DE3625053C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen durch die Abgasenergie
einer Verbrennungskraftmaschine antreibbaren Kolben
lader, der mindestens einen durch einen beweglichen
Arbeitskolben begrenzten Entspannungsraum aufweist,
dessen dem Kolben gegenüberliegende Begrenzung mit
mindestens einem Abgaseinlaß und Abgasauslaß versehen
ist, wobei der Abgasauslaß mit einem steuerbaren,
seinen Fließquerschnitt zumindest teilweise öffnenden
und schließenden Ventil versehen ist, das einen durch
den Arbeitskolben betätigbaren Schließkörper auf
weist, der mit dem Arbeitskolben über eine Kupplung
zu zeitweiliger gemeinsamer Bewegung verbunden ist.
Eine durch das Abgas eines Verbrennungsmotors betrie
bene Kolbenpumpe dieser Art ist aus der DE-OS 21 39 932
bekannt. Der Entspannungsraum ist dabei mit einem
Einlaßventil und einem Auslaßventil versehen, die in
Abhängigkeit von der taktweisen Bewegung des Pumpen
kolbens gesteuert werden. Hierzu ist dem Abgaseinlaß
und dem Abgasauslaß ein gemeinsamer Schließkörper in
Form einer federbelasteten Wippe zugeordnet, die
durch an der Kolbenbewegung teilnehmende Anschläge
unter Vermittlung eines Steuerhebels in der Weise
zwischen zwei stabilen Endstellungen umgestellt wer
den kann, daß sie über einen Totpunkt gedrückt wird
und dann unter der Wirkung der Feder in eine von zwei
stabilen Endstellungen schnappt, in deren einer der
Schließkörper den Abgaseinlaß und in deren anderer er
den Abgasauslaß verschließt.
Sobald sich der Pumpenkolben unter dem Einfluß des im
Entspannungsraum wirksamen Abgasdrucks bewegt, er
folgt in Abhängigkeit von der Kolbenbewegung ein
taktweises Öffnen und Schließen der Ventile, so daß
der Kolbentakt vom Ventiltakt und dieser wiederum
vom Kolbentakt abhängig ist, woraus sich ergibt, daß
der Rhythmus der Kolbenbewegung letzten Endes vom am
Einlaßventil anstehenden Abgasdruck und dem der Kol
benbewegung entgegenwirkenden Widerstand abhängig
ist. Es ist deshalb wichtig, daß bei dieser Pumpe
stets ein ausreichend hoher Abgasdruck am Abgaseinlaß
des Entspannungsraums ansteht.
Ein wesentlicher Vorteil eines Kolbenladers besteht
darin, daß der taktweise arbeitende Lader direkt in
den zu ladenden Motorzylinder fördern kann. Die aus
der DE-OS 21 39 392 bekannte Pumpe weist keine Ein
richtung auf, die geeignet wäre, den Rhythmus der
Kolbenbewegung mit der Zündfrequenz des das Abgas
liefernden Motors zu synchronisieren, weshalb sie als
Lader nur dann eingesetzt werden kann, wenn ihr ein
ausreichend großer Speicher nachgeschaltet wird,
wodurch der vorstehend genannte Vorteil des Kolbenla
ders verloren geht.
Neben der Anordnung einer umfangreichen Mechanik im
Entspannungsraum erweist es sich bei der Konstruktion
nach der DE-OS 21 39 932 als nachteilig, daß eine den
jeweiligen Einsatzbedingungen entsprechende optimale
Anpassung durch Beeinflussung des zeitlichen Druck
verlaufs innerhalb des Entspannungsraums nicht mög
lich ist. Insbesondere besteht keine Möglichkeit,
Abgaseinlaß und Abgasauslaß zugleich geöffnet zu
halten, was in bestimmten Betriebssituationen er
wünscht sein kann.
Bei einem Kolbenlader ist eine Steuerung des Abgas
auslasses des Entspannungsraums erforderlich, um die
arbeitsfähige Energie der an dem Kolbenlader eintref
fenden Abgase optimal auszunützen, weil andernfalls
ein Großteil der Abgase aus dem Entspannungsraum aus
fließen kann, ohne Arbeit zu verrichten.
Eine bekannte, durch Motorabgase betriebene Kolbenma
schine besitzt auf der Auslaßseite eine Ventilsteue
rung, die direkt vom Verbrennungsmotor angetrieben
wird. Dies führt zu komplexen und dadurch teuren
Konstruktionen, die außerdem die Freizügigkeit bei
der räumlichen Anordnung der Kolbenmaschine relativ
zum Verbrennungsmotor behindern. Wirkt die Kolbenma
schine als Hilfsmaschine mit dem Verbrennungsmotor
zusammen, insbesondere als Lader, so ist eine Anpas
sung der Kolbenmaschine an die Betriebszustände des
Verbrennungsmotors erwünscht, die bei einer Ventil
steuerung direkt vom Verbrennungsmotor aus nicht
automatisch durchführbar ist, es sei denn, durch eine
zusätzliche, teuere Steuerung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit mög
lichst geringem Aufwand eine zuverlässige Steuerung
des Kolbenladers zur optimalen Ausnutzung der ar
beitsfähigen Energie der Abgasdruckwellen des Ver
brennungsmotors zu ermöglichen, wobei zugleich eine
automatische Anpassung an den herrschenden Betriebs
zustand des Verbrennungsmotors erreichbar sein soll.
Außerdem soll sich die Konstruktion dazu eignen,
möglichst große Strömungsquerschnitte und einen zen
tralen Abgasauslaß bei möglichst geringem Platzbedarf
vorzusehen. Schließlich soll durch einfache konstruk
tive Änderungen eine optimale Anpassung an die jewei
ligen Einsatzbedingungen möglich sein.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht bei einem Kolbenla
der der eingangs genannten Art darin, daß das Ventil
im Takt der sich aus der Verbrennung in jeweils einem
Zylinder des Verbrennungsmotors ergebenden Abgas
druckwellen steuerbar ist und daß die Kupplungsver
bindung zwischen Arbeitskolben und Schließkörper in
mindestens einer vorgegebenen Endstellung des
Schließkörpers lösbar ist.
Im Gegensatz zu der aus der DE-OS 21 39 932 bekannten
Konstruktion besteht demnach eine direkte Abhängig
keit des Kolbentaktes des Laders von der Zündfrequenz
des Motors und der Lader kann zur direkten Förderung
in den jeweils zu ladenden Motorzylinder eingesetzt
werden, wobei sich auf Grund der Abhängigkeit der
Abgasdruckwellen vom jeweiligen Betriebszustand des
Motors die automatische Anpassung des Laders an die
sen Betriebszustand ergibt.
Sobald der Abgasdruckwelle ausreichend arbeitsfähige
Energie entnommen werden kann, wird der Arbeitskolben
aus seiner Ruhestellung angehoben, in welcher er
sich nahe der mit dem Abgaseinlaß und dem Abgasauslaß
versehenen Begrenzung des Entspannungsraums befindet.
Nach einem dem jeweiligen Einsatzzweck anzupassenden
Bewegungsgesetz wird die Bewegung des Arbeitskolbens
zur Betätigung des Ventils eingesetzt; insbesondere
kann das Ventil sofort geschlossen werden, wenn die
Abgasdruckwelle den Arbeitskolben anhebt, um die
arbeitsfähige Energie optimal zur Bewegung des Ar
beitskolbens auszunützen. Insbesondere kann die Über
tragung der Kolbenbewegung auf die Ventilbetätigung
zeitweilig unterbunden und dadurch der zeitliche
Druckverlauf im Zylinder des Kolbenladers beeinflußt
und auch eine Rückwirkung auf den zeitlichen Verlauf
der Kolbenbewegung erreicht werden.
Eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung besteht
darin, daß ein den Schließkörper bewegendes Stell
glied mit dem Arbeitskolben über eine beim Erreichen
einer Stellkraftschwelle lösbare Kupplung verbunden
und der Schließkörper zwischen seine Öffnungs- und
seine Schließstellung definierenden Anschlägen beweg
bar ist. Es kann aber auch nach einer anderen zweck
mäßigen Ausführungsform ein den Schließkörper bewe
gendes Stellglied durch eine ortsfeste, beim Errei
chen einer Stellkraftschwelle lösbare Kupplung gehal
ten und über eine ein Spiel in Hubrichtung aufweisende
Mitnehmerverbindung mit dem Arbeitskolben zur
Verschiebung gegenüber der ortsfesten Kupplung kup
pelbar sein, wobei die beim Erreichen der Stellkraft
schwelle lösbare Kupplung eine Reibungskupplung sein
kann.
Eine andere, sehr vorteilhafte Ausgestaltung besteht
darin, daß der Schließkörper im Arbeitskolben in
dessen Hubrichtung zwischen zwei Grenzstellungen
freibeweglich geführt ist, in deren oberer er voll
ständig in den Kolben eintaucht und in deren unterer
er zur schließenden Abdeckung des Abgasauslasses aus
dem Arbeitskolben herausragt. Bei dieser Ausge
staltung kann der Schließkörper seine Stellung rela
tiv zum Arbeitskolben auf Grund seiner Massenträgheit
verändern oder beibehalten, so daß sich ein sehr
geringer konstruktiver Aufwand bei sehr vorteilhaften
Öffnungs- und Schließzeitpunkten ergibt. Beginnt der
Kolben seinen Arbeitshub, bleibt der Schließkörper in
seiner den Abgasauslaß sperrenden Stellung bis er
relativ zum Arbeitskolben seine untere Grenzstellung
erreicht hat, was zweckmäßigerweise erfolgt, kurz
bevor der Arbeitskolben seinen Arbeitshub beendet.
Dadurch wird der Schließkörper in Richtung auf seine
obere Grenzstellung beschleunigt, während der Ar
beitskolben kurz darauf seinen Rückhub durchführt.
Dabei bewegt sich der Schließkörper zunächst noch in
Richtung auf seine obere Grenzstellung. Sobald er
diese erreicht hat, wird er vom Arbeitskolben in
entgegengesetzter Richtung mitgenommen, wobei der
Schließkörper in den Arbeitskolben eingetaucht
bleibt, bis der Arbeitskolben seinen Rückhub beendet
hat, so daß während des gesamten Rückhubs des Kolbens
der Abgasauslaß geöffnet bleibt. Beendet der Arbeits
kolben seinen Rückhub, bewegt sich der Schließkörper
auf Grund der Massenträgheit weiter, bis er den Abgas
auslaß im gewünschten Umfang verschließt.
Noch eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung besteht
darin, daß zwischen dem Schließkörper und dem Ar
beitskolben eine einseitig in Richtung auf die
Schließstellung des Schließkörpers gerichtete Mitneh
merverbindung besteht, daß der Schließkörper in sei
ner Schließstellung durch eine selbsttätige Sperre
verriegelbar ist und in seine Öffnungsstellung vorge
spannt ist, und daß die Sperre durch den Arbeitskol
ben in der Endphase des durch die Abgasdruckwelle
verursachten Arbeitshubs lösbar ist.
Durch diese Konstruktion wird das Ventil während des
Arbeitshubs des Arbeitskolbens in seiner Schließ
stellung festgehalten, bis der Arbeitskolben selbst
die Sperre löst, worauf das Ventil unter dem Einfluß
der Vorspannung rasch seine voll geöffnete Stellung
einnimmt. Die Mitnehmerverbindung zwischen Arbeits
kolben und Schließkörper wird vorzugsweise so ausge
legt sein, daß erst bei Beendigung des Rückhubs das
Ventil wieder seine geschlossene Stellung einnimmt.
Eine andere zweckmäßige Ausgestaltung besteht bei der
einen Reibungsschluß zwischen Stellglied und Arbeits
kolben aufweisenden Ausführungsform darin, daß zwi
schen Stellglied und Arbeitskolben ein Umkehrmecha
nismus zur gegenläufigen Verbindung von Stellglied
und Arbeitskolben angeordnet ist. Dadurch wird der
Arbeitskolben bei Beginn seines Arbeitshubs den Ab
gasauslaß schließen und bei Beginn des Rückhubs den
Abgasauslaß öffnen.
Noch eine andere zweckmäßige Ausbildung besteht da
rin, daß der Schließkörper den Abgasauslaß überdeckt
und durch eine Federanordnung in Richtung auf den dem
Abgasauslaß zugewandten Boden des Arbeitskolbens
belastet ist. Bei dieser Ausbildung wird die den
Arbeitskolben zur Durchführung des Arbeitshubs bewe
gende Abgasdruckwelle den Schließkörper zunächst auf
den Abgasauslaß drücken und diesen dadurch ver
schließen, wobei während des Arbeitshubs die Feder
spannung zunimmt, bis sie schließlich den Abgasdruck
überwindet und den Schließkörper vom Abgasauslaß
abhebt. Dabei kann die Federanordnung einerseits am
Arbeitskolben und andererseits am Schließkörper an
geordnete, in Hubrichtung des Arbeitskolbens einen
Abstand voneinander aufweisende Mitnehmer umfassen,
zwischen denen ein Federelement derart angeordnet
ist, daß es bestrebt ist, den Arbeitskolben und den
Schließkörper in ihre eng benachbarte Stellung zu
bewegen. Eine andere Variante kann darin bestehen,
daß daß die Federanordnung bei dem Abgasauslaß be
nachbarter Endstellung des Arbeitskolbens unter
Bildung eines Auslaßspaltes den Schließkörper gering
fügig vom Abgasauslaß abhebt, so daß die Abgasdruck
wellen ohne Betätigung des in Ruhestellung befindli
chen Arbeitskolbens über den Abgasauslaß abgeleitet
werden können, wenn sie, insbesondere im Leerlaufbe
trieb der Verbrennungskraftmaschine, nur eine geringe
arbeitsfähige Energie enthalten.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus
den Unteransprüchen in Verbindung mit der Beschrei
bung.
An Hand der folgenden Beschreibung der in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispiele der Erfindung
wird diese näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 einen schematischen Axialschnitt durch den
Zylinder einer als Lader dienenden Kolbenma
schine mit einer Druckklappe als Schließ
körper eines den Abgasauslaß steuernden
Ventils,
Fig. 2 die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform vor
dem Beginn des Rückhubs des Arbeitskolbens,
Fig. 3 einen der Fig. 1 ähnlichen Axialschnitt bei
einer weiteren Ausführungsform mit teller
förmigem Schließkörper während des Arbeits
hubs,
Fig. 4 einen Axialschnitt durch die Ausführungsform
nach Fig. 3 während des Rückhubs des Kol
bens,
Fig. 5 einen der Fig. 4 ähnlichen Axialschnitt
durch eine andere Ausführungsform mit tel
lerförmigem Schließkörper während des
Rückhubs des Arbeitskolbens,
Fig. 6 einen Axialschnitt durch eine weitere Aus
führungsform in Ruhestellung,
Fig. 7 einen Axialschnitt durch eine weitere Aus
führungsform während des Arbeitshubs des
Kolbens,
Fig. 8 einen Axialschnitt durch eine Variante der
in Fig. 7 gezeigten Ausführungsform eben
falls während des Arbeitshubs des Arbeits
kolbens,
Fig. 9 einen Axialschnitt durch noch eine weitere
Ausführungsform in Ruhestellung,
Fig. 10 die Ausführungsform nach Fig. 9 zu Beginn
des Arbeitshubs des Arbeitskolbens,
Fig. 11 die Ausführungsform nach Fig. 10 vor Been
digung des Arbeitshubs des Arbeitskolbens,
Fig. 12 einen Axialschnitt durch eine Variante der
in Fig. 3 und 4 gezeigten Ausführungsform
während des Arbeitshubs des Arbeitskolbens
und
Fig. 13 einen Axialschnitt durch die in Fig. 12
gezeigte Variante bei Beginn des Rückhubs
des Arbeitskolbens.
Ein Zylinder 10 einer als abgasgetriebener Lader
einer Verbrennungskraftmaschine einzusetzenden Kol
benmaschine enthält einen flachen Arbeitskolben 212,
der mit einer Kolbenstange 214 verbunden ist, die aus
dem Zylinder 10 herausragt und außerhalb des Zylin
ders 10 in einer Führung 16 linear beweglich geführt
ist. Der Zylinder 10 wird von einer oberen Stirnflä
che 18 begrenzt, durch welche die Kolbenstange 214
nach außen geführt ist, und durch eine untere Stirn
fläche.
Die obere Stirnfläche 18 ist mit einem Ladeluftein
laßventil 22 und einem Ladeluftauslaßventil 24 verse
hen, die in Form von Rückschlagventilen ausgeführt
sind. Die untere Stirnfläche 20 ist mit einem Abgas
einlaß 26 und einem Abgasauslaß 28 versehen. Der
Abgasauslaß 28 ist in bezug auf die Zylinderachse
konzentrisch angeordnet, der Abgaseinlaß 26, der über
eine Leitung 30 mit Abgasdruckwellen von einer nicht
dargestellten Verbrennungskraftmaschine versorgt wer
den kann, befindet sich seitlich vom Abgasauslaß.
Der Arbeitskolben 212 befindet sich in Ruhestellung
unter dem Einfluß einer Rückstelleinrichtung in
einer dem Abgaseinlaß 26 und dem Abgasauslaß 28
benachbarten, nachfolgend als "unterer Totpunkt"
bezeichneten Stellung. Die Rückstelleinrichtung kann
beispielsweise aus einer Rückstellfeder 32 bestehen.
Trifft in der Ruhestellung des Arbeitskolbens 212 am
Abgaseinlaß 26 eine Abgasdruckwelle ein, die über
eine ausreichende, arbeitsfähige Energie verfügt, so
wird der Arbeitskolben 212 in einem Arbeitshub in
Richtung auf seine der oberen Stirnfläche 18 benach
barte, nachfolgend auch als "oberer Totpunkt" be
zeichnete Endstellung bewegt, sofern die arbeitsfä
hige Energie der Abgasdruckwelle durch Entspannung
des Abgases im Zylinder 10 nutzbar gemacht werden
kann. Es muß also verhindert werden, daß das Abgas
ungenutzt aus dem Abgasauslaß 28 abfließen kann.
Andererseits sollte das entspannte Abgas nach dem
Arbeitshub des Arbeitskolbens 212 möglichst vollstän
dig aus dem Zylinder 10 ausströmen. Auch beim Ein
treffen von Abgasdruckwellen mit geringer arbeitsfä
higer Energie, wie etwa im Leerlaufbetrieb der Ver
brennungskraftmaschine, soll das Abgas ungehindert
aus dem Abgasauslaß 28 ausströmen können.
