DE3735368A1 - Verfahren zur herstellung von dekorativen holzartikeln - Google Patents
Verfahren zur herstellung von dekorativen holzartikelnInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur
Herstellung von dekorativen Holzartikeln bzw. -gegenstän
den, sie betrifft insbesondere Verbesserungen bei der
Herstellung von dekorativen Holzartikeln bzw. -gegenstän
den, wie z.B. Musikinstrumenten und Möbeln, aus dekorati
vem Sperrholz bzw. Furnierholz.
Bei dem konventionellen Verfahren zur Herstellung derarti
ger dekorativer Holzgegenstände bzw. -artikel wird eine
dünne dekorative Platte aus Eiche, Walnuß oder Teak auf
ein Trägerbrett aus Lauarn, eine Spanplatte oder eine Fa
serplatte aufgelegt und damit verbunden zur Herstellung
eines dekorativen Sperrholzes bzw. Furnierholzes, das an
schließend zu Brettstücken verschiedener Gestalt zer
schnitten wird. Die geschnittenen Enden jedes Brettstückes
werden abgedeckt durch dünne dekorative Platten oder Kunst
harzstreifen oder mit Farbanstrichen überzogen. Danach wer
den die Brettstücke zusammengefügt unter Bildung eines de
korativen Artikels bzw. Gegenstandes, der dann mit Farban
strichen versehen, geschliffen bzw. geschmirgelt und po
liert wird zur Oberflächenbehandlung. Das heißt, das Be
schichten mit Farbanstrichen wurde bisher bei dem dekora
tiven Artikel bzw. Gegenstand mit einem dreidimensionalen
Aufbau durchgeführt. Dieses Beschichtungsverfahren umfaßt
im allgemeinen die Oberflächenbehandlung, das Aufbringen
eines Farbanstriches, das Versiegeln, das Aufbringen einer
Holzfüllmasse, das Polieren, das Beschichten der Unterla
ge, das Polieren, das ein- oder zweimalige Oberflächenbe
schichten, das Schmirgeln (Schleifen) und Fertigpolieren.
Dabei muß eine Vielzahl von aufeinander-folgenden Ar
beitsschritten durchgeführt werden. Durch ein solches Ver
fahren wird der Produktionswirkungsgrad erniedrigt und es
ist viel Geschick bei den Handarbeiten erforderlich, was
für die Automation des Herstellungsverfahrens völlig un
geeignet ist.
Um diese Verfahrensnachteile zu vermeiden, wurde bereits
vorgeschlagen, ein dekoratives Sperrholz (Furnierholz) zu
erst mit einem Polyurethan- oder Aminoalkydharz-Farban
strich zu versehen und dann eine Finish-Behandlung
durchzuführen. Das dekorative Sperrholz bzw. Furnierholz mit
der Pre-Finish-Behandlung wird dann zu Brettstücken zer
schnitten, zu einem dekorativen Gegenstand bzw. Artikel
zusammengefügt und einer Finish-Beschichtung mit Farban
strichen unterzogen. Obgleich das Beschichten mit Farb
anstrichen auf ein ebenes bzw. flaches Objekt, d.h. das
dekorative Sperrholz bzw. Furnierholz, angewendet wird,
ist auch bei diesem vorgeschlagenen Verfahren eine
Vielzahl von Arbeitsschritten erforderlich. Außerdem führt
die Verwendung von organischen Lösungsmitteln beim Be
schichten zu einer Verschmutzung des Arbeitsplatzes.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Anzahl
der Verfahrensstufen zu vermindern, insbesondere in bezug
auf das Beschichtungsverfahren, bei der Herstellung von
dekorativen Holzartikeln bzw. -gegenständen, ohne daß ir
gendeine Gefahr der Umweltverschmutzung besteht.
