DE3815989A1 - Wirbelbettreaktor - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Wirbelbettreaktor für die
pyrolytische Behandlung von Ausgangsmaterial, insbeson
dere Kohlenwasserstoffe enthaltendem Abfallmaterial, mit
mindestens einem in den Pyrolyseraum ragenden Mantel
strahlheizrohr, dessen Flammrohr von einem Rauchgas-
Rückströmkanal umgeben ist.
In einem bekannten Wirbelbettreaktor dieser Art sind
Mantelstrahlheizrohre angeordnet, die durch Gas beheizt
werden und zur Erhitzung des Wirbelbettes dienen
(Chem.-Ing.-Tech. 55 (1983) Nr.1, S. 56-57, Synopse
1059). Da die Gefahr besteht, daß die insbesondere mit
dem Abfallmaterial und den Pyrolysezuschlagstoffen in
Berührung stehenden Heizmäntel der Mantelstrahlheizrohre
während des Betriebs sehr rasch verschmutzen mit der
Folge einer Überhitzung und Beschädigung, ist eine Tem
peraturüberwachung erforderlich. Eine Überhitzung kann
auch durch Betriebsstörungen ausgelöst sein. Hierbei ist
eine möglichst rasche Erfassung von Temperaturänderun
gen, insbesondere Temperaturerhöhungen des Mantelstrahl
heizrohres wünschenswert, damit erforderlichenfalls Ge
genmaßnahmen wie Leistungsminderung oder Abschaltung des
betroffenen Mantelstrahlheizrohres in die Wege geleitet
werden können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Wirbelbettreaktor der eingangs genannten Art anzugeben,
dessen Betriebssicherheit durch eine rasch ansprechende
Temperaturüberwachung des Mantelstrahlheizrohres gestei
gert ist. Darüber hinaus sollen die hierzu erforderli
chen Maßnahmen einfach und daher kostengünstig durchzu
führen sein.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht bei einem Wirbelbett
reaktor der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dar
in, daß mindestens ein Thermoelement an seinem meßakti
ven Ende in einem im Verhältnis zum Flammrohrdurchmesser
kleinen Metallkörper angeordnet ist, der im heißen End
bereich des Flammrohres auf dessen Außenseite wärmelei
tend befestigt ist und in den Rückströmkanal ragt.
Der meßaktive Teil des Thermoelementes ist also in einem
kleinen Metallkörper angeordnet, der im heißesten Be
reich des Flammrohres auf diesem befestigt ist und in
den Rückströmkanal ragt. Das Thermoelement erfaßt daher
nicht nur Temperaturänderungen, insbesondere Temperatur
erhöhungen, des thermisch sehr hoch belasteten Flammroh
res, sondern auch Temperaturänderungen der im Rückström
kanal strömenden Rauchgase. Da bei einer Verschmutzung
des Heizmantels, der unter Bildung des Rückströmkanals
das Flammrohr umgibt, seine Wärmeabgabe an das Wirbel
bett vermindert ist, führt dies zu einer Tempera
tursteigerung des Heizmantels und somit zu Temperaturer
höhungen der Rauchgase und des Flammrohres. Diese beiden
Temperaturerhöhungen werden durch die erfindungsgemäße
Anordnung des Thermoelements sehr rasch erfaßt, so daß
Gegenmaßnahmen vor einer Beschädigung des Mantelstrahl
heizrohres ergriffen werden können.
Vorteilhaft ist es, mehrere Thermoelemente im heißesten
Bereich des Flammrohres insbesondere am Umfang verteilt
anzuordnen, damit Temperatursteigerungen großflächig
erfaßt werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht
nun darin, daß zwischen dem Metallkörper und das Flamm
rohr ein metallisches Zwischenstück eingefügt ist, das
an die Profile von Flammrohr und Metallkörper angepaßt
ist. Hierdurch wird die Befestigung des Metallkörpers am
Flammrohr erleichtert und je nach Dicke des Zwischen
stücks die Möglichkeit geschaffen, den Metallkörper mehr
oder weniger weit in den Rückströmkanal ragen und somit
mehr oder weniger vom Rauchgas beaufschlagen zu lassen,
so daß dessen Temperatur mehr oder weniger die Tempera
turmessung beeinflußt. Hierdurch läßt sich eine Gewich
tung des Einflusses der beiden den Metallkörper beein
flussenden Temperaturen, nämlich Flammrohr- und Rauch
gastemperatur, erzielen.
