DE3817193C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine als Kopierdrehbank ausgebildete
Holzdrehbank mit einem Drehbankbett aus zwei parallelen,
runden Führungsprofilen, an denen ein Werkstückaufnehmer
und über Führungsbuchsen ein Reitstock mit einer Reitstock
pinole gelagert ist und mit einem mittels einer Laufbuchse
schwenk- und verschiebbar auf einem der Führungsprofile
gelagerten Kopierschlitten.
Bei einer derartigen, durch die US-PS 18 59 474 bekannten
Kopierdrehbank liegt die Werkstückaufspannachse in weitem
Abstand oberhalb des von den beiden Führungsprofilen ge
bildeten Drehbankbettes, weshalb dort entsprechend stabile
Seitenteile zur Lagerung des Werkstückaufnehmers und der
Reitstockpinole vorgesehen werden müssen, um die auftretenden
Kräfte einigermaßen sicher aufzufangen. Diese Seitenteile
beanspruchen etwa ein Viertel der Gesamtlänge der Kopier
drehbank und lassen nur einen entsprechend kurzen Nutzraum
übrig. Die beiden Führungsprofile liegen dort in einer
Horizontalebene mit der Folge, daß die Kopiereinrichtung nur
seitlich weit ausladend neben dem Maschinenbett angeordnet
werden kann, was die Gesamtabmessung und die Sperrigkeit
der bekannten Kopierdrehbank weiterhin erhöht. Der Vorschub
des Kopierschlittens erfolgt dort von Hand, was relativ
umständlich ist und zu schwankendem Werkzeugandruck führt.
Im übrigen sichert dort erst ein Zusatzgewicht bei dem als
Wippe ausgebildeten Kopierschlitten den erforderlichen
Andruck, wobei das Zusatzgewicht wiederum einen beträchtlichen
Freiraum für seinen Verschiebeweg erfordert. Schließlich ist
dort keine Auflage für einen Handstahl oder einen Beitel
vorgesehen, die auch einen Einsatz als reine Drechselbank
ermöglichen könnte.
Ausgehend von diesem Stand der Technik, liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine insbesondere für Hobbywerker
geeignete, preiswerte Kopierdrehbank zu schaffen, die einen
raumsparenden, kompakten Aufbau besitzt, ein feinfühliges
Arbeiten beim Kopierdrehen gewährleistet und ebenfalls einen
Einsatz als Drechselbank in Verbindung mit Werkzeugen wie
Handstahl oder Beitel erlaubt.
Die Lösung dieser Aufgabe ist durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1 erreicht.
Die Erfindung erbringt zunächst den Vorteil, daß wegen der
mittigen Anordnung der Werkstückaufspannachse zwischen den
beiden Führungsprofilen am Reitstock keine Kippmomente mehr
auftreten, wodurch es nun ermöglicht ist, die Holzdrehbank
aus relativ preiswerten Bauteilen zu einem auch für Hobby
werker erschwinglichen Preis herzustellen. Durch die gleich
zeitige Steilstellung des Maschinenbettes - die Maschinen
bettebene bildet einen Winkel von nur ca. 15 Grad mit der
vertikalen Längsmittelebene der Maschine - wird zugleich
ein sehr kompakter Aufbau ermöglicht, da das untere Führungs
profil, das Werkstück und das obere Führungsprofil nahezu
übereinander angeordnet sind und somit in Tiefenrichtung
der Maschine ausreichend Platz für die Unterbringung der
Kopierschablone bzw. eines Musterstückes lassen. Die Tiefen
abmessung des Gerätes kann etwas kleiner als die Breite des
Maschinenbettes sein, was die erzielte kompakte Bauform
besonders deutlich macht. Ein weiterer entscheidender Vorteil
dieser steilen Anordnung des Maschinenbettes liegt in der
nunmehr erzielten guten Beobachtbarkeit sowohl der Bearbeitungs
stelle des Werkstückes als auch der Anlagestelle des Kopier
fingers. Durch den Seilvorschub mittels des am Kopierschlitten
angeordneten Handrades ist nunmehr auch sichergestellt, daß
die Vorschubkräfte nur in Richtung der Führungsprofile gerichtet
sind und praktisch keine Wechselwirkung auf den Andruck mehr
besteht. Da das Handrad am Kopierschlitten angeordnet ist,
läuft es der jeweiligen Bearbeitungsstelle nach, so daß die
Bedienungsperson immer eng an der jeweiligen Arbeitsstelle bleibt
und ständig somit gute Beobachtungsmöglichkeit hat.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher
erläutert, in der zeigen:
Fig. 1 in einer perspektivischen Skizze den
Grundtyp der Holzdrehbank nach der
Erfindung,
Fig. 2 in Vorderansicht die Holzdrehbank nach
Erweiterung zu einer Kopierdrehbank,
Fig. 3 den Kopierschlitten, in Fig. 2 von links
gesehen,
Fig. 4 den Reitstock, in Fig. 2 von links gesehen und
Fig. 5 eine schematische Darstellung zur Erläuterung
der Handhabung beim Kopierdrehen.