Gemäß dem Hauptaspekt der vorliegenden Erfindung wird eine
Harzschicht auf eine dünne Materialplatte aufgebracht durch
Warmverpressen eines auf die Oberfläche aufgebrachten pul
verförmigen wärmehärtbaren Harzes unter Bildung einer dün
nen dekorativen Platte, die dann auf ein Basisbrett gelegt
und damit verbunden wird zur Herstellung eines dekorativen
Sperrholzes bzw. Furnierholzes.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 bis 5 Schnittansichten der bei einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung angewendeten aufeinander-
folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 6 bis 9 Schnittansichten der bei einer anderen Ausfüh
rungsform der vorliegenden Erfindung angewendeten
aufeinander-folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 10 bis 12 Schnittansichten der bei einer weiteren Aus
führungsform der vorliegenden Erfindung angewende
ten aufeinander-folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 13 bis 15 Schnittansichten der bei einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung angewendeten aufeinan
der-folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 16 und 17 Schnittansichten der bei einer anderen Aus
führungsform der Erfindung angewendeten aufeinander-
folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 18 bis 23 Schnittansichten der bei einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung angewendeten aufeinan
der-folgenden Arbeitsstufen;
Fig. 24 und 25 Schnittansichten von nach dem erfindungsge
mäßen Verfahren hergestellten Produkten; und
Fig. 26 bis 29 Schnittansichten von aufeinander-folgenden
Arbeitsstufen, die bei einer weiteren Ausführungs
form der Erfindung angewendet werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausfüh
rungsformen näher erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein.
Die bei einer (der ersten) Ausführungsform der Erfindung
angewendeten Arbeitsstufen (Verfahrensstufen) sind aufeinan
der-folgend in den Fig. 1 bis 5 dargestellt. In der Fig. 1
wird eine dünne Materialplatte 1 auf eine Unterlage 2 ge
legt und damit verbunden. Die dünne Materialplatte 1 be
steht aus einer Holzplatte mit einer schönen Maserung,
wie z.B. Walnuß, Rosenholz, Teak, Fichte, Zelkova
serrata und Eiche, und ihre Dicke liegt vorzugsweise in
dem Bereich von 0,2 bis 0,8 mm. Erforderlichenfalls kann
die Oberfläche der dünnen Materialplatte 1 mit einem Farb
anstrich versehen und/oder geschliffen bzw. geschmirgelt
werden. Zum Aufbringen eines Farbanstriches werden Farb
stoffe oder Pigmente in Wasser oder in einem organischen
Lösungsmittel gelöst und es kann eine geringe Menge Harz
zusätzlich zugemischt werden. Das Aufbringen des Farban
striches kann erfolgen durch Aufbürsten, Aufsprühen oder
Auftragen. Das Schmirgeln bzw. Schleifen wird durchge
führt unter Verwendung von Schmirgelpapieren Nr. 180 bis
240, um Oberflächenflocken zu entfernen. Auf der Oberflä
che der dünnen Materialplatte 1 können geeignete Designs
und Muster erzeugt werden durch Siebdrucken, Gravure
drucken und/oder Offset-Drucken. Als Trägermaterialien
für das Drucken werden vorzugsweise Epoxyharze und Poly
urethanharze verwendet. Vorzugsweise werden insbesondere
Designs, wie z.B. abstrakte Designs, auf die dünne Mate
rialplatte 1 aufgedruckt.
Die Unterlage 2 wird daran befestigt, um ein Reißen und/
oder Aufwerfen der dünnen Materialplatte 1 zu verhindern,
in einem Ausmaß von 20 bis 100 g/m2. Die Unterlage 2 be
steht vorzugsweise aus einem nicht-gewebten Gewebe aus
Kunstfasern oder Glasfasern, einer Metallfolie, wie z.B.
einer Aluminiumfolie, oder Japanpapier. Zum Verbinden der
Unterlage 2 werden vorzugsweise Bindungen vom Vinylacetat-
Emulsions-Typ, Melaminharz-Typ und Harnstoffharz-Typ ver
wendet.
Wie in der Fig. 2 dargestellt, wird anschließend eine pul
verförmige Harzschicht 3 auf die Oberfläche der dünnen Ma
terialplatte 1 aufgebracht. Vorzugsweise werden wärmehärt
bare Harze, wie z.B. ein Epoxyharz, ein ungesättigtes Po
lyesterharz, ein Epoxypolyesterharz, ein Epoxyphenolharz
und ein wärmehärtbares Acrylharz verwendet. Es können auch
thermoplastische Harze, wie z.B. ein Acrylharz, verwendet
werden. Die Korngröße liegt vorzugsweise in dem Bereich von
10 bis 300 µm. Die Bildung der Harzschicht 3 erfolgt bei
spielsweise durch elektrostatisches Beschichten und Schwer
kraft-Aufsprühen, vorzugsweise in einer Menge von 100
bis 300 g/m2. Nach dem kurzzeitigen Erhitzen auf eine hohe
Temperatur wird ein teilweise fließfähiges Harz auf die
Oberfläche der dünnen Materialplatte 1 in Form einer Schicht
aufgebracht. Das Erhitzen wird in einem Infrarot-Heizofen
oder in einem Induktions-Heizofen durchgeführt.
