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DE3850778T2 - Verwendung von tetracycline zur herstellung eines arzneimittels zum herabsetzen des augendrucks. - Google Patents

Verwendung von tetracycline zur herstellung eines arzneimittels zum herabsetzen des augendrucks.

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Publication number
DE3850778T2
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DE
Germany
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intraocular pressure
eye
demeclocycline
tetracycline
desmopressin
Prior art date
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DE3850778T
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Theodore Krupin
Richard A Stone
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Original Assignee
Individual
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    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/65Tetracyclines
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61P27/00Drugs for disorders of the senses
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    • A61PSPECIFIC THERAPEUTIC ACTIVITY OF CHEMICAL COMPOUNDS OR MEDICINAL PREPARATIONS
    • A61P9/00Drugs for disorders of the cardiovascular system
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Description

    Gebiet der Erfindung
  • Diese Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Demeclocyclin und anderer Tetracyclin-Derivate zur Benutzung für die Senkung des Augeninnendrucks bei Aufbringung auf das Auge.
  • US-A-4 666 897 offenbart die Verwendung oraler Verbindungen, die Minocyclin für Patienten mit Rheumatoid-Arthritis umfassen.
  • Opthal res. 9, 1977 beschreibt auf Seite 214 eine Tetracyclin-Lösung zur Verwendung für opthalmologische Zwecke.
  • Oftalmol zg. 23, (6), 1968 beschreibt auf Seiten 451 und 452 die Verwendung einer 1% Tetracyclin-Lösung für die Behandlung von Trachom.
  • Martindale, offenbart 1982 auf Seiten 1152, 1153 und 1216 bis 1223 Augensalben, Tabletten, Suspensionen und injizierbare Lösungen von Tetracyclin und/oder Demeclocyclin.
  • Hintergrund zur Erfindung
  • Der Ausdruck "Glaukom" bezieht sich auf eine Gruppe von Augenkrankheiten, die etwa 2% der erwachsenen Bevölkerung befällt. Es ist eine der drei führenden Ursachen von erworbener Blindheit in der entwickelten Welt. Glaukom entwickelt sich, weil der Druck im Innern des Auges (der Augeninnendruck) über ein Niveau ansteigt, das sicher geduldet werden kann. Innerhalb des Auges scheiden die ziliären Prozesse eine klare Flüssigkeit ab, die Augenkammerwasser genannt wird. Diese Flüssigkeit ist für die Ernährung der Linse und Cornea des Auges äußerst wichtig. Diese Augenkammerflüssigkeit läuft durch das trabekuläre Netzwerk, gegen einen mäßigen Widerstand ab. Die Zirkulation und der Widerstand gegen die Dränage dieser Flüssigkeit erzeugt den Augeninnendruck. Solcher Augeninnendruck hält die runde Gestalt des Auges aufrecht, und sorgt somit für die exquisiten optischen Eigenschaften des Auges.
  • Bei Glaukom hebt eine Reduzierung der Dränage des Kammerwassers den Augeninnendruck über das normale Niveau an; dieser erhöhte Augeninnendruck wird durch alle Gewebe im Auge übertragen. Der Sehnerv, der für den Transport des visuellen Bildes von der lichtempfindlichen Netzhaut zum Gehirn verantwortlich ist, wird bei Glaukom sekundär zum erhöhten Augeninnendruck geschädigt. Aufgrund des beeinträchtigten Blutkreislaufes und/oder mechanischer Verformung, die von den abnormalen Drücken herrührt, wird der Sehnerv einem atrophischen Prozeß unterzogen und das Sehvermögen später reduziert.
  • Die verschiedenen terapeutischen Vorgehensweisen im Hinblick auf Glaukom schließen Bemühungen ein den Augeninnendruck, entweder durch Reduzierung der Geschwindigkeit mit der sich Augenkammerwasser formt oder durch Erhöhung der Geschwindigkeit mit der es das Auge verläßt, zu senken. In der entwickelten Welt, wo man Zugang zu Medikationen hat, verwendet die erste Vorgehensweise bei Glaukom-Therapie ein oder mehrere Arzneimittel, um dieses Resultat zu erzielen. Wenn es Therapie mit Medikationen versäumt den Augeninnendruck angemessen zu senken, kommt als nächster Schritt Laser-Therapie oder konventionelle chirurgische Therapie zur Anwendung.
  • Eine große Palette von Medikationen steht jetzt für die Behandlung von Glaukom zur Verfügung. Einige werden topisch als Tropfen auf das Auge verabfolgt; andere sind systemisch Medikationen, die oral in Pillenform eingenommen werden. In vielen, aber nicht allen, Glaukom-Patienten können diese Medikationen den Augeninnendruck auf einen sicheren Bereich senken.
  • Alle verfügbaren Glaukom-Medikationen haben bestimmte Begrenzungen. Erstens haben beide, d. h. topische und systemische, Medikationen bedeutende okuläre Nebenwirkungen, die vom speziellen Arzneimittel abhängen. Diese schließen solche Probleme wie z. B. lokale Reizung, arzneimittelinduzierte Veränderungen im Brechungsfehler des Auges und erhöhtes Risiko der Netzhautablösung ein. Einige Medikationen machen die Pupille so klein, daß sie den Lichteintritt ins Auge begrenzen und Sehschwierigkeit verursachen.
