DE3711647A1 - Bohrkopfabdichtung fuer einen in einem vortriebsschild gelagerten bohrkopf - Google Patents
Bohrkopfabdichtung fuer einen in einem vortriebsschild gelagerten bohrkopfInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Abdichtungssystem für einen in
einem Vortriebsschild drehbar gelagerten Bohrkopf, der in
seinem rückwärtigen Umfangsbereich einen Zahnkranz trägt,
mit dem Antriebsritzel mehrerer im Schild angeordneter
Antriebsmotoren im Zahneingriff stehen.
Für den Vortrieb unterirdischer Bauwerke, wie Tunnels,
Stollen u.dgl., sind Vortriebsschilde mit einer darin an
geordneten Vollschnittmaschine bekannt, deren im Schild
drehbar gelagerter Bohrkopf in einer vorderen Abbaukammer
des Schildes arbeitet, die zur Schildrückseite hin durch
eine feste Druckwand des Schildes abgeschottet ist. Der
Antrieb des Bohrkopfes erfolgt bei bekannten Vortriebs
schilden z.B. über einen am Bohrkopf rückseitig hinter
der Druckwand angeordneten Zahnkranz, mit dem Antriebs
ritzel mehrerer über den Umfang verteilter Antriebsmotore,
z.B. hydraulischer Antriebsmotore, in Zahneingriff stehen.
Bei den bekannten Vortriebsschilden der vorgenannten Art
bereitet die zuverlässige Bohrkopfabdichtung erhebliche
Probleme. Es besteht die Gefahr, daß von der Ortsbrust her
Schmutz in den Umfangsspalt zwischen Bohrkopf und Schild
innenwand und damit auch in den rückwärtigen Antriebs
bereich gelangt, der zu einem raschen Verschleiß des Zahn
kranzes und auch der Antriebsritzel führt. Ein Auswechseln
des Zahnkranzes und der Antriebsritzel während des Schild
vortriebs ist schon aufgrund der beengten Raumverhältnisse
im Schild nur unter Inkaufnahme längerer Stillstandszeiten
möglich. Es besteht daher das Problem, ein betriebssicheres
Abdichtungssystem zu schaffen, das möglichst über die ge
samte Dauer der Vortriebsarbeit hinweg eine zuverlässige
Abdichtung des Bohrkopfantriebs vor allem im Bereich des
Zahnkranzes gewährleistet, aber auch bei Dichtungsverschleiß
das Eindringen von Schmutz in den Antriebsbereich des Bohr
kopfes noch zuverlässig verhindert.
Es ist demgemäß Aufgabe der Erfindung, bei einem Vortriebs
schild der eingangs genannten Art eine zuverlässige und
standfeste Bohrkopfabdichtung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Abdichtungs
system gelöst, welches sich durch folgende Merkmale kenn
zeichnet:
- - Der Zahnkranz liegt innerhalb einer im Schild angeordneten ringförmigen Ölwanne, die orts brustseitig durch ein den Zahnkranz tragendes Wandelement des Bohrkopfes abgedeckt ist;
- - der Ringspalt zwischen dem Außenumfang des Bohrkopfes und der Schildinnenwand ist im ortsbrustseitigen Endbereich mittels einer zur Ortsbrust abdichtenden Umfangsdichtung und im Abstand dahinter im Übergangsbereich zur Ölwanne mittels einer die Ölwanne abdich tenden rückwärtigen Dichtung abgedichtet;
- - der genannte Ringspalt ist an mindestens eine, vorzugsweise mehrere über den Umfang verteilt angeordnete Schmiermittel-Druckzuleitungen an geschlossen.
Mit besonderem Vorteil findet das erfindungsgemäße Abdich
tungssystem bei einer Schildvortriebseinrichtung Verwendung,
bei der der Bohrkopf in einer vorderen Abbaukammer des Vor
triebsschildes angeordnet ist, die zur Schildrückseite hin
durch eine feste Druckwand des Schildes abgedichtet ist,
wobei die Ölwanne mit den Antriebsmotoren hinter der Druck
wand angeordnet ist und letztere eine von dem Wandelement
des Bohrkopfes abgedeckte Durchführung für einen den Zahn
kranz tragenden Zahnkranzträger aufweist. Ein solcher Vor
triebsschild kann als Hydroschild mit in der vorderen Abbau
kammer befindlicher Stützflüssigkeit oder aber auch als so
genannter Erddruckschild arbeiten, bei dem der Bohrkopf zu
sammen mit dem Vortriebsschild vorgepreßt und dabei das
Bodenmaterial kontinuierlich aus der vorderen Abbaukammer
des Vortriebsschildes abgeführt wird.
