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Die
Erfindung betrifft eine orthopädische Halskrawatte,
zur Streckbehandlung der Halswirbelsäule, mit einem oberen und einem
unteren Krawattenteil, welche Krawattenteile eine U-Form aufweisen und
den Hals des Patienten bereichsweise umgeben, wobei die Krawattenteile
mit Hilfe einer pneumatischen Expansionsvorrichtung in ihrer Höhenlage
relativ zueinander verstellbar und festlegbar sind und wobei für die vorderseitig
im Kinnbereich offen ausgebildeten Krawattenteile eine Kinnauflage
vorgesehen ist.
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Orthopädische Halskrawatten,
nachstehend auch kurz "Halskrawatten" genannt, werden
für Halswirbelsäulen-Syndrome,
Bandscheibenvorfälle
im Bereich der Halswirbelsäule
und dergleichen Krankheiten im Halswirbelsäulenbereich verwendet. Solche
Halskrawatten sollen den Kopf des Patienten gegen seine Schultern
abstützen,
gegebenenfalls ruhigstellen und wenn möglich etwas anheben (Extension).
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Man
kennt bereits eine Halskrawatte, die aus zwei etwa U-förmigen,
ineinander greifenden Krawattenteilen besteht (vgl. US-PS 40 99
523). Diese Krawattenteile sind in Längsrichtung des Körpers des Patienten über eine
Expansionsvorrichtung in ihrer Höhenlage
relativ zueinander verstellbar und festlegbar. Dabei wird die Expansionsvorrichtung
durch einen, von den Krawattenteilen in ihrem Inneren umschlossenen
Schlauch gebildet, der über
ein nach außen
ragendes Luftventil, den therapeutischen Anforderungen entsprechend,
aufgepumpt werden kann.
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Die
Krawattenteile werden mit den offenen Enden ihrer U-Form von vorn
um den Hals des Patienten geschoben und im Nackenbereich durch Querstege
gesichert, die die freien Endbereiche der U-Form der Krawattenteile
miteinander verbinden. Der Patient liegt somit vor allem mit seiner
Kinnpartie und gegebenenfalls auch seinem Unterkiefer auf dieser
vorbekannten Halskrawatte auf, während
sein Hinterkopf und der Nackenbereich kaum abgestützt wird.
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Haben
die Krawattenteile nach dem Aufpumpen der Expansionsvorrichtung
die gewünschte
Höhenlage
erreicht, so kann diese mittels zwei, jeweils seitlich an den Krawattenteilen
angreifenden Sicherungsschrauben oder Flügelmuttern festgelegt werden.
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Nachteilig
bei dieser vorbekannten Halskrawatte ist, daß in Gebrauchsstellung ihrer
Krawattenteile beim Patienten eventuell leicht ein Erstickungs- und
Engegefühl
auftreten kann. Im Falle von Schwindelgefühlen, die bei einer durch die
Traktion bedingten Blutminderversorgung des Gehirn auftreten können, ist
die Halskrawatte vom Patienten nur schwer und erst nach Lösen der
Querstege und Sicherungsschrauben oder dergleichen am Hals zu entfernen.
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Darüber hinaus
ist eine zusätzliche,
gezielte therapeutische Einwirkung auf die Nacken- und Halsmuskulatur
kaum möglich.
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Man
kennt auch bereits eine Halskrawatte der eingangs erwähnten Art,
die einen oberen und unteren Krawattenteil hat, welche Krawattenteile etwa
U-förmig
ausgestaltet sind und den Hals des Patienten bereichsweise umgeben
(vgl. US-PS 45 43 947). Diese Krawattenteile sind in ihrer Höhenlage zueinander
mittels einer pneumatischen Extensionsvorrichtung verstellbar und
festlegbar, die einen aufweitbaren und in mehrere Kammern unterteilten Schlauch aufweist.
