DE3817712C2 - Einrichtung zum Gießen von geschmolzenem radioaktiven Glas in einen Behälter - Google Patents
Einrichtung zum Gießen von geschmolzenem radioaktiven Glas in einen BehälterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum
Gießen von geschmolzenem radioaktiven Glas in
einen Behälter.
Kernbrennstoff wird aufbereitet, um Uran,
Plutonium und die Spaltprodukte zu trennen, die
in Brennelementen vorhanden sind, die sich eine
Zeit lang in einem Reaktor befunden haben.
Ein als "Verglasung" bekanntes Verfahren ist ent
wickelt worden, um eine bestimmte Anzahl radio
aktiver Elemente (und insbesondere Spaltprodukte)
innerhalb einer Glasmatrix einzuschließen.
Eine Glasfritte und Calcinate von Spaltprodukten
werden gleichzeitig in einem Schmelztiegel eines
Induktionsofens geschmolzen, um ein Glas zu er
halten. Dieses Glas wird dann in einen Edelstahl
behälter gegossen.
Dieses Verfahren ist vorgeschrieben, da es er
möglicht, daß hochaktive Produkte über lange
Zeiträume mit sehr hoher Sicherheit gelagert
werden können.
Dieser ganze Verfahrensablauf wurde in großem
Umfange verwendet, beschrieben und vorgeführt,
insbesondere im Marcoule-Kernkraftzentrum (Ver
glasungswerkstätten).
Im allgemeinen enthält die Einrichtung zwei
Höhenlagen (Niveaus), die durch eine Platte ge
trennt sind. Die obere Höhenlage enthält den
Schmelztiegel in einem Ofen und die untere Höhen
lage enthält den Behälter, der vertikal unterhalb
eines Gießloches vom Schmelztiegel angeordnet ist.
Eine Öffnung durch die Platte ermöglicht das
Gießen.
Es ergeben sich folgende Probleme:
- - das geschmolzene Glas muß streng eingegrenzt sein, so daß keine Ausbreitung von Radioaktivi tät, insbesondere während des Gießens, auftritt;
- - Gase, Staub und Partikel, die abgegeben werden können, müssen sämtlich gesammelt werden; und
- - der Behälter muß die Möglichkeit haben, sich unter der Wirkung der ansteigenden Temperatur auszudehnen (ansteigende Temperatur zwischen dem leeren Behälter und dem mit sehr heißem Glas ge füllten Behälter).
Das erste Problem ist es ferner, zu vermeiden,
daß irgendeine Verunreinigung (Verseuchung) nach
außerhalb des Behälters gelangt.
Ausgehend vom Oberbegriff des Anspruches 1 befaßt
sich die vorliegende Erfindung prinzipiell mit
einer Einrichtung, die es ermöglicht, Glas in
einen Behälter zu gießen, wobei gleichzeitig die
drei oben genannten Probleme gelöst werden. Diese
Probleme werden - entsprechend dem Kennzeichen des
Anspruches 1 - durch eine Einrichtung gelöst, die
eine statische (Material-) Dichtung zwischen den
verschiedenen Teilen der Einrichtung enthält und
die, wenn eine solche statische Dichtung nicht
möglich ist, eine dynamische Begrenzung mittels
eines Luftstromes (oder anderen Gasstromes) um das ge
schmolzene Glas herum enthält, während es gegossen
wird.
Ein anderes Kennzeichen der Erfindung besteht
darin, daß aufgrund dieser dynamischen Begrenzung
kein Kontakt zwischen dem oberen Ende des Behälters
und dem Gießloch vorhanden ist.
Eine Ausführungsform der Erfindung sei nachfol
gend anhand eines Beispieles unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung beschrieben. Hierin
zeigen
Fig. 1 einen Vertikalschnitt entlang
der Gießachse der ganzen Ein
richtung;
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch ein
verformbares Führungsrohr, das
- im Gegensatz zur Darstellung
in Fig. 3 (in der festgeklemmten
Position) - in seiner ausgezoge
nen Position gezeigt ist;
Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch das
verformbare Rohr in seiner zu
sammengeschobenen Position (ein
geklemmten Position);
Fig. 4 eine Halbansicht des Bodens vom
verformbaren Führungsrohr;
Fig. 5 eine zugehörige Seitenansicht
des verformbaren Führungsrohres
(wobei Fig. 4 und 5 die Gelenk
verbindung zeigt);
Fig. 6 einen Vertikalschnitt durch ein
bewegliches Rohr;
Fig. 7 einen Vertikalschnitt zur Dar
stellung des Systems für eine
Verlagerung einer beweglichen
Kuppel.
