DE3703761A1 - Vorrichtung zum auftragen einer spritzbetonschicht - Google Patents
Vorrichtung zum auftragen einer spritzbetonschichtInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine Vorrichtung zum
Auftragen einer Spritzbetonschicht auf eine Oberfläche, mit Betonför
derleitung für eine mit Wasser angemachte, pump- und spritzfähige
Spritzbetonmischung, Spritzaggregat und Treibluftzuführungsaggregat
für unter einem Druck von mehreren bar stehende, aus einer Treib
luftquelle austretende Treibluft, wobei die Betonförderleitung in das
Spritzaggregat einmündet, welches einen Treiblufteinführungsstutzen
aufweist, und wobei die Spritzbetonmischung mit der Treibluft ver
spritzbar ist. Die Erfindung bezieht sich fernerhin auf ein Verfahren
zum Betrieb einer solchen Vorrichtung.
Bei der ( aus der Praxis) bekannten gattungsgemäßen Vorrichtung be
steht das Treibluftzuführungsaggregat, bis auf Armaturen, Meßein
richtung und Ventile, hauptsächlich aus einer Rohrleitung, die an
die Treibluftquelle angeschlossen ist und in das Spritzaggregat ein
mündet. Die Treibluft steht unter einem Förderdruck von mehreren
bar, z. B. von 5 bis 8 bar. Das meint den statischen Druck der
Treibluftquelle. Auf diese Weise kann die Spritzbetonmischung, zu
meist über eine Spritzlanze oder einen Spritzschlauch, wirksam auf
gebracht werden, wobei sich die Treibluft in dem Spritzaggregat ent
spannt und beim Austreten aus der Spritzlanze oder aus dem Spritz
schlauch weiter entspannt. Das Spritzaggregat besteht beispielsweise
aus einem geraden Führungsrohr für die Treibluft und einem darin
schräg einmündenden Rohrstutzen für die Spritzbetonmischung. Im
Rahmen der bekannten Maßnahmen besteht wegen der sich einstellen
den Druckverhältnisse nicht ohne weiteres die Möglichkeit, in dem
Spritzaggregat die Spritzbetonmischung mit einem pulverförmigen Be
tonzusatzstoff zu mischen. Andererseits kann, wie nicht zum Stand
der Technik gehörende Untersuchungen gezeigt haben, das Aufbringen
einer Spritzbetonschicht auf eine Oberfläche wesentlich verbessert wer
den, wenn unmittelbar vor dem Aufspritzen oder beim Aufspritzen Si
lica-Pulver in die Spritzbetonmischung in gleichmäßiger Verteilung
eingebracht wird. Das Silica-Pulver nimmt das Überschußwasser der
Spritzbetonmischung begierig auf und erlaubt daher das Aufbringen
von wesentlich dickeren Spritzbetonschichten. Silica-Pulver bezeichnet
amorphe oder kolloidale Kieselsäure, die als Fällungskieselsäure oder
durch Hochtemperaturhydrolyse hergestellt wird. Silica-Pulver besitzt
eine sehr große Oberfläche von z. B. 25 m2/g und wesentlich mehr.
Bezogen auf den Zementanteil werden im allgemeinen etwa 1 bis 10
Gew.-% an Silica-Pulver eingebracht. Die Praxis verlangt häufig, daß
auch andere pulverförmige Betonzusatzstoffe eingebracht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vor
richtung so weiter auszubilden, daß in die Spritzbetonmischung ein
pulverförmiger Betonzusatzstoff, insbesondere in Form von Silica-Pul
ver, eingebracht werden kann, z. B. in einer Menge von 1 bis 10
Gew.-% und mehr, bezogen auf den Zementanteil des Spritzbetons.
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß das Treibluftzu
führungsaggregat ein Register von mehreren Treibluftkammern auf
weist, die in den Treiblufteinführungsstutzen einmünden, und daß die
einzelnen Treibluftkammern mit Hilfe von Steuerventilen in abwech
selnder Folge an ein Pulversilo für Silica-Pulver und/oder andere
pulverförmige Betonzusatzstoffe anschließbar sowie mit einem pulver
förmigen Betonzusatzstoff beladbar oder von einem Treibluftteilstrom
durchblasbar sind. Der Rhythmus der Umschaltung wird so gewählt,
daß eine vorgegebene Menge des pulverförmigen Betonzusatzstoffes in
die Spritzbetonmischung eingeführt wird. Eine bevorzugte Ausfüh
rungsform der Erfindung, die eine sehr genaue Dosierung zuläßt, ist
dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Treibluftkammern einström
seitig sowie ausströmseitig jeweils ein Steuerventil aufweisen und au
ßerdem in dem Bereich zwischen den beiden Steuerventilen über einen
Verbindungskanal mit der Pumpe, z. B. in Form eines Gebläses oder
in Form einer Membranpumpe, und über eine Rückführleitung an den
Pulversilo angeschlossen sind. Wenn der Betonzusatzstoff zur Flocken
bildung oder Verklumpung neigt, empfiehlt es sich, die Treibluftkam
mern als rohrförmige Kanäle auszuführen, die eine zur homogenen
Durchmischung der Treibluft mit dem Betonzusatzstoff ausreichende
Länge aufweisen. Aus gleichem Grunde empfiehlt es sich, das Pulver
silo als Fluidisierungseinrichtung für den pulverförmigen Betonzusatz
stoff auszubilden.
