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Dies ist eine Ausscheidungsanmeldung aus der europäischen
Patentanmeldung 88 119 263.7 (0 321 703), in der ein
bestimmtes Ver fahren zur Entfernung von Serum-Amyloid
(nachstehend als "SA" bezeichnet)-Protein aus
Körperflüssigkeit beansprucht wird.
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In der vorliegenden Ausscheidungsanmeldung wird ein
anderes Verfahren zur Entfernung von Serum-Amyloid-Protein
aus Körperflüssigkeit beansprucht. Serum-Amyloid-A wird
abgekürzt als "SAA" bezeichnet und Serum-Amyloid-P wird
abgekürzt als "SAP" bezeichnet.
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Es gibt eine Amyloidose genannte Krankheit, die von schweren
Störungen begleitet wird, z.B. Insuffizienzen von Organen wie
Herz und Niere, Beeinträchtigung des Reizleitungssystems,
fortschreitende Dementia, zerebrovaskuläre Leiden, Nervenleiden usw..
Amyloidose wird durch eine Ablagerung von β-fibrillen-ähnlichem
Amvloid in einem Blutgefäß, einem bestimmten Organ usw.
verursacht. Es ist bekannt, daß es mehrere Arten von Amyloidose gibt,
d.h. primäre Amyloidose, sekundäre Amyloidose, familiär
auftretende Amyloidose und senile bzw. altersbedingte Amyloidose, und
daß die Zusammensetzung von Proteinen, die Amyloidose
verursachen, je nach der Art der Amyloidose verschieden ist.
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Die sekundäre Amyloidose folgt Erkrankungen, wie z.B.
rheumatoider Arthritis, juveniler rheumatoider Arthritis,
suppurativen (eitrigen) Erkrankungen der Lunge und der
Lungentuberkulose. Beispiele für die bevorzugte
Lokalisierung der sekundären Amyloidose sind die Niere, die
Schilddrüse, der Pankreas, die Leber, die Milz und dgl.
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Bei der sekundären Amyloidose werden abgelagerte Amyloide
gebildet aus Amyloid A (nachstehend als "AA" bezeichnet)-
Protein, bei dem es sich um ein Protein mit einem
Molekulargewicht von 8500 handelt und das aus 76 Aminosäuren
besteht.
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Es wird allmählich klar, daß in der Körperflüssigkeit
eines Patienten ein Vorläufer existiert, der jedem
abgelagerten Amyloid entspricht, das bei jedem Typ von
Amyloidose abgelagert wird.
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Es wird angenommen, daß das SAA-Protein, das eines der
Apolipoproteine der Lipoproteine mit hoher Dichte ist
(nachstehend als "HDL" bezeichnet), der Vorläufer ist, der
dem AA-Protein entspricht, bei dem es sich um das bei der
sekundären Amyloidose abgelagerte Amyloid handelt. Das
SAA-Protein hat ein Molekulargewicht von etwa 12000 und es
wird angenommen, daß das Protein in Leberzellen gebildet
wird, im Blut das Apolipoprotein von HDL bildet, durch den
Körper zirkuliert und von dem HDL abgetrennt wird, das
hydrolysiert werden soll, unter Bildung von AA-Protein, und
daß dann das AA-Protein in den Geweben abgelagert wird. Es
wird außerdem angenommen, daß SAA-Protein als ein
Apolipoprotein von HDL&sub3; vorliegt, das eine hohe Dichte aufweist,
verglichen mit einem anderen HDL, und das ein
Molekulargewicht von 1,75 x 10&sup5; hat.
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In den Sechziger Jahren wurde durch Untersuchung mit dem
Elektronenmikroskop nachgewiesen, daß es zwei Arten von
Amyloiden gibt. Das heißt, bei der einen Art handelt es
sich um ein Amyloid, das eine den Amyloiden eigene
faserförmige Gestalt hat (Amyloid-Fibrillen), und bei dem
anderen
handelt es sich um ein pentagonales stabförmiges
Amyloid (P-Komponente, AP).
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Bei jeder Art von Amyloidose, mit Ausnahme in der Macula des
Gehirns bei der Alzheimer'schen Krankheit oder bei Presbyophrenie
Dementia senilis, kann eine Substanz, die als Amyloid-P-Prot ein
(im folgenden als "AP"-Protein bezeichnet) bezeichnet wird, in
einem Zustand aufgefundeh werden, in dem sie mit einem β-
fibrillen-ähnlichen Protein verknüpft ist.
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Über die Struktur von AP-Protein wird berichtet, daß die
Einheit als ein aus fünf Einheiten gebildetes Fünfeck ausgebildet
ist, wobei die Untereinheit ein Molekulargewicht von 23 000 bis
25 000 aufweist und wobei die Struktur des AP-Proteins durch ein
Paar der Einheit gebildet wird, das eine parallele Form
ausbildet.
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Durch verschiedene Verfahren wird bestätigt daß das AP-
Protein dasselbe ist wie SAP-Protein, das ein normales Serum-
Protein ist. Demgemäß wird angenommen, daß AP-Protein SAP-Protein
ist, das während der Zirkulation (Durchblutung) im Gewebe
abgelagert wird, d.h., SAP-Protein ist ein dem AP-Protein
entsprechender Vorläufer, obwohl die Funktion von AP-Protein im Körper
und die Beziehung des Proteins zu anderen Amyloiden noch nicht
vollständig geklärt ist. Es wird jedoch berichtet, daß AP-Protein
ein unentbehrliches Protein für eine Amyloid-Fibrille ist. Es
wird daher angenommen, daß die Ablagerung von SAP-Protein bei dem
Entstehen von Amyloidose beteiligt ist.
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Therapien für Amyloidose sind intensiv untersucht worden,
da, wie zuvor beschrieben, Amyloidose eine schwere Erkrankung mit
einer hohen Sterblichkeitsrate ist. Es wurde jedoch bislang keine
wirksame Therapie, insbesondere keine wirksame
Arzneimittelbehandlung, gefunden.