Um raschen Temperaturänderungen folgen zu können, ist es
zweckmäßig, daß der Metallkörper eine Masse aufweist,
die gering ist im Verhältnis zu seiner Oberfläche. Weist
nun auch das Zwischenstück eine Masse auf, die gering
ist im Verhältnis zu den Berührungsflächen zwischen Zwi
schenstück und Flammrohr sowie zwischen Zwischenstück
und Metallkörper, so kann das Zwischenstück Temperatu
ränderungen des Flammrohres sehr rasch folgen und an den
Metallkörper weiterleiten.
Zweckmäßig weist der Metallkörper ungefähr die Form ei
nes Quaders auf, dessen Längsachse ungefähr in Richtung
der Flammrohrlängsachse verläuft, wobei das meßaktive
Ende des Thermoelements in einem Längskanal des Metall
körpers angeordnet ist.
Eine andere, bevorzugte Weiterbildung der Erfindung be
steht darin, daß der Längskanal an dem Ende, das dem
Kopf des Mantelstrahlheizrohres abgewandt ist, durch
einen Boden verschlossen ist, und daß die Verbindungs
stelle der Thermodrähte des Thermoelementes in eine
Längsbohrung des Bodens eingeschweißt ist. Hierdurch ist
die meßaktive Verbindungsstelle der Thermodrähte gegen
Angriffe durch die Atmosphäre der Rauchgase geschützt
und gleichzeitig ein guter Kontakt zwischen Metallkörper
und Verbindungsstelle gewährleistet.
Damit temperaturbedingte Längenänderungen des Mantel
strahlheizrohres das Thermoelement nicht beeinflussen,
empfiehlt es sich, daß das Thermoelement vom Metallkör
per zum kalten Ende des Flammrohres mäander- oder wel
lenförmig auf dem Flammrohr geführt ist und am Kopf des
Mantelstrahlheizrohres an einer Dichtstelle in den
Außenraum übertritt.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung gehen aus
der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
im Zusammenhang mit der schematischen Zeichnung hervor.
Hierbei zeigt:
Fig. 1 einen vertikalen Zentralschnitt durch einen
Wirbelbettreaktor gemäß der Erfindung,
Fig. 2 ein Mantelstrahlheizrohr des Wirbel
bettreaktors als Einzelheit in zentralem Ver
tikalschnitt sowie in liegender, vergrößerter
Darstellung,
Fig. 3 die Einzelheit III der Fig. 2 in größerer Dar
stellung,
Fig. 4 einen Schnitt durch den Gegenstand der Fig. 3
entsprechend der Schnittlinie IV-IV, wobei
hinter der Schnittebene liegende Teile nicht
dargestellt sind,
Fig. 5 den Bereich V der Fig. 3 in vergrößertem Ver
tikalschnitt und
Fig. 6 einen Ausschnitt des Flammrohres samt Metall
körper in einer Ansicht aus Richtung VI der
Fig. 2 in vergrößerter Darstellung.
Der in Fig. 1 dargestellte stehende Wirbelbettreaktor
weist ein zylindrisches Oberteil 10 auf, an das sich ein
nach unten verjüngendes Unterteil 12 anschließt. Das
Oberteil ist an seinem oberen Ende durch eine Decke 14
verschlossen, an der mehrere gerade Mantelstrahlheizroh
re 16 vertikal befestigt sind derart, daß die Köpfe 18
der Mantelstrahlheizrohre außerhalb des Pyrolysereaktors
sind, die wärmeabgebenden Bereiche dagegen in den Pyro
lyseraum 20 ragen. Die Mantelstrahlheizrohre erstrecken
sich hierbei ungefähr bis zum Übergang des Oberteils 10
in das Unterteil 12. Die Mantelstrahlheizrohre sind
hierbei über den Querschnitt des Pyrolyseraums 20
gleichmäßig verteilt angeordnet und tauchen in das im
Pyrolyseraum 20 ausgebildete Wirbelbett 22 ein.
