DE3808039A1 - Kombinationspraeparat, insbesondere zur behandlung von entzuendlichen prozessen - Google Patents
Kombinationspraeparat, insbesondere zur behandlung von entzuendlichen prozessenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kombinationspräparat, insbesondere
zur Behandlung von entzündlichen Prozessen, sowie
seine Verwendung.
Bei der Behandlung von entzündlichen Prozessen, wie sie
insbesondere als Folgeerscheinungen von Strahlenschäden,
Verbrennung o. ä. auftreten und mit Störungen und Zerstörungen
von Körpermembranen einhergehen, tritt eine sog.
"Entzündungskaskade", bei der in Folge von körpereigenen
biochemischen Reaktionen eine Reparatur der aufgetretenen
Schäden nicht mehr erfolgt, sondern eine weitere Selbstzersetzung
erfolgt.
Es wurde bereits vorgeschlagen, zur Behandlung von entzündlichen
Prozessen die Verbindung A der allgemeinen
Formel:
einzusetzen (s. Artikel von W. J. Houlihan und R. N. Saunders,
TRIANGEL 25, 2-4, 1986 sowie Winslow CM, Anderson
RC. D'Aries FJ, Frisch GE, Delillo AK, Lee ML, Saunders
R. N.: Symposium on New Horizons in Platelet Activating
Factor Research, Hilton Head, S. Carolina, Oct. 1983,
Abst. 9).
Dieser PAF-Inhibitor zeigte Wirkungen in der Entzündungshemmung,
die jedoch noch verbesserungsfähig sind.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Mittel zur Hemmung
des Eintretens der Entzündungskaskade anzugeben, das bei
möglichst geringer Arzneimittelbelastung eine schnelle
Hemmung der Entzündung bewirkt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß sind typische entzündliche Prozesse, die
durch die erfindungsgemäße Verwendung günstig beeinflußbar
sind, die Erstbehandlung von Verbrennungen (eingeschlossen
Sonnenbrand und Strahlenschäden), Verbrühungen sowie sog.
Kombinationstraumata, Erfrierungen, Schockzustände, Sepsis,
Pankreatitis, Tourniquet Syndrom (Reperusionssyndrom),
Palacos Syndrom.
Bevorzugt liegt das erfindungsgemäße Präparat in einer
Injektionslösung zur schnellen Gabe vor oder in einer
Form, die oral gegeben werden kann; es ist insbesondere
für Erste Hilfe-Kästen o. ä. geeignet.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß das o. g.
Kombinationspräparat eine gegenüber der alleinigen Gabe
von A oder einer gegenüber der erwarteten Wirkung eine
erhebliche und in unerwarteter Weise verbesserten Effekt
zeigt.
Es wird angenommen, daß das erfindungsgemäße Präparat die
Resynthese von Phospholipiden in körpereigenen Membranen,
insbesondere von Phosphatidylinositolen besonders gut
unterstützt und über Reacylierungsprozesse die während der
Membranzerstörung durch Entzündung freiwerdende Arachidonsäure
abschöpft.
Bei Untersuchungen von Schweinen mit Verbrennungen konnte
eine akute Gabe des erfindungsgemäßen Kombinationspräparats,
bevorzugt in Form einer Injektionslösung, das Auftreten
von teilweise letalen Spätfolgen überschießender
biochemischer entzündungsartiger Reaktionen, wie ARDS
(Lungenschäden), Verbrennungskrankheit, aber auch Sepsis
verhindern.
Das Kombinationspräparat weist außer der Verbindung A
mindestens einen weiteren Entzündungshemmer (NSAID-nicht
steroider Entzündungshemmer) und/oder einen weiteren PAF
(platelet activating factor)-Inhibitor auf.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Verbrennungsversuchs,
der als typisch für eine physikalisch verursachte
Entzündung gesehen werden muß, ohne bakterielle oder
virale Komponenten, näher erläutert werden, der die überraschend
verbesserte Wirkung des neuen Kombinationspräparats
verdeutlicht:
Ein deutsches Hausschwein, 20 kg, weiblich, wurde mit
Vetranquil und Narcoren i. v. über die Ohrvene betäubt, und
an der Flanke 10 sec mit 75°C heißem Wasser verbrüht -
dies führt zu einer standardisierten tiefdermalen Verbrennung
des Grades IIb.