Bei der erfindungsgemäßen Bohrkopfabdichtung befindet sich
der mit dem rotierenden Bohrkopf rückseitig fest verbundene
Zahnkranz in einer ringförmigen Ölwanne, die gegen Schmutz
zutritt mehrfach abgedichtet ist. Dabei ist der Ringspalt
zwischen dem Außenumfang des Bohrkopfes und der Innenwand
des Schildes im Bereich seiner vorderen Schildschneide
durch die zur Ortsbrust hin dichtende Umfangsdichtung und
im Abstand dahinter im Übergangsbereich zur Ölwanne durch
die rückwärtige Dichtung abgedichtet. Die Dichtwirkung die
ser einander nachgeschalteten Dichtungen wird dadurch unter
stützt, daß in den Ringspalt ein
Schmiermittel, vorzugsweise Schmierfett, unter Druck ein
geführt wird, so daß selbst bei einem Versagen der vorderen
Umfangsdichtung kein Schmutz von der Ortsbrust her in den
Ringspalt eintreten kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn
der Schmiermitteldruck im Ringspalt auf einem Druckniveau
gehalten wird, das größer ist als der Druck, gegen den die
zur Ortsbrust hin dichtende Umfangsdichtung abdichtet. Dabei
läßt sich die Anordnung so treffen, daß während der Vor
triebsarbeit das in den Ringspalt eingepreßte Schmiermittel
ständig in mehr oder weniger großer Menge durch die orts
brustseitige Umfangsdichtung gegen den von außen wirkenden
Druck gedrückt wird.
Vorzugsweise besteht die ortsbrustseitige Umfangsdichtung
aus mehreren hintereinander geschalteten und durch Distanz
ringe gegeneinander distanzierten ringförmigen Lippendich
tungen. Die Mehrfachdichtung erhöht die Sicherheit der Ring
spaltabdichtung zusätzlich und gestattet aufgrund der Anord
nung der elastischen Dichtungslippen den zur Schmutzrichtung
gegenläufigen Schmiermitteldurchgang. Es empfiehlt sich, am
Außenumfang des Bohrkopfes einen festen Dichtungsanlagering
anzuordnen, gegen den die vordere Umfangsdichtung mit den
Dichtlippen abdichtet. Die ortsbrustseitige Umfangsdichtung
wird vorteilhafterweise in einer im Schildschneidenbereich
innenseitig vorgesehenen Ausnehmung od.dgl. angeordnet, die
zur Ortsbrust hin durch einen lösbaren Verschlußring ge
schlossen ist. Durch Lösen des Verschlußringes, der auch
aus mehreren Ringsegmenten bestehen kann, läßt sich die
Stirndichtung, falls dies während der Vortriebsarbeit über
haupt erforderlich werden sollte, entweder auswechseln oder
durch Umsetzen der Lippendichtungen und Distanzringe so um
bauen, daß die harten Dichtlippen, wenn sie in die Gegen
fläche am Bohrkopfumfang bzw. am hier befindlichen Dichtungs
anlagering nutartige Riefen eingeschnitten haben sollten,
neue, d.h. unverletzte Anlageflächen finden.
Der vorgenannte Dichtungsanlagering wird zweckmäßig mit über
seinen Umfang verteilt angeordneten Fettspurkanälen für das
Einpressen von Schmierfett od.dgl. versehen, die in den Raum
zwischen den Lippendichtungen münden. Die Lippendichtungen
der Umfangsdichtung arbeiten dabei während der Bohrkopf
umdrehung in einem Schmierfettpolster, wodurch der Dichtungs
verschleiß vermindert und eine zusätzliche Dichtwirkung gegen
über eindringendem Schmutz erreicht wird. Die Fettspurkanäle
sind an einen oder mehrere am Bohrkopf angeordnete Zuführungs
leitungen für das Schmierfett angeschlossen.
Es empfiehlt sich weiterhin, an der Schildinnenwand hinter
der hier befindlichen Umfangsdichtung einen Lagerring anzu
ordnen, auf dem der Bohrkopf mit einem an seinem Umfang an
geordneten Bohrkopfring gleiten kann, wobei zwischen den
beiden Ringen ständig ein Fettpolster vorhanden ist. Die An
ordnung läßt sich so treffen, daß das Schmiermittel bzw.
