DE3902000C2 - Schleuderstreuer - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schleuderstreuer gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Wie bei Streugeräten aller Art ist man auch bei Schleuder
streuern darauf bedacht, eine über die Streubreite mög
lichst gleichmäßige Verteilung des Streugutes, das heißt
eine über die Streubreite gleichbleibende Streudichte zu
erzielen. Dieses Ziel wird am ehesten bei relativ kleinen
Streumengen und/oder kleinen Streubreiten erreicht. Das
Streubild zeigt dann einen flach-dreiecksförmigen Verlauf,
dessen Maximum (Spitze) in der Mitte hinter dem Streuer
liegt und das nach beiden Seiten flach abfällt. Die
eigentliche Arbeitsbreite des Streuers ist diejenige Breite,
bei der 50% der gewünschten Streumenge ausgebracht worden
sind. Durch entsprechendes Anschlußfahren kann dann eine
Überlappung der Streubilder derart erzielt werden, daß
sich die Streumengen jeder Fahrt so addieren, daß über die
gesamte bestreute Fläche eine annähernd gleichmäßige
Streudichte erhalten wird. Je größer die Streumenge ist,
die im übrigen auch mit der Streubreite zunimmt, um so
steiler fällt das Streubild zur Seite hin ab und um so
schwieriger ist es, im Wege des Anschlußfahrens eine solche
Überlappung der Streubilder zu erreichen, die zu einer
gleichmäßigen Streudichte führt. Auch kommt es zu einer
Vergrößerung der effektiven Arbeitsbreite. Ferner werden
im mittleren Bereich Überdüngungen festgestellt, was in
erster Linie auf die sogenannten Prallverluste zurück
zuführen ist. Hierbei handelt es sich um diejenigen Streu
gutpartikel, die nicht kontrolliert von den Wurfflügeln
erfaßt werden, sondern beim Eintreten des Wurfflügels in
den Düngerstrahl durch Prallvorgänge in beliebige Richtun
gen beschleunigt bzw. abgelenkt werden.
Bei noch größeren Streumengen/Streubreiten zeigt das Streu
bild neben einer starken Überhöhung im mittleren Bereich
hinter dem Schleuderstreuer, die vornehmlich auf die vor
genannten Prallverluste zurückzuführen ist, auf jeder Seite
nochmals eine Überhöhung. Insgesamt ergibt sich also ein
wellenförmiger Verlauf des Streubildes mit nach außen hin
relativ steil abfallenden Flanken. Da bei größerer Ar
beitsbreite auch die zulaufende Streugutmenge größer ist,
spricht man hier vom sogenannten "Mengeneffekt" zur Ab
grenzung gegenüber dem vorgenannten "Pralleffekt". Die
durch den "Mengeneffekt" entstehende Unregelmäßigkeit im
Streubild läßt sich beim Anschlußfahren nicht beseitigen.
Um die negativen Auswirkungen, insbesondere des "Mengen
effektes", zu reduzieren, werden beispielsweise statt zwei
Wurfflügeln vier Wurfflügel auf der Schleuderscheibe sym
metrisch angeordnet. Die - im übrigen nur geringe - Ver
besserung hinsichtlich des "Mengeneffektes" führt dabei
in der Regel zu einer Verschlechterung in den Auswirkungen
des "Pralleffektes". Auch hat man versucht, dem Problem
durch verstellbare Wurfflügel zu begegnen, um dem Streugut
je nach Streubreite unterschiedliche Abgangswinkel zu
verschaffen. Bei allen bekannten Maßnahmen kommt es allen
falls zu einer geringfügigen Verbesserung, nicht aber zu
einer auch nur annähernden Beseitigung der nachteiligen
Folgen des "Mengeneffektes" und des "Pralleffektes".
In der Praxis haben sich Wurfflügel mit U-förmigem Quer
schnitt als besonders günstig erwiesen, da sie beim Ein
treten in den Fallstrom des Streugutes eine Art Scheibe
aus dem Streugutstrahl herausschneiden. Die Mehrzahl der
Streugutpartikel wird vom Wurfflügel aufgenommen und zen
trifugal beschleunigt, gleichwohl wird ein nicht unbedeu
tender Teil der Partikel im Bereich des oberen Schenkels
des U-Profils und von dessen vorlaufender Kante in alle
Richtungen reflektiert. Diese Prallverluste sind um so
größer, je größer der Abstand zwischen Auslaufschacht
und Wurfflügel ist.
