DE4000090A1 - Verfahren und selektive schaltung zur erhoehung des signal/rausch-abstandes - Google Patents
Verfahren und selektive schaltung zur erhoehung des signal/rausch-abstandesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine selektive
Schaltung zur Erhöhung des Signal/Rausch-Abstandes verrauschter
Eingangssignale sowie Anwendungen hiervon.
Ein ständiges Problem bei der Übertragung digitaler und
analoger Signale ist, daß diese im Verlauf der
Übertragungsstrecke u. U. sehr stark verrauscht werden und an
der Empfangsseite von den Rauschanteilen befreit werden müssen.
Klassische Maßnahmen, um dies durchführen zu können, sind die
Verwendung von Filtern und selektiven Verstärkern, die jedoch
nachteilig in ihrem Schaltungsaufbau stets an den besonderen
Anwendungsfall angepaßt werden müssen. Je größer die
Rauschanteile sind, also je niedriger der Signal/Rausch-Abstand
ist, umsomehr Aufwand muß getrieben werden, um die
Rauschanteile zu beseitigen. Je mehr schaltungstechnischer
Aufwand getrieben werden muß, umso weniger ist die entwickelte
Schaltung für mehrere Anwendungsfälle geeignet, die klassischen
Lösungen sind daher nicht nur aufwendig, sondern auch
unflexibel.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bzw. eine
selektive Schaltung der genannten Art anzugeben, bei denen mit
einfachem Aufwand hohe Selektivität erreichbar ist.
Insbesondere soll hohe Flexibilität bei der Anwendung möglich
sein.
Die Aufgabe wird bei einem Verfahren dadurch gelöst, daß die
verrauschten Eingangssignale auf zwei Kanäle aufgeteilt werden,
daß in dem einen Kanal die verrauschten Eingangssignale mit
einem Sinuswellensignal multipliziert werden, paßgefiltert
werden und dann nochmals mit dem gleichen Sinuswellensignal
multipliziert werden, daß in dem anderen Kanal die verrauschten
Eingangssignale mit einem Cosinuswellensignal multipliziert
werden, paßgefiltert werden und dann nochmals mit dem gleichen
Cosinuswellensignal multipliziert werden, daß Sinuswellensignal
und Cosinuswellensignal gleiche Frequenz besitzen und daß die
Ausgangssignale beider Kanäle addiert werden.
Die Aufgabe wird bei einer selektiven Schaltung dadurch gelöst,
daß ein Sinus-Cosinus-Generator ein Sinuswellensignal und ein
Cosinuswellensignal gleicher Frequenz f0 abgibt, daß in einem
ersten Kanal ein erster Multiplizierer das verrauschte
Eingangssignal und das Sinuswellensignal multipliziert, ein
erstes Filter das Ausgangssignal des ersten Multiplizierers
paßfiltert und ein Multiplizierer das paßgefilterte Signal des
ersten Filters mit dem Sinuswellensignal multipliziert, daß in
einem zweiten Kanal ein dritter Multiplizierer das verrauschte
Eingangssignal und das Cosinuswellensignal multipliziert, ein
zweites Filter im wesentlichen gleicher Bandbreite wie das
erste Filter das Ausgangssignal des dritten Multiplizierers
paßfiltert und ein vierter Multiplizierer das paßgefilterte
Signal des zweiten Filters mit dem Cosinuswellensignal
multipliziert, und daß ein Addierer die Ausgangssignale von
zweitem und viertem Multiplizierer addiert.
Die Erfindung wird durch die Unteransprüche weitergebildet,
besondere Anwendungen sind in den Ansprüchen 17 bis 21
dargestellt.
Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht darin, daß
herkömmliche handelsübliche Bauelemente verwendbar sind und
lediglich die Durchlaßbandbreite b der Filter und die
Schwingungsfrequenz f0 des Sinus-Cosinus-Generators bestimmt
werden müssen. Diese beiden Größen sind unabhängig voneinander
einstellbar und beeinflussen einander nicht. Somit kann der
Sinus-Cosinus-Generator mit einstellbarer Frequenz f0
ausgestattet sein. Ferner kann als Filter ein Tiefpaßfilter
oder ein Bandpaßfilter je nach Anwendungsfall gewählt werden.
Je schmalbandiger die Durchlaßbandbreite b der Filter ist, umso
selektiver arbeitet die Schaltung.
Die theoretische Bestätigung der vorgenannten Eigenschaften
ergibt sich aus folgender Betrachtung.
Die Güte Q als dritter Parameter der Schaltung ergibt sich aus
den beiden genannten anwendungsspezifischen Parametern
Durchlaßbandbreite b und Frequenz f0 zu
Q = f₀/b.
Der Parameter f0, der bei niederfrequenten oder Gleich-
Eingangssignalen der Mittenfrequenz der Filter entspricht, wird
ausschließlich durch die Frequenz des Sinus-Cosinus-Generators
bestimmt, die Bandbreite b entspricht der der beiden
identischen Filter. Wird einer der beiden letztgenannten
Parameter verstellt, so hat dies auf den anderen keinen
Einfluß. Lediglich die Güte wird hierdurch bestimmt.
Dies läßt sich durch ein Rechenbeispiel, wie folgt, beweisen.
Der Parameter b habe den Wert b0, beliebig klein, als
Durchlaßbandbreite eines Tiefpaßfilters. Der
Sinus-Cosinus-Generator schwinge auf der bestimmten Frequenz f0
(als Kreisfrequenz x). Das verrauschte Eingangssignal sei
irgend ein Komplexsignal s(yt), das darstellbar ist gemäß
Der Erfindung folgend, ergibt sich für die beiden Kanäle
abgesehen von multiplizierenden Konstanten, die ohne Einfluß
sind.
Das Tiefpaßfilter läßt nur die Komponente (x-yi) für i=i0 durch,
die die Bedingung |x-yi0|<b/2 erfüllt. Nach den Tiefpaßfiltern
sind daher nur die Signale
s₁ = cos (x-yi0)t und
s₂ = -sin (x-yi0)t
s₂ = -sin (x-yi0)t
vorhanden.
Die zweite Multiplikation ergibt dann für die beiden Kanäle
sf₁ = s₁ * sin (xt) = cos (x-yi0)t * sin (xt) = sin (x-yi0 + x)t - sin (x-yi0-x)t;
sf₁ = sin (yi0)t + sin (2x-yi0)t bzw.
sf₂ = s₂ * cos (xt) = -sin (x-yi0)t * cos (xt) = -sin (x-yi0 + x)t - sin (x-yi0-x)t;
sf₂ = sin (2x-yi0)t + sin (yi0)t.
sf₁ = sin (yi0)t + sin (2x-yi0)t bzw.
sf₂ = s₂ * cos (xt) = -sin (x-yi0)t * cos (xt) = -sin (x-yi0 + x)t - sin (x-yi0-x)t;
sf₂ = sin (2x-yi0)t + sin (yi0)t.
Der Addierer erreicht somit als Ausgangssignal
s₀ = sf₁ + sf₂,
das sich ergibt gemäß
s₀ = sin (yi0)t + sin (2x-yi0)t - sin (2x-yi0)t + sin (yi0)t
s₀ = 2 * sin (yi0)t.
s₀ = 2 * sin (yi0)t.
Die Schaltung läßt also nur das Signal durch, das eine Frequenz
mit dem Abstand b/2 gegenüber der Frequenz f0 des
Sinus-Cosinus-Generators hat.
Für stark verrauschte Signale ist diese Schaltung von
besonderer Bedeutung. Breitbandige Rauschanteile werden nach
der ersten Multiplikation gefiltert und haben dadurch keinen
Einfluß mehr auf das Ausgangssignal.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den grundsätzlichen Aufbau einer selektiven Schaltung
gemäß der Erfindung,
Fig. 2A eine bekannte Schaltungsanordnung zur Berücksichtigung
stark verrauschter Kleinsignale bei der
Signalverarbeitung in der Meßtechnik,
Fig. 2B die Anwendung der erfindungsgemäßen Schaltung bei der
Auswertung verrauschter Kleinsignale in der Meßtechnik,
Fig. 3A die Anwendung bei einer üblichen Hochfrequenz-
Empfangsstufe,
Fig. 3B die Anwendung der erfindungsgemäßen Schaltung zur
Trennung von Signal- und Träger-Anteilen in einem
empfangenen Hochfrequenz-Signal.