Arbeitet man mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, so kann die
Umschaltung der Steuerventile ohne Schwierigkeiten so erfolgen, daß
störende Treibluftimpulse den Spritzvorgang nicht beeinträchtigen.
Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung werden dazu die
durch die verschiedenen Treibluftkammern fließenden Treibluftteilströ
me durch entsprechende Steuerung der Steuerventile in den Umschalt
phasen impulsglättend überlagert.
Die erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß mit der erfindungs
gemäßen Vorrichtung eine Spritzbetonmischung beim Aufspritzen auf
eine zu betonierende Oberfläche mit einem Betonzusatzstoff versehen
werden kann, und zwar unmittelbar vor dem Aufspritzen, so daß der
Betonzusatzstoff erst beim Aufspritzen oder unmittelbar nach dem Auf
spritzen wirksam wird. lnsbesondere kann auf diese Weise Silica-Pul
ver in einer Menge von 1 bis 10 Gew.-% oder mehr, bezogen auf den
Zementanteil der Spritzbetonmischung, beigegeben werden. Dadurch
verwandelt sich die durch Überschußwasser pump- und spritzfähige
Spritzbetonmischung mehr oder weniger augenblicklich in einen erd
feuchten Zustand, weil das Silica-Pulver das überschüssige Wasser
begierig und spontan aufnimmt. Der Spritzbeton kann bei Zugabe von
Silica-Pulver in der angegebenen Menge über Kopf in einer Schicht
dicke von 15 cm und mehr, an vertikalen Wänden in einer Schicht
dicke von etwa 25 cm aufgetragen werden. Die Vorrichtung selbst
zeichnet sich durch Einfachheit und Funktionssicherheit aus.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausfüh
rungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zei
gen in schematischer Darstellung
Fig. 1 eine Vorrichtung zum Auftragen einer Spritzbetonschicht auf
eine Oberfläche,
Fig. 2 den vergrößerten Ausschnitt A aus dem Gegenstand nach der
Fig. 1 und
Fig. 3 ein Zeitschema für das Verfahren zum Betrieb der Vorrich
tung nach Fig. 1.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung dient zum Auftragen
einer Spritzbetonschicht auf eine Oberfläche 1. Zum grundsätzlichen
Aufbau gehören
eine Betonförderleitung 2 für eine mit Wasser angemachte,
pump- und spritzfähige Spritzbetonmischung,
ein Spritzaggregat 3 und
ein Treibluftzuführungsaggregat 4 für unter einem Druck
von mehreren bar stehende Treibluft, die aus einer Treib
luftquelle 5 austritt.
Die Betonförderleitung 2 ist an eine Betonpumpe 6 angeschlossen. Sie
mündet in das Spritzaggregat 3 ein, welches einen Treibluftzufüh
rungsstutzen 7 aufweist. Die angemachte Spritzbetonmischung ist auf
diese Weise mit der Treibluft verspritzbar, wozu an das Spritzaggre
gat 3 eine Spritzlanze 8 oder ein Spritzschlauch angeschlossen werden
können.
Das Treibluftzuführungsaggregat 4 besteht im Ausführungsbeispiel aus
einem Register von zwei Treibluftkammern 9, 10, die in den Treib
lufteinführungsstutzen 7 einmünden. Die einzelnen Treibluftkammern 9,
10 sind mit Hilfe von Steuerventilen 11, 12 in abwechselnder Folge an
ein Pulversilo 13 für Silica-Pulver und/oder andere pulverförmige Be
tonzusatzstoffe anschließbar, und zwar so, daß sie in abwechselnder
Folge mit dem pulverförmigen Betonzusatzstoff beladbar oder von ei
nem Treibluftteilstrom durchblasbar sind. Die Treibluftkammern 9, 10
sind so dimensioniert und der Rhythmus der Umschaltung ist so ein
gestellt, daß einem vorgegebenen Mengenstrom der Spritzbetonmischung
eine vorgegebene Menge an pulverförmigen Betonzusatzstoffen beige
mischt werden kann.