Es ist deshalb in der unteren Stirnfläche 20 zwischen
dem Abgaseinlaß 26 und dem Abgasauslaß 28 eine Mulde
50 ausgebildet, so daß in der Ruhestellung des Ar
beitskolbens 212 das Abgas unter dem Kolbenboden 248
vom Abgaseinlaß 26 zum Abgasauslaß 28 strömen kann.
An die Mulde 50 schließt sich im Abgasauslaß 28 ein
Ventilabschnitt 42 mit einer zylindrischen Wandung 44
an, der von einer Drehachse 41 diametral durchquert
wird. Auf der Drehachse 41 ist eine kreisscheibenför
mige Ventilklappe 43 angebracht, die über eine zwi
schen dieser Ventilklappe 43 und dem Arbeitskolben
212 bestehende Mitnehmerverbindung verschwenkt wird,
sobald der Arbeitskolben 212 sich im Zylinder 10 auf-
und abbewegt. Jedoch besteht keine feste Verbindung
zwischen dem Arbeitskolben 212 und der Ventilklappe
43, vielmehr ist eine an der Ventilklappe 43 gelenkig
angeschlossene Stellstange 45 mit ihrem anderen Ende
gelenkig mit einer inneren Kolbenstange 247 ver
bunden, die unter Reibungsschluß in Längsrichtung in
der hohlen, mit dem Arbeitskolben 212 verbundenen
Kolbenstange 214 geführt ist. Der Ventilklappe 43 ist
im Ventilabschnitt 42 des Abgasauslasses 28 ein An
schlag 249 zugeordnet, der die Ventilklappe 43 in
ihrer Schließstellung festhält, wenn sie bei einem
Arbeitshub des Arbeitskolbens 212 durch die sich nach
oben bewegende Stellstange 45 im Uhrzeigersinn ver
schwenkt wird.
Wenn sich der Arbeitskolben aus der in Fig. 1 gezeig
ten Stellung aus seinem unteren Totpunkt nach oben
bewegt, wird zunächst die innere Kolbenstange 247
durch Reibungsschluß mit nach oben bewegt, so daß die
Ventilklappe 43 geschlossen wurde. Sobald die Ventil
klappe 43 ihre Schließstellung einnimmt, kann die
innere Kolbenstange 247 nicht mehr an der nach oben
gerichteten Kolbenbewegung teilnehmen, es findet ein
Schlupf zwischen der inneren Kolbenstange 247 und der
äußeren Kolbenstange 214 statt, der anhält, bis der
Arbeitskolben 212 den oberen Wendepunkt seiner Be
wegung erreicht, der bei hoher Abgasenergie mit dem
oberen Totpunkt zusammenfällt. Diesen oberen Totpunkt
wird der Arbeitskolben umso leichter erreichen, als
während seines Arbeitshubs mit Ausnahme der Anfangs
phase, welche zum Schließen der Ventilklappe 43 be
nötigt wird, der Abgasauslaß 28 geschlossen bleibt
(Fig. 2).
Sobald der Rückhub des Arbeitskolbens 212 einsetzt,
wird durch die bestehende Reibungsverbindung die in
nere Kolbenstange 247 soweit abwärts bewegt, daß sich
die Ventilklappe 43 in die voll geöffnete, in Fig. 1
gezeigte Stellung bewegt. In dieser Stellung bleibt
die Ventilklappe 43 nicht nur bis zur Vollendung des
Rückhubs des Arbeitskolbens 212, sondern auch während
der Ruhestellung des Arbeitskolbens im unteren Tot
punkt, bis zu Beginn eines neuen Arbeitshubs die
Ventilklappe 43 wieder geschlossen wird.
Die Fig. 3 und 4 zeigen eine ähnliche Konstruktion,
wobei zur Ventilbetätigung wieder eine in der hohlen
Kolbenstange 314 bewegliche Stellstange 345 benutzt
wird, die jedoch mit einem tellerförmigen Schließkör
per 343 fest verbunden ist und deren freie Beweglich
keit gegenüber der hohlen Kolbenstange 314 nur durch
zwei Anschläge begrenzt wird, deren einer der
Schließkörper 343 selbst ist und deren anderer durch
einen Bund 351 auf der Stellstange 345 gebildet wird.
Zwischen diesem Bund 351 und dem Schließkörper 343
ragt ein Mitnehmer 353 des Arbeitskolbens 312 bzw.
der hohlen Kolbenstange 314 in den Bewegungsbereich
der beiden Anschläge 343 und 351. Die Stellstange 345
ist nach oben aus der hohlen Kolbenstange 314 heraus
geführt und unter Reibungsschluß durch einen ortsfe
sten Bremsring 355 geführt.
Der Schließkörper 343 deckt in seiner Schließstellung
(Fig. 3) den Abgasauslaß 28 im Bereich einer in der
unteren Stirnfläche 20 des Zylinders 10 vorgesehenen
Mulde 50 ab, wobei eine Vorkehrung getroffen ist, daß
Abgasdruckwellen mit geringer arbeitsfähiger Energie
in den Abgasauslaß 28 eintreten können.
Trifft eine Abgasdruckwelle mit ausreichend großer
arbeitsfähiger Energie ein, wird der Arbeitskolben
312 nach oben bewegt, wobei zunächst der Schließkör
per 343 unter dem Einfluß des Bremsrings 355 in
seiner Schließstellung festgehalten wird. Erst wenn
der Mitnehmer 353 den Bund 351 erfaßt, was bei An
näherung des Arbeitskolbens 312 an seinen oberen
Totpunkt der Fall ist, wird der Schließkörper 353 in
seine geöffnete Stellung angehoben. Er wird vom Ar
beitskolben 312 mitgezogen, bis dieser den oberen
Wendepunkt seiner Bewegung erreicht. Zu Beginn des
Rückhubs wird die Stellstange 345 durch den Bremsring
355 festgehalten, bis der Mitnehmer 353 auf den
Schließkörper 343 auftrifft und diesen bis in seine
geschlossene Stellung mitzieht, wie aus Fig. 4 er
sichtlich ist.