Fig. 2 zeigt den grundsätzlichen Aufbau ein selektiven
Schaltung gemäß der vorliegenden Erfindung.
Die in Fig. 1 dargestellte selektive Schaltung 1 ist zweikana
lig aufgebaut und enthält ferner einen Sinus-Cosinus-Generator
2, der abhängig von einem vorgegebenen Frequenzsignal f0 sowohl
ein Sinuswellensignal als auch Cosinuswellensignal gleicher
darauf abgestimmter Kreisfrequenz x erzeugt. Der erste Kanal
enthält einen ersten Multiplizierer M1, der das verrauschte
Eingangssignal s(yt) sowie das Sinuswellensignal sin (x)
empfängt. Das Ausgangssignal des ersten Multiplizierers M1 wird
in einem ersten Filter F1 gefiltert, bei dem es sich um ein
Tiefpaß- oder Bandpaßfilter mit, bei niederfrequenten und
Gleich-Eingangssignalen, der Mittenfrequenz f0 handelt. Das
gefilterte Ausgangssignal s1 wird einem zweiten Multiplizierer
M2 zugeführt, der ferner ebenfalls das Sinuswellensignal sin
(x) empfängt. Das Ausgangssignal sf1 des zweiten Multipli
zierers M2 wird einem Addierer A1 zugeführt.
Im zweiten Kanal wird in ähnlicher Weise das verrauschte
Eingangssignal s(yt) einem dritten Multiplizierer M3 zugeführt,
der dieses Signal mit dem Cosinuswellensignal cos (x) vom
Sinus-Cosinus-Generator 2 multipliziert. Das Ausgangssignal vom
dritten Multiplizierer M3 wird in einem zweiten Filter F2, das
zum ersten Filter F1 identisch ist, gefiltert, wobei das
Ausgangssignal s2 des zweiten Filters F2 einem vierten
Multiplizierer M4 zugeführt wird, der es ferner ebenfalls mit
dem Cosinuswellensignal cos (x) multipliziert. Das
Ausgangssignal sf2 des vierten Multiplizierers M4 wird
ebenfalls dem Addierer A1 zugeführt. Das Ausgangssignal s0 des
Addierers A1 ist das Ausgangssignal der selektiven Schaltung 1
und entspricht dem von Rauschanteilen befreiten Eingangssignal
s(yt) und kann in beliebiger Weise weiterverarbeitet werden.
Als Bauteile der selektiven Schaltung 1 können handelsübliche
Bauteile verwendet werden, beispielsweise die Typen CA3028 und
CA3049 der Fa. RCA oder der Typ AD632 der Fa. Analog Devices.
Die Bandbreite der Filter richtet sich dabei nach dem
jeweiligen Anwendungsfall.
Wenn mehrere gleichgeartete jedoch auf unterschiedliche Para
meter eingestellte selektive Schaltungen 1 parallelgeschaltet
sind, kann ein verrauschtes Eingangssignal hinsichtlich jeweils
bestimmter Eingangssignalkomponenten ausgewertet werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung dieser Vorgehensweise wird
weiter unten anhand Fig. 3B erläutert werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand zwei besonderer
Anwendungen näher erläutert.
Fig. 2A zeigt eine herkömmliche Schaltungsanordnung bei der
Signalverarbeitung verrauschter Kleinsignale in der Meßtechnik.
Bei der Schaltung gemäß Fig. 2 wird ein sogenannter
lock-in-Verstärker 11 verwendet, der eine Frequenz- und eine
Phasenreferenz zum Eingangssignal voraussetzt, um stark
verrauschte Kleinsignale auswerten und verstärken zu können
(vgl. Analog Device′s Linear Products Databook, 1988, S. 9-16).
