DE3840573A1 - Whisker-verstaerkte keramik - Google Patents
Whisker-verstaerkte keramikInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Whisker-verstärkte Keramiken.
Es besteht seit neuerer Zeit ein Bedürfnis nach kera
mischen Materialien, die eine große Festigkeit und
Härte aufweisen und die darüber hinaus eine hervorra
gende Beständigkeit gegen Abrieb, Abschilferung, Oxi
dation und Wärmebeständigkeit aufweisen, wobei diese
keramischen Materialien für Schneidwerkzeuge, Teile
von Kraftfahrzeugmotoren, wie keramische Ventile usw.,
Teile von Wärmemotoren, wie Gasturbinenrotoren usw.
Verwendung finden.
Als Keramikmaterial mit einer hervorragenden Oxida
tionsbeständigkeit und Hitzebeständigkeit ist Sili
ziumoxynitrid bekannt. Es ist des weiteren bekannt,
daß SiC-Pulver zu Si₃N₄ und SiO₂ zugegeben wird und
daß die entstehende Mischung zu einem Keramikmaterial
gesintert wird, das eine hohe Temperaturbeständigkeit
aufweist (siehe beispielsweise japanische Kokai-Veröf
fentlichung Nr. 54-123110 aus dem Jahre 1979), oder
daß CeO₂ zu Si₃N₄ und SiO₂ zugegeben wird zwecks
Erhalt hochfester Sinterkörper aus Siliziumoxynitrid
(Annual Meeting of Ceramic Society of Japan, Vorab
druck 3A25).
Obwohl die vorbeschriebenen herkömmlichen Sinterkörper
aus Siliziumoxynitrid eine hervorragende Wärmebestän
digkeit und Oxidationsbeständigkeit aufweisen und
obwohl sie über eine hohe Festigkeit verfügen, ist
ihre Härte nicht ausreichend.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
neuen gesinterten Keramikkörper in Vorschlag zu brin
gen, der eine hohe Wärmebeständigkeit, eine hohe Oxi
dationsbeständigkeit, eine hohe Festigkeit und eine
hohe Härte aufweist. Diese Aufgabe wird erfindungs
gemäß durch die Whisker-verstärkte Keramik nach dem
Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Weiter
bildungen der Erfindung sind aus den Unteransprüchen
ersichtlich. Die erfindungsgemäßen Whisker-verstärkten
Keramiken bestehen im wesentlichen aus Siliziumoxy
nitrid (Si₂N₂O), das durch SiC Whisker verstärkt ist.
Mit der Erfindung wird eine Whisker-verstärkte Keramik
geschaffen, die im wesentlichen aus 5-40 Gew.-% SiC,
einschließlich SiC Whiskern besteht, 1-30 Gew.-% von
zumindest einer Art von Oxiden aus der Gruppe der
Elemente Al, Sc, Y und Seltenen Erden sowie dem Rest
von Siliziumoxynitrid-Bestandteilen, wobei der Anteil der SiC
Whisker nicht unter 5 Gew.-% der wesentlichen Gesamt
bestandteile liegt.
Unter der Bezeichnung "Siliziumoxynitrid-Bestandteile"
werden Siliziumoxynitrid oder eine Mischung aus Sili
ziumnitrid und Siliziumdioxid in der definierten Pro
portion oder eine Mischung aus Siliziumoxynitrid und
dieser Mischung verstanden. Das definierte Verhältnis
von Siliziumnitrid zu Siliziumdioxid beträgt 0,83-
1,22, vorzugsweise 1,0 als molares Verhältnis. Über
1,22 bewirkt die Anwesenheit von einem Überschuß von
Siliziumdioxid einen zu großen Anteil von Glasphasen,
welche zu einer Abnahme der Festigkeit bei hohen Tem
peraturen führt. Unter 0,83 kann die erwünschte vor
herrschende Oxynitridphase nicht zu gesinterten Kera
miken führen, d. h. ein Integral-Stärkeverhältnis (was
später noch definiert werden wird) von Röntgenstrah
lenbeugungsspektren-Peaks wird größer als 1/2.