Bei der in Fig. 5 dargestellten Variante ist mit
einem tellerförmigen Schließkörper 443 eine Stell
stange 445 fest verbunden, die durch eine hohle Kol
benstange 414 des Arbeitskolbens 412 geführt ist.
Zwischen der Stellstange 445 und der Innenfläche der
hohlen Kolbenstange 414 sind Reibräder 457 angeord
net, welche die Bewegung der Kolbenstange 414 auf die
Stellstange 415 übertragen können, sofern diese nicht
durch einen Widerstand an einer Bewegung gehindert
ist. Ein solcher Widerstand tritt auf, wenn der
Schließkörper 443 in seiner Schließstellung auf dem
Abgasauslaß 28 aufsitzt, oder wenn er am Kolbenboden
448 oder einem anderen, ihm am Arbeitskolben 412
zugeordneten Anschlag anschlägt.
Beginnt der Arbeitskolben 412 seinen Arbeitshub,
werden die Reibräder 457 bestrebt sein, den Schließ
körper nach unten in seine geschlossene Stellung zu
drücken. In dieser geschlossenen Stellung bleibt der
Schließkörper 443 bis zum oberen Wendepunkt der Kol
benbewegung. Sobald sich der Arbeitskolben 412 ab
wärts bewegt, wird die Stellstange 445 aufwärts be
wegt und öffnet dadurch den Abgasauslaß 28, weil
sich der Schließkörper bis zum Anschlag am Arbeits
kolben 412 hebt. Im weiteren Verlauf der Kolbenbe
wegung zum unteren Totpunkt wird der Schließkörper
443 wieder nach unten geführt, wobei die Anordnung
vorzugsweise so getroffen ist, daß der Schließkörper
443 den Abgasauslaß noch nicht vollständig abdeckt,
wenn der Arbeitskolben im unteren Totpunkt angelangt
ist. Erst zu Beginn des Arbeitshubs wird der Abgas
auslaß 28 vollständig in der beschriebenen Weise
geschlossen.
Die Funktionsweise dieser in Fig. 5 gezeigten Variante
ist mit der des in den Fig. 1 und 2 gezeigten
Ausführungsbeispiels insofern vergleichbar, als in
beiden Fällen die Ventilumsteuerung jeweils mit dem
Beginn eines Hubs zusammenfällt, wodurch sich eine
"unsymmetrische" Öffnungscharakteristik des Ventils
bezogen auf den Wendepunkt des Arbeitskolbens 212
bzw. 412 nach seinem Arbeitshub ergibt. Da in der
Bewegungsübertragung zwischen Arbeitskolben 212 bzw.
412 und Schließkörper 43 bzw. 443 des Ventils ein
Schlupf vorgesehen ist, wird erreicht, daß das Ventil
seinen vollen Ventilhub sowohl beim Schließen als
auch beim Öffnen jeweils bereits kurz nach Beginn des
entsprechenden Hubs des Arbeitskolbens 212 bzw. 412
durchgeführt hat und die für diesen Hub optimale
Stellung einnimmt.
Auch bei der in Fig. 6 dargestellten Ausführungsform
ergibt sich eine ähnliche "unsymmetrische" Öffnungs
charakteristik. Dabei ist im Arbeitskolben 512 eine
zur Achse des Zylinders 10 koaxial angeordnete Kammer
559 ausgebildet, die eine im Boden 548 des Arbeits
kolbens 512 angeordnete Öffnung 561 mit geringerem
Querschnitt als dem der Kammer 559 aufweist. Ein
Ventilschließkörper 543 mit einem der Öffnung 561
angepaßten Querschnitt ist derart in der Kammer 559
angeordnet, daß er durch einen dem inneren Quer
schnitt der Kammer 559 angepaßten Bund 563 an seinem
in bezug auf die Kammer 559 inneren Ende in axialer
Richtung in der Kammer 559 geführt ist. Wenn der
Schließkörper 543 vollständig in die Kammer 559 ein
geschoben ist, wobei sein äußeres Ende nur noch im
Bereich der Öffnung 561 geführt ist, besteht zwischen
dem Bund 563 und seiner durch die Querschnittserwei
terung der Kammer 559 gegenüber der Öffnung 561 ge
bildeten, diesem Bund 563 zugewandten Anschlag
schulter 565 ein axialer Abstand, der etwas geringer
ist als die Hublänge des Arbeitskolbens 512. Der
Abstand entspricht der Weglänge, die der Arbeitskol
ben 512 zurücklegt, bevor gegen Ende des Arbeitshubs
der Abgasauslaß 28 geöffnet wird.
Befindet sich, wie in Fig. 6 dargestellt, der Ar
beitskolben 512 in der auch als "unterer Totpunkt"
bezeichneten Ruhestellung, liegt der Schließkörper
543 am Grund der Mulde 50 auf sich etwas über den
Grund der Mulde 50 erhebenden Anschlägen 567 auf,
welche somit eine Spalte freihalten, durch den beim
Leerlaufbetrieb der Verbrennungskraftmaschine das
Abgas entweichen kann. Der Bund 563 liegt nahe dem
oberen, von der Öffnung 561 abgewandten Ende der
Kammer 559. Wenn der Arbeitskolben 512 seinen
Arbeitshub beginnt, bleibt der Schließkörper 543
auf Grund der Massenträgheit solange in der gezeigten
Schließstellung, bis die Anschlagschulter 565 auf den
Bund 563 auftrifft. Zu diesem Zeitpunkt hat der
Arbeitskolben 512 bereits den größeren Teil seines
Arbeitshubs zurückgelegt. Der Schließkörper 543 wird
in Richtung des Arbeitshubs beschleunigt. Wenn der
Arbeitskolben 512 seinen oberen Wendepunkt erreicht,
wird er durch eine Rückstellkraft wieder nach unten
bewegt. Der Schließkörper 543 bewegt sich jedoch
zunächst unter dem Einfluß der Massenträgheit weiter
nach oben, bis er am oberen Ende der Kammer 559
anschlägt, worauf er durch den Arbeitskolben 512
wieder nach unten mitgenommen wird. Weil der Schließ
körper 543 dabei in die Kammer 669 zurückgezogen ist,
bleibt der Abgasauslaß 29 voll geöffnet, bis der
Arbeitskolben 512 seinen unteren Totpunkt erreicht
hat.
