DE3816042A1 - Energiesparender herzschrittmacher - Google Patents
Energiesparender herzschrittmacherInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Herzschrittmacher
gemäß dem Oberbegriff des ersten Patentanspruches.
In den nahezu 30 Jahren der Herzschrittmachertherapie hat
diese eine erhebliche Verbesserung erfahren. Nicht nur, daß
die Lebensdauer der Schrittmacheraggregate von wenigen
Monaten auf mehrere Jahre angestiegen sind, gleichzeitig
ist auch eine deutliche Reduktion der Größe im Lauf der
Entwicklung erfolgt. Es sind multiprogrammierbare Schritt
macher aufgrund moderner Mikroelektronik möglich.
Das US-Patent 44 85 818 beschreibt einen multiprogrammier
baren Herzschrittmacher auf Mikroprozessorbasis.
Die Verwendung von energetisch günstigeren Lithiumbatte
rien, die die früher gebräuchlichen Zink-Quecksilberbat
terien, die eine hohe Selbstentladung aufwiesen, abgelöst
haben, haben zu einer weiteren Größenreduktion und Verlän
gerung der Lebensdauer beigetragen. Energiesparende Schal
tungsmaßnahmen haben den notwendigen Strombedarf des
Herzschrittmachers reduziert. Die Entwicklung moderner
Elektroden, die geringe Polarisationsspannungen aufbauen,
haben zu einer Reduktion des für die Stimulation
notwendigen Energiebedarfs beigetragen.
Die Stimulation und Erregung des Herzmuskels unterliegt da
bei den Gesetzen der Trophysiologie, bei der eine Bezie
hung zwischen Pulsdauer, die notwendig ist, um das Herz zu
erregen und Impulsamplitude bekannt ist. Die Reiz
schwellenkurve ist dabei eine individuelle Größe, die sich
aus der Interferenz des jeweiligen Herzens des Schrittma
cherträgers und der Elektrode ergibt. Die Reizschwellenkur
ve ist keine feste Größe, sondern durch vielerlei Faktoren
determiniert. Zum einen spielen natürlich Größe, Oberflä
che und Beschaffenheit der Elektrode eine Rolle. Wesentli
chen Einfluß übt auch die Beschaffenheit des Herzens aus.
Neben diesen vorgegebenen Einflußfaktoren gibt es aber eine
Anzahl von sich ständig ändernden Einflußfaktoren wie medi
kamentöse Einflüsse, Durchblutungssituation des Herzens un
ter verschiedenen Arbeitsbedingungen, Spiegel des Ad
renalins im Körper, Tageszeit, sowie die Art der Stimula
tion, ob uni- oder bipolar und auch die zeitliche Dauer,
wie lange eine Elektrode implantiert war. Diese Parameter
haben wesentlichen Einfluß auf den Verlauf der individuel
len Reizschwellenkurve. Weitere Angaben hierzu finden sich
z.B. bei Alt "Schrittmachertherapie des Herzens", Grundla
gen und Anwendung, perimed Fachbuch-Verlagsgesellschaft
mbH, Erlangen, 1985, Seite 33 bis 39.
Da zahlreiche Faktoren einen ständig wechselnden Einfluß
auf den Verlauf der Reizschwellenkurve ausüben, muß die
Energieabgabe eines Herzschrittmachersystems diesen
Schwankungen Rechnung tragen. In der Regel wird eine soge
nannte 100%ige Sicherheitsmarge eingestellt, dies bedeu
tet, daß die abgegebene Energie zur Stimulation 100% über
der minimalen Energiemenge liegt, die gerade noch zu einer
Erregung des Herzens notwendig ist. Die pro Stimulationsim
puls verbrauchte Energie ist dabei eine Funktion der
Spannung, des Stroms und der Zeitdauer des Stimulus. Bei
konstantem Widerstand kann der Energieverbrauch auch als
W t = U² × t/R (1)
angegeben werden. Entsprechend der Reizschwellenkurve ist
immer ein bestimmtes Mindestprodukt aus Spannung oder Strom
und Einwirkdauer (Impulsdauer) notwendig, das durch die
bekannte Formel der Reizschwellenkurve
beschrieben wird. Dabei ist U o die Spannungsrheobase, der
Zeitpunkt der Chronaxie t c entspricht der Impulsdauer bei
doppelter Rheobasenstärke. Bei Annahme eines konstanten
Widerstandes R ergibt sich durch Einsetzen in die Energie
formel, daß die Energie zum Zeitpunkt der Chronaxie t c mit
W (tc) = 4 U₀²t/R (3)
am geringsten ist. Dagegen hat eine Verkürzung der Impuls
dauer z.B. trotz einer entsprechenden Verminderung der
Energiemenge aufgrund der zeitlichen Verkürzung der Stimu
lationszeit relativ höheren Energieverbrauch. Z.B. erfor
dert eine Verkürzung der Impulsdauer auf ein Zehntel der
Chronaxiezeit eine kompensatorische Erhöhung der Spannung
U. Aus der obigen Gleichung (2) beträgt die bei einer
derartigen Stimulationsart notwendige Spannung U den
elffachen Wert von U 0.