Es können im Rahmen der Erfindung übliche, kommerziell
erhältliche Siliziumcarbid Whisker verwendet werden,
deren typische Gestalt durch mittlere Durchmesser von
0,2-5 µm und mittlere Längen von 2-200 µm bestimmt
ist. Speziell bevorzugt sind whiskerartige Kristalle,
die wenige Kationen-Bestandteile enthalten, wie z. B.
Al, Ca, Mg, Ni, Fe, Co, Mn, Cr usw. und die auch
nur wenige Einschnürungen (Neckings), Verzweigungen und Ober
flächendefekte oder ähnliches aufweisen. An der
Oberfläche der Sic Whisker können auch Überzüge aus
BN, Kohlenstoff oder ähnlichem vorhanden sein. Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung wird die Härte
unzureichend, wenn die SiC Whisker einen Gehalt von
weniger als 5 Gew.-% der gesamten wesentlichen Be
standteile ausmachen. Daneben kann eine Zersetzung des
Siliziumoxynitrids bei Sintertemperaturen nicht unter
drückt werden, wenn SiC, einschließlich SiC Whisker,
weniger als 5 Gew.-% beträgt, so daß die SiC Whisker
zu keiner Verbesserung der Härte führen. Wenn anderer
seits die SiC Whisker 40 Gew.-% überschreiten, wird
die Sinterfähigkeit schlechter, so daß die erwünschten
faserverstärkten Keramiken nicht erhalten werden kön
nen. Wenn der SiC-Anteil einschließlich SiC Whiskern
zwischen 10 und 30 Gew.-% (vorzugsweise 15-30 Gew.-%)
liegt, ist speziell die Härte hervorragend und man
erhält auch eine hervorragende Sinterfähigkeit. Die
SiC Whisker können in einem Anteil von 5-40% vor
handen sein. Vorzugsweise liegen die SiC Whisker in 10-
30 Gew.-% (besonders bevorzugt 15-30 Gew.-%), der
gesamten wesentlichen Bestandteile vor. Insbesondere dann, wenn
das SiC nur aus SiC Whiskern besteht, und der Gehalt der SiC Whis
ker 15-30 Gew.-% der gesamten wesentlichen Bestandteile beträgt,
erhält man eine hervorragende Härte und Sinterfähigkeit. SiC-Pul
ver und/oder Plättchen können in einer Menge von 0-35 Gew.-% vor
handen sein, ihre Anwesenheit ist jedoch nicht bevorzugt.
Wenn zumindest eine Art oder zwei oder mehr Arten von
Oxiden der Elemente ausgewählt aus der Gruppe beste
hend aus Al, Sc, Y und Seltenen Erdelementen unter
1 Gew.-% liegt, wird die Sinterfähigkeit schlechter und
es gelingt nicht, die erwünschte Whisker-verstärkte Kera
mik zu erhalten. Wenn andererseits die Oxide 30 Gew.-%
überschreiten, nehmen Glaskomponenten in der Whiskerver
stärkten Keramik überhand, was eine Abnahme der Fe
stigkeit, der Wärmebeständigkeit und der Oxidations
beständigkeit bewirkt. Die bevorzugte Menge der Oxide
beträgt 1-20 Gew.-% (besonders bevorzugt 1-10
Gew.-%) Oxide der Elemente Al, Sc, Y, La, Ce, Nd, Sm,
Dy und/oder Yb sind bevorzugt, am bevorzugtesten sind
Al, Y, La, Ce, Nd und/oder Yb. Die Seltenen Erdelemente
enthalten Lanthanide (Atom-Nummern 57 La-71 Lu).
Es ist zu erwähnen, daß dann, wenn Al₂O₃ als ein Oxid
ausgewählt wird, es zu keinen Problemen kommt, selbst
wenn ein Teil des gesamten Al₂O₃ eine feste Lösung im
Siliziumoxynitrid des erhaltenen gesinterten Keramik
körpers ist und Si2-x Al x O1+x N₂-x (O′-Sialon) wird, wo
x die Werte 0≦×≦0,2 einnimmt.