Auch die in den Fig. 7 und 8 dargestellten Ausfüh
rungsformen dienen dem Zweck, den Abgasauslaß 28 wäh
rend des Arbeitshubs geschlossen und während des
Rückhubs geöffnet zu halten.
Der Arbeitskolben 612 ist hier wieder fest mit einer
hohlen Kolbenstange 614 verbunden, durch die eine
fest mit dem tellerförmigen Schließkörper 643 ver
bundene Stellstange 645 längsverschieblich geführt
ist. An dem vom Schließkörper 341 abgewandten Ende
ist die Stellstange 645 mit einem Bund 669 versehen.
Ein bezogen auf den Zylinder 10 ortsfest gelagerte
Sperrklinke 671 ist in eine in die Bahn des Bundes
669 ragende Sperrstellung durch eine Feder 673 vorge
spannt. Die Sperrklinke 671 ist so angeordnet, daß
sie auf der vom Schließkörper 643 abgewandten Seite
den Bund 669 übergreifen kann, wenn sich der Schließ
körper 643 in seiner den Abgasauslaß 28 verschließen
den bzw. bis auf den Auslaßspalt für das bei Leer
laufbetrieb der Verbrennungskraftmaschine anfallende
Abgas verschließenden Stellung befindet. Zwischen dem
Bund 669 und einem ortsfesten, von der Stellstange
645 durchquerten Widerlager 675 ist eine Druckfeder
677 eingespannt, die bestrebt ist, den Schließkörper
643 in seine geöffnete Stellung anzuheben, in der er
am Boden 648 des Arbeitskolbens 612 anliegt.
Dem Arbeitskolben 612 oder der mit ihm verbundenen
Kolbenstange 614 ist ein ortsfester Auslöser 679
derart zugeordnet, daß er bei der Annäherung des
Arbeitskolbens 612 an dessen oberem Totpunkt betätigt
wird. Der Auslöser 679 steht, z. B. elektrisch oder
mechanisch, mit der Sperrklinke 671 derart in Ver
bindung, daß er bei seiner Betätigung die Sperrklinke
671 aus ihrer Sperrstellung bewegt. Dadurch kann die
Druckfeder 677 den Schließkörper 643 in seine Öff
nungsstellung drücken, in der er am Kolbenboden 648
anliegt. Durch den Rückhub des Arbeitskolbens 612
wird der Schließkörper 643 wieder in seine Schließ
stellung überführt, die er am Ende des Rückhubs des
Arbeitskolbens 612 erreicht. Dabei läuft der Bund 669
an eine schräge Steuerkante 681 der Sperrklinke 671
an, um sie bei der Rückkehr in die Sperrstellung
beiseitezudrücken. Der Schließkörper 643 bleibt dann
in der Schließstellung, bis er gegen Ende des näch
sten Arbeitshubs des Arbeitskolbens erneut freigege
ben und durch die Druckfeder 677 angehoben wird.
Bei der in Fig. 8 gezeigten Konstruktion handelt es
sich um eine der Fig. 7 sehr ähnliche Gestaltung,
wobei jedoch die Druckfeder 677 zwischen dem Bund 669
und einem Bund 683 an der hohlen Kolbenstange 614
eingespannt ist und die Sperrklinke 671 den Schließ
körper 643 dadurch freigibt, daß die hohle Kolben
stange 614 gegen eine hierzu an der Sperrklinke 671
vorgesehene Steuerkante 685 läuft.
In den Fig. 9 bis 11 ist eine besonders einfache
Konstruktion dargestellt, welche ebenfalls eine
"unsymmetrische" Öffnungscharakteristik für das den
Abgasauslaß 28 steuernde Ventil ermöglicht.
In Fig. 9 befindet sich ein mit einer hohlen Kolben
stange 714 versehener Arbeitskolben 712 in seiner
Ruhestellung, in die er durch eine Rückstellfeder 32
gedrückt wird, die zwischen einem an der Führung 716
der Kolbenstange 714 angeordneten Widerlager 787 und
einem Führungsstück 789 an der Kolbenstange 714 ein
gespannt ist. Ein tellerförmiger Schließkörper 743
ist mit einer Stellstange 745 verbunden, die mit
einem Führungsstück 769 in der hohlen Kolbenstange
714 geführt ist, wobei zwischen dem Führungsstück
769 und einer auf dessen dem Schließkörper zugewand
ter Seite am Arbeitskolben 712 ausgebildeten Schulter
791 eine Druckfeder 793 eingespannt ist, die bestrebt
ist, den Schließkörper 743 gegen den Kolbenboden 748
zu ziehen. Die Anordnung ist jedoch so getroffen, daß
der Schließkörper 743 einen geringen Abstand vom
Kolbenboden 748 dadurch einhält, daß das Führungs
stück 769 an der ihm zugewandten Seite des Führungs
stücks 789 anliegt, bevor der Schließkörper 743 den
Arbeitskolben 712 erreicht hat.
In der in Fig. 9 gezeigten Ruhestellung liegt der
Arbeitskolben 712 an der unteren Stirnfläche 20 des
Zylinders 10 an, der Schließkörper 743 ist durch die
Druckfeder in seine dem Kolbenboden 748 benachbarte
Stellung gezogen und hält dadurch einen geringen
Abstand vom Boden der Mulde 50, so daß der bereits
mehrfach erwähnte Spalt für das Abströmen des Abgases
bei Leerlaufbetrieb geöffnet bleibt.
Beim Eintreffen einer Abgasdruckwelle mit ausreichend
arbeitsfähiger Energie wird durch den Abgasdruck der
Schließkörper 743 gegen die Wirkung der Druckfeder
793 gegen den Boden der Mulde 50 gedrückt, wodurch
der Abgasauslaß vollständig geschlossen wird, so daß
die Abgasenergie optimal ausgenützt werden kann.
Während der Arbeitskolben 712 seinen Arbeitshub be
ginnt, bleibt der Abgasauslaß so lange geschlossen,
bis die Kraft der sich spannenden Druckfeder 793 den
Abgasdruck auf den Schließkörper 743 überwindet und
den Schließkörper 743 gegen den Kolbenboden 748
zieht. Der Beginn des Arbeitshubs mit geschlossenem
Abgasauslaß 28 ist in Fig. 10 dargestellt.