Während des Betriebes wird in das im Pyrolyseraum 20
vorhandene Wirbelmaterial, das vorzugsweise aus feinkör
nigem Sand besteht, ein Wirbelgas durch die Wirbelgas
leitungen 24 in den Pyrolyseraum eingeleitet, so daß der
Sand aufgewirbelt wird und das Wirbelbett 22 entsteht.
Das für die thermische Zersetzung vorgesehene Abfallma
terial wird durch eine geeignete und durch einen Pfeil
26 angedeutete Fördereinrichtung in den unteren Bereich
des Wirbelbettes 22 eingebracht. Das bei der thermischen
Zersetzung entstehende Pyrolysegas wird am oberen Endbe
reich des Pyrolyseraums durch eine Rohrleitung 28 abge
zogen und weiterverarbeitet, der Pyrolyserückstand wird
am unteren Ende des Pyrolyseraums durch einem Aus
tragstutzen 30 entfernt.
Weitere Ausführungen über Wirbelbettreaktoren dieser Art
sind in der DE-OS 35 23 653 enthalten.
Zur Beheizung des Wirbelbettes auf die erforderliche
Betriebstemperatur von ungefähr 400 bis 900° Celsius
werden die Mantelstrahlheizrohre 16 durch Gas beheizt.
Hierzu wird an den Köpfen 18 der Mantelstrahlheizrohre
ein Heizgas durch die Stutzen 32 zugeführt, die erfor
derliche Verbrennungsluft wird durch die Stutzen 34 ein
geleitet, wogegen die Abgase durch die Stutzen 36 abzie
hen. Mantelstrahlheizrohre dieser Art sind z.B. durch
die DE-AS 18 11 155 bekanntgeworden. Sie zeichnen sich
durch hohe Heizleistung aus und dienen im vorliegenden
Fall zur indirekten Beheizung des Wirbelbettes 22.
Fig. 2 zeigt ein Mantelstrahlheizrohr 16 als Einzelheit
im zentralen Vertikalschnitt in gegenüber Fig. 1 vergrö
ßerter, liegender Darstellung. Das Mantelstrahlheizrohr
16 weist einen äußeren geraden ringzylindrischen metal
lischen Heizmantel 33 auf, der an seinem einen Ende die
Decke 14 des Wirbelbettreaktors durchdringt, im Außen
raum 35 endet und dort Bestandteil ist des Mantelstrahl
heizrohr-Kopfes 18. Hierbei ist der Heizmantel 33 durch
einen Ringflansch 40 gasdicht an der Außenseite der
Decke 14 festgelegt. Der Heizmantel 33 ragt größtenteils
in den Pyrolyseraum 20 und ist an seinem in der Zeich
nung linken Ende durch eine geeignete metallische Platte
42 gasdicht verschlossen. Innerhalb des Heizmantels ist
das gerade, ringzylindrische Flammrohr 44 koaxial ange
ordnet und endet mit seinem heißen, in der Zeichnung
linken Ende mit Abstand vor der Platte 42 unter Bildung
einer Wendekammer 46 für die Rauchgase. Der äußere
Durchmesser des metallischen Flammrohres ist so gewählt,
daß zwischen dem Flammrohr 44 und dem Heizmantel 33 ein
ringzylindrischer Rauchgas-Rückströmkanal 48 von geeig
netem Querschnitt entsteht. Das in der Zeichnung rechte
Ende des Flammrohres 44 überragt den Heizmantel 33, der
Ringspalt zwischen Heizmantelende und Flammrohr 44 ist
durch eine Kreisringscheibe 50 gasdicht verschlossen.