Die im Kinnbereich offenen Krawattenteile der vorbekannten Halskrawatte
werden mittels einer Kinnauflage geschlossen, die aus zwei, an den
freien Enden der Krawattenteile zueinander verschwenkbar gehaltenen
Auflageteilen besteht. Zum Anlegen dieser vorbekannten Halskrawatten müssen die
Krawattenteile vom Patienten um den Hals gelegt und die Auflageteile
zueinander verschwenkt, ineinandergefügt und miteinander verbunden
werden, um anschließend
die pneumatische Expansionsvorrichtung auf das erforderliche Maß aufweiten
zu können.
Das Anlegen und Ablegen dieser vorbekannten Halskrawatte ist mit
einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden und kann daher beim Patienten
ebenfalls ein Erstickungs- und Engegefühl auftreten lassen.
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Aus
der
DE 30 18 059 A1 ist
eine Cervicalstütze
bekannt, die als insgesamt U-förmiges
und kinnseitig offenes Gestell ausgebildet ist. Auf die freien Enden
des U-förmigen
Gestells ist eine stegförmige
Kinnauflage aufschiebbar. Das Gestell dieser vorbekannten Cervicalstütze ruht
mittels eines aufblasbaren Kissens auf den Schultern des Patienten.
Es kann an verschiedene Patienten individuell angepaßt werden,
bedarf jedoch eines entsprechenden Justageaufwandes.
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Es
besteht daher die ARufgabe, eine Halskrawatte der eingangs erwähnten Art
zu schaffen, die auch vom Patienten leicht aufgesetzt und den therapeutischen
Anforderungen entsprechend angepaßt werden kann, die andererseits
aber auch – ebenfalls vom
Patienten selbst – beispielsweise
in Notfällen leicht
wieder abgelegt werden kann. Dabei soll die in Gebrauchsstellung
den Hals des Patienten umgebende Halskrawatte bei diesem möglichst
keine Erstickungs- oder Engegefühle
hervorrufen. Auch soll die erfindungsgemäße Halskrawatte möglichst
vielseitig therapeutisch einsetzbar sein.
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Die
erfindungsgemäße Lösung dieser
Aufgabe besteht bei der Halskrawatte der eingangs erwähnten Art
darin, daß die
Expansionsvorrichtung mehrere pneumatische Hubzylinder hat, von
denen jeweils ein Hubzylinder in einem der vorderen Endbereiche
der U-förmigen
Krawattenteile und zwei Hubzylinder in den Querstegbereichen der
Krawattenteile angeordnet sind und daß die Kinnauflage auf die vorderen
Endbereiche des oberen Krawattenteils aufsetzbar ist.
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In
Gebrauchsstellung weist die erfindungsgemäße Halskrawatte mit dem offenen
Endbereich ihrer Krawattenteile nach vorne und stützt den
Kopf des Patienten vor allem im Nacken- und im Kinnbereich sicher
ab. Da die Krawattenteile somit den Kehlkopfbereich des Patienten
freihalten, wird ein Enge- oder Erstickungsgefühl des Patienten bei der erfindungsgemäßen Halskrawatte
weitgehend vermieden. Auch wird dadurch ein Freiliegen des Nervenpunktes
Glomus caroticum an der Karotisgabel erreicht, der andernfalls bei
Druck reflektorisch zu Minderdurchblutungen des Gehirns führen könnte.
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Die
erfindungsgemäße Halskrawatte
ist therapeutisch vielseitig einsetzbar und eignet sich beispielsweise
auch gut als Hilfsgerät
bei krankengymnastischer Behandlung im Sinne der postisometrischen
Relaxation. Dabei werden Muskeln gegen Widerstand angespannt und
entspannt und in einer neuen Ausgangsposition das Gleiche mehrfach
wiederholt, wodurch eine Dehnung und das Auftrainieren der Muskulatur
gelingen kann.
