DE3910425A1 - Ventil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Ventil für Bag-in-Box-
Behältnisse, mit denen Flüssigkeiten aller Art, wie
Nahrungsmittel, alkoholische Getränke, chemische
Stoffe, Lacke und dergleichen, transportiert und ge
lagert werden.
Beim Bag-in-Box-System als Einweg-Verpackung wer
den im Inneren sterile Kunststoffbeutel bzw. -säcke
in feste Außenbehältnisse eingesetzt, so daß diese
bei steriler Behandlung, ohne Reinigungsarbeiten durch
führen zu müssen, befüllt und in Abständen entleert
werden können. Die Ventile müssen zwar hohe Anfor
derungen erfüllen, wie absolute Dichtheit, bequeme
Betätigung und unkompliziertes Anschweißen an den
Kunststoffbeutel bzw. -sack; sie dürfen aber dennoch
für diese Einwegverpackung nicht hoch im Preis liegen.
Bei bekannten Ventilen aus Edelstahl-rostfrei
(DE-PS 35 03 916) müssen aufwendige Vorkehrungen
getroffen werden, um den Kunststoffbeutel oder -sack
anzuschließen, und bei der Lösung, bei der eine Abdicht
haut vorgesehen ist, hemmen die Reste derselben nach
der Zerstörung den Ausfluß der Flüssigkeiten. Zudem
liegen solche Ventile so hoch im Preis, daß sie zu
rückgegeben werden müssen, was auch oft, je nach der
Entfernung des Rücktransportweges, mit Schwierigkeiten
verbunden ist, und es müssen vor der Neubenutzung auf
wendige Reinigungsarbeiten durchgeführt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein preiswerteres Einweg-
Ventil zu schaffen, das gut geeignet ist in Kunststoff
mit der erforderlichen Genauigkeit und Sicherheit pro
blemlos ohne größere Nacharbeiten und hohe Ausschuß
quoten gefertigt zu werden und es soll im Zusammenbau
zur weiteren Verwendung gelangen können sowie eine sterile
Behandlung des Bag-in-Box-Inhaltes ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß
- a) ein Ventilkörper einen Anschlußflansch zum An schweißen eines Kunststoffbeutels bzw. -sackes aufweist,
- b) eine Bedienungsmuffe - drehbar und axial fixiert - auf dem Ventilkörper angeordnet ist, die einen Innenzahnkranz aufweist,
- c) mit dem am Umfang verteilt mindestens drei kleine, axial fixierte Ritzel oder Ritzelpaare im Eingriff stehen, die jeweils um auf Verdrehung festgesetzte Gewindestifte gelagert sind oder an Gewindestiften festsitzend angeschlossen sind,
- d) diese nach innen an im Ventilkörper geführten und abgedichteten Zylinderschäften anschließen oder in solche Zylinderschäfte eingeschraubt werden, wobei an diese Zylinderschäfte weiter innen ein Ventil deckel zur Anlage am Ventilkörper anschließt.
Wird die Bedienungsmuffe in Drehung versetzt, so drehen
sich die axial fixierten Ritzel, die infolge ihrer Lage
rung um Gewindestifte oder durch ihr Einsetzen in Zylin
derschäften diese axial verschieben, so daß hierdurch
der angeschlossene Ventildeckel ebenfalls axial verscho
ben wird, womit das Öffnen und umgekehrt das Schließen
des Ventils erfolgt.
Weitere Merkmale der Erfindung sind durch die Patentan
sprüche gekennzeichnet.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbe
sondere darin, daß ein nach ihr gestaltetes
Ventil - im Gegensatz zu bekannten Klappen- oder
Kugelventilen - sich sehr gut zur Herstellung in
fertig gespritzten Kunststoffteilen eignet, indem
Verzug, der sich bei solchen Teilen nicht ganz ver
meiden läßt, keinen Einfluß auf die Dichtheit des
Ventils nimmt, dies insbesondere deswegen, weil
die plan ausgeführte, aus elastischem Kunststoff
bestehende, einfache Dichtscheibe einen solchen
Verzug ausgleicht oder ein spitzer größerer Dicht
ring des Ventilkörpers bzw. der Dichtscheibe eben
falls durch die etwas elastische Ausführung die
gleiche Wirkung erzielt. Durch das erfinderische
Prinzip der Ventilbauart können die Einzelteile ge
nügend Spiel zueinander aufweisen, um Ungenauigkeiten,
durch Verzug oder unterschiedliche Schrumpfung bzw.