Neben den vorstehend erwähnten wesentlichen Bestand
teilen können auch Beta-Si₃N₄ oder Alpha-Y₂Si₂O₇ oder
ähnliche Stoffe enthalten sein, und zwar bis zu einem
derartigen Anteil, daß sie die Eigenschaften nicht
beeinträchtigen. Vorzugsweise überwiegt die Summe aus
Siliziumoxynitrid und SiC über eine Siliziumnitrid-
Phase (z. B. Beta-Siliziumnitrid oder eine andere
Phase, wie Alpha-Y₂Si₂O₇). Vorzugsweise liegt die
Siliziumoxynitrid-Phase in der gesinterten Keramik in
einer Menge vor, welche durch ein Integral-Stärken
verhältnis der Röntgenstrahlenbeugungsspektren-Peaks
des stärksten Peaks von Beta-Si₃N₄ (entweder einer von
(101) und (210) Peaks), bezogen auf den stärkten Peak
von Siliziumoxynitrid (entweder einer von (200) und
(111) Peaks), wobei das Verhältnis nicht über 1/2
(vorzugsweise über 1/4) liegt. Im allgemeinen zersetzt
sich Siliziumoxynitrid rasch bei Temperaturbereichen
über 1700°C gemäß der folgenden Reaktion
3 Si₂N₂O → Si₃N₄ + 3 SiO + N₂.
Bei der vorliegenden Erfindung ist es hingegen mög
lich, eine ausreichend dichte Whisker-verstärkte Keramik
zu erhalten, da SiC die Zersetzung von Siliziumoxy
nitrid beim Sintern unterdrückt und da gleichzeitig
zumindest eine Art von Oxiden der Elemente ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Al, Sc, Y und den Selte
nen Erdelementen den Sintervorgang von Siliziumoxy
nitrid fördert. Daneben bewirkt die Anwesenheit von
SiC Whiskern in den gesinterten Körpern eine große
Härte der Whisker-verstärkten Keramiken.
In den Whisker-verstärkten Keramiken der vorliegenden
Erfindung wird das Kornwachstum von Siliziumoxynitrid
während des Sintervorgangs unterdrückt und man erhält
einen gesinterten Körper mit einer hohen Festigkeit.
Der Sintervorgang kann vorzugsweise in einem Tempera
turbereich von 1700 bis 1850°C unter Bedingungen
durchgeführt werden, welche derart sind, daß eine
Verdichtung der Preßkörper bis zu einer Dichte von
zumindest 96% (vorzugsweise 98%) der theoretisch
möglichen Dichte erfolgt. Eine Druckanwendung, wie ein
Heißpreßvorgang während des Sintervorgangs wird bevor
zugt, wobei beispielsweise Drucke von 20-50 MPa
zur Anwendung kommen. Der Sintervorgang kann durchge
führt werden, indem man den genannten Temperaturbe
reich über eine Zeitdauer von 0,5 Stunden oder länger
aufrechterhält, vorzugsweise über einen Zeitraum von
1-4 Stunden. Die Atmosphäre, in welcher der Sintervor
gang durchgeführt wird, ist nicht speziell beschränkt,
es wird jedoch eine nichtoxidierende Atmosphäre bevor
zugt.
Auf Grund der vorstehend beschriebenen Ausgestaltung
ist die vorliegende Erfindung in der Lage, ein Kera
mikmaterial zu schaffen, das eine hohe Festigkeit und
eine große Härte aufweist und das daneben eine hervor
ragende Beständigkeit gegen Abrieb, Abschilfern, Oxi
dation und Hitzeeinwirkung aufweist.
Es verdient festgehalten zu werden, daß es bereits
bekannt ist, die Härte von Aluminiumoxid, Mullit usw.
durch eine Zugabe von SiC Whiskern zu verbessern,
wobei jedoch die Zugabe der SiC Whisker nicht notwen
digerweise die Härte von Keramiken erhöht. So ergibt
sich beispielsweise, wenn SiC Whisker zu Si₃N₄ zugege
ben werden, das eine Zusammensetzung aufweist, die
ähnlich der vorliegenden Erfindung ist, lediglich eine
geringfügige Verbesserung in der Härte, während eine
deutliche Verbesserung, wie sie bei der vorliegenden
Erfindung auftritt, nicht feststellbar ist.
