DE4008104A1 - Verfahren und einrichtung zum kompostieren organischer stoffe - Google Patents
Verfahren und einrichtung zum kompostieren organischer stoffeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kompostierung
organischer Stoffe und eine Einrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens.
In den bekannten Kompostbehältern dauern die Umsetzungs
prozesse recht lange und verlaufen unvollkommen ab.
Aufgabe der Erfindung ist es, den Kompostierungsprozeß zu
verkürzen und die Abbauvorgänge zu verbessern.
Dieses wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß in einem
Kompostbehälter sowohl die Feuchte, der Sauerstoffbedarf
und die Temperatur im zu kompostierenden Substrat im
Optimum gehalten wird durch die Kombination
- - eines selbsttätigen, kapillaren Einzugs von Wasser in das zu kompostierende Gut, sowie das Schaffen einer wasserdampfgesättigten Atmosphäre im Behälter und
- - einer selbsttätigen Luftzirkulation durch das zu kompostierende Material bei
- - geringem Wärmeverlust.
Der kapillare Wassereinzug erfolgt über Matten, Streifen
oder Seile mit engen Poren, die das kompostierende Material
umgeben oder es durchsetzen, wobei der Wasserbehälter, aus
dem die kapillare Wasserabsaugung erfolgt, sich innerhalb
oder außerhalb des Behälters befinden kann. Die freie Ober
fläche des Wasserbehälters und die im Kompostbehälter teil
weise freiliegenden Saugmatten, -streifen oder -seile
führen, da sie kapillar mit Wasser gefüllt sind, zur Ver
dunstung und damit zur Wasserdampfanreicherung der
Atmosphäre im Behälter. Auf diese Weise werden ausgehend
von der Kapillarität des zu kompostierenden Gutes, über die
kapillaren Saugleitungen zum Wasserbehälter Leitungen ge
schaffen, über die sich das Gut mit dem für die Abbauvor
gänge notwendigen Wasser sättigen kann.
Durch die Abbauvorgänge beim Kompostieren entsteht Wärme.
Die Erwärmung des Substrats führt auch zur Erwärmung der im
Gut in den Zwischenräumen eingeschlossenen Luft; sie steigt
nach oben, tritt aus dem Gut aus und kühlt sich im Luftraum
über dem Gut wieder ab. Die abgekühlte Luft sinkt durch ein
Zentralrohr im Gutstapel nach unten und kann wieder in das
Material eindringen; es entsteht eine Zirkulation, so daß
das Material infolge dieser Thermik, stetig langsam von
Luft durchströmt wird.
Es ist nun dafür zu sorgen, daß mit dieser Strömung dem zu
kompostierenden Material der für die Abbauvorgänge notwen
dige Sauerstoff zugeführt wird. Bei den Abbauvorgängen ent
steht neben der Wärme auch Kohlendioxyd, das schwerer als
Sauerstoff ist. Durch einen Kanal am Boden des Zentral
rohres kann schwererer Kohlendioxyd ausfließen und der
leichtere Sauerstoff eindiffundieren. So ist es mit einem
Minimum an Gasvolumenaustausch im Behälter und damit einem
sehr geringen Wärmeverlust möglich, der vorbeschriebenen
Zirkulation der Atmosphäre im Behälter neuen Sauerstoff für
die Oxidationsvorgänge beim Abbau der organischen Substanz
beizumischen.
Es wäre auch möglich, die Wärmeentwicklung im Kompoststapel
für eine direkte Strömung von unten nach oben zu nutzen,
darart, daß die kältere Außenluft im unteren Bereich des
Behälters eintritt und die warme Luft durch Löcher im
Deckel austritt, was aber mit einem größeren Verlust an
Wärme verbunden wäre. Dieses Prinzip könnte in wärmeren
Gegenden und bei Prozessen Anwendung finden, bei denen die
Wärmeentwicklung bei den Abbauprozessen relativ groß ist.
In vielen Fällen, in denen diese Wärmeentwicklung eher als
marginal zu bezeichnen ist, wird eine Behälterisolierung,
z. B. durch Schaumstoffe, vorgesehen.
In Fig. 1 ist schematisch ein Behälter zur Ausführung des
beschriebenen Verfahrens beispielhaft dargestellt.
Der Behälter, in seinem Querschnitt rund oder rechteckig,
besteht aus dem Mantel 1, dem dicht schließenden Deckel 2
und einem perforierten Zentralrohr 3. Im Zentralrohr 3 ist
ein Wasserbehälter 4 eingehängt, der über den nach unten
durchgesetzten Deckel 2 vom Regen gespeist wird. In den
Wasserbehälter 4 tauchen rottefeste Gewebestreifen 5 oder
Seile 6 mit möglichst geringer Kapillarität, d. h. hoher
Saugkraft ein, z. B. aus Glasfaser.
Die Streifen 5 führen an der Innenfläche des Mantels 1′und
an der Außenfläche 3′ des Zentralrohres nach unten; liegen
damit im unteren Bereich an den Kompoststapel 7 an. Die
Seile 6 tauchen direkt in das zu kompostierende Material 7
ein. Damit sind durchgehende kapillare Wasserpfade vom
Material 7 zum Wasser 8 im Behälter 4 und damit eine
selbsttätige Feuchteversorgung geschaffen.
Anstelle des Wasserbehälters 4 kann das gesamte
Zentralrohr 3 mit einem kapillarporösen Material, das mit
Wasser getränkt ist, aber auch den Luftdurchtritt zuläßt,
ausgefüllt sein.
