DE3842714A1 - Verfahren zum betreiben eines kraftwerks - Google Patents
Verfahren zum betreiben eines kraftwerksInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10L—FUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
- C10L9/00—Treating solid fuels to improve their combustion
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- Organic Chemistry (AREA)
- Treating Waste Gases (AREA)
- Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben
eines Kraftwerks, insbesondere eines mit Stein- oder Braun
kohle beheizten Kraftwerks gemäß dem Oberbegriff des Patent
anspruches 1.
Bei den mit Kohle beheizten Kraftwerken wird selbige bis
jetzt ohne vorherige Reinigung gemahlen und verbrannt. Um
eine Emission von Schadstoffen mit dem aus dem Kraftwerk aus
geschiedenen Rauchgas zu vermeiden, sind bei den im Betrieb
befindlichen Kraftwerken dieser Art Einrichtungen zur Ab
scheidung von Schadstoffen zwischen den Heizungsanlagen und
Schornsteinen angeordnet. Zur Verringerung des NO x -Anteils im
Rauchgas wird dieses in einer sogenannten Denox-Anlage an
Katalysatoren selektiv mit NH3 zu N2 und H2O umgesetzt. In
einer zusätzlichen Rauchgasentschwefelungsanlage wird das
Schwefeldioxid mit Kalk zu Gips umgesetzt. Die Katalysatoren
weisen den Nachteil auf, daß sie toxisch sind. Zudem ist der
Kostenaufwand für die Katalysatoren erheblich. Ähnliches gilt
für die Entschwefelung des Abgases. Der anfallende Gips muß
deponiert werden, und bringt somit neue Umweltbelastungen mit
sich. Das im Rauchgas vorhandene Kohlendioxid und die ver
bleibende Wärme werden nicht abgebaut, sondern direkt in die
Atmosphäre geleitet. Sie führen dort direkt oder indirekt zur
Aufheizung der Erdoberfläche.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfah
ren zum Betreiben eines Kohlekraftwerks aufzuzeigen, bei dem
die Schadstoffbeseitigung so erfolgt, daß das Entstehen von
umweltbelastenden Stoffen vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Pa
tentanspruches 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird die zur Verbrennung vorgesehene Kohle
gemahlen und mit Hilfe von Mikroorganismen von Schwermetallen
befreit. Im Anschluß daran wird die Kohle ebenfalls mit Hilfe
von Mikroorganismen entschwefelt. Die gereinigte Kohle wird
dann mit einer Biomasse gemischt und zusammen mit der Bio
masse von Mikroorganismen verflüssigt. Die hierfür einge
setzen Mikroorganismen beseitigen zusätzlich den in der Kohle
gebundenen Stickstoff sowie den Stickstoff, der mit der Bio
masse eingebracht wird. Dieser Stickstoff wirkt sich wachs
tumsfördernd auf die zur Verflüssigung vorgesehenen Mikroor
ganismen aus. Nach dem Verflüssigen des Gemischs wird dieses
in einer hierfür geeigneten Anlage verbrannt. Die flüssige
Kohle hat gegenüber dem gemahlenen Ausgangsprodukt nur noch
einen Heizwert von 95%. Durch die Zugabe der Biomasse wird
dieser Wert auf über 95% angehoben. Das in dem Rauchgas des
verbrannten Gemisches aus Kohle und Biomasse enthaltene Koh
lendioxid und die in dem Rauchgas enthaltene Wärme werden
einem Wärmeteich zugeführt. In diesem werden schnell wachsen
de Wasserhyazinthen oder spezielle Algen gezüchtet, die als
Biomasse genützt werden. Das in dem Rauchgas enthaltene Koh
lendioxid wird von den Pflanzen aufgenommen. Die zugeführte
Wärme wird dazu genutzt, den Wärmeteich auf einer Temperatur
von 40 bis 50°C zu halten, was für das Wachstum der Hyazint
hen als auch der Algen von Vorteil ist. Nach einer definier
ten Wachstumsperiode werden die Hyazinthen bzw. die Algen zur
Erzeugung der Biomasse geerntet, getrocknet, gemahlen und
daraufhin mit der gemahlenen Kohle vermischt.