  • Systemische Nebenwirkungen sind in einigen Patienten ebenfalls auffallend. Medikationen, die sich gegenwärtig in Gebrauch befinden, können Serumelektrolyte, Appetit, Geisteszustand und dergleichen ändern. Selbst einige topisch als Tropfen angewandte Medikationen können ins Blut absorbiert werden und ernsthafte systemische Nebenwirkungen in empfindlichen Personen verursachen. Beispiele von Nebenwirkungen seitens Tropfentherapie schließen zusätzliche Herzschläge, Herzversagen, gastrointestinale Symptome und Exazerbation zugrunde liegenden Asthmas ein. Sämtliche Anti-Glaukom-Medikationen besitzen begrenzte Wirkungsdauer; sowohl topische als auch systemische Medikationen müssen mindestens einmal täglich angewandt werden, und bei einigen ist der Gebrauch 4mal täglich erforderlich.
  • Wegen der okulären/systemischen Nebenwirkungen und der begrenzten Wirkungsdauer, ist schlechte "Kooperationsbereitschaft" der Patienten ein bedeutendes Problem bei der Anwendung von Anti-Glaukom-Medikationen. Der Ausdruck "Kooperationsbereitschaft" bezieht sich auf die Tendenz von Patienten ihre Medikationen wie vom Arzt instruiert zu benutzen.
  • Aufgrund der erwiesenen Wirksamkeit von Anti-Glaukom-Arzneimitteltherapien und wegen der höheren Risiken von Laser- und chirurgischen Therapien, geht die Suche nach neuen Drogen zur Behandlung von Glaukom weiter.
  • Es wird jetzt auf die verschiedenen Zahlen der Zeichnungen aufmerksam gemacht, worin:
  • Fig. 1 bezieht sich auf die Verwendung von Desmopressin und ist eine Dosis-Reaktionskurve, die den Anstieg des Augeninnendrucks 6 Stunden nach der intravenösen Verabfolgung von Desmopressin in Kaninchen zeigt.
  • Augeninnendruck ist das Mittel von den 2 Augen von jedem Kaninchen. 8-10 Tiere für jede Desmopressin-Konzentration;
  • Fig. 2 bezieht sich auf die Verwendung von Desmopressin und ist eine Zeitverhaltenskurve, die den Anstieg des Augeninnendrucks nach der intravenösen Verabfolgung von 100 mEinheiten/kg von Desmopressin in 10 Kaninchen zeigt. Augeninnendruck ist das Mittel von den 2 Augen von jedem Kaninchen;
  • Fig. 3 zeigt die Wirkung für in den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin auf den Augeninnendruck in Kaninchen und insbesondere die Veränderung des Augeninnendrucks [(IOP Kontrollauge) - IIOP behandeltes Auge)], 8 Tage nach der Injektion in den Glaskörper. 8-14 Tiere bei jeder Demeclocyclin-Konzentration;
  • Fig. 4 ist eine Kurve, die das Zeitverhalten für in den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin zeigt.
  • Das Fallen des Augeninnendrucks (IOP) im Anschluß an die Verabfolgung von Demeclocyclin in den Glaskörper, 0,5 mg. Die Werte repräsentieren IIOP behandeltes Auge)] - [(IOP Kontrollauge) für 12 Kaninchen; und
  • Fig. 5 ist eine Kurve, die die Reaktion von Augeninnendruck auf in den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin in Katzen zeigt. Das Fallen des Augeninnendrucks als Reaktion auf die Injektion von 0,2 mg in den Glaskörper, wird für 4 Katzen gezeigt. Die Daten repräsentieren [(IOP Kontrollauge) - IIOP behandeltes Auge)].
  • Eingehende Diskussion - anfängliche Experimente, die Desmopressin einbeziehen
  • Es ist bekannt, daß ein großer Bereich von Peptid-Hormonen den Augeninnendruck beeinflußt. Einige dieser Hormone sind lokal im Auge anwesend und werden von Peptid enthaltende Nervenfasern innerhalb des Augengewebes freigesetzt. Andere, wie zum Beispiel Vasopressin, sind systemische Hormone, die das Auge durch den Blutstrom erreichen.
  • Vasopressin (oder antidiuretisches Hormon) ist ein Neun-Aminosäure-Peptid, das ins Blut abgeschieden wird. Eine intravenöse Infusion von Vasopressin eleviert den Augeninnendruck in Kaninchen. In der isolierten Iris-Ziliärkörper-Präparation erhöht Vasopressin den Kurzschlußstrom über das Gewebe, was darauf schließen läßt, daß Vasopressin den aktiven Natriumtransport über das Epithel des Ziliärkörpers beeinträchtigt.
  • Okuläre Studien mit intravenösem Vasopressin sind schwierig. Durch Vasopressin vermittelte Vasokonstriktion erhöht den systemischen Blutdruck mit sekundären Auswirkungen auf den Augeninnendruck. Auch beträgt die Plasma-Halbwertszeit von Vasopressin, wegen der schnellen Enzymhydrolyse durch Serum-Peptidasen, nur 5 bis 10 Minuten. Um Augenkammerwasserdynamik zu beeinträchtigen, muß Vasopressin durch kontinuierliche Infusion verabreicht werden. Um diese Probleme zu überwinden, haben die vorliegenden Erfinder den Effekt von intravenösem Desmopressin (1-Desamino-8-D-Arginin Vasopressin) auf die Augenkammerwasserdynamik im Kaninchen studiert. Desmopressin, ein synthetisches Analogon von Vasopressin, ist ein hoch spezifisches antidiuretisches Mittel, das ein Antidiureticum zu Vasopressor Aktivitätsverhältnis von 200 : 1 (Vasopressin = 0,9 : 1) vorzeigt. Außerdem wird Desmopressin nicht durch Serum-Peptodasen abgebaut und besitzt eine Wirkungsdauer von 6 bis 20 Stunden.
