DE3700565A1 - Lichtwellenleiter - Google Patents
LichtwellenleiterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Lichtwellenleiter mit einem
Kern, einem Mantel und einer Brechungsindexabsenkung im
Mantel in Gestalt eines Grabens.
Neuerdings wird erwogen, LED, vorzugsweise als Kanten
emitter, auch in Monomodensystemen einzusetzen. Das Ziel
sind billige Systeme mit Bitraten bis zu 300 Mbit/s und
Entfernungen bis zu 10 km. Statt einer teuren Gradien
tenfaser mit fehlerfreiem Brechzahlprofil niedriger
Modendispersion denkt man an die im Prinzip billigeren
Monomodenfasern. Billiger können Monomodenfasern sein,
weil sie nur ein einfaches Stufenprofil zu haben brau
chen. Allerdings muß ihr Mantel bis mindestens zum sechs
fachen des Kerndurchmessers aus hochreinem und wasser
freiem synthetischem Quarzglas bestehen, weil sonst die
Grundwelle mit ihren quer-gedämpften Mantelfeldern zu
sehr gedämpft würde. Außerdem sollte der Modenradius der
Grundwelle möglichst groß sein, damit man dem prinzi
piell erreichbaren und ohnehin schon sehr kleinen Anre
gungswirkungsgrad durch eine LED ohne raffinierte Trans
formationsoptik nahe kommt. Trotz des großen Modenradius
darf die Faser aber nicht zu empfindlich gegenüber Krüm
mungen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Licht
wellenleiter mit großem Modenradius, mit geringer Dis
persion und mit geringer Dämpfung anzugeben, der außer
dem kostengünstig herzustellen ist. Diese Aufgabe wird
bei einem Lichtwellenleiter der eingangs erwähnten Art
nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der Graben nicht
unmittelbar an den Kern grenzt, sondern im Abstand vom
Kern im Innern des Mantels angeordnet ist.
Nach der Erfindung ist also ein im allgemeinen ringför
miger Querschnittsbereich mit abgesenkter Brechzahl kon
zentrisch zum Faserkern vorhanden, der nicht unmittelbar
an den Kern grenzt, sondern im Abstand vom Kern im
Innern des Mantels liegt.
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungs
beispiel erläutert.
Die Fig. 1 zeigt das Brechzahlprofil einer Dreistufen
faser nach der Erfindung. Ihren homogenen Kern der Brech
zahl n k und des Durchmessers 2 a umgibt ein innerer Man
tel der Brechzahl n m bis zum Durchmesser 2 b. Ein zweiter
Mantel hat eine auf n t abgesenkte Brechzahl und den
Außendurchmesser 2 c. Der äußere Mantel hat wieder die
Brechzahl n m des inneren Mantels.
Billig herstellen läßt sich diese Faser, indem man mit
dem MCVD-Verfahren ein Substratrohr aus gewöhnlichem und
darum verlustreichen Quarzglas innen zuerst mit bei
spielsweise bor- oder fluordotiertem Quarzglas beschich
tet, so daß sich hier die Brechzahl auf n t absenkt, dann
folgen eine oder wenige Schichten reinen Quarzglases mit
der Brechzahl n m und schließlich Quarzglas der Brechzahl
n k in einer oder wenigen Schichten für den Kern, welches
beispielsweise mit Germanium dotiert ist.
Das Brechzahltal (Brechzahlindexgraben), das beispiels
weise fluor- oder bordotiert ist, erhöht die Querdämp
fung der Grundwellenfelder, so daß sie nicht in den
äußeren Mantel reichen. Dadurch wird selbst bei einem
relativ dünnen inneren Mantel aus nur einer oder ganz
wenigen MCVD-Schichten die Grundwellendämpfung durch
Absorption und Streuung im äußeren Mantel niedrig gehal
ten. Außerdem kann wegen der radialen Begrenzung der
Grundwellenfelder durch diese Querdämpfung im Brechzahl
tal die Faser verhältnismäßig unempfindlich gegenüber
Krümmungen sein. Wenn man bei der Herstellung einer
Lichtleitfaser nach der Erfindung, wie oben beschrieben,
von einem Substratrohr ausgeht, so verhindert das Brech
zahltal, daß Verunreinigungen, vornehmlich OH-Ionen, aus
dem Substratglas in den innneren Mantel gelangen.