Es sollte des weiteren darauf hingewiesen werden, daß
neben den wesentlichen Bestandteilen auch eine be
stimmte Menge von unvermeidbaren Verunreinigungen
vorliegen kann, auch wenn deren Anwesenheit nicht
bevorzugt wird. Wie im folgenden an Hand von Beispielen
gezeigt werden soll, läßt sich durch die vorliegende
Erfindung eine Whisker-verstärkte Keramik erhalten,
welche die folgenden speziellen Merkmale und Eigen
schaften aufweist:
Die Oxide von Sc, Y und den Seltenen Erdelementen
bilden teilweise Glasphasen und teilweise kristalline
Phasen, z. B. RE₂Si₂O (wobei RE für die Seltenen Erd
elemente steht).
Al₂O₃ bildet teilweise Glasphasen. In gleicher Weise
wie SiC Whisker reagieren SiC-Pulver nicht mit anderen
Bestandteilen während des Sintervorgangs und verblei
ben in dem gesinterten Keramikkörper.
Im folgenden sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung
beschrieben werden.
Die im folgenden aufgeführten Ausgangsmaterialien
wurden in den in Tabelle 1 angegebenen Verhältnissen
vermischt, wobei nach einer gleichmäßigen Verteilung
und Vermischung in Ethanol über eine Zeitdauer von 16
Stunden und einer Verwendung einer Kugelmühle die sich
ergebenden Mischungen getrocknet und granuliert
wurden, um die Ausgangspulver zu erhalten.
Materialien
Si₃N₄:
Alpha-Si₃N₄-Fraktion: 90%; mittlere Teilchengröße: 0,6 µm; Reinheit: 98%
Si₃N₄:
Alpha-Si₃N₄-Fraktion: 90%; mittlere Teilchengröße: 0,6 µm; Reinheit: 98%
SiO₂:
Mittlere Korngröße: 15 nm; Reinheit: 99,9%
Mittlere Korngröße: 15 nm; Reinheit: 99,9%
Si₂N₂O:
Mittlere Korngröße: 1 µm; Sreinheit: 95%
Mittlere Korngröße: 1 µm; Sreinheit: 95%
Oxide von Al, Sc und Y sowie Seltenen Erdelementen
(angegeben als Oxidbestandteile in Tabelle 1):
Mittlere Korngröße: nicht größer als 2 µm
SiC-Pulver:
Mittlere Korngröße: 1,6 µm; Reinheit: 96%
Mittlere Korngröße: 1,6 µm; Reinheit: 96%
SiC Whisker:
Mittlere Korngröße: 0,6 µm; Länge: 10-80 µm; Aspektverhältnis (Aspect Ratio): 16-133
Mittlere Korngröße: 0,6 µm; Länge: 10-80 µm; Aspektverhältnis (Aspect Ratio): 16-133
Die Ausgangspulver wurden einem Sintervorgang durch
Heißpressen unterzogen, wobei Temperaturen, Sinterzei
ten und Drucke angewandt wurden, wie sie aus Tabelle 1
hervorgehen. Die so erhaltenen Sinterkörper wurden von
einem Schleifrad in Proben unterteilt, welche Dimen
sionen von 4 mm×3 mm×40 mm aufwiesen.
Anschließend wurde die Biegefestigkeit (gemäß JIS-
R1601 und JIS-R1604) der Proben bei Zimmertemperatur
und bei 1000°C gemessen sowie die Vickers-Härte [10
kgf (1 kgf=9,81 N) Belastung] und die Bruchfestigkeit (als Einschlag
mikrobruchverfahren (indentation microfracture method)
mit 10 kgf Belastung). Die Ergebnisse ergeben sich aus
Tabelle 1. Daneben wurden Kristallphasen in den Proben
durch Röntgenstrahlenbeugungsuntersuchungen bestimmt.
Die Ergebnisse ergeben sich ebenfalls aus Tabelle 1.
Als Ergebnis von Untersuchungen der Proben unter einem
Mikroskop durch Röntgenstrahlenbeugung und durch quan
titative Analysen von Kohlenstoff konnte bestätigt
werden, daß die SiC Whisker in den Proben ihre Whis
ker-Gestalt beibehalten, ohne chemisch mit den anderen
Bestandteilen zu reagieren.