  • Solche Studien waren auf den Effekt von Desmopressin auf den Augeninnendruck, unter Verwendung von Kaninchen mit einem Gewicht von 2,5 bis 4 kg, die in komfortablen Gewebeumhüllungen oder in speziell konstruierten Kästen aus Plexiglas in ihrer Bewegung eingeschränkt waren, ausgerichtet. Nach topischer 0,5% Proparacain-Anästhesie, wurde der Augeninnendruck mit einem, manometrisch gegen das Kaninchenauge kalibrierten, Pneumatonometer (Digilab Modell 30R) gemessen.
  • Nach Erhalt einer beständigen Basismessung für den Augeninnendruck wurde Desmopressin-Azetat (Armour Pharmaceutical Company, Kankakee, IL) in gefilterter, normaler Salzlösung (Osmolarität 295-305 Mosmols/Liter, pH 7,0) aufgelöst und in eine marginale Ohrvene in Dosierungen zwischen 12,5 und 1000 mEinheiten/kg injiziert. Der Augeninnendruck wurde während der ersten 8 Stunden, stündlich und dann nach 10 und 24 Stunden im Anschluß an die Injektion gemessen. Tonographie zur Messung der Kammerwasserablaufmöglichkeit wurde an 9 Kaninchen mit einem elektrischen Schiotz Tonometer eben vor und 5 Stunden nach intravenösem Desmopressin (200 mEinheiten/kg) vorgenommen. Episkleraler, venöser Druck wurde mit einem espiskleralem Venometer in 4 Kaninchen vor und zu verschiedenen Zeiten nach intravenösem Desmopressin (200 mEinheiten/kg) gemessen.
  • Um die Auswirkungen von Desmopressin auf den systemischen Blutdruck und die Blutchemie zu studieren, wurde ein femoraler, arterieller Katheter in wache, in ihrer Bewegung eingeschränkte, Tiere unter Verwendung von lokal injizierter 1,0% Lidocain-Anästhesie plaziert. Der systemische Blutdruck wurde durch den Anschluß der Kanüle an einen Druckwandler und einen Polygraph direkt gemessen. Arterielle Blutproben, die man aus derselben Kanüle erhielt, wurden auf pO&sub2;, pCO&sub2;, Blut pH und Plasma-Osmolarität mit einem "Corning 16" 5,5 pH Blutgas-Analyzer und einem automatischen Osmometer, Osmette S, von "Precision Instruments".
  • Kammerwasserproben zur Askorbat- und Proteinbestimmung wurden durch Punktion der hinteren und vorderen Augenkammer, nach topischer 0,5% Proparacain-Anästhesie, erhalten. Basislinien-Kammerabzapfungen wurden in einem Auge vorgenommen und intravenöses Dismopressin (200 mEinheiten/kg) wurde verabfolgt. Der Augeninnendruck wurde gemessen, und hintere und vordere Kammerabzapfungen wurden am anderen Auge entweder 1 oder 5 Stunden später durchgeführt. Die Kammerwasserproben wurden sofort in 4,0% Metaphosphorsäure plaziert und zur Schätzung der Askorbat-Konzentration mit 2,6-Dichlorphenol-Indophenol titriert. Die Kinsey-Palm-Formel wurde dazu benutzt das Askorbatverhältnis des Durchflußkoeffizienten (kfa) zum Diffusionskoeffizienten (kdpa) zu kalkulieren. Zusätzlich wurde die Kammerwasser-Proteinkonzentration in der vorderen Kammer, unter Verwendung von Biuret- und Phenolreagenzien (Total Protein Kit No. 690, Sigma Chemical Co., St. Louis, MO) gemessen.
  • Es wurde festgestellt (parallel zu bisherigen Berichten anderer, die Vasopressin verwendeten), daß intravenös verabfolgtes Desmopressin einen dosisabhängigen Anstieg an Augeninnendruck verursachte (Fig. 1). Im allgemeinen induzierte Desmopressin einen Augeninnendruckanstieg, der statistisch bedeutend war, bei 3 Stunden und stieg stetig um dann bei 6 bis 8 Stunden nach der Injektion das Maximum zu erreichen. Die Dauer des Effektes betrug bei der 12,5 mEinheiten/kg Dosis 3 Stunden; höhere Dosen verursachten einen länger anhaltenden Effekt. Bei allen untersuchten Dosen kehrte der Augeninnendruck bis 24 Stunden nach der Desmopressin-Injektion auf die Basislinie zurück. Fig. 2 zeigt die Veränderung an Augeninnendruck nach einer Dosis von 100 mEinheiten/kg.