Fig. 1 zeigt die Holzdrehbank in ihrer einfachsten Ausführungs
form, hier als "Grundtyp" bezeichnet. An einem Maschinen
rahmen, der aus dem Spindelkasten 1 und dem gegenüberliegenden
Rahmenteil 2 besteht, sind zwei das Drehbankbett bildende
Führungsprofile 3, 4 gehaltert, auf denen ein Reitstock 5
längsverstellbar und mittels der Klemmeinrichtungen 6, 7 arretierbar
ist. Die Führungsprofile 3, 4 bestehen aus Rundrohren und
sind höhenversetzt am Maschinenrahmen angeordnet. Der
Reitstock 5 besteht aus einem Vierkantrohr 8, welches an
beiden Enden mit je einer Führungsbuchse 9, 10 versehen
ist die die Führungsprofile 3, 4 aufnehmen. Die Führungs
buchsen 9, 10 sind mit mehreren über den Umfang verteilten,
radial verstellbaren Gleitstücken 11 versehen durch die
eine spielfreie Führung des Reitstockes 5 auf den Profilen
3, 4 einstellbar ist.
Die von dem Werkstückmitnehmer 12 und der Reitstockpinole 13
definierte Werkstückaufspannachse 14 liegt exakt mittig
zwischen den beiden Führungsprofilen 3, 4 in der von diesen
aufgespannten Ebene wobei diese Ebene oben um einen Winkel
von etwa 15° gegenüber der Vertikalen nach hinten geneigt
ist, vgl. auch Fig. 5. Das Vierkantrohr 8 trägt in seiner
Längsmitte eine Innengewindebuchse für die Reitstockspindel 15,
welche mittels eines Handrades 16 verstellbar ist. In dem
Rahmenteil 2 ist ein Durchbruch 17 zur Durchführung des
Handrades 16 vorgesehen, damit die gesamte Länge der Drehbank
ausgenutzt werden kann.
Der Antrieb des Werkstückmitnehmers 12 erfolgt von einem
Motor 18 über ein übliches, nur schematisch angedeutetes
Getriebe 19.
Die Fig. 1 zeigt ferner eine zugehörige Werkzeugauflage 20,
deren Schaft 21 unten lösbar in einer Hülse 22 festgeklemmt
ist, die ihrerseits vorne an einem Querstück 23 sitzt. Auf
dem Querstück 25 ist ein das untere Führungsprofil 4 um
schließendes Führungsstück 24 angeordnet, welches von einer
Spannschraube durchsetzt ist die ein Langloch 26 im oberen
Schenkel des aus U-Profilmaterial bestehenden Querstückes 23
durchsetzt und mit einem verdickten Kopf hintergreift.
Fig. 2 zeigt eine Kopierdrehbank, die unter Verwendung
der Drehbank nach Fig. 1 aufgebaut ist.
An das Vierkantrohr 8 des Reitstockes 5 und an den Spindel
kasten 1 sind je ein nach hinten gerichteter Auslegerarm
32, 33 angeschraubt, die an ihren freien Enden jeweils
eine mit einer Spitze versehene Spindel 34, 35 tragen,
zwischen denen das zu kopierende Musterwerkstück oder
eine entsprechende Schablone eingespannt wird. Wie in
Fig. 1 angedeutet ist sind zu diesem Zweck am Spindel
kasten 1, am Vierkantrohr 8 des Reitstockes 5 und auch am
Rahmenteil 2 vorbereitete Befestigungsstellen 36, 37, 38
in Form von Anschraublöchern oder dgl. vorgesehen.