Die erfindungsgemäße Einrichtung dient dazu,
geschmolzenes Glas zwischen zwei übereinander an
geordneten Zellen zu überführen, die durch eine
Betonplatte voneinander getrennt sind. Die obere
oder Schmelzzelle 1 enthält einen Schmelztiegel 2,
während die untere oder Gießzelle 3 einen Behälter
4 enthält, in den geschmolzenes radioaktives Glas
aus dem Schmelztiegel von der einen Zelle in die
andere durch die horizontale Betonplatte 5 mit
der Öffnung 6 gegossen werden soll. Der Schmelz
tiegel 2, die Öffnung 6 und der Behälter 4 sind
um eine vertikale Achse 7, die als Gießachse be
zeichnet wird, zusammengeordnet.
Das radioaktive Glas ist in einem flüssigen Zu
stand im Schmelztiegel 2, und es wird in diesem
Schmelztiegel durch einen Stopfen aus festem Glas
gehalten, der die Mündung 8 dieses Schmelztiegels
verschließt. Ein Induktor 9 ist um diese Mündung
herum angeordnet und dient dazu, im gewünschten
Moment das den Stopfen bildende feste Glas zu
erweichen, damit das im Schmelztiegel enthaltene
geschmolzene Glas durch die genannte Mündung
herausfließen kann. Der Induktor 9 ist über -
nicht gezeigte - Anschlußverbindungen mit einer
Quelle geeigneter Energie (z. B. elektrischer
Energie) verbunden, wodurch dieser Induktor und
das feste Glas erhitzt werden können.
Eine Isoliermatte 10 isoliert den Schmelztiegel
von der Betonplatte 5.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ist unterhalb
der Betonplatte um die dadurch vorgesehene Öffnung
6 angeordnet, und sie wird durch folgende in
Abwärtsrichtung aufeinanderfolgende Merkmale
gebildet:
- - ein verformbares Führungsrohr 11,
- - ein bewegliches Rohr 12 und
- - eine bewegliche Kuppel (Gewölbe) 13.
Diese verschiedenen Bestandteile der erfindungs
gemäßen Einrichtung werden unten in größerem
Detail beschrieben.
Das verformbare Führungsrohr ist insbesondere in
den Fig. 2 und 3 veranschaulicht.
Dieses verformbare Führungsrohr wird durch zwei
ineinander eindringende Gehäuse gebildet, die
ineinander gleitbeweglich sind, wobei das untere
Gehäuse in das obere Gehäuse eindringt.
Sowohl das obere Gehäuse 14 als auch das untere
Gehäuse 15 werden durch eine Innenwand 20 bzw.
21, durch eine Endwand 18 bzw. 19 und eine Außen
wand 16 bzw. 17 gebildet, die beispielsweise in
Form eines vertikalachsigen Zylinders sein können.
Die Innenwände 20 und 21 sind kegelstumpfförmig,
wobei beide Gehäuse vorzugsweise denselben Öff
nungswinkel besitzen und der Scheitelpunkt (Schnitt
punkt) sich unterhalb des verformbaren Führungs
rohres befindet.
Beide Gehäuse sind offen: das obere Gehäuse weist
mit seiner Öffnung nach unten, und das untere Ge
häuse weist mit seiner Öffnung aufwärts.
Wie oben erwähnt worden ist, sind die Größen und
Anordnungen dieser Gehäuse derart, daß sie
ineinander eindringen können.
Die Endwand 18 des oberen Gehäuses ist an der
Unterseite der Betonplatte befestigt.
Die Endwand 19 des unteren Gehäuses besitzt eine
Unterseite (Bodenseite) 22 in Form eines Teiles
einer Kugel.
Die beiden Gehäuse sind durch einen Metallbalg 23
miteinander verbunden, der an die gegenüberliegen
den Endwände dieser Gehäuse angeschweißt ist.
Eine Gelenkverbindung enthält Stangen 24, 25 und
26 (vgl. Fig. 4 und 5), die dazu dienen, die Ge
häuse gegeneinander zu bewegen. Durch Ziehen an
der Stange 26 (Pfeil 27) werden die Stangen 24
und 25 aufeinander zubewegt, wodurch sich die
Höhe (Pfeil 28) des verformbaren Führungsrohres
entlang der Achse 7-7 verringert und wodurch
gleichzeitig der Metallbalg zusammengepreßt wird.
Die Stange 24 ist durch eine Ankerschraube 29
befestigt. Die Stange 25 ist an der äußeren
zylindrischen Wand des unteren Gehäuses um einen
Zapfen 30 befestigt. Alle drei Stangen sind mit
einander durch einen Zapfen 31 verbunden.
