DE4007390A1 - Verfahren und vorrichtung zum einbringen von pulverfoermigen reagenzien in eine schmelzpfanne - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum einbringen von pulverfoermigen reagenzien in eine schmelzpfanneInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem
Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Vorrichtung ge
mäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 8 zum Einbringen
von pulverförmigen Reagenzien in eine Schmelzpfanne.
Bei der Schmelzenbehandlung mit injizierten pulverför
migen Reagenzien, beispielsweise bei der Roheisen- oder
Stahlbehandlung, kommt es darauf an, die Reagenzien
möglichst gleichmäßig verteilt in die Schmelzen einzu
blasen.
Ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Anspru
ches 1 sowie eine Vorrichtung entsprechend dem Gat
tungsbegriff des Anspruches 8 sind bereits durch die
EP-A 03 42 395 bekannt. Hierbei werden die pulverförmi
gen Reagenzien mit Hilfe eines Transportgases über eine
Lanze in eine Schmelzpfanne eingebracht. Die Lanze ist
dabei exzentrisch zur Pfannenachse angeordnet, und de
ren Austrittsdüsen sind in den die Pfannenachse ein
schließenden größeren Bereich der Pfanne gerichtet. Da
bei wird eine Strömung durch das Transportgas und die
zum Einsatz kommenden Reagenzien aufgebaut, so daß eine
gute Einmischung der zugegebenen Reagenzien erreicht
wird.
Bei den der Erfindung zugrunde liegenden Versuchen hat
es sich gezeigt, daß der Ausnutzungsgrad der zum Ein
satz kommenden Reagenzien insbesondere von der Trans
portgasmenge abhängt.
Eine hohe Transportgasmenge bewirkt eine hohe Auf
triebsgeschwindigkeit der Reagenzien. Dadurch verkürzt
sich in unerwünschter Weise die Verweilzeit, in der
sich die Reagenzien mit der Schmelze vermischen können.
Eine geringe Transportgasmenge bewirkt andererseits
gleichfalls eine schlechte Einmischung der Reagenzien
in die Schmelze, da hierbei die Schmelzbadbewegung
nicht ausreicht, um die Reagenzien gut zu verteilen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das
Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1
dahingehend zu verbessern, daß die Einmischung der
Reagenzien in die Schmelze vergleichmäßigt und gleich
zeitig die Transportgasmenge verringert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeich
nenden Merkmale der Ansprüche 1 und 8 gelöst.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Un
teransprüche und werden anhand der Zeichnung und der
folgenden Beschreibung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 eine schematische Schnittdarstellung eines er
sten Ausführungsbeispieles,
Fig. 2 eine schematische Aufsicht des ersten Ausfüh
rungsbeispieles,
Fig. 3 eine schematische Aufsicht eines zweiten Ausfüh
rungsbeispieles.
Fig. 1 zeigt eine mit einer Schmelze 3, beispielsweise
aus Roheisen oder Stahl befüllte Schmelzpfanne 1. In
die Schmelze 3 ist eine exzentrisch zur Schmelzpfannen
achse 1a angeordnete Lanze 2 eingeführt. An dem in der
Schmelze befindlichen Ende der Lanze 2 ist wenigstens
eine Austrittsöffnung 2a vorgesehen.
Die Lanze 2 ist dabei um das 0,2- bis 0,8fache, vor
zugsweise um das 0,4- bis 0,6fache des Schmelzpfannen
radius R gegenüber der Schmelzpfannenachse 1a versetzt.
Im Rahmen der Erfindung ist neben der zur Pfannenachse
1a parallelen Anordnung auch eine leicht schräge Ein
führung möglich.
Die Lanze 2 ist außerdem über einen nicht veranschau
lichten Antrieb um ihre Achse 2b in einem Winkelbereich
von 180° drehbar. Bei der Stellung der Lanze 2 in der
Mitte des Winkelbereichs soll die Austrittsöffnung 2a
auf die Schmelzpfannenachse 1a ausgerichtet sein. Sind
mehrere Austrittsöffnungen im unteren Bereich der Lanze
2 vorgesehen, sind diese Öffnungen symmetrisch zu der
aus der Schmelzpfannenachse 1a und der Achse 2b gebil
deten Ebene anzuordnen, wenn sich die Lanze in der
Stellung in der Mitte des Winkelbereichs befindet.
Im folgenden wird anhand der Fig. 1 und 2 das erfin
dungsgemäße Verfahren an einem ersten Ausführungsbei
spiel näher erläutert.
Zunächst wird die Lanze 2 mit einer nicht veranschau
lichten Förderleitung verbunden und mit einer ebenfalls
nicht veranschaulichten Vorrichtung in die Schmelze 3
eingefahren. Vor Eintritt des unteren Endes der Lanze 2
in die Schmelze 3, jedoch spätestens nach Erreichen der
tiefsten Stellung der Lanze in der Schmelze wird der
nicht veranschaulichte Antrieb aktiviert, wodurch sich
die Lanze in ihrem vorgegebenen Winkelbereich hin und
her dreht.
Die pulverförmigen Reagenzien werden zusammen mit einem
Transportgas über die Förderleitung herangeführt und
durch die Austrittsöffnung 2a der Lanze 2 in die
Schmelze 3 eingeblasen. Während des Einblasens schwenkt
bzw. dreht die Lanze bis an das eine Ende des vorbe
stimmten Winkelbereichs und dreht nach Ablauf einer
einstellbaren Haltezeit wieder in umgekehrter Richtung
zurück. Die Haltezeit hängt dabei von vielen Faktoren
ab, wie beispielsweise von der Größe und Form der
Schmelzpfanne und von der Ausführung der Lanze. Sie
kann stufenlos beispielsweise zwischen 0 und 60 Sekun
den, entsprechend der individuellen Anwendung, einge
stellt werden. Weiterhin kann auch die Geschwindigkeit
der Drehbewegung der Lanze eingestellt werden; sie be
trägt vorzugsweise zwischen 0,1 und 5 Drehbewegungen
pro Sekunde.