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Da
die Expansionsvorrichtung der erfindungsgemäßen Halskrawatte mehrere, wie
oben angegeben zwischen den Krawattenteilen plazierte Hubzylinder
aufweist, kann die Extensionskraft gleichmäßig auf die Krawattenteile übertragen
werden. Diese werden über
eine gemeinsame, beispielsweise längere Druckluftversorgungsleitung
miteinander sowie eine daran angeschlossene Druckluftquelle verbunden.
So kann die erfindungs gemäße Halskrawatte
auch vom Patienten leicht bedient werden.
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Ein
weiterer vorteilhafter Vorschlag gemäß der Erfindung sieht vor,
daß zur
Abstützung
der Kinnauflage in Längsrichtung
der Endbereiche des oberen Krawattenteils in den Auflagebereichen
der Endbereiche und an der zum Krawattenteil weisenden Unterseite
der Kinnauflage eine Profilierung vorgesehen ist. Durch diese Profilierung
wird die durch den aufliegenden Kinnbereich des Patienten beschwerte Kinnauflage
sicher und parallel zu den Längsseiten der
Krawattenteile auch rutschfest auf dem oberen Krawattenteil gehalten.
Dennoch kann der Patient, beispielsweise im Falle von Schwindelgefühlen, die Kinnauflage
vom Krawattenteil mit einem einzigen Griff oder mit einem kräftigen Vorschub
seines Kehlkopfes lösen
und die Halskrawatte entfernen.
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Dabei
ist es zweckmäßig, wenn
die Kinnauflage stegartig ausgebildet ist.
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Die
oben erwähnte
Profilierung könnte
beispielsweise so ausgebildet sein, daß die freien Endbereiche des
oberen Krawattenteils Querrinnen aufweisen, in die in Gebrauchsstellung
der Halskrawatte an der Unterseite der Kinnauflage vorgesehene Kerbzähne oder
eine Gegenprofilierung eingreifen.
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Das
untere Krawattenteil der erfindungsgemäßen Halskrawatte sitzt auf
den Schultern auf, soll aber die Ansätze der Halsmuskulatur (Musculus
scaleni und M. sternocleidosmastoideus) freilassen, damit diese
nicht zusätzlich
durch Druck irritiert werden. Um dem unteren Krawattenteil der erfindungsgemäßen Halskrawatte
einen sicheren Halt auf der Schulter des Patienten zu bieten, ist
es vorteilhaft, wenn am unteren Krawattenteil über dessen Umriß nach außen ragende
Seitenstützen
oder Stützflächen vorgesehen
sind, die in Gebrauchsstellung im Schulterbereich des Patienten
aufliegen. Dabei kann es zweckmäßig sein,
wenn die Seitenstützen
oder Stützflächen in
Gebrauchsstellung zusätzlich
auch im Nackenbereich des Patienten aufliegen.
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Um
den Patienten das Tragen einer solchen Halskrawatte noch zusätzlich zu
erleichtern, ist es vorteilhaft, wenn die Innenseiten des unteren und/oder
des oberen Krawattenteils den Hals des Patienten mit seitlichem
Abstand umgeben.
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Eine
besonders vorteilhafte Weiterbildung gemäß der Erfindung sieht vor,
daß das
obere Krawattenteil und/oder das untere Krawattenteil an seinen/ihren
Innenseiten mit einer wärmereflektierenden
oder wärmespendenden
Innenschicht ausgekleidet ist. Durch eine solche wärmereflektierende
oder wärmespendende
Innenschicht kann ein mit Bandscheibenschäden oft einhergehender Muskelhartspann
gelockert oder gelöst
und somit ein zusätzlicher
therapeutischer Effekt erzielt werden. Gleichzeitig wird dadurch
eine weitere Aufdehnung der Muskulatur und der gesamten Wirbelsäule begünstigt.
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Insbesondere
durch solch eine Ausführungsform
kann der nachteilige und bei bandscheibenbedingten Wirbelsäulenerkrankungen
häufig
auftretende Kreislauf an mehreren Stellen unterbrochen werden: Durch
eine Aufhebung der Halswirbelsäulenlordose
(konvexe Biegung nach vorn), durch vorsichtige Selbstreposition
eventuell blockierter Wirbelgelenke, durch Weitung des Bandscheibenraumes
und reflektorisch durch Wärme-
und Traktionsreize an Haut- und Muskelafferenzen.
