DE3916014A1 - Werkzeug zum durchsetzfuegen, nieten oder einpressen - Google Patents
Werkzeug zum durchsetzfuegen, nieten oder einpressenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum Durchsetz
fügen, Nieten oder Einpressen, d. h. auf ein sogenanntes
Druckfüge-Werkzeug gemäß dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1.
Im Zuge der fortschreitenden Automatisierung sind die
unterschiedlichsten Werkzeuge für freipositionierbare
Handhabungseinrichtungen und insbesondere für Industriero
boter entwickelt worden, die diesen die Durchführung der
verschiedensten Arbeitsvorgänge erlauben. Während Werk
zeuge zum Greifen und Handhaben, aber auch zur Herstellung
von Schweißverbindungen bereits in großem Umfange einge
setzt werden, sind bislang nur wenige Vorschläge für soge
nannte Druckfüge-Werkzeuge, d.h. Werkzeuge zum Durch
setzfügen, Nieten, Einpressen etc. bekannt geworden, ob
wohl derartige Werkzeuge als manuell geführte, elektrome
chanisch oder pneumohydraulisch angetriebene Kleinpressen
in den unterschiedlichsten Ausführungsformen auf dem Markt
sind.
Lediglich die Fa. Pressotechnik GmbH bietet eine sogenann
te Einzelpunktzange zur Herstellung von Durchsetz- bzw.
"Tox"-Verbindungen an, die nicht nur handgeführt werden
kann, sondern die auch eine Möglichkeit zum Anflanschen an
einen Industrieroboter aufweist. Von dieser Einzelpunkt
zange (Baureihe CEB-CHS) ist bei der Formulierung des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 ausgegangen worden.
In der Praxis hat sich jedoch das Anflanschen von soge
nannten Handzangen zur Herstellung von Durchsetz-, Niet-
oder Einpreßverbindungen an Industrierobotern nicht be
währt:
Die Gründe hierfür dürften vor allem die zu große Bauform
und insbesondere die zu große Baulänge bekannter handge
führter Verbindungszangen sowie die vergleichsweise gerin
ge "Rachentiefe und -höhe" dieser Zangen sein, die die
Verfahrbewegung des Roboterarms bei der Aufnahme der zu
verbindenden Werkstücke erschwert. Darüberhinaus wirken
aufgrund der großen Baulänge beträchliche Momente während
des Fügevorgangs auf die Flanschverbindung Roboterhand/
Werkzeug.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zur
Herstellung von Druckfüge-Verbindungen und insbesondere
ein Werkzeug zum Durchsetzfügen, Nieten oder Einpressen
anzugeben, das bei geringer Baugröße und insbesondere
geringer Baulänge eine große Rachenhöhe und -tiefe auf
weist.
Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im An
spruch 1 gekennzeichnet.
Überraschender Weise kann diese Aufgabe dadurch gelöst
werden, daß von einem Druckfüge-Werkzeug gemäß dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1 ausgegangen und dieses Werk
zeug durch die Kombination der im kennzeichnenden Teil
angegebenen Merkmale weitergebildet wird:
Erfindungsgemäß ist der Hydraulikzylinder außerhalb der
Kraftwirkungslinie der beiden Wirkorgane in einem Grund
teil des Werkzeugs angeordnet. Damit ist es möglich, den
Hydraulikzylinder "neben" den prozeßspezifischen Wirkorga
nen anzuordnen, so daß die Baulänge des Werkzeugs prak
tisch um die Länge des Hydraulikzylinders "verkürzt" wird.
Da ferner das stationäre Werkzeug an zweiten Bügel befe
stigt ist, der fest mit dem Grundteil verbunden ist, kann
das erfindungsgemäße Werkzeug bei geeigneter Formgebung
der Bügel eine große Rachenhöhe und -tiefe bei gleichzei
tig großer Stabilität aufweisen. Dabei ermöglichen die
großen Rachenweiten nicht nur die Herstellung von Verbin
dungen, die einen großen Abstand von Werkstückkanten ha
ben, sondern vereinfachen auch die Programmierung der
Verfahrbewegung der frei programmierbaren Handhabungsein
richtung.
Weiter erlaubt das Merkmal, daß das verschiebbare Werkzeug
über den ersten Bügel an einem linear verschiebbaren
Schlitten gehalten ist, der mit der Kolbenstange des pa
rallel zum Verschiebewegs des Schlittens angeordneten
Hydraulikzylinders verbunden ist, eine lineare Verschie
bung des prozeßspezifischen verschiebbaren Wirkorgans,
also beispielsweise des Stempel oder des Niet-Oberwerk
zeugs. Damit spielen insbesondere geringfügige Positionie
rungstoleranzen in Richtung der Verschiebebewegung, wie
sie bei der Positionierung mit Industrierobotern durchaus
vorkommen können, praktisch keine Rolle, da das bewegliche
Wirkorgan das Bauteil mit einer linearen Bewegung gegen
das stationäre Organ drückt.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben:
Gemäß den Ansprüchen 2 bzw. 3 erfaßen ein Wegaufnehmer die
Stellung des Schlittens und ein Kraftaufnehmer im zweiten
Bügel die von dem verschiebbaren Wirkorgan ausgeübte
Kraft. Die Ausgangssignale des Wegaufnehmers und des
Kraftaufnehmers können nach Anspruch 6 an die Steuerein
heit der Handhabungseinrichtung angelegt sein, die auch
die Beaufschlagung des Hydraulikzylinders sowie gegebenen
falls den Kleinteilegreifer steuert.