Die folgenden Schlußfolgerungen ergeben sich aus Ta
belle 1:
1. Wenn als Ausgangsmaterialien nur Bestandteile,
welche Si₂N₂O bilden, oder nur Si₂N₂O eingesetzt wer
den und keine Oxidbestandteile und SiC Whisker zum
Einsatz kommen, wie dies in den Proben Nr. 1-A und
1-B der Fall ist, erhält man keine Sinterkörper.
2. Wenn keine SiC Whisker verwendet werden, wie dies
in den Proben 1-C und 1-D der Fall ist, kommt es
zu keinem Sintern, da die Si₂N₂O-Bestandteile sich bei
den gleichen Bedingungen wie in den anderen Beispielen
zersetzen und verflüchtigen. Falls das Sintern unter
unterschiedlichen Sinterbedingungen erfolgt, wie dies
im Falle der Beispiele 1-E und 1-F der Fall ist,
läßt sich aber eine ausreichende Bruchfestigkeit nicht
erhalten.
3. Wenn die SiC-Bestandteile (die Summe aus SiC-Pulver
und SiC Whiskern) unter 5 Gew.-% liegen, wie dies in
den Beispielen 1-G und 1-H der Fall ist, läßt sich
die Zersetzung und Verflüchtigung von Si₂N₂O unmöglich
unterdrücken und man erhält ebenfalls keine befriedi
genden Sinterkörper. Wenn die SiC-Bestandteile über
40 Gew.-% liegen, wie dies in den Beispielen 1-I und
1-J der Fall ist, wird das Sinterverhalten schlechter
und man erhält ebenfalls keine ausreichend gesinterten
Körper.
4. Wenn die Oxidbestandteile nicht verwendet werden,
wie dies in den Beispielen 1-K und 1-L der Fall
ist, kommt es zu keiner Bildung von Glasphasen während
des Sintervorgangs und der Sintervorgang wird nicht
gefördert. Wenn daneben die Oxidbestandteile unter
1 Gew.-% liegen, wie dies in den Beispielen 1-M und
1-N der Fall ist, erfolgt die Bildung von Glasphasen
während des Sintervorgangs nur in einer kleinen Menge,
so daß der Sintervorgang nicht fortschreitet. Wenn
andererseits die Oxidbestandteile über 30 Gew.-% lie
gen, wie dies in den Beispielen 1-O und 1-P der
Fall ist, werden zu große Mengen der Glasphasen er
zeugt und man erhält keine Sinterkörper mit befriedi
genden Eigenschaften.
5. Wenn SiC Whisker in einer Menge unter 5 Gew.-%
verwendet werden, wie dies in den Beispielen 1-Q und
1-R der Fall ist, lassen sich keine Sinterkörper mit
einer hohen Härte erhalten, selbst wenn die anderen
Bestandteile innerhalb des im Rahmen der Erfindung
vorgeschlagenen Bereichs liegen.
In den Tabellen bedeutet das Ungleichheitszeichen "<",
daß das Integralfestigkeitsverhältnis des stärksten
Peaks von Beta-Si₃N₄ zu dem stärksten Peak von Si₂N₂O
1/2 beträgt oder darunter liegt.
Die in Beispiel 1 verwendeten Materialien wurden in
Verhältnissen vermischt, wie sie in Tabelle 2 wieder
gegeben sind und die sich ergebenden Gemische wurden
zu Proben gesintert, wobei die Proben in der gleichen
Weise wie in Beispiel 1 untersucht wurden. Die folgen
den Schlußfolgerungen ergeben sich aus Tabelle 2:
6. Wenn der Anteil von SiC Whiskern nicht unter
5 Gew.-% der Gesamtzusammensetzung liegt, ergeben sich
Sinterkörper mit hervorragenden Eigenschaften.