Zum schnellen Wärmehärten wird vorzugsweise ein Gemisch
aus einem Epoxyharz vom Novolak-Typ und einem Epoxyharz
vom Bisphenol A-Typ zusammen mit 2-Ethyl-4-methyl-imid
azol als Härter verwendet. Als Ersatz für die Verwendung
dieser Mischung kann ein pulverförmiges Epoxyharz auf die
Oberfläche der dünnen Materialplatte 1 aufgebracht werden,
nachdem diese mit einem flüssigen Epoxyharz beschichtet
worden ist. Auf die Oberfläche der dünnen Materialplatte
kann unter Verwendung einer Walzenbeschichtungsvorrichtung
oder einer Rakel eine pastenförmige Mischung aufgebracht
werden.
Anschließend werden die dünne Materialplatte 1 in Begleitung
der Unterlage 2 und die dünne Platte aus dem pulverförmigen
Harz 3 sandwichartig zwischen leicht abziehbaren Filmen,
wie z.B. Vinylfluoridfilmen, angeordnet und einer Warmver
pressung, beispielsweise mittels einer Heißpresse, unter
worfen. Bei diesem Warmverpressen dringt geschmolzenes
Harz teilweise in die dünne Materialplatte 1 ein, wobei ei
ne Harzschicht 4 auf der Oberfläche der dünnen Material
platte 1 zurückbleibt unter Ausbildung einer dünnen deko
rativen Platte 5. Die Harzschicht 4 sollte vorzugsweise
transparent sein ohne jede Farbe oder mit hellen Farben,
so daß die Maserung der dünnen Materialplatte 1 von außen
sichtbar ist, und ihre Dicke sollte vorzugsweise in dem Be
reich von 100 bis 300 µm liegen. Die Verfahrensbedingun
gen beim Warmverpressen werden gewählt in Abhängigkeit von
der Art und Dicke der dünnen Materialplatte 1 und der pul
verförmigen Harzschicht 3. Wenn die obengenannten Epoxyhar
ze verwendet werden, wird das Warmverpressen bei einer Tem
peratur von 120 bis 140°C unter einem Druck von 0,2 bis
1,5 MPa und für eine Zeitspanne von 5 bis 10 Minuten durch
geführt. Nach dem Entfernen der leicht abziehbaren Filme
umfaßt die dekorative dünne Platte 5, wie in Fig. 3 darge
stellt, die dünne Materialplatte 1, die Unterlage 2 und die
dünne Harzplatte 4, die in einem Körper miteinander ver
einigt sind. Die Struktur der dekorativen dünnen Platte 5
kann durch geeignete Wahl der leicht abziehbaren Filme je
nach Wunsch eingestellt werden.
Bei einer Alternative der vorliegenden Erfindung werden
zuerst pulverförmige Harzschichten auf beiden Oberflächen
einer Materialplatte gebildet und anschließend gleichzei
tig mit dem Warmverpressen mit einer Unterlage verbunden.
Wie in der Fig. 4 dargestellt, wird dann die dekorative
dünne Platte 5 auf ein Basisbrett 6 gelegt und damit ver
bunden zur Herstellung eines dekorativen Sperrholzes bzw.
Furnierholzes 7. Für diesen Zweck wird ein Lauan-Sperr
holz bzw. -Furnierholz, eine Spanplatte oder eine Faser
platte verwendet. Zum Verbinden werden Bindemittel ver
wendet, die hauptsächlich enthalten ein EVA-Harz, ein
Vinylacetatharz, ein Vinylacetatharz-Harnstoffharz-Ge
misch oder ein Melaminharz. Es sind auch Bindepapiere
oder nicht-gewebte Bögen, die mit solchen Bindemitteln
imprägniert sind, verwendbar. Das Verbinden erfolgt vor
zugsweise bei einer Temperatur von 100 bis 120°C unter
einem Druck von 0,1 bis 1 MPa und für eine Zeitspanne von
5 bis 10 Minuten. Es kann auch ein rauhes Blatt aus bei
spielsweise Japanpapier aus einem nicht-gewebten Gewebe
zwischen die dekorative dünne Platte 5 und das Basisbrett
6 eingeführt werden zur Erzielung einer besseren Bindung.