auch Werkzeug-Ungenauigkeiten und -verschleiß bedingt,
auszugleichen, ohne auf die Ventildichtheit und
-funktion einen Einfluß zu haben. Außerdem ist das
erfinderische Ventil komplett montiert als Einheit
mit dem Kunststoffsack bzw. -beutel anschließbar, und
die Betätigung zum Öffnen und Schließen ist von außen
zudem ohne jedes Hilfsmittel leicht möglich, und
zum Befüllen werden keine speziellen, aufwendigen Ab
füllmaschinen benötigt.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der
Erfindung dargestellt, es zeigt
Fig. 1 ein Ventil in geschlossenem Zustand, in der
oberen Hälfte im Schnitt gezeichnet,
Fig. 2 wie Fig. 1, jedoch in geöffnetem Zustand und
im verkleinerten Maßstab gezeigt,
Fig. 3 ein Ventil im geschlossenen Zustand, das auch
bei einer kurzen Bauart einen verhältnismä
ßig großen Öffnungsweg seines Ventildeckels
zuläßt.
Ein Ventil 1 weist einen Ventilkörper 2 auf, auf
dem eine Bedienungsmuffe 3 drehbar gelagert ist,
wobei die axiale Fixierung einmal durch Anlegen an
einliegende Ritzel 5 bzw. an den Ventilkörpern 2 und
zum anderen gegen einen beim Aufdrücken elastisch
zurückweichenden Anschlag 4 erfolgt. Die Bedienungs
muffe 3 ist mit einem Innenzahnkranz 6 versehen,
in den die am Umfang verteilt angeordneten drei oder
mehr vorgesehenen Ritzel 5 eingreifen. Diese Ritzel 5
sind auf Gewindestifte 7 mit ihrem entsprechenden
Innengewinde gelagert, wobei die Gewindestifte 7
Teile von Zylinderschäften 10 sind, die in Löcher 11
der Ventilkörper 2 mit Schiebesitz eingesetzt sind
und wobei in sie eine O-Ring-Dichtung 12 vorgesehen
ist. Anderendig ist mit den Zylinderschäften 10 ein
Ventildeckel 13 zum Abschluß eines Ventildurchflußquer
schnittes 18 über Schrauben 14 befestigt, wobei zwischen
den äußeren Stirnseiten 15 der Zylinderschäfte 10 und
dem Ventildeckel eine elastische Dichtscheibe 16 ge
haltert ist, die außerdem an einer Ansatzpartie 17 des
Ventildeckels 13 zentriert wird.
Die Dichtfläche 19 des Ventilkörpers 2 weist zur Er
höhung der Abdichtwirkung einen oder mehrere spitze
Dichtringe 20 auf, so daß auch bei nicht exakt ge
nauer planer Ausführung der Dichtfläche 19 und der
Anlagefläche der Dichtscheibe 16 des Ventildeckels 13
eine sichere Abdichtung gewährleistet ist, da sich die
Ringe 20 lückenlos im ganzen Umfang in die elastische
Dichtscheibe 16 eindrücken. Außerdem bewirken solche
Ringe 20, daß nach Schließen des Ventils etwa auf der
Dichtfläche 19 aufliegende, festere Bestandteile der
Flüssigkeiten, wie z. B. Obststückchen, weggedrückt oder
durchdrungen werden, so daß auch durch solche feste
ren Anteile oder kleine Samenkörner der Früchte die Ab
dichtung nicht leidet.