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Dabei
sieht eine bevorzugte Ausführungsform
gemäß der Erfindung
vor, daß die
wärmereflektierende
oder wärmespendende
Innenschicht aus Kunststoff oder einem Textilüberzug besteht.
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Dieselben
Vorteile lassen sich auch mit einer Ausführung der erfindungsgemäßen Halskrawatte erreichen,
bei der das obere Krawattenteil und/oder das untere Krawattenteil
an seinen/ihren Innenseiten mit einer elektrisch betriebenen Heizfläche versehen ist.
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Weiterbildungen
der Erfindung sind in den weiteren Unteran sprüchen aufgeführt. Nachstehend wird diese
anhand vorteilhafter Ausführungsbeispiele in
Verbindung mit den Figuren noch näher erläutert.
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Es
zeigt:
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1 eine
im wesentlichen aus einem oberen und unteren Krawattenteil, einer
Kinnauflage sowie einer Expansionsvorrichtung mit Druckluftquelle bestehende
Halskrawatte in einer perspektivischen Darstellung,
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2 eine
gegenüber
der Halskrawatte aus 1 abgewandelte Ausführungsform
in einer schematischen sowie perspektivischen Darstellung und
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3 die
Halskrawatte aus 2 in einer Teil-Schnittdarstellung.
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1 zeigt
eine im Ganzen mit 1 gekennzeichnete orthopädische Halskrawatte
in einer perspektivischen Darstellung, die insbesondere zur Streckbehandlung
der Halswirbelsäule
eines Patienten eingesetzt werden kann. Die Halskrawatte 1 hat zwei
teleskopartig ineinander greifende Krawattenteile 2, 3,
die etwa eine U-Form aufweisen und in Gebrauchsstellung den Hals
des Patienten bereichsweise umgeben. Mit Hilfe einer Expansionsvorrichtung können die
Krawattenteile 2, 3 in ihrer Höhenlage in Pfeilrichtung Pf
1 relativ zueinander verstellt und festgelegt werden.
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Um
u.a. ein leichtes Anlegen und Ablegen sowie ein bequemes Tragen
ohne Enge- oder Erstickungsgefühl
der Halskrawatte 1 durch den Patienten zu begünstigen,
sind deren Krawattenteile 2, 3 erfindungsgemäß vorderseitig
in Gebrauchsstellung im Kinnbereich offen ausgebildet. Gleichzeitig
ist eine auf die vorderen, freien Endbereiche des oberen Krawattenteils 2 aufsetzbare,
stegartig ausgebildete Kinnauflage 4 vorgesehen.
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Somit
stützt
die Halskrawatte 1 in Gebrauchsstellung den Kopf eines
Patienten vor allem im Bereich seines Hinterhauptes sowie seines
Kinns ab. Die inneren Längsseiten 5 des
oberen und unteren Krawattenteiles 2, 3 umgeben
in Gebrauchsstellung den Hals eines Patienten mit seitlichem Abstand.
Der Nervenpunkt Glomus caroticum an der Karotisgabel, der bei Druck
reflektorisch zu Minderdurchblutungen führen kann, wird von der Halskrawatte 1 freigehalten.
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Das
untere Krawattenteil 3 der Halskrawatte 1 sitzt
in Gebrauchsstellung auf den Schultern des Patienten auf, läßt dabei
aber die Ansätze
der Halsmuskulatur (Musculus scaleni und M. sternocleidomastoideus)
frei, so daß diese
nicht zusätzlich
durch Druck irritiert werden. Um der Halskrawatte 1 einen sicheren
Halt auf den Schultern des Patienten zu bieten, sind am unteren
Krawattenteil 3 über
dessen Umriß nach
außen
ragende Seitenstützen 6 vorgesehen,
die in Gebrauchsstellung im Schulterbereich des Patienten aufliegen.