Um rechnerisch diese Dreistufenfaser so zu bemessen, daß
sie möglichst billig hergestellt werden kann, und bei
einem großen Modenradius wenig krümmungsempfindlich ist,
und um die Grenze ihrer Übertragungskapazität durch die
Grundwellendispersion festzustellen, geht man vorzugs
weise von nur kleinen Brechzahldifferenzen im Profil
aus. Man kann dann mit der skalaren Näherung für die
Lösung der Vektorwellengleichung für die Fasergrundwelle
und für die nächst höheren Eigenwellen sowie für die
jenigen Strahlungswellen rechnen, welche bei Faserkrüm
mungen im äußeren Mantel von der Grundwelle angeregt
werden.
LED haben ein bis zu 100 nm breites Emissionsspektrum.
Wenn mit ihnen 300 Mbit/s über bis zu 10 km Faserlänge
übertragen werden sollen, muß der Dispersionskoeffizient
nach der Gleichung
kleiner als 3 ps/(nm · km) bleiben. Dabei ist N′ der Grup
penindex, c die Vakuumlichtgeschwindigkeit und g die
Wellenlänge. So wenig lineare Grundwellendispersion ver
langt eine Betriebswellenlänge nahe einer Nullstelle des
Dispersionskoeffizienten. Die Materialdispersion reinen
Quarzglases hat diese Nullstelle bei λ = 1,28 µm. Ger
maniumdotierung verschiebt dieses Dispersionsminimum nur
geringfügig zu längeren Wellen. Bei dem gewünschten
großen Modenradius kann die numerische Apertur der Faser
nur klein und darum auch die Wellenleiterdispersion der
Grundwelle nur schwach sein. Auch sie verschiebt darum
das Dispersionsminimum nur geringfügig zu längeren Wel
len. Es kommen als nur Betriebswellenlängen um λ = 1,3 µm
in Frage, wenn mit LED-Strahlung Signale dispersionsarm
übertragen werden sollen. Mit Laserstrahlung kann die
erfindungsgemäße Faser aber auch bei anderen Wellenlän
gen Signale dispersions- und verlustarm übertragen.
Bei einer relativen Brechzahlerhöhung
des Kernes von nur Δ k = 0,3% sind etwa 2a = 8 µm Kern
durchmesser erforderlich, um die Faser bei λ = 1,3 µm
noch einwellig zu halten. Bei so kleinem Δ k hält sich
die Dämpfungserhöhung durch Germaniumdotierung in Gren
zen und mit dem damit verbundenen großen Kerndurchmesser
fällt auch der Modenradius groß aus.
Die Breite des Brechzahltals wird auf
c - b = 1,6 µm
begrenzt, damit es nur eine oder wenige Schichten im
MCVD-Prozeß erfordert. Aus entsprechendem Grunde wird
auch das Radienverhältnis von innerem Mantel und Kern
zunächst zu nur b/a = 3 gewählt. Die relative Brechzahl
absenkung
zwischen r = b und r = c läßt sich mit Fluordotierung
leicht auf etwa Δ t = 0,3% einstellen.
Die Fig. 2a zeigt den Dispersionskoeffizienten nach der
genannten Dispersionskoeffizientengleichung als Funktion
der Wellenlänge für drei verschiedene Dreistufenfasern,
welche nach diesen Gesichtspunkten bemessen wurden. Die
angegebenen Brechzahldifferenzen gelten für λ = 1,3 µm,
ändern sich aufgrund der Sellmeier-Gleichungen aber nur
geringfügig in dem relativ engen Spektralbereich der
Fig. 2b. Die Fasern 1 und 2 haben theoretische Grenz
wellenlängen λ c für ihre Einwelligkeit unterhalb des
Dispersionsminimums. Bei der Faser 3 liegt diese Grenz
wellenlänge zwar oberhalb des Dispersionsminimums; die
Faser 3 ist aber trotzdem im Dispersionsminimum noch
effektiv einwellig, denn die nächst höhere Welle dehnt
sich hier noch weit in den äußeren Mantel aus und er
fährt entsprechend starke Manteldämpfung. Der effektive
Modenradius liegt bei allen drei Fasern und Wellen län
ger als 1,25 µm über 4,5 µm, was als ausreichend groß
gelten kann.