Die Kraft der Druckfeder 793 wird vorzugsweise so
bemessen, daß der Abgasauslaß erst in der Endphase
des Arbeitshubs des Arbeitskolbens 712 geöffnet wird.
Die Situation unmittelbar vor dem durch die Feder 793
bewirkten Anheben des Schließkörpers 743 in seine
Öffnungsstellung ist in Fig. 11 dargestellt. Man
sieht in Fig. 11, daß sich das Führungsstück 769 um
eine dem bis dahin zurückgelegten Weg des Arbeitskol
bens 712 aus seiner Ruhestellung entsprechende Strecke
von dem als Anschlag dienenden Führungsstück 789
entfernt hat, wobei die Feder 793 gespannt wurde, um
den Abgasdruck zu überwinden.
Eine Variante der in den Fig. 3 und 4 gezeigten
Ausführungsform ist in den Fig. 12 und 13 darge
stellt, wobei mit der Ausführungsform nach den Fig. 3
und 4 übereinstimmende Teile mit gleichen Bezugszei
chen gekennzeichnet sind. Bei der Variante nach den
Fig. 12 und 13 ist an der dem Schließkörper 343
zugewandten Unterseite des Arbeitskolbens 312 im
Bereich des Mitnehmers 353 ein Ansatz 333 ausgebil
det, der die Stellstange 345 ringförmig umschließt
und geeignet ist, stets zwischen dem Arbeitskolben
312 und dem Schließkörper 343 einen axialen Spalt
freizuhalten. Eine den Arbeitskolben in Richtung auf
seine Ruhestellung bzw. den sog. unteren Totpunkt
belastende Rückstellfeder 332 stützt sich einerseits
an der Kolbenstange 314 und andererseits am ortsfe
sten Bremsring 355 ab. Auf der vom Arbeitskolben 312
und vom Schließkörper 343 abgewandten Seite des
Bremsrings 355 ist das Ende der Stellstange 345 mit
einer Endplatte 335 versehen. Zwischen dieser End
platte 335 und dem Bremsring 355 ist eine Druckfeder
337 angeordnet, die bestrebt ist, die Stellstange 345
und damit den Schließkörper 343 in der aus Fig. 12
gezeigten Stellung relativ zum Bremsring abzustützen.
Befindet sich der Arbeitskolben 312 in seinem unteren
Totpunkt, drückt der Ansatz 333 den Schließkörper 343
gegen die Wirkung der Feder 337 in Richtung auf den
Abgasauslaß 28; die axiale Länge des Ansatzes 333 ist
aber so bemessen, daß der Abgasauslaß nicht vollstän
dig geschlossen wird.
Trifft eine Abgasdruckwelle mit ausreichend großer
arbeitsfähiger Energie ein, wird durch den im Spalt
zwischen dem Arbeitskolben 312 und dem Schließkörper
343 wirkenden Druck der Schließkörper 343 unter wei
terer Belastung der Druckfeder 337 auf den Abgasaus
laß 28 gedrückt und verschließt diesen, so daß durch
die Entspannung des Abgases der Arbeitskolben 312 in
Richtung auf den oberen Totpunkt bewegt wird. Sobald
sich das Abgas soweit entspannt hat, daß die auf den
Schließkörper 343 in Richtung auf dessen Schließ
stellung einwirkende Kraft durch die Druckfeder 337
überwunden werden kann, hebt die Druckfeder 337 den
Schließkörper 343 vom Abgasauslaß ab. Dies geschieht
unabhängig von der Stellung des Arbeitskolbens 312,
es sei denn, der Mitnehmer 353 hätte bereits den Bund
351 auf der Stellstange 345 erfaßt und diese mitgezo
gen, so daß sich die Endplatte 335 bereits von der
Druckfeder 337 abgehoben hat. Bei jedem vollständigen
Arbeitshub des Arbeitskolbens 312 wird der Schließ
körper 343 bis in die in Fig. 13 gezeigte Stellung
angehoben und dann durch den Bremsring 355 festgehal
ten, bis der Ansatz 333 beim Rückhub des Arbeitskol
bens wieder auf den Schließkörper 343 trifft und
diesen mitnimmt.
Die Feder 337 sorgt auch in der Ruhestellung des
Arbeitskolbens 312 für eine beispielsweise beim Leer
laufbetrieb erforderliche, geringe Öffnung des Abgas
auslasses 28; sie öffnet aber auch den Abgasauslaß
28, wenn die arbeitsfähige Energie der Abgasdruckwelle
nicht ausreicht, den Arbeitskolben so weit zu
bewegen, daß der Mitnehmer 353 den Bund 351 mitnehmen
und den Schließkörper 343 vom Abgasauslaß abheben
kann. Der Auslaß wird stets geöffnet, wenn der Druck
auf den Schließkörper 343 einen durch die Feder 337
vorgegebenen Wert unterschreitet.
Claims (15)
1. Durch die Abgasenergie einer Verbrennungs
kraftmaschine antreibbarer Kolbenlader, der minde
stens einen durch einen beweglichen Arbeitskolben
begrenzten Entspannungsraum aufweist, dessen dem
Kolben gegenüberliegende Begrenzung mit mindestens
einem Abgaseinlaß und Abgasauslaß versehen ist, wobei
der Abgasauslaß mit einem steuerbaren, seinen Fließ
querschnitt zumindest teilweise öffnenden und
schließenden Ventil versehen ist, das einen durch den
Arbeitskolben betätigbaren Schließkörper aufweist,
der mit dem Arbeitskolben über eine Kupplung zu zeit
weiliger gemeinsamer Bewegung verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß das Ventil im Takt der sich aus
der Verbrennung in jeweils einem Zylinder des Ver
brennungsmotors ergebenden Abgasdruckwellen steuerbar
ist und daß die Kupplungsverbindung zwischen Arbeits
kolben (212; 312; 412; 512; 612; 712) und Schließkör
per (43; 343; 443; 543; 643; 743) in mindestens einer
vorgegebenen Endstellung des Schließkörpers lösbar
ist.