Schmierfett mit dem genannten Überdruck über die Fettspur
kanäle im Bereich der vorderen Umfangsdichtung eingedrückt
wird, während im Abstand hinter dieser Umfangsdichtung und
auch hinter dem Lagerring Schmiermittel bzw. Schmierfett
ohne einen solchen Überdruck zur weiteren Abdichtung und
Sicherung der Dichtung eingebracht wird. In diesem Bereich
können Bohrungen od.dgl. vorgenommen werden, um während des
Betriebs Schmiermittelproben zu entnehmen. Sollten die Proben
Verschmutzungen enthalten, so ist dies ein Zeichen für das
Versagen der Bohrkopfdichtung.
Auch die den Ringspalt im rückwärtigen Bereich gegenüber der
Ölwanne dichtende Dichtung besteht zweckmäßig aus mehreren
hintereinander geschalteten und durch mindestens einen
Distanzring gegeneinander distanzierten Lippendichtungen.
Dabei wird die Anordnung zweckmäßig so getroffen, daß der
Bohrkopf im Bereich der Ölwanne einen die rückwärtige Dich
tung aufweisenden Tragring trägt, der unter Bildung eines
labyrinthartigen Dichtungskanals in einen nutartigen Ring
kanal des Schildes eingreift. Auch in diese rückwärtige Dich
tung kann während des Betriebs über einen oder vorzugsweise
mehrere über den Umfang angeordnete Kanäle Schmiermittel
bzw. Schmierfett eingebracht werden.
Weitere Dichtungen werden zweckmäßig im Dichtungsspalt zwi
schen der Druckwand und dem rückwärtigen Bereich des Bohr
kopfes vorgesehen. Auch diese Dichtungen werden zweckmäßig
als Lippendichtungen innerhalb eines Labyrinthspaltes aus
gebildet und mit einer Schmiermittelzuführung versehen.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in den einzelnen Ansprü
chen angegeben und werden nachfolgend im Zusammenhang mit dem
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel näher er
läutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 im Vertikalschnitt einen Vortriebsschild
im ortsbrustseitigen Bereich mit dem hier
angeordneten Bohrkopf und einer erfindungs
gemäßen Bohrkopfabdichtung;
Fig. 2 den Vortriebsschild mit Bohrkopf nach
Fig. 1 in einem Teilschnitt und in größe
rem Maßstab im Bereich der umlaufenden
Bohrkopfdichtung;
Fig. 3 in größerem Maßstab die im Bereich der
Schildschneide angeordnete Umfangsdich
tung I;
Fig. 4 in größerem Maßstab die rückwärtigen
Dichtungen II bis IV im Bereich der
Ölwanne und der inneren Ortsbrust.
Der dargestellte zylindrische Vortriebsschild 1 nimmt einen
um die Schildachse drehbaren Bohrkopf 2 auf, der ortsbrust
seitig mit einem zentralen Vorschneider 3 und mit auf kon
zentrischen Kreisen angeordneten Schneidwerkzeugen 4 bestückt
ist. Der Bohrkopf 2 ist im Vortriebsschild 1 drehbar, jedoch
axial unverschieblich gelagert. Er befindet sich in einer
vorderen Abbaukammer 5 des Vortriebsschildes 1, die zur
Schildrückseite hin durch eine kräftige Druckwand 6 abge
schottet ist. Die Abförderung des Bodenmaterials aus der
Abbaukammer 5 erfolgt z.B. mittels einer die Druckwand 5
durchdringenden Förderschnecke 7. Der aus einer stabilen
Kastenkonstruktion bestehende zylindrische Schildmantel ist
am ortsbrustseitigen Ende des Vortriebsschildes 1 als Schild
schneide 8 ausgebildet. Der Vortriebsschild 1 mit dem darin
gelagerten Bohrkopf 2 wird mittels hydraulischer Pressen 9
in Vortriebsrichtung vorgepreßt, die über den Schildumfang
verteilt im Bereich des Schildmantels angeordnet sind und
sich an einem geeigneten (nicht dargestellten) pressenwider
lager abstützen, z.B. über einen gemeinsamen Druckring am
eingebrachten Tunnelausbau oder an einer nachführbaren
Innenschalung, wenn die Tunnelauskleidung in Ortbeton er
stellt wird. Dem eigentlichen Vortriebsschild 1 nachgeschal
tet ist ein Nachlaufschild 10. Zwischen dem Nachlaufschild
10 und dem Vortriebsschild 1 kann ein kurzer Zwischenschild
11 angeordnet sein, der über hydraulische Steuerpressen 12
mit dem Vortriebsschild 1 verbunden ist. Der Zwischenschild
11 kann seinerseits über hydraulische Vorschubzylinder 12
mit dem Nachlaufschild 10 verbunden sein.
Vortriebsschilde der vorgenannten Art sind an sich bekannt
und bedürfen daher keiner weiteren Erläuterung. Der Bohr
kopfantrieb befindet sich hinter der Druckwand 6. Er weist
mehrere z.B. hydraulische Antriebsmotoren 13 auf, die in
gleichmäßigen Umfangsabständen an einer ringförmigen Steg
wand 14 des kastenförmig ausgesteiften Schildmantels ange
ordnet sind. Die Antriebsritzel 15 der Antriebsmotoren 13
stehen im Zahneingriff mit einem innenverzahnten Zahnkranz
16, der an einem ringförmigen Zahnkranzträger 17 des Bohr
kopfes 2 angeordnet ist. Der Zahnkranz 16 befindet sich zu
sammen mit den Antriebsritzeln 15 in einer ringförmigen Öl
wanne 18, die sich im Vortriebsschild 1 in dessen Umfangs
bereich hinter der Druckwand 6 befindet. Die Ölwanne 18
wird am Außenumfang durch eine ringförmige Wand 19, am
Innenumfang durch eine ringförmige Wand 20 und an der Rück
seite durch die feste Stegwand 14 des Vortriebsschildes be
grenzt. Ortsbrustseitig wird die Ölwanne 18 durch den Um
fangsbereich der Druckwand 6 begrenzt, wobei am Außenumfang
der Druckwand 6 eine ringförmige Durchführung 21 für den
Durchgriff des Zahnkranzträgers 17 vorgesehen ist. Orts
brustseitig wird die Ölwanne 18 von einem an der Rückseite
des Bohrkopfes 2 angeordneten ringförmigen Wandelement 22
abgedeckt, an welchem der Zahnkranzträger 17 mit dem Zahn
kranz 16 fest angeordnet ist. Die innenliegende ringförmige
Wand 20 ist mit der Druckwand 6 und mit der Stegwand 14 des
Vortriebsschildes verbunden. Der Zahnkranz 16 ist innerhalb
der Ölwanne 18 in kräftigen Wälzlagern 23, 24 und 25 ge
lagert.
Der aus einer Schweißkonstruktion bestehende Bohrkopf 2
weist gemäß Fig. 2 zwei im Abstand hintereinander angeord
nete kräftige Platten 26 und 27 auf, von denen die Front
platte 26 mit den Werkzeugen 3 und 4 bestückt ist und die
erforderlichen Durchtrittsöffnungen für das an der Orts
brust abgebaute Bodenmaterial aufweist. Am Umfang sind die
Platten 26 und 27 über eine stabile kastenförmige Verbin
dung fest miteinander verbunden. Das rückwärtige Wandele
ment 22 ist über eine konische Umfangswand 28 mit der
Rückenplatte 27 des Bohrkopfes fest verbunden. In diesem
Bereich weist der Mantel des Vortriebsschildes 1 eine eben
falls geneigte Innenwand 29 auf, die zusammen mit der Um
fangswand 28 einen sich nach hinten konisch verjüngenden
Ringspalt 30 ausbildet, der sich etwa von der Frontplatte
26 bis nach hinten zur Ölwanne 18 hin erstreckt.
Zur Abdichtung der Ölwanne 18 gegenüber Schutzzutritt sind
mehrere Umfangsdichtungen I bis IV vorgesehen. Die Umfangs
dichtung I dichtet den Ringspalt 30 an seinem ortsbrust
seitigen Ende zur Ortsbrust hin ab, während die rückwärtige
Dichtung II den Ringspalt 30 an seinem rückwärtigen Ende
im Bereich der Ölwanne 18 dichtet. Die beiden anderen Dich
tungen III und IV dichten die Ölwanne 18 im inneren Um
fangsbereich zwischen Bohrkopf 2 und Druckwand 6 ab.