Die Grundwellendämpfung durch Verluste im äußeren Mantel
läßt sich im Verhältnis zur Volumendämpfung α m im äuße
ren Mantel angeben. Beträgt diese Volumendämpfung bei
spielsweise α m = 100 dB/km, so folgt daraus für die
Faser 2 bei λ = 1,36µm eine Grundwellendämpfung von
Δα = 0,0086 db/km. Sonst ist diese Grundwellendämpfung
in den Beispielen der Fig. 2 aber immer viel niedriger,
und zwar wegen des dann durchweg kleineren Modenradius.
Entscheidend für diese Grundwellendämpfung durch Verluste
im äußeren Mantel ist die Tiefe und radiale Lage
des Brechzahlgrabens. Die Bemessungsbeispiele in Fig. 2
zeigen, daß bei b/a = 3 und Δ t = 0,32% die Grundwellen
dämpfung durch Verluste im äußeren Mantel noch weit
niedriger als die normale Faserdämpfung bei λ = 1,3 µm
von α = 0,4 . . . 0,8 dB/km bleibt. Man könnte also noch
an inneren Mantelschichten sparen und mit kleinerem b/a
auskommen. Dazu zeigt die Fig. 3 diese Grundwellendämpfung
Δα relativ zu den Verlusten im äußeren Mantel als
Funktion von b/a für Werte von a, c - b, Δ k , die den
sonstigen Anforderungen an diese Dreistufenfasern entsprechen.
Man erkennt, daß in diesem Beispiel und für
äußere Mantelverluste von α m = 100 dB/km schon für
b/a < 2 die zusätzliche Grundwellendämpfung kleiner als
0,1 dB/km bleibt.
Alternativ kann man auch, um die Vorformherstellung nach
dem MCVD-Verfahren noch weiter zu vereinfachen, mit
weniger Brechzahlabsenkung im mittleren Mantel auskommen,
also dort das Quarzglas mit weniger Fluor oder mit
Bor statt Fluor dotieren. Dazu zeigt die Fig. 4, wie
die Erhöhung Δα der Grundwellendämpfung relativ zu den
Verlusten α m im äußeren Mantel von der relativen Brech
zahlabsenkung im mittleren Mantel abhängt. Um eine billigere
Faser zu erhalten, wurde hierbei der Innendurchmesser
des mittleren Mantels gegenüber der Fig. 2 auf
b/a = 2,2 verkleinert, die anderen Parameter aber wie in
der Fig. 3 gewählt. Mit der Brechzahlabsenkung im mittleren
Mantel läßt sich nach der Fig. 4 die zusätzliche
Grundwellendämpfung zwar nicht so drastisch verändern
wie mit der radialen Lage dieses Brechzahltales, aber
für Δα = 0,1 dB/km bei a m = 100 dB/km reichen auch hier
schon 0,13% relative Brechzahlabsenkung.
Schließlich soll auch noch untersucht werden, wie krüm
mungsempfindlich die Dreistufenfaser mit Brechzahlabsenkung
im mittleren Mantel ist. Dazu wurden die mittleren
Mikrokrümmungsverluste ( α ) berechnet, und zwar mit
einem Krümmungsleistungsspektrum wie in der Gleichung
Φ ( Ω ) = K/Ω 2p mit
K = 9.68 · 10-19 (dB/km) µm-2p und p = 3.2
Mit diesen Parameterwerten für die Krümmungsstatistik
ergeben sich für einfache Stufenfasern die gleichen
Mikrokrümmungsverluste auch als Funktion der Wellenlänge,
wie sie für diese Fasern unter praktischen Be
dingungen gemessen werden. Darum kann man auch für die
Dreistufenfaser mit Brechzahltal mit diesen Parameterwerten
für die Krümmungsstatistik rechnen.
