DE3720319A1 - Verfahren und anordnung zur enteisung der scheiben und vorwaermung von personenwagen - Google Patents
Verfahren und anordnung zur enteisung der scheiben und vorwaermung von personenwagenInfo
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Description
Bei Personenwagen, die im Winter im Freien abgestellt sind, ist
die Windschutzscheibe am Morgen häufig mit einer Eisschicht
belegt, welche die Sicht behindert. Manuelles Entfernen des Eises
führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. Die Fahrgastraumheizung,
welche am Motorkühlsystem angeschlossen ist, liefert im
allgemeinen erst nach einer gewissen Betriebszeit des Motors
genügend Wärme für die Enteisung. Das elektrische Enteisen der
Scheiben mittels darin eingelegter Heizdrähte führt zu einer
raschen Entladung der Fahrzeugbatterie verbunden mit einer
Reduktion der für das Anlassen des Motors verfügbaren
Batterieleistung. Fahrzeugheizungen mittels Verbrennen von Benzin
haben als Nachteil den Benzinverbrauch.
Verbrennungsmotoren erzeugen während des Betriebes beträchtliche
Abwärme. Verschiedentlich wurde versucht, die in der
Kühlflüssigkeit enthaltene Abwärme zu speichern und für die
spätere Vorwärmung vorwiegend des Motors zu verwenden. Das
verfolgte Ziel ist dabei meist die Vermeidung des Kaltstartes. Die
hierfür vorgeschlagenen Speicher und ihre Schaltung im
Kühlkreislauf des Verbrennungsmotors sind jedoch für die Zwecke
der Enteisung der Scheiben und Vorwärmung des Personenwagens wenig
geeignet oder zu aufwendig. In der DE-A 29 16 216 wird ein
Wärmespeicher zur Erwärmung eines Motors beschrieben. Der Speicher
ist beispielsweise vor der Pumpe des Motorkühlsystems angeordnet.
Der Speicher ist mit einem unterkühlbaren Salzgemisch gefüllt,
wobei zur Wärmefreisetzung eine Starteinrichtung verwendet wird.
Würde man diese Einrichtung zur Enteisung der Scheiben und
Vorwärmung von Personenwagens verwenden, so läge ein Nachteil
darin, daß der Wärmespeicher vor dem Motorkühlsystem angeordnet
ist. Bis zur Fahrgastraumheizung ist die Temperatur der
Motorkühlflüssigkeit bereits derart abgesenkt, daß keine Wärme
mehr an die Fahrgastraumheizung übertragen wird. Weiterhin ist die
für den unterkühlbaren Wärmespeicher erforderliche
Starteinrichtung mit einem gewissen Aufwand verbunden.
In der DE-A 32 12 043 wird ein Motorwärmer mit einen isolierten
Wasserspeicher beschrieben. Nachteilig wirkt sich hier das große
erforderliche Volumen des Wasserspeichers aus.
In der DE-A 33 00 946 ist ein Speicher beispielsweise im Bypass
zum Motorkühler angeordnet. Der Speicher ist ein isolierter
Kühlflüssigkeitsbehälter oder ein Stoff mit hoher spezifischer
oder Umwandlungswärme. Bei Verwendung eines Stoffes mit hoher
Umwandlungswärme ist ein von der Kühlflüssigkeit durchströmter
Wärmetauscher im Speicher eingebettet. Diese Einrichtung kann
ebenfalls nicht zur Enteisung der Scheiben und Vorwärmung eines
Personenwagens verwendet werden, da der Speicher nicht im Bypass
zur Fahrgastraumheizung angeordnet ist. Wenn ein isolierter
Kühlflüssigkeitsbehälter verwendet wird, ist das große
erforderliche Volumen nachteilig. Wenn ein Stoff mit hoher
Umwandlungswärme verwendet wird, so wird es sich hierbei im
allgemeinen um Gefrieren und Schmelzen handeln. Dies bedingt eine
Volumenänderung bei jedem Umwandlungsvorgang. Die im
Speichermedium eingebetteten Wärmetauscherflächen müßten zur
Aufnahme der durch die Volumenänderungen auftretenden Kräfte
entsprechend dickwandig ausgeführt werden, was den Aufwand
beträchtlich erhöhen würde.
Schließlich wird in der JP-A 60 13 980 eine Anordnung zum
Vorwärmen von Dieselmotoren, insbesondere für Unterseeboote,
beschrieben. Hier ist ein gesonderter Speicherkreislauf vorgesehen
mit Wärmetauschern in der Abgasleitung, im Schmieröl- und
Kühlkreislauf. Für die Zwecke der Enteisung der Scheiben und
Vorwärmung von Personenwagen ist diese Einrichtung zu aufwendig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Enteisung der
Scheiben und Vorwärmung von Personenwagen ohne anderweitige
Nachteile zu bewirken. Diese Aufgabe wird durch die
kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 2 gelöst.
Beim Verfahren gemäß Anspruch 1 ist der Wärmespeicher in der
Zufuhrleitung vom Motorkühlsystem zur Fahrgastraumheizung und an
der entsprechenden Rückführleitung angeschlossen. Dies eröffnet
die Möglichkeit, die Fahrgastraumheizung direkt vom Wärmespeicher
aus anzuspeisen ohne Zwischenschaltung des Motorkühlsystems.