Daraus errechnet sich eine Gesamtenergie von
W = 12,1 U₀²t c .
Im Vergleich zu der Energie W (tc) zum optimalen Zeitpunkt t c
(s. Gleichung 3) beträgt im angegebenen Fall die notwendige
Energiemenge mehr als 300% der Energie bei einer
Stimulation zum Zeitpunkt der Chronaxie. Daß dieser
Energieverbrauch erhebliche Einflüsse auf die Lebensdauer
des Schrittmachers hat wird ersichtlich.
Für die Erhaltung einer ausreichenden Sicherheit aufgrund
der schwankenden Reizschwelle wurden in der Vergangenheit
Maßnahmen entwickelt, die Reizschwelle auch nach Implanta
tion zu bestimmen.
In der US-PS 37 77 762 ist eine Methode zur nichtinvasiven
Bestimmung der Reizschwelle durch kontinuierliche Vermin
derung der Impulsamplitude erläutert.
In der US-PS 43 05 396 ist ein Herzschrittmacher beschrie
ben, der in der Lage ist, die Effektivität von Stimula
tionsimpulsen aufgrund der Nachpotentialschwankungen von
ineffektiven Stimulationsimpulsen zu unterscheiden.
In dem Artikel The Autodiagnostic Pacemaker von A.
Auerbach in Pace, vol. 2, 58 bis 68, 1979, ist ein
autodiagnostischer Schrittmacher beschrieben, der in der
Lage ist, ebenfalls effektive von ineffektiven Stimula
tionsimpulsen zu unterscheiden. Ein ähnliches Verfahren
wird auch von H.J. Th. Thalen in dem Artikel Evoked
Response Sensing as Automatic Control of the Pacemaker
Output in: G.A. Feruglio: Cardiac Pacing, Piccin Medical
Books, Padova 1982, 1229 bis 1234, erläutert.
Die Idee einer automatischen Bestimmung der Reizschwelle
trägt dem Sicherheitsgedanken Rechnung, so daß nicht durch
eine fälschlich zu geringe Einstellung der abgegebenen
Energie die Schrittmacherimpulse ineffektiv werden, und der
Patient daraus möglicherweise eine Asystolie erleidet.
In allen diesen Arbeiten werden jedoch keine Angaben dahin
gehend gemacht, zu welchem Zeitpunkt, d.h. mit welcher Im
pulsdauer und mit welcher Impulsamplitude ein gegebener
Patient optimal hinsichtlich einer energiesparenden
Arbeitsweise bei gleichzeitiger Erhaltung der größtmögli
chen Sicherheit versorgt ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Herz
schrittmacher zu beschreiben, der den individuellen Ener
giebedarf, der für eine sichere und effektive Stimulation
benötigt wird, jeweils auf das mögliche Minimum anpaßt, und
somit die zur Verfügung stehende elektrische Energie
möglichst optimal ausnutzt, um dadurch einen für den
Patienten noch weniger belastenden und noch kleineren
Herzschrittmacher zu ermöglichen.
Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die im kenn
zeichnenden Teil des ersten Patentanspruches angegebenen
Merkmale gelöst.