Aus den vorstehenden Punkten 1 bis 6 ist ersichtlich,
daß eine Whisker-verstärkte Keramik, welche im wesent
lichen aus 5-40 Gew.-% SiC, 1-30 Gew.-% Oxid
bestandteilen und dem Rest Siliziumoxynitrid-Bestand
teilen besteht, bei der die SiC Whisper in einer Menge
von nicht unter 5 Gew.-% der gesamten wesentlichen
Bestandteile liegt, ein hervorragendes Keramikmaterial
bilden, das eine hohe Festigkeit und Härte aufweist
und das gleichzeitig hervorragende Eigenschaften gegen
Abrieb, Abschilferung, Oxidation und Wärmeeinwirkung
aufweist.
In den Beispielen wurden Sintertemperaturen eingehal
ten, die primär bei 1750°C lagen. Bezüglich der
Vergleichsbeispiele sei darauf hingewiesen, daß dieje
nigen Beispiele, bei denen eine Zersetzung und Ver
flüchtigung bei 1750°C auftrat, bei einer niedrigeren
Temperatur gesintert wurden, während diejenigen, bei
denen eine Verdichtung bei 1750°C nicht auftrat, bei
einer höheren Temperatur gesintert wurden, damit man
meßbare Sinterkörper erhielt.
Claims (14)
1. Whisker-verstärkte Keramik, im wesentlichen bestehend aus
5-40 Gew.-% SiC einschließlich SiC Whisker,
1-30 Gew.-% von zumindest einer Art von Oxiden aus
der Gruppe der Elemente Al, Sc, Y und Seltenen
Erden sowie einem Rest von Siliziumoxynitrid-Bestand
teilen, wobei der Anteil der SiC Whisker nicht unter
5 Gew.-% der gesamten wesentlichen Bestandteile liegt.
2. Whisker-verstärkte Keramik nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß als Siliziumoxynitrid-Bestandteile
Si₂N₂O oder ein Gemisch aus Siliziumnitrid und Sili
ziumdioxid oder ein Gemisch aus Si₂N₂O und der
Mischung aus Siliziumnitrid und Siliziumdioxid verwen
det wird.
3. Whisker-verstärkte Keramik nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gemisch aus Siliziumnitrid
und Siliziumdioxid ein Molverhältnis von Silizium
nitrid zu Siliziumdioxid von 0,83-1,22 aufweist.
4. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ele
mente Al, Sc, Y, La, Ce, Nd, Sm und Dy sind.
5. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente Al,
Y, La, Ce, Nd und Yb sind.
6. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Summe aus Siliziumoxynitrid und SiC gegenüber der
Siliziumnitrid-Phase in der Keramik überwiegt.
7. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Oxid
Al₂O₃ ist und daß die Siliziumoxynitrid-Bestandteile in
der Keramik zumindest teilweise als O′-Sialon vorlie
gen.
8. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Bruch
festigkeit von zumindest 5,5 MPam1/2 (vorzugsweise
zumindest 6 MPam1/2).
9. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Biege
festigkeit bei Raumtemperatur von zumindest 686 MPa (vorzugs
weise zumindest 735 MPa), und bei 1000°C von zumindest 588 MPa
(vorzugsweise zumindest 637 MPa).
10. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Vickers-
Härte Hv von zumindest 16.2 GPa (vorzugsweise zu
mindest 16.7 GPa).
11. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine relative
Dichte von zumindest 96% (vorzugsweise zumindest
98%) der theoretischen Dichte.
12. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der vorste
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch Siliziumoxy
nitrid-Körner mit einer mittleren Teilchengröße bezo
gen auf den längeren Durchmesser von nicht über 15 µm
(vorzugsweise nicht über 8 µm).
13. Whisker-verstärkte Keramik nach einem der Ansprü
che 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Sili
ziumoxynitrid in einer Menge vorliegt, welche defi
niert ist durch ein Integral-Stärkenverhältnis des
Röntgenstrahlenbeugungsspektren-Peaks vom stärksten
Peak von Beta-Siliziumnitrid zum stärksten Peak von
Siliziumoxynitrid, wobei dieses Verhältnis nicht
größer ist als 1/2 (vorzugsweise 1/4).
14. Whisker-verstärkte Keramik nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß sie bei einer Temperatur
von 1700 bis 1850°C gesintert ist.
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ID=26463584
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| Country | Link |
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