DE3720022A1 - Sicherheitsbereifung fuer fahrzeuge - Google Patents
Sicherheitsbereifung fuer fahrzeugeInfo
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Description
Die Bemühungen die Sicherheit von Luftbereifungen bei Fahrzeugen zu
erhöhen besitzen höchste Dringlichkeit, da beim Entweichen der Luft
nicht nur die Reifen kaputt gehen, sondern auch die Kontrolle über das
Fahrzeug verloren geht und Menschenleben dadurch gefährdet sind.
Eine der letzten Massnahmen ein sicheres Reifensystem zu erreichen
wurde kürzlich unter der Bezeichnung "CTS" (Conti-Tyer-System) vor
gestellt. Dabei besitzt die Felge eine entsprechende Stützfläche,
welche den Reifen auch bei entwichener Luft fahrfähig erhält.
Dieses Verfahren ist nur bedingt brauchbar, und besitzt wesentliche
technische und kommerzielle Nachteile:
Die Lauffläche des Reifens hat einen Umfang, welcher dem aussersten
Durchmesser des Reifens enspricht. Andererseits hat die Stützfläche
auf der Felge einen Durchmesser der wesentlich kleiner ist. Bei ent
wichener Luft liegen zwei Flächen mit verschiedenem Umfang auf
einander, nämlich die Stützfläche und die innere Reifenfläche, die
bei jeder Umdrehung einen entspechenden Schlupf ausgleichen müssen.
Zwangsweise entstehen dabei Abnutzungen durch Abrieb und Erwärmung,
welche zu einer Zerstörung des Reifens führen.
Auch kommerziell ist dieses Verfahren nur bedingt einsetzbar, da
alle vorhandenen Felgen und derzeitigen Reifenmodelle nicht mit
einem solchen System versehen werden können. Es sind immer sowohl
neue Felgen als auch neue Reifenmodelle erforderlich.
Erfindungsgemäss wird vorgeschlagen, auf der Felge innerhalb des Reifens
einen kreisförmigen Stützkörper vorzusehen, der auf der Felge drehbar
um die Achse des Rades gelagert ist.
Der Aussenradius des Stützkörpers auf dem sich bei entwichener Luft
der Reifen abstützen kann, ist dabei erfindungsgemäss gleich oder
kleiner dem minimalen Abstand der Innenfläche des Reifens zur Rotations
achse im belasteten Zustand. Damit ist gewährleistet, dass bei luftge
füllten Reifen der Stützkörper nie die Aussenwandung berührt und keiner
lei Einfluss auf die Fahreigenschaften des Reifens besitzt.
Eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung besteht darin, den Stütz
körper direkt im Aussenwulst am Umfang der Felge zu lagern. Dieser
Wulst ist meist so ausgebildet, dass eine Lagerung des Stützkörpers
in dem Wulst ohne weiteres möglich ist.
Erfindungsgemäss kann die Lagerung des Stützkörpers auf der Felge mit
einem reichlichen Spiel versehen werden, was eine Art Abrollen der
Felge im Stützkörper bewirkt.
Um eine Unwucht zufolge des grossen Lagerspieles zu vermeiden, wird
vorgeschlagen an der Felge und/oder dem Stützkörper elastische Zentrier
mittel anzuordnen.
Besonders schonend arbeitet eine erfindungsgemässe Sicherheitsbereifung,
wenn man den Stützkörper und die Felge in Art eines Aussen- und lnnen
ringes eines Wälzlagers, z.B. durch Anordnen von Kugeln oder Walzen
ausbildet.
Da der Stützkörper bei entwichener Luft, vom Reifenumfang angetrieben,
die Felge sozusagen "überholt" d.h. derselben voreilt, muss er sich in
dieser Drehrichtung ungehemmt drehen können. Hingegen ist es vorteilhaft
durch Anordnung einer kraftschlüssigen Kupplung, welche nur in Richtung
der Kraftübertragung vom Motor her wirkt, die Antriebseigenschaften
des Fahrzeuges aufrecht zu erhalten.