Ferner ist auf das obere runde Führungsprofil 3 ein
Kopierschlitten 39 gesetzt, der als zentrales Stück eine
Laufbuchse 40 aufweist, die ebenfalls über radial
verstellbare Gleitstücke 41 spielfrei auf das Führungs
profil 3 einstellbar ist.
Von der Laufbuchse 40 ragt rückwärtig ein Kopierfinger 42
mit Abtastrolle 43 ab, welche zur Abtastung der Vorlage
dient. Ferner ragt von der Laufbuchse 40 nach vorne eine
Mehrkantführungssäule 44 ab, die an ihrer Unterseite eine
Verzahnung 45 aufweist. Auf der Mehrkantführungssäule 44
ist ein Werkzeughalter 46 verschiebbar gelagert, welcher
zwei Paare von die Mehrkantführungssäule 44 umfassenden,
einstellbaren Klemmbacken 47, 48 besitzt und in welchem
ein in die Verzahnung 45 eingreifendes, durch eine Hand
kurbel 49 antreibbares Zahnrad 50 gelagert ist. Die Ein
stellung der Klemmbacken 47, 48 erfolgt jeweils mittels
eines Drehhebels 51, wie dies in Fig. 2 für das Paar von
Klemmbacken 48 veranschaulicht. Auf der Welle der Handkurbel
49 sitzen beidseits des Werkzeughalters 46 jeweils noch
ein Skalenring 52, 53. Ferner ist noch ein Tiefenstop zur
Begrenzung der Vorschubbewegung des Werkzeughalters 46
längs der Säule 44 vorgesehen, der mittels der Drehmutter
54 betätigt ist.
Am unteren Ende ist der Werkzeughalter 46 als Einspannring
55 ausgebildet, wobei der Innendurchmesser der Ringöffnung
56 etwas größer als 43 mm ist, so daß mit einem Norm-Ein
spannhals versehende Handbohrmaschinen, Fräsmaschinen oder
sonstige Werkzeuge in diesem Einspannring 55 festgespannt
werden können. Beim Kopierdrehen ist in den Einspannring
55 ein Halsstück 57 von Normdurchmesser eingespannt, welches
an einer Seite auf einem Tragarm 58 das Werkzeug 59 trägt
und an dessen anderem Ende ein Handgriff 60 angebracht ist.
Oberhalb des Einspannringes 55 trägt der Werkzeughalter 46
eine Späneschutzplatte 61.
Auf einer oberen, rückwärtigen Konsole 62 der Laufbuchse
40 ist eine Reibschlußtrommel 63 um eine zur Konsolen
erstreckung rechtwinklige Achse 64 drehbar gelagert, welche
mittels eines unmittelbar oberhalb der Reibschlußtrommel 63
bzw. der Laufbuchse 40 angeordneten Handrades 65 gedreht
werden kann. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist die Reib
schlußtrommel 63 von einem Seilzug 66 umschlungen, dessen
eines Ende um eine Umlenkrolle 67 am Rahmenteil 2 geführt
und an einer Anschlußöse 68 der Laufbuchse 40 befestigt
ist. Das andere Ende des Seilzuges 66 ist um eine Umlenkrolle
69 am Spindelkasten 1 geführt und ebenfalls an einer Öse 70
der Laufbuchse 40 befestigt. Das Seil ist als stramme,
geschlossene Schlaufe verlegt, so daß bei einem Drehen des
Handrades 65 der Kopierschlitten 39 längs des Führungs
profiles 3 schlupffrei bewegt werden kann.
