DE3942031C1 - - Google Patents
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- H10—SEMICONDUCTOR DEVICES; ELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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Description
Die Erfindung betrifft einen Solargenerator mit
einer Vielzahl von in Reihe und/oder parallelgeschalteten
Solarzellen, bei dem jeweils benachbarte Solarzellen durch
metallische Verbinder elektrisch und mechanisch miteinander
verbunden sind, wie er beispielsweise aus der DE 31 24 581 A1
bekannt ist.
Für die Herstellung photovoltaischer Solargeneratoren wird
eine Vielzahl von Solarzellen elektrisch leitend miteinander
verbunden. Eine Kette von in Serie geschalteten Solarzellen
entsteht dadurch, daß die mehr oder weniger starren Zellen aus
Silicium mittels duktiler Verbinder in Folge hintereinander
angeordnet sind. Als Verbinder wurden bisher metallische
Bänder mit einer Dicke von etwa 30 µm aus Silber oder aus
silberbeschichtetem Molybdän verwendet, die mit der
Zellenmetallisierung durch Widerstandsschweißen oder durch
Löten verbunden werden (DE 35 37 262 A1), oder es wurden
Verbinder aus amorphen Metallen verwendet (DE 31 24 531 A1).
Diese in Reihe elektrisch und mechanisch miteinander
verbundenen Solarzellen werden mit Hilfe eines elastischen
Siliconklebers auf eine starre oder flexible Unterlage
aufgeklebt. Durch parallelschaltung mehrerer derartiger
Solarzellenketten entsteht dann ein sogenannter
Solarzellenmodul.
Schwierigkeiten ergeben sich nun dadurch, daß die
Ausdehnungskoeffizienten der Solarzellen, des
Verbinderwerkstoffs und des Substratmaterials unterschiedlich
sind, und zwar derart, daß in der Regel der
Ausdehnungskoeffizient des Substrats (etwa 20×10-6 K-1)
größer als der Ausdehnungskoeffizient des Verbinders (für Ag
19×10-6K-1) ist und dieser wiederum größer als der
Ausdehnungskoeffizient der Solarzelle (ca. 2,5×10-6 K-1).
Insbesondere bei der Anwendung derartiger Solargeneratoren zur
Stromversorgung von Satelliten müssen die Generatoren eine
Vielzahl thermischer Zyklen durchlaufen, und zwar mit
Temperaturänderungen bis zu 250°K. Die dabei auftretenden
thermischen Dehnungsdifferenzen soll der Solarzellenverbinder
als flexibles, bis in den plastischen Bereich verformbares
Material möglichst bis zu einer Lebensdauer von 50000 oder
sogar 100000 Zyklen akkommodieren.
Bei einem Abstand der Solarzellen von ca. 1 mm ist
der Solarzellenverbinder von der Zellenrückseite der einen
Zelle zur Zellenvorderseite der nächsten geführt und muß somit
die gesamte Dehnungsdifferenz (typisch ca. 0,05 mm) einer
geradlinigen Verbindungslinie aufnehmen. Zur Schonung des
Materials wird dem Zellenverbinder zwischen den beiden
Solarzellen eine U-förmige Überhöhung gegeben, die als
Ausgleichsbogen eine sogenannte geometrische Dehnung bewirkt
und damit eine gewisse Entlastung des Verbinders ermöglicht.
Da der Verbinder, wie bereits erwähnt, ständigen Dehn-
Wechselbeanspruchungen unterliegt, treten im
Verbinderwerkstoff Gefügeveränderungen auf, die als zyklische
Verfestigungen nach einer bestimmten Anzahl von Lastspielen
zum Anriß und schließlich zum Bruch des Verbinders führen.
Die Kontaktierungsstelle des Verbinders mit der
Zellenmetallisierung ist durch die Auswirkung der
Dehnungsunterschiede infolge thermischer Zyklen besonders
stark beansprucht, was sich in dort auftretenden Scherbrüchen
äußert. Alle bisher eingesetzten Werkstoffkombinationen
Substrat/Zelle/Verbinder führten spätestens nach Durchlaufen
von 15000 bis 30000 thermischen Zyklen zu Schädigungen in
Form von zunächst Anrissen und später Brüchen der
Schweißstellen oder der Verbinder.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Verbinder für einen Solargenerator verfügbar zu machen, der
eine noch höhere Anzahl thermischer Zyklen durchlaufen kann,
ohne daß ein Bruch oder ein Anriß des Materials auftritt und
insbesondere auch eine dynamische Verfestigung desselben
vermieden wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Solargenerator der
eingangs definierten Art dadurch erzielt, daß der Verbinder
aus einem pseudoelastischen Werkstoff besteht.
Bei Verwendung eines derartigen Verbinders in einem
photovoltaischen Solargenerator lassen sich im orbitalen
Einsatz eines Satelliten thermische Zyklen von 50000 bis
100000 realisieren, ohne daß Defekte in der mechanischen oder
elektrischen Verbindung der miteinander verbundenen Zellen
auftreten.