Bei einem bekannten Streuer (DE 78 35 966 U1) mit gekrümm
ten Wurfschaufeln wird das Streugut durch einen schräg
gestellten Abgabeschacht im Bereich der Innenkante der
Wurfschaufel aufgegeben. Um die nach oben reflektierten
Partikel einzufangen, ist an der Oberkante des Abgabe
schachtes ein bis über die Wurfflügel reichendes Leit
blech vorgesehen. Damit werden aber allenfalls diejeni
gen Prallverluste reduziert, die sich aus Reflexionen
nach oben ergeben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem
Schleuderstreuer gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
die Prallverluste zu verringern und damit ein gleichmäßi
geres Streubild zu erzielen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
obere Schenkel des U-Profils jedes Wurfflügels zumindest
mit seiner vorlaufenden Kante und in dem am Auslaufschacht
vorbeilaufenden Abschnitt in einer Ebene parallel zur
Unterkante des Auslaufschachtes mit geringem Abstand unter
dieser angeordnet ist und daß im Zentrum der Schleuder
scheibe eine zylindrische Kappe angeordnet ist, welche
die ihr naheliegende Unterkante des Auslaufschachtes nach
oben überragt.
Während bei den bekannten Schleuderstreuern mit zwei oder
vier Wurfflügeln die durch unkontrollierte Reflexionen
beim Eintauchen des Wurfflügels in den Streugutstrahl
abprallenden Partikel sich vornehmlich im mittleren Bereich
hinter dem Schleuderstreuer sammeln und dort zu einer
überproportional großen Streudichte führen, werden diese
Partikel durch die erfindungsgemäße Zuordnung von Aus
laufschacht und oberem Schenkel des Wurfflügels von dem
Wurfflügel eingefangen werden, so daß diese Partikel durch
den Wurfflügel nach außen beschleunigt werden und in kon
trollierter Weise den Wurfflügel verlassen. Durch die
Kappe im Zentrum der Schleuderscheibe, die über die Unter
kante des Auslaufschachtes nach oben ragt und nahe dem
Auslaufschacht angeordnet ist, werden die nach innen re
flektierten Partikel in Richtung zum Wurfflügel zurück
geworfen.
Eine bevorzugte Ausführung zeichnet sich dadurch aus, daß
der obere Schenkel jedes Wurfflügels von seiner vorlaufen
den Kante entgegen der Drehrichtung unter Bildung eines
Freiwinkels nach unten geneigt ist.
Unabhängig von der Neigungslage der Wurfflügel gegenüber
der Horizontalen, insbesondere auch bei einer für große
Streubreiten vorgesehenen tellerartigen Ausbildung der
Schleuderscheibe, bei der die Wurfflügel nach außen an
steigen, ist sichergestellt, daß der obere Schenkel immer
unmittelbar unterhalb der Unterkante des Auslaufschachtes
vorbeistreicht. Dadurch wird die Anzahl derjenigen Partikel,
die in den Spalt zwischen dem oberen Schenkel und der
Unterkante des Auslaufschachtes geraten und nicht ausrei
chend beschleunigt werden, minimiert. Durch den weiterhin
vorgesehenen Freiwinkel, unter dem der obere Schenkel
angestellt ist, ergibt sich, daß der Wurfflügel nur mit
der vorlaufenden Kante auf den Düngerstrahl auftrifft,
während die hinter der vorlaufenden Kante austretenden
Düngerpartikel auf die geneigte Freifläche fallen und
vorwiegend nach hinten und in Richtung auf die Schleuder
scheibe reflektiert werden, so daß sie vom nächsten Wurf
flügel erfaßt werden können. Ferner wird durch den Frei
winkel der Rückstau des Düngerstrahls im Auslaufschacht,
der zu einer unkontrollierten Änderung des Mengendurchsat
zes führt, reduziert bzw. vermieden.
Eine andere vorteilhafte Ausführungsform zeichnet sich
dadurch aus, daß die vorlaufende Kante des oberen Schenkels
jedes Wurfflügels an dessen innerem Ende am Steg ansetzt
und in einer Krümmung nach vorne in einen geradlinigen,
zum Steg gegebenenfalls parallelen Abschnitt übergeht,
wobei ferner von Vorteil ist, wenn jeder Wurfflügel mit
seinem inneren Ende über das Zentrum der Schleuderscheibe
hinaus auf deren andere Seite reicht.
