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Die vorliegende Erfindung betrifft ein chirurgisches
Instrument.
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Verschiedene bisherige elektrochirurgische und
Elektrokauterisier-Klingen oder -Messer haben sich deshalb
als wenig wirksam erwiesen, weil entweder ein spezieller
Werkstoff für die Klingen erforderlich ist oder diese eine
Kombination von Strukturen bzw. Gebilden aufweisen, die
hauptsächlich ornamental und nichtfunktionell sind, und
diese eine beträchtliche Ansteuerspannung benötigen, die
häufig unzulässige Gewebeschäden verursacht.
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Einige der bisherigen Vorrichtungen lassen keine
einwandfreie Ankopplung ihres Klingenelements an ihre
Spannungsquellen zu und können ineffektiv sein.
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Andere Arten bisheriger Klingen verwenden äußerst aufwendige
und komplexe elektrische Stromkreise bei Klingenstrukturen
des Standardtyps, die letztlich nicht ein wunschenswertes
Ergebnis als wirksame chirurgische Klinge (oder Messer), die
in mehr als einer Betriebsart zu arbeiten vermag, liefern.
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Eines der größten Probleme beim Stand der Technik ist das
Anhaften von verkohltem Gewebe und Blut an der Klinge,
wodurch die beiden Leiter kurzgeschlossen werden und dadurch
die Klinge als elektrochirurgische Vorrichtung unbrauchbar
gemacht wird.
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Die in der Internationalen Veröffentlichung Nr. W085/00280
offenbarte Erfindung betrifft ein Werkzeug für die
Durchführung von Eletrokauterisieroperationen und/oder
elektrochirurgischen Operationen, wobei das Werkzeug unter
Anwendung von dem Stand der Technik enstprechender
Maskiertechnologie für die Funktion als übliche chirurgische
Klinge oder als elektrifizierte Klinge ausgelegt sein kann.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein
elektrochirurgisches Instrument, umfassend eine
elektrochirurgische Klingeneinheit für das elektrische
Schneiden und Kauterisieren von Gewebe, das gekennzeichnet
ist durch eine Einheit zum Schwingenlassen der chirurgischen
Klingeneinheit auf einer Frequenz und mit einer Amplitude,
bei der die Ansammlung von Geweberückständen auf der
Klingeneinheit verhindert wird.
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In einer Ausführungsform wird mit der vorliegenden Erfindung
auch ein chirurgisches Instrument geschaffen, das eine
kapazitive Klinge aufweist. In einer anderen oder
alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
ein Element aus einer Piezokeramik o.dgl. vorgesehen, das
mit einer chirurgischen Klinge zum Schwingenlassen der
Klinge gekoppelt ist, um eine Kavitationswirkung zu
entfalten, welche die Klinge im Gebrauch ständig reinigt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird ein Elektrokauterisier/elektrochirurgisches
Werkzeug bereitgestellt, das als chirurgische Standard-
Schneidklinge mit einer scharfen Schneidkante, wenn keine
elektrische Energie an es angelegt ist, als
elektrochirurgische Klinge, wenn zwischen leitfähige Flächen eine
Hochspannung angelegt ist, die für die Erzeugung einer
Entladung für das Schneiden und Kauterisieren von Gewebe
ausreicht, und als
Niederspannung-Elektrokauterisierwerkzeug, wenn I²R-Verluste die Klinge zum Kauterisieren des
Gewebes aufheizen, benutzbar ist.
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Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung wird ein elektrochirurgisches
Werkzeug unter Verwendung einer Klinge des kapazitiven Typs
bereitgestellt, wobei die beiden Leiter durch einen Isolator
(voneinander) getrennt sind und durch einen Wechselstrom
angesteuert werden.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung und unabhängig von der
speziellen Art der Klinge beinhaltet die vorliegende
Erfindung Mittel wie eine Piezokeramik oder ein anderes
Wandlerelement, um die Klinge für die Erzeugung eines
Kavitationseffekts in ausreichender Weise in Schwingung zu
versetzen und damit die Ablagerung von Geweberückständen an
der Klinge zu verhindern. Der Wandler kann am Klingenelement
befestigt oder im Hand-Griffelement in inniger Berührung mit
der Klinge angeordnet sein, so daß die Klinge in Schwingung
versetzt und Kavitation an der Grenzfläche zwischen dem
Gewebe und der Klinge erzeugt wird.
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In einer Ausführungsform wird mit der vorliegenden Erfindung
ein chirurgisches Kauterisierwerkzeug geschaffen, umfassend
ein Basiselement aus einem leitfähigen Werkstoff, wie
nichtrostender Stahl o.dgl., wobei das Basismaterial in Form
einer chirurgischen Klinge mit einer in einer Spitze
auslaufenden, geschärften Schneidkante ausgebildet ist, an
gegenüberliegenden Seiten der Klinge angeordnete
Isolierschichten, eine über das bzw. auf dem Isoliermaterial
abgelagerte zweite Schicht aus leitfähigem Material und eine
Anzahl von geometrischen Lücken, die durch die zweite
leitfähige Schicht bzw. Leiterschicht verlaufen und die nach
Halbleiterherstellungs(technologie)-Techniken,
einschließlich Sandstrahlen mittels Maskierung, Laserzerspanung,
chemische Bearbeitung, Elektrodenentladungsbearbeitung
(EDM), Elektronenstrahlbohren, Ionenfräsen oder Schleifen,
geformt sein können, um auf gegenüberliegenden Seiten der
Klinge je eine leitfähige, kammförmige Elektrode zu bilden.
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Alternative Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
umfassen gegenüberliegende Lücken auf gegenüberliegenden
Flächen der Klinge, versetzte Lücken auf gegenüberliegenden
Flächen der Klinge, Löcher, die teilweise durch den zweiten
leitfähigen Abschnitt zum ersten leitfähigen Abschnitt der
Klinge durchgehen, und eine geschichtete, abwechselnde
Konfiguration der Lücken.
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Es ist auch möglich, ein elektrochirurgisches Werkzeug
vorzusehen, das umfaßt: eine leitfähige Klinge, eine sich
über die leitfähige Klinge, mit Ausnahme einer definierten,
geschärften Schneidkante der Klinge, erstreckende dicke
Isolierschicht, einen schmalen Leiter etwa in Form einer
Folie o.dgl., der geringfügig von der Kante der dicken
Isolierung versetzt angeordnet ist, und eine letzte, dünnere
Schichtisolierung oder Isolierschicht, welche den schmalen
Leiter bedeckt, so daß der schmale Leiter und der darunter
liegende Klingenleiter eine(n) kapazitive(n) Wirkung oder
Effekt zum bioelektrischen Auftrennen von Fleisch
gewährleisten.
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Ein elektrisch-mechanischer Wandler, wie eine Piezokeramik,
z.B. Bariumtitanat, kann an der chirurgischen Klinge
angebracht oder mechanisch mit ihr gekoppelt sein, um die
Klinge zur Gewährleistung eines Kavitationseffekts in
Schwingung zu versetzen.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist eine Elektrokauterisier/elektrochirurgische Klinge, die
in einer Vielzahl von Betriebsarten einsetzbar ist,
einschließlich einer chirurgischen
Standardklingenbetriebsart, einer elektrochirurgischen Klingenbetriebsart
oder einer Betriebsart, in welcher die Klinge während des
Kauterisierens erwärmt bzw. erhitzt wird.
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Es ist dabei möglich, eine
Elektrokauterisier/elektrochirurgische Klinge zur Verfügung zu stellen, welche dem
Stand der Technik entsprechende Technologie für die
Herstellung der Klinge mit minimierten Kosten, so daß die
Klinge wegwerfbar bzw. eine Einweg-Klinge wird, anwendet.