Das dekorative Sperrholz bzw. Furnierholz 7 wird zu Brett
stücken variierender Gestalt zerschnitten je nach dem Auf
bau des Endprodukts. Die Schnittenden der Brettstücke, die
bei dem Endprodukt nach außen zu liegen kommen, werden wie
in Fig. 5 dargestellt behandelt, wobei ein Schnittende mit
einem Dekorationsstreifen 9 bedeckt wird. Die Schnitten
den können mit Farbanstrichen versehen werden, die denje
nigen der Oberfläche der dekorativen dünnen Platte 5
ähneln. Nach dieser Behandlung der Schnittenden werden die
Brettstücke in geeigneter Weise zusammengefügt zur Herstel
lung eines rohen dekorativen Gegenstandes bzw. Artikels.
Nach dem Zusammenfügen wird der rohe dekorative Artikel
bzw. Gegenstand mit Farbanstrichen versehen, die an der
Harzschicht 4 auf der dekorativen dünnen Platte 5 gut
haften. In der Regel werden für diese Finish-Beschichtung
ungesättigte Polyesterharz-Farbanstriche , Urethanharz-
Farbanstriche und Epoxyharz-Farbanstriche verwendet. Vor
dieser Beschichtung kann die Oberfläche der Harzschicht 4
mit einem Schmirgelpapier Nr. 240 bis 400 sowie außerdem
mit einem Schmirgelpapier Nr. 400 bis 800 geschmirgelt bzw.
geschliffen werden. Der Finish-Überzug kann auf die Brett
stücke aufgebracht werden, nachdem die Schnittendenbehand
lung durchgeführt worden ist, jedoch vor dem Zusammenfügen.
Der ebene (flache) Zustand der Brettstücke ermöglicht ein
leichteres Beschichten und sogar ein automatisches Beschich
ten.
Durch die Verwendung des pulverförmigen Harzes zur Ausbil
dung der Harzschicht 4 wird das Beschichtungsverfahren
stark vereinfacht, da keine rauhe und dazwischenliegende
Beschichtung erforderlich ist. Da keine Lösungsmittel ver
wendet werden, ist die Gefahr der Umweltverschmutzung be
seitigt. Die meisten Beschichtungsstufen können unter Ver
wendung eines automatischen Systems durchgeführt werden.
Die bei einer anderen (zweiten) Ausführungsform der Er
findung angewendeten Arbeitsstufen (Verfahrensstufen) sind
nacheinander in den Fig. 6 bis 9 dargestellt. Wie im Falle
der ersten Ausführungsform wird eine Unterlage 2 an einer
dünnen Materialplatte 1 befestigt, wie in Fig. 6 gezeigt.
Danach werden eine oder mehr dekorative Schichten 11 auf
der Oberfläche der dünnen Materialplatte 1 durch manuelles
Aufbringen eines Farbanstriches, durch Siebdrucken, durch
Gravuredrucken oder Offset-Drucken erzeugt, wie in
Fig. 7 dargestellt. Als Träger für die Bildung der dekora
tiven Schichten 11 sind wärmehärtbare Harze, wie z.B.
Epoxyharze, Polyurethanharze, durch ultraviolettes Licht
härtbare Polyurethanacrylatharze und Epoxyacrylatharze,
verwendbar. Die Dicke der dekorativen Schichten 11 sollte
vorzugsweise im Bereich vom 10 bis 100 µm liegen, so daß
sie einen dreidimensionalen Aufdruck auf dem Endprodukt
darstellen. Eine Dicke von mehr oder weniger 30 µm ist be
sonders bevorzugt.
Danach wird eine pulverförmige dünne Harzplatte 13 auf
der dünnen Materialplatte 1 erzeugt durch vollständiges
Bedecken der dekorativen Schichten 11, wie in Fig. 8 dar
gestellt, auf praktisch die gleiche Weise wie für die Bil
dung der dünnen Harzplatte 4 bei der ersten Ausführungs
form beschrieben. Durch Anwendung eines ähnlichen Warmver
pressens erhält man eine dekorative dünne Platte 15, wie
in Fig. 9 dargestellt, die umfaßt die dünne Materialplatte
1, die Unterlage 2, die dekorativen Schichten 11 und eine
dünne Harzplatte 14, ausgehend von der pulverförmigen dünnen
Harzplatte 13, in einem Körper nebeneinander.
In diesem Falle überlappt das Design und/oder das Muster der
dekorativen Schichten 11 die natürliche Maserung der dünnen
Materialplatte 1, so daß ein sehr neuartiges Aussehen ent
steht. Außerdem sind die dekorativen Schichten 11 durch die
dünne Harzplatte 14 gut geschützt.
Arbeitsschritte bzw. Verfahrensstufen, die bei einer ande
ren (dritten) Ausführungsform der Erfindung angewendet wer
den, sind nacheinander in den Fig. 10 bis 11 dargestellt,
wobei eine dünne pulverförmige Harzplatte 13 direkt auf der
dünnen Materialplatte 1 erzeugt wird nach der Befestigung
der Unterlage 2. Die pulverförmige dünne Harzplatte 13
wächst an zu einer dünnen Harzplatte 14 nach dem Warmver
pressen, wie in Fig. 11 dargestellt. Danach werden dekora
tive Schichten 11 auf der Harzplatte 14 gebildet. Da die
dekorativen Schichten 11 über der Oberfläche der dünnen
Materialplatte 1 angeordnet sind, erscheinen die Designs
und/oder Muster der dekorativen Schichten 11 im Relief, so
daß ein stark dreidimensionaler Eindruck entsteht. Wenn
der dekorative Artikel bzw. Gegenstand während des Ge
brauchs beschädigt wird, sind die dekorativen Schichten 11
zu Reparaturzwecken leicht zugänglich. Erforderlichenfalls
können jedoch die dekorativen Schichten 11 durch einen ge
eigneten Schutzfilm, wie z.B. aus einem Urethanharz oder
einem ungesättigten Polyesterharz, bedeckt sein. Diese
Harze können ebenfalls in Form eines Überzugs aufgebracht
werden.
Die Arbeitsstufen (Verfahrensstufen), die bei einer weiteren
(vierten) Ausführungsform der Erfindung angewendet werden,
sind aufeinanderfolgend in den Fig. 13 bis 15 dargestellt,
wobei ein dünnes Materialgewebe 16 anstelle von oder zu
sätzlich zu der dünnen Materialplatte 1 verwendet wird,
die in den obengenannten Ausführungsformen eingesetzt wurde.
Das Materialgewebe 16 besteht aus dünnem Japanpapier oder
einem nicht-gewebten Acrylgewebe und sein Einheitsgewicht
liegt in dem Bereich von 15 bis 30 g/m2. Auf dem Material
gewebe 16 werden dekorative Schichten 11 erzeugt, wie in
Fig. 13 dargestellt. Dann wird das Materialgewebe 16 auf
die dünne Materialplatte 1 gelegt, die von einer Unterlage
2 begleitet ist, bevor eine dünne Platte 13 aus einem pul
verförmigen Harz erzeugt wird wie in Fig. 14 dargestellt. Nach
dem Warmverpressen umfaßt somit eine dekorative Platte 15
die dünne Materialplatte 1, die Unterlage 2, das Material
gewebe 16, die dekorativen Schichten 11 und eine dünne
Harzplatte 14 in einem Körper nebeneinander, wie in Fig.
15 dargestellt.
Im Falle einer weiteren (fünften) Ausführungsform, wie sie
in den Fig. 16 und 17 dargestellt ist, werden pulverförmi
ge Harzschichten 13 auf beiden Oberflächen eines Material
gewebes 16 gebildet und die Kombination wird auf eine dünne
Materialplatte 16, die von einer Unterlage 2 begleitet ist,
gelegt. Die erhaltene dekorative Platte 15 umfaßt die dünne
Materialplatte 1, die Unterlage 2, das Materialgewebe 16,
die dekorativen Schichten 11 und die dünne Harzplatte 14 in ei
nem Körper nebeneinander.
Eine weitere Modifikation der Erfindung ist in den Fig.
18 bis 23 dargestellt, bei der das Produkt eine Einlage
Struktur hat. Zuerst wird eine dünne Platte 23 aus einem
pulverförmigen Harz auf einer dünnen Materialplatte 1 ge
bildet, die vorzugsweise von einer dünnen Unterlage 2 be
gleitet sein kann, wie in Fig. 18 dargestellt. Danach wird
die dünne Platte 23 aus dem pulverförmigen Harz beispiels
weise durch Infrarotbestrahlung geschmolzen, wie in Fig. 19
dargestellt. In diesem geschmolzenen Zustand werden ein oder
mehr Einlage-Stücke 24 auf die dünne Harzplatte 23 gelegt,
wie in Fig. 20 gezeigt. Die Dicke des Einlagestückes 24 be
trägt 0,3 mm oder weniger und liegt vorzugsweise im Bereich
von 0,1 bis 0,2 mm. Es wird eine weitere dünne Platte 26
aus einem pulverförmigen Harz gebildet, während die Einlage
stücke 24 vollständig bedeckt sind, wie in Fig. 21 gezeigt.
