DE3616844C2 - Führungs- und Dichtungsanordnung für die Kolbenstange eines Kolben-Zylinder-Aggregats - Google Patents
Führungs- und Dichtungsanordnung für die Kolbenstange eines Kolben-Zylinder-AggregatsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Führungs- und Dichtungsanordnung
für die Kolbenstange eines Kolben-Zylinder-Aggregats,
die im Durchdringungsbereich der Kolbenstange derart am
Zylinder lösbar festlegbar ist, daß sie die axial verschiebbare
Kolbenstange koaxial umschließt, mit einem
hülsenartigen Abdichtungskörper, der einenends eine ringförmige
Dichtungspartie und andernends, beabstandet zu
dieser, eine ringförmige Abstreifpartie aufweist, und mit
einer axial zwischen der Dichtungspartie und der Abstreifpartie
angeordneten, im Bereich des der Kolbenstange zugewandten
Innenumfanges des Abdichtkörpers festgelegten
Führungsbuchse.
Eine derartige Führungs- und Dichtungsanordnung geht aus
der DE 28 38 594 A1 hervor. Diese umfaßt einen einstückigen
hülsenartigen Abdichtkörper aus gummielastischem
Kunststoffmaterial mit stirnseitig angeformten Dichtlippen.
Die eine Dichtlippe fungiert als Dichtungspartie,
die andere als Abstreifpartie. Der Abdichtkörper fungiert
als Halterungsteil für eine aus geeignetem Lagermaterial
bestehende Führungsbuchse, die in den Abdichtkörper eingebettet
ist.
Die Führungsqualität der Führungsbuchse hängt entscheidend
von der Durchmesserabstimmung in bezug auf die Kolbenstange
ab. Allerdings führt eine zu enge Führung zu einer
erhöhten Reibung, wodurch die Oberfläche der Kolbenstange
Schaden nehmen kann. Auftretende Riefen führen zu Undichtigkeiten
im Bereich der Dichtungspartie und können sowohl
letztere als auch die Abstreifpartie beschädigen. Man hat
daher in der DE 28 38 594 A1 bereits vorgeschlagen, Material
mit besonders niedriger Gleitreibung für die Führungsbuchse
zu verwenden. Gleichwohl läßt sich auch bei
ausgesuchtesten Materialkombinationen die Reibung mit vertretbarem
Kostenaufwand nicht beliebig weit reduzieren,
ohne Einbußen bei der Führungsqualität hinnehmen zu
müssen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit
darin, eine Führungs- und Dichtungsanordnung der eingangs
genannten Art zu schaffen, die bei kostengünstiger Herstellung
eine beträchtliche Verschleißverringerung und
damit eine höhere Lebensdauer gewährleistet.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäß dem kennzeichnenden
Teil des Anspruches 1 vorgesehen, daß in der die Führungsbuchse
radial außen umgebende Partie des Abdichtkörpers
mehrere in Umfangsrichtung verteilt nebeneinander angeordnete,
mit Schmiermittel befüllbare Schmiermittel-Aufnahmekammern
ausgebildet sind, die jeweils in radialer
Richtung einerseits zum Außenumfang des Abdichtkörpers und
andererseits nach innen zur Außenumfangsfläche der Führungsbuchse
hin offen sind, und daß die Führungsbuchse aus
schmiermitteldurchlässig porösem Material besteht, das
einen ständigen Schmiermitteldurchtritt aus den Schmiermittel-
Aufnahmekammern zu der mit der Kolbenstange zusammenarbeitenden
Innenumfangsfläche der Führungsbuchse
ermöglicht.
