DE3600659A1 - Uebungsgeraet - Google Patents
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Übungsgerät, insbesondere für die
Wirbelsäule des Menschen, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
Ein solches Übungsgerät kann über den Boden oder entlang einer
Wand gerollt (gewälzt) werden, indem sich der Übende mit sei
nem Bauch oder Rücken an der der Auflagefläche gegenüber
liegenden Seite des Wälzkörpers abstützt und durch Arm- und/
oder Beinbewegungen seinerseits mit seinem Körper auf den
Wälzkörper eine Abrollbewegung ausübt, die den Wälzkörper be
züglich seiner Auflagefläche antreibt. Der Wälzkörper bewegt
sich also durch Abrollen auf seiner Auflagefläche in die glei
che Richtung, in die sich der Körper des Übenden bewegt.
Gleichzeitig rollt der Wälzkörper am Körper des Übenden ab, so
daß sich der Übende bezüglich der Auflagefläche schneller be
wegt als der Wälzkörper. Die Reibung zwischen dem Wälzkörper
und der Auflagefläche sowie zwischen dem Körper des Übenden
und dem Wälzkörper sind ausreichend groß um Gleitbewegungen
zwischen dem Übenden, dem Wälzkörper und der Auflagefläche zu
vermeiden. Ein solches Übungsgerät ist aus dem deutschen Ge
brauchsmuster 81 25 433 bekannt, es stärkt die Muskulatur und
verbessert die Blutzirkulation des Übenden; dieser bekannte
kreiszylindrische Wälzkörper ist als Hohlkörper ausgebildet
und weist eine gerade, achsparallele Mantelfläche auf; er hat
den Nachteil, daß mit ihm eine spürbare Stärkung der Rücken
muskulatur und insbesondere der beidseitig der Wirbelsäule an
geordneten Rückenlängsmuskeln (lange Rückenmuskel) kaum er
zielbar ist.
Ein anderes Übungsgerät zur Stärkung der Rückenmuskulatur ist
aus der deutschen Offenlegungsschrift 21 45 864 bekannt und
besteht aus einer Rolle mit einem Durchmesser von etwa 10 cm
und einem dünnen elastischen Überzug, wobei die Länge der Rol
le etwa der Körperbreite entspricht und an den Rollenenden
zwei Räder von etwas größerem Durchmesser als die Rolle dreh
bar befestigt sind. Dieses Übungsgerät hat den gleichen Nach
teil wie das weiter oben beschriebene, wobei die Drehbarkeit
der beiden Räder bezüglich der Rolle ebenfalls von Nachteil
ist, da sie das gewünschte Abrollen der Rolle vom Kreuz bis
zum Nacken des Übenden erheblich erschwert.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Übungsgerät der eingangs genannten Art zu schaffen, das eine
Stärkung der Rückenmuskulatur und insbesondere der Wirbelsäu
lenmuskulatur sowie speziell der Rückenlängsmuskeln gewähr
leistet.
Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Übungsgerät mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Durch das erfindungsgemäße Übungsgerät wird ein verstärkter
Druck auf die Rückenlängsmuskulatur ausgeübt und dadurch ein
verbