DE4041827A1 - Faellungskieselsaeurepaste - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Fällungskieselsäurepaste,
das Verfahren zu deren Herstellung sowie ein Verfahren
zur Hydrophobierung von Fällungskieselsäuren unter
Verwendung der Fällungskieselsäurepaste.
Es ist bekannt Fällungskieselsäuren mit Silikonölen in
trockenem Zustand zu hydrophobieren (DE-OS 26 28 975).
Derartige hydrophobierte Fällungskieselsäuren werden
als Entschäumerkieselsäuren in Waschmitteln
eingesetzt.
Die nach dem bekannten Verfahren hydrophobierten
Fällungskieselsäuren haben den Nachteil, daß das als
Hydrophobierungsmittel eingesetzte Siliconöl nicht
gleichmäßig auf der Oberfläche der Kieselsäure
verteilt ist.
Es bestand somit die Aufgabe, mit Siliconöl
hydrophobierte Fällungskieselsäuren herzustellen, die
eine gleichmäßige Verteilung des Siliconöls aufweisen.
Gegenstand der Erfindung ist eine
Fällungskieselsäurepaste, bestehend aus 5 bis
15 Gew.-% Fällungskieselsäure und 85 bis 95 Gew.-%
Silikonöl.
Die erfindungsgemäße Fällungskieselsäurepaste weist
eine ausreichende Stabilität über mehrere Tage auf.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein
Verfahren zur Herstellung der
Fällungskieselsäurepaste, bestehend aus 5 bis
15 Gew.-% Fällungskieselsäure und 85 bis 95 Gew.-%
Silikonöl, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß
das Silikonöl vorlegt, unter Anwendung von
Scherkräften die Fällungskieselsäure einarbeitet und
diesen Dispergiervorgang so lange fortsetzt, bis die
erhaltene Fällungskieselsäurepaste eine ausreichende
Stabilität aufweist.
Während der Dispergierung kann die Temperatur der
Fällungskieselsäure von Raumtemperatur auf 50°C
erhöht werden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein
Verfahren zur Hydrophobierung von Fällungskieselsäuren
unter Verwendung der erfindungsgemäßen
Fällungskieselsäurepaste, bestehend aus 5 bis 15
Gew.-% Fällungskieselsäure und 85 bis 95 Gew.-%
Silikonöl, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man
einen Fällungskieselsäurefilterkuchen auf bekannte
Weise verflüssigt, den pH-Wert neutral oder alkalisch,
vorzugsweise auf den pH-Wert = 9 einstellt, die für
die Hydrophobierung notwendige Menge an
Fällungskieselsäurepaste unter Verwendung einer
Schervorrichtung hinzugibt, eine Zeitlang nachschert,
die Suspension sprühtrocknet, das getrocknete Produkt
tempert und anschließend mittels einer
Luftstrahlmühle vermahlt.
Die Verflüssigung des Fällungskieselsäurefilterkuchens
kann vorzugsweise gemäß DE-OS 24 14 478 durchgeführt
werden.
Die Fällungskieselsäuresuspension kann einen
Feststoffgehalt von 150 bis 180 g/l aufweisen.
Als Schervorrichtung kann ein Ultra-Turrax oder eine
Kothoff-Mischsirene eingesetzt werden.
Die erhaltene hydrophobierte Fällungskieselsäure weist
eine gleichmäßige Beschichtung mit Siliconöl auf. Sie
kann als Entschäumerkieselsäure in Waschmitteln
eingesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß
die Temperung mit dem unvermahlenen Produkt
durchgeführt werden kann. Dadurch erhöht sich die
Kapazität des Temperschrittes um den Faktor 2 bis 3.
In mehreren Versuchsreihen wird die erfindungsgemäße
Suspensionshydrophobierung durchgeführt. Insbesondere
der Einfluß des pH-Wertes der Suspension wurde näher
betrachtet. Dazu wird ein VN3-Membran-Filterkuchen
(ca. 23% Feststoff) mittels Scherkräfte und Zusatz
von verdünnter Salzsäure oder Schwefelsäure
(Versuchsreihe A), demineralisiertem Wasser
(Versuchsreihe B) und verdünnter Natronlauge
(Versuchsreihe C) verflüssigt und auf die gewünschten
pH-Werte (3, 6 und 9) eingestellt. In die erhaltenen
Suspensionen werden im nächsten Schritt die
berechneten Mengen der Hydrophobierungspaste
eingetragen. Als Basis wird eine Silikonöl-Dosierung
von 13,5%, bezogen auf den Kieselsäure-Anteil
(TS-Gehalt), der Suspension gewählt. Die
Hydrophobierungspaste wird mittels der Misch-Sirene
bei höchster Drehzahl eingearbeitet.