Auf diese Weise bildet sich im Kontaktbereich zwischen der
Führungsbuchse und der Kolbenstange ein Schmiermittel aus,
der die Reibung zwischen diesen beiden relativ zueinander
bewegten Teilen erheblich reduziert. Die Schmiermittel-
Aufnahmekammern können vor der Erstmontage der Führungs-
und Dichtungsanordnung mit geeignetem Schmiermittel, insbesondere
Fett, gefüllt werden und bilden in der Folge ein
Schmiermittel-Reservoir, das den besagten Kontaktbereich
ständig mit einer Schmiermittelmenge versorgt, die die
Aufrechterhaltung des Schmierfilmes gewährleistet. Bedingt
durch den porösen Aufbau der Führungsbuchse erfolgt eine
gleichmäßige Schmiermittelverteilung über die gesamte
Innenumfangsfläche der Führungsbuchse, ohne daß es im
Bereich dieser Innenumfangsfläche zusätzlicher Nuten
bedürfte, die die Schmiermittelverteilung unterstützen.
Dadurch kann die gesamte Innenumfangsfläche der Führungsbuchse
an der Gleitlagerung der Kolbenstange teilhaben.
Der poröse Aufbau der Führungsbuchse hat des weiteren den
Effekt, daß das gespeicherte Schmiermittel auf Grund der
feinen Poren nicht zu schnell ausfließt, so daß der
Schmiermittelvorrat sehr lange hält und die Kolbenstange
nicht unnötig stark verfettet wird. Auch ein gewisser
Kapillareffekt ist durch den feinporigen Aufbau zu beobachten,
so daß auch bei ungünstiger Einbaulage des Kolben-
Zylinder-Aggregats rundum eine optimale Schmiermittelzufuhr
erfolgt. Der kammerartige Aufbau der Schmiermittelaufnahmen
trägt bei alledem dazu bei, daß der Abdichtkörper
durch die zwischen den einzelnen Aufnahmekammern
verlaufenden Materialstege fest zusammengehalten wird, so
daß die Führungs- und Dichtungsanordnung weiterhin eine
einfach handhabbare Baueinheit darstellt.
Zwar geht aus der US 2 595 592 bereits eine Führungs- und
Dichtungsanordnung für den hin und her gehenden Kolben
einer Pumpe hervor, bei der von außen her Schmiermittel
zugeführt wird, um im Gleitbereich eine Schmierung zu
erhalten. Man hat hier allerdings auf radiale Bohrungen
als Schmiermittelkanäle zurückgegriffen. Dadurch gelangt
das Schmiermittel nicht unmittelbar an alle relevanten
Bereiche der Innenumfangsfläche der Führungsbuchse. Es
gelangt vielmehr zunächst in eine zentrale Ölnut, von wo
aus es sich bei der Axialbewegung des Kolbens verteilt.
Aus der DE-GM 80 20 524 gehen Gleitlager für Wellen hervor,
bei denen bereits Schmiermittel-Aufnahmekammern
vorhanden sind. Diese Schmiermittel-Aufnahmekammern sind
allerdings zu dem zu schmierenden Teil hin gänzlich offen
und dienen nicht dem Zweck, eine poröse Führungsbuchse zu
speisen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen aufgeführt.
Die Führungs- und Dichtungsanordnung gemäß Anspruch 2 läßt
sich im demontierten Zustand des Abdichtkörpers leicht mit
Schmiermittel befüllen und ist im übrigen verhältnismäßig
einfach zu fertigen.
Die Weiterbildung gemäß Anspruch 3 gewährleistet eine gute
Verteilung des Schmiermittels über den Umfang der Führungsbuchse.
Entsprechendes gilt auch für die Weiterbildungen
der Ansprüche 4 und 5.
Bei der Weiterbildung gemäß Anspruch 8 ist sowohl eine
gute Dicht- und Abstreifwirkung als auch eine elastische
Aufhängung der Führungsbuchse im Abdichtkörper gewährleistet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden
Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigt
Fig. 1 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Kolben-Zylinder-Aggregates in vergrößerter
Ausschnittsdarstellung des Durchdringungs
bereiches von Kolbenstange und Zylinder im
Längsschnitt gemäß Schnittlinie I-I aus
Fig. 2,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Führungs- und Dichtungs
anordnung aus Fig. 1 gemäß Schnittlinie II-II
aus Fig. 1 und
Fig. 3 einen Querschnitt durch das erfindungsgemäße
Kolben-Zylinder-Aggregat gemäß Schnittlinie III-III
aus Fig. 2.
