DE3818621C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Scheibenwaschvorrichtung für Kraftfahrzeuge
mit flüssigkeitsgekühltem Motor, mit einem Waschflüssigkeitsbehälter,
von dem wenigstens eine Leitung zu Spritzorganen
an einer Scheibe führt, und mit einem im Waschflüssigkeitsbehälter
ausgebildeten Wärmetauscher zur Erwärmung der Waschflüssigkeit
durch die Kühlflüssigkeit des Motors.
Eine derartige Scheibenwaschvorrichtung ist aus der US-PS
38 88 412 bekannt. Praktische Versuche mit dieser bekannten Vorrichtung
haben zu keinem befriedigendem Ergebnis geführt. Dies
ist einerseits darauf zurückzuführen, daß der Waschflüssigkeitsbehälter
eine verhältnismäßig dünne Wand aus Kunststoff besitzt,
weshalb insbesondere beim Parken im Freien die Waschflüssigkeit
im Behälter sehr rasch abkühlt und gefriert, so daß
beim Start in der kalten Jahreszeit nicht sofort Flüssigkeit
zum Reinigen der Scheiben zur Verfügung steht. Selbst dann,
wenn nach einer gewissen Fahrtstrecke die Flüssigkeit im Behälter
taut, kann sie mitteils der Pumpe nicht zu den Spritzorganen
geführt werden, da die Leitungen ohne wärmedämmende Maßnahmen
verlegt sind; in diesen Leitungen zurückgebliebene Flüssigkeit
ist beim Kaltstart an Wintertagen eingefroren und kann auch
nicht durch die aus dem Behälter nachgedrückte, erwärmte Flüssigkeit
aufgetaut werden.
Aus der FR-OS 24 19 849 ist ein Waschflüssigkeitsbehälter als
solcher bekannt, der ein wärmedämmendes Gehäuse aufweist.
Auch beim Gegenstand des Gebrauchsmusters 79 18 935 ist offenbar
nur ein dünnwandiger Vorratsbehälter vorgesehen, der im Winter
nachts rasch auskühlt, so daß am Morgen erst nach einer
verhältnismäßig langen Fahrstrecke das Waschwasser aufgetaut
ist. Dieses erreicht auch dann noch nicht ausreichend hohe
Temperaturen, so daß es beim Spritzen auf der Scheibe friert.
Dies ist auch darauf zurückzuführen, daß die Rücklaufleitung
zum Kühlaggregat des Motors führt, anstatt im kurzen Kreislauf
unmittelbar zum Motor zurückzuführen. Zwar sind die zu den
Spritzorganen führende Leitung und die Zuleitung zum Wärmetauscher
nebeneinander verlegt, aber dies scheint zur Vermeidung
der angegebenen Gefahren eines Einfrierens im Bereich der
Spritzorgane nicht auszureichen, den diese werden durch elektrische
Heizspiralen zusätzlich erwärmt.
Eine aus der DE-PS 35 12 108 bekannte Scheibenwaschvorrichtung
arbeitet nur mit Zusatz von Frostschutzmitteln, was in Versuchen
festgestellt werden konnte. Dies ist darauf zurückzuführen,
daß ein geschlossenes Kreislaufsystem vorgesehen ist, bei
dem nach jedem Waschvorgang Flüssigkeitsreste in einem Teil der
Leitung zurückbleiben und dort einfrieren können. Dies gilt vor
allem für den durch ein Rückschlagventil nach unten gesperrten
Leitungsteil. Dieser ist ohne zusätzliche wärmedämmende Maßnahmen
verlegt und birgt somit die Gefahr eines Einfrierens der
darin enthaltenen Flüssigkeit in sich.
Gegenstand des deutschen Gebrauchsmusters 79 07 758 ist eine
Scheibenwaschvorrichtung, bei der die zu den Spritzorganen führende
Leitung in Strömungsrichtung hinter dem Waschflüssigkeitsbehälter
schraubenförmig um die Kühlflüssigkeitsleitung des Motors
geführt ist. Auf diese Weise kann zwar der Abschnitt der
Leitung zwischen diesem Wärmetauscher und den Spritzorganen erwärmt
werden, aber es sind keine Vorkehrungen getroffen, den in
Strömungsrichtung davor liegenden Abschnitt oder gar die Waschflüssigkeit
im Behälter selbst zu erwärmen. Wenn daher bei einem
plötzlichen Kälteeinbruch versäumt worden war, der Waschflüssigkeit
rechtzeitig ein Frostschutzmittel zuzugeben, bleibt
dem Fahrer oftmals nur die Möglichkeit zu warten, bis die im Behälter
eingefrorene Flüssigkeit wieder aufgetaut ist, beispielsweise
in einer beheizten Garage.
Eine ähnliche Scheibenwaschvorrichtung ist in der DE-AS
21 12 473 beschrieben und dargestellt, wobei die zu den Spritzorganen
führende Leitung nur auf einem sehr kurzen Abschnitt
eng neben der von Kühlflüssigkeit des Motors durchflossenen
Leitung verlegt ist, während der größere Teil nicht erwärmt
wird, so daß bei einem Kälteeinbruch die Waschflüssigkeit in
den nicht erwärmten Leitungsabschnitten einfriert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenwaschvorrichtung
der eingangs umrissenen Bauart so zu verbessern, daß
auch bei sehr tiefen Außentemperaturen jederzeit Flüssigkeit
zum Reinigen der Scheiben zur Verfügung steht, die auch nach
längeren Betriebsunterbrechungen nicht einfriert.
Zur Lösung dieser Aufgabe sind die folgenden Merkmale vorgesehen,
welche sich in ihrer Gesamtheit kombinatorisch ergänzen:
- a) Der Waschflüssigkeitsbehälter hat ein wärmedämmendes Gehäuse.
- b) Von der Kühlflüssigkeit-Vorlaufleitung des Motors, die in einem kurzen Kreislauf zu einer Fahrzeugheizung führt, ist ein Zuleitungskanal abgezweigt, der als Wärmeabgabeleitung durch den Waschflüssigkeitsbehälter führt und hinter diesem in die Kühlflüssigkeitsbehälter- Rücklaufleitung des Motors mündet.
- c) Von dem Zuleitungskanal zweigt eine Überbrückungsleitung ab, die mit der Kühlflüssigkeitsbehälter-Rücklaufleitung verbunden und eng neben der zu den Spritzorganen führenden Leitung verlegt ist.
- d) Die Überbrückungsleitung weist im Bereich der Spritzorgane Wärmetauscherelemente auf, welche diese erwärmen.
- e) Die Wärmetauscherelemente umschließen die Spritzorgane auf dem größten Teil ihrer Außenfläche.
Durch diese Maßnahme ist die Waschflüssigkeit sowohl im Behälter
als auch auf ihrem gesamten Weg zu den Spritzorganen gegen
Auskühlen gesichert, so daß ohne jeden Zusatz von Frostschutzmittel
eine ständige Betriebsbereitschaft gegeben ist. Bei praktischen
Versuchen wurde festgestellt, daß selbst beim nächtlichen
Parken im Freien mit Außentemperaturen von unter -20°C
morgens warme Waschflüssigkeit zur Verfügung steht. Dies ist
darauf zurückzuführen, daß während der Fahrt am Tage die Flüssigkeit
schon nach etwa 10 km Fahrt auf etwa 80°C erwärmt wird
und in dem wärmedämmenden Gehäuse auf nur 40°C abkühlt. Durch
die sehr enge Verlegung der zu den Spritzorganen führenden Leitung
neben dem Zuleitungskanal kann auch in diesem Teil des Leitungssystems
die Flüssigkeit nicht einfrieren; selbst im Bereich der
Spritzorgane, wo durch die Expansionskälte ein sofortiges
Einfrieren der austretenden Spritzflüssigkeit beim
Stand der Technik nicht zu vermeiden ist, wird dies durch die
Erfindung verhindert.
Mit den erfindungsgemäß vorgesehenen Maßnahmen kann die Vorrichtung
ohne Einsatz äußerer Energiequellen und Zusatz von Frostschutzmitteln
umweltschonend betrieben werden. Aufgrund des einfachen
Aufbaus ist ohne Aufwand und Kosten eine Nachrüstung vorhandener
Anlagen jederzeit möglich.
Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert,
das in der Zeichnung dargestellt ist.
Es zeigt
Fig. 1 die schematische Darstellung einer hydraulischen Schaltung
für eine Scheibenwaschvorrichtung gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung des Bereiches I der Fig.
1 mit einem Spritzorgan und zugehörigem Wärmetauscherelement
und
Fig. 3 eine Variante der Fig. 2.
Fig. 1 zeigt schematisch einen flüssigkeitsgekühlten Verbrennungsmotor
10 eines Kraftfahrzeugs mit einem Kühler 12. Vom Motor
10 führt in bekannter Weise eine Kühlflüssigkeits-Vorlaufleitung
14 über einen kurzen Kreislauf zu einer Fahrzeugheizung,
von welcher eine Kühlflüssigkeits-Rücklaufleitung 16 wieder
in den Motor 10 zurückführt. Den beiden Leitungen 14 und 16
sind bekannte Stellorgane 18 für den Durchfluß und damit zur
Einstellung der gewünschten Temperatur im Fahrgastraum vorgesehen.
Zum Reinigen einer Scheibe des Fahrzeugs, beispielsweise der
Windschutzscheibe, sind zwei Spritzorgane 20 vorgesehen, die
über eine Leitung 22 und eine Pumpe 24 mit einem Waschflüssigkeitsbehälter
26 verbunden sind. In seinem oberen Bereich hat
der Waschflüssigkeitsbehälter 26 einen Einfüllstutzen 28.
Gemäß der Erfindung ist von der Kühlflüssigkeits-Vorlaufleitung
14 des Motors 10 ein Zuleitungskanal 30 abgezweigt, der als Wär
meabgabeleitung 32 mit wendelartigem Verlauf durch den Wasch
flüssigkeitsbehälter 26 führt. Hinter diesem mündet die Wärmeab
gabeleitung 32 in die Kühlflüssigkeits-Rücklaufleitung 16.
Die beiden Verbindungsstellen an der Vorlaufleitung 14 und an
der Rücklaufleitung 16 sind dabei als T-Rohrstücke ausgebildet.
In Fig. 1 ist angedeutet, daß sowohl in den Zuleitungskanal 30
kurz hinter der Abzweigung als auch in die Wärmeabgabeleitung
32 kurz vor der Einmündung in die Vorlaufleitung 16 je ein Ab
sperrhahn 34 eingesetzt ist, der Montage- und Wartungsarbeiten
erleichtert.
Wie Fig. 1 weiter zeigt, zweigt von dem zum Waschflüssigkeits
behälter 26 führenden Zuleitungskanal 30 eine Überbrückungslei
tung 36 ab, die mit der Kühlflüssigkeits-Rücklaufleitung 16 ver
bunden ist und die im Bereich der Spritzorgane 20 diese erwär
mende Wärmetauscherelemente 38 aufweist. Aus Fig. 2 geht her
vor, daß das Wärmetauscherelement 38 des Spritzorgans 20 so aus
gebildet ist, daß es dieses Spritzorgan 20 auf dem größten Teil
der Außenfläche umschließt. Mit dieser Maßnahme erwärmt die auf
geheizte Kühlflüssigkeit das Spritzorgan 20, so daß dieses nach
einem Einfrieren rasch aufgetaut wird, und zwar gleichzeitig
mit dem Erwärmen der Waschflüssigkeit im Behälter 26.