Die Erfindung basiert demnach auf der Erkenntnis, daß durch
die selbständige Messung der Reizschwelle durch den
Schrittmacher und durch Messungen bei unterschiedlichen
Impulsdauern und Impulsamplituden die Rheobase, die als
Strom- oder als Spannungsrheobase (I 0 bzw. U 0) beschrieben
werden kann, ermittelt werden kann. Ebenso kann durch
mindestens zwei Messungen mit unterschiedlichen Impuls
dauern bzw. Impulsamplituden auch die Chronaxie bestimmt
werden. Eine Stimulation mit einer Impulsdauer, die der
Chronaxie entspricht, stellt die optimale Energieausnutzung
dar. Die wiederholt auszuführende Ermittlung von Reiz
schwellenwerten und der Chronaxie trägt dazu bei, die
Impulsabgabe und somit die Energieabgabe den wechselnden
Bedürfnissen des Patienten anzupassen. Dabei spielt es für
den einzelnen Herzschrittmacher keine Rolle, mit welcher
Elektrode das Herz stimuliert wird, auch z.B. ältere
energetisch ungünstigere Elektroden werden ebenso auf ihre
optimalen Stimulationseigenschaften hin überprüft wie
energetisch günstigere Elektroden. Durch die wiederholte
Bestimmung der entsprechenden Parameter wird auch eine
Anpassung an die unterschiedlichen Schwankungen in der
Reizschwellenkurve innerhalb des individuellen Patienten
berücksichtigt. So kennt man z.B. tageszeitliche Schwankun
gen der Reizschwellenkurve, Einflüsse von Medikamentenein
nahmen, Veränderungen des Elektrolythaushaltes sowie
Veränderungen der Reizschwelle aufgrund von
intermittierenden Ischämien. Da mehr als die Hälfte aller
Schrittmacherpatienten an einer Durchblutungsstörung des
Herzmuskels leidet, kommt diesem Aspekt besondere Bedeutung
zu.
Die Erfindung kann auch im Zusammenhang mit einem externen
Programmiergerät benutzt werden. Mit bekannten Methoden
wird hierzu die Reizschwelle des jeweiligen Herzschrittma
cherpatienten bestimmt. Aus diesen Messungen kann dann die
Chronaxie und die Spannungsamplitude für die Stimulations
impulse berechnet werden. Diese Daten können dann über
ein Telemetriesystem zu dem implantierten Herzschrittma
cher des Patienten übertragen werden, so daß dessen Logik
entsprechend eingestellt wird.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unter
ansprüchen hervor.
Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel anhand der
Zeichnung näher erläutert. In dieser stellen dar:
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltdiagramm eines Herz
schrittmachers gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ein Diagramm der Rheobase;
Fig. 3 ein Diagramm für den Energieverbrauch eines Herz
schrittmachers zur Stimulation eines Herzens;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines externen Pro
grammiergerätes und eines telemetrisch programmier
baren Herzschrittmachers.
Die wesentlichen Bestandteile eines Herzschrittmachers 1
sind eine Batterie 2, ein Impulsgenerator 3, eine Stimula
tionselektrode 4, ein Sensor 5, eine Auswerteschaltung 6
und eine Logik 7. Mit dem Sensor 5 werden ein oder mehrere
physiologische Parameter eines Herzschrittmacherträgers
ermittelt. Dieser Sensor kann z.B. ein Temperatursensor,
ein Aktivitätssensor oder eine Kombination aus mehreren
Sensoren sein. Die Signale dieses Sensors werden in der
Auswerteschaltung 6 bewertet und in der Logik nach vorgege
benen Kriterien weiterverarbeitet. In der Logik wird dann
die notwendige Stimulationsfrequenz berechnet, die der
momentanen Belastung des Herzschrittmacherträgers adäquat
ist. Die Logik steuert dann den Impulsgenerator 3 an, der
entsprechend Stimulationsimpulse an die Elektrode 4 lie
fert. Die Batterie 2 versorgt die einzelnen Schaltungskom
ponenten des Herzschrittmachers mit Energie. Hierbei ist
zusätzlich noch ein Wandler 8, z.B. in Form eines
Spannungsteilers vorgesehen, der die Batteriespannung in
mehrere Spannungswerte aufteilt, die dann für die Versor
gung der einzelnen Komponenten des Herzschrittmachers
herangezogen werden können. Die Ausgänge des Wandlers, die
demnach mehrere Spannungen führen, sind mit einer Auswahl
schaltung 9 verbunden, die von der Logik 7 ansteuerbar
ist. Die Auswahlschaltung wirkt dann auf den Impulsgenera
tor 3. Die Logik 7 legt somit über die Auswahlschaltung 9
die Spannungsamplitude der Stimulationsimpulse für die
Elektrode 4 fest. Außerdem wird durch die Logik 7 noch die
Impulsdauer der Stimulationsimpulse bestimmt. Die Logik
steuert aufgrund dieser noch zu erläuternden Berechnung
eine Auswahlschaltung, z.B. in Form eines Zeitgliedes 10
an, das auf den Impulsgenerator wirkt.