In der Flammrohrlängsachse 52 verläuft ein Düsenstock
54, der mit Abstand vor dem heißen und in der Zeichnung
linken Endbereich 58 des Flammrohres endet. Der Düsen
stock ist an dem in der Zeichnung rechten Ende des
Flammrohres durch dessen Verschlußplatte 60 in den Au
ßenraum geführt und bildet dort den Stutzen 32, durch
den das Brenngas einer am linken Ende des Düsenstockes
angeordneten Brennerdüse 64 zugeführt wird.
Im Bereich des Mantelstrahlheizrohr-Kopfes 18 ist am
Flammrohr 44 der angedeutete Stutzen 34 für die Zufuhr
der Verbrennungsluft radial angeordnet. Die Abfuhr der
Abgase erfolgt ebenfalls am Mantelstrahlheizrohr-Kopf
durch den radialen Stutzen 36, der am Heizmantel 33 an
geordnet ist.
Im heißen Endbereich ist auf der Außenseite des Flamm
rohres 44 der Metallkörper 66 angeordnet, in dem das
meßaktive Ende des Thermoelementes 68 vorgesehen ist,
wobei in Fig. 2 das Thermoelement 68 durch eine gestri
chelte Linie angedeutet ist. Das Thermoelement verläuft
entlang der Außenseite des Flammrohres 44 zum Kopf 18
des Mantelstrahlheizrohres und ist dort gasdicht in ra
dialer Richtung in den Außenraum 35 geführt. Der Abstand
des Metallkörpers 66 vom in der Zeichnung linken Ende
des Flammrohres beträgt ungefähr das 0,5- bis 2-fache
des Flammrohrdurchmessers.
In den Fig. 3 bis 5 ist der Aufbau und die Anordnung
des Metallkörpers 66 näher dargestellt. Wie zu erkennen
ist, besitzt der Metallkörper 66 etwa die Form eines
Quaders, dessen Längsachse ungefähr in Richtung der
Flammrohrlängsachse 52 verläuft. Die Länge des Metall
körpers ist ungefähr gleich dem 5- bis 10-fachen der
Wanddicke des Flammrohres 44, die Breite und Dicke des
Metallkörpers ist ungefähr gleich dem 1,5- bis 4-fachen
der Wandstärke des Flammrohres 44. Zwischen dem Metall
körper 66 und dem Flammrohr 44 ist ein metallisches Zwi
schenstück 74 eingefügt. Die Dicke des Zwischenstückes
in Richtung der Flammrohrlängsachse 52 ist geringer als
die Länge des Metallkörpers 66, die Haupterstreckung des
Zwischenstückes 74 ist bezüglich des Flammrohres 44 in
tangentialer Richtung. Das Zwischenstück 74 weist hier
bei eine derartige Aussparung auf, daß es sich satt an
die Außenwand des Flammrohrs 44 anlegt und andererseits
guten Kontakt zum Metallkörper 66 aufweist, wie insbe
sondere aus den Fig. 3 und 4 ohne weitere Erläuterun
gen klar zu ersehen ist.
Die tangentiale Länge des Zwischenstückes 74 beträgt un
gefähr das 1,5- bis 3-fache der Breite des Metallkörpers
66 in tangentialer Richtung. Die Befestigung des Metall
körpers 66 samt Zwischenstückes 74 am Flammrohr 44 er
folgt zweckmäßig durch in Fig. 4 angedeutete Schrauben
76 oder vorteilhafter durch gegenseitige Verschweißung.
Wie aus den Fig. 3 bis 5 zu erkennen ist, besitzt der
Metallkörper 66 einen ungefähr in seinem Zentrum in
Richtung der Flammrohrlängsachse 52 verlaufenden Längs
kanal 78, vorzugsweise in Form einer Bohrung, die vom
kopfseitigen Ende des Mantelstrahlheizrohres her in den
Metallkörper 66 eingearbeitet ist.