Als Ergebnis zeigt die Fig. 5 die Mikrokrümmungsverluste
als Funktion des Radienverhältnisses b/a. ( α )
nimmt monoton mit b/a zu, nähert sich aber schon für
b/a < 3,5 asymptomisch dem Wert, der für die entsprechende
Stufenfaser ohne Brechzahltal gilt. Selbst dieser
Grenzwert beträgt nur ( α ) = 3.10-4 dB/km und liegt damit
noch weit unter den etwa 0,03 dB/km, die praktisch toleriert
werden könnten.
Die Fig. 6 zeigt die Krümmungsverluste als Funktion der
relativen Brechzahlabsenkung im Brechzahltal bei
b/a = 2,2, also einem radialen Abstand des Brechzahltales
vom Kern, mit dem die Grundwellendämpfung durch
Verluste im äußeren Mantel noch genügend niedrig gehalten
wird. Im Einklang mit der Fig. 5 steigt ( α ) für
Δ t =0 auf 3 · 10-4 dB/km, liegt aber sonst immer niedriger.
Im ganzen verträgt darum die Dreistufenfaser mit
Brechzahltal normale Mikrokrümmungen, ohne daß sich die
Grundwellendämpfung merklich erhöht. Auch wenn das Brechzahltal
radial verschoben oder seine Brechzahlabsenkung
geändert wird, bleibt die Faser unempfindlich gegenüber
Mikrokrümmungen.
Um für eine billige Monomodenfaser mit großem Modenradius
und wenig Dämpfung und Dispersion bei λ = 1,3 µm
nur wenige MCVD-Mantelschichten niederschlagen zu müssen,
kann mit einem fluor- oder bordotierten Brechzahltal
zwischen innerem Mantel und Substratglas die Grund
wellendämpfung durch Verluste im äußeren Mantel genügend
klein gehalten werden. Bei etwa 8 µm Kerndurchmesser
braucht der innere Mantel nur etwa 4 µm dick zu sein.
Das Brechzahltal benötigt nur eine Breite von 1,6 µm und
etwa 0,2% relative Brechzahlabsenkung. Selbst 100 dB/km
Verluste im äußeren Mantel erhöhen dann die Grundwellendämpfung
nur um weniger als 0,1 dB/km. Auch bleibt die
Grundwelle mit ihrem dann etwa 5 µm großen Modenradius
unempfindlich gegenüber Mikrokrümmungen.
Claims (6)
1. Lichtwellenleiter mit einem Kern, einem Mantel und
mit einer Brechzahlabsenkung im Mantel in Gestalt eines
Grabens, dadurch gekennzeichnet, daß der Graben nicht
unmittelbar an den Kern grenzt, sondern im Abstand vom
Kern im Innern des Mantels angeordnet ist.
2. Lichtwellenleiter nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Graben in einem solchen Abstand vom
Kern vorgesehen ist, daß einerseits für den Mantel im
Bereich zwischen Kern und Graben möglichst wenig Mate
rial benötigt wird und andererseits der Einfluß von
Materialverlusten außerhalb des Grabens und von Mikro
krümmungen auf die Faserdämpfung minimal ist.
3. Lichtwellenleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verhältnis vom Innenradius b des
Grabens zum Kernradius a derart gewählt ist, daß
1 < b/a < 5 ist.
4. Lichtwellenleiter nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Verhältnis vom Innenradius b des Gra
bens zum Kernradius a derart gewählt ist, daß
1,3 < b/a < 3 ist.
5. Lichtwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Breite g des Grabens
derart gewählt ist, daß 0,2 < g/a < 1 ist, wobei a der
Kernradius ist.
6. Lichtwellenleiter nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Breite g des Grabens derart gewählt
ist, daß 0,3 < g/a < 0,6 ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873700565 DE3700565A1 (de) | 1987-01-10 | 1987-01-10 | Lichtwellenleiter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873700565 DE3700565A1 (de) | 1987-01-10 | 1987-01-10 | Lichtwellenleiter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3700565A1 true DE3700565A1 (de) | 1988-07-28 |
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ID=6318647
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873700565 Ceased DE3700565A1 (de) | 1987-01-10 | 1987-01-10 | Lichtwellenleiter |
Country Status (1)
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