Damit ist ein komplett überwachter, stufenlos geregelter
Fügeprozeß mit einer freien Programmierung der Füge-Ist-
Parameter (Hub, Kraft, Geschwindigkeit) möglich. Zur re
produzierbaren Durchführung von sich wiederholenden Vor
gängen und zur Fehlerlokalisierung können die Parameter
aufgezeichnet und ausgewertet werden.
Die im Anspruch 4 gekennzeichnete Ausbildung, bei der ein
Flansch zur Verbindung des Werkzeugs mit der Handhabungs
einrichtung derart angeordnet ist, daß die Flansch-Anlage
fläche senkrecht auf der Verschieberichtung des Kolbens
des Hydraulikzylinders steht, minimiert die in den Arm des
Handhabungsgeräts eingeleiteten Kräfte und Momente. Damit
ist es möglich, Druckfüge-Verbindungen beispielsweise mit
vergleichsweise kleinen Industrierobotern durchzuführen.
Gemäß Anspruch 5 ist zum Zuführen von Kleinteilen in den
Bereich der Wirkorgane ein zusätzlicher Kleinteile-Greifer
am Werkzeug vorgesehen, der wenigstens zwei Bewegungsach
sen aufweist. Damit können - auch ohne daß ein zweiter
Industrieroboter verwendet wird - Kleinteile, wie Laschen
etc. in den Bereich der Druckfüge-Verbindung überführt und
während des Fügevorgangs dort fixiert werden.
Gemäß Anspruch 7 sind die Wirkorgane insbesondere selbst
tätig wechselbar, so daß durch entsprechendes Einwechseln
von Stempeln, Matrizen, Niet-Ober- und Unterwerkzeuge,
Einpreßmodule etc. ein und dasselbe Werkzeug die verschie
densten Druckfüge-Verbindungen ausführen kann.
Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des all
gemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbei
spielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch
beschrieben, auf die im übrigen bezüglich der Offenbarung
aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch die Gesamtkonfiguration, und
Fig. 2 ein erfindungsgemäßes Werkzeug im Schnitt.
Fig. 1 zeigt eine mögliche Realisierung der Konfiguration
mit einem Vertikalknickarmroboter (1). Am Wechselflansch
(11) des Industrieroboters (1) ist ein Fügewerkzeug (2)
angebracht. Eine Prozeßsteuereinheit (3), beispielsweise
ein handelsüblicher Computer mit entsprechenden Schnitt
stellen steuert über einen nur schematisch dargestellten
Werkzeugantrieb (10) das Werkzeug (2) und das Handhabungs
gerät (1).
Fig. 2 zeigt ein Fügewerkzeug (2) im Schnitt. Das Füge
werkzeug weist zwei Module (4′ und 4′′) zum automatischen
Wechseln der prozeßspezifischen Wirkorgane (5) auf, die
beispielweise Stempel, Matrizen, Nietunter- und Nietober
werkzeug, Einpreßmodule etc. sein können, und von denen
ein Werkzeug (4′) stationär und ein Werkzeug (4′′) ver
schiebbar angeordnet ist. Das verschiebbare Werkzeug (4′′)
ist über einen ersten Bügel (6′′) an einem linear ver
schiebbaren Schlitten (7) gehalten, der mit einer Kolben
stange (8′) eines parallel zum Verschiebewegs des Schlit
tens angeordneten Hydraulikzylinders (8) verbunden ist,
der das verschiebbare Werkzeug antreibt.
Der Hydraulikzylinder (8) ist außerhalb der Kraftwirkungs
linie (41) der beiden Wirkorgane (5) in einem Grundteil
(9) des Werkzeugs (1) angeordnet. Das stationäre Werkzeug
(4′) ist an einem zweiten Bügel (6′) befestigt, der fest
mit dem Grundteil (9) verbunden ist.
Ferner weist das Werkzeug einen nur in Fig. 1 dargestell
ten Teilebereitstellungsgreifer (12) auf, der um wenig
stens zwei und vorzugsweise drei Achsen beweglich ist, und
der Kleinteile (13), wie zu fügende Laschen etc. in den
Bereich der Wirkorgane (4) überführt und dort während des
Fügevorgangs fixiert.
Im Werkzeug sind weiterhin ein Wegaufnehmer (14) zur Be
stimmung der Hubposition und ein Kraftaufnehmer (15) zur
Erfassung der aktuell anstehenden Fügekraft vorgesehen,
deren Ausganssignale an die Steuereinheit (3) angelegt
sind.