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Weiterhin ist es möglich eine
Elektrokauterisier/elektrochirurgische Klinge zur Verfügung zu stellen, welche eine
kapazitive Beziehung zwischen zwei Leitern nutzt.
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Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte
Elektrokauterisier/elektrochirurgische Klinge zu schaffen.
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Die Hauptaufgabe besteht in der Schaffung einer
Elektrokauterisier/elektrochirurgischen Klinge, die mit
Ultraschall in Schwingung versetzt wird.
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Weiterhin ist es möglich, eine chirurgische Klinge
bereitzustellen, die wegwerfbar und nach dem Stand der
Technik entsprechenden Halbleiter-Herstellungsverfahren für
integrierte Schaltkreise herstellbar ist.
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Darüber hinaus ist es auch möglich, eine chirurgische Klinge
bereitzustellen, die einen kapazitiven Effekt aufgrund des
Abstands zwischen zwei Leitern nutzt, wobei der eine Leiter
gegenüber einem Klingenleiter, der eine scharfe Schneidkante
aufweist, isoliert ist.
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Noch eine weitere bevorzugte Ausführungsform besteht in der
Verwendung eines elektrisch-mechanischen Wandlers zum
Schwingenlassen der Klinge mit einer vorbestimmten Amplitude
und Frequenz zu jedem Zeitpunkt während einer chirurgischen
Operation, um damit die Ablagerung von Rückständen an der
chirurgischen Klinge zu verhindern.
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Im folgenden wird auf die beigefügten Zeichnungen Bezug
genommen, in denen zeigen:
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Fig. 1 eine (Quer-)Schnittansicht einer chirurgischen
Elektrokauterisier-Klinge,
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Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie 2-2 in Fig. 1,
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Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie 3-3 in Fig. 1,
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Fig. 4 eine Darstellung der mit einer elektrochirurgischen
Stromversorgung verdrahteten chirurgischen
Elektrokauterisier-Klinge,
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Fig. 5 eine aufgeklappte (zweiseitige) Darstellung einer
anderen Ausführungsform der chirurgischen
Elektrokauterisier-Klinge,
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Fig. 6 einen Schnitt längs der Linie 6-6 in Fig. 5,
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Fig. 7 eine Stirnansicht im Querschnitt längs der Linie 7-7
in Fig. 5,
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Fig. 8 eine (Quer-)Schnittansicht einer anderen
Ausführungsform einer chirurgischen Klinge,
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Fig. 9 einen Schnitt längs der Linie 9-9 in Fig. 8,
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Fig. 10 eine Stirnansicht im Querschnitt längs der Linie 10-
10 in Fig. 9,
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Fig. 11 eine weitere (Quer-)Schnittansicht einer weiteren
alternativen Ausführungsform,
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Fig. 12 einen Schnitt längs der Linie 12-12 in Fig. 11,
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Fig. 13 eine Stirnansicht im Querschnitt längs der Linie
13-13 in Fig. 11,
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Fig. 14 eine Aufsicht auf eine kapazitive chirurgische
Klinge,
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Fig. 15 einen Schnitt längs der Linie 15-15 in Fig. 14,
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Fig. 16 eine Aufsicht auf eine kapazitive chirurgische
Klinge mit einem Ultraschallwandler,
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Fig. 17 eine Aufsicht auf eine ohmische (resistive)
chirurgische Klinge mit einem Ultraschallwandler,
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Fig. 18 eine Aufsicht auf einen Klingenhalter mit einem
Ultraschallwandler und
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Fig. 19 einen Schnitt längs der Linie 19-19 in Fig. 18.