Die ortsbrustseitige Umfangsdichtung I ist vor allem der
Fig. 3 zu entnehmen. Sie besteht aus mehreren, hier drei
hintereinander geschalteten Lippendichtungen 31, die durch
zwei zwischen ihnen angeordnete Distanzringe 32 gegenein
ander distanziert und zusammen mit den Distanzringen 32 in
einer Umfangsausnehmung 33 der Schildinnenwand im Bereich
der vorderen Schildschneide 8 angeordnet sind, wobei die
Ausnehmung ortsbrustseitig durch einen lösbaren, z.B. an
geschraubten Verschlußring 34 geschlossen ist. Der Bohrkopf
2 weist am Umfang einen festen Dichtungsanlagering 35 auf,
dessen zylindrische Umfangsfläche die Gegenfläche für die
Dichtringe 31 bildet, die aus Lippendichtungen bestehen,
deren Dichtlippen sich gegen die Umfangsfläche des Ringes
35 legen. Auf diese Weise wird eine zur Ortsbrust hin dich
tende Mehrfachdichtung gebildet. Der Bohrkopf 2 weist un
mittelbar hinter dem Dichtungsanlagering 35 einen weiteren
Ring 36 auf, mit dem er sich bei seiner Drehbewegung auf
einem Lagerring 37 gleitend abstützen kann, der in den
Ringspalt 30 vorspringend und diesen im Querschnitt ein
engend an der Innenwand des Vortriebsschildes 1 unmittel
bar hinter der Umfangsdichtung I angeordnet ist.
Der Dichtungsanlagering 35 weist über seinen Umfang verteilt
mehrere Fettspurkanäle 38 und 39 auf, die von Bohrungen des
Ringes 35 gebildet werden können und die an Schmierfett-
Druckleitungen 40 und 41 angeschlossen sind, die in Fig. 2
lediglich schematisch angedeutet sind. Über die Leitungen
40 und 41 und die Fettspurkanäle 38 und 39 kann während der
Vortriebsarbeit Schmierfett unter Druck in den Dichtungsraum
der Umfangsdichtung I laufend eingepreßt werden, und zwar im
Bereich hinter den beiden vorderen Lippendichtungen 31. Auf
diese Weise wird an der Umfangsdichtung I ein Fettpolster
gebildet, welches die Dichtwirkung und die Standzeit der
Dichtung erhöht. Vorzugsweise wird das Schmierfett unter
einem solchen Druck eingepreßt, daß sich im Betrieb ein
mehr oder weniger kontinuierlicher Schmierfettstrom an den
Dichtlippen vorbei in Richtung zur Ortsbrust ergibt.
Der Ringkanal 30 hinter der Umfangsdichtung I ist an mehre
re über seinen Umfang verteilt angeordnete Schmiermittel-
Zuleitungen 42 angeschlossen, über die ein Schmiermittel,
vorzugsweise Schmierfett, zur weiteren Abdichtung und Siche
rung des Ringspaltes eingebracht werden kann. Dieses Schmier
mittel kann mit einem gegenüber der Schmierfettzuführung
der Leitungen 40, 41 niedrigeren Druck in den Ringspalt
eingeführt werden. Der Ringspalt 30 ist im Bereich zwischen
den Dichtungen I und II an einen oder mehrere Kanäle 43 an
geschlossen, über die Fettproben im Betrieb entnommen werden
können, um etwaige Verschmutzungen des Fettpolsters inner
halb des Ringspaltes feststellen zu können. Außerdem läßt
sich an den vorderen Fettspurkanälen 28 und 39 eine Druck
überwachung bezüglich des Schmierfettdrucks durchführen.
Wie vor allem Fig. 4 zeigt, weist der Bohrkopf 2 an seinem
rückwärtigen Wandelement 22 einen die rückwärtige Dichtung
II aufnehmenden Tragring 44 auf, der unter Bildung eines
labyrinthartigen Dichtungskanals 45 in eine Ringnut 46 an
der Innenwand des Vortriebsschildes 1 einfaßt. In einer nut
artigen Ausnehmung des Tragringes 44 sitzen zwei durch einen
Distanzring 47 gegeneinander distanzierte Lippendichtungen
48 und 49, die durch einen lösbaren Verschlußring 50 ge
sichert sind und deren Dichtlippen gegen die zylindrische
Fläche eines mit der Schildinnenwand fest verbundenen Rin
ges 51 abdichten. Der Ring 51 weist über den Umfang verteilt
ebenfalls mehrere bzw. eine Vielzahl an Fettspurkanälen 52
auf, über die Schmierfett in den Raum zwischen den Lippen
dichtungen 48 und 49 eingepreßt werden kann, wodurch eine
Schmierung im Dichtungsbereich sowie eine zusätzliche Dicht
wirkung erzielt wird. Die Fettspurkanäle 52, die von Bohrun
gen des Ringes 51 gebildet werden können, sind an eine
(nicht dargestellte) Schmierfett-Zuführungsleitung ange
schlossen.