In den Figuren ist in Teilen ein Kolben-Zylinder-Aggregat ab
gebildet und man erkennt den einen stirnseitigen Endbereich
eines Zylinders 3, der hier mit einem Zylinderdeckel 4 ver
schlossen ist. Im Zylinder 3 befindet sich ein Kolben 5, an
dem koaxial eine Kolbenstange 6 angebracht ist, die in Längs
richtung des Zylinders 3 verläuft und den Zylinderdeckel 4
nach außen zur Umgebung hin durchdringt. Im Durchdringungs
bereich von Zylinder 3 und Kolbenstange 6, der nachfolgend
noch näher betrachtet wird, befindet sich eine Führungs-
und Dichtungsanordnung 7, zur Führung und Abdichtung der
Kolbenstange 8 gegenüber dem Zylinder 3.
Die Führungs- und Dichtungsanordnung 7 enthält einen im
wesentlichen hülsenförmigen, vorzugsweise aus Kunststoff
material bzw. Material mit gummielastischen Eigenschaften
bestehenden Abdichtkörper 8. Dieser sitzt in einer zylin
drischen Halterungsausnehmung 9 ein, die den Zylinderdeckel 4
in Axialrichtung durchdringt und seinerseits von der Kolben
stange 6 unter Beibehaltung radialen Spieles durchzogen
wird. An seinem dem Zylinderinnern 14 zugewandten axialen
Stirnbereich weist der Abdichtkörper 8 eine Dichtungspartie 15
auf und an seinem entgegengesetzten, nach außen weisenden
Stirnbereich eine Abstreifpartie 16; beide Partien umschließen
die Kolbenstange 6 koaxial und sind im axialen Abstand zuein
ander angeordnet. Die Dichtungspartie 15 hat dafür zu sorgen,
daß das Zylinderinnere 14 gasdicht gegenüber der Umgebung ab
geschlossen ist und die Aufgabe der Abstreifpartie 16 be
steht darin, evtl. an der außerhalb des Zylinders befindlichen
Kolbenstangenpartie anhaftende Schmutzpartikel od.dgl. beim
Einfahren der Kolbenstange 6 von dieser abzustreifen.
Zusätzlich zu seinen Abdichtfunktionen führt der Abdicht
körper 8 eine Halterungsfunktion aus, indem er eine ebenfalls
zur Führungs- und Dichtungsanordnung 7 gehörende Führungs
buchse 17 im Bereich seiner der Kolbenstange 6 zugewandten
Innenseite trägt, mittels der die Kolbenstange 6 gegenüber
dem Zylinder 3 im Durchdringungsbereich verschiebbar ge
führt ist. Die Führungsbuchse 17 liegt mit ihrer Innen
umfangsfläche 18 mit Gleitspiel am Außenumfang der Kolben
stange 6 an und ist über den Abdichtkörper 8, der lösbar am
Zylinderdeckel 4 befestigt ist, gegenüber dem Zylinder 3
in Axialrichtung praktisch unverschieblich fixiert.
Die Führungsbuchse 17 ist schmiermitteldurchlässig ausge
bildet und steht mit ihrer Außenumfangsfläche 19 bzw. einem
Teil hiervon in stetiger Verbindung mit mindestens einem,
beim Ausführungsbeispiel mehreren Schmiermittelaufnahme
kammern 20, die im Abdichtkörper 8 vorgesehen sind. Jene
sind mit Schmiermittel, insbesondere mit Fett, befüllbar,
das im Betrieb des Kolben-Zylinder-Aggregates die schmier
mitteldurchlässige Führungsbuchse 17 im wesentlichen in
Radialrichtung zur Kolbenstange 6 hin durchdringt und sich
im Bereich der Innenumfangsfläche 18 der Führungsbuchse 17
unter Bildung eines Gleit- Schmierfilmes gleichmäßig ver
teilt. Die Führungsbuchse 17 und die Kolbenstange 6 bilden
also eine geschmierte Gleitlager-Paarung, die sich durch
extreme Verschleißarmut auszeichnet, da kontinuierlich
Schmiermittel zugeführt wird.