Das Ventil 1 kann in bekannter Weise zu seinem Halt
bzw. zu seiner Lagebestimmung an einem Haltestück 23,
hier als Wellpapp-Kartonteil dargestellt, befestigt
sein. Hierzu weist der Ventilkörper 2 innenseitig
eine Sitzfläche 25 mit einer Anlageringfläche 24
auf, und anderseitig wird das Haltestück 23 durch
Aufschrauben einer Nutmutter 26 mit dem Ventilkör
per 2 eingeklemmt.
Der Ventilkörper 2 ist innenseitig mit einem dünnen
Anschlußflansch 28 versehen, mit dem in bekannter
Weise ein Kunststoffbeutel oder -sack 29 angeschweißt
ist. Nach diesem Anschweißen kann bei geschlossenem
Ventil eine Sterilisierung - z. B. durch Gammabestrah
lung - erfolgen, so daß nach Anbringen einer Art Bande
role oder einer nicht dargestellten Plombensicherung
zwischen dem Ventilkörper 2 und der Innenseite der Be
dienungsmuffe 3 eine Garantie für Sterilität des Ven
tils 1 mit dem Kunststoffbeutel oder -sack 29 gegeben
ist.
Der vordere Anschluß 30 des Ventilkörpers 2 entspricht
der weit eingeführten Normausführung, mit dem Ge
winde 31 wird mittels einer Überwurfmutter eine Zu-
und Abflußleitung angeschlossen, wobei der Ventil
innenraum 34 z. B. durch Heißdampfbeaufschlagung steri
lisiert werden kann.
Durch Drehen der Bedienungsmuffe 3 werden die Ritzel 5
in Drehung versetzt und über die Gewindestifte 7 die
se mit den Zylinderschäften 10 und dem Ventildeckel 13
in die Ventilöffnungsposition, die die Fig. 2 zeigt, be
wegt. Zum möglichst wirbelfreien Fluß der Flüssigkei
ten durch das Ventil 1 - gemäß der Pfeillinie 32 - ist
der Ventildeckel 13 in seinem Innenbereich 33 zum Ven
tildurchflußquerschnitt 18 strömungsgünstig durch eine
entsprechende Einwölbung geformt. Zur Begrenzung
des Öffnungsweges des Ventildeckels 13 sind in die
Gewindestifte 7 Stifte 8 in einer Länge bis zum Ge
windeaußendurchmesser eingesetzt, die mit dem Innen
gewinde der Ritzel 5 einen Stop in der Drehung der
Bedienungsmuffe 3 bei der erreichten Öffnungsposi
tion nach Fig. 2 bewirken.
Die Bedienungsmuffe 2 ist an ihrer Außenfläche 21
gerändelt, kordiert oder mit einer Vielzahl stern
griffartiger Erhebungen versehen, je nachdem welches
Drehmoment bei den einzelnen Ventilgrößen auf sie
übertragen werden soll. Hiernach richtet sich auch
die Anzahl der am Umfang verteilt vorgesehenen Ritzel,
wie z. B. 3 bis 10 Stück. Die Schließkraft, die auf den
Ventildeckel 13 bzw. 39 einzuwirken hat, muß so groß
sein, daß von spitzen Dichtringen auch härtere Körner
oder Obstschalen durchtrennt werden. Dies ist beson
ders für eine etappenweise Entleerung der Behältnisse
von Bedeutung.
Bei einem Ventil 36 gemäß der Fig. 3 befinden sich
Gewindestifte 37 im Innern von an einem Ventildeckel
39 angeordneten halb aufgebrochen dargestellten
Zylinderschäften 38, so daß der Ventildeckel 39 um das
verhältnismäßig große Maß 40 geöffnet werden kann, wie es
die strichpunktiert dargestellte Position 52 zeigt.