5 min post läsionem erhielt das Tier 8 mg der Verbindung
A in Kombination mit einer Ampulle Aspisol (Warenzeichen
der BAYER AG, Leverkusen, für DL-Lysinmono-acetylsalicylat)
mit 0,9 g DL-Lysinmono-acetylsalicylat in 50 ml physiologischer
Kochsalzlösung über einen Iugularis interna
Katheter.
Bereits 1 Stunde nach Applikation des Mittels sieht man -
im Gegensatz zum Kontrolltier, daß sich die Läsion blaulivide
verfärbt. Am 7. Tag post läsionem ist die Läsion
makroskopisch und im histologischen Präparat auf dem Wege
der Heilung, während beim Kontrolltier noch keine Heilung
zu verzeichnen ist.
Im täglichen abgenommenen Indomethacin-Plasma des behandelten
Tieres konnten keine Prostanoide gemessen werden, die
über dem Hintergrundrauschen liegen, während bei der Kontrollgruppe
insbesondere 4 Stunden post läsionem und am 3.
Tag post läsionem sehr hohe Prostanoid-Werte gemessen
werden. Daraus ist ersichtlich, daß das Kombinationspräparat
unerwartet positive Wirkungen bei durch Verbrennungen
hervorgerufenen entzündlichen Prozessen zeigt.
Aus den oben aufgezeigten Versuchen ergibt sich, daß das
Kombinationspräparat in überraschender Weise außer einem
Einfluß auf die Thrombozytenaggregation auch Entzündungsvorgänge
äußerst günstig zu beeinflussen vermag.
Claims (3)
1. Kombinationspräparat, insbesondere zur Behandlung von
entzündlichen Prozessen, mit einer Verbindung A der allgemeinen
Formel:
und mindestens einem nichtsteroidalen Entzündungshemmer,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Acetylsalicylsäure
und ihren Derivaten, Substanzen aus der Gruppe der Fenac-Wirkstoffe,
Substanzen aus der Gruppe der Profen-Wirkstoffe,
Substanzen aus der Gruppe der Pyrrol-, Thiophen- und
Pyrazolon-Essigsäuren; Substanzen aus der Pyrazolidin-Derivatgruppe,
Indomethacin und dessen Analoga und/oder
PAF-Inhibitoren.
2. Kombinationspräparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß es in einer pharmazeutischen Zubereitung,
wie einer Injektionslösung, einem Trägermaterial, einer
oral verabreichbaren Präparation wie einer Injektionslösung,
einem Trägermaterial, einer oral verabreichbaren
Präparation wie einer Trinkampulle, Dragees, Kapseln,
vorliegt.
3. Verwendung des Kombinationspräparats nach einem der
vorangehenden Ansprüche zur Bekämpfung von entzündlichen
Prozessen, Verbrennungen, Verbrühungen und Strahlenschäden
sowie sog. Kombinationstraumata, Erfrierungen,
Schockzustände, Sepsis, Pankreatitis, Tourniquet Syndrom,
Palacosreaktion.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883808039 DE3808039A1 (de) | 1988-03-10 | 1988-03-10 | Kombinationspraeparat, insbesondere zur behandlung von entzuendlichen prozessen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883808039 DE3808039A1 (de) | 1988-03-10 | 1988-03-10 | Kombinationspraeparat, insbesondere zur behandlung von entzuendlichen prozessen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3808039A1 true DE3808039A1 (de) | 1989-09-21 |
Family
ID=6349417
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883808039 Withdrawn DE3808039A1 (de) | 1988-03-10 | 1988-03-10 | Kombinationspraeparat, insbesondere zur behandlung von entzuendlichen prozessen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3808039A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994000130A1 (en) * | 1992-06-30 | 1994-01-06 | Procter & Gamble Pharmaceuticals, Inc. | Compositions for the treatment of arthritis containing phosphonates and nsaids |
| US7705032B2 (en) * | 2003-08-07 | 2010-04-27 | Lil Brat Pharmaceuticals Of Marlette, Mi | Method and composition for treating burned skin |
-
1988
- 1988-03-10 DE DE19883808039 patent/DE3808039A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994000130A1 (en) * | 1992-06-30 | 1994-01-06 | Procter & Gamble Pharmaceuticals, Inc. | Compositions for the treatment of arthritis containing phosphonates and nsaids |
| US7705032B2 (en) * | 2003-08-07 | 2010-04-27 | Lil Brat Pharmaceuticals Of Marlette, Mi | Method and composition for treating burned skin |
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