Die einzelnen Treibluftkammern 9, 10 sind einströmseitig sowie aus
strömseitig jeweils mit einem Steuerventil 14, 15 bzw. 16, 17 über
einen Verbindungskanal 18 mit Pumpe 19, in Form eines Gebläses oder
einer Membranpumpe, und einer Rückführleitung 20 an den Pulversilo
13 angeschlossen. Es versteht sich, daß auch in den Verbindungska
nälen 21, 22 Steuerventile 23, 24 angeordnet sind. lm übrigen können
die ausströmseitigen Steuerventile 15, 17 als Rückschlagklappen aus
geführt sein, die von den Treibluftströmen selbst gesteuert werden.
lm Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der
Erfindung sind die Treibluftkammern 9, 10 als rohrförmige Kanäle
ausgeführt, die eine zur Durchmischung der Treibluft mit dem pulver
förmigen Betonzusatzstoff ausreichende Länge aufweisen. Das Pulver
silo 13 ist zweckmäßigerweise als Fluidisierungseinrichtung für den
pulverförmigen Betonzusatzstoff ausgebildet. ln der Fig. 3 erkennt
man eine graphische Darstellung aus zwei Teilen, die den beiden un
terschiedlichen Treibluftkammern 9, 10 zugeordnet sind. Auf der Ordi
natenachse ist der Druck P aufgetragen, auf der Abszissenachse die
Zeit t. Der Druck mag 5 bis 7 bar betragen und wird beim Umschal
ten ab- und aufgebaut. Man erkennt im Bereich 25, daß die durch
die verschiedenen Treibluftkammern 9, 10 fließenden Treibluftteilströ
me 26, 27 durch entsprechende Steuerung der Steuerventile 14, 16 in
den Umschaltphasen impulsglättend überlagert werden, und zwar für
einen Bereich von beispielsweise 0,3 bis 0,5 sec.. Es versteht sich,
daß beim Einführen des pulverförmigen Betonzusatzstoffes in der ent
sprechenden Treibluftkammer 9, 10 ein reduzierter Druck von bei
spielsweise 1 bis 2 bar, je nach Leistung des vorgeschalteten Geblä
ses bzw. der vorgeschalteten Membranpumpe 19, herrscht, und daß
diese Treibluftkammer 9 bzw. 10 sich mit dem pulverförmigen Zusatz
stoff unschwer füllen läßt, weil die beschriebene Rückführung über
die Rückführleitung 20 verwirklicht ist.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Auftragen einer Spritzbetonschicht auf eine Ober
fläche, - mit
Betonförderleitung für eine mit Wasser angemachte, pump-
und spritzfähige Spritzbetonmischung,
Spritzaggregat und
Treibluftzuführungsaggregat für unter einem Druck von
mehreren bar stehende, aus einer Treibluftquelle austre
tende Treibluft,
wobei die Betonförderleitung in das Spritzaggregat einmündet, welches
einen Treiblufteinführungsstutzen aufweist, und wobei die Spritzbeton
mischung mit der Treibluft verspritzbar ist, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Treibluftzuführungsaggregat (4)
ein Register von mehreren Treibluftkammern (9, 10) aufweist, die in
den Treibluftzuführungsstutzen (7) einmünden, und daß die einzelnen
Treibluftkammern (9, 10) mit Hilfe von Steuerventilen (11, 12) in ab
wechselnder Folge an ein Pulversilo (13) für Silica-Pulver und/oder
andere pulverförmige Betonzusatzstoffe anschließbar sowie mit einem
pulverförmigen Betonzusatzstoff beladbar oder von einem Treibluftteil
strom durchblasbar sind.
2. Vorrichtung nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
einzelnen Treibluftkammern (9, 10) einströmseitig sowie ausströmseitig
jeweils ein Steuerventil (14, 15, 16, 17) aufweisen und außerdem in
dem Bereich zwischen den beiden Steuerventilen (14, 15 bzw. 16, 17)
über einen Verbindungskanal (18) mit der Pumpe (19) und über eine
Rückführleitung (20) an den Pulversilo (13) angeschlossen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Treibluftkammern (9, 10) als rohrförmige Kanäle ausgeführt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Pulversilo (13) als Fluidisierungseinrichtung für
den pulverförmigen Betonzusatzstoff ausgebildet ist.
5. Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
durch die verschiedenen Treibluftkammern fließenden Treibluftteilströ
me durch entsprechende Steuerung der Steuerventile in den Umschalt
phasen impulsglättend überlagert werden.
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ID=6320457
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