Bei Verwendung von herkömmlichen Reifen muss ein erfindungsgemässer
Stützkörper gleichzeitig mit dem Reifen auf der Felge montiert werden.
Um die Montage zu erleichtern wird vorgeschlagen den Stützkörper aus
zwei oder mehreren Segmenten zusammenzusetzen.
Das verwendete Material und die konstruktive Gestaltung des Stützkörpers
sind wegen einer event. entstehenden Unwucht von grosser Bedeutung. Es
wird daher vorgeschlagen Leichtmetall und/oder Kunststoff zu verwenden
und gewichtsparende Aussparungen vorzusehen.
Eine weitere Verbesserung besteht darin, am Aussendurchmesser d.h. am
Umfang den Stützkörpers einen elastischen Belag, z.B. aus Gummi aufzu
bringen. Dadurch wird nicht nur eine bessere Dämpfung der Erschütterungen,
sondern auch eine bessere Haftung zwischen der Reifeninnenfläche und
dem elastischen Belag erreicht. Das hat zufolge, dass der Schlupf nicht
zwischen diesen Teilen auftritt, sondern nur, wie beabsichtigt, zwischen
Felge und Stützkörper. Auch diese Massnahme erhöht die Schonung der Reifen.
Falls die Ausbildung als Wälzlager nicht erwünscht ist, wird zur besseren
Funktion des Gleitlagers empfohlen, an den sich berührenden Stellen der
Felge oder des Stützkörpers ein- oder beidseitig Gleitbeläge (18), (19),
wie in Fig. 3 dargestellt, mit geringem Reibungskoeffizient vorzusehen,
oder von vornherein für die beiden Teile Materialien zu paaren,
welche geringste Reibung erzeugen.
In den Fig. 1 bis 6 sind schematisch einige Konstruktionsbeispiele
dargestellt, welche die grossen Vorteile der Erfindung erkennbar machen.
Die teilweise sehr vereinfachten Skizzen sind in keiner Art beschränkend
aufzufassen, sondern zeigen Wege für eine breite Anwendung bekannter
Konstruktionen zur Ausgestaltung der Erfindung.
Fig. 1 zeigt einen Reifen (2) auf der Felge (1) montiert und auf dem
Boden (20) aufsitzend. Im Reifen (2) ist der rotationssymmetrisch aus
gebildete Stützkörper (3) auf der Felge (1) gelagert. Er hat einen
Radius (4), der kleiner ist als der minimalste Innenradius (5) des
Reifens (2) in belastetem Zustand.
Fig. 2 zeigt den gleichen Reifen (2), aber nachdem die Luft entwichen ist.
Jetzt sitzt der Stützkörper (3) innen auf der Lauffläche des Reifens (2)
auf und rollt auf dieser ab. Da die Radien (4) und (5) bzw. die sich
daraus ergebenden Umfänge verschieden gross sind, wird bei einer
Umdrehung des Reifens (2) der Stützkörper (3) mehr als eine volle
Umdrehung machen, er wird sozusagen die mit gleicher Drehzahl mit dem
Reifen (2) umlaufende Felge (1), auf der ja der Reifen (2) fest montiert
ist, "überholen". Dies ist nur dadurch möglich, weil der Stützkörper (3)
auf der Felge (1) und zwar im Aussenwulst (6) drehbar gelagert ist.
Der einfachen Lagerung im Aussenwulst (6) der Felge (1) kommt grosse
Bedeutung zu. Es ist vorteilhaft ein reichliches Lagerspiel (7) wie in
Fig. (3) gezeigt vorzusehen. Damit kann ein grosser Toleranzbereich
verschiedener Felgenhersteller verkraftet werden. Ein "Abrollen" des
Stützkörpers (3) auf der Felge (1) ist u.U. sogar im Hinblick auf
Unebenheiten der Oberfläche der Felge (1) vorteilhaft.
Um einer eventuellen Unwucht infolge des reichlichen Lagerspieles (7)
vorzubeugen wird vorgesehen, wie in Fig. 4 schematisch dargestellt
mehrere elastische Zentriermittel (8) anzuordnen. Das sind beispiels
weise mit Federn (21) belastete Zentrierkolben, welche in passenden
Lagerungen des Stützkörpers gelagert sind und das Lagerspiel (7)
wie dargestellt gleichmässig verteilen. Selbstverständlich sind auch
alle anderen bekannten Methoden zum Zentrieren oder zur spielfreien
Lagerung anwendbar.
Fig. 4 zeigt auch eine beispielsweise Teilung des Stützkörpers (3) in
drei Segmente (11), (12) und (13), welche innerhalb des Reifens (2)
zusammengesetzt und mittels Laschen (14), die jeweils in das benach
barte Segment hineinreichen und den dazugehörigen Bolzen oder
Schrauben (15) verbunden sind.
Auch hier gilt das vorher gesagte, dass dies nur schematisch aufzu
fassen ist und alle Arten bekannter Verbindungen, insbesondere
Schnellspannverbindungen anwendbar sind, soweit sie dem Erfindungs
zweck dienlich sind.
Fig. 5 und Fig. 6 zeigen eine Variante der Erfindung wobei die Lagerung
des Stützkörpers (3) auf der Felge (1) als Wälzlager ausgebildet ist.
Zu diesem Zweck sind Kugeln (10) in den Aussenwulst (6) der Felge (1)
eingebracht und der Stützkörper (3) ist als Aussenring dieses Lagers
ausgebildet. Die bekannte Anordnung von Kugelkäfigen usw. wie bei
Kugellagern bekannt ist zu empfehlen aber wegen der schematischen und
einfacheren Darstellung weggelassen. Die Verwendung von Zylindern oder
anderen Rollen, zur Form des Aussenwulstes (6) passend ist empfohlen.
In Fig. 6 ist auch eine beispielsweise kraftschlüssige Kupplung dar
gestellt, die dadurch erreicht wird, dass die Aussparungen (9) für
die Kugeln (10) im Stützkörper (3) in einer Drehrichtung im Radius
abnehmen, sodass die Kugeln (10) klemmen und eine kraftschlüssige
Verbindung entsteht, vergleichbar mit der altbekannten Rücktrittbremse
bei Fahrrädern.
Claims (11)
1. Sicherheitsbereifung für Fahrzeuge, bestehend aus einer Felge und
einem konzentrisch daran befestigten luftgefüllten elastischen
Reifen, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Felge innerhalb des
Reifens ein kreisförmiger Stützkörper drehbar gelagert ist.
2. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Aussenradius des Stützkörpers gleich oder kleiner dem minimalen
Abstand der Innenfläche des Reifens zur Rotationsachse in belastetem
Zustand ist.
3. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper im Aussenwulst der Felge gleitend gelagert ist.
4. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper und die Felge zueinander ein grosses Lagerspiel
haben und die Felge im Stützkörper abrollt.
5. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
elastische Zentriermittel am Stützkorper und/oder an der Felge vor
handen sind.
6. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass eine nur in einer Richtung kraftschlüssige Kupplung zwischen
Felge und Stützkörper vorhanden ist.
7. Sicherheitsbereifung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Stützkörper und Felge als
Aussen- und Innenring eines Wälzlagers, z.B. mit eingelegten
Kugeln ausgebildet sind.
8. Sicherheitsbereifung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper aus zwei
oder mehreren Segmenten zusammensetzbar ist.
9. Sicherheitsbereifung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper aus Leicht
metall und/oder Kunststoff besteht und Aussparungen zur Gewichts
reduzierung vorhanden sind.
10. Sicherheitsbereifung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
am Aussendurchmesser des Stützkörpers elastische Beläge angeordnet
sind.
11. Sicherheitsbereifung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den sich berührenden
Lagerflächen des Stützkörpers und der Felge ein- oder beidseitig
Gleitbelage mit geringem Reibungskoeffizient vorhanden sind.
Priority Applications (3)
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