Die Halterungsausnehmung 9 im Zylinderdeckel 4 ist mehr
mals abgestuft. Sie besteht aus einem äußeren ersten längeren zylindri
schen Abschnitt 21, an den sich über eine Ringstufe 22 ein
kürzerer zylindrischer Abschnitt 23 mit etwas geringerem
Durchmesser anschließt. Auch dieser Abschnitt 23 endigt mit
einer Ringstufe 24 in der Nähe des Zylinderinnenraumes 14.
Die Kolbenstange 6 ist also im Durchdringungsbereich des
Zylinderdeckels 4 von einem abgestuften Ringraum umgeben.
Der Abdichtkörper 8 weist zwischen seiner Dichtungspartie
15 und seiner Abstreifpartie 16 eine hohlzylindrische Mittel
partie 25 mit kreiszylindrischem Außenumfang auf, deren
Außendurchmesser im wesentlichen dem Durchmesser des Aus
nehmungsabschnittes 21 entspricht. Der Übergang von der Mittel
partie 25 zur Dichtungspartie 15 ist außen in Gestalt einer
Ringstufe 29 vorgenommen, die komplementär zur Ringstufe 22
der Ausnehmung 9 ausgebildet ist, so daß sie im eingesteckten
Zustand der Führungs- und Dichtungsanordnung zur Begrenzung
deren Einbautiefe an dieser Ringstufe 22 zur Anlage kommt.
Beim Ausführungsbeispiel befinden sich die Schmiermittel-
Aufnahmekammern in der eben erwähnten Mittelpartie 25,
deren Länge im wesentlichen derjenigen der Führungsbuchse
17 entspricht, die von der Mittelpartie 25 koaxial umgeben
ist. Die Aufnahmekammern 20 sind in Umfangsrichtung der
Mittelpartie 25 verteilt nebeneinander angeordnet und ihre
der Kolbenstange 6 zugewandten Kammerwände 31 sind von der
Außenoberfläche 19 der Führungsbuchse 17 gebildet, so daß
das in den Kammern enthaltene Schmiermittel in direktem
Kontakt mit der Führungsbuchse 17 stehen kann. Die in Axial
richtung sowie in Umfangsrichtung weisenden Wände der Schmier
mittelaufnahmekammern 20 sind von den Begrenzungswänden 32
von Radialdurchbrechungen 33 gebildet, die den Abdichtkörper
8 in Radialrichtung vollständig durchziehen und einerseits
an seinem mit der Führungsbuchse 17 in Kontakt stehenden
Innenumfang sowie andererseits am Außenumfang der Mittel
partie 25 ausmünden. Im montierten Zustand der Führungs-
und Dichtungsanordnung 7, wie es in den Figuren abge
bildet ist, wird die radial nach außen zeigende Kammerwand
der einzelnen Schmiermittel-Aufnahmekammern 20 von einer
zylinderseitigen Abdeckfläche 34 verschlossen, die von der
Oberfläche des zylindrischen Ausnehmungsabschnittes 21 ge
bildet ist.
Die Durchbrechungen 33 sind in Gestalt von Langlöchern ausge
bildet, die in Umfangsrichtung nebeneinander parallel und
in Abstand zueinander angeordnet sind und deren Länge etwas
geringer ist als die Länge der Führungsbuchse 17, so daß
sichergestellt ist, daß das Schmiermittel lediglich auf die
Außenumfangsfläche der Führungsbuchse gelangen kann.