Bei der Schaltung gemäß Fig. 2A wird das wiederzugewinnende
Meßsignal in einem Signalgenerator 12 erzeugt und über eine
Dämpfungsstufe 13 dem lock-in-Verstärker 11 zugeführt. Ferner
muß eine Phasenreferenz bzw. ein Trägersignal von dem
Signalgenerator 12 direkt dem lock-in-Verstärker 11 zugeführt
werden, weshalb der Generator auch ein Modulatorschaltungsteil
enthalten muß. Das Ausgangssignal des lock-in-Verstärkers 11
wird dann mittels eines Tiefpaßfilters von unerwünschten
hochfrequenten Anteilen befreit und kann weiterverarbeitet
werden.
Die Anwendung der erfindungsgemäßen selektiven Schaltung 1 beim
gleichen Anwendungsfall ist in Fig. 2B dargestellt. Eine
Phasenreferenz bzw. ein Trägersignal, das von dem
Signalgenerator 12 zugeführt werden müßte, ist nicht mehr
erforderlich, weshalb auch ein Modulatorschaltungsteil nicht
mehr notwendig ist. Auch ein nachgeschaltetes Tiefpaßfilter ist
nicht mehr erforderlich, vielmehr liegt am Ausgang der
selektiven Schaltung 1 das nicht mehr verrauschte Kleinsignal
alleine vor und kann ausgewertet werden. Es ist lediglich
erforderlich, die Mittenfrequenz der Filter der selektiven
Schaltung 1, d. h. die Schwingungsfrequenz deren
Sinus-Cosinus-Generators 2, also die Frequenz f0 zutreffend
einzustellen. Ist nämlich die Bedingung s(yt)=s(xt)-k erfüllt,
so ist das Ausgangssignal der selektiven Schaltung 1 identisch
mit dem ursprünglichen nicht verrauschten Kleinsignal. Diese
Konstante k stellt jedoch die Mittenfrequenz der Filter F1 und
F2 der selektiven Schaltung 1 dar. Die selektive Schaltung 1
kann auch hier mittels handelsüblicher Bauelemente aufgebaut
sein, z. B. mit Multiplizierern vom Typ AD 632 der Fa. Analog
Devices für Eingangssignale 1 MHz. Empfehlenswert sind als
Filter Piezo-Bandpaßfilter.
Ein ähnlicher Schaltungsaufbau ergibt sich bei anderen
Anwendungen für die Verarbeitung von Kleinsignalen, wie
beispielsweise bei der Signalanalyse. Beispielsweise können
herkömmliche komplizierte Schaltungen für die
Fast-Fourier-Transformation (FFT) durch Schaltungsanordnungen
ersetzt werden, die die erfindungsgemäße selektive Schaltung 1
verwenden. Die FFT-Analyse besteht im wesentlichen darin, daß
die Fourier-Koeffizienten aus dem digitalisierten
Eingangssignal mit einer bestimmten Auflösung berechnet und
dadurch zur Fourier-Darstellung des Signals verwendet werden.
Diese Fourier-Darstellung zeigt dann, welche
Frequenzkomponenten im Signal enthalten sind (sowie weitere
Informationen, die hier nicht von Bedeutung sind). Wenn das
Eingangssignal in digitalisierter Form (als Reihe von Zahlen)
zur Verfügung steht, können die einzelnen Blöcke aus Fig. 1 als
Rechenblöcke oder Algorithmus-Schritte betrachtet werden, wobei
man die Sinuswellen- und Cosinuswellensignale der Frequenz f0
numerisch erzeugt, die Filter durch Digitalfilter n-ter Ordnung
der Durchlaßbandbreite b ersetzt und ganz normale
Zahlenmultiplikationen und eine Addition nach dem vorgegebenen
Prinzip durchführt. Das Ausgangssignal wird dann als
Zahlenreihe gewonnen, wie das Eingangssignal, und kann
weiterverarbeitet werden. Unter Beibehaltung des Parameters b
wird dann f0 in einem vorgegebenen Bereich verstellt, d. h. die
Sinuswellen- und Cosinuswellensignale werden dementsprechend
berechnet, und der Rechenvorgang wird wiederholt. Das führt
dazu, daß die verschiedenen Frequenzkomponenten, die im
Eingangssignal enthalten sind, voneinander getrennt und als
Ausgangssignale geliefert werden. Das ist aber eine
Signalanalyse, daß gezielt unerwünschte niederfrequente
und/oder hochfrequente Anteile sicher beseitigt werden können.