Im Längskanal 78 endet das Thermoelement 68, das zwei
Thermodrähte 80 aufweist, die in einer runden, feuerfe
sten elektrischen Isolierung 82 angeordnet sind. Die
lichte Weite des Längskanals 78 und das Profil der Iso
lierung 82 sind hierbei derart aufeinander abgestimmt,
daß das Thermoelement 68 gasdicht im Längskanal 78 en
det. Das Thermoelement besteht im vorliegenden Fall
zweckmäßig aus dem Thermopaar NiCr-Ni oder PtRh-Pt, die
Dicke der Thermodrähte beträgt ungefähr 0,5 bis 1 mm.
In Fig. 5 ist der in der Zeichnung linke Endbereich des
Metallkörpers 66 vergrößert dargestellt. Man erkennt das
Thermoelement 68, dessen Isolierung mit geringem Abstand
vor dem Boden 84 des Metallkörpers 66 endet. Die Thermo
drähte 80 sind in axialer Richtung aus der Isolierung 82
herausgeführt und durch eine Schweißperle 86 miteinander
verbunden, wobei die Schweißperle 86 den eigentlichen
Temperaturaufnehmer bildet.
Die Schweißperle 86 ist in einer zum Längskanal 78 unge
fähr koaxialen Längsbohrung 88 des Bodens 84 einge
bracht, wobei die Längsbohrung 88 den Boden 84 durch
dringt. Die lichte Weite der Längsbohrung 88 ist so ge
wählt, daß sie die Schweißperle 86 gerade aufnehmen
kann. Im allgemeinen beträgt ihre lichte Weite ungefähr
das 0,3- bis 0,5-fache der lichten Weite des Längskanals
78. In axialer Richtung befindet sich die Schweißperle
86 im mittleren Bereich des Bodens 84. Zur Festlegung
und zur gut wärmeleitenden Verbindung der Schweißperle
mit dem Boden 84 des Metallkörpers ist der restliche
linke Teil der Längsbohrung 88 durch Verschweißung mit
Schweißmaterial 90 vorzugsweise gasdicht ausgefüllt, wie
dies deutlich aus Fig. 5 zu ersehen ist.
Aus Fig. 6 ist die Verlegung des Thermoelements 68 auf
der Außenseite des Flammrohres 44 dargestellt. Man er
kennt, daß das Thermoelement 68 in Wellen- oder Mäander
form vom Metallkörper 66 zum Kopf 18 des Mantelstrahl
heizrohres geführt ist. Die Wellenlänge beträgt 10 bis
30 cm, die Amplitude 3 bis 8 cm. Hierbei ist das Thermo
element 68 mit gleichmäßig verteilt angeordneten und in
geeigneter Weise am Flammrohr 44 befestigten Schellen 92
auf der Außenseite des Flammrohres 44 festgelegt. Am
Kopf 18 ist das Thermoelement an der Dichtstelle 70
durch den Heizmantel 33 radial nach außen zu einer Tem
peraturvergleichsstelle und zu geeigneten Temperaturan
zeige- und/oder Überwachungsgeräten geführt. Die Überwa
chungsgeräte beeinflussen die Heizleistung der Mantel
strahlheizrohre durch Verändern der Brenngaszufuhr. Dies
ist in den Figuren nicht dargestellt. Die Durchtritts
telle des Thermoelements durch den Heizmantel 33 ist in
geeigneter Weise, insbesondere durch eine Stopfbüchse,
abgedichtet.
Während des Betriebs strömt Brenngas durch den Düsen
stock 32 zur Düse 64 und tritt dort in das Flammrohr 44
aus. Hier verbrennt das Brenngas mit Hilfe der durch den
Stutzen 34 in das Flammrohr eingeführten Verbrennungs
luft. Die hierbei entstehenden Rauchgase treten in die
Wendekammer 46 ein, werden hier umgelenkt und strömen
durch den Rückströmkanal 48 zum Stutzen 36, der die
Rauchgase abführt.