Bei dem beschriebenen Herzschrittmacher wird zusätzlich
noch die Herzaktivität ermittelt, um auf diese Weise die
Reizschwelle bzw. die Kennlinie der Rheobase zu ermitteln.
Dies kann z.B. dadurch erfolgen, daß die Logik 7 die Im
pulsdauer der Stimulationsimpulse durch entsprechende An
steuerung des Impulsgenerators 3 über die Auswahlschaltung
10 bei einer konstanten Spannung der Stimulationsimpulse
so weit erniedrigt, bis keine Herzaktivität mehr festge
stellt wird. Diese Aktivitätsprüfung erfolgt mit Hilfe der
Stimulationselektrode 4, die in diesem Falle gleichzeitig
als Meßelektrode dient. Die Signale werden einer Meßschal
tung 11 zur Bestimmung der Rheobase zugeführt, die entspre
chende Signale an die Logik 7 liefert, die dann die Kennli
nie bestimmt. Anstatt die Stimulationselektrode 4 als Meß
elektrode zu verwenden, ist es auch möglich, wie in Fig.
1 gestrichelt dargestellt, einen zusätzlichen Sensor 12 für
die Herzaktivität zu verwenden, der dann entsprechende Sig
nale an die Meßschaltung 11 liefert.
Die Bestimmung der Reizschwellenkurve sei anhand der Fig.
2 näher erläutert. Dort ist die Impulsamplitude als Span
nungswert U über der Impulsdauer t der Stimulationsimpulse
aufgetragen. Diese Reizschwellenkurve kann entweder als
Spannungs- oder als Stromkennlinie aufgetragen werden. Die
Formel für die Reizschwellenkurve entspricht der obigen
Gleichung (2). Die entsprechende Stromkennlinie hat die
gleiche Gestalt, wobei anstelle der Spannungswerte die
Stromwerte eingesetzt werden. Die Reizschwellenkurve hat
die Form einer in dem Quadranten um den Wert U₀ in positi
ver Richtung versetzten Hyperbel. Zur Bestimmung der Im
pulsdauer und der Impulsamplitude für die Stimulationsim
pulse bei geringstmöglicher Energie wird die Reizschwelle
z.B. bei zwei festen Spannungswerten U 1 und U 2 dadurch be
stimmt, daß die Impulsdauer mit Hilfe der Logik 7 über die
Auswahlschaltung 10 so lange variiert wird, bis gerade
noch Herzaktivität vorliegt. Hieraus werden die zugeordne
ten Impulsdauern t 1 und t 2 berechnet. Die Impulsdauer t 2
ist ein Vielfaches der Impulsdauer t 1. Anhand der obigen
Gleichung (2) ergeben sich für die beiden bekannten Span
nungswerte U 1 und U 2 demnach folgende Formeln:
Hieraus ergibt sich aus Umformulierung der Wert für U₀ zu
und der Wert für die Chronaxie t c zu
Aus einer einfachen Messung zweier Punkte auf der Reiz
schwellenkurve können somit die Chronaxie und die zugehöri
ge Stimulationsspannung 2U 0 bestimmt werden. Eine Stimula
tion des Herzens wäre mit Impulsen mit diesen Werten gera
de noch ausreichend und zeigte den geringsten Energiever
brauch. Dies ist auch aus Fig. 3 ersichtlich, in der für
die Reizschwellenkurve gemäß Fig. 2 der Energieverbrauch
aufgetragen ist. Man sieht, daß bei Impulsen mit einer
Dauer entsprechend der Chronaxie der Energieverbrauch am
geringsten ist, sich bei Impulsen mit kürzerer Zeitdauer
sehr rasch erhöht und für Impulse mit längerer Zeitdauer
allmählich ansteigt.