Ein weiterer nicht im Detail dargestellter Anwendungsfall
besteht in der Ausnutzung der guten Eigenschaften mechanischer
Resonatoren, die Quarze und Piezo- oder Keramik-Filter
verwenden. Deren Eigenschaften und Frequenzbereiche sind zwar
konstruktionsbedingt vorgegeben, jedoch kann mit der
erfindungsgemäßen selektiven Schaltung 1 der ausgangsseitig
erwünschte Frequenzbereich selektiv herausgefiltert bzw.
gewählt werden.
Die erfindungsgemäße selektive Schaltung 1 ist auch bei
hochfrequenztechnischen bzw. nachrichtentechnischen Anwendungen
anwendbar. Sie eignet sich insbesondere als Trenn- oder
Empfangsfilter bei Kommunikationssystemen aller Art. Dies
beruht darauf, daß sowohl die erwünschte Frequenz als auch die
erwünschte Bandbreite außerordentlich genau eingestellt und
damit vorgegeben werden können.
Dies sei anhand Fig. 3A erläutert.
Ein Hochfrequenzsignal wird über eine Antenne 15 empfangen und
einem RF-Verstärker mit Mischstufe 16 zugeführt, der ein
geeignetes Frequenzsignal von einem Oszillator 17 empfängt. Das
Ausgangssignal des RF-Verstärkers 16 wird über einen Bandpaß 18
geführt und in einer Zwischenfrequenzstufe 19 verarbeitet. Ein
derartiger Schaltungsaufbau ist für alle Modulationsverfahren
geeignet. Die Zwischenfrequenzstufe 19 dient im wesentlichen
einer selektiven Verstärkung des gemischten Signals. Die zu
verwendende Zwischenfrequenz hat je nach Anwendungsfall einen
festen Wert. Sie bestimmt die Qualität des Empfangs aufgrund
der selektiven Eigenschaften unter der Voraussetzung, daß der
Oszillator 17 stabil ist.
Als Zwischenfrequenzstufe 19 eignet sich insbesondere die
erfindungsgemäße selektive Schaltung 1, da sie sehr selektiv
arbeitet, wobei darüber hinaus die Zwischenfrequenz der Freqenz
f0 des Sinus-Cosinus-Generators 2 entspricht und sehr genau
fixierbar ist.
Eine weitere Möglichkeit ist, die ganze Schaltung der Fig. 3A
durch die Schaltung gemäß Fig. 1 zu ersetzen. Mit der
einmaligen Einstellung des Parameters b auf z. B. 20 kHz werden
die Trägerfrequenz und das Signalspektrum wie bei Fig. 3A
empfangen und weitergeleitet. Der Unterschied besteht nur
darin, daß bei der Verwendung der Schaltung aus Fig. 1 eine
Zwischenstufe kaum mehr notwendig ist. Durch die hohen
selektiven Eigenschaften ist das empfangene Signal dem
Demodulator bereits direkt zuführbar.
Fig. 3B zeigt die Anwendung als Zweiwege-Direktempfangsstufe
(insbesondere für Hochfrequenzsignale).
Die Schaltung gemäß Fig. 3B geht aus von einer
Parallelschaltung mehrerer selektiver Schaltungen 1 gemäß Fig.
1, zieht jedoch darüber hinaus Nutzen daraus, daß das
verrauschte Eingangssignal in allen Kanälen zunächst mit dem
Sinus- bzw. dem Cosinuswellensignal zu multiplizieren ist. Die
Schaltungsanordnung gemäß Fig. 3B bildet daher parallele
Unterkanäle im jeweiligen Kanal nach dem ersten bzw. dem
dritten Multiplizierer M1 bzw. M3. Hierdurch können Bauelemente
eingespart werden.
Im ersten Kanal (mit dem ersten Multiplizierer M1) erfolgt dann
die Aufteilung auf mehrere parallele Unterkanäle mit Filtern
F11, F12 ... und zweiten Multiplizierer M21, M22 ... In
gleicher Weise ist der zweite Kanal nach dem dritten
Multiplizierer M3 aufgeteilt auf mehrere parallele Unterkanäle
mit Filtern F21, F22 ... bzw. vierten Multiplizierern M41,
M42 ..., wobei die Ausgangssignale der paarweise zueinander
gehörigen Unterkanäle von erstem und zweitem Kanal, das sind
die Unterkanäle, deren Filter auf die gleiche
Durchlaßbandbreite abgestimmt sind, einem jeweiligen Addierer
A11, A12 ... zugeführt sind.
Gemäß Fig. 3B ist in Anlehnung an die erwähnte Anwendung (vgl.
Fig. 3A) mittels je zweier Unterkanäle selektiv das
Signalspektrum vom Träger trennbar, wobei darüber hinaus
Rauschanteile und störende Nebenfrequenzeinflüsse jeweils
beseitigt sind. Die schematisch als RC-Glieder dargestellten
Filter sind lediglich auf die bestimmten Frequenzbereiche
einzustellen. Beispielsweise genügt es, das erste Filter und
das zweite Filter F11 bzw. F21 im ersten Unterkanal von erstem
und zweitem Kanal auf eine Bandbreite von b=10 Hz einzustellen,
um das Trägersignal herauszufiltern, während zweckmäßig für das
Signalspektrum erstes und zweites Filter F12 bzw. F22 der
zweiten Unterkanäle beider Kanäle auf das Signalspektrum
abgestimmt sind, wobei zweckmäßig sogar eine variable
Einstellung möglich sein sollte. Die Durchlaßbandbreite wird
hier auf b=20 kHz bis b=100 kHz eingestellt. Die Ausgangssignale
von den jeweiligen Addierern A11 bzw. A12 können dann getrennt
einem Demodulator zur Weiterverarbeitung zugeführt werden.
Insgesamt zeigt sich, daß bei einfachem Schaltungsaufbau, der
insbesondere unter Verwendung handelsüblicher Bauelemente
verwirklicht werden kann, hohe Selektivität in allen
Frequenzbereichen erreicht werden kann, wobei als bestimmende
Parameter sowohl die Frequenz des Sinus-Cosinus-Generators 2
als auch die Durchlaßbreite der verwendeten Filter fest oder
verstellbar sein können, und im verstellbaren Fall keinen
nachteiligen Einfluß auf den jeweils anderen Parameter besitzen.
Claims (21)
1. Verfahren zur Erhöhung des Signal/Rausch-Abstandes
verrauschter Eingangssignale,
dadurch gekennzeichnet,
daß die verrauschten Eingangssignale auf zwei Kanäle aufgeteilt werden,
daß in dem einen Kanal die verrauschten Eingangssignale mit einem Sinuswellensignal multipliziert werden, paßgefiltert werden und nochmals mit dem gleichen Sinuswellensignal multipliziert werden,
daß in dem anderen Kanal die verrauschten Eingangssignale mit einem Cosinuswellensignal multipliziert werden, paßgefiltert werden und nochmals mit dem gleichen Cosinuswellensignal multipliziert werden,
daß Sinuswellensignal und Cosinuswellensignal gleiche Frequenz besitzen und
daß die Ausgangssignale beider Kanäle addiert werden.
daß die verrauschten Eingangssignale auf zwei Kanäle aufgeteilt werden,
daß in dem einen Kanal die verrauschten Eingangssignale mit einem Sinuswellensignal multipliziert werden, paßgefiltert werden und nochmals mit dem gleichen Sinuswellensignal multipliziert werden,
daß in dem anderen Kanal die verrauschten Eingangssignale mit einem Cosinuswellensignal multipliziert werden, paßgefiltert werden und nochmals mit dem gleichen Cosinuswellensignal multipliziert werden,
daß Sinuswellensignal und Cosinuswellensignal gleiche Frequenz besitzen und
daß die Ausgangssignale beider Kanäle addiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine Tiefpaßfilterung.