Zur Vereinfachung der Montage sind die Zylinderschäfte
38 mit Springhakenköpfen 41 versehen, wodurch zur Mon
tage nur ein Aufdrücken des Ventildeckels 39 erforder
lich ist. Bei diesem Beispiel nach Fig. 3 weist der
Ventildeckel 39 einen verhältnismäßig groß ausgeführten
spitzen Dichtring 42 auf, der mit einer Dichtfläche 43
eines Ventilkörpers 44 zusammenwirkt. Hierbei kann auch
gleichermaßen umgekehrt vorgegangen werden, indem
ein solcher Dichtring 42 am Ventilkörper 44 vorge
sehen ist. Auch bei diesem Beispiel kann, je nachdem
wie es die Betriebsverhältnisse erfordern oder wie
es die Materialqualitäten der Teile in bezug auf
ihre Härte und ihren Verzug verlangen, zusätzlich eine
elastische Dichtscheibe, ähnlich dem Beispiel nach
Fig. 1, vorgesehen werden.
Zur drehfeste Fixierung von Ritzel 45 und 46 sind
diese beiden nebeneinanderliegend vorgesehen, wobei das
Ritzel 45 mit Gewinde auf dem Zylinderschaft 38 auf
geschraubt ist und gegen das Ritzel 46, das an einem
Bund 48 der Zylinderschäfte 38 anliegt, zur Konterung
fest angezogen wird bis hierbei die Zähne derselben
zum Eingriff in die Innenverzahnung 49 der Bedienungs
muffe 50 übereinstimmen.
An den Ventilkörper 44, an dessen Anschlußflansch 28 sowie
an den Kunststoffbeutel oder -sack 29 legt sich das Halte
stück 23 durch Anziehen der Nutmutter 51 an. Durch die
Anwendung der Bedienungsmuffen 3 und 50, die keine
herausragenden Teile, wie Handgriffe, aufweisen, kann
das komplett montierte Ventil 1 bzw. 36 mit dem Kunst
stoffbeutel oder -sack über seinen Flansch angeschweißt
sowie auch in die Öffnung der Haltestücke 23 eingesetzt
werden.
Claims (4)
1. Ventil für Bag-in-Box-Behältnisse, mit denen
Flüssigkeiten aller Art, wie Nahrungsmittel, alko
holische Getränke, chemische Stoffe, Lacke und
dergleichen transportiert und gelagert werden, da
durch gekennzeichnet, daß
- a) ein Ventilkörper (2, 44) einen Anschlußflansch (28) zum Anschweißen eines Kunststoffbeutels bzw. -sackes (29) aufweist,
- b) mit einer Bedienungsmuffe (3, 50), die drehbar und axial fixiert auf einem Ventilkörper (2, 44) an geordnet und mit einen Innenzahnkranz (6) ausge rüstet ist,
- c) mit dem am Umfang verteilt mindestens drei kleine, axial fixierte Ritzel (5) oder Ritzelpaare (45, 46) im Eingriff stehen, die jeweils um auf Verdrehung festgesetzte Gewindestifte (7) gelagert oder an Ge windestiften (37) festsitzend angeschlossen sind,
- d) die Gewindestifte (7, 37) nach innen an im Ventilkörper (2, 44) geführten und abgedichteten Zylinderschäften (10) anschließen oder in Zylinderschäften (38) ein geschraubt sind, wobei an diese Zylinderschäfte (10, 38) ein Ventildeckel (13, 39) anschließt.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
entweder die Dichtfläche (19, 43) des Ventilkörpers
(2, 44) oder die Gegenfläche hierzu des Ventildeckels
(13, 39) mit spitzen Ringen (20, 42) versehen sind,
wobei auf der jeweiligen Dichtfläche (19, 43) ohne
Ringe (20, 42) eine Dichtscheibe (16) bei fester An
lage eingelegt sein kann.
3. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ventildeckel (13, 39) in seinem Innenbereich (33)
eine nach außen erhabene strömungsgünstige Form zum
Ventildurchfluß-Querschnitt (18) aufweist.
4. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ventilkörper (2, 44) durch Einklemmen eines Hal
testückes (23) eines Außenbehältnisses mittels einer
Nutmutter (26, 51) oder durch Anschrauben verbunden
wird.
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| ZA902487B (en) | 1991-02-27 |
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |