DE3910065A1 - Mobiles behinderten-transportgeraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein mobiles Behinderten-
Transportgerät zum Heben, Senken und horizontalen
Verfahren behinderter Personen.
Behinderte Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen
sind und diesen nicht ohne fremde Hilfe verlassen können,
müssen bei vielen Gelegenheiten aus dem Rollstuhl gehoben
und getragen werden. Beispielsweise beim Umsteigen von
dem Rollstuhl auf eine Toilette oder in ein Bad oder Bett
oder auch vom Rollstuhl in ein Kraftfahrzeug und
umgekehrt, brauchen Rollstuhlfahrer sehr häufig die
Unterstützung von Begleitpersonen und müssen gehoben und
getragen werden.
Diese Tätigkeiten erfordern von den Begleitpersonen
teilweise sehr große körperliche Anstrengungen und sind
für den Rollstuhlfahrer selbst oft auch sehr beschwerlich
und unangenehm. Zur beiderseitigen Erleichterung sind
kranartige, aus Schiene und Laufkatze bestehende
Tragegeräte bekannt, die für ganz bestimmte Einsatzorte
vorgesehen und dort fest montiert sind, beispielsweise in
Schlafzimmern. Diese Geräte beanspruchen z.T. auch einen
großen Platzbedarf und lassen sich in beengten
Räumlichkeiten, wie in Bädern, Toiletten und auch
Personenkraftfahrzeugen nicht oder nur sehr schwierig
anbringen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Transportgerät für Behinderte zu schaffen, das universell
an den unterschiedlichsten Einsatzorten verwendbar ist
und auch in beengten Räumlichkeiten montiert und
eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
ein nach unten geöffnetes Hohlprofil vorgesehen ist, das
an einer Stirnseite eine Antriebsstation aufweist, daß in
dem Hohlprofil ein von der Antriebsstation über ein
Zugelement (10) angetriebener, horizontal verfahrbarer
Rollenwagen angeordnet ist, daß der Rollenwagen ein heb-
und senkbares Trageelement aufweist, das einem in der
Antriebsstation auf- und abtrommelbaren Tragegurt
zugeordnet ist, und daß entsprechende
Befestigungselemente zur Montage des Transportgerätes
vorgesehen sind.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß das Trageelement als Lastrolle ausgebildet ist,
die auf dem zwischen zwei am Rollenwagen angebrachten
Umlenkrollen verlaufenden Tragegurt bewegbar angeordnet
ist.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß das Transportgerät
mit Hilfe eines Gelenkes und einer Abspannung an einer
Wand montierbar ist.
Im Rahmen der Erfindung liegt es auch, daß das
Transportgerät mit Hilfe von Schwenklagern an einer Säule
montierbar ist.
Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist
vorgesehen, daß das Transportgerät mit Hilfe von
Aufhängungen an einer Decke montierbar ist.
Des weiteren kann es erfindungsgemäß zweckmäßig sein, daß
das Transportgerät mit Hilfe eines Dachständers und zwei
verstellbaren Halterungen in einem Kraftfahrzeug
montierbar ist.
Vorteilhaft ist es auch, daß das Hohlprofil des
Transportgerätes klappbar ausgebildet ist.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen
insbesondere darin, daß statt einer Vielzahl einzelner
Transportgeräte, die an den jeweiligen Einsatzorten
stationär angebracht sind, nur ein einziges, universell
verwendbares Transportgerät notwendig ist.
Auf Grund seiner kompakten Bauweise und seines geringen
Gewichts läßt sich das Gerät leicht und schnell und ohne
Umbaumaßnahmen an beliebigen Einsatzorten, auch in
beengten Räumlichkeiten, anbringen und bequem von
Einsatzort zu Einsatzort transportieren.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den
Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend näher
beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 die Seitenansicht des erfindungsgemäßen
Behinderten-Tranportgerätes bei Montäge an einer
Wand,
Fig. 2 die Draufsicht zu Fig. 1,
Fig. 3 den Schnitt A-A aus Fig. 1,
Fig. 4 die Seitenansicht der Befestigung mittels eines
Abspannseiles bei Wandmontage,
Fig. 5 und Fig. 6 die Seitenansicht und Draufsicht bei
Wandmontage des Transportgerätes mit Hilfe
eines Kardangelenkes,
Fig. 7 die Ansicht bei der Montage des
Transportgerätes an einer Säule,
Fig. 8 und Fig. 9 zwei Ansichten bei der Montage des
Transportgerätes an einer Decke und
Fig. 10 die Ansicht bei Montage des Transportgerätes in
einem Kraftfahrzeug.
Der Aufbau des erfindungsgemäßen Behinderten-
Transportgerätes 1 geht aus den Fig. 1, 2 und 3 hervor,
die das Transportgerät 1 in Seitenansicht (Fig. 1),
Draufsicht (Fig. 2) und im Schnitt A-A aus Fig. 1 (Fig. 3)
bei Montage an eine Wand 20 zeigen.
An einer Stirnseite eines nach unten geöffneten
Hohlprofils 2 ist eine Antriebsstation 5 zum Heben,
Senken und horizontalen Transport einer behinderten
Person angebracht; die andere Stirnseite des Hohlprofils
2 weist ein Befestigungselement 13 für die Montage des
Transportgerätes 1 an eine Wand 20 auf. Die Verlagerung
der Antriebsstation 5, die bei bekannten, kranartigen
Tragegeräten über dem Lastangriff angeordnet ist, nach
außen an eine Stirnseite des Hohlprofils 2, erbringt
einen Gewinn an Hubhöhe des Transportgerätes 1, der sich
vorteilhaft beim Einbau des erfindungsgemäßen
Transportgerätes 1 in Wohnungen und vor allem auch in
Kraftfahrzeugen auswirkt.
Im Hohlprofil 2 läuft ein auf Rollen 24 geführter
Rollenwagen 3, der von einem in der Antriebsstation 5
untergebrachten Gleichstrommotor 25 über ein
Zugelement 10, vorzugsweise einen Zahnriemen angetrieben
wird.
Das Zugelement bzw. der Zahnriemen 10 ist beidseitig 12
an dem Rollenwagen 3 angeschlagen.
Der Rollenwagen 3 trägt ein heb- und senkbares
Trageelement 4. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist das Trageelement 4 als Lastrolle 8
ausgebildet, die von einem Tragegurt 7 getragen wird. Der
Tragegurt 7 ist auf der der Antriebsstation 5
gegenüberliegenden Seite in dem Hohlprofil 2 befestigt
11, nimmt zwischen zwei an dem Rollenwagen 3 angebrachten
Umlenkrollen 6 die Lastrolle 8 auf und wird in der
Antriebsstation 5 von einer durch einen Gleichstrommotor
26 angetriebenen Gurttrommel 9 auf- und abgetrommelt,
wobei sich die Lastrolle 8 mit anhängender Last hebt und
senkt.
Diese Ausbildung der Erfindung hat den Vorteil, daß beim
horizontalen Verfahren des Rollenwagens 3 die Lastrolle 8
bei arretierter Tragegurttrommel 9 immer in gleicher Höhe
bleibt.
Die Steuerung von Rollenwagen 3 und Lastrolle 8 erfolgt
über ein tragbares Steuergerät 27. Alle Fahrfunktionen
sind über Endschalter abgesichert. Die Versorgung der
beiden Gleichstrommotoren kann über das Stromnetz, eine
Batterie oder Autobatterie erfolgen.
Der universelle Einsatz des erfindungsgemäßen
Behinderten-Transportgerätes 1 an unterschiedlichen Orten
ist durch seine leichte Montierbarkeit und durch sein
geringes Gewicht begünstigt. Bei der Montage an eine Wand
20 gemäß den Fig. 1 bis 6 ist es vorteilhaft, das
Transportgerät 1 über ein Gelenk 13 an die Wand 20
anzuschlagen. Dadurch ist außer Heben, Senken und
Horizontaltransport das Schwenken des Transportgerätes 1
um nahezu 180 Grad möglich. Durch eine
Abspannung 14, z.B. ein Seil oder ein Stab, wird das
Transportgerät 1 in horizontaler Stellung gehalten.
Gelenk 13 und Abspannseil 14 werden einfach über
Montagebolzen 17 an die Wand 20 angeschlagen. Anstatt der
Abspannung 14 ist es natürlich denkbar, einen Stab (nicht
gezeichnet) vorzusehen, der die auftretenden
Vertikalkräfte aufnimmt.
Fig. 7 veranschaulicht, wie das erfindungsgemäße
Behinderten-Transportgerät 1 an einer Säule 21, die
beispielsweise zwischen Fußboden 28 und Zimmerdecke 22
eingeklemmt ist, über zwei Schwenklager 15, an denen das
Hohlprofil 2 und das Abspannseil 14 befestigt sind,
anschließbar ist. Durch diese Montage läßt sich das
Behinderten-Transportgerät 1 um 360 Grad schwenken.
- Anstatt eines Klemmens zwischen Fußboden und
Zimmerdecke kann die Säule 21 auch einseitig am Fußboden
28 angebracht sein.
Fig. 8 und 9 zeigen in zwei Ansichten die Montage des
erfindungsgemäßen Behinderten-Transportgerätes 1 an einer
Zimmerdecke 22 mit Hilfe von zwei an den beiden Enden des
Hohlprofils 2 angebrachten Aufhängungen 16, und falls
erforderlich mit Hilfe eines zusätzlichen Abspannseiles
14.
Fig. 10 zeigt beispielhaft, wie das erfindungsgemäße
Transportgerät 1 sich in ein Kraftfahrzeug 23 montieren
läßt. Am Dach 32 oder der Regenrinne 31 des
Kraftfahrzeuges 23 wird mit Hilfe von zwei verstellbaren
Halterungen 18, 19 ein Dachträgerholm montiert. An beiden
seitlichen Enden des Holmes 29 sind zwei abklappbare
Hängelaschen 30 angebracht, in die im abgeklappten
Zustand das Transportgerät 1 eingehängt wird. Damit ist
die Möglichkeit gegeben, behinderte Personen aus dem
Autositz nach außen in einen Rollstuhl zu verfahren.
Als vorteilhaft für Transport und Montierbarkeit des
erfindungsgemäßen Behinderten-Transportgerätes 1 hat es
sich erwiesen, wenn das Hohlprofil 2 des Transportgerätes
1, wie in Fig. 10 angedeutet, umklappbar ist.
Claims (7)
1. Mobiles Behinderten-Transportgerät zum Heben, Senken
und horizontalen Verfahren behinderter Personen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein nach unten geöffnetes
Hohlprofil (2) vorgesehen ist, das an einer Stirnseite
eine Antriebsstation (5) aufweist, daß in dem
Hohlprofil (2) ein von der Antriebsstation (5) über
ein Zugelement (10) angetriebener, horizontal
verfahrbarer Rollenwagen (3) angeordnet ist, daß der
Rollenwagen (3) ein heb- und senkbares Trageelement
(4) aufweist, das einem in der Antriebsstation (5)
auf- und abtrommelbaren Tragegurt (7) zugeordnet ist,
und daß entsprechende Befestigungselemente (13, 14,
15, 16, 17, 18, 19) zur Montage des Transportgerätes
(1) vorgesehen sind.
2. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Trageelement (4) als
Lastrolle (8) ausgebildet ist, die auf dem zwischen
zwei am Rollenwagen (3) angebrachten Umlenkrollen (6)
verlaufenden Tragegurt (7) bewegbar angeordnet ist.
3. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Transportgerät (1) mit
Hilfe eines Gelenkes (13) und einer Abspannung (14) an
einer Wand (20) montierbar ist.
4. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Transportgerät (1) mit
Hilfe von Schwenklagern (15) an einer Säule (21)
montierbar ist.
5. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Transportgerät (1) mit
Hilfe von Aufhängungen (16) an einer Decke (22)
montierbar ist.
6. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Transportgerät (1) mit
Hilfe eines Dachständers (33) und zwei verstellbaren
Halterungen (18, 19) in einem Kraftfahrzeug (23)
montierbar ist.
7. Mobiles Behinderten-Transportgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlprofil (2) des
Transportgerätes (1) klappbar ausgebildet ist.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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