Wie vor allem Fig. 4 zeigt, sind die innenliegenden Dich
tungen III und IV, die den Dichtspalt zwischen dem Abdeck
element 22 des Bohrkopfes 2 und der Druckwand 6 abdichten,
hintereinander geschaltet, wobei auch dieser Dichtspalt als
mehrfach abgewinkelter Labyrinthkanal ausgebildet ist. Die
Dichtung IV entspricht in ihrem Aufbau der Umfangsdichtung
I. Sie weist drei durch Distanzringe 53 gegeneinander
distanzierte und durch einen lösbaren Verschlußring 55 am
Wandelement 22 gehaltene Lippendichtungen 54 auf, die mit
ihren Dichtlippen an einem fest mit der Druckwand 6 ver
bundenen Gegenring 56 anliegen. Am Gegenring 56 befinden
sich über den Umfang verteilt Fettspurkanäle 57 und 58,
die jeweils an eine Schmierfettzuleitung 59 bzw. 60 ange
schlossen sind, über die Schmierfett unter Druck in den
Dichtspalt zwischen den Lippendichtungen 54 eingepreßt
werden kann.
Die Dichtung III entspricht in ihrem Aufbau der Dichtung II.
Sie weist zwei durch einen Distanzring 61 distanzierte Lip
pendichtungen 62 auf, die von einem lösbaren Verschlußring
63 an einem mit dem Wandelement 22 fest verbundenen Lager
ring 64 gehalten sind. Die Dichtlippen der Dichtungen 62
legen sich gegen einen mit der Druckwand 6 fest verbundenen
Gegenring 65, der mit über den Umfang verteilten Fettspur
kanälen 66 versehen ist, die an einen Schmierfett-
Zuführungskanal 67 der Druckwand 6 angeschlossen sind,
über den Schmierfett in den Raum zwischen den Lippen
dichtungen 62 eingepreßt werden kann. Im Bereich zwischen
den Dichtungen III und IV ist der Dichtungsspalt an meh
rere Schmiermittel-Kanäle 68 angeschlossen, über die der
Dichtspalt mit Schmiermittel bzw. Schmierfett gefüllt
werden kann.
Mit Hilfe des vorstehend beschriebenen, die Dichtungen I
bis IV umfassenden Abdichtungssystems läßt sich eine auch
über längere Betriebszeit hinweg zuverlässige Bohrkopf
dichtung erreichen, mit der ein Schmutzeintritt in die
Ölwanne 18 zuverlässig unterbunden wird. Falls z.B. die
harten und verschleißfesten Dichtlippen der Dichtungen 31
der vorderen Umfangsdichtung I in den Ring 35 Riefen ein
geschnitten haben, so bleibt die Dichtwirkung dennoch er
halten. Es besteht in diesem Fall aber auch die Möglich
keit, die Dichtungen umzusetzen. Mit Hilfe der Drucküber
prüfung im Fettpolster der Umfangsdichtung I ist eine
solche Riefenbildung feststellbar, da in diesem Fall der
Fettdruck abfällt, was ein Signal auslösen kann. Zum Um
setzen der Dichtung wird der Verschlußring 34, der aus
mehreren Ringsegmenten bestehen kann, gelöst, worauf der
vordere Dichtring 31 mit dem dahinterliegenden Distanzring
32 zur Ortsbrust hin ausgebaut und anschließend in umge
kehrter Reihenfolge wieder eingebaut werden, d.h. derart,
daß der vordere Dichtring 31 nunmehr in Anlage an den mitt
leren Dichtring 31 hinter dem ausgebauten und anschließend
wieder eingesetzten Distanzring 32 liegt. Der so umgesetzte
vordere Dichtring 31 erhält somit eine unverletzte Gegen
fläche für seine Dichtlippe am Ring 35 des Bohrkopfes. In
entsprechender Weise können auch die beiden anderen Dicht
ringe 31 nach Bedarf umgesetzt werden.
Auch an den anderen Dichtungen II bis IV ist ein entsprechen
des Umsetzen der Lippendichtung im Bedarfsfall möglich.