Durch Anwendung von Infrarotstrahlung wird die zusätzliche
dünne Platte 26 aus einem pulverförmigen Harz geschmolzen,
wie in Fig. 22 dargestellt. Nach dem Warmverpressen erhält
man eine dünne dekorative Platte 25 mit einem Einlagen-
Aufbau, wie in Fig. 23 dargestellt. Die dünne dekorative
Platte 25 umfaßt die dünne Materialplatte 1, die Unterla
ge 2, die Einlagestücke 24 und eine dünne Harzplatte 27.
Im Falle dieser Ausführungsform brauchen keine Ausnehmun
gen für die Aufnahme der Einlagestücke 24 in der dünnen
Materialplatte 1 vorgesehen sein. Es entsteht auch kein
Hohlraum um die Einlagestücke 24 herum. Durch das Fehlen
der Ausnehmungen wird das Einlage-Verfahren stark verein
facht und es ist keine anspruchsvolle manuelle Technik er
forderlich, so daß das Verfahren für die Automation gut
geeignet ist.
Bei einer modifizierten Ausführungsform kann die dünne Ma
terialplatte 1 direkt nach dem Auflegen der Einlage-Stücke
24 warmverpresst werden unter Bildung einer dekorativen
dünnen Platte 25, wie in Fig. 24 dargestellt. Wenn Harz
im flüssigen Zustand aufgebracht wird, erhält man eine
dünne dekorative Platte 25, wie sie in Fig. 25 dargestellt
ist, in der die Einlagestücke 24 aus der dünnen Harzplatte
25 teilweise herausragen.
Bei einer weiteren (sechsten) Ausführungsform der vorlie
genden Erfindung, wie sie in den Fig. 26 bis 29 darge
stellt ist, wird ein Einlagestück 24 über eine Bindungs
schicht 28 an einer Hauptplatte 1 befestigt, wie in Fig.
26 dargestellt. Eine dünne Platte 26 aus einem pulverförmi
gen Harz wird dann auf der dünnen Materialplatte 1 erzeugt,
während das Einlagestück 24 vollständig bedeckt ist, wie
in Fig. 27 dargestellt, und die dünne Platte 26 aus dem
pulverförmigen Harz wird wie in Fig. 28 dargestellt ge
schmolzen. Nach dem Warmverpressen umfaßt die erhaltene
dekorative Platte 25 die dünne Materialplatte 1, die Un
terlage 2, das Einlagestück 24, die Bindungsschicht 28 und
eine dünne Harzplatte 27 in Form eines Körpers nebeneinan
der, wie in Fig. 29 dargestellt.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher er
läutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
Eine Walnuß-Platte einer Dicke von 0,2 mm wurde als Mate
rialplatte verwendet, die von einer Unterlage aus einem
nicht-gewebten Vinylon-Gewebe mit einem Einheitsgewicht von
30 g/m2 begleitet war. Die Bindung enthielt 100 Gew.-Teile
Vinylacetatharz, 100 Gew.-Teile Harnstoffharz und 1 Gew.-
Teil Ammoniumchlorid. Das Einheitsgewicht der Bindung be
trug 100 g/m2. Das Verbinden wurde bei einer Temperatur von
110°C unter einem Druck von 0,7 MPa und für eine Zeitspanne
von 2 Minuten durchgeführt. Die Oberfläche der Materialfolie
wurde dann mit einem Schmirgelpapier Nr. 240 geschliffen,
unter Verwendung von öligen Farbstoffen mit einem Farban
strich versehen und durch Siebdruck bedruckt zur Ausbil
dung eines Musters. Auf der Materialplatte wurde eine dünne
Platte aus einem pulverförmigen Epoxyharz mit einem Einheits
gewicht von 200 g/m2 unter Anwendung einer elektrostatischen
Beschichtung erzeugt. Die Korngröße betrug etwa 0,15 mm
(100 mesh) und das Pulver enthielt 100 Gew.-Teile festes
Epoxyharz und 3 Gew.-Teile 2-Ethyl-4-methyl-imidazol. Die
Platte aus dem pulverförmigen Harz wurde dann in einem
fernen Infrarotofen bei einer Anzeigetemperatur von 450°C
20 Sekunden lang geschmolzen. Ein nicht-gewebtes Vinylon-
Gewebe mit einem Einheitsgewicht von 24 g/m2 und ein ab
ziehbarer Film aus Polyvinylfluorid wurden auf die hinte
re Oberfläche der Materialplatte aufgebracht und ein glei
cher abziehbarer Film wurde auf die obere Oberfläche der
Materialplatte aufgebracht zum Warmverpressen, das in ei
ner Warmpresse bei einer Temperatur von 130°C unter einem
Druck von 1,0 MPa und für eine Zeitspanne von 10 Minuten
durchgeführt wurde. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur
wurden die abziehbaren Filme entfernt, wobei man eine de
korative Platte mit einer glatten Harzplatte erhielt.