Die Gesamt-Scherzeit beträgt 45 Minuten. Danach wird
die Suspension - ohne weiteren Filtrationsschritt - in
eine Porzellanschale überführt und bei 105°C im
Trockenschrank getrocknet. Das getrocknete Produkt
wird anschließend auf einer UPZ-Mühle (-mechanische
Schlägermühle der Firma Alpine) vermahlen und unter
Standard-Bedingungen (1 Stunde/350°C) im Naber-Ofen
getempert.
In Tabelle 1 sind aus den Versuchsreihen A-C
repräsentative Versuche (Versuchsparameter/analytische
Daten) zusammengefaßt. Man erkennt, daß die
Suspensionshydrophobierung sowohl im alkalischen als
auch im neutralen Bereich zu guter Hydrophobie -
Methanolbenetzbarkeit < 60% - führt, daß jedoch im
sauren Bereich nur Produkte minderer Qualität erhalten
werden.
Die weiteren Versuchsreihen werden daraufhin nur noch
im Bereich "neutraler" beziehungsweise "alkalischer
Verflüssigung" durchgeführt. In den Versuchsreihen D
und E wird der Einfluß der Reihenfolge der
Verfahrensschritte Temperung/Vermahlung auf die
Produkt-Qualität untersucht. Dabei werden die Versuche
wie beschrieben durchgeführt, wobei jedoch die weitere
Bearbeitung nach dem Verfahrensschritt "Trocknung"
aufgeteilt wird. Im ersten Fall wurde die "Vermahlung"
mit anschließender "Temperung" vorgenommen. Im anderen
Fall wird die Reihenfolge der letzten Ver
fahrensschritte umgekehrt.
In Tabelle 2 sind aus den Versuchsreihen D und E
repräsentative Versuche (Versuchsparameter/analytische
Daten) zusammengefaßt. Überraschend konnte
nachgewiesen werden, daß die Reihenfolge der
Verfahrensschritte "Temperung" und "Vermahlung" keinen
Einfluß auf die Produktqualität hinsichtlich
Hydrophobie hat. Demzufolge ist es möglich, im
Verfahrensschritt "Temperung" das höhere Schüttgewicht
des unvermahlenen Produktes auszunutzen und somit eine
höhere Raum-Zeit-Ausbeute in diesem Verfahrensschritt
zu erzielen.
Die in den Labor-Versuchen gesammelten Erkenntnisse
werden in Technikums-Versuchen überprüft. Zwecks
besserer Überprüf- und Vergleichbarkeit wurden die
Untersuchungen nur noch im alkalischen Bereich
durchgeführt. Anstelle des Trocknungsaggregates
"Trockenschrank" wird ein Sprühtrockner eingesetzt.
Dabei wird der Filterkuchen mittels Dissolverscheibe
und verdünnter Natronlauge verflüssigt und auf pH 9
eingestellt. Anschließend wird die Belegung mit
Silikonöl durch Zugabe der entsprechenden Menge
Hydrophobierungspaste (13,5% Silikonöl, bezogen auf
die Trockensubstanz) im Verflüssigungsbehälter
vorgenommen. Nach einer zusätzlichen Dispergierzeit
von ca. 30 Min. wird die Suspension auf dem
Sprühtrockner (Zentrifugal-Zerstäuber)
sprühgetrocknet.
Dem Verfahrensschritt Sprühtrocknung folgt die
Temperung des unvermahlenen Zwischenproduktes bei
350°C. Das getemperte Produkt wird zum Abschluß einer
Luftstrahl-Vermahlung unterzogen. In Tabelle 3 sind
die repräsentativen Versuchsdaten sowie relevante
analytische Daten der Technikumsversuche zusammeng
efaßt.
Claims (3)
1. Fällungskieselsäurepaste, bestehend aus 5 bis
15 Gew.-% Fällungskieselsäure und 85 bis 95 Gew.-%
Silikonöl.
2. Verfahren zur Herstellung der
Fällungskieselsäurepaste gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Silikonöl vorlegt, unter Anwendung von
Scherkräften die Fällungskieselsäure einarbeitet
und diesen Dispergiervorgang so lange fortsetzt, bis
die erhaltene Fällungskieselsäurepaste eine
ausreichende Stabilität aufweist.
3. Verfahren zur Hydrophobierung von
Fällungskieselsäuren unter Verwendung der
Fällungskieselsäurepaste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Fällungskieselsäurefilterkuchen auf
bekannte Weise verflüssigt, den pH-Wert neutral
oder alkalisch einstellt, die für die
Hydrophobierung notwendige Menge an
Fällungskieselsäurepaste unter Verwendung einer
Schervorrichtung hinzugibt, eine Zeitlang
nachschert, die Suspension sprühtrocknet, das
getrocknete Produkt tempert und anschließend
mittels einer Luftstrahlmühle vermahlt.
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