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Fig. 1 ist eine Schnittansicht des Klingenabschnitts 10
eines Elektrokauterisier/elektrochirurgischen Werkzeugs mit
einem leitfähigen Basiselement 12, z.B. aus nichtrostendem
Stahl o.dgl., das zur Ausbildung einer scharfen Schneidkante
geschliffen oder gehont werden kann. Nichtrostender Stahl
eignet sich besonders vorteilhaft für chirurgische Zwecke,
weil er eine scharfe Schneidkante beibehält und im Hinblick
auf die Herstellung zerspanend bearbeitet werden kann und
außerdem einen Werkstoff darstellt, der von der Food and
Drug Administration für chirurgische und medizinische Zwecke
anerkannt ist. Auf beiden Seiten der leitfähigen Basis 12
ist nach an sich bekannten Prozessen eine Isolierschicht 14
abgelagert worden. Über dem Isoliermaterial 14 ist in einem
vorbestimmten Muster ein zweites leitfähiges Material 16
abgelagert. Längs der Schneidkante können zahlreiche Lücken
ausgebildet sein, die eine endliche Höhe und Breite
besitzen. Verfahren, wie Sandstrahlen,
Laserbearbeitung,
chemisches Ätzen, Elektroentladungsbearbeitung
(EDM), Elektronenstrahlbohren, Ionenfräsen, Schleifen
o.dgl., können zur Ausbildung einer kammartigen leitfähigen
Elektrode mit gegenüberstehenden Lücken und mit zwischen den
Zähnen befindlichem Isoliermaterial angewandt werden.
Anschließend wird durch Honen eine scharfe Schneidkante am
Basiselement 12 geformt. Die Klinge kann eine beliebige
vorbestimmte geometrische Konfiguration aufweisen,
einschließlich einer solchen mit einer scharfen Spitze,
einer abgerundeten Spitze, wie in Fig. 1 dargestellt, oder
einer anderen geometrischen Form, jeweils abhängig von der
Art der chirurgischen Operation sowie der Bevorzugung durch
den Chirurgen.
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Fig. 2 veranschaulicht einen Schnitt längs der Linie 2-2 in
Fig. 1, wobei alle Ziffern für die vorher beschriebenen
Elemente gelten. Diese Figur veranschaulicht die
gegenüberstehenden Kammzähne und Lücken, die nicht notwendigerweise
einander gegenüberliegend angeordnet zu sein brauchen,
sondern auch gegeneinander versetzt sein können.
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Fig. 3 ist eine Stirnansicht (der Anordnung) von Fig. 1.
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Fig. 4 veranschaulicht die elektrochirurgische Klinge 10 in
dem Zustand, in welchem sie in einen Halter eingespannt und
über eine chirurgische Stromleitung 22 sowie eine
Netzleitung 24 mit einer chirurgischen Stromversorgung 20
verbunden ist. Die chirurgische Stromversorgung vermag in
drei Betriebsarten bzw. Moden 26, 28, und 30 zu arbeiten.
Die erste Betriebsart ist eine chirurgische Standard-
Klingenbetriebsart 26, in welcher kein Strom bzw. keine
Energie an die Klinge angelegt ist. Die zweite Betriebsart
ist eine elektrochirurgische Betriebsart 28, in welcher eine
Hochspannung zwischen die leitfähigen Elemente angelegt ist,
um einen schwachen Entladungslichtbogen zum Schneiden und
Kauterisieren zu erzeugen. In der dritten Betriebsart ist
eine Niederspannung zwischen die leitfähigen Elemente bzw.
Leiterelemente angelegt, wobei aufgrund von I²R-Verlusten
Wärme ausschließlich für Kauterisierung erzeugt wird.
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Fig. 5 ist eine aufgeklappte (zweiseitige) Darstellung einer
Elektrode für Elektrokauterisierung und/oder
Elektrochirurgie mit einem nichtleitfähigen, isolierenden Träger
102, einem ersten Leiter 104 und einem zweiten Leiter 106,
die in einer gegenüberstehenden Matrix angeordnet und
zueinander über die Arbeitsschneidkante 108 elektrisch
miteinander verbunden sind. Die Leiter 104 und 106 sind
kammförmig, wobei sich die Zähne bis zur jeweiligen
gegenüberliegenden Seite des Trägers 102 erstrecken und die
Verlängerungen bzw. Fortsätze mit den Zähnen auf dieser
Seite verschachtelt sind. Die spezielle Spitze der
Schneidkante ist zu einer scharfen Spitze 108 geschliffen.