Beim Ausführungsbeispiel besteht der Abdichtkörper 8 voll
ständig aus Kunststoffmaterial mit gummielastischen Eigen
schaften und die Führungsbuchse 17 sitzt in einer Umfangs
nut 30 ein, die im Bereich der Mittelpartie 25 in die Innen
umfangsfläche des Abdichtkörpers 8 eingelassen ist. Die Führungs
buchse 17 kann hierbei in die Umfangsnut 30 eingeknüpft sein,
vorzugsweise bildet sie jedoch ein sogenanntes Einlegeteil,
das bei der Herstellung der Gesamtanordnung mit dem
Kunststoffmaterial des Abdichtkörpers 8 umspritzt bzw. umgossen
worden ist. Hier ist also die Führungsbuchse 17 in den Abdicht
körper 8 eingebettet und bildet zusammen mit diesem ein einziges,
gemeinsam zu montierendes bzw. zu demontierendes Bauteil, das
somit gut handzuhaben ist.
Die erfindungsgemäße Führungs- und Dichtungsanordnung sitzt
mit Gleitspiel oder mit einer geringen Übergangspassung in
der Halterungsausnehmung ein und ist in diese leicht einsteck
bar und leicht aus dieser herausziehbar. Dies ist von Vorteil,
wenn die Schmiermittel-Aufnahmekammern 20 bei evtl. durch
Schmiermittelverbrauch erfolgter Entleerung einer erneuten
Befüllung bedürfen. Hier braucht die Führungs- und Dichtungs
anordnung 7 lediglich aus der Halterungsausnehmung 9 heraus
gezogen werden, und schon sind die Aufnahmekammern 20 zugänglich,
die nun mit relativ dickflüssigem Schmiermittel randvoll ge
füllt werden können. Nach erfolgter Füllung wird die Anordnung
wieder in die Ausnehmung 9 zurückgeschoben, bis die beiden
Ringstufen 22, 29 aneinander zur Anlage kommen, wobei gleich
zeitig die Kammern 20 durch die Ausnehmungswand nach außen abge
schlossen werden.
Die axiale Fixierung der Führungs- und Dichtungsanordnung 7
erfolgt durch unverschiebbares Festlegen des Abdichtkörpers 8
mittels eines Sperrorganes 35, das beim Ausführungsbeispiel
ein federnder Drahtring ist, der in eine Umfangsnut im nach
außen gewandten Stirnbereich der Ausnehmung 9 einsitzt. Er
ragt dabei mit einem Abschnitt seiner Mantelfläche radial
nach innen in die Ausnehmung 9 vor und bildet damit einen
Anschlag für den Abdichtkörper 8 der zwischen dem
Sperrorgan 35 und der Ringstufe 22 axial unverschieblich fest
sitzt.
Um der Führungsbuchse 17 schmiermitteldurchlässige Eigen
schaften zu verleihen, ist diese mit einer Vielzahl von Durch
gangslöchern versehen, die die Schmiermittel-Aufnahmekammern
20, d.h. die Bereiche der Durchbrechungen 33, mit der Innen
umfangsfläche 18 der Führungsbuchse 17 verbinden, so daß das
Schmiermittel hindurchtreten kann. Diese Durchgangslöcher
können als Bohrungen ausgebildet sein, vorteilhafterweise
werden sie jedoch, wie dies auch beim Ausführungsbeispiel
der Fall ist, von Werkstoffporen gebildet. Hierzu besteht
die Buchse 17 aus porösem Material, und zwar Sintermaterial.
Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, hier Sinter
bronze zu verwenden, die sich einmal durch hohe Porösität
und zum anderen durch Verschleißarmut auszeichnet. Durch
die Verwendung porösen Materials ergibt sich gegenüber Ein
zellöchern der Vorteil, das praktisch eine gleichmäßige Schmier
mittelzufuhr über den gesamten Innenumfang der Führungsbuchse
erreicht wird, während dies bei einzelnen Löchern nur lokal
der Fall wäre.