Ein bogenförmiger,
außenseitiger
Fortsatz 7 am Quersteg der U-Form des unteren Krawattenteils 3 stützt die
Halskrawatte 1 ggf. auch im Nackenbereich des Patienten
ab.
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Die
Auflageseite des unteren Krawattenteils 3 sowie seiner
Seitenstützen 6 sind
an die Kontur des Schulter- und Nackenbereiches des Patienten anatomisch
angepaßt
und begünstigen
somit zusätzlich noch
ein bequemes Tragen der Halskrawatte 1. Die körperseitigen
Auflageseiten der Halskrawatte 1 sowie deren kopfseitigen
Auflageflächen
im Bereich des Hinterhauptes sowie des Kinns sind mit einer Polsterung 8 versehen,
die vorzugsweise aus einer weichen Moosgummi-Schicht besteht.
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Die
Kinnauflage 4 ist auch in Gebrauchsstellung mit dem oberen
Krawattenteil 2 nicht fest verschraubt, sondern nur auf
dessen vorderen Endbereiche 9 aufgesetzt. Zur Abstützung der
Kinnauflage 4 in etwa paralleler Richtung zu den Längsseiten
des oberen Krawattenteils in Pfeilrichtung Pf 2 ist an den Endbereichen
sowie an der zum Krawattenteil 2 weisenden Unterseite der
Kinnauflage eine Profilierung vorgesehen. Wie 1 zeigt,
ist diese Profilierung als an den freien Endbereichen 9 angeordnete,
im Querschnitt etwa V-förmige
Querrillen 10 ausgebildet, in die in Gebrauchsstellung
der Halskrawatte 1 an der Unterseite der Kinnauflage vorgesehene – hier nicht
sichtbare – Kerbzähne eingreifen.
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Statt
einer derartigen Profilierung sind auch Klettverschlüsse zum
lösbaren
Verbinden der Kinnauflage 4 mit dem oberen Krawattenteil 2 möglich.
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Der
mit Querrillen 10 versehene Bereich des oberen Krawattenteils 2 hat
eine größere Längserstreckung,
als die Tiefe der Kinnauflage 4 beträgt. Die Kinnauflage kann daher
im Bereich der Profilierung an den Kinnbereich des Patienten angepaßt werden. Da
in Gebrauchsstellung der Kopf des Patienten auch auf der Kinnauflage 4 aufliegt,
wird diese mit ihren Kerbzähnen
gegen die Querrillen 10 des oberen Krawattenteils 2 gedrückt und
somit sicher in ihrer Lage gehalten. Rechtwinklig zum Quersteg 11 der Kinnauflage 4 angeordnete
Ausformungen 12, die in Gebrauchsstellung innen- und außenseitig
an den Längsseiten
des oberen Krawattenteils 2 anliegen und dieses somit bereichsweise
umgreifen, verhindern ein Verrutschen der Kinnauflage 4 in
deren Längsrichtung
in Pfeilrichtung Pf 3.
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Das
einfache und leichte Einhängen
der Kinnauflage 4 dient auch der Sicherheit des Patienten,
der beispielsweise im Falle von Schwindelgefühlen, z.B. aufgrund einer durch
die Traktion bedingten Blutminderversorgung des Gehirns, mit einem
einzigen Griff oder einem kräftigen
Vorschub des Kehlkopfes die Halskrawatte 1 öffnen und
rasch ablegen kann.
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Wie 1 zeigt,
weist die Expansionsvorrichtung der Halskrawatte 1 pneumatische
Hubzylinder 13 auf, von denen jeweils einer in den Endbereichen
der Krawattenteile 2, 3 und zwei weitere im Quersteg
von deren U-Form angeordnet sind. Diese pneumatischen Hubzylinder 13 begünstigen
ebenfalls das vergleichsweise bequeme Tragen der Halskrawatte 1 durch
den Patienten, der seinen Kopf auch bei betätigter Expansionsvorrichtung
gegen den Widerstand der Hubzylinder 13 noch bewegen kann.