Weiter erfindungswesentliche Merkmale sind in den Unteran
spruchen gekennzeichnet.
Das Beseitigen von Schwermetallen und Schwefeldioxid aus der
Kohle mit Hilfe von Mikroorganismen ist aus der Informations
schrift EPRI ER-5709-SR, proceedings, March 1988 bereits be
kannt. In dieser Informationsschrift ist auch die Kohlever
flüssigung mit Hilfe von Mikroorganismen zur Beseitigung von
NO x -Anteilen beschrieben. Eine Anwendung dieser Verfahren zum
Betreiben eines Kohlekraftwerks ist jedoch hieraus nicht be
kannt.
Anhand der einzigen zur Beschreibung gehörenden Figur wird
das erfindungsgemäße Verfahren nachfolgend näher erläutert.
Das für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
vorgesehene Kraftwerk 1 umfaßt eine Einrichtung 2 zum Entfer
nen von Schwermetall aus der Kohle, eine Einrichtung 3 zur
Beseitigung von Schwefeldioxid aus der Kohle, eine Einrich
tung 4 zum Verflüssigen der Kohle, einen Wärmeteich 5,
eine Anlage zum Verbrennen 6 der verflüssigten Kohle sowie
einen Rauchgaskanal 7, über den die bei der Verbrennung ent
stehenden Abgase abgeleitet werden.
Die aus dem Kohlebergwerk kommende Kohle 10, wobei es sich um
Stein- oder Braunkohle handeln kann, wird zunächst gemahlen.
Anschließend wird die Kohle 10 der Einrichtung 2 zugeführt.
Dort erfolgt die Beseitigung der Schwermetalle. Hierfür wer
den der gemahlenen Kohle Mikroorganismen in der Form von
Thiobacillus ferrooxidans beigemischt. Der Kohle werden 10-5
bis 10-3 Gew% Mikroorganismen bezogen auf das Gesamtgewicht
der von Schwermetallen zu befreienden Kohle beigemischt. Von
der Einrichtung 2 wird die Kohle 10 einer Entschwefelungsan
lage 3 zugeführt. Die Entschwefelung der Kohle erfolgt eben
falls unter der Verwendung von Mikroorganismen. Hierfür sind
Thiobacillus thiooxidans und/oder Sulfolobus acidocalarius
besonders geeignet. Die Menge der für die Entschwefelung er
forderlichen Mikroorganismen beträgt 10-3 bis 10-6 Gew% bezo
gen auf die Gesamtmenge der zu reinigenden Kohle. An die Ent
schwefelungseinrichtung 3 schließt sich unmittelbar die Ver
flüssigungseinrichtung 4 an. Die von der Entschwefelungs
einrichtung 3 kommende Kohle 10 wird zunächst mit einer defi
nierten Menge an Biomasse 5 M gemischt. Die der Kohle beizumi
schende Menge an Biomasse 5 M beträgt 5 bis 100Gew% bezogen
auf das Gesamtgewicht der zu verflüssigenden Kohlemenge. Zur
Verflüssigung der Kohle und der mit ihr vermischten Biomasse
werden ebenfalls Mikroorganismen eingesetzt. Hierfür eignen
sich Polyporus versicolor, Pseudomonas und/oder Streptomyces.
Diese Mikroorganismen haben die Eigenschaft, daß sie sowohl
die Kohle als auch die Biomasse verflüssigen und dabei den in
der Kohle und in der Biomasse 5 M enthaltenen Stickstoff bzw.
die darin sich befindlichen Stickstoffverbindungen verbrau
chen. Die Biomasse 5 M wird in einem separat betriebenen Wär
meteich 5 herangezogen. Zur Erzeugung der Biomasse 5 M eignen
sich schnell wachsende Wasserhyazinthen oder spezielle Algen.
Hierfür sind beispielsweise Chlorella-Algen oder je nach
Salzgehalt des Wärmeteiches 5 auch halophile Algen geeignet.