Es ist nur eine Gelenkverbindung veranschaulicht;
es ist aber notwendig, wenigstens zwei Gelenk
verbindungen zu verwenden, um zu verhindern, daß
die beiden Teile des Führungsrohres relativ zu
einander gekippt werden. Es wird vorgezogen, vier
Gelenkverbindungen zu verwenden. Die beiden zy
lindrischen, vertikalen Außenwände der Gehäuse
bewegen sich relativ zueinander, ohne daß sie
miteinander in Berührung kommen, und sie schützen
den Balg gegenüber Risiken äußerer Stöße.
Das bewegliche Rohr ist in Fig. 6 ver
anschaulicht.
Diese bewegliche Rohr wird gebildet durch einen
geschlossenen Raum 32, der im wesentlichen durch
eine Außenwand 35, eine obere Wand 34 und eine
Innenwand 33 in Form eines Zylinders gebildet ist,
dessen Durchmesser vorzugsweise derselbe ist wie
der kleinste Durchmesser der Kegelstümpfe, die
die Innenwände der Gehäuse 14 und 15 bilden. Die
Innenwand 33 des geschlossenen Raumes erstreckt
sich nach unten, so daß sie in der Lage ist, in
den Hals des Behälters 4 einzudringen. Die Außen
seite 36 der oberen Wand 34 des Raumes 32 ist in
Form einer kegelstumpfförmigen Oberfläche, die sich
ringförmig symmetrisch um die Gießachse erstreckt,
so daß sie durch ein Zusammenwirken mit der
sphärischen Unterseite 22 des Gehäuses 15 eine
Dichtung zwischen diesem Gehäuse 15 und dem be
weglichen Rohr 12 schafft.
Die Außenwand 35 des Raumes 32 trägt ein Rohr 37,
das über einen Filter mit einem Absaugsystem
(nicht dargestellt) verbunden ist. Diese Filter- und
Absaugsystem dient dazu, den Druck innerhalb
des Raumes 32 zu reduzieren.
Die Innenwand 33 des Raumes 32 enthält eine Viel
zahl von Löchern 38. Unter der Wirkung des Absaug
systemes dienen diese Löcher dazu, einen Luft- oder
Gasstrom aus dem Volumen innerhalb der Innen
wand 33 und innerhalb des Raumes 32 herzustellen
bzw. eine Zirkulation zwischen diesen Räumen
herzustellen.
Vorzugsweise ist ein Inspektionsrohr 39 vorge
sehen, das durch die Außenwand 35 und die Innen
wand 33 des gehäuseartigen, geschlossenen Raumes
32 hindurchgeht und es mit Hilfe einer geeigneten,
herkömmlichen optischen Einrichtung ermöglicht,
das Gießen des Glases zu beobachten. Das In
spektionsrohr 39 kann mit Hilfe einer Glasplatte
40 verschlossen sein, die transparent und vorzugs
weise aus einem Ceriumglas hergestellt ist, das
in der Lage ist, der vom radioaktiven Glas aus
gehenden Strahlung zu widerstehen.
Dieses bewegliche Rohr wird vorteilhafterweise
durch Verwendung einer beweglichen Kuppel 13,
wie sie in Fig. 7 dargestellt ist, an seinen Platz
gebracht und dort gehalten.
Diese bewegliche Kuppel wird im wesentlichen ge
bildet durch zwei übereinander angeordnete Ring
kammern 41 und 42.
Die Ringkammer 41 ist dazu bestimmt, eine Wasser
strömung aufzunehmen, um diese Kuppel zu kühlen.
Die Ringkammer 42 besitzt in ihrer Frontseite
(d. h. in ihrer Seite, die am nächsten an der
Gießachse liegt) Öffnungen 43. Sie enthält außer
dem ein Rohr 44, das es ermöglicht, Luft in diese
Kammer einzublasen.
Die bewegliche Kuppel kann für den Zweck ver
lagert werden, sie an ihren Platz zu bewegen oder
sie von dort wegzubewegen, und zwar mit Hilfe
einer Einrichtung, die Räder 45 enthält, welche
auf Schienen 46 laufen, die unter der Betonplatte
5 befestigt sind.
Die Installation der verschiedenen Teile der
erfindungsgemäßen Einrichtung und die Betriebs
weise dieser Einrichtung werden nachfolgend kurz
beschrieben.
Es sei angenommen, daß der ganze obere Teil der
Einrichtung, nämlich der Schmelztiegel 2, die
Isoliermatte 10 und der Induktor 9, sich an
seinem Platz befindet und daß das verformbare
Führungsrohr 11 unter der Betonplatte 5 befestigt
worden ist.