Mit dieser Ausführungsform ist sichergestellt, daß die vor
laufende Kante des Wurfflügels beim Eintreten in den Dünger
strahl stets so auf die Düngerpartikel auftrifft, daß diese
nach außen beschleunigt werden. Dabei kann die genaue Aus
bildung der Krümmung und die Verlängerung des Wurfflügels
an seinem inneren Ende an die jeweilige Lage und Form der
Auslauföffnung bzw. des Auslaufschachtes angepaßt werden.
In weiterhin bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, daß der
obere Schenkel jedes Wurfflügels in dessen äußerem Ab
schnitt, der - vom Zentrum der Schleuderscheibe gesehen -
jenseits des Auslaufschachtes liegt, höher angeordnet ist
als die Unterkante des Auslaufschachtes.
Während der obere Schenkel im Bereich des Auslaufschachtes
unmittelbar unterhalb dessen Unterkante vorbeiläuft, liegt
der Schenkel im äußeren Abschnitt des Wurfflügels oberhalb
der Unterkante des Auslaufschachtes mit der Folge, daß die
- vom Zentrum der Schleuderscheibe aus gesehen - vornehm
lich nach außen abprallenden Partikel von dem höher lie
genden Schenkel eingefangen und in den Wurfflügel abgelenkt
werden, um von diesem in kontrollierter Weise nach außen
beschleunigt zu werden.
Dem gleichen Zweck dient die Maßnahme, daß der Steg des U-
Profils jedes Wurfflügels in dessen äußerem Abschnitt mit
seiner am Übergang zu dem höher liegenden Schenkel befind
lichen Innenkante auf einem Radius der Schleuderscheibe
liegt, der wenig größer ist als derjenige der radial am
weitesten außen liegenden Begrenzung des Auslaufschachtes.
Die Innenkante des Stegs am Übergang zu dem höher liegenden
Schenkelabschnitt läuft also außenseitig unmittelbar am
Auslaufschacht vorbei, so daß auch an dieser Stelle die
Möglichkeit der Reflexion von Partikeln nach hinten be
seitigt ist.
Bei der vorgenannten Ausführungsform ist es zweckmäßig,
wenn der höher liegende Schenkel im äußeren Abschnitt des
Wurfflügels parallel zum Boden des Vorratsbehälters ange
ordnet ist. Der Schenkel im äußeren Abschnitt des Wurf
flügels liegt also so hoch, daß auch noch solche Partikel
erfaßt werden, die unter einem flachen Winkel nach außen
unkontrolliert reflektiert werden.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung, zeichnet sich
dadurch aus, daß der Steg und der obere Schenkel jedes
Wurfflügels an ihrem inneren Ende an der Kappe anliegen,
wobei ferner von Vorteil ist, wenn der obere Schenkel am
inneren Ende über die gesamte Länge seiner Kante an der
Kappe anliegt.
Mit der vorgenannten Ausführungsform wird der Wurfflügel an
seinem inneren Ende gleichsam abgeschlossen. Dadurch wird
weitgehend vermieden, daß beim Eintreten des Wurfflügels
in den Streugutstrahl Partikel nach innen reflektiert
werden bzw. eventuell doch reflektierte Partikel eingefan
gen und dem Zentrifugalfeld des Wurfflügels ausgesetzt
werden.
Vorzugsweise ist die Ausbildung so getroffen, daß die vor
laufende Kante des oberen Schenkels an einer der Anlage
stelle des Stegs an der Kappe in der Verlängerung des Stegs
etwa gegenüberliegenden Stelle der Kappe ansetzt, in einer
ersten Krümmung mit zunehmendem radialen Abstand von der
Achse der Schleuderscheibe nach vorne gezogen ist und mit
einer daran anschließenden entgegengesetzten Krümmung in
eine zum Steg etwa parallele Gerade übergeht, wobei vor
teilhafterweise die erste Krümmung der vorlaufenden Kante
etwa spiralförmig ist.