Fig. 5 veranschaulicht in einer schematischen Darstellung
die Arbeitsweise beim Kopierdrehen. Zwischen den Spitzen
der von den Auslegerarmen 32, 33 getragenen Spindeln 34, 35
ist ein Musterwerkstück 71 eingespannt, an welchem die
Abtastrolle 43 hier anliegt. Mittels der Handkurbel 49 wird
der Werkzeughalter 46 mit Werkzeug 59 feinfühlig ent
sprechend der gewünschten Spanstärke gegen das zu bearbeitende
Werkstück 72 geführt, wobei der Tiefenanschlag zur Begrenzung
der Vorschubbewegung des Werkzeughalters 46 zuvor auf eine
Stellung eingestellt ist, die auf den Durchmesser des Muster
stückes 71 abgestimmt ist. Der als Wippe ausgebildete Kopier
schlitten 39 folgt dabei den unterschiedlichen Durchmessern
beim gedrechselten Musterstück 71 und schwenkt entsprechend
das Werkzeug 59 bei der Bearbeitung des Werkstückes 72.
Claims (7)
1. Als Kopierdrehbank ausgebildete Holzdrehbank, mit einem
Drehbankbett aus zwei parallelen, runden Führungsprofilen,
an denen ein Werkstückaufnehmer und über Führungsbuchsen
ein Reitstock mit einer Reitstockpinole gelagert ist und
mit einem mittels einer Laufbuchse schwenk- und verschieb
bar auf einem der Führungsprofile gelagerten Kopier
schlitten,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die von dem Werkstückmitnehmer (12) und der Reit stockpinole (13) definierte Werkstückaufspannachse (14) mittig zwischen den beiden Führungsprofilen (3, 4) in der von diesen aufgespannten Ebene liegt
- - daß die beiden Führungsprofile (3, 4) höhenversetzt sind,
- - daß die von den beiden Führungsprofilen (3, 4) aufge spannte Ebene oben um einen Winkel von etwa 15 Grad gegenüber der Vertikalen nach hinten geneigt ist,
- - daß auf dem unteren Führungsprofil (4) ein festspann bares Führungsstück (24) für eine höhenverstellbare, abnehmbare Werkzeugauflage (20) geführt ist,
- - daß für den Vorschub des Kopierschlittens (39) ein durch ein Handrad (65) betätigter Seilzug (66) vorgesehen ist und
- - daß das Handrad (65) oberhalb der Laufbuchse (40) am Kopierschlitten (39) angeordnet ist.
2. Holzdrehbank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
von der Laufbuchse (40) nach vorne eine an einer Seite mit
einer Verzahnung (45) versehene Mehrkantführungssäule (44)
abragt, auf der ein Werkzeughalter (46) verschiebbar und
feststellbar ist, welcher mindestens ein Paar die Mehrkant
führungssäule (44) umfassender, einstellbarer Klemmbacken
(47, 48) besitzt und in welchem ein in die Verzahnung
(45) eingreifendes, durch eine Handkurbel (49) antreib
bares Zahnrad (50) gelagert ist.
3. Holzdrehbank nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Werkzeughalter (46) an seinem freien Ende einen Ein
spannring (55) von Normdurchmesser zur wahlweisen
Einspannung eines Werkzeuges (59) oder einer Fräs- oder
Bohrmaschine aufweist.
4. Holzdrehbank nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Seilzug (66) eine auf der Laufbuchse
(40) gelagerte, mit dem Handrad (65) versehene Reibschluß
trommel (63) umschlingt und als geschlossene Seilschlaufe
um je eine Umlenkrolle (67, 69) am Spindelkasten (1) und
am gegenüberliegenden Rahmenteil (2) verläuft.
5. Holzdrehbank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Führungsbuchsen (9, 10) des Reitstockes (5) an ihren
beidseits aus dem den Reitstock (5) bildenden Vierkant
rohr (8) herausragenden Enden mit radial verstellbaren
Gleitstücken (11) versehen sind.
6. Holzdrehbank nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß im Rahmenteil (2) ein Durchbruch
(17) zur Aufnahme und Betätigung des rückwärtigen
Handrades (16) der Reitstockspindel (15) ausgenommen ist.
7. Holzdrehbank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Werkzeugauflage (20) höhenverstellbar auf einem
Querstück (23) angeordnet ist, welches längsverschiebbar
und festspannbar an dem das untere Führungsprofil (3)
umschließenden Führungsstück (24) gefesselt ist.
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Also Published As
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