. Auch hier kann jedes Bugrad, z. B. Bugrad A,
nach oben ausweichen, wobei sich der zugehörige Niederhal
ter 19a nach oben und der andere Niederhalter 19a′ nach un
ten bewegt. Auch hier ist ein als Kraftbegrenzer wirkender
Gasfederspeicher 30 mit der Leitung 29 verbunden, um die
gesamte Andrückkraft beider Niederhalter zu begrenzen, so
daß auch hier bei Entlastung des einen Niederhalters 19 der
andere Niederhalter 19′ nicht mit übermäßiger Kraft nach
unten drücken und das zugehörige Bugrad A′ beschädigen
kann.
Claims (6)
1. Bugfahrwerk-Einspannvorrichtung für ein Flugzeug-
Schleppfahrzeug,
mit einer relativ zum Fahrzeug unbeweglichen Abstütz
fläche (5) zum Abstützen des aufgenommenen Bugfahrwerks
und einer Niederhaltevorrichtung, die zwei Niederhalter
(19, 19′), die von oben gegen die beiden Räder (A, A′)
eines auf der Abstützfläche abgestützten Zwillings-Bug
fahrwerks zur Anlage bringbar sind, und eine Andrück
vorrichtung (27, 27′) zum Beaufschlagen der Niederhal
ter mit einer definierten Andrückkraft aufweist, da
durch gekennzeichnet,
daß die beiden Niederhalter (19, 19′) zu gegensinniger
Hub- und Senkbewegung zwangsgekoppelt sind und daß bei
mit der Andrückkraft beaufschlagter Niederhaltevorrich
tung jeder der beiden Niederhalter (19, 19′) entgegen
der Andrückrichtung relativ zur Abstützfläche (5) frei
nachgiebig ist, wobei ein Nachgeben jeweils eines Nie
derhalters (19) aufgrund er Zwangskopplung eine ent
sprechende Andrückbewegung des anderen Niederhalters
(19′) bewirkt.
2. Einspannvorrichtung nach Anspruch 1, gekenn
zeichnet durch einen die gesamte Andrückkraft bei
der Niederhalter begrenzenden Kraftbegrenzer (30).
3. Einspannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit je
einem auf einem Niederhalter (19, 19′) wirkenden Hydraulik
zylinder (27, 27′), dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsräume der beiden Hydraulikzylinder (27, 27′)
durch eine Verbindungsleitung (31) frei miteinander kommu
nizieren.
4. Einspannvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß an die Verbindungsleitung
ein Druckbegrenzer oder Gasfederspeicher (30) angeschlossen
ist.
5. Einspannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Niederhalter (19a,
19a′) durch einen in seiner Mitte schwenkbar gelagerten
Balken (22) miteinander verbunden sind.
6. Einspannvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Balken (22) schwenkbar
an einem Niederhalterarm (20) gelagert ist, der durch einen
die Andrückkraft erzeugenden Hydraulikzylinder (27) belast
bar ist, wobei an die Zuführleitung (29) des Hydraulikzy
linders (27) ein Kraftbegrenzer, insbesondere ein Gasfeder
speicher (30) angeschlossen ist.
Priority Applications (1)
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| DE4009419A DE4009419C2 (de) | 1990-03-23 | 1990-03-23 | Bugfahrwerk-Einspannvorrichtung für ein Flugzeug-Schleppfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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| DE4009419A1 DE4009419A1 (de) | 1991-09-26 |
| DE4009419C2 true DE4009419C2 (de) | 1997-09-11 |
Family
ID=6402941
Family Applications (1)
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Country Status (1)
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