Bei der Gruppe der pseudoelastischen Werkstoffe
handelt es sich um Werkstoffe, die reversible Verformungen
ertragen können, die weit über die elastische Grenze (Ende der
Hooke′schen Gerade) des Werkstoffs hinausgehen. Hierzu wird
beispielsweise auf "Metall 39", 1985, Seiten 34 bis 38,
verwiesen. Diese Werkstoffe werden auch als Formgedächtnis-
Legierungen bezeichnet. Sie zeigen aufgrund einer
thermoelastischen martensitischen Umwandlung nach geeigneter
Behandlung eine temperaturabhängige Gestaltsänderung. Wird z.
B. eine derartige Legierung bei tiefer Temperatur bleibend
verformt, so erinnert sie sich bei Erwärmung über eine
kritische Temperatur an ihre ursprüngliche Form und nimmt
diese wieder an. Bei einem pseudoelastischen Werkstoff, findet
bei Erreichen einer bestimmten Beanspruchungsspannung eine
martensitische Gefügeumwandlung statt, die eine weitere
Verformung zuläßt, die nicht auf einer versetzungsbedingten
elastischen Verformung beruht. Wird nach einer derartigen
Verformung die mechanische Spannung weggenommen, so tritt eine
Rückdehnung bis zur ursprünglichen Gestalt ein, wobei der
ursprüngliche Gefügezustand erhalten bleibt.
Bei Einsatz eines pseudoelastischen Werkstoffes als
Verbinder für einen Solargenerator lassen sich
Werkstoffdehnungen von bis zu 8% pseudoelastisch
akkommodieren. Die Anzahl der durchfahrbaren thermischen
Zyklen läßt sich noch dadurch erhöhen, daß dem Verbinder eine
geeignete Geometrie gegeben wird, beispielsweise in bekannter Weise in Form einer
U-förmigen Überhöhung in dem Bereich zwischen den beiden
Solarzellen, die von dem Verbinder miteinander verbunden
werden.
Weiterbildungen der Erfindung sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll anhand der
Zeichnung näher erläutert
werden.
Die Figur zeigt in halbschematischer Darstellung
zwei Solarzellen 1, 1′, die jeweils mittels eines Klebers 2,
2′ auf einem Basiselement 3 befestigt sind. Die Oberseite der
Solarzelle 1 wird mit der Unterseite der Solarzelle 1′ mittels
eines Verbinders 4 aus pseudoelastischem Werkstoff verbunden.
Die Oberseiten der beiden Solarzellen sind mit einem Deckglas
5, 5′ abgedeckt, das über einen Kleber 6, 6′ mit der
jeweiligen Oberfläche der Solarzelle in Verbindung steht. Zur
Kontaktierung des Verbinders 4 mit den Solarzellen 1, 1′ sind
die entsprechenden Kontaktierungsbereiche metallisiert, und
zwar bevorzugt mit einem pseudoelastischen Werkstoff. Die
Kontaktierung selbst kann durch Schweißen oder Löten in
bekannter Weise durchgeführt werden. In dem
Ausführungsbeispiel weist der Verbinder 4 eine U-förmige
Überhöhung auf, die zur Aufnahme von Temperaturspannungen
beiträgt.
Claims (9)
1. Solargenerator mit einer Vielzahl in Reihe
und/oder parallel geschalteten Solarzellen, bei dem jeweils
benachbarte Solarzellen durch metallische Verbinder elektrisch
und mechanisch miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) aus einem
pseudoelastischen Werkstoff besteht.
2. Solargenerator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) aus einer Titan-
Nickel-Legierung besteht.
3. Solargenerator nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) aus einer Ti-50,
5% Ni-Legierung besteht.
4. Solargenerator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) aus einer
Kupfer-Zink-Aluminium-Legierung besteht.
5. Solargenerator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) aus einer
Kupfer-Aluminium-Nickel-Legierung besteht.
6. Solargenerator nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) die Rückseite
einer Solarzelle (1′) mit der Vorderzelle einer benachbarten
Solarzelle (1) verbindet.
7. Solargenerator nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) die
Rückseiten zweier benachbarter Solarzellen verbindet.
8. Solargenerator nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Verbinder (4) in den Bereich
zwischen den beiden Solarzellen (1, 1,) einen
Ausgleichsbereich in Form eines Ausgleichsbogens aufweist.
9. Solargenerator nach einem der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß die Solarzellen (1, 1′)
mindestens in dem Bereich, in dem sie mit dem Verbinder (4)
kontaktiert sind, mit einem pseudoelastischen Werkstoff
metallisiert sind.
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Publications (1)
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Also Published As
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| WO1991009427A1 (de) | 1991-06-27 |
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