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Fig. 6 ist eine unterseitige Ansicht der Anordnung nach
Fig. 5 zur Darstellung der speziellen Konfiguration der
Elektroden 104a bis 104n, 106a bis 106n und eines
Isoliermaterials 102.
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Fig. 7 ist ein Schnitt längs der Linie 7-7 in Fig. 5, in
welchem alle Ziffern den vorher beschriebenen Elementen
entsprechen.
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Fig. 8 ist eine Schnittansicht einer chirurgischen
Elektrokauterisier-Klinge 200 mit einem leitfähigen Basiselement
202, einer Isolierschicht 204, einem auf der Schicht 104
bzw. 204 abgelagerten zweiten leitfähigen Material 206 sowie
einer Vielzahl von Löchern 208, welche sich durch das
Material 206 und die Isolierung 204 zur Basisklinge 202
erstrecken. Die Löcher 208a bis 208n dienen zum Verteilen
des elektrischen Stroms in einer vorbestimmten, gewünschten
Weise.
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Fig. 9 ist ein Schnitt längs der Linie 9-9 in Fig. 8, wobei
alle Ziffern den vorher beschriebenen Elementen entsprechen.
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Fig. 10 stellt einen Querschnitt länge der Linie 10-10 in
Fig. 9 dar, wobei alle Ziffern den vorher beschriebenen
Elementen entsprechen.
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Fig. 11 ist eine Schnittansicht einer elektrochirurgischen
Klinge 303 mit einem leitfähigen Basiselement 302, einer
Isolierschicht 304 und einem auf der Schicht 304
abgelagerten zweiten leitfähigen Material 306 sowie mit
einer Anzahl von umschlingenden Segmenten 308 und
dazwischenliegenden, sich damit abwechselnden Lücken 310,
wie dies auch aus der Schnittansicht von Fig. 12 hervorgeht.
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Fig. 13 ist ein Schnitt längs der Linie 13-13 in Fig. 11,
wobei alle Ziffern den vorher beschriebenen Elementen
entsprechen.
ARBEITSWEISE
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Die Elektrokauterisier/elektrochirurgische Klinge bzw.
elektrochirurgische Elektrokauterisier-Klinge wird mit einer
Stromversorgung verbunden, welche den Strom bzw. die Energie
für drei Betriebsarten liefert, bei denen es sich entweder
um eine Betriebsart als chirurgische Standardklinge, eine
Betriebsart als elektrochirurgische Klinge, in welcher eine
Hochspannung zwischen die leitfähigen Schichten angelegt ist
und der resultierende Entladungslichtbogen für Schneid- und
Kauterisierungszwecke genutzt wird, oder eine Betriebsart
handelt, bei welcher an die Klinge eine Niederspannung
angelegt ist, durch welche aufgrund der I²R-Verluste Wärme
für Kauterisierung erzeugt wird.
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Das Isoliermaterial kann eine Keramik, Glas oder ein anderer
nichtleitender Werkstoff sein. Das leitfähige Material kann
aufgedampft oder aufplattiert bzw. -galvanisiert und auf dem
isolierenden, nichtleitenden Werkstoff photogeätzt sein und
aus Silber, Gold, Aluminium o.dgl. bestehen. Das
Basismaterial sollte aus einem Metall hoher Leitfähigkeit
bestehen, das durch Honen in die Form einer feinen, scharfen
Schneidkante bringbar ist. Insbesondere ist ein
nichtleitendes isolierendes Material, das zu einer Schneidkante
geformt werden kann, wie Glas oder Keramik, mit einem darauf
befindlichen photogeätzten oder aufgedampften Metall bei
dieser offenbarten Gruppe von Ausführungsformen besonders
zweckmäßig.