Der Heizmantel 33, der für die Erwärmung des Wirbelbet
tes 20 auf 400 bis 1000°C vorgesehen ist, wird durch
die in der Wendekammer 46 und im Rückströmkanal 48 flie
ßenden Rauchgase erhitzt. Da im Flammrohr 44 die Ver
brennung des Brenngases stattfindet, wird das Flammrohr
sehr stark erhitzt, insbesondere in jenem Bereich, der
der Wendekammer 46 benachbart ist. Dieser Bereich ist
daher als heißer Endbereich 58 bezeichnet worden. Infol
ge der hohen Temperatur des Flammrohres 44 gibt dieses
Wärme durch Strahlung an den Heizmantel 33 ab, der Heiz
mantel ist demnach durch Konvektionswärme, die von den
Rauchgasen abgegeben wird, sowie durch Strahlungswärme
des Flammrohres 44 beheizt.
Da der Metallkörper 66 in den Rückströmkanal 48 ragt,
wird er zum einen durch die dort strömenden Rauchgase
beheizt. Eine weitere Beheizung erfolgt vom Flammrohr 44
her, und zwar einmal durch Wärmestrahlung des Flammroh
res sowie hauptsächlich durch Wärmeleitung über das Zwi
schenstück 74. Die vom Thermoelement an der Schweißperle
86 erfaßte Temperatur wird daher von der Rauchgastemper
atur im Rückströmkanal 48 und von der Temperatur des
Flammrohres 44 bestimmt. Änderungen, insbesondere Erhö
hungen, bereits einer dieser Temperaturen führen daher
zu entsprechenden raschen Änderungen der Temperatur des
Metallkörpers 66 und werden vom Thermoelement 68 erfaßt.
Je nach der Dicke des Zwischenstückes 74 (in Richtung
der Flammrohrlängsachse 52), der Größe seiner Kontakt
fläche mit dem Flammrohr 44 und seiner Höhe in radialer
Richtung des Flammrohres läßt sich die Wärmezufuhr zum
Metallkörper 66 durch Wärmeleitung und Konvektion beein
flussen: ist der Metallkörper 66 in radialer Richtung
weit in den Rückströmkanal 48 ragend angeordnet, so wird
die Wärmeübertragung vom Rauchgas her durch Konvektion
stark erhöht, wogegen infolge der großen radialen Höhe
des Zwischenstückes 74 die Wärmezufuhr durch Wärmelei
tung erschwert wird. Weist das Zwischenstück 74 in ra
dialer Richtung des Flammrohres dagegen geringe Höhe
auf, so daß der Metallkörper 66 gegenüber dem vorbe
schriebenen Fall weniger in den Rückströmkanal 48 ragt,
dann sind die Verhältnisse umgekehrt: Die Wärmeübertra
gung vom Rauchgas zum Metallkörper 66 ist geringer, die
Wärmezufuhr durch Wärmeleitung ist erhöht. Es läßt sich
daher durch entsprechende Ausbildung der Einfluß von
Rauchgas- und Flammrohrtemperatur auf den Metallkörper
auf den vorgegebenen Einzelfall abstimmen. Zweckmäßig
ist die Höhe des Zwischenstückes an der geringsten Stel
le ungefähr das 0,5 bis 2-fache der Wanddicke des Flamm
rohres 44.