  • Der Basislinien-Mittelwert des arteriellen Blutdrucks (106±4 mmHg) wurde nach 4 Stunden (107±2 mmHg, p> 0,5), 5 Stunden (107±2 mmHg) oder 6 Stunden (103±2 mmHg, p> 0,5) nach intravenöser Verabfolgung von 200 mEinheiten/kg Desmopressin nicht bedeutend verändert. Der Basislinien-pH-Wert des arteriellen Blutes (7,40±0,01) war bei 4 Stunden (7,43±0,02) und bei 6 Stunden (7,44±0,03) nach derselben Desmopressindosis unverändert. Plasma-Osmoralität (285,5±2,1 mOsm bei Basislinie) war im wesentlichen unverändert bei 4 Stunden (291,8±1,4, p> 0,1; n=6) oder bei 6 Stunden (289,0±1,7, p> 0,1; n=6).
  • Tonographie zeigte keine Veränderung an der Kammerwasser-Ausflußmöglichkeit (C) nach 200 mEinheiten/kg von intravenösem Desmopressin trotz eines entsprechenden Anstieges an Augeninnendruck (Tabelle 1). Unter Verwendung experimentell bestimmter Werte von Augeninnendruck, Ausflußmöglichkeit und espiskleralem, venösem Druck, wurde die Kammerwasser-Strömungsgeschwindigkeit mittels der Goldmann-Gleichung (Tabelle 1) kalkuliert. Fünf Stunden nach der Injektion mit Desmopressin erhöhte sich die kalkulierte Kammerwasserströmung um 57% (Tabelle 1). Die Kammerwasser-Proteinkonzentration wurde geringfügig reduziert (Tabelle 2), übereinstimmend mit der höheren Strömung; daß der Kammerwasser-Proteingehalt nicht stieg ist Beweis für die Integrität der blutwäßrigen Barriere nach der Desmopressin-Infusion. Tabelle 1 Auswsirkungen von Desmopressin (200 mE/kg I.V.) auf Kammerwasserdynamik Basislinie Stunden Anzahl von Tieren Augeninnendruck Ausflußmöglichkeit Episkleraler venöser Druck Kalkulierte Kammerwasserströmung *Bedeutende Änderung vom Basislinienwert, paarweiter T-Test, p< 0,01. + Kammerwasserströmung wurde mittels der Goldmann-Gleichung, F=(Po-Pv)C kalkuliert, wobei F=Kammerwasserströmung in ul/min Po=Augeninnendruck in mmHg Pv=Episkleraler venöser Druck in mmHg C=Kammerwasser-Ausflußmöglichkeit in ul/min/mmHg Tabelle 2 Auswirkungen von Desmopressin (200 mE/kg I.V.) auf die chemischen Eigenschaften des Kammerwassers Zeit nach Injektion Augenkammerwasser Augenkammerwasser-Protein Mittel Anzahl von Tieren Basislinie Stunde p Werte kalkuliert ab T-Statistiken mittels Students T-Test für gepaarte Daten: Ap< 0,05; B nicht bedeutend ab Basislinienmessung.
  • Das Basislinien Kinsey-Palm kfa : kdpa Verhältnis wurde unter Verwendung von Askorbat-Messungen kalkuliert. Das anfängliche Verhältnis von 2,12±0,23 erhöhte sich 1 Stunde nach intravenöser Injektion von 200 mEinheiten/kg Desmopressin auf 3,14±0,47 (p< 0,05; n=9). Fünf Stunden nach intravenöser Arzneimittelverabfolgung wurde das kfa : kdpa Verhältnis (4,08±0,38) ebenfalls ab Basislinie (2,94±0,32; p< 0,01; n=6) erhöht. Die gesteigerten Askorbat-Verhältnisse bei 1 Stunde und bei 5 Stunden sind vereinbar mit einem erhöhten Wasserfluß in das Auge.
  • In seiner primären Wirkung auf die Niere in der Senkung des Urinflusses, stimuliert Vasopressin die Produktion der intrazellulären zweiten Botschafterhormone, zyklisches Adenosin 3',5'-Monophosphat (zyklisches AMP); dieser zweite Botschafter leitet eine Reihe intrazellulärer Vorgänge ein, die letzten Endes den Urinfluß reduzieren. In derselben Weise wirkt Desmopressin auf die Niere.
  • Die vorliegende Erfindung - erster Aspekt
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich in ihrem ersten Aspekt auf bestimmte Derivate der Tetracyclinreihe von Antibiotika, die die vasopressin-induzierte oder desmopressin-induzierte Stimulierung von zyklischem AMP in der Niere hemmen, und somit die Wirkung von Vasopressin auf den Urinfluß blockieren. Demeclocyclin ist das Tetracyclin-Derivat, das für diese Nierenwirkung als am wirkungsvollsten gefunden wurde.
  • Obgleich vorher berichtet wurde, daß Vasopressin keine Auswirkung auf zyklische AMP-Niveaus in den ziliären Prozessen in vitro hat, haben die vorliegenden Erfinder in vivo bestimmt ob systemisches Desmopressin AMP-Niveaus im Kammerwasser des Auges beeinträchtigte. In 20 Kaninchen wurden, nach Azetylierung unter Verwendung einer RIA-Ausstattung für zyklisches AMP (DuPont Speciality Diagnostics, Boston, MA), Vorkammer-Augenkammerwasserproben auf zyklische AMP-Niveaus analysiert. Von einem Auge wurde eine Basislinienprobe entnommen. Desmopressin (200 mEinheiten/kg) wurden intravenös verabreicht, und eine Kammerwasserprobe des anderen Auges wurde entweder 1 oder 5 Stunden später genommen. Es wurde festgestellt, daß das zyklische AMP des Kammerwassers, 1 Stunde nach der Verabfolgung des Desmopressins, eine kleine Reduzierung zeigte, die statistisch unbedeutend war. Jedoch 5 Stunden nach dem Desmopressin war das zyklische AMP des Kammerwassers im Vergleich mit der Basislinie (Tabelle 2) erheblich reduziert. Das verringerte zyklische AMP des Kammerwassers, wie der verringerte Proteingehalt des Kammerwassers, ist mit der Verdünnung vereinbar, die von der gesteigerten Kammerwasserbildung herrührt.
  • Obgleich es keine Feststellung einer Erhöhung von zyklischem AMP des Kammerwassers gab, konnte man einen Anstieg an intrazellulärem zyklischen AMP im ziliären Prozeß immer noch nicht ausschließen, unentdeckt durch die Probe von extrazellulären, intraokulären Flüssigkeiten. Daher wurden Tests durchgeführt, um zu bestimmen ob Demeclocyclin die Auswirkung von Desmopressin im Auge, ähnlich von Demeclocyclins Hemmung von Vasopressin in der Niere, beeinflußte. Wache Kaninchen wurden, 2 Stunden vor intravenösem Desmopressin (200 mEinheiten/kg), mit oralem Demeclocyclin-Hydrochlorid (Sigma Chemical Co., St. Louis. MO, 20 mg/kg) vorbehandelt. Der Augeninnendruck wurde vor der Vorbehandlung, eben vor der intravenösen Injektion von Desmopressin (200 mEinheiten/kg) und danach stündlich für 8 Stunden gemessen. Es wurde festgestellt, daß die Vorbehandlung mit oralem Demeclocyclin den desmopressin-induzierten Anstieg an Augeninnendruck blockierte (Tabelle 3).
  • Die Resultate aus dem Vorgenannten zeigen, daß systemisches Desmopressin, wie Vasopressin, den Augeninnendruck in Kaninchen eleviert und, daß die Anhebung von Augeninnendruck auftritt, weil Desmopressin die Ausscheidung von Kammerwasser durch die ziliären Prozesse stimuliert. Die Abwesenheit von Auswirkungen auf systemischen Blutdruck oder Serum-Osmolalität zeigt, daß Desmopressin direkt auf die Kammerwasserabscheidung wirkt, obwohl der genaue Wirkungsmechanismus dieses synthetischen Hormons immer noch nicht völlig aufgeklärt ist. Außerdem zeigen diese Feststellungen, daß das Tetracyclin-Antibiotikumderivat, Demeclocyclin den desmopressin-induzierten Anstieg an Augeninnendruck, analog zum Effekt von Demeclocyclin auf die Auswirkung von Vasopressin in der Niere, wirkungsvoll blockiert. Weil kein derzeitiger Beweis vorliegt, der zyklisches AMP mit Desmopressin-/Vasopressin-Effekten auf den Augeninnendruck in Verbindung bringt, muß der genaue zelluläre Wirkungsmechanismus im Auge für Demeclocyclin noch ermittelt werden.
  • Einstellung der Verwendung von Desmopressin
  • Tetracyclin-Antibiotika wurden sehr viele Jahre systemisch verwendet und wurden topisch angewandt, um oberflächliche Infektionen im Auge zu behandeln. Diese Antibiotika, so wie sie gegenwärtig formuliert sind, penetrieren schlecht ins Auge. Siehe Hardberger, und andere, Effekte von Arzneimittelvehikeln auf okuläre Aufnahme von Tetracyclin, Am J. Ophthamol 80: 133-138 (1975) und Massey, und andere, Effekt von Arzneimittelvehikel auf menschliche okuläre Retention von topisch aufgetragenem Tetracyclin, Am J. Ophthamol 81: 151-156 (1976). Es wurden keine Effekte auf den Augeninnendruck berichtet. Die vorliegenden Erfinder unternahmen eine Reihe von Studien, unter Umgehung der schlechten okulären Penetration gegenwärtiger Formulierungen, um direkt anzusprechen ob Demeclocyclin, Tetracyclin und andere Tetracyclin verwandte Arzneimittel den Augeninnendruck beeinträchtigen. In allen anschließenden Studien, die nachstehend beschrieben sind, wurde die Verwendung von Desmopressin unterlassen, und die direkten Effekte der Tetracycline auf den Augeninnendruck wurden gemessen.
  • Erstens, um Zugang zu seinem direkten Effekt auf den Augeninnendruck zu erhalten, wurde Demeclocyclin in den Glaskörper (10 ul/Injektion) in Dosen von 0,05 bis 1,0 mg in Kaninchen, die in komfortablen Kästen, unter Bewegungseinschränkung gehalten wurden, und mittels topischer Proparacain-Anästhesie verabfolgt. Ein Auge erhielt das Arzneimittel und das kontralaterale Auge erhielt nur Vehikel als Kontrolle.
  • In den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin verursachte eine ausgeprägte Senkung des Augeninnendrucks, verzögert im Einsetzen und lang anhaltend in der Dauer. Fig. 3 zeigt die Dosisreaktion auf in den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin für Dosen im Bereich von 0,05 mg bis 1,0 mg, wie am Tag 8 gemessen. In den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin 0,1 mg senkte den Augeninnendruck erheblich (p< 0,05) für eine Dauer von 6 Tagen. Tabelle 3 Effekte von Demeclocyclin-Vorbehandlung auf Desmopressin-induzierten Augeninnendruckanstieg* Veränderung des Augeninnendrucks (mmHg±S.E.M.) Basislinien Augeninnendruck 1 Stunden Anzahl von Tieren Desmopressin Demeclocyclin Vorbehandlung *Tiere wurden 2 Stunden vor 200 mEinheiten/kg von intravenösem Desmopressin mit oralem Demeclocyclin-Hydrochlorid vorbehandelt. A Erheblicher Unterschied im Vergleich zu Desmopressin allein, p< 0,05, unter Verwendung von Students Statistik; andere Werte nicht bedeutend.
  • Höhere Dosen von Demeclocyclin resultierten in einer längeren Dauer von Augeninnendruckreduzierung, wobei die maximale Dauer nach Injektion von 0,5 mg beobachtet wurde. Fig. 4 zeigt den Zeitverlauf im Anschluß an die 0,5 mg Dosis mit einer erheblichen (p< 0,05) Reduzierung im Augeninnendruck, die für 16 Tage anhielt.
  • Es gab keine offensichtliche, nachteilige Effekte seitens der Injektion von Demeclocyclin in den Glaskörper. Die Pupillengröße blieb unverändert. Es waren keine Anzeichen externer Irritation oder Röte vorhanden. Die Spaltlampenauswertung zeigte keine Anzeichen intraokulärer Entzündung in irgendeinem Tier. Um mögliche pathologische Veränderungen im Auge zu studieren, wurde eine Injektion von 0,5 mg Demeclocyclin in den Glaskörper eines Auges in einem Kaninchen verabfolgt. Nach 6 Tagen fiel der Augeninnendruck im arzneimittelbehandelten Auge 12 mmHg. Das Tier wurde unter tiefer Phenyläthylbarbitursäure-Anästhesie geopfert; beiden Augen wurden entfernt und mittels histopathologischer Untersuchung studiert. Es lag keine offensichtliche Entzündung oder andere Abnormität im arzneimittelbehandelten Auge vor.
  • Die Weise mittels der Demeclocyclin den Augeninnendruck senkte wurde studiert (Tabelle 4). Für diese Untersuchungen erhielten Kaninchen Injektionen von 0,2 mg Demeclocyclin in den Glaskörper eines Auges, und das kontralaterale Auge erhielt Vehikel als Kontrolle. Es gab keine Veränderung an Kammerwasserausflußmöglichkeit wie durch Tonographie bestimmt. Kammerwasserfluß wurde wie oben beschrieben kalkuliert, wobei ein Wert von 8 mmHg für episkleralen venösen Druck angenommen wurde; Demeclocyclin bewirkte eine 70% Senkung der Kammerwasser-Fließgeschwindigkeit. Außerdem gab es keine bedeutende Änderung der Proteinkonzentration des Kammerwassers. Das Basislinienverhältnis Kfa : Kdpa nach Kinsey-Palm für Askorbat zeigte eine erhebliche 76% Abnahme im arzneimittelbehandelten Auge. Alle diese Befunde sind mit der Tatsache vereinbar, daß in den Glaskörper verabfolgtes Demeclocyclin eine bedeutende Reduzierung in der Produktion von Augenkammerwasser verursacht und den Augeninnendruck auf dieser Basis senkt. Tabelle 4 Okuläre Effekte von in den Glaskörper verabfolgtem Demeclocyclin (0,2 mg) in Albino-Kaninchen Mit Arzneimittel behandeltes Auge Mit Vehikel Anzahl von Tieren Augeninnendruck Kammerwasserausflußmöglichkeit Kalkulierter Kammerwasserfluß Kammerwasserprotein Askorbat Mittel ± S.E.M.; T-Statistik über gepaarte Differenzen für arzneimittelbehandeltes versus vehikelbehandeltes Auge: A p< 0,05; B nicht bedeutend. *Kammerwasserfluß wurde mittels der Goldmann-Gleichung, F=(Po-Pv) C; kalkuliert, siehe Tabelle 1. **Nach der Gleichung von Kinsey-Palm kalkuliert.
  • Nach der Verabfolgung von Demeclocyclin auf folgende Weise konnte keine Änderung des Augeninnendrucks festgestellt werden: 1% oder 2% Lösungen in physiologischer Salzlösung bei topischer Auftragung auf 1 Auge; 1% oder 2% Präparationen auf einer Augensalbenbasis, topisch auf ein Auge aufgetragen; 20 mg/kg intravenös verabfolgt. Es ist bekannt, daß die Tetracyclinklasse von Arzneimitteln das Auge schlecht penetriert, und man glaubt, daß die negativen Resultate bei diesen anderen Wegen der Verabfolgung sekundär zu der schlechten Penetration der Formulierungen dieser Arzneimitteln zu den studierten Dosen in das intakte Auge sind.
  • Die Effekte von anderen Tetracyclin-Arzneimitteln auf den Augeninnendruck wurden bestimmt. Jedes Tetracyclin-Arzneimittel wurde mit einer Dosis von 0,2 mg in den Glaskörper von 1 Auge verabfolgt, wobei das kontralaterale Auge nur Vehikel als eine Kontrolle erhielt. Mit nur zwei Ausnahmen induzierte jedes dieser Mittel eine statistisch bedeutende Senkung des Augeninnendrucks (Tabelle 5). Selbst in diesen beiden Fällen wurde einige Aktivität beobachtet. Wie bei Demeclocyclin fand die maximale Senkung des Augeninnendrucks erst mehrere Tage nach der Injektion in den Glaskörper statt; die Effekte hielten für mehrere Tage bis über eine Woche an. Demeclocyclin war das wirksamste, in dieser Serie geprüfte, Mittel sowohl vom Grad als auch der Dauer des Augeninnendruck-Senkungseffektes her gesehen.
  • Um die Reaktion dieser Mittel in einem anderen Tier zu prüfen, wurde Demeclocyclin (0,2 mg) in den Glaskörper je eines (1) Auges von 4 Katzen, unter Verwendung des identischen Protokolls (Fig. 5) verabfolgt. Es wurden dieselben Ergebnisse wie in den Kaninchen erzielt. Der Augeninnendruck fiel über mehrere Tage und erreichte ein Minimum in 4 bis 6 Tagen. Der maximale Abfall an Augeninnendruck lag im Bereich von 14-16 mmHg. Erhebliche Senkung des Augeninnendrucks hielt über mehrere Wochen an. Tabelle 5 Effekte von Tetracyclin-Derivaten auf den Augeninnendruck (IOP) in Kaninchen Verbindung Max. Effekt* Tag des niedrigsten Augeninnendrucks** Einsetzen&spplus; Dauer# Anzahl von Tieren Demeclocyclin Tetracyclin Oxytetracyclin Minocyclin Methacyclin Chlortetracyclin Doxycyclin *Maximale Senkung des Augeninnendrucks (IOP): IOP Kontrollauge minus IOP behandeltes Auge [(IOP Kontrollauge - IOP behandeltes Auge)]. **Tage der maximalen Senkung des Augeninnendrucks (IOP) anschließend an die Verabfolgung in den Glaskörper. &spplus;Am ersten Tag war der mittlere Augeninnendruck (IOP) im behandelten Auge bedeutend niedriger (p< 0,05) als der mittlere Augeninnendruck (IOP) im Kontrollauge, unter Anwendung von T-Statistik auf gepaarte Daten. #Anzahl von Tagen an denen der Augeninnendruck (IOP) im behandelten Auge bedeutend niedriger war als im Kontrollauge, unter Anwendung von T-Statistik auf gepaarte Daten.
  • Obgleich die vorliegenden Erfinder ermittelt haben, daß die Tetracyclinklasse von Arzneimitteln die Abscheidung von Kammerwasser unterdrücken, ist der genaue Wirkungsmechanismus gegenwärtig nicht bekannt. Es gibt keinen Beweis für eine tonische Vasopressin-Regelung von Kammerwasser im normalen Tier. Man glaubt, daß Desmopressin nicht streng durch Hemmung eines Basislinien-Vasopressineffektes wirkt. Vermutlich beeinträchtigen diese Arzneimittel einen kritischen Rezeptor oder zellulären Prozeß bei der Bildung von Kammerwasser.
  • In Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung senken die meisten, wenn nicht alle, Tetracyclin-Derivate effektiv den Augeninnendruck in Kaninchen. Ähnliche Ergebnisse aus anfänglichen Studien in Katzen zeigen, daß dieses Phänomen in mehr als einer Gattung auftritt und lassen darauf schließen, daß diese Beobachtung ebensogut auf den Menschen zutreffen können. Der Senkungseffekt des Augeninnendrucks ist beim Einsetzen verzögert, und es bedarf mehrerer Tage um maximalen Effekt zu erzielen. Der Senkungseffekt des Augeninnendrucks ist ausgeprägt, was das Niveau betrifft; diese Mittel sind bei weitem wirkungsvoller als die meisten anderen Arzneimittel für die Senkung des Augeninnendrucks, wenn diese in normalen Kaninchen und Katzen studiert werden. Unter Zugrundelegung der Arbeit im Kaninchen wurden keine nachteiligen okulären Nebenwirkungen festgestellt, und man glaubt, daß diese Mittel speziell wirken um die Bildung von Kammerwasser zu unterdrücken. Der Senkungseffekt dieser Mittel im Hinblick auf den Augeninnendruck ist lang anhaltend; unter den wirkungsvolleren Mitteln dieser Klasse hält bedeutendes Senken des Augeninnendrucks nach einer einzigen Verabreichung mindestens für eine Woche an.
  • Die hier beschriebenen Tetracyclin-Verbindungen haben großen potentiellen Wert als Antiglaukom-Therapie in Menschen. Erstens ist die Wirkung dieser Mitteln in den studierten Versuchstieren sehr ausgeprägt. Zweitens haben die Arzneimittel eine lange Wirkungsdauer. Es wurde keine lokale okoläre Toxizität beobachtet. Außerdem werden diese Mittel derzeitig als systemische Antibiotika und als topische okuläre Antibiotika verwendet. Obgleich das Potential für eine allergische Reaktion für jedes Arzneimittel besteht, zeigen diese Mittel nicht das Niveau systemischer Toxizität, die bekannterweise gegenwärtig bei anderen Antiglaukommitteln vorliegt. Auf der Basis ihres ausgeprägten Effektes auf Augeninnendruck, der langen Dauer ihrer Wirkung und dem niedrigen Potential für lokale und systemische Nebenwirkungen ab diesen Mitteln, können sie eine wertvolle, neue Antiglaukom-Therapie konstituieren.