3. Verfahrfen nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine Bandpaßfilterung.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß es mehrfach parallel durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in jedem Kanal das multiplizierte verrauschte
Eingangssignal in mehreren Unterkanälen paßgefiltert und
nochmals multipliziert wird und die Ausgangssignale je
eines Unterkanals von erstem und zweitem Kanal paarweise
addiert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Eingangssignal in digitalisierter Form zugeführt wird,
daß das Sinuswellen- und das Cosinuswellensignal
digitalisiert (numerisch) erzeugt werden, und daß die
Filterung mittels Digitalfiltern und Multiplizieren und
Addieren digital durchgeführt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Beibehaltung der Durchlaßbandbreite (b) beim Filtern
die das Sinuswellen- und das Cosinuswellensignal
bestimmende Frequenz (f0) nacheinander geändert wird, um
zwecks Signalanalyse verschiedene Signalkomponenten im
Eingangssignal voneinander zu trennen.
8. Selektive Schaltung zur Erhöhung des Signal/Rausch-Abstandes
verrauschter Eingangssignale,
insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Sinus-Cosninus-Generators (2) ein Sinuswellensignal und ein Cosinuswellensignal gleicher Frequenz f0 abgibt, daß in einem ersten Kanal ein erster Multiplizierer (M1) das verrauschte Eingangssignal und das Sinuswellensignal multipliziert ein erstes Filter (F1; F11, F12 ...) das Ausgangssignal des ersten Multiplizierers (M1) paßfiltert und ein zweiter Multiplizierer (M2; M21, M22 ...) das paßgefilterte Signal des ersten Filters (F1; F11, F12 ...) mit dem Sinuswellensignal multipliziert,
daß in einem zweiten Kanal ein dritter Multiplizierer (M3) das verrauschte Eingangssignal und das Cosinuswellensignal multipliziert, ein zweites Filter (F2; F21; F22 ...) gleicher Bandbreite wie das erste Filter (F1; F11, F12 ...) das Ausgangssignal des dritten Multiplizierers (M3) paßfiltert und ein vierter Multiplizierer (M4; M41, M42 ...) das paßgefilterte Signal des zweiten Filters (F2; F21, F22 ...) mit dem Cosinuswellensignal multipliziert und
daß ein Addierer (A1; A11, A12 ...) die Ausgangssignale von zweitem und viertem Multiplizierer (M2, M4; M21, M41, M22, M42 ...) addiert.
daß ein Sinus-Cosninus-Generators (2) ein Sinuswellensignal und ein Cosinuswellensignal gleicher Frequenz f0 abgibt, daß in einem ersten Kanal ein erster Multiplizierer (M1) das verrauschte Eingangssignal und das Sinuswellensignal multipliziert ein erstes Filter (F1; F11, F12 ...) das Ausgangssignal des ersten Multiplizierers (M1) paßfiltert und ein zweiter Multiplizierer (M2; M21, M22 ...) das paßgefilterte Signal des ersten Filters (F1; F11, F12 ...) mit dem Sinuswellensignal multipliziert,
daß in einem zweiten Kanal ein dritter Multiplizierer (M3) das verrauschte Eingangssignal und das Cosinuswellensignal multipliziert, ein zweites Filter (F2; F21; F22 ...) gleicher Bandbreite wie das erste Filter (F1; F11, F12 ...) das Ausgangssignal des dritten Multiplizierers (M3) paßfiltert und ein vierter Multiplizierer (M4; M41, M42 ...) das paßgefilterte Signal des zweiten Filters (F2; F21, F22 ...) mit dem Cosinuswellensignal multipliziert und
daß ein Addierer (A1; A11, A12 ...) die Ausgangssignale von zweitem und viertem Multiplizierer (M2, M4; M21, M41, M22, M42 ...) addiert.