Claims (16)
1. Abdichtungssystem für einen in einem Vortriebsschild
drehbar gelagerten Bohrkopf, der in seinem rückwärtigen
Umfangsbereich einen Zahnkranz trägt, mit dem Antriebs
ritzel mehrerer im Schild angeordneter Antriebsmotoren
im Zahneingriff stehen, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
- - Der Zahnkranz (16) liegt innerhalb einer im Schild (1) angeordneten ringförmigen Ölwanne (18), die ortsbrustseitig durch ein den Zahn kranz (16) tragendes Wandelement (22) des Bohrkopfes (2) abgedeckt ist;
- - der Ringspalt (30) zwischen dem Außenumfang des Bohrkopfes (2) und der Schildinnenwand ist im ortsbrustseitigen Endbereich mittels einer zur Ortsbrust hin abdichtenden Umfangs dichtung (I) und im Abstand dahinter im Über gangsbereich zur Ölwanne (18) mittels einer die Ölwanne abdichtenden rückwärtigen Dich tung (II) abgedichtet;
- - der genannte Ringspalt (30) ist an mindestens eine, vorzugsweise mehrere über den Umfang verteilt angeordnete Schmiermittel-Zuleitungen (40, 41, 42) angeschlossen.
2. Abdichtungssystem nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Bohrkopf (2) in einer
vorderen Abbaukammer (5) des Vortriebsschildes (1) ange
ordnet ist, die zur Schildrückseite durch eine feste
Druckwand (6) des Schildes abgedichtet ist, wobei die
Ölwanne (18) mit den Antriebsmotoren (13) hinter der
Druckwand angeordnet ist und letztere eine von dem Wand
element (22) des Bohrkopfes (2) abgedeckte Durchführung
für einen den Zahnkranz (16) tragenden Zahnkranzträger
(17) aufweist, wobei die rückwärtige Dichtung (II) am
Außenumfang der Ölwanne (18) am Wandelement (22) des
Bohrkopfes angeordnet ist, während zwischen dem Wand
element (22) und der Druckwand (6) mindestens eine
innenliegende Dichtung (III und/oder IV) vorgesehen
ist.
3. Abdichtungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß über die Schmiermittel-
Zuleitung(en) (40, 41) Schmiermittel unter einem Druck in
den Dichtungsraum der vorderen Umfangsdichtung (I) ein
preßbar ist, der größer ist als der von der Ortsbrust her
wirkende Druck, gegen den die Umfangsdichtung (1) ab
dichtet.
4. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Ringspalt (30) am Außenumfang des Bohrkopfes (2) an
mindestens eine, vorzugsweise mehrere über den Umfang
verteilt angeordnete Schmiermittel-Zuleitungen (42)
angeschlossen ist, über die Schmiermittel, wie insbe
sondere Schmierfett, zur Füllung des Ringspaltes ein
führbar ist.
5. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die
ortsbrustseitige Umfangsdichtung (I) aus mehreren hinter
einander geschalteten und durch Distanzringe (32) gegen
einander distanzierten Lippendichtungen (31) besteht.
6. Abdichtungssystem nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (2) am
Außenumfang einen festen Dichtungsanlagering (35) trägt,
gegen den die Dichtlippen der Lippendichtungen (31) ab
dichten.
7. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Vortriebsschild (1) im Schildschneidenbereich (8) innen
seitig eine die ortsbrustseitige Umfangsdichtung (I)
aufnehmende Ausnehmung (33) aufweist, die zur Ortsbrust
hin durch einen lösbaren ein- oder mehrteiligen Ver
schlußring (34) geschlossen ist.
8. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
hinter der ortsbrustseitigen Umfangsdichtung (I) ein
den Ringspalt (30) einengender Lagerring (37) an der
Schildinnenwand angeordnet ist, auf dem der Bohrkopf
(2) mit einem Bohrkopfring (36) gleitet.
9. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Dichtungsanlagering (35) mit über seinen Umfang
verteilt angeordneten Fettspurkanälen (38, 39) für
das Einpressen von Schmierfett od.dgl. versehen ist,
die in dem Dichtungsraum zwischen den Lippendichtungen
(31) münden und an mindestens einen Schmiermittel-
Zuleitungskanal (40, 41) angeschlossen sind.
10. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Ringspalt (30) zwischen den Dichtungen (I und II)
an mindestens einen Kanal (43) zur Entnahme von
Schmierfettproben angeschlossen ist.
11. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis l0,
dadurch gekennzeichnet, daß
die rückwärtige Dichtung (II) des Ringspaltes (30)
aus mehreren hintereinander geschalteten und durch
mindestens einen Distanzring (47) gegeneinander
distanzierten Lippendichtungen (48) besteht.
12. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Bohrkopf (2) im Bereich der Ölwanne (18) einen die
rückwärtige Dichtung (II) aufweisenden Tragring (44)
aufweist, der unter Bildung eines labyrinthartigen
Dichtungskanals (45) in eine Ringnut (46) des Schildes
eingreift, wobei die rückwärtige Dichtung (II) den
Dichtungskanal zwischen dem Tragring (44) des Bohr
kopfes und einem Gegenring (51) des Schildes dichtet.
13. Abdichtungssystem nach Anspruch 11 oder 12, da
durch gekennzeichnet, daß in den
Dichtraum zwischen den Lippendichtungen (48) der rück
wärtigen Dichtung (II) mehrere über den Umfang verteilt
angeordnete Fettspurkanäle (52) münden, über die
Schmierfett unter Druck in den Dichtraum einführbar
ist.
14. Abdichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die
den Spalt zwischen dem Wandelement (22) des Bohrkopfes
(2) und der Druckwand (6) dichtende Dichtung(en) (III,
IV) aus mehreren hintereinander geschalteten Lippen
dichtungen (54, 62) bestehen, wobei in den Dichtungs
raum zwischen den Lippendichtungen Schmierfett od.dgl.
über Fettspurkanäle (57, 66) unter Druck einpreßbar
ist.
15. Abdichtungssystem nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Spalt zwischen
dem rückwärtigen Wandelement (22) des Bohrkopfes (2)
und der Druckwand (6) als mehrfach abgewinkelter
Labyrinthspalt ausgebildet ist, der im ortsbrust
seitigen Eingangsbereich sowie im Übergangsbereich
zur Ölwanne (18) jeweils durch eine Dichtung (III, IV)
abgedichtet ist, die aus mehreren hintereinander ge
schalteten Lippendichtungen (54, 62) besteht.
16. Abdichtungssystem nach Anspruch 15, dadurch
gekennzeichnet, daß der Dichtspalt zwi
schen den innenliegenden Dichtungen (III und IV) über
mindestens einen an der Druckwand (6) angeordneten
Schmiermittel-Zuführungskanal (68) mit Schmiermittel,
insbesondere Schmierfett, beaufschlagbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711647 DE3711647A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Bohrkopfabdichtung fuer einen in einem vortriebsschild gelagerten bohrkopf |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711647 DE3711647A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Bohrkopfabdichtung fuer einen in einem vortriebsschild gelagerten bohrkopf |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3711647A1 true DE3711647A1 (de) | 1988-10-27 |
Family
ID=6325011
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873711647 Withdrawn DE3711647A1 (de) | 1987-04-07 | 1987-04-07 | Bohrkopfabdichtung fuer einen in einem vortriebsschild gelagerten bohrkopf |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3711647A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0727562A1 (de) * | 1995-02-17 | 1996-08-21 | ROLLS-ROYCE POWER ENGINEERING plc | Lagervorrichtung für eine Bohrmaschine |
| CN105317440A (zh) * | 2014-07-31 | 2016-02-10 | 天津威镰通力千斤顶有限公司 | 一种四电机驱动的盾构机机头 |
| CN109339804A (zh) * | 2018-12-21 | 2019-02-15 | 中铁十四局集团有限公司 | 一种清理盾构机盾尾密封仓的装置及方法 |
-
1987
- 1987-04-07 DE DE19873711647 patent/DE3711647A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0727562A1 (de) * | 1995-02-17 | 1996-08-21 | ROLLS-ROYCE POWER ENGINEERING plc | Lagervorrichtung für eine Bohrmaschine |
| CN105317440A (zh) * | 2014-07-31 | 2016-02-10 | 天津威镰通力千斤顶有限公司 | 一种四电机驱动的盾构机机头 |
| CN109339804A (zh) * | 2018-12-21 | 2019-02-15 | 中铁十四局集团有限公司 | 一种清理盾构机盾尾密封仓的装置及方法 |
| CN109339804B (zh) * | 2018-12-21 | 2021-04-27 | 中铁十四局集团有限公司 | 一种清理盾构机盾尾密封仓的装置及方法 |
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