Es ist natürlich nicht sinnvoll, eine Stimulation mit den
vorgegebenen Werten vorzunehmen, da diese direkt
auf der Reizschwellenkurve liegen. Aus diesen Gründen wird
eine Sicherheitsmarge hinzugeschlagen, um in jedem Falle
eine zuverlässige Stimulation des Herzens zu erreichen.
Dies kann dadurch geschehen, daß entweder die Spannungs
amplitude oder die Impulsdauer angehoben werden. Durch die
Bestimmung der Reizschwellenkurve gemäß der Erfindung und
der Chronaxie braucht diese Sicherheitsmarge nur 20% bis
30% betragen. Vorzugsweise wird hierzu die Impulsdauer
entsprechend angehoben, da die für eine Stimulation notwen
dige Energie in diesem Bereich nur relativ langsam
ansteigt. Eine solche, auf Sicherheit bedachte Einstellung
mit Hilfe der Impulsdauer ist aufgrund der nur diskret zur
Verfügung stehenden Spannungsniveaus auch wesentlich einfa
cher, da die Zeitschaltung zur Lieferung einer Vielzahl
von Impulsdauern ausgelegt sein kann.
Obwohl im vorhergehenden der Aufbau der Schaltung für den
Herzschrittmacher aus diskreten Elementen geschildert wur
de, ist es selbstverständlich denkbar, diese Elemente auch
als Funktionen eines Prozessors, d.h. in diesem Falle der
Logik zu begreifen.
Die beschriebenen Messungen zur Bestimmung der Rheobase
und daraus der Bestimmung der optimalen Stimulation hin
sichtlich Impulsdauer und Impulsamplitude werden in Inter
vallen bestimmt, die durch die Logik selbst vorgegeben wer
den. Die Logik ist hierbei so programmiert, daß diese Mes
sungen nach der Implantation eines Herzschrittmachers rela
tiv häufig, z.B. im Stunden- oder Halbtagesrhythmus durch
geführt werden. Hiermit können Änderungen der Rheobase
z.B. im Tageszeitrhythmus und insbesondere nach Implanta
tion des Herzschrittmachers berücksichtigt werden. Nach
einer gewissen Zeit stabilisiert sich die Rheobase und die
Änderungen der Rheobase werden im wesentlichen durch Tages
zeitschwankungen bestimmt. Ist diese Stabilisationsphase
eingetreten, so können die Messungen in größeren Interval
len durchgeführt werden.
In Fig. 4 ist ein externes Programmiergerät 21 für einen
Herzschrittmacher 22 dargestellt. Mit dem externen Program
miergerät wird in herkömmlicher Weise die Reizschwelle
eines Herzschrittmacherträgers bestimmt. Angedeutet sind
in dem Programmiergerät 21 lediglich die dazu notwendige
Meßschaltung 23 und eine Logik 24. Aus den gemessenen Wer
ten für die Reizschwelle werden, wie oben beschrieben, die
optimale Impulsdauer und Impulsamplitude für die Stimula
tionsimpulse des Herzschrittmachers mit einer gewissen
Sicherheitsmarge bestimmt. Das externe Programmiergerät
weist ferner einen Telemetriesender 25 auf, mit dem die so
errechneten Daten dem implantierten Herzschrittmacher 22
übermittelt werden können. Hierzu weist der Herzschrittma
cher 26 einen Telemetrieempfänger auf, der mit der Logik
27 des Herzschrittmachers 22 verbunden ist. Die Logik 27
steuert dann einen Impulsgenerator 28 für eine hier nur an
gedeutete Stimulationselektrode 29. Die übrigen Teile des
Herzschrittmachers, so z.B. Sensoren für physiologische
Parameter und die zugehörigen Auswerteschaltungen, sind
bei diesem Ausführungsbeispiel fortgelassen. Die in dem
externen Programmiergerät 21 errechneten Werte für Impuls
dauer und Impulsamplitude der Stimulationsimpulse werden
auf einer Anzeige 30 angezeigt. Diese Werte werden von ei
nem behandelnden Arzt kontrolliert und gegebenenfalls ver
ändert. Zum Übertragen dieser Werte zum Herzschrittmacher
22 ist eine Bestätigungstaste 31 vorgesehen, die das Tele
metriesystem aktiviert. Telemetrisch programmierbare Herz
schrittmacher sind an sich bekannt, so daß sich hier eine
weitere Beschreibung der Einzelheiten erübrigt.