Auf diese Weise wird einerseits die Breite des oberen
Schenkels im Bereich nahe dem Zentrum der Schleuderscheibe
verbreitert, der Wurfflügel also insgesamt tiefer, so daß
mehr Partikel eingefangen werden können. Andererseits
ergibt sich durch die Krümmung der vorlaufenden Kante bei
deren Eintritt in den Streugutstrahl eine Impulskraft auf
die Partikel, die weitestgehend nach außen gerichtet ist.
Dieses gilt in jeder Drehlage des Wurfflügels, so daß auch
hierdurch die Möglichkeit einer Reflexion der Partikel an
der vorlaufenden Kante, die diese nach innen abprallen
läßt, weitestgehend ausgeschlossen ist.
Die Kappe, die die ihr naheliegende Unterkante des Aus
laufschachtes nach oben überragt und dafür sorgt, daß
zwischen der Unterkante des Auslaufschachtes und dem oberen
Schenkel Partikel nicht nach innen verspritzt werden,
ist dann besonders effektiv, wenn der Radius der Kappe
wenig kleiner ist als der Radius, der bezüglich der Achse
der Schleuderscheibe am weitesten innen liegenden Begren
zung des Auslaufschachtes.
Üblicherweise werden die Schleuderscheiben von unten her
mittels einer Antriebswelle angetrieben, die beispielsweise
über ein Kegelradgetriebe an die Zapfwelle angeschlossen ist.
Die Antriebswelle weist zu diesem Zweck eine Nabe auf, an
der die Schleuderscheibe befestigt ist. Erfindungsgemäß kann
nun die Kappe zum Befestigen der Schleuderscheibe auf der Nabe
dienen.
Eine weiterhin bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch
aus, daß der Wurfflügel an seinem äußeren Ende, vom oberen
Schenkel ausgehend, nach unten abgeschrägt ist.
Während sich bei kleinen Streumengen die Partikel vornehmlich
im unteren Teil des Wurfflügels nach außen bewegen, steigen
sie bei größeren Streumengen nach oben an, bis der Wurfflügel
über seine gesamte Höhe belegt ist. Bei noch größeren Streu
mengen schließlich baut sich innerhalb des Wurfflügels eine
gewisse Schichtdicke auf, die aufgrund der unterschiedlichen
Beschleunigung der Partikel in den verschiedenen Schichten
zu Unregelmäßigkeiten im Streubild führen. Aufgrund der Ab
schrägung verlassen die weiter oben im Wurfflügel bewegten
Partikel den Wurfflügel früher als die unten bewegten Parti
kel. Dadurch ergibt sich, wie praktische Versuche gezeigt
haben, eine Vergleichmäßigung des Streubildes auch bei großen
Streubreiten. Die Abschrägung kann sich nur über einen Teil der
Höhe oder auch über die gesamte Höhe erstrecken, so daß die
Partikel auf unterschiedlichen Radien abgegeben werden und somit
unterschiedliche Wurfweiten erreichen.
Schließlich kann gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsform der
Auslaufschacht einen von der Auslauföffnung nach unten zu
nehmenden Querschnitt aufweisen. Dieses Merkmal dient - ähnlich
wie der unter einem Freiwinkel angestellte obere Schenkel
des Wurfflügels - in erster Linie dazu, den Rückstau des
Streugutes im Auslaufschacht beim Vorbeilauf des Wurfflügels
zu vermeiden, wodurch vor allem Mengenfehler vermieden werden.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand eines in der Zeichnung
wiedergegebene Ausführungsbeispiels beschrieben. In der
Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Teilansicht eines Zwei
scheiben-Schleuderstreuers;
Fig. 2 ein Streubild-Diagramm;
Fig. 3 eine der Fig. 1 ähnliche Ansicht einer
ersten Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Schleuderscheiben
gemäß Fig. 3;
Fig. 5 das Querschnittsprofil eines Wurfflügels;
Fig. 6 eine Draufsicht auf eine Schleuderscheibe
in einer weiteren Ausführungsform;
Fig. 7 eine der Fig. 1 ähnliche Darstellung eines
weiteren Ausführungsbeispiels;
Fig. 8 eine vergrößerte Teilansicht der in Fig. 7
im rechten Teil gezeigten Schleuderscheibe
und
Fig. 9 eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht
einer weiteren Ausführungsform.