Durch Betätigung der beschriebenen Gelenkverbin
dung (24, 25, 26, 27) wird dieses verformbare
Führungsrohr in seine Position mit der geringsten
Höhe - gemäß Fig. 3 - gebracht. Dann wird die be
wegliche Kuppel 13, die das bewegliche Rohr 12
trägt, an ihren Platz unterhalb des verformbaren
Führungsrohres 11 gefahren, und durch Betätigung
der genannten Gelenkverbindung wird das verform
bare Führungsrohr in seine Position mit der maxi
malen Höhe eingestellt, d. h. die äußere Unterseite
22 dieses Führungsrohres wird in Dichtungskontakt
mit der oberen Außenseite des beweglichen Rohres
gebracht.
Der Behälter 4 wird dann auf einem Wagen oder der
gleichen an seinen Platz gefahren und mit Hilfe
einer Hubvorrichtung auf dem Wagen in seine Posi
tion bewegt. Wenn er sich in seiner Position be
findet, dann umgibt der Hals 47 dieses Behälters
den sich nach unten erstreckenden Zylinder, der
durch die Innenwand 33 des Raumes 32 gebildet ist.
Es kann festgestellt werden, daß aufgrund der Iso
liermatte und aufgrund der Anordnungen, die für
das verformbare Führungsrohr und das bewegliche
Rohr verwendet werden, eine vollkommene Abdichtung
zwischen dem Schmelztiegel und dem Boden (Unter
seite) des beweglichen Rohres geschaffen ist.
Weiterhin wird aufgrund des an den Raum 32 ange
schlossenen Absaugsystems und des Lufteinlaßrohres
44, das an die Ringkammer 42 der beweglichen
Kuppel angeschlossen ist, eine Gas- oder Luft
strömung bzw. -zirkulation in dem Volumen er
richtet, das sich innerhalb der Innenwand 33 be
findet.
Claims (3)
1. Einrichtung zum Gießen von geschmolzenem radio
aktiven Glas aus einem Schmelztiegel (2), der
sich innerhalb einer oberen Zelle (1) befindet,
in einen Behälter (4), der sich unterhalb
dieses Schmelztiegels in einer unteren Zelle
(3) befindet, wobei das radioaktive Glas verti
kal nach unten entlang einer Gießachse durch
eine Öffnung fließt, die in einer Betonplatte
(5) vorgesehen ist, die die beiden Zellen von
einander trennt,
gekennzeichnet durch die nach unten aufeinan der folgenden Teile:
gekennzeichnet durch die nach unten aufeinan der folgenden Teile:
- - ein verformbares Führungsrohr (11) ist durch zwei gleitbeweglich ineinander angeordnete Gehäuse (14, 15) gebildet, deren Innenwände (20, 21) eine kegelstumpfförmige Form be sitzen, deren Scheitelpunkt sich unterhalb dieses Führungsrohres befindet, wobei das obere Gehäuse (14) unterhalb der Betonplatte befestigt ist, das untere Gehäuse (15) eine Kugelkalottenform aufweist und beide Gehäuse durch einen Metallbalg (23) miteinander ver bunden sind; und
- - ein bewegliches Rohr (12) ist durch einen gehäuseartigen,geschlossenen Raum (32) ge bildet, dessen Innenwand sich so weit nach unten erstreckt, daß sie in den Hals des Behälters (4) eintreten kann, und dessen obere Außenseite (36) in Form einer kegel stumpfförmigen Oberfläche ausgebildet ist, die in der Lage ist, mit der kugelkalotten förmigen Unterseite (22) des unteren Gehäuses (15) zusammenzuwirken, wobei die Innenwand des Raumes von Löchern (38) perforiert ist und wobei die Außenseite des Raumes ein Anschlußrohr (37) enthält, das mit einem Absaugsystem verbunden ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das bewegliche Rohr (12) von
einer beweglichen Kuppel (13) getragen wird,
die im wesentlichen durch zwei übereinander
angeordnete Ringkammern (41, 42) gebildet ist,
wobei eine dieser Kammern für die Aufnahme
von Kühlwasser bestimmt und die andere Kammer
in ihrer Frontseite mit Löchern (43) versehen
ist sowie ein Rohr (44) für die Zuführung von
Luft aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der geschlossene Raum (32)
des beweglichen Rohres (12) ein Inspektionsrohr
(39) enthält, das es ermöglicht, das Gießen
des Glases im Raum innerhalb des beweglichen
Rohres zu beobachten.
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1988
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