Die beim Kompostieren erwärmte Luft tritt nach oben aus dem
Material 7 aus, kühlt sich darüber wieder ab, sinkt durch
den Spalt 9 zwischen dem Zentralrohr 3 und dem
Wasserbehälter 4 nach unten und tritt durch das perforierte
Zentralrohr 3 wieder in das Gut 7 ein. Das schwerere
Kohlendioxyd fließt durch das Rohr 10 nach außen ab.
Gleichzeitig diffundiert Sauerstoff über das Rohr 10 in
das Zentralrohr 3 hinein und gleicht damit den Konzen
trationsverlust an Sauerstoff im Behälter wieder aus; der
für die Oxydationsvorgänge beim Kompostieren notwendige
Sauerstoff wird nachgeliefert.
Alternativ, gegebenenfalls auch zusätzlich, weist die
untere Behälterwand 1 Öffnungen 11 auf. Ferner sind im
Deckel 2 Öffnungen 12 vorgesehen. Die erwärmte Luft tritt
durch die Öffnungen 12 aus, und frische Luft wird durch die
Öffnungen 11 nachgesaugt.
Der gesamte Behältermantel ist mit einer Isolierung 13 ver
sehen. Der Behältermantel weist Türen 14 für die Entnahme
des fertigen Kompostes auf. Der Behälter weist keinen
Boden auf, wenn den Regenwürmern aus dem Erdreich Zutritt
gegeben werden soll. Steht die Einhaltung einer möglichst
hohen Komposttemperatur im Vordergrund, ist ein isolierter
Behälterboden vorzusehen.
Claims (11)
1. Verfahren zur Kompostierung biologischer Stoffe in
einem Behälter, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem
kompostierenden Materialstapel infolge Umsetzungsvorgänge
austretende erwärmte Luft sich über dem Stapel wieder ab
kühlt, durch einen zentialen Kanal oder seitliche Kanäle
absinkt, im unteren Bereich wieder in den Stapel eingesaugt
wird, und es so zu einer selbsttätigen zirkulierenden
Durchlüftung des zu kompostierenden Materials kommt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das beim Kompostieren entstehende schwerere Kohlendioxyd
durch eine unten im Behälter vorgesehene Öffnung ausfließt
und Sauerstoff in den Behälter eindiffundiert.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die zirkulierende Luft über feuchte
Behälterflächen oder freie Wasserflächen im Behälter
streicht, dabei Feuchte aufnimmt und diese bei der Zir
kulation in das zu kompostierende Material einträgt und
damit den mit dem Aufsteigen der warmen Luft aus dem Stapel
verbundenen Feuchteverlust wieder ausgleicht.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß dem im Behälter lagernden zu kom
postierenden Material über kapillarporöse Seile, Bahnen
oder Flächen, die mit Wasser in Verbindung stehen, infolge
der Kapillarwirkung die für die Umsetzungsvorgänge
notwendige Feuchte zugeführt wird.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den
Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die aus
einem geschlossenen, vorzugsweise isolierten Behälter (1)
besteht, der ein durchgehend feingelochtes Zentralrohr (3)
aufweist, in dem ein Wasserbehälter (4) mit offener
Wasserfläche eingehängt ist, derart, daß zwischen diesem
und dem Zentralrohr (3) ein Ringspalt (9) für die
Luftzirkulation bestehen bleibt.
6. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Wasserbehälter (4) aus porösem, wasserdurchlässigen
Material (7) besteht und so wasserverdunstende Flächen
besitzt.
7. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
dieser unten eine Öffnung (11) für das Ausfließen von
Kohlendioxyd und den Eintritt von Sauerstoff besitzt.
8. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
in den Wasserbehälter (4) Seile (6) oder Bahnen (5) ein
tauchen, die von diesem aus, in oder um das zu kom
postierende Material (7) geführt werden und damit kapillar,
wasserführende Leitungen vom Wasserbehälter (4) zum
Material (7) bestehen.
9. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das gesamte Zentralrohr (3) mit kapillaren,
wassergetränkten Stoffen, die gleichzeitig luftdurchlässig
sind, ausgefüllt ist.
10. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
dieser unten Türen (14) für die Entnahme des fertigen
Kompostes und einen Deckel (2) für das Befüllen besitzt.
11. Behälter nach den Ansprüchen 5 und 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Deckel (2) für das Auffangen des
Regens konisch nach unten durchgewölbt ist und im tiefsten
Punkt eine Öffnung (12) für das Einleiten des Wassers in
den Behälter (4) besitzt.
Priority Applications (1)
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| DE19904008104 DE4008104A1 (de) | 1990-03-14 | 1990-03-14 | Verfahren und einrichtung zum kompostieren organischer stoffe |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE4008104A1 true DE4008104A1 (de) | 1991-09-19 |
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ID=6402161
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4008104A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4215269A1 (de) * | 1992-05-09 | 1993-11-11 | Grabbe Klaus | Variables Umluftführungssystem in geschlossenen Rotteeinrichtungen für die Kompostherstellung |
| DE4338574A1 (de) * | 1993-11-11 | 1995-05-18 | Klaus Prof Dr Grabbe | Verfahren und Vorrichtung zur biologischen Behandlung von Stoffen und/oder Stoffgemengen in geschlossenen Rottereaktoren |
| US6518057B2 (en) | 1998-12-04 | 2003-02-11 | Michael Joseph Morrison | Composting device |
| WO2014190364A1 (de) * | 2013-05-28 | 2014-12-04 | Hageneder Willibald | Vorrichtung zum erzeugen von humus |
-
1990
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| US9981885B2 (en) | 2013-05-28 | 2018-05-29 | Willibald HAGENEDER | Device for producing humus |
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