Die Dicke der dekorativen Platte lag in dem Bereich von
180 bis 190 µm.
Danach wurde die dekorative Platte auf ein Lauan-Basis
brett einer Dicke von 20 mm gelegt und damit verbunden
zur Herstellung eines dekorativen Sperrholzes (Furnier
holzes). Zum Verbinden wurde ein Gemisch aus einem Vinyl
acetatharz und einem Harnstoffharz verwendet, wobei das
Verbinden bei einer Temperatur von 100°C unter einem
Druck von 1,0 MPa und für eine Zeitspanne von 10 Minuten
durchgeführt wurde. Dann wurde das dekorative Sperrholz
(Furnierholz) zu Brettstücken zerschnitten und die
Schnittenden wurden mit schmalen Streifen aus der vor
stehend beschriebenen dekorativen Platte unter Verwendung
eines Bindemittels vom Polyesterharztyp bedeckt.
Die Brettstücke wurden mit einem Schmirgelpapier Nr. 240
grob geschliffen, mit Farbanstrichen vom Polyesterharztyp
beschichtet und mit einem Schmirgelpapier Nr. 600 wurde die
Oberfläche (das Finish) poliert.
Nach dem Polieren und Oberflächenbeschichten wurden die
Brettstücke zusammengefügt zu einem Sideboard, auf dem
die natürliche Walnußmaserung schön kombiniert war mit dem
aufgedruckten Muster.
Eine dekorative Platte wurde auf praktisch die gleiche
Weise wie in Beispiel 1 hergestellt, wobei diesmal jedoch
eine oder mehr dekorative Schichten auf der Materialplatte
gebildet wurden durch Siebdrucken und kein nicht-gewebtes
Vinylon-Gewebe an der hinteren Oberfläche der Material
platte vor dem Warmverpressen befestigt wurde. Auf der da
bei erhaltenen dekorativen Platte lag das künstliche Muster
der dekorativen Schichten schön auf der natürlichen Mase
rung des Walnußholzes.
Eine dekorative Platte wurde auf praktisch die gleiche
Weise wie in Beispiel 2 hergestellt, wobei diesmal die
Bildung der Harzplatte der Bildung der dekorativen Schich
ten durch Siebdrucken vorausging.
Eine Yedofichten-Platte einer Dicke von 3,0 mm wurde als
Materialplatte verwendet und nach dem Befestigen einer
Unterlage und nach dem Oberflächenpolieren wurde eine Platte
aus einem pulverförmigen Epoxyharz einer Dicke von 0,15 mm
(100 mesh) oder weniger auf der Oberfläche der Materialplat
te erzeugt durch elektrostatische Beschichtung. Das Harz
enthielt 100 Gew.-Teile festes Epoxyharz, 1 Gew.-Teil
2-Ethyl-4-methyl-imidazol und 1 Gew.-Teil Undecylimidazol.
Nach dem Schmelzen durch ferne Infrarot-Bestrahlung bei ei
ner Anzeigetemperatur von 450°C wurden Einlage-Stücke auf
die mit dem Harz beschichtete Materialplatte gelegt. Als
Einlagestücke wurden Fichtenstücke verschiedener Farben von
1 mm3 verwendet. Die Kombination wurde dann auf praktisch
die gleiche Weise wie in Beispiel 1 behandelt bzw. verar
beitet.