ALTERNATIVE AUSFÜHRUNGSFORM - KAPAZITIVE KLINGE
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Fig. 14 ist eine Seitenansicht einer kapazitiven
elektrochirurgischen Elektrokauterisier-Klinge mit einem
Klingenleiter 400, an dessen Arbeitskante eine scharfe
Schneidkante 402 angeformt ist. Das gemäß Fig. 14 rechte
Ende der Klinge dient als ein erster elektrischer
Kontaktanschluß 401. Ein dicker Isolator 404, z.B. einer Dicke von
0,005" bis 0,015" (0,13 mm bis 0,38 mm), ist über bzw. auf
dem Klingenleiter 400 positioniert, wie dies am besten aus
der Querschnittsdarstellung von Fig. 15 hervorgeht. Ein
schmaler Leiter 406 einer Dicke im Bereich von 0,01" bis
0,03" (0,02 cm bis 0,08 cm) und einer vorbestimmten Breite
ist mit einem geringen Versatz oberhalb der untersten Kante
des dicken Isolators 404 angeordnet und, wie dargestellt, in
einer parallel zum Klingenleiter 400 verlaufenden Ebene
liegend vorgesehen. Der schmale Leiter 406 läuft an einem
zweiten Kontaktanschluß 408, der vom Anschluß 401 isoliert
ist, aus und umschlingt die vordere Oberkante der Klinge,
wie dies aus Fig. 14 hervorgeht. Ein dünner Isolator 405
einer endlichen Dicke von 0,001" bis 0,002" (0,002 cm bis
0,005 cm) ist über der Oberseite des schmalen Leiters 406
und anschließend über dem Isolator 404 angeordnet, wobei er
geringfügig unterhalb der Unterkante des dicken Isolators
404 versetzt angeordnet ist. Die Kontaktanschlüsse 401 und
408 ermöglichen einen Anschluß an eine elektrische
Stromquelle, um über den dicken Klingenleiter 400, den
Isolator 404 und den dünnen, schmalen Leiter 406 eine
kapazitive Ladung aufzuprägen und damit einen dielektrischen
Durchbruch hervorzubringen, wenn die Klinge im Laufe der
Operation mit dem Fleisch in Berührung gebracht wird. Die
Klinge kann in einem Klingenhalter, wie er in Fig. 18
dargestellt ist, montiert bzw. eingespannt sein. Der
Klingenhalter kann eine Schraube o.dgl. für Druckverspannung
um die Klinge herum zur Herstellung eines elektrischen
Kontaktes zu den Kontaktanschlüssen aufweisen.
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Fig. 16 ist eine Aufsicht auf eine kapazitive
Elektrokauterisier-Klinge 400, wobei alle Ziffern den vorher
beschriebenen Elementen entsprechen. Ein
elektrischmechanischer Wandler, etwa ein Ultraschallwandler 402, ist
an der Klinge befestigt und weist zwei Kontaktanschlüsse 422
und 424 zur Zuspeisung von Strom bzw. Energie von einer
Wechselstromquelle zum Wandler 420 auf. Die
Kontaktanschlüsse 424 sind elektrisch und mechanisch mit dem
Kontaktanschluß 401 verbunden. Der Wandler 420 schwingt auf
einer durch die Stromversorgung bestimmten Frequenz und mit
einer Amplitude, die bei der gewählten Frequenz einen
Kavitationseffekt gewährleistet. Die Hochfrequenzschwingung
der Klinge verhindert die Anlagerung von Rückständen an der
Klinge 400 während einer chirurgischen Operation. Der
Wandler 420 kann unabhängig gespeist oder durch die gleiche
Stromversorgung, die für die Speisung der Klinge benutzt
wird, angesteuert werden.