Claims (12)
1. Herzschrittmacher mit einer Vorrichtung zur automati
schen Bestimmung der Reizschwelle, dadurch gekennzeich
net, daß die interne Logik den jeweils energetisch
günstigsten Stimulationsmodus hinsichtlich Impulsampli
tude und Impulsdauer errechnet und einstellt.
2. Herzschrittmacher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Bestimmung der Reizschwellenkurve durch Er
mittlung der notwendigen Impulsamplitude bei
unterschiedlicher Impulsdauer erfolgt.
3. Herzschrittmacher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Bestimmung der Reizschwelle durch Ermitt
lung der notwendigen Impulsdauer bei unterschiedlichen
Impulsamplituden erfolgt.
4. Herzschrittmacher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß mehrere, jedoch mindestens zwei Meßwertpaare
aus unterschiedlichen Impulsdauern und Impulsamplituden
zur Ermittlung der jeweiligen Reizschwellenkurve heran
gezogen werden.
5. Herzschrittmacher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß wiederholte Bestimmungen der Reizschwellenkurve
in freiwählbaren Zeitintervallen erfolgen.
6. Herzschrittmacher nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die interne Logik des Schrittmachers
die Abfolge dieser Zeitintervalle bestimmt.
7. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß aus den Berechnungen der
Reizschwellenkurve die interne Logik des Herzschrittma
chers die energetisch günstigste Stimulationsform ein
stellt, indem die Logik, die zum Zeitpunkt der
Chronaxie notwendige Impulsamplitude bzw. unter Berück
sichtigung einer frei wählbaren Sicherheitsschwelle ein
entsprechendes Vielfaches dieser Impulsamplitude zum
Zeitpunkt der Chronaxie einstellt.
8. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die individuell energetisch
günstigste Stimulationsform unter Berücksichtigung
der im Schrittmacher herrschenden Bedingungen vom theo
retisch günstigsten Zeitpunkt der Chronaxie abweichen
kann.
9. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die interne Logik, die für
die jeweilige Batterieart, Spannung, Schaltungsaufbau
und technischen Möglichkeiten des einzelnen Herzschritt
machersystemes optimale Stimulationsart hinsichtlich
Impulsdauer und Impulsamplitude errechnet und einstellt,
auch wenn diese vom theoretisch optimalen Zeitpunkt der
Chronaxie abweichen sollte.
10. Externes Programmiergerät zum Programmieren eines Herz
schrittmachersystems mit einem im externen Programmier
gerät befindlichen Telemetriesystem, dadurch gekenn
zeichnet, daß mit Hilfe einer Vorrichtung zur automati
schen Bestimmung der Reizschwelle die interne Logik des
Herzschrittmacher-Programmiergeräts den jeweils energe
tisch günstigsten Stimulationsmodus hinsichtlich Impuls
dauer und Impulsamplitude errechnet.
11. Externes Programmiergerät nach Anspruch 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß die energetisch günstigsten Werte an
gezeigt und eingestellt werden.
12. Externes Programmiergerät nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Einstellung eines
als optimal erachteten Wertes erst nach Bestätigung
weiterleitbar ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3816042A DE3816042A1 (de) | 1988-05-10 | 1988-05-10 | Energiesparender herzschrittmacher |
| US07/347,435 US4979507A (en) | 1988-05-10 | 1989-05-03 | Energy saving cardiac pacemaker |
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| DE3816042A DE3816042A1 (de) | 1988-05-10 | 1988-05-10 | Energiesparender herzschrittmacher |
Publications (1)
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|---|---|
| DE3816042A1 true DE3816042A1 (de) | 1989-11-23 |
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| EP0410954A3 (en) * | 1989-07-27 | 1992-08-12 | Todd J. Cohen | Hemodynamically responsive system for and method of treating a malfunctioning heart |
| DE4013048A1 (de) * | 1990-04-24 | 1991-10-31 | Siemens Ag | Anordnung zur gewebestimulation |
| DE4013048B4 (de) * | 1990-04-24 | 2004-07-08 | St. Jude Medical Ab | Anordnung zur Gewebestimulation |
| WO1992003182A1 (en) * | 1990-08-14 | 1992-03-05 | Medtronic, Inc. | Rate responsive pacemaker and methods for optimizing its operation |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US4979507A (en) | 1990-12-25 |
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