Der beim Ausführungsbeispiel verwendete Abdichtkörper hat
eine besonders vorteilhafte Gestalt. So besitzt er im Bereich
der Dichtpartie 15 zwei koaxial zueinander angeordnete Lippen
36, 37, deren eine Lippe 36 eine Dichtlippe bildet, die aus
gehend vom axialen Endbereich der Mittelpartie 25 schräg zum
Zylinderinnern 14 und zur Kolbenstange 6 hin verläuft. Sie
ist also in Gestalt der Mantelfläche eines Kegelstumpfes ge
formt. Die zweite Lippe 37 umgibt die Dichtlippe 36 unter
radialem Spiel und ragt ebenfalls vom Bereich der Mittelpartie
25 aus in Richtung zum Zylinderinnern 14. Sie bildet praktisch
einen hohlzylindrischen Rand, der an der Ringstufe 29 beginnt
und mit seinem Außenumfang am Ausnehmungsabschnitt 23 bündig
anliegt. Im Querschnitt gesehen, erhält damit die Dichtpartie
15 eine U- bzw. V-förmige Kontur, wobei die Dichtlippe 36 gegen
die Kolbenstange 6 und die Lippe 37 gegen den Zylinderdeckel
4 abdichtet.
Die Abstreifpartie 16 besteht im wesentlichen aus einer ein
zigen Abstreiflippe 38, die sich ausgehend vom zugewandten
Endbereich der Mittelpartie 25 nach außen und zur Kolben
stange 6 erstreckt, die sie umschließt. Der Übergangsbe
reich von der Dichtlippe 18 zur Mittelpartie 25 (bei 39)
ist abgestuft, und diese Stufe wirkt mit dem Sperrorgan 35
zur Fixierung zusammen.
Man kann sich nach alledem den Abdichtkörper 8 entstanden
denken aus einem die Abstreifpartie 16 enthaltenden
Abstreifring und einem die Dichtpartie 15 enthaltenden
Dichtring, welche beiden Ringe koaxial und in axial gemessenem
Abstand zueinander angeordnet sind und die mittels in Zylinder
längsrichtung verlaufenden und in Umfangsrichtung mit Abstand
zueinander angeordneten Stegen 40 einstückig miteinander ver
bunden sind. Die Räume zwischen den Stegen und den beiden Ringen
bilden die Schmiermittel-Aufnahmekammern.
Anzumerken sei noch, daß zwischen dem freien axialen Stirn
bereich der Lippe 37 und der dieser gegenüberliegenden Ring
stufe 24 am Zylinderdeckel 4 axiales Spiel vorhanden ist,
so daß zum einen die Lippe 37 nicht beschädigt wird und daß
zum anderen vom Zylinderinnern 14 her Luft eindringen kann,
die die Lippe 37 zur besseren Abdichtung gegen den Wandab
schnitt 23 pressen kann.
Insbesondere in Fig. 1 erkennt man ohne weiteres einen weiteren
Vorteil der erfindungsgemäßen Führungs- und Dichtungsanordnung.
Die Führungsbuchse 17 ist über den Abdichtkörper 8 elastisch
nachgiebig am Zylinder 3 aufgehängt, so daß er sich mühelos
an die Lage der Kolbenstange 6 anpassen kann, insbesondere
derart, daß seine Längsachse und die Längsachse der Kolben
stange zusammenfallen. Auf diese Weise erhält man eine sichere
präzise und verschleißfreie Führung.
An dieser Stelle soll auf ein nicht dargestelltes Ausführungs
beispiel hingewiesen werden, bei dem sich entlang dem Außen
umfang der Führungsbuchse ein Ringarm erstreckt, der ent
weder in der Führungsbuchse 17 oder im Abdichtkörper ausge
nommen sein kann - oder in beiden Teilen jeweils am Teil - und dessen nach innen zur Kolbenstange
weisende Umfangswand von der Außenoberfläche der Führungs
hülse gebildet ist. Dieser Ringraum steht mit einer Schmier
mittel-Aufnahmekammer in direkter Verbindung oder bildet
diese selbst, so daß die Führungsbuchse entlang ihres ge
samten Außenumfanges gleichmäßig mit Schmiermittel benetzt
wird.Bei diesem Ausführungsbeispiel bietet es sich besonders
an, in der Wandung des Zylinderdeckels einen Schmiermittel
kanal auszubilden, der mit dem Ringraum in Verbindung steht
und andererseits an einen Schmiernippel angeschlossen ist,
so daß ohne Ausbau der Führungs- und Dichtungsanordnung ein
Schmiermittelnachschub erfolgen kann.