Bei einer individuellen Anwendung kann die Drehge
schwindigkeit und die Haltezeit so eingestellt werden,
daß sich eine optimale Schmelzbadbewegung ergibt, wo
durch sich die zugegebenen pulverförmigen Reagenzien
optimal einmischen können.
In der Aufsicht des in Fig. 2 dargestellten ersten Aus
führungsbeispieles ist ersichtlich, daß die Austritts
düse durch die Drehbewegung der Lanze 2 in den der Lan
ze nahen Umfangswand 1b der Schmelzpfanne 1 abgewand
ten, die Schmelzpfannenachse 1a einschließenden größe
ren Bereich der Schmelzpfanne 1 gerichtet ist, so daß
sich der durch die Fläche 4 gekennzeichnete Spülfleck
ergibt.
In der Aufsicht eines zweiten Ausführungsbeispieles ge
mäß Fig. 3 überstreicht die Austrittsöffnung mit der
Drehbewegung der Lanze 2 den entgegengesetzten Bereich
in Richtung der der Lanze nahen Umfangswand 1b. Ob die
erste Ausführungsform gemäß Fig. 2 oder die zweite
Ausführungsform gemäß Fig. 3 für eine individuelle An
wendung besser geeignet ist, hängt wiederum von vielen
Faktoren ab, wie beispielsweise von der Form und Größe
der Schmelzpfanne, der Ausführung der Lanze, der ver
wendeten Schmelze usw.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich wird, beschreibt das Trans
portgas 6 auf seinem Weg von der Austrittsöffnung 2a
der Lanze 2 zur Oberfläche 3a der Schmelze einen etwa
s-förmigen Weg, der sich durch die Drehbewegung der
Lanze 2 ergibt. Die mit dem Transportgas 6 mitgeführten
pulverförmigen Reagenzien können dabei optimal mit der
Schmelze vermischt werden. Die Haltezeiten an den Wen
depunkten der Drehbewegung der Lanze 2 können dabei die
Schmelze, insbesondere die am Rand der Schmelzpfanne 1
befindliche Schmelze, noch zusätzlich in Bewegung brin
gen, wodurch sich die Einmischung der Reagenzien noch
weiter verbessert.
Die optimale Bewegung der Schmelze ermöglicht es, die
Transportgasmenge zu minimieren. Bei einer geringeren
Transportgasmenge haben die mitgeführten pulverförmigen
Reagenzien mehr Zeit, sich mit der Schmelze zu vermi
schen. Dies setzt jedoch voraus, daß die Schmelze in
eine ausreichende Bewegung versetzt wird, was durch die
sich drehende Lanze gewährleistet ist.
Die Drehbewegung der Lanze endet dabei entweder, wenn
die ausreichende Menge an pulverförmigen Reagenzien in
die Schmelze 3 eingeblasen ist oder wenn die Lanze 2
aus der Schmelze 3 fährt oder wenn die Lanze nach dem
Einblasvorgang wieder ihre oberste, außerhalb der
Schmelze befindliche Stellung erreicht hat.
Claims (9)
1. Verfahren zum Einbringen von pulverförmigen Reagen
zien in eine Schmelze (3), wobei die Reagenzien un
terhalb der Oberfläche (3a) mittels eines gasförmi
gen Transportgases (6) in die Schmelze (3) einge
bracht werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einblasrichtung während des Einblasens der
pulverförmigen Reagenzien wiederholt geändert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Einblasrichtung jeweils um einen be
stimmten Winkelbereich, vorzugsweise 120 bis 240°,
insbesondere 150 bis 210°, gleichsinnig ändert und
dann umgekehrt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Einblasrichtung am Ende des Winkelbe
reichs erst nach einer einstellbaren Haltezeit än
dert.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Geschwindigkeit, mit der sich die Einblas
richtung ändert, einstellbar ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reagenzien außerhalb der Mittelachse der
Schmelze (3) eingeblasen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reagenzien in Richtung des größeren, die
Mittelachse der Schmelze (3) einschließenden Bereich
der Schmelze (3) eingeblasen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reagenzien in Richtung des kleineren, die
Mittelachse der Schmelze (3) nicht einschließenden
Bereiches der Schmelze (3) eingeblasen werden.
8. Vorrichtung zum Einbringen von pulverförmigen Rea
genzien in eine Schmelzpfanne (1), enthaltend eine
zur pneumatischen Zuführung der Reagenzien dienende
Lanze (2), die an ihrem in der Schmelze (3) befind
lichen Ende wenigstens eine Austrittsöffnung (2a)
aufweist und exzentrisch zur Schmelzpfannenachse
(1a) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lanze (2) um ihre Achse (2b) drehbar gela
gert und mit einer die Lanze (2) während des Ein
blasvorgangs um einen vorgegebenen Winkel hin und
her drehenden Antriebseinrichtung verbunden ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lanze (2) um das 0,2- bis 0,8fache, vorzugs
weise um das 0,4- bis 0,6fache des Schmelzpfannenra
dius (R) gegenüber der Schmelzpfannenachse (1a) ver
setzt ist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
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- 1991-02-25 EP EP91102708A patent/EP0451473A1/de not_active Ceased
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