  • Die derzeitig für die Behandlung von Glaukom im Menschen verfügbaren Tetracyclin-Mittel penetrieren das Auge nicht gut. Jedoch wird in Betracht gezogen, daß die aktiven Mittel der vorliegenden Erfindung in ein geeignetes Vehikel formuliert werden können, wie zum Beispiel als Tropfen, eine Salbe oder irgendeine andere Präparation für topische Anwendung, obwohl das aktive Mittel in einigen Fällen möglicherweise systemisch auf oralem, intravenösem oder anderem Weg der Verabfolgung geliefert werden kann. Es wurden jetzt Studien durchgeführt, bei denen topische Liefermittel verwendet wurden und Demeclocyclin einschließen, um die Aktivität einiger alternativer Formulierungen zu demonstrieren. Diese werden jetzt besprochen.
  • Effekt topisch verabfolgten Demeclocyclins auf den Augeninnendruck in Kaninchen
  • Demeclocyclin wurde topisch auf ein Auge der Kaninchen verabfolgt. Weil bekannt ist, daß Tetracyclin-Arzneimittel schlecht in das Auge penetrieren wurden zwei alternative Formulierungen hergestellt, um zu versuchen die okuläre Penetration zu verbessern: okuläre Applikation einer weichen, im Arzneimittel vorgetränkten, Kontaktlinse, und Präparation des Arzneimittels in einem Salbenvehikel mit einer höheren Dosis als vorher besprochen. Augeninnendruck wurde in wachen und in ihrer Bewegung eingeschränkten Kaninchen unter Verwendung topischer Proparacain-Hydrochlorid-Anästhesie und eines kalibrierten Pneumatonometers, das identische Protokoll, das anderswo in der Applikation verwendet wird.
  • Mit Demeclocyclin getränkte Kontaktlinsen
  • Die Verabfolgung von Demeclocyclin via vorgetränkte weiche Kontaktlinsen senkte Augeninnendruck. Die weiche Kontaktlinse wurde für eine Stunde in einer 1% (pH 6,8) Demeclocyclin-Lösung getränkt. Die Linse wurde für eine Stunde auf ein Auge plaziert und dann entfernt. Sechs Kaninchen wurden studiert. Augeninnendruck, mittlere mmHg ± SEM (Rasterelektronenmikroskop) Anschließend an in Demeclocyclin getränkte Kontaktlinse Zeit nach Entfernen der Kontaktlinse Kondition Basislinie Stunden Tage Behandeltes Auge Kontrollauge * Erheblicher Unterschied ab Kontrollauge, gepaarter T-Test, p< 0,05
  • Demeclocyclin-Salbe
  • Demeclocyclin-Salbe 5% (Gewichtsprozent in Petroleumbasis) senkte den Augeninnendruck effektiv im Anschluß an zweimal tägliche Verabfolgung. Die Salbe wurde auf ein Auge von zehn Kaninchen zweimal täglich für 7 Tage aufgebracht und dann eingestellt. Das Einsetzen der Senkung des Augeninnendrucks kam mehrere Tage nach der Einleitung der Therapie und dauerte so lange an wie die Salbe verabreicht wurde. Der Augeninnendruck kehrte nach Beendigung der Demeclocyclin-Therapie auf die Basislinienwerte zurück. Augeninnendruck, mittlere mmHg ± SEM (Rasterelektronenmikroskop) Im Anschluß an 5% Demeclocyclin-Salbe Zeit nach Ingangsetzen von Demeclocyclin Kondition Basislinie Tage Behandeltes Auge Kontrollauge Tage nach Einstellung der Salbe Behandelt gestoppt Kontrolle * Erheblicher Unterschied ab Kontrollauge, gepaarter T-Test, p< 0,05.

Claims (6)

1. Anwendung einer Zusammensetzung, die eine effektive Menge Tetracyclin oder eines Tetracyclin-Derivates enthält, in einem zweckmäßigen Vehikel für die Herstelldung eines Medikaments zur Senkung des Augeninnendrucks eines Menschen oder Tieres.
2. Anwendung gemäß Anspruch 1, worin das Medikament in Form von Augentropfen oder einer Augensalbe ist, oder für orale Verabfolgung, für Verabfolgung durch Injektion, intravenöse Verabfolgung oder Verabfolgung in den Glaskörper.
3. Anwendung gemäß Anspruch 1 oder 2, worin die Zusammensetzung eine effektive Menge Tetracyclin, Demeclocyclin, Oxytetracyclin, Minocyclin, Methacyclin, Chlortetracyclin oder Doxycyclin enthält.
4. Anwendung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, worin das Medikament eine Augensalbe ist und die effektive Menge 5 Gewichtsprozent beträgt.
5. Anwendung gemäß Anspruch 1 oder 3, in denen das Medikament flüssiger Form ist, in der Kontaktlinsen getränkt werden können.
6. Anwendung einer Zusammensetzung, die eine effektive Menge Tetracyclin oder ein Tetracyclin-Derivat enthält, in einem zweckmäßigen Vehikel für die Herstellung eines Anti-Glaukom-Medikaments, das wirkt, indem es den Augeninnendruck senkt.
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