ALTERNATIVE AUSFÜHRUNGSFORM - OHMISCHE KLINGE
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Fig. 17 ist eine Aufsicht auf eine ohmische
Elektrokauterisier-Klinge 500 mit einer geschärften Schneidkante 502,
einem ersten Kontaktanschlußbereich 504, einer Schicht aus
Isoliermaterial bzw. Isolierschicht 506 an der leitfähigen
Basis, welche jedoch die Schneidkante 502 freiläßt, und
einer einen zweiten Kontaktanschluß 510 aufweisenden
herumgeschlungenen, freiliegenden Metallfläche 508, die auf
der Schicht 506 abgelagert oder an dieser befestigt ist. Die
ohmische oder auch Widerstands-Klinge ist der vorher anhand
der Fig. 1 bis 13 beschriebenen Klingenart ähnlich. Ein
Wandlerelement 520 mit Kontaktpunkten 522 und 524 ist in
inniger Berührung mit der Kontaktfläche 504 angeordnet. Der
Kontaktpunkt 524 ist mechanisch und elektrisch mit dem
Kontaktanschluß 504 verbunden. Die Arbeitsweise der Klinge
nach Fig. 17 in einer Schwingungsbetriebsart ist die gleiche
wie die Arbeitsweise nach den Fig. 14 bis 16.
KLINGENHALTER
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Fig. 18 ist eine Aufsicht auf einen Klingenhalter mit einem
schwingenden Wandler gemäß einer anderen alternativen
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Der
Klingenhalter 600 weist einen Schlitz 602 auf, der sich durch einen
vorwärts gelegenen Abschnitt des Handgriffs und von einer
Unterkante desselben aufwärts in den Handgriff erstreckt,
wie dies auch aus Fig. 19 hervorgeht. Dabei ist auch eine
Aussparung 604 zur Halterung des piezoelektrischen Wandlers
606 vorgesehen, der auf diese Weise dicht an einer
chirurgischen Klinge zu liegen kommt, wie dies alles noch
später näher erläutert werden wird. Wenn der Wandler 606
mechanisch gegen die chirurgische Klinge angedrückt ist,
läßt er in seinem an Spannung liegenden Zustand die
chirurgische Klinge in einer Richtung quer zur Längsachse
der Klinge schwingen. Wahlweise kann die Aussparung so
ausgebildet sein, daß sie die chirurgische Klinge mit dem
dauerhaft an ihr befestigten Wandler aufnimmt. In diesem
Fall müssen selbstverständlich entsprechende elektrische
Kontaktanschlüsse für die Speisung des Ultraschallwandlers
mit Strom vorgesehen sein.
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Der Klingenhalter 600 umfaßt auch zwei Kontaktanschlüsse 608
und 610 zur Herstellung eines Kontakts mit einer
chirurgischen Klinge, damit Energie oder Strom selektiv
sowohl zur Klinge als auch zum Wandler 606 zuspeisbar ist.
Schrauben 612 und 614 sowie Flügelmuttern 616 und 618
ermöglichen ein Zusammenpressen der beiden Hälften des
Klingenhalters (620 und 622), um damit den Schlitz 602
zusammenzupressen bzw. zu verengen und die chirurgische
Klinge im Halter 600 mit Kraftschluß festzuhalten.
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Eine Stromquelle 624 mit drei Stromkabeln 620a bis 620c
liefert den Strom bzw. die Energie zur chirurgischen Klinge
und zum Wandler. Die Stromkabel umfassen eine gemeinsame
bzw. Sammelleitung 620a, eine Wandlerleitung 620b und eine
Stromleitung 620c für die chirurgische Klinge. Die
Stromquelle 624 kann nach Bedarf umschaltbar und pulsbar
sein und umfaßt eine Wandlerwellenformquelle 626a und eine
Schaltvorrichtung 626b sowie eine Klingenwellenformquelle
628a und eine Schaltvorrichtung 628b.