Als Wärmespeichermedium wird vorwiegend Kalziumchlorid-Hydrat
verwendet. Dieses zeichnet sich durch eine hohe Schmelzwärme aus,
so daß das Wärmespeichervolumen klein wird. Außerdem schmilzt und
gefriert es bei annähernd der gleichen Temperatur, so daß die
Verwendung einer Starteinrichtung, wie sie bei unterkühlbaren
Salzwärmespeichern erforderlich ist, unterbleiben kann. Außerdem
ist Kalziumchlorid-Hydrat ökologisch unbedenklich, wird es doch
sogar als Streusalz verwendet. Bei einem etwaigen Auslaufen des
Speichers, also als Folge eines Zusammenstoßes mit großen
Zerstörungen am Personenwagen, entsteht deshalb durch das
Speichermedium kein Umweltschaden. Ebenfalls wird durch die
Verwendung eines ökologisch unbedenklichen Materials als
Speichermedium die Entsorgung nach endgültiger
Außerbetriebsetzung des Personenwagens erleichtert.
Wie die meisten Salze, dehnt sich auch Kalziumchloridhydrat beim
Schmelzen aus. Eine Behinderung dieser Ausdehnung würde zu großen
Kräften auf die Speicherwandungen und auf die im Speichermedium
eingebetteten Rohre führen. Zur Vermeidung dieser Behinderung ist
der Speicher nicht vollständig mit Speichermedium gefüllt. In
seinem Oberteil befindet sich ein für die Expansion zur Verfügung
stehendes freies Volumen. Weiterhin wird zur Vermeidung der
Expansionsbehinderung beim Schmelzen des Salzes die Flüssigkeit
von oben nach unten durch die Speicherrohre geführt, dergestalt
daß das Schmelzen des Salzes von oben nach unten fortschreitet.
Zum Gefrieren des Salzes während des Enteisens und Vorwärmens des
Personenwagens wird die Flüssigkeit von unten nach oben durch die
Speicherrohre geführt, dergestalt daß das Gefrieren des Salzes
von unten nach oben fortschreitet.
Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung an Hand der
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Schaltschema des Wärmespeichers,
Fig. 2 den Wärmespeicher.
In Fig. 1 ist der Verbrennungsmotor 1 mit Kühlflüssigkeitspumpe 2
und Kühler 3 schematisch dargestellt. Das Kühlsystem wird durch
die Leitungen 4 geschlossen. Der Wärmetauscher 5 dient der
Fahrgastraumheizung. Er ist über die Leitungen 6 und 7 am
Motorkühlsystem angeschlossen. Das Heizungsgebläse 8 fördert die
zu erwärmende Luft durch den Wärmetauscher 5. Das Gefäß 9 dient
dem Auffüllen des Kühlsystems und erlaubt die Temperaturausdehnung
des Kühlmediums.
Zur vorteilhaften Durchführung des Verfahrens wird zusätzlich ein
Rückschlagventil 11, eine Abzweigung 12, ein Magnetventil 13, der
Speicher 20, eine von der Fahrzeugbatterie angetriebene Pumpe 14
mit Förderrichtung zum Speicher und eine Abzweigung 15 eingebaut.
Während des Fahrbetriebes ist das Magnetventil 13 in Richtung zum
Speicher geöffnet und die heiße Motorkühlflüssigkeit strömt durch
den Speicherwärmetauscher von oben nach unten. Hierdurch wird das
Salz im Speicher ohne Behinderung der Volumenausdehnung
geschmolzen. Nach Beendigung des Fahrbetriebes schließt das
Magnetventil 13. Der Wärmespeicher 20 ist mit einer Isolation
versehen. Isolationsmaterial und Dicke werden so gewählt, daß der
Wärmespeicher nach beispielsweise 12 Stunden nur einen Teil der
Wärme verloren hat. Durch eine Zeitschaltuhr oder eine
Fernsteuerung wird das Magnetventil 13 etwa 15 Minuten vor der
geplanten Wiederinbetriebnahme wieder geöffnet, die Pumpe 14 und
das Heizungsgebläse 8 gestartet. Die Flüssigkeit strömt nun von
unten nach oben durch den Speicherwärmetauscher, so daß das Salz
im Speicher von unten nach oben gefriert.
Der Speicher kann nach Fig. 2 ausgeführt sein. Der Behälter ist
mit dem Salz 23 gefüllt. Als Wärmetauscher ist eine Rohrspirale 22
eingebaut.
Der Wärmespeicher kann gleichzeitig als Kühlflüssigkeits
expansionsgefäß 9 ausgebildet sein, wobei in diesem Fall der
oberste Punkt über den übrigen Teilen des Kühlsystems liegen muß.
Claims (4)
1. Verfahren zur Vorwärmung und Enteisung von
Personenwagen, welche mit einem flüssigkeitsgekühltem
Benzinverbrennungsmotor angetrieben sind, mittels eines
Wärmespeichers (20), der einen Wärmetauscher (22) zur Wärmeabgabe
und Wärmeaufnahme enthält, dadurch gekennzeichnet, daß als
Speichermedium (23) eine nicht oder nur wenig unterkühlbare
Salzmischung verwendet wird, daß der Wärmetauscher hydraulisch
parallel zur Fahrgastraumheizung (5) und parallel zum
Motorkühlsystem geschaltet ist, daß der Wärmetauscher zum
Schmelzen des Salzes von oben nach unten durchströmt wird, daß
der Wärmetauscher zum Gefrieren des Salzes von unten nach oben
durchströmt wird.
2. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
1 mit einer von der Fahrzeugbatterie angetriebenen Pumpe (14) beim
Speicher (20), dadurch gekennzeichnet, daß diese Pumpe die
Flüssigkeit in entgegengesetzter Richtung zur Richtung, welche von
der Kühlflüssigkeitspumpe (2) des Motors vorgegeben ist, fördert.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
als Speichermedium (23) ein Kalziumchlorid-Hydrat verwendet wird.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wärmespeicher (20) als Kühlflüssigkeits
ausdehnungsgefäß für das Motorkühlsystem ausgebildet ist.
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| DE102015212406A1 (de) | Vorrichtung zur Wärmespeicherung |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8331 | Complete revocation |