Claims (14)
1. Verfahren zur Herstellung von dekorativen Holzarti
keln bzw.-Gegenständen, dadurch gekennzeich
net, daß es die folgenden Stufen umfaßt:
Ausbildung einer pulverförmigen dünnen Harzplatte auf ei ner dünnen Materialplatte,
Warmverpressen der pulverförmigen dünnen Harzplatte mit der dünnen Materialplatte unter Bildung einer dünnen de korativen Platte,
Befestigen der dünnen dekorativen Platte an einem Träger brett unter Ausbildung einer dekorativen Sperrholzplatte (Furnierplatte),
Zerschneiden der dekorativen Sperrholzplatte (Furnierplat te) zu Brettstücken und
Zusammensetzen der Brettstücke nach der erforderlichen Behandlung zur Bildung eines dekorativen Artikels bzw. Gegenstandes.
Ausbildung einer pulverförmigen dünnen Harzplatte auf ei ner dünnen Materialplatte,
Warmverpressen der pulverförmigen dünnen Harzplatte mit der dünnen Materialplatte unter Bildung einer dünnen de korativen Platte,
Befestigen der dünnen dekorativen Platte an einem Träger brett unter Ausbildung einer dekorativen Sperrholzplatte (Furnierplatte),
Zerschneiden der dekorativen Sperrholzplatte (Furnierplat te) zu Brettstücken und
Zusammensetzen der Brettstücke nach der erforderlichen Behandlung zur Bildung eines dekorativen Artikels bzw. Gegenstandes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß es außerdem die folgende Stufe umfaßt:
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf der dünnen Materialplatte vor der Ausbildung der pulver förmigen dünnen Harzplatte, wobei die dekorativen Schich ten anschließend durch die pulverförmige dünne Harzplatte vollständig bedeckt werden.
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf der dünnen Materialplatte vor der Ausbildung der pulver förmigen dünnen Harzplatte, wobei die dekorativen Schich ten anschließend durch die pulverförmige dünne Harzplatte vollständig bedeckt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß es außerdem die folgenden Stufen umfaßt:
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf der dünnen pulverförmigen Harzplatte und
Bedecken der dekorativen Schichten mit einer weiteren dün nen pulverförmigen Harzplatte vor dem Warmverpressen.
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf der dünnen pulverförmigen Harzplatte und
Bedecken der dekorativen Schichten mit einer weiteren dün nen pulverförmigen Harzplatte vor dem Warmverpressen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß es außerdem die folgenden Stufen umfaßt:
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf einem Materialgewebe und
Befestigen des Materialgewebes an der dünnen Materialplat te vor der Ausbildung der pulverförmigen dünnen Harzplatte.
Ausbildung einer oder mehrerer dekorativer Schichten auf einem Materialgewebe und
Befestigen des Materialgewebes an der dünnen Materialplat te vor der Ausbildung der pulverförmigen dünnen Harzplatte.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß es außerdem die folgenden Stufen um
faßt:
Aufbringen eines oder mehrerer Einlage-Stücke auf die dünne pulverförmige Harzplatte und
Bedecken der Einlagestücke mit einer weiteren dünnen pulver förmigen Harzplatte vor dem Warmverpressen.
Aufbringen eines oder mehrerer Einlage-Stücke auf die dünne pulverförmige Harzplatte und
Bedecken der Einlagestücke mit einer weiteren dünnen pulver förmigen Harzplatte vor dem Warmverpressen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dicke der dünnen Materialplatte in
dem Bereich von 0,2 bis 0,8 mm liegt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die pulverförmige Harzplatte enthält
ein Epoxyharz, ein ungesättigtes Polyesterharz, ein Epoxy
polyesterharz, ein Epoxyphenolharz, ein wärmehärtbares
Acrylharz und/oder ein Acrylharz.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Einheitsgewicht der pulverförmigen
dünnen Harzplatte in dem Bereich von 100 bis 300 g/m2 liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Warmverpressen bei einer Temperatur
von 120 bis 140°C durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Warmverpressen unter einem Druck
von 0,2 bis 1,6 MPa durchgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Warmverpressen für eine Zeitspanne
von 5 bis 10 Minuten durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß die dekorative dünne Platte an
dem Trägerbrett befestigt wird mittels einer Bindung, die
ein EVA-Harz, ein Vinylacetatharz, ein Gemisch aus einem
Vinylacetatharz und einem Harnstoffharz, und/oder ein Me
laminharz enthält.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verbinden bei einer Temperatur von 100 bis 120°C
durchgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 13, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Verbinden unter einem Druck von 0,1 bis
1 MPa durchgeführt wird.
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