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Andererseits wurde zur Behandlung von Amyloidose die
Reinigung des Blutes durch extrakorporale Kreislaufbehandlung
versucht, insbesondere durch Plasmapherese, und es gibt einige
Berichte darüber, daß durch den Austausch von Blutplasma, das die
zuvor erwähnten Vorläufer enthält, mit einer großen Menge
normalen Plasmas, die Symptome abnehmen und das Fortschreiten der
Schädigung aufgehalten wird.
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Blutreinigung, insbesondere die Wiederzuführung von Blut
nach Waschung in physiologischer Kochsalzlösung unter Ausscheiden
des Blutplasmas, ist derzeit die wirksamste Therapie. Die zuvor
genannte Blutreinigung hat jedoch den Nachteil, daß teures und
wertvolles normales Plasma oder daß Plasma-Präparationen
notwendig sind und daß beim Ausführen der Blutreinigung außer den
Vorläufern, die im Plasma eines Patienten enthalten sind,
gleichzeitig auch nützliche Komponenten entfernt werden. Es
besteht daher ein starkes Bedürfnis, ein Verfahren zur
selektiveren Entfernung von Vorläuf ern wie SAA-Protein und
SAP-Protein zu entwickeln.
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Aus EP-A-0 232 575 sind Adsorbentien zur Entfernung von
Lipoproteinen mit einem Molekulargewicht in der
Größenordnung von Millionen aus einer sie enthaltenden Flüssigkeit,
insbesondere aus Körperflüssigkeit, bekannt,
Serum-Amyloid-Proteine haben jedoch ein Molekulargewicht von etwa
25 000 und völlig andere Eigenschaften.
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Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die
obengenannten Probleme zu lösen und ein preisgünstiges Verfahren
zur selektiven Entfernung von SA-Proteinen
bereitzustellen. Ziel der Erfindung ist insbesondere die Verwendung
eines preisgünstigen SAA-Protein-Adsorbens, das
SAA-Proteine selektiv entfernen kann, ohne HDL zu entfernen,
sowie eines preisgünstigen SAP-Protein-Adsorbens, das SAP-
Proteine selektiv entfernen kann.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Entfernung von Serum-Amyloid-Protein aus
Körperflüssigkeit, das die folgenden Stufen umfaßt:
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1) das Kombinieren von Körperflüssigkeit, die Serum-
Amyloid-Protein enthält, mit einem Adsorbens für ein
Serum-Amyloid-Protein, das aufweist einen
wasserunlöslichen Träger und eine an den genannten Träger
gebundene Gruppe der Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom, eine Methylgruppe oder Ethylgruppe und R²
für eine Gruppe stehen, die der Bedingung genügt, daß der
Wert von log P 0 bis 3,2 beträgt, wobei P den
Verteilungskoeffizienten einer Verbindung der Formel R²H,
in einem Wasser-Octanol-System darstellt, wobei -NR¹R²
nicht von Anilin oder einem Anilinderivat abgeleitet ist;
2) das Hindurchlaufenlassen der Körperflüssigkeit durch
einen Filter, den das Adsorbens nicht passieren kann; und
3) die Rückgewinnung (Abtrennung) der von Serum-Amyloid-
Protein im wesentlichen freien Körperflüssigkeit.
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Bei dem erfindungsgemäß entfernten Serum-Amyloid-Protein
handelt es sich vorzugsweise um Serum-Amyloid-A-Protein
und Serum-Amyloid-P-Protein.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist das verwendete Adsorbens eine
wasserunlösliche Matrix, die auf mindestens einem Teil ihrer Oberfläche
eine Gruppe der Formel -NR¹R² aufweist, worin R¹ und R²
wie oben definiert sind.
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Gemäß einem zweiten Aspekt bezieht sich die vorliegende
Erfindung auf die Verwendung eines wie oben definierten
Adsorbens zur Entfernung von Serum-Amyloid-Protein aus
Körperflüssigkeit.
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Das erfindungsgemäß verwendete Adsorbens ist besonders
geeignet für die Entfernung oder Abtrennung (Rückgewinnung)
von Serum-Amyloid-A-Protein und Serum-Amyloid-P-Protein.
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Fig. 1 ist eine graphische Darstellung, die die Beziehung
zwischen der Strömungsgeschwindigkeit und dem Druckabfall Δ P,
die in dem später beschriebenen Bezugsbeispiel erhalten wird,
zeigt.
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In der vorliegenden Erfindung steht der Ausdruck
"Körperflüssigkeit" für Blut, Plasma, Serum, Bauchwasser (Ascites),
Lymphflüssigkeit, Synovia in Gelenkhöhlen, Fraktionen davon oder
jede beliebige flüssige Bestandteile, die in einem lebenden
Körper entstehen.
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Der erfindungsgemäß verwendete wasserunlösliche Träger kann
ein anorganischer Träger, ein organischer Träger, der aus einer
synthetischen hochmolekularen Verbindung oder einem Polysaccharid
besteht, und ein komplexer Träger, der aus einem organischen
Träger und/oder einem anorganischen Träger besteht, seinl und
zwar vom Standpunkt der Umgebung der SAA-Proteine aus gesehen,
die in Blut vorhanden sind. Es ist bevorzugt, daß der Träger
hydrophile Eigenschaften aufweist und außer für die gewünschten
Stoffe nur geringe Adsorption, sog. nichtspezifische Adsorption,
gegenüber Stoffen aufweist. Noch bevorzugter ist es, daß eine
funktionelle Gruppe vorhanden ist, die auf dem Träger
immobilisiert werden oder die auf einfache Weise aktiviert werden kann.
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Typische Beispiele für die zuvor genannten funktionellen
Gruppen sind eine Amino-Gruppe, eine Carboxyl-Gruppe, eine
Hydroxyl-Gruppe, eine Thiol-Gruppe, eine Aldehyd-Gruppe, eine
Halogen-Gruppe wie Chlor, eine Säureanhvdrid-Gruppe, eine Amid-
Gruppe, eine Ester-Gruppe, eine Epoxy-Gruppe, eine Silanol-Gruppe
und eine Succinylimid-Gruppe.
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In dem zuvor genannten Fall sind typische Vertreter von
wasserunlöslichen Trägern, die in der vorliegenden Erfindung
bevorzugt verwendet werden, beispielsweise anorganische Träger
wie Glasbeads und Silica-Gel, organische Träger bestehend aus
einer synthetischen hochpolymeren Verbindung wie quervernetztem
Polyvinylalkohol, quervernetztem Polyacrylat oder quervernetztem
Polyamid oder bestehend aus einem Polysaccharid wie
quervernetzter Zellulose, kristalliner Zellulose, quervernetzter
Agarose, quervernetztem Dextran, quervernetztem Chitin oder
quervernetztem Chitosan, organisch-anorganisch komplexe Träger,
wobei die Oberfläche des anorganischen Trägers, wie Glasbeads,
mit einem Polysaccharid oder einer hochmolekularen Verbindung
beschichtet ist, und organisch-organisch komplexe Träger, wobei
die Oberfläche des organischen Trägers, der aus einer
synthetischen hochmolekularen Verbindung besteht, mit Polysacchariden
beschichtet sind.
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Von diesen Trägern sind wasserunlösliche
Träger, die aus einer Verbindung bestehen, die eine Hydroxy-
Gruppe enthält, aus der Sicht bevorzugt, daß sie eine gute
Biokompatibilität und außer für die gewünschten Stoffe nur
geringe Adsorption für andere Stoffe, sog. nichtspezifische
Adsorption, aufweisen.
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Obwohl der erfindungsgemäß verwendete wasserunlösliche
Träger aus der Sicht der Umgebung der SAP-Proteine, die in der
Körperflüssigkeit vorhanden sind, ein anorganischer Träger oder
ein organischer Träger sein kann, ist es bevorzugt, daß der
Träger geringe nichtspezifische Adsorption aufweist. Ein
hydrophiler wasserunlöslicher Träger ist mehr bevorzugt als ein
hydrophober, da ein hydrophiler Träger geringere nichtspezifische
Adsorption aufweist, und ein wasserunlöslicher Träger, der aus
einer Verbindung mit einer Hydroxy-Gruppe in ihrem Molekül
besteht, ist noch mehr bevorzugt.
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In dem zuvor genannten Fall sind typische Beispiele für
wasserunlösliche Träger, die in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden, weiche Träger wie Agarose, Dextran und
Polyacrylamid, anorganische Träger wie poröses Glas und poröses
Silica-Gel, poröse polymere harte Gele, die aus synthetischen
hochmolekularen Verbindungen hergestellt sind wie
Polymethylmethacrylat, Polyvinylalkohol und Styrol-
Divinylbenzol-Copolymer und/oder einer natürlichen
hochmolekularen Verbindung wie Zellulose.
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Bezüglich der Entfernung oder Wiedergewinnung von SAA-
Proteinen kann das erfindungsgemäß verwendete Sorbentmittel
zum Entfernen von SAA-Proteinen aus einer Flüssigkeit verwendet
werden, die verschiedene SAA-Proteine enthält, z.B. Blut, Blut-
Serum, Blutplasma, verdünntes Blut, verdünntes Blut-Serum,
verdünntes Blutplasma und eine Flüssigkeit wie die zuvor genannte
Flüssigkeit, die einer Vorbehandlung wie der Entfernung von
Blutzellen oder der Entfernung von Serum-Proteinen unterzogen
wurden. Das Sorbentmittel kann auch als ein Sorbentmittel für
extrakorporale Kreislaufbehandlung bei Patienten mit sekundärer
Amyloidose verwendet werden. Wenn beispielsweise das
erfindungsgemäß verwendete Sorbentmittel als ein Sorbentmittel
für die extrakorporale Behandlung des Blutkreislaufes verwendet
wird, ist das Sorbentmittel vorzugsweise ein Sorbentmittel, das
eine ausreichende mechanische Festigkeit aufweist, um eine
Verdichtung zu verhindern. D.h., das Sorbentmittel ist
vorzugsweise ein hartes Sorbentmittel. Darüberhinaus ist es, obwohl
die Mikrostruktur des erfindungsgemäß verwendeten Sorbentmittels
porös oder nichtporös sein kann, bevorzugt, daß das Sorbentmittel
einen großen spezifischen Oberflächenbereich aufweist, d.h. daß
es eine poröse Struktur aufweist, insbesondere eine Struktur, die
in allen Teilen gleichförmige Poren aufweist.
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Wie in den folgenden Bezugsbeispielen angegeben ist,
bedeutet in der vorliegenden Erfindung bedeutet der Ausdruck "hart",
daß die Beziehung zwischen dem Druckabfall und der
Strömungsgeschwindigkeit, die bestimmt wird, indem man ein wäßriges Fiuid
durch eine zylindrische Säule leitet, die gleichförmig mit dem
Sorbentniittel gefüllt ist, eine lineare Beziehung bleibt, bis der
Druckabfall auf 0,03 MPa (0,3 kg/cm²) steigt. Der Ausdruck
"porös" bedeutet in der vorliegenden Erfindung, daß das
Porenvolumen nicht geringer ist als das scheinbare Volumen des
Sorbentmittels und daß der spezifische Oberflächenbereich nicht
weniger als 3 m²/g beträgt. Sorbentmittel, die den zuvor
genannten Bedingungen nicht genügen, weisen eine zu geringe
Adsorptionskapazität auf, um für die praktische Anwendung geeignet
zu sein. Beispiele für Träger, die für das zuvor genannte
erfindungsgemäße Sorbentmittel verwendet werden, sind z.B. poröse
Vinylmaterialien wie poröses Zellulose-Gel, poröses Chitosan-Gel,
Styrol-Divinylbenzol-Copolymer, quervernetzte Acrylate und
quervernetzter Polyvinylalkohol; anorganische poröse Materialien,
die aus Glas, Siliziumdioxid und Aluminiumoxid hergestellt sind.
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Darüberhinaus ist es in dem Fall, daß das erfindungsgemäß
verwendete Sorbentmittel eine poröse Struktur aufweist,
erforderlich, daß die Poren eine Größe aufweisen, die ausreicht, daß
SAA-Proteine mit einem Molekulargewicht von 12 000 leicht in die
Poren eindringen können. Es ist daher wichtig, daß das
Molekulargewicht der Ausschlußgrenze, die mit einem kugelförmigen
Protein gemessen wird, nicht weniger als 12 000 beträgt.
Sorbentmittel, die ein Molekulargewicht einer Ausschlußgrenze von
weniger als 12 000 aufweisen, weisen gewöhnlich eine zu geringe
Adsorptionskapazität auf und können für die praktische Anwendung
nicht geeignet sein. Darüberhinaus ist es bevorzugt, daß das
Sorbentmittel ein Molekulargewicht mit einer Ausschlußgrenze von
nicht weniger als 3 x 10&sup5; aufweist, da SAA-Proteine leicht in
solch ein Sorbentmittel eindiffundieren.
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Andererseits ist ein Sorbentmittel mit einem
Molekulargewicht mit einer Ausschlußgrenze von größer als 1 x 10&sup8;
gewöhnlich für eine praktische Anwendung nicht geeignet, und zwar aus
dem Grund, daß seine mechanische Festigkeit zu gering oder daß
sein Feststoffgehalt zu niedrig ist, um eine ausreichende
Adsorptionskapazität zu erreichen. Die Ausschlußgrenze des
Molekulargewichts beträgt daher vorzugsweise nicht mehr als 1 x 10&sup8;
bevorzugter nicht mehr als 5 x 10&sup7;.
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Der Ausdruck "das Molekulargewicht einer Ausschlußgrenze"
bedeutet beispielsweise, wie in der Literatur, beispielsweise bei
"Jikken Kosoku Ekitai chromatography (Experimentelle
Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie)" von Hiroyuki Hatano
und Toshihiko Hanai, veröffentlicht von Kabushiki Kaisha Kagaku
Dojin, beschrieben, das minimale Molekulargewicht eines Moleküls,
bei dem es bei einer Gel-Permeations-Chromatographie eine Pore
nicht mehr durchdringen kann, d.h. bei dem es ausgeschlossen
wird. Daher ist ein Molekulargewicht mit einer Ausschlußgrenze
von 1,2 x 10&sup4; bis 1 x 10&sup8; bevorzugt.
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Auch was das Entfernen und Wiedergewinnen von SAP-Proteinen
betrifft, weisen erfindungsgemäß verwendete wasserunlösliche
Träger vorzugsweise poröse Strukturen auf, bevorzugter weisen sie
kontinuierlich kleine Poren mit einem großen Durchmesser auf.
D.h., es ist notwendig, daß SAP-Proteine leicht in den Träger
eindringen, um wirksam SAP-Proteine zu adsorbieren, die aus zehn
Untereinheiten gebildet sind und ein Molekulargewicht von 230 000
bis 250 000 aufweisen.
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Als ein Standard für Porendurchmesser in porösen Trägern
wird üblicherweise ein Molekulargewicht mit einer Ausschlußgrenze
verwendet, ähnlich dem zuvor beschriebenen.
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Daher weisen die hier verwendeten wasserunlöslichen porösen
Träger vorzugsweise ein Molekulargewicht mit einer
Ausschlußgrenzen von nicht weniger als 230 000 auf, die mit einem
kugelförmigen Protein gemessen wurde. Darüberhinaus beträgt das
Molekulargewicht der Ausschlußgrenze vorzugsweise nicht mehr als
1 x 10&sup8;, und bevorzugter nicht mehr als 5 x 10&sup7;, und zwar aus
demselben Grunde wie zuvor erläutert.
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Bezüglich einer porösen Struktur eines wasserunlöslichen
Trägers ist eine Struktur, die gleichförmig in jedem Teil bzw.
Bereich des Materials Poren aufweist, bevorzugter als eine
Struktur, die nur auf der Oberfläche des Materials Poren
aufweist. Und es ist bevorzugt. daß die Porosität des
erfindungsgemäß verwendeten Materials nicht weniger als 20 %
bezüglich der Adsorptionskapazität beträgt.
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Wenn das Sorbentmittel, das in der vorliegenden Erfindung
verwendet wird, zur extrakorporalen Behandlung des
Blutkreislaufes übernommen wird, ist es notwendig, eine Flüssigkeit mit
einer hohen Viskosität, wie Blut oder Plasma, mit einer hohen
Strömungsgeschwindigkeit fließen zu lassen. Es ist daher
wünschenswert, einen harten, wasserunlöslichen Träger zu
verwenden, der eine ausreichende mechanische Festigkeit aufweist, um
die Verdichtung der Sorbentmittel in einer Säule zu verhindern.
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D.h., der Ausdruck "hart" bedeutet, wie im folgenden
Bezugsbeispiel gezeigt, ähnlich der vorherigen Beschreibung, daß
die Beziehung zwischen Druckabfall und Strömungsgeschwindigkeit,
die dadurch bestimmt wird, daß man ein wäßriges Fluid durch eine
zvlindrische Säule laufen läßt die gleichförmig mit dem
wasserunlöslichen Träger gefüllt ist, eine lineare Beziehung
beibehält, bis der Druckabfall auf mindestens 0,03 MPa (0,3
kg/cm²) erhöht wird.
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Die Form eines wasserunlöslichen Trägers kann beliebig
ausgewählt werden aus Formen wie Teilchen, Kugeln, Fasern,
Plättchen und Hohlfasern. Wenn ein wasserunlöslicher Träger in
Teilchenform verwendet wird, beträgt die Teilchengröße
vorzugsweise von 1 bis 5 000 um. Wenn die Teilchengröße weniger als 1 um
beträgt, wird der Druckabfall groß, und wenn die Teilchengröße
über 5 000 um beträgt, wird die Kapazität gering.
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Das erfindungsgemäß verwendete Adsorbens umfaßt ein
Adsorbens für SAA-Proteine, das einen wasserunlöslichen
Träger und eine Gruppe der Formel -NR¹R² aufweist, worin R¹
steht für ein Wasserstoffatom, eine Methylgruppe oder
Ethylgruppe und R² steht für eine Atomgruppe, die der
Bedingung genügt, daß der Wert von 1og P 0 bis 3,2 beträgt,
wobei P der Verteilungskoeffizient einer Verbindung der
Formel R²H in einem Wasser-Octanol-System ist, wobei die
genannte Gruppe an den genannten Träger gebunden ist.
Dieses Adsorbens ist eine wasserunlösliche Matrix, die auf
mindestens einem Teil ihrer Oberfläche eine Gruppe der
Formel -NR¹R² aufweist, worin R¹ steht für ein
Wasserstoffatom, eine Methylgruppe oder Ethylgruppe und R² steht für
eine Atomgruppe, die der Bedingung genügt, daß der Wert
von log P 0 bis 3,2 beträgt, wobei P der
Verteilungskoeffizient einer Verbindung der Formel R²H in einem Wasser-
Octanol-System darstellt.
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Der Logarithmus des Verteilungskoeffizienten in einem
Wasser-Octanol-System, d.h. log P, ist ein hydrophober
Parameter einer Verbindung. Der Verteilungskoeffizient P wird
nach dem folgenden typischen Verfahren erhalten:
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zuerst wird eine Verbindung in einem Octanol (oder in
Wasser) gelöst und es wird ein gleicher Volumenanteil Wasser
(oder eines Octanols) zugegeben. Nach 30-minütigem
Schütteln in einem Griffin-Kolben-Schüttler (hergestellt von
der Firma Griff in und Georg Ltd.) wird 1 bis 2 h lang bei
2000 UpM zentrifugiert. Dann werden die Konzentrationen
der Verbindung sowohl in der Octanolschicht als auch in
der Wasserschicht nach verschiedenen Verfahren bestimmt,
beispielsweise nach einem spektroskopischen Verfahren und
durch GLC, und der Wert von P wird nach der folgenden
Formel errechnet:
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P = Coct/Cw
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worin bedeuten:
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Coct die Konzentration der Verbindung in der
Octanolschicht und
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Cw die Konzentration der Verbindung in der Wasserschicht.
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Bis heute haben viele Forscher den log P von verschiedenen
Verbindungen bestimmt und die gefundenen Werte wurden von
c. Hansch et al. tabellarisch angeordnet ["PARTITION
COEFFICIENTS AND THEIR USES", Chemical Reviews, 71, 525
(1971)). Was die Verbindungen angeht, deren gefundene
Werte unbekannt sind, können die errechneten Werte, bei
denen eine hydrophobe Fragment-Konstante f verwendet wird
(dieser Wert wird nachstehend als "Σf " bezeichnet), wie in
"THE HYDROPHOBIC FRAGMENTAL CONSTANT" von R.F. Rekker
(E1sevier Sci. Pub. Com., Amsterdam, 1977) beschrieben,
als gute Richtlinie dienen.
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Eine hydrophobe Fragment-Konstante gibt die
Hydrophobizität verschiedener Fragmente an, die durch eine
statistische Anordnung vieler gefundener Werte für log P bestimmt
werden und der Gesamtwert von f jedes Fragments, das ein
Bestandteil einer Verbindung ist, entspricht nahezu dem
log P.
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Die hydrophoben Eigenschaften der Atomgruppe R² der Gruppe
-NR¹R², die in dem erfindungsgemäßen Adsorbens vorliegt,
spielt eine wichtige Rolle bei der Adsorption von
SAA-Proteinen. Für den Fall, daß der Wert von log P für R²H
weniger als 0 beträgt, ist die hydrophobe Wechselwirkung mit
SAA-Proteinen so gering, daß das Adsorptionsvermögen für
SAA-Proteine gering ist. Dagegen besteht für den Fall, daß
der Wert von log P mehr als 3,2 beträgt, ein Problem in
bezug auf die Selektivität, weil nicht nur SAA-Proteine,
sondern auch HDL und beliebige andere Proteine adsorbiert
werden. Das heißt, zur Erzielung eines guten
Adsorptionsvermögens und einer guten Selektivität beträgt der Wert
für log P einer Verbindung der Formel R²H, worin R² eine
Atomgruppe in dem erfindungsgemäßen Adsorbens darstellt, 0
bis 3,2.
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Außerdem kann, was die Gruppe -NR¹R² angeht, die an
mindestens einem Teil der Oberfläche der wasserunlöslichen
Matrix erfindungsgemäß vorliegt, irgendeine beliebige
Gruppe -NR¹-R² ohne jede Beschränkung verwendet werden, so
lange die Gruppe der Bedingung genügt, daß der Wert von
log P der Verbindung R²H, worin R² für eine Atomgruppe in
-NR¹R² steht, 0 bis 3,2 beträgt.
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Darüber hinaus können, was die Gruppe -NR¹R² angeht, die
an dem erfindungsgemäßen Adsorbens vorliegt, eine oder
mehr Arten derselben verwendet werden.
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Außerdem ist das erfindungsgemäße Adsorbens, das einen
wasserunlöslichen Träger und eine an den Träger gebundene
Gruppe -NR¹R² aufweist, durch das nachstehend beschriebene
Herstellungsverfahren charakterisiert. Beide sind auf die
vorliegende Erfindung anwendbar:
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1) das Adsorbens, das erhalten wird durch Einführen der
Gruppe -NR¹R² in einen wasserunlöslichen Träger;
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2) das Adsorbens, das erhalten wird durch Einführen der
Gruppe -NR¹R² in eine wasserlösliche hochmolekulare
Verbindung und anschließende Durchführung einer Behandlung,
beispielsweise einer Vernetzung, wobei man eine
wasserunlösliche Matrix erhält.
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Als wasserunlöslicher Träger, der in dem obengenannten
Verfahren (1) verwendet wird, können die oben angegebenen
wasserunlöslichen Träger verwendet werden.
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Typische Beispiele für die zur Herstellung des Adsorbens
in dem obengenannten Verfahren (2) verwendete
wasserlösliche
hochmolekulare Verbindung sind Polysaccharide, wie
Dextran und Stärke, eine hochmolekulare Verbindung wie
Polyvinylalkohol und ein Verseifungsprodukt eines
Ethylen/Vinylacetat-Copolymers mit einem geringen Gehalt an
Ethylen.
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Während des Verfahrens zur Herstellung beider Adsorbentien
nach den obengenannten Verfahren (1) und (2) wird die
Gruppe -NR¹R² in einen wasserunlöslichen Träger oder in
eine wasserlösliche hochmolekulare Verbindung eingeführt.
Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, daß die Gruppe -NR¹R² an
einen wasserunlöslichen Träger oder eine wasserlösliche
hochmolekulare Verbindung über eine kovalente Bindung
gebunden ist wegen der geringen Möglichkeit der Freisetzung
von Liganden.
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Das in der Gruppe -NR¹R² in dem erfindungsgemäßen Agens
vorliegende Stickstoffatom kann entweder von einem
wasserunlöslichen Träger, einer wasserlöslichen
hochmolekularen Verbindung oder einem Liganden stammen.
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Das heißt mit anderen Worten, es gibt einige Verfahren zur
Einführung einer -NR¹R²-Gruppe entweder in einen
wasserunlöslichen Träger oder in eine wasserlösliche
hochmolekulare Verbindung; eines besteht darin, daß die Gruppe
-NR¹R² eine Gruppe ist, die von einer Verbindung der
Formel HNR¹R² abgeleitet ist, worin R¹ und R² wie oben
definiert sind, und an einen wasserunlöslichen Träger oder an
eine wasserlösliche hochmolekulare Verbindung gebunden
wird durch Umsetzung der Verbindung HNR¹R² mit einem
wasserunlöslichen Träger oder einer wasserlöslichen
hochmolekularen Verbindung, um das Stickstoffatom der
obengenannten Verbindung mit dem wasserunlöslichen Träger oder der
wasserlöslichen hochmolekularen Verbindung zu kombinieren;
und ein anderes besteht darin, daß die Gruppe -NR¹R² in
einen wasserunlöslichen Träger oder in eine wasserlösliche
hochmolekulare Verbindung eingeführt wird durch Umsetzung
eines wasserunlöslichen Trägers oder einer wasserlöslichen
hochmolekularen Verbindung mit einer Gruppe der Formel
- NHR¹, worin R¹ wie oben definiert ist, mit einer
Verbindung der Formel R²X, worin R² wie oben definiert ist und X
eine funktionelle Gruppe darstellt, die mit einer
Aminogruppe oder einem Teil der funktionellen Gruppe reagieren
kann. Beide sind erfindungsgemäß verfügbar.
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Der oben verwendete Ausdruck "wasserunlösliche Träger mit
der Gruppe -NHR¹" steht für einen wasserunlöslichen
Träger, der besteht aus einem Material, das ursprünglich eine
-NHR¹-Gruppe aufweist, wie Chitin und Chitosan, oder einen
wasserunlöslichen Träger, der hergestellt worden ist durch
Einführung der Gruppe -NHR¹ in einen wasserunlöslichen
Träger, der ursprünglich keine Aminogruppe aufwies, durch
Aktivieren des Trägers mit Bromcyan, Epichlorhydrin, 1,4-
Butandioldiglycidyläther und dgl. und anschließende
Umsetzung des Trägers mit der Verbindung entweder der Formel
H&sub2;NR¹, worin R¹ wie oben definiert ist, oder der Formel
HNR¹R³, worin R¹ wie oben definiert ist und R³ für eine
Atomgruppe steht, die eine funktionelle Gruppe aufweist,
die sich an einen Träger binden kann.
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Beispiele für die Verbindung der Formel HNR¹R² sind
Monoalkylamine, wie n-Propylamin, n-Butylamin und
n-Pentylamin, Dialkylamine und eine Mischung davon.
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Für den Fall, daß die Gruppe -NR¹R² an einen
wasserunlöslichen Träger oder an eine wasserlösliche hochmolekulare
Verbindung gebunden wird durch Umsetzung eines
wasserunlöslichen Trägers oder einer wasserlöslichen
hochmolekularen Verbindung mit einer Verbindung R²X sind Beispiele für
die Verbindung R²X, Carbonsäuren, wie n-Butansäure, n-
Pentansäure, Benzoesäure und Phthalsäure.
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Außerdem ist ein SAA-Protein-Adscbens, das umfaßt einen
wasserunlöslichen Träger und eine Gruppe der Formel
-NR¹R², worin R¹ für ein Wasserstoffatom, eine
Methylgruppe oder Ethylgruppe und R² für eine Atomgruppe stehen,
die der Bedingung genügt, daß der Wert von log P 0 bis 3,2
beträgt, wobei P der Verteilungskoeffizient einer
Verbindung der Formel R²H in einem Wasser-Octanol-System ist,
wobei diese Gruppe an den genannten Träger gebunden ist,
für die Entfernung oder Abtrennung (Rückgewinnung) von
SAA-Proteinen besonders geeignet.
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Die Gestalt des erfindungsgemäßen Adsorbens kann aus
beliebigen Gestalten ausgewählt werden, beispielsweise einem
Teilchen, einer Faser, einer Folie und einer Hohlfaser.
Die Mikrostruktur des Adsorbens kann porös oder
nicht-porös sein. Das erfindungsgemäße Adsorbens hat vorzugsweise
jedoch eine große spezifische Oberfläche, d.h. es weist
eine poröse Struktur auf, um ein hohes Adsorptionsvermögen
pro Einheit zu erzielen.
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Es gibt verschiedene Verfahren zum Entfernen von SA-
Proteinen, insbesondere SAA-Proteinen und SAP-Proteinen aus
Körperflüssigkeit, und jedes Verfahren kann verwendet werden.
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Ein Verfahren zum Entfernen eines Serum-Amyloid-Proteins,
das das Leiten von Körperflüssigkeit, die ein Serum-Amyloid-
Protein enthält, durch eine Entfernungsvorrichtung umfaßt, wobei
diese Vorrichtung einen Behälter umfaßt, der einen
Flüssigkeitseinlaß und einen Flüssigkeitsauslaß, mindestens einen Filter,
durch den eine Flüssigkeit und in der Flüssigkeit enthaltene
Komponenten hindurchgelien können, während das Sorbentmittel der
vorliegenden Erfindung an der Seite des Flüssigkeitsauslaßes
nicht hindurchgehen kann, aufweist, und das Sorbentmittel in
diesen Behälter gepackt ist, ist bevorzugt, weil dieses Verfahren
bequem ist.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung können SA-Proteine,
insbesondere SAA-Proteine und SAP-Proteine selektiv aus
Körperflüssigkeit entfernt werden, ohne die HDL (Lipoproteine hoher Dichte)
stark herabzusetzen. Außerdem kann das Sorbentmittel zu einem
niedrigen Preis bereitgestellt werden.
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Die vorliegende Erfindung wird durch das folgende
Bezugsbeispiel, die Herstellungsbeispiele, Beispiele und
Vergleichsbeispiele, in denen alle Prozentangaben Gew.% bedeuten, wenn
nicht anders angegeben, näher beschrieben und erläutert.
Bezugsbeispiel
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Es wurde eine Beziehung zwischen der
Strömungsgeschwindigkeit und dem Druckabfall Δ P bestimmt, indem Wasser mittels
einer peristaltischen Pumpe durch zylindrische Glassäulen
geleitet wurde, die an beiden Enden mit Filtern ausgestattet waren,
die eine Porengröße von 15 um (innerer Durchmesser: 9 mm,
Säulenlänge: 150 mm) aufwiesen, die mit einem Agarose-Gel (Biogel
A5m, hergestellt von Biorado Co., Teilchengröße 0,30 bis 0,15 mm
(50 bis 100 Mesh)), einem polymeren Hart-Gel (Toyopearl HW 65,
hergestellt bei TOSOH CO., LTD., Teilchengröße: 50 bis 100 um)
bzw. einem porösen Zellulose-Gel (Cellulofine GC 700, hergestellt
bei Chisso Corporation, Teilchengröße: 45 bis 105 um) gepackt
waren. Die Ergebnisse sind in Fig. 1 gezeigt.
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Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist die Steigerung der
Strömungsgeschwindigkeit nahezu proportional zu derjenigen des
Druckabfalls im Falle von Hart-Gelen, z.B. Toyopearl und
Cellulofine, wogegen im Falle von Weich-Gelen, d.h. dem
Agarose-Gel, Verfestigung stattfindet und die
Strömungsgeschwindigkeit auch nicht ansteigt, wenn der Druckabfall ansteigt.
Herstellungsbeispiel 1
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Zu 100 ul eines porösen Zellulose-Gels (erhältlich unter dem
Handelsnamen "CK-Gel A3", hergestellt von Chisso Corporation,
Ausschlußgrenze für kugelförmige Proteine: 5 x 10&sup7;,
Teilchengröße: 63 bis 125 um) wurden 100 ml Wasser, 53 ml 2N wäßrige
Natriumhydroxidlösung und 18 ml Epichlorhydrin gegeben, und die
Nischung wurde 2 Stunden lang bei 40 ºC gerührt. Nachdem die
Reaktion beendet war, wurde das Gel von dem Reaktionsgemisch
abfiltriert und mit Wasser gewaschen, wobei ein epoxydiertes
CK-Gel A3 erhalten wurde.
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Es wurde eine Suspension aus 40 ml CK-Gel A3 in Heptan mit
einem Gesamtvolumen von 70 ml hergestellt. Zu der Suspension
wurden 10 ml 20 % NaOH und 40 Tropfen (2,0 ml) des nichtionischen
Surfactants TWEEN 20 (ein handelsübliches
Polyoxyethylensorbitmonolaurat, hergestellt von Bio-Rad Laboratories) gegeben, und
das Gemisch wurde 30 Minuten lang bei 40 ºC geschüttelt. Dann
wurden 10 ml Epichlorhydrin zugegeben und das Gemisch 6 Stunden
lang bei 40 ºC geschüttelt. Nachdem die Reaktion beendet war,
wurde das Gel von dem Reaktionsgemisch abfiltriert und zunächst
mit Ethanol und dann mit Wasser gewaschen, wobei ein epoxydiertes
Gel erhalten wurde.
Beispiel 1
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Nachdem 8 ml Wasser und 120 mg Anilin zu 10 ml des
erhaltenen epoxydierten Gels zugegeben worden waren, wurde die
Mischung gründlich durchgemischt und die Mischung wurde 6
h lang bei 50ºC reagieren gelassen, während sie stehen
gelassen wurde. Nachdem die Reaktion beendet war, wurde das
Gel aus der Reaktionsmischung abfiltriert und mit Wasser
gewaschen, wobei man ein Gel mit immobilisiertem Anilin
erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für die Phenylgruppe stehen. Der Wert von
log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² für die
Phenylgruppe steht, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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0,4 ml des Gels mit dem immobilisierten Anilin wurden in
ein Reagensglas gegeben, dem 2,4 ml Human-Serum, das SAA-
Protein enthielt, zugesetzt wurden. Nach 2-stündigem
Schütteln der Mischung bei 37ºC wurden die Konzentrationen
an SAA-Protein und HDL-Cholesterin in der überstehenden
Flüssigkeit bestimmt.
Messung der Konzentration an SAA-Protein
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Die Konzentration an SAA-Protein in der überstehenden
Flüssigkeit wird bestimmt nach dem Enzym-gebundenen
Immunosorbens-Assay (ELISA-Verfahren). Dabei wird, kurz
zusammengefaßt, ein verdünnter Antikörper gegenüber SAA
(erhältlich von der Firma Hoechst Corporation) auf eine
Platte aufgetropft und der Antikörper wird an der Platte
fixiert, indem man die Platte 12 h lang bei 4ºC stehen
läßt.
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Eine verdünnte Probe und ein Standardserum werden jeweils
auf Platten aufgetropft und es wird eine
Antigen-Antikörper-Reaktion durchgeführt, indem man die Platten 3 h lang
bei Raumtemperatur stehen läßt. Dann wird ein an
Peroxidase gebundener Anti-SAA-Antikörper den Platten zugesetzt,
um 3 h lang eine Antigen-Antikörper-Reaktion bei
Raumtemperatur durchzuführen. Nach dem Waschen der Platte wird
die Enzymreaktion durchgeführt und es wird die Extinktion
bei einer Wellenlänge von 492 um unter Verwendung eines
Chromatoscanners ("CS-930", hergestellt von der Firma
Shimatsu Corporation) bestimmt. Die Konzentration an SAA-
Protein in der Probe wird gefunden aus den Ergebnissen der
Messungen in bezug auf die Probe und das Standard-Serum,
wobei der Wert der Konzentration an SAA in dem Standard-
Serum als 1 angenommen wird.
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Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 angegeben.
Beispiel 2
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Zu 10 ml des im Herstellungsbeispiel 1 erhaltenen
epoxidierten Gels wurden 10 ml Wasser und 57 mg
Hexamethylendiamin zugegeben und die Mischung wurde gründlich
durchmischt. Die Mischung wurde reagieren gelassen, während sie
2 Tage lang bei 40ºC stehen gelassen wurde. Nachdem die
Reaktion beendet war, wurde das Gel aus der
Reaktionsmischung abfiltriert und mit Wasser gewaschen, wobei man ein
aminiertes Gel erhielt (nachstehend als "N-Gel"
bezeichnet).
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Nachdem 10 ml des erhaltenen N-Gels auf einem Glasfilter
gewaschen worden waren, zuerst mit 50 ml einer 10 vol.-
%igen Lösung von Triethylamin in Dioxan und danach mit 100
ml Dioxan, wurde das Gel in ein Reaktionsgefäß eingeführt.
Es wurden 90 mg Benzoesäure in 25 ml Dioxan zu dem
Reaktionsgefäß zugegeben, dem 100 mg Dicyclohexylcarbodiimid in
2 ml Dioxan unter Rühren zugesetzt wurden. Nachdem die
Mischung 3 h lang unter Rühren reagieren gelassen worden
war, wurden 100 mg Dicyclohexylcarbodiimid in 2 ml Dioxan
zugegeben, dann wurde die Reaktion 3 h lang unter Rühren
fortgesetzt. Nachdem die Reaktion beendet war, wurde das
Gel aus der Reaktionsmischung abfiltriert und in der
genannten Reihenfolge mit Dioxan, Methanol, Dioxan und
Wasser gewaschen, wobei man ein N-Gel mit immobilisierter
Benzoesäure erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für eine 1-Phenylhexylgruppe stehen. Der
Wert von log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² für
die 1-Phenylhexylgruppe steht, ist in der Tabelle 1
angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Beispiel 3
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Zu 10 ml des in dem Herstellungsbeispiel 1 erhaltenen
epoxidierten Gels wurden 155 mg n-Butylamin zugegeben, das in
einer 50 vol.-%igen wäßrigen Ethanollösung 6 Tage lang bei
Raumtemperatur unter Stehenlassen reagieren gelassen
wurde. Nachdem die Reaktion beendet war, wurde das Gel aus
der Reaktionsmischung abfiltriert und mit einer 50 vol.-
%igen wäßrigen Ethanollösung gründlich gewaschen und dann
mit Wasser gewaschen, wobei man ein Gel mit
immobilisiertem n-Butylamin erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für eine n-Butylgruppe stehen. Der Wert
von log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² die n-
Butylgruppe ist, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Beispiel 4
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Das Verfahren des Beispiels 3 wurde wiederholt, jedoch mit
der Ausnahme, daß 227 mg Benzylamin anstelle von 155 mg n-
Butylamin verwendet wurden, wobei man ein Gel mit
immobilisiertem Benzylamin erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für die Benzylgruppe stehen. Der Wert von
log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² die
Benzylgruppe ist, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Vergleichsbeispiel 1
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Das Verfahren des Beispiels 3 wurde wiederholt, jedoch mit
der Ausnahme, daß 273 mg n-Octylamin anstelle von 155 mg
n-Butylamin verwendet wurden, wobei man ein Gel mit
immobilisiertem n-Octylamin erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für die n-Octylgruppe stehen. Der Wert
von log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² die n-
Octylgruppe ist, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Vergleichsbeispiel 2
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Das Verfahren des Beispiels 3 wurde wiederholt, jedoch mit
der Ausnahme, daß 510 mg Cetylamin anstelle von 155 mg n-
Butylamin verwendet wurden, wobei man ein Gel mit
immobilisiertem Cetylamin erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für die Cetylgruppe stehen. Der Wert von
log P der Verbindung der Formel R²H, worin R² die
Cetylgruppe ist, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Vergleichsbeispiel 3
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Das Verfahren des Beispiels 3 wurde wiederholt, jedoch mit
der Ausnahme, daß 384 mg L-Tyrosin anstelle von 155 mg n-
Butylamin verwendet wurden, wobei man ein Gel mit
immobilisiertem L-Tyrosin erhielt.
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Die an dem CK-Gel A3 immobilisierte Gruppe wird
dargestellt durch die Formel -NR¹R², worin R¹ für ein
Wasserstoffatom und R² für die
1-Carboxy-2-(p-hydroxyphenyl)ethylgruppe stehen. Der Wert von log P der Verbindung
der Formel R²H, worin R² die
1-Carboxy-2-(p-hydroxyphenyl)ethylgruppe ist, ist in der Tabelle 1 angegeben.
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Das erhaltene Gel wurde auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 behandelt und die Konzentrationen an SAA-Protein
und HDL-Cholesterin wurden auf die gleiche Weise wie in
Beispiel 1 bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1
angegeben.
Vergleichsbeispiel 4
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Auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 wurde eine
überstehende Flüssigkeit erhalten, jedoch mit der Ausnahme,
daß 0,24 ml physiologischer Kochsalzlösung anstelle des im
Beispiel 1 erhaltenen Gels mit immobilisiertem Anilin
verwendet wurden. In der erhaltenen überstehenden Flüssigkeit
wurden die Konzentrationen an SAA-Protein und
HDL-Cholesterin auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 bestimmt.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
Beispiel Nr.
log P in R²H
Konzentration an SAA-Protein (bezogen auf die SAA-Konzentration in dem Standardserum = 1)
Konzentration an HDL-Cholesterin (mg/dl)
Vergleichsbeispiel Nr.
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Durch die Ergebnisse der Tabelle 1 wird bestätigt, daß
dann, wenn das erfindungsgemäße Adsorbens verwendet wird,
HDL kaum adsorbiert wird, während SAA-Proteinh adsorbiert
wird.