Im folgenden soll die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Werkzeugs beschrieben werden:
Das Handhabungsgerät (1) bewegt das Werkzeug (2) zur Füge
stelle. Nach Erreichen der Position wird vom Bewegungspro
gramm die Identifikation der zu fügenden bzw. zu verbin
denden Bauteile (20) an die Steuereinheit (3) für die
Prozeßsteuerung übermittelt. Diese gibt aufgrund von
Kenntnissen über Materialdicke, Werkstoff und Bauteilgeo
metrie die jeweils zugehörigen Steuersignale an den Werk
zeugantrieb (10) weiter. Eine Regelung der Ist-Werte wird
über die Rückführung der Sensordaten des Kraftaufnehmers
(15) und des Wegaufnehmers (14) an die Prozeßsteuereinheit
(3) erreicht.
Eine Aussage über die Qualität der Verbindung kann durch
eine Auswertung des Kraft-Weg-Verlaufs erfolgen. Diese
Auswertung ist in der Prozeßsteuereinheit (3) gespeichert.
Hier können auch entsprechende Ist-Prozeßdaten für den
nachträglichen Qualitätsprüfungsbeweis abgespeichert wer
den.
Eine gute Zugänglichkeit der Wirkorgane zu den Fügestellen
ist gewährleistet, wenn die Fügeachse (41) möglichst nahe
an den Außenrand der Werkzeughüllgeometrie gelegt wird.
Dies bei gleichzeitig linearem Fügeweg wird dadurch er
reicht, daß der Antriebszylinder (8) nicht auf der Füge
achse liegt, sondern im Werkzeuggrundteil (9) mitinte
griert ist.
Die Module (4) zum automatischen Wechseln der Wirkorgane
(5) sind so ausgelegt, daß die Wirkorgane durch entspre
chende Mechanismen ohne manuellen Eingriff genau definiert
mit dem Werkzeug verbunden werden können.
Der Kleinteilepositioniergreifer (12) ist mit am Werkzeug
(2) integriert und kann mit seiner Kinematik die Fügeteile
genau in die richtige Lage und Position zwischen die Wirk
organe (4′, 4′′) führen. Das Greifen der Teile erfolgt je
nach Teileart, Werkstoff und Geometrie mit Vakuum, magnet
isch oder mechanisch. Bevorzugt ist es deshalb, wenn das
Greifermodul ebenfalls gewechselt werden kann.
Aufgrund der vorstehend beschriebenen Ausbildung kann
beispielsweise eine Fügekraft von 50 kN bei einem Fügeweg
von 50 mm und eine Rachentiefe und Rachenhöhe (geschlos
sen) von jeweils 100 mm erzielt werden, wobei das Werk
zeuggewicht deutlich unter 20 kg liegt.
Claims (7)
1. Werkzeug zum Durchsetzfügen, Nieten oder Einpressen,
das an einer insbesondere frei positionierbaren Handha
bungseinrichtung anflanschbar ist, und das ein stationäres
Wirkorgan und ein verschiebbares Wirkorgan aufweist, das
an einem ersten Bügel gehalten ist und von einem Hydrau
likzylinder angetrieben wird,
gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:
- - der Hydraulikzylinder ist außerhalb der Kraftwirkungs linie der beiden Wirkorgane in einem Grundteil des Werk zeugs angeordnet,
- - das stationäre Werkzeug ist an zweiten Bügel befestigt, der fest mit dem Grundteil verbunden ist,
- - das verschiebbare Werkzeug ist über den ersten Bügel an einem linear verschiebbaren Schlitten gehalten, der mit der Kolbenstange des parallel zum Verschiebewegs des Schlittens angeordneten Hydraulikzylinders verbunden ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Wegaufnehmer die Stellung
des Schlittens erfaßt.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Kraftaufnehmer im zweiten
Bügel die von dem verschiebbaren Wirkorgan ausgeübte Kraft
erfaßt.
4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Flansch zur Verbindung des
Werkzeugs mit der Handhabungseinrichtung derart angeordnet
ist, daß die Flansch-Anlagefläche senkrecht auf der Ver
schieberichtung des Kolbens des Hydraulikzylinders steht.
5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zuführen von Kleinteilen
in den Bereich der Wirkorgane ein zusätzlicher Kleinteile-
Greifer am Werkzeug vorgesehen ist, der wenigstens zwei
Bewegungsachsen aufweist.
6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale des Weg
aufnehmers und des Kraftaufnehmers an die Steuereinheit
der Handhabungseinrichtung angelegt sind, die auch die
Beaufschlagung des Hydraulikzylinders sowie gegebenenfalls
den Kleinteilegreifer steuert.
7. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkorgane wechselbar
sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893916014 DE3916014A1 (de) | 1989-05-17 | 1989-05-17 | Werkzeug zum durchsetzfuegen, nieten oder einpressen |
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| DE19893916014 DE3916014A1 (de) | 1989-05-17 | 1989-05-17 | Werkzeug zum durchsetzfuegen, nieten oder einpressen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3916014A1 true DE3916014A1 (de) | 1990-11-22 |
| DE3916014C2 DE3916014C2 (de) | 1992-11-26 |
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ID=6380793
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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