Tritt nun während des Betriebs eine Verschmutzung der
Außenseite des Heizmantels 33 auf, z.B. durch Abfallma
terial, so wird die Wärmeabgabe des Heizmantels verring
ert mit der Folge, daß bei unveränderter Brenngaszufuhr
die Temperatur des Heizmantels 33 und somit auch die
Temperaturen von Rauchgas und Flammrohr 44 auf unzuläs
sige Werte ansteigen. Dieser Fall kann auch bei Be
triebsstörungen des Mantelstrahlheizrohres und/oder des
Wirbelbettes auftreten. Da ein solcher Anstieg zu Be
schädigungen des Mantelstrahlheizrohres führt, ist es
erforderlich, einen solchen Betriebszustand rasch zu
erfassen. Hierzu dient das mit seinem meßaktiven Teil im
Metallkörper 66 angeordnete Thermoelement. Aus den wei
ter oben genannten Gründen folgt die Temperatur des Me
tallkörpers 66 sehr rasch Temperaturänderungen von
Flammrohr und Rauchgas, schädliche Betriebszustände,
insbesondere ein Temperaturanstieg auf unzulässige Wer
te, des Mantelstrahlheizrohres und hauptsächlich des
Heizmantels 33 werden daher durch das Thermoelement 68
sehr rasch erfaßt, so daß bei Temperaturantieg zweckmä
ßig ein Signal ausgelöst wird und/oder Regeleingriffe
wie Drosselung oder Unterbrechung der Brenngaszufuhr
selbsttätig ausgelöst werden.
Durch die erfindungsgemäße Ausrüstung wird daher auf
einfache, kostengünstige Weise die Betriebssicherheit
eines Mantelstrahlheizrohres beim Einsatz in Wirbel
bettreaktoren erhöht.
Claims (8)
1. Wirbelbettreaktor für die pyrolytische Behand
lung von Ausgangsmaterial, insbesondere Kohlenwasser
stoffe enthaltendem Abfallmaterial, mit mindestens einem
in den Pyrolyseraum (20) ragenden Mantelstrahlheizrohr
(16), dessen Flammrohr (44) von einem Rauchgas-Rück
strömkanal (48) umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein Thermoelement (68) an seinem meßaktiven
Ende an einem im Verhältnis zum Flammrohrdurchmesser
kleinen Metallkörper (66) angeordnet ist, der im heißen
Endbereich (58) des Flammrohres (44) auf dessen Außen
seite wärmeleitend befestigt ist und in den Rückströmka
nal (48) ragt.
2. Wirbelbettreaktor nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwischen den Metallkörper (66) und das
Flammrohr (44) ein metallisches Zwischenstück (74) ein
gefügt ist, das an die Profile von Flammrohr (44) und
Metallkörper (66) angepaßt ist.
3. Wirbelbettreaktor nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß der Metallkörper (66) eine
Masse aufweist, die gering ist im Verhältnis zu seiner
Oberfläche.
4. Wirbelbettreaktor nach Anspruch 2 oder 3, da
durch gekennzeichnet, daß das Zwischenstück (74) eine
Masse aufweist, die gering ist im Verhältnis zu den Be
rührungsflächen zwischen Zwischenstück (74) und Flamm
rohr (44) einerseits sowie Zwischenstück (74) und Me
tallkörper (66) andererseits.
5. Wirbelbettreaktor nach mindestens einem der An
sprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Metall
körper (66) ungefähr die Form eines Quaders aufweist,
dessen Längsachse (72) ungefähr in Richtung der Flamm
rohrlängsachse (52) verläuft, und daß das meßaktive Ende
des Thermoelements (68) in einem Längskanal (78) des
Metallkörpers (66) angeordnet ist.
6. Wirbelbettreaktor nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Längskanal (78) an dem Ende, das
dem Kopf (38) des Mantelstrahlheizrohres abgewandt ist,
durch einen Boden (84) verschlossen ist, und daß die
Verbindungsstelle (Schweißperle 86) der Thermodrähte
(80) des Thermoelementes in einer Längsbohrung (88) des
Bodens (84) eingeschweißt ist.
7. Wirbelbettreaktor nach mindestens einem der An
sprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Thermoelemente im heißesten Bereich des Flammrohres ins
besondere am Umfang verteilt angeordnet sind.
8. Wirbelbettreaktor nach mindestens einem der An
sprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermo
element (68) mäander- oder wellenförmig vom Metallkörper
(66) zum kälteren Ende des Flammrohres (44) geführt ist
und am Kopf (38) des Mantelstrahlheizrohres unter Ab
dichtung in den Außenraum übertritt.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3815989A DE3815989A1 (de) | 1988-05-10 | 1988-05-10 | Wirbelbettreaktor |
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