Der in Fig. 1 schematisch und ausschnittsweise wiedergegebene
Düngerstreuer weist einen trichterförmigen Vorratsbehälter
1 mit einem Boden 2, darin angeordneten Auslauföffnungen 3
und daran anschließende, die Auslauföffnungen nach unten ver
längernde Auslaufschächte 4 auf. Innerhalb des Vorratsbehälters
1 ist ein den Dünger lockernder und rieselfähig haltender
Rührer 5 angeordnet. Unterhalb des Bodens 2 des Vorratsbehäl
ters 1 ist unter jedem Auslaufschacht 4 eine Schleuderscheibe
6 angeordnet, deren Drehachse gegenüber dem Auslaufschacht
4 jeweils nach außen versetzt ist. Jede Schleuderscheibe weist
wenigstens einen, beim gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Wurf
flügel 8 auf, die sich vom Zentrum der Schleuderscheibe nach
außen erstrecken. Die Schleuderscheiben 6 und der Rührer 5
werden beispielsweise von der Zapfwelle eines Schleppers über
Kegelradgetriebe angetrieben, die in dem schematisch wieder
gegebenen Getriebegehäuse 9 untergebracht sind.
Die Schleuderscheiben 6 sind bei dem in Fig. 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel tellerförmig mit nach oben ansteigender
Wandung ausgebildet, so daß auch die Wurfflügel 8 entspre
chend geneigt nach oben verlaufen. Diese Ausbildung ist ins
besondere für große Streubreiten geeignet, um eine günstige
Ballistik für die die Schleuderscheibe 6 verlassenden Dünger
partikel zu erzielen.
Ein von einem Schleuderstreuer gemäß Fig. 1 erzeugtes typisches
Streubild für eine bestimmte Arbeitsbreite ist in dem Diagramm
gemäß Fig. 2 wiedergegeben, in welchem die Streudichte (Gewicht
pro Fläche) über der Streubreite aufgetragen ist. Es sind vier
charakteristische Streubilder für vier verschiedene Streu
mengen a, b, c und d gezeigt, wobei a < b < c < d ist.
Die Ordinate fällt mit der Längsachse des Schleppers
bzw. der Fahrtrichtung zusammen. Aus Fig. 2 ist ersichtlich,
daß bei kleineren Streumengen die Streudichte von einem Maximum
hinter dem Schlepper stetig nach außen abfällt. Je größer die
Streumenge wird, um so ausgeprägter wird die Überhöhung in
der Schlepperachse. Ab einer gewissen Streumenge bildet sich
ein Streubild aus, wie es in Fig. 2 an Hand der Kurve d
die größte Streumenge gezeigt ist. Es handelt sich hier nicht
mehr um eine stetige Kurve, vielmehr weist sie neben der mitti
gen Überhöhung nach außen hin je eine Senke und daran an
schließend wiederum Überhöhungen auf, von denen aus die Streu
dichte dann wesentlich steiler abfällt. Die Kurve d gilt
beispielsweise für eine Schleuderscheibe mit zwei Wurfflügeln.
Weist diese hingegen vier Wurfflügel auf, so sind die beiden
seitlichen Überhöhungen nicht oder weniger ausgeprägt vorhanden,
dafür jedoch ist die mittlere Überhöhung wesentlich stärker
ausgeprägt.
Bei kleinen und mittleren Streumengen lassen sich die Aus
dünnungen im äußeren Bereich dadurch kompensieren, daß beim
Anschlußfahren für eine Überlappung der Streubilder gesorgt
wird, so daß sich über die gesamte bestreute Fläche ein nur
schwach welliges Streubild ergibt. Bei größeren Streumengen
ist ein Kompensieren allenfalls noch in den Randbereichen mög
lich, jedoch lassen sich weder die mittlere Überhöhung, noch
die daran anschließenden Senken und auch nur äußerst mangelhaft
die beiden seitlichen Überhöhungen kompensieren.
Während die mittlere Überhöhung fast ausschließlich durch den
sogenannten Pralleffekt bzw. durch die Prallverluste entsteht,
das heißt durch jene Düngerpartikel, die von den Wurf
flügeln 8 nicht in kontrollierter Weise erfaßt werden, son
dern auf der Scheibe selbst und an den am Auslaufschacht 4
vobeilaufenden Wurfflügeln 8 reflektiert werden und sich vor
nehmlich in der Mitte ablagern, entstehen die beiden seit
lichen Überhöhungen durch den sogenannten Mengeneffekt und
sind vornehmlich auf nicht beeinflußbare strömungstechnische
Vorgänge im Wurfflügel zurückzuführen. Auch mit zunehmender
Arbeitsbreite nehmen die Prallverluste aufgrund des notwendi
gerweise größeren Mengendurchsatzes zu, wie auch der Mengeneffekt
stärker wird.