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Das
obere Krawattenteil 2 liegt auf den – hier nicht sichtbaren – Kolbenstempeln
der im unteren Krawattenteil 3 befestigten Hubzylinder 13 lose
auf. Bei Verstell- und Hubbewegungen der Expansionsvorrichtung wird
das obere Krawattenteil 2 durch sein außenseitiges, tiefgezogenes
und das untere Krawattenteil 3 auch in ausgefahrener Stellung
noch überlappende
Führungshemd 14 geführt, welches die
vorderen Endbereiche 9 des oberen Krawattenteils 2 noch
bereichsweise umläuft.
Dieses Führungshemd 14 bildet
die äußere seitliche
Umrißfläche des
oberen Krawattenteils 2.
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Die
Halskrawatte 1 eignet sich auch gut als Hilfsgerät bei krankengymnastischer
Behandlung im Sinne der postisometrischen Relaxation. Dabei werden
Muskeln gegen Widerstand angespannt und entspannt und in einer neuen
Ausgangsposition das Gleiche mehrfach wiederholt, wodurch eine Dehnung und
das Auftrainieren der Muskulatur begünstigt wird.
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Die
Krawattenteile 2, 3 und auch die Kinnauflage 4 sind
aus einem festen, hautfreundlichen Kunststoff hergestellt und von
nur vergleichsweise geringem Gewicht. Die Halskrawatte 1 ist
handlich und kann auch vom Patienten selbst leicht an- und abgelegt werden. Über eine
lange, die Hubzylinder 13 miteinander und mit einer gemeinsamen
Druckluftquelle verbindenden Druckversorgungsleitung 15 sowie über die
als kleine Hand-Druckluftpumpe 16 ausgebildete Druckluftquelle
kann der Patient die Expansionsvorrichtung einfach und bequem betätigen. Über eine
an der Hand-Druckluftpumpe 16 vorgesehene und als Auslaßventil
dienende Rändelmutter 17 kann
der Patient die zur Traktion in der Druckluftleitung 15 und
den Hubzylindern 13 aufgebaute Druckluft wieder ablassen
und das obere und untere Krawattenteil 2, 3 in
ihre untere Relativposition zueinander bringen.
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Um
auch einen mit Bandscheibenschäden oft
einhergehenden Muskelhartspann lösen
zu können
und um gleichzeitig eine weitere Aufdehnung der Muskulatur und der
gesamten Wirbelsäule
zu begünstigen,
ist es vorteilhaft, wenn das obere Krawattenteil 2 und/oder
das untere Krawattenteil 3 an seinen/ihren Innenseiten
mit einer wärmereflektierenden
oder wärmespendenden – hier nicht
dargestellten – Innenschicht
ausgekleidet ist, die vorzugsweise aus Kunststoff oder einem Textilüberzug besteht. Durch
eine solche, insbesondere am Quersteg der U-Form vom oberen und/oder unterem Krawattenteil 2, 3 innenseitig
angeordnete, wärmereflektierende oder
wärmespendende
Innenschicht kann gezielt auf die stabilisierende Nacken- und Halsmuskulatur
des Patienten eingewirkt werden.
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Mit
Hilfe einer solchen Ausführungsform kann
der nachteilige Kreislauf bandscheibenbedingter Wirbelsäulenerkrankungen
an mehreren Stellen unterbrochen werden: durch Aufhebung der Halswirbelsäulenlordose
(konvexe Biegung nach vorn); durch vorsichtige Selbstreposition
eventuell blockierter Wirbelgelenke; durch Weitung des Bandscheibenraumes
sowie reflektorisch durch Wärme-
und Traktionsreize an Haut- und Muskelafferenzen.
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Dieselben
Vorteile lassen sich auch erreichen, wenn das obere Krawattenteil 2 und/oder
das untere Krawattenteil 3 an seinen/ihren Innenseiten mit
einer vorzugsweise elektrisch betriebenen Heizfläche versehen ist.