Bei der in Fig. 3 gezeigten Variante ist die Überbrückungslei
tung 36 wendelartig um die Außenfläche des Spritzorgans 20 her
umgeführt.
Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Waschflüssigkeitsbehäl
ter 26 ein wärmedämmendes Gehäuse 40 hat, beispielsweise eine Um
hüllung aus Kunststoffschaum mit einer Dicke von etwa 2 cm.
Aus Fig. 1 geht schließlich hervor daß die zu den Spritzorga
nen 20 führende Leitung 22 eng neben dem Zuleitungskanal 30 und
der Überbrückungsleitung 36 verlegt und mit diesen vorzugsweise
verlötet ist (Lötstellen 42). Aufgrund der Wärmeleitung zwi
schen den als Kupferrohre ausgebildeten Kanälen und Leitungen
wird die Leitung 22 schon kurz nach dem Anlassen des Motors 10
vorgewärmt.
Die Scheibenwaschvorrichtung gemäß der Erfindung hat gegenüber
dem Stand der Technik den erheblichen Vorteil, daß die Aufhei
zung der Waschflüssigkeit nicht abhängig von einem Durchfluß er
folgt, sondern im Waschflüssigkeitsbehälter selbst stattfindet.
Bei allen bekannten Waschvorrichtungen wird nur ein Teil der
Waschflüssigkeitsleitung aufgeheizt, wobei nur der jeweils strö
mende Teil der Waschflüssigkeit während des Waschvorgangs be
troffen ist. In der Praxis hat sich herausgestellt, daß die Vor
richtung gemäß der Erfindung auch bei sehr tiefen Temperaturen
immer einsatzbereit und auch bei sommerlichen Außentemperaturen
von Vorteil ist, weil erwärmte Waschflüssigkeit besser reinigt
als kalte. Der Energieverbrauch ist unbedeutend, denn die von
der Kühlflüssigkeit des Motors abgegebene Wärme, die für die
Scheibenwaschvorrichtung gemäß der Erfindung ausgenutzt wird,
steht ohnehin zur Verfügung und wurde bisher ungenutzt nach au
ßen abgegeben.
Claims (1)
- Scheibenwaschvorrichtung für Kraftfahrzeuge mit flüssigkeitsgekühltem Motor, mit einem Waschflüssigkeitsbehälter, von dem wenigstens eine Leitung zu Spritzorganen an einer Scheibe führt, und mit einem Waschflüssigkeitsbehälter ausgebildeten Wärmetauscher zur Erwärmung der Waschflüssigkeit durch die Kühlflüssigkeit des Motors, gekennzeichnet durch die Kombination nachstehender Merkmale:
- a) - der Waschflüssigkeitsbehälter (26) hat ein wärmedämmendes Gehäuse (40),
- b) - von der Kühlflüssigkeits-Vorlaufleitung (14) des Motors (10), die in einem kurzen Kreislauf zu einer Fahrzeugheizung führt, ist ein Zuleitungskanal (30) abgezweigt, der als Wärmeabgabeleitung (32) durch den Waschflüssigkeitsbehälter (26) führt und hinter diesem in die Kühlflüssigkeits-Rücklaufleitung (16) des Motors (10) mündet.
- c) - von dem Zuleitungskanal (30) zweigt eine Überbrückungsleitung (36) ab, die mit der Kühlflüssigkeits-Rücklaufleitung (16) verbunden und eng neben der zu den Spritzorganen (20) führenden Leitung (22) verlegt ist,
- d) - die Überbrückungsleitung (36) weist im Bereich der Spritzorgane (20) diese erwärmende Wärmetauscherelemente (38) auf,
- e) - die Wärmeaustauscherelemente (38) umschließen die Spritzorgane (20) auf dem größten Teil ihrer Außenfläche.
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