Der Wärmeteich 5 muß so gestaltet sein, daß die darin wach
senden Pflanzen ausreichend mit Licht versorgt werden und das
Wasser des Teichs immer auf einer Temperatur zwischen 40 und
50°C gehalten wird. Die Menge des am Tage zur Verfügung ste
henden Lichts reicht für das Wachstum der Pflanzen aus. Die
erforderliche Wärmemenge wird dem Rauchgas der Verbrennungs
anlage 6 entnommen, in der das Gemisch aus verflüssigter
Kohle und verflüssigter Biomasse verbrannt wird. Hierfür wird
das von der Verbrennungsanlage 6 in den Rauchgaskanal 7 abge
leitete Abgas 8 dem Wärmeteich 5 zugeführt. Mit diesem Rauch
gas wird der Wärmeteich 5 auf der gewünschten Temperatur von
40-50°C gehalten. Hierdurch wird die Wärme genutzt und
nicht an die Umgebung abgeleitet. Das in dem Rauchgas enthal
tene CO 2 dient als C-Quelle für die zur Gewinnung der Biomas
se vorgesehenen Pflanzen.
In dem Wärmeteich können 5 20 × 103 bis 30 × 103 Tonnen Bio
asse pro Jahr und Quadratkilometer auf diese Weise erzeugt
werden.
Claims (10)
1. Verfahren zum Betreiben eines Kraftwerks, insbesonde
re eines Kohlekraftwerks, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kohle (10) vor dem Verbrennen gemahlen und von Schadstoffen
sowie Verunreinigungen befreit wird, und daß das beim Ver
brennen der Kohle entstehende Kohlendioxid sowie die im
Rauchgas enthaltene Abwärme zur Erhöhung des Heizwertes der
behandelten Kohle genutzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kohle mittels Mikroorganismen von Schwermetallen,
Schwefeldioxid und durch Verflüssigung von NO x -Verbindungen
befreit sowie zur Erhöhung ihres Heizwertes mit einer
Biomasse gemischt und anschließend verbrannt wird, und daß
das im Rauchgas enthaltene Kohlendioxid und die Wärme zur
Erzeugung der Biomasse genutzt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kohle mittels Thiobacillus ferrooxi
dans von Schwermetallen befreit wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kohle mittels Thiobacillus thiooxi
dans und/oder Sulfolobus acidocalarius entschwefelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kohle (10) und die mit ihr vermischte
Biomasse (5 M) mittels Polyporus versicolor, Pseudomonas und/
oder Streptomyces verflüssigt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die gemahlene Kohle (10) mit 5 bis 100
Gew% Biomasse (5 M) bezogen auf das Gesamtgewicht der Kohle
(10) gemischt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der gemahlenen Kohle (10) zur Beseitigung der Schwermeta
lle 10-5 bis 10-3Gew% an Mikroorganismen bezogen auf das Ge
samtgewicht der zu reinigenden Kohle beigemischt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der gemahlenen Kohle (10) zur Entschwefelung 10-3 bis
10-6Gew% Mikroorganismen bezogen auf das Gesamtgewicht der zu
entschwefelnden Kohle beigemischt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,daß
dem Gemisch aus Kohle und Biomasse (4 G) 10-2 bis 10-6Gew% Mi
kroorganismen bezogen auf das Gesamtgewicht des zu verflüs
sigenden Gemischs (4 G) beigemischt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erzeugung der Biomasse (5 M) Wasser
hyazinthen oder Chlorella-Algen verwendet werden, deren
Wachstum mittels Tageslicht und dem im Rauchgas enthaltenen
Kohlendioxid und der Wärme unterstützt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883842714 DE3842714A1 (de) | 1988-12-19 | 1988-12-19 | Verfahren zum betreiben eines kraftwerks |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883842714 DE3842714A1 (de) | 1988-12-19 | 1988-12-19 | Verfahren zum betreiben eines kraftwerks |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3842714A1 true DE3842714A1 (de) | 1990-06-28 |
Family
ID=6369530
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883842714 Withdrawn DE3842714A1 (de) | 1988-12-19 | 1988-12-19 | Verfahren zum betreiben eines kraftwerks |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3842714A1 (de) |
-
1988
- 1988-12-19 DE DE19883842714 patent/DE3842714A1/de not_active Withdrawn
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