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Die
Halskrawatte 1 ist leicht zu bedienen, vergleichsweise
bequem zu tragen und von gefälligem
Design. Dies ist wesent lich, da der mit der Halskrawatte 1 erreichbare
Behandlungsfortschritt, insbesondere bei chronischen Erkrankungen,
auch entscheidend von der Akzeptanz eines solchen Behandlungsgerätes beim
Patienten abhängt.
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In
den 2 and 3 ist eine gegenüber der
Halskrawatte 1 geringfügig
abgewandelte Halskrawatte 18 schematisch dargestellt. Wie
insbesondere auch aus der perspektivischen Darstellung in 2 deutlich
wird, weist die Halskrawatte 18 zur zusätzlichen Auflage auf den Schultern
des Patienten Schulterklappen 19 auf, die jeweils an einer
der Seitenstützen 6 des
unteren Krawattenteils 3 befestigt sind. Zur Anpassung
der Schulterklappen 19 an die Schultern und/oder zur Höhenverstellung
sind die Schulterklappen 19 jeweils über ein Gelenk 20 oder ein
Scharnier mit einer der Seitenstützen 6 verbunden.
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Aus
dem Teil-Querschnitt in 3 wird auch die Anordnung der
Hubzylinder 13 in den Krawattenteilen 2, 3 deutlich.
Zwei der Hubzylinder 13 sind jeweils in einem der vorderen
Endbereiche des unteren Krawattenteils befestigt, während zwei
weitere Hubzylinder 13 im Quersteg der U-Form des unteren
Krawattenteils 3 angeordnet sind. Durch diese Anordnung
der Hubzylinder 13 kann die durch die Expansionsvorrichtung
bewirkte Traktion gleichmäßig beispielsweise
auf die Halswirbelsäule
des Patienten übertragen
werden.
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In 3 sind
auch deutlich die an der Kinnauflage 4 vorgesehenen Ausformungen 12 erkennbar,
die ein Verrutschen der Kinnauflage 4 in deren Längsrichtung
in Pfeilrichtung Pf 3 verhindern sollen.
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Die
Kinnauflage 4 der Halskrawatte 18 weist, ebenso
wie die Kinnauflage 4 der Halskrawatte 1, eine
Einbuchtung 21 auf, die an den Unterkiefer-Verlauf im Kinnbereich
des Patienten angepaßt
ist and somit in Gebrauchsstellung der Halskrawatte 18 den Kehlkopfbereich
des Patienten zusätzlich
freihält. Auch
die Halskrawatte 18 weist an ihrem oberen Krawattenteil 2 sowie
an ihrer Kinnauflage 4 mit einer Polsterung 8 versehene
Auflageflächen
auf, auf denen in Gebrauchsstellung der Kopf des Patienten im Bereich
seines Hinterhauptes sowie seines Kinns aufliegt. Ebenso wie bei
der Halskrawatte 1 ist diese Polsterung 8 aus
einem hautfreundlichen, weichen Material hergestellt, das sich den
individuellen Unterschieden der Patienten anpaßt.
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Zweckmäßigerweise
ist die Kinnauflage 4 sowie deren Polsterung 8 an
die Kinnpartie eines Patienten anatomisch angepaßt.
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Möglich ist,
die Hubzylinder 13 auch als hydraulische Hubzylinder auszubilden.
Bevorzugt werden jedoch pneumatische Hubzylinder, da eine solche
Ausführungsform
u. a. mit vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar ist.
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Es
ist ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Halskrawatte, daß diese – im Gegensatz zu
manchen vorbekannten Vorrichtungen – nicht speziell für einen
Patienten hergestellt und diesem angepaßt werden muß, sondern
vielmehr praktisch konfektioniert werden kann. Dabei werden allenfalls
einige wenige Halskrawatten-Größen für den individuellen
Halsumfang der Patienten vorgesehen.