9. Selektive Schaltung nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
durch einen Festfrequenz-Generator (2).
10. Selektive Schaltung nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
einen Variabelfrequenz-Generator (2).
11. Selektive Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mehrfach parallel angeordnet ist.
12. Selektive Schaltung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem ersten Filter (F11) und dem zweiten Multiplizierer
(M21) sowie dem zweiten Filter (F21) und dem vierten
Multiplizierer (M41) jeweils Reihenschaltungen aus einem
weiteren Filter (F12; F22) und einem Multiplizierer
(M22, M42) parallelgeschaltet sind, die entsprechend
paarweise mit einem jeweiligen weiteren Addierer (A12)
verbunden sind.
13. Selektive Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Filter (F1, F2; F11, F12 ..., F21, F22 ...) Tiefpaßfilter
der Durchlaßbandbreite b sind.
14. Selektive Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Filter (F1, F2; F11, F12 ..., F21, F22 ...) Bandpaßfilter
der Durchlaßbandbreite b sind.
15. Selektive Schaltung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchlaßbandbreite sehr klein ist.
16. Selektive Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Frequenz f0 des Generators (2) bei einem
niederfrequentem oder einem Gleich-Eingangssignal der
Mittenfrequenz der Filter (F1, F2) entspricht.
17. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7
bzw. der selektiven Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 16
bei der Verarbeitung stark verrauschter Kleinsignale in der
Meßtechnik.
18. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7
bzw. der selektiven Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 16
bei der Signalanalyse analoger oder digitaler Signale.
19. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7
bzw. der selektiven Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 16
zusammen mit mechanischen Resonatoren in von der Festfrequenz
der Resonatoren abweichenden Frequenzbereichen.
20. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7
bzw. der selektiven Schaltung nach einem der Ansprüche 8 bis 16
als Trenn- oder Empfangsfilter beim Empfang verrauschter
nachrichtentechnischer Signale.
21. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 4 oder 5 bzw. der
Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12 bei einer
Zweiwege-Direktempfangsstufe, bei der erstes und zweites Filter
(F11, F21) in ihrer Durchlaßbandbreite auf die Trägerfrequenz
und die hierzu jeweils parallelen Filter (F12, F22) in ihrer
Durchlaßbandbreite auf das mindestens eine interessierende
Signalspektrum abgestimmt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904000090 DE4000090A1 (de) | 1990-01-03 | 1990-01-03 | Verfahren und selektive schaltung zur erhoehung des signal/rausch-abstandes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904000090 DE4000090A1 (de) | 1990-01-03 | 1990-01-03 | Verfahren und selektive schaltung zur erhoehung des signal/rausch-abstandes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4000090A1 true DE4000090A1 (de) | 1991-07-11 |
Family
ID=6397587
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904000090 Withdrawn DE4000090A1 (de) | 1990-01-03 | 1990-01-03 | Verfahren und selektive schaltung zur erhoehung des signal/rausch-abstandes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4000090A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5396657A (en) * | 1991-11-14 | 1995-03-07 | Nokia Mobile Phones Ltd. | Selectable filter for reducing Gaussian noise, co-channel and adjacent channel interference in a radio-telephone receiver |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3932818A (en) * | 1974-07-18 | 1976-01-13 | Hazeltine Corporation | Spectrum notcher |
| GB2174574A (en) * | 1985-04-29 | 1986-11-05 | Plessey Co Plc | Interference signal suppression in radio receivers |
-
1990
- 1990-01-03 DE DE19904000090 patent/DE4000090A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3932818A (en) * | 1974-07-18 | 1976-01-13 | Hazeltine Corporation | Spectrum notcher |
| GB2174574A (en) * | 1985-04-29 | 1986-11-05 | Plessey Co Plc | Interference signal suppression in radio receivers |
Cited By (1)
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| US5396657A (en) * | 1991-11-14 | 1995-03-07 | Nokia Mobile Phones Ltd. | Selectable filter for reducing Gaussian noise, co-channel and adjacent channel interference in a radio-telephone receiver |
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