2. Kolbenlader nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein den Schließkörper (43) bewegendes
Stellglied (45) mit dem Arbeitskolben (212) über eine
beim Erreichen einer Stellkraftschwelle lösbare
Kupplung (214, 247) verbunden und der Schließkörper
zwischen seine Öffnungs- und seine Schließstellung
definierenden Anschlägen (41, 45; 249) bewegbar ist.
3. Kolbenlader nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein den Schließkörper (343) bewegendes
Stellglied (345) durch eine ortsfeste, beim Erreichen
einer Stellkraftschwelle lösbare Kupplung (355) ge
halten und über eine ein Spiel in Hubrichtung aufwei
sende Mitnehmerverbindung (343, 351, 353) mit dem
Arbeitskolben (312) zur Verschiebung gegenüber der
ortsfesten Kupplung (355) kuppelbar ist.
4. Kolbenlader nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die beim Erreichen einer
Stellkraftschwelle lösbare Kupplung (214, 247; 355)
eine Reibungskupplung ist.
5. Kolbenlader nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schließkörper (543) im Arbeitskol
ben (512) in dessen Hubrichtung frei beweglich zwi
schen zwei Grenzstellungen geführt ist, in deren
oberer er vollständig in den Arbeitskolben (512)
eintaucht und in deren unterer er zur schließenden
Abdeckung des Abgasauslasses (28) aus dem Arbeitskol
ben herausragt.
6. Kolbenlader nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem Schließkörper (643) und
dem Arbeitskolben (612) eine einseitig in Richtung
auf die Schließstellung des Schließkörpers gerichtete
Mitnehmerverbindung (812, 643) besteht, daß der
Schließkörper (643) in seiner Schließstellung durch
eine selbsttätige Sperre (671) verriegelbar ist und
in seine Öffnungsstellung vorgespannt ist, und daß
die Sperre (671) durch den Arbeitskolben (612) in der
Endphase des durch die Abgasdruckwelle verursachten
Arbeitshubs lösbar ist.
7. Kolbenlader nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Mitnehmerverbindung (612, 643)
zwischen Arbeitskolben (612) und Schließkörper (643)
derart ausgelegt ist, daß erst bei Beendigung des
Rückhubs das Ventil seine geschlossene Stellung ein
nimmt.
8. Kolbenlader nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen Stellglied (445) und Arbeits
kolben (412) ein Umkehrmechanismus (457) zur gegenläu
figen Verbindung von Stellglied (445) und Arbeitskol
ben (412) angeordnet ist.
9. Kolbenlader nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schließkörper (743) den Abgasauslaß
(28) überdeckt und durch eine Federanordnung (793) in
Richtung auf den dem Abgasauslaß zugewandten Boden
(48) des Arbeitskolbens belastet ist.
10. Kolbenlader nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schließkörper (743) durch die Fe
deranordnung (793) in Richtung auf einen am Arbeits
kolben (712) angeordneten Anschlag belastet ist,
wobei zwischen dem Schließkörper und dem Arbeitskol
ben (712) ein Abstand freigehalten ist, wenn der
Schließkörper (743) am Anschlag anliegt.
11. Kolbenlader nach einem der Ansprüche 9 oder
10, dadurch gekennzeichnet, daß die Federanordnung
einerseits am Arbeitskolben (712) und andererseits am
Schließkörper (743) angeordnete, in Hubrichtung des
Arbeitskolbens einen Abstand voneinander aufweisende
Mitnehmer (769, 791) umfaßt, zwischen denen ein Fe
derelement derart angeordnet ist, daß es bestrebt
ist, den Arbeitskolben und den Schließkörper (743) in
ihre eng benachbarte Stellung zu bewegen.
12. Kolbenlader nach einem der Ansprüche 9 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß die Federanordnung
(793) bei dem Abgasauslaß (28) benachbarter Endstel
lung des Arbeitskolbens (712) unter Bildung eines
Auslaßspaltes den Schließkörper (743) geringfügig vom
Abgasauslaß (28) abhebt.
13. Kolbenlader nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
oder 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schließkörper eine Drehklappe (43) ist, die um eine
den Abgasauslaß querende Achse (41) zwischen einer
Schließ- und einer Öffnungsstellung verschwenkbar ist.
14. Kolbenlader nach einem der Ansprüche 1, 3
oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schließkörper
(343) durch eine Feder (337) in einer den Abgasauslaß
(28) zumindest teilweise freigebenden Stellung entge
gen der Schließrichtung abgestützt ist.
15. Kolbenlader nach Anspruch 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem Schließkörper (343) und
dem Arbeitskolben (312) ein Anschlag (333) vorgesehen
ist, der geeignet ist, zwischen einer am Schließkör
per (343) ausgebildeten, dem Arbeitskolben (312)
zugewandten Kolbenfläche und dem Arbeitskolben einen
Abstand freizuhalten, und daß der Schließkörper durch
die ihn abstützende Feder (337) in Richtung auf den
Arbeitskolben (312) belastet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863625053 DE3625053A1 (de) | 1986-07-24 | 1986-07-24 | Durch die abgasimpulse einer verbrennungskraftmaschine antreibbarer kolbenlader |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863625053 DE3625053A1 (de) | 1986-07-24 | 1986-07-24 | Durch die abgasimpulse einer verbrennungskraftmaschine antreibbarer kolbenlader |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3625053A1 DE3625053A1 (de) | 1988-02-04 |
| DE3625053C2 true DE3625053C2 (de) | 1991-11-07 |
Family
ID=6305886
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863625053 Granted DE3625053A1 (de) | 1986-07-24 | 1986-07-24 | Durch die abgasimpulse einer verbrennungskraftmaschine antreibbarer kolbenlader |
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|---|---|---|---|---|
| US5540055A (en) * | 1995-01-24 | 1996-07-30 | Kee; Kum | Suction and exhaust connection device |
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|---|---|---|---|---|
| US1891510A (en) * | 1930-06-23 | 1932-12-20 | Tucker Diesel Motor Co Ltd | Two-cycle gas engine |
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| DE2139932A1 (de) * | 1971-08-10 | 1973-02-22 | Karl Schmieder | Durch auspuffgase betriebene foerderpumpe |
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1986
- 1986-07-24 DE DE19863625053 patent/DE3625053A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE3625053A1 (de) | 1988-02-04 |
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