Fig. 3 zeigt eine erste Ausführungsform der Erfindung, bei
der außenseitig am Auslaufschacht 4 flexible Materialstrei
fen 10, beispielsweise in Form von Kunststoff-Borstenbündel
angeordnet sind. Sie verlaufen im wesentlichen senkrecht und
ragen bis in die Bewegungsbahn der Wurfflügel 8 hinein. Sie
sind, wie Fig. 4 zeigt, an allen Begrenzungen des Auslauf
schachtes 4 angeordnet, an denen sie bei Eintauchen des Wurf
flügels in den Streugutstrahl so ausweichen können, daß sie den
Streugutstrahl nicht beeinflussen können. Der Streugutstrahl
wird also an diesen Begrenzungen durch die flexiblen Material
streifen 10 eingefaßt und geführt, insbesondere können die
Partikel nicht nach vorne und innen reflektiert werden. Anderer
seits geben die flexiblen Materialstreifen 10 in Drehrichtung
nach, sobald sie vom Wurfflügel 8 erfaßt werden.
Die Wurfflügel 8 sind vorzugsweise aus einem U-Profil gebil
det, bestehen also, wie Fig. 5 erkennen läßt, aus einem etwa
senkrecht stehenden Steg 11, einem unteren Schenkel 12,
mittels dessen der Wurfflügel 8 auf der Schleuderscheibe 6
befestigt ist, und einem oberen Schenkel 13. Der obere Schen
kel 13 ist mit Vorteil von der vorlaufenden Kante 14, die
zuerst in den Streugutstrahl eintritt, nach hinten abfallend
geneigt, so daß ein Freiwinkel entsteht.
Fig. 6 zeigt zunächst bei dem links wiedergegebenen Flügel
mit strichpunktierten Linien 13' einen Wurfflügel, der an
seinem inneren Ende über das Zentrum der Schleuderscheibe hinaus
auf die andere Seite gezogen ist. Die vorlaufende Kante 14'
ist am inneren Ende am Steg angesetzt und verläuft mit einer
Krümmung 14" in den geradlinigen Abschnitt ein, der etwa
parallel zum Steg verläuft.
Fig. 6 zeigt ferner mit durchgezogenen Linien ein optimiertes
Ausführungsbeispiel, bei dem im Zentrum der Schleuderscheibe 6
eine zylindrische Kappe 15 angeordnet ist. Die Wurfflügel 8
liegen mit ihrem inneren Ende an der zylindrischen Mantelfläche
der Kappe 15 an. Beispielsweise endet der Steg 11 des Wurf
flügels 8 mit seiner senkrechten Innenkante 16 am Mantel der
Kappe 15, während der obere Schenkel 13 über diese Innenkante
16 hinaus nach innen gezogen ist. Die vorlaufende Kante des
Schenkels 13 setzt etwa an einer Stelle 17 an der Kappe 15 an,
die in Verlängerung des Stegs 11 liegt. Von dort verläuft die
vorlaufende Kante in einer spiralförmigen Krümmung 18 nach außen.
Hieran schließt sich eine entgegengesetzt gerichtete Krümmung
an und schließlich geht die vorlaufende Kante 14 in einen außen
auslaufenden linearen Abschnitt über.
Der radiale Abstand der inneren Begrenzung des Auslaufschach
tes 4 ist, wie Fig. 7 erkennen läßt, etwas größer als der
Radius der Kappe 15. Ferner überragt die Kappe 15 die Unter
kante des Auslaufschachtes 4 nach oben, so daß im Zentrum ein
vollständiger Abschluß gegeben ist. Bei dem Ausführungsbei
spiel gemäß Fig. 7 ist ferner erkennbar, daß der obere Schen
kel 13 im äußeren Abschnitt des Wurfflügels 8 abgesetzt ist.