Claims (8)
1. Führungs- und Dichtungsanordnung für die Kolbenstange eines
Kolben-Zylinder-Aggregats, die im Durchdringungsbereich der Kolbenstange
(6) derart am Zylinder (3) lösbar festlegbar ist, daß
sie die axial verschiebbare Kolbenstange (6) koaxial umschließt,
mit einem hülsenartigen Abdichtkörper (8), der einenends eine
ringförmige Dichtungspartie (15) und andernends, beabstandet
zu dieser, eine ringförmige Abstreifpartie (16) aufweist, und
mit einer axial zwischen der Dichtungspartie (15) und der Abstreifpartie
(16) angeordneten, im Bereich des der Kolbenstange
(6) zugewandten Innenumfanges des Abdichtkörpers (8)
festgelegten Führungsbuchse (17), dadurch gekennzeichnet, daß
in der die Führungsbuchse (17) radial außen umgebenden Partie
(25) des Abdichtkörpers (8) mehrere in Umfangsrichtung verteilt
nebeneinander angeordnete, mit Schmiermittel befüllbare
Schmiermittel-Aufnahmekammern (20) ausgebildet sind, die jeweils
in radialer Richtung einerseits zum Außenumfang des
Abdichtkörpers (8) und andererseits nach innen zur Außenumfangsfläche
(19) der Führungsbuchse (17) hin offen sind, und
daß die Führungsbuchse (17) aus schmiermitteldurchlässig porösem
Material besteht, das einen ständigen Schmiermitteldurchtritt
aus den Schmiermittel-Aufnahmekammern (20) zu der mit
der Kolbenstange (6) zusammenarbeitenden Innenumfangsfläche
(18) der Führungsbuchse (17) ermöglicht.
2. Führungs- und Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schmiermittel- Aufnahmekammern (20)
im am Zylinder (3) festgelegten Zustand der Führungs- und
Dichtungsanordnung an ihrer der Führungsbuchse (17) entgegengesetzte
Außenseite von einer zylinderseitigen Abdeckfläche
(34) abgedeckt und verschlossen sind, die von der Innen-Umfangsfläche
einer im Durchdringungsbereich von Kolbenstange
(6) und Zylinder (4) vorgesehenen zylindrischen Halterungs-
Ausnehmung (9) gebildet ist.
3. Führungs- und Dichtungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schmiermittel-Aufnahmekammern
(20) die Gestalt von Längsschlitzen oder Langlöchern haben,
die jeweils in Längsrichtung des Abdichtkörpers (8) verlaufen.
4. Führungs- und Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß radial zwischen den Schmiermittel-
Aufnahmekammern (20) und der Außenumfangsfläche (19)
der Führungsbuchse (17) ein sich in Umfangsrichtung der Führungsbuchse
(17) erstreckender Ringraum vorgesehen ist, der radial
innen von der Außenumfangsfläche (19) der Führungsbuchse (17)
begrenzt ist und radial außen mit den Schmiermittel-Aufnahmekammern
(20) in Verbindung steht.
5. Führungs- und Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die in Längsrichtung des
Abdichtkörpers (8) gemessene Abmessung einer jeweiligen Schmiermittel-
Aufnahmekammer (20) geringer ist als die Länge der Führungsbuchse
(17).
6. Führungs- und Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbuchse (17)
in einer in der Innenumfangsfläche des Abdichtungskörpers (8)
vorgesehenen Umfangsnut (30) einsitzt.
7. Führungs- und Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbuchse (17)
ein in den Abdichtkörper (8) eingebettetes Einlegeteil ist.
8. Führungs- und Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abdichtkörper (8) aus
elastisch nachgiebigem Kunststoffmaterial besteht.
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