Einzelheiten hierzu sind in Fig. 8 zu erkennen. Der Schenkel
13 weist im Bereich außerhalb des Auslaufschachtes 4 einen
erhöhten Abschnitt 20 auf, der insbesondere höher liegt als
die Unterkante des Auslaufschachtes und beim gezeigten Aus
führungsbeispiel in einer zum Boden 2 parallelen Ebene ange
ordnet ist. Die am Übergang gebildete Innenkante 21 des Stegs
11 liegt auf einem Radius, der wenig größer ist als derjenige
der äußeren Begrenzung des Auslaufschachtes 4. Eine gleiche
Ausbildung ist selbstverständlich auch bei solchen Schleuder
scheiben möglich, die nicht tellerartig nach innen gewölbt
sind, sondern als einfache horizontale Platten ausgebildet
sind, wobei dann der obere Schenkel 13 und dessen äußerer
Abschnitt 20 in parallelen Ebenen liegen, die wiederum paral
lel zum unteren Schenkel 12 liegen können.
Fig. 8 zeigt ferner, daß der Wurfflügel 78 an seinem äußeren
Ende von oben her nach außen abgeschrägt ist, so daß die im
oberen Bereich des Wurfflügels 8 nach außen beschleunigten
Partikel den Wurfflügel früher bzw. auf kleineren Radien ver
lassen als die sich unten bewegenden Partikel.
Die Schleuderscheibe 6 wird von einer Antriebswelle 23 ange
trieben, die mit einer Nabe 24 versehen ist. Diese kann ein
Außengewinde aufweisen, auf das die Kappe 15 aufschraubbar
ist. Auf diese Weise läßt sich mittels der Kappe 15 die Schleu
derscheibe 6 auf einem Bund 25 der Nabe 24 verspannen. Zur
Mitnahme ist ferner am Bund 25 ein Mitnehmerstift 26 angeord
net, der die Schleuderscheibe 6 durchsetzt und in eine Nut an
der Kappe 15 eingreift.
Schließlich zeigt das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 einen
Ablaufschacht 4, dessen freier Querschnitt sich von der Aus
lauföffnung 3 nach unten erweitert, so daß der Mengendurchsatz
durch Rückstaueffekte nicht negativ beeinflußt wird.
Claims (15)
1. Schleuderstreuer für rieselfähiges Streugut, insbe
sondere Dünger, bestehend aus einem Vorratsbehälter
mit wenigstens einer einstellbaren Auslauföffnung
und einem daran anschließenden senkrechten Auslauf
schacht, aus dem das Streugut im Fallstrom strahlar
tig austritt, und einer darunter um eine versetzt
zum Auslauf angeordnete Achse umlaufenden Schleuder
scheibe mit wenigstens einem Wurfflügel, der sich
über die gesamte radiale Ausdehnung des Streugut
strahls zum Umfang der Schleuderscheibe erstreckt
und im Querschnitt ein U-Profil bildet, das mit
seinem unteren Schenkel an der Schleuderscheibe
befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der obere
Schenkel (13) des U-Profils jedes Wurfflügels (8)
zumindest mit seiner vorlaufenden Kante (14) und in
dem am Auslaufschacht (4) vorbeilaufenden Abschnitt
in einer Ebene parallel zur Unterkante des Auslauf
schachtes mit geringem Abstand unter dieser angeord
net ist und daß im Zentrum der Schleuderscheibe (6)
eine zylindrische Kappe (15) angeordnet ist, welche
die ihr naheliegende Unterkante des Auslaufschachtes
(4) nach oben überragt.
2. Schleuderstreuer nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der obere Schenkel (13) jedes Wurfflü
gels (8) von seiner vorlaufenden Kante (14) entgegen
der Drehrichtung unter Bildung eines Freiwinkels
nach unten geneigt ist.
3. Schleuderstreuer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die vorlaufende Kante des oberen
Schenkels (13) jedes Wurfflügels (8) an dessen
innerem Ende am Steg (11) ansetzt und in einer
Krümmung nach vorne in einen geradlinigen, zum Steg
gegebenenfalls parallelen Abschnitt übergeht.
4. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Wurfflügel (8) mit
seinem inneren Ende über das Zentrum der Schleuder
scheibe (6) hinaus auf deren andere Seite reicht.
5. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der obere Schenkel (13)
jedes Wurfflügels (8) in dessen äußerem Abschnitt
(20), der - vom Zentrum der Schleuderscheibe (6)
gesehen - jenseits des Auslaufschachtes (4) liegt,
höher angeordnet ist als die Unterkante des Auslauf
schachtes.
6. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (11) des U-Pro
fils jedes Wurfflügels (8) in dessen äußerem Ab
schnitt mit seiner am Übergang zu dem höher liegen
den Schenkel (20) befindlichen Innenkante (21) auf
einem Radius der Schleuderscheibe (6) liegt, der
wenig größer ist als derjenige der radial am wei
testen außen liegenden Begrenzung des Auslaufschach
tes (4).
7. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der höher liegende
Schenkel (20) im äußeren Abschnitt des Wurfflügels
(8) parallel zum Boden (2) des Vorratsbehälters (1)
angeordnet ist.
8. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (11) und der
obere Schenkel (13) jedes Wurfflügels (8) an ihrem
inneren Ende (16, 17) an der Kappe (15) anliegen.
9. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der obere Schenkel (13)
am inneren Ende über die gesamte Länge seiner Kante
an der Kappe (15) anliegt.
10. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die vorlaufende Kante
(14) des oberen Schenkels (13) an einer der Anlage
stelle (16) des Stegs (11) an der Kappe (15) in der
Verlängerung des Stegs etwa gegenüberliegenden
Stelle der Kappe (15) ansetzt, in einer ersten
Krümmung (18) mit zunehmendem radialen Abstand von
der Achse (7) der Schleuderscheibe (6) nach vorne
gezogen ist und mit einer daran anschließenden
entgegengesetzten Krümmung (19) in eine zum Steg
(11) etwa parallele Gerade übergeht.
11. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die erste Krümmung der
vorlaufenden Kante etwa spiralförmig ist.
12. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der Radius der Kappe
(15) wenig kleiner ist als der Radius der bezüglich
der Achse (7) der Schleuderscheibe (6) am weitesten
innen liegenden Begrenzung des Auslaufschachtes (4).
13. Schleuderstreuer nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
mit einer unterhalb der Schleuderscheibe angeordne
ten Antriebswelle, auf deren Nabe die Schleuder
scheibe befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kappe (15) zum Befestigen der Schleuderscheibe
(6) auf der Nabe (24) dient.
14. Schleuderscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Wurfflügel (8) an
seinem äußeren Ende vom oberen Schenkel (13, 20)
ausgehend nach unten abgeschrägt ist.
15. Schleuderscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaufschacht (4)
einen von der Auslauföffnung (3) nach unten zuneh
menden Querschnitt aufweist.
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|---|---|---|---|
| DE3902000A DE3902000C2 (de) | 1989-01-24 | 1989-01-24 | Schleuderstreuer |
| DE3924328A DE3924328A1 (de) | 1989-01-24 | 1989-07-22 | Schleuderstreuer fuer rieselfaehiges streugut, insbesondere duenger |
| DE9090101257T DE59000492D1 (de) | 1989-01-24 | 1990-01-23 | Schleuderstreuer. |
| EP90101257A EP0380040B1 (de) | 1989-01-24 | 1990-01-23 | Schleuderstreuer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3902000A DE3902000C2 (de) | 1989-01-24 | 1989-01-24 | Schleuderstreuer |
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|---|---|
| DE3902000A1 DE3902000A1 (de) | 1990-07-26 |
| DE3902000C2 true DE3902000C2 (de) | 1999-07-22 |
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|---|---|---|---|
| DE3902000A Expired - Fee Related DE3902000C2 (de) | 1989-01-24 | 1989-01-24 | Schleuderstreuer |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE3902000C2 (de) |
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|---|---|---|---|---|
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| DE1956785U (de) * | 1964-02-12 | 1967-03-09 | Amazonen Werke Dreyer H | Schleuderstreuer, insbesondere zum ausstreuen von duengemitteln. |
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| DE3035360A1 (de) * | 1980-09-19 | 1982-05-19 | Willy 7715 Bräunlingen Küpper | Streufahrzeug fuer feste und fluessige taustoffe |
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| EP0183292A1 (de) * | 1984-10-29 | 1986-06-04 | C. van der Lely N.V. | Streuer |
-
1989
- 1989-01-24 DE DE3902000A patent/DE3902000C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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|---|---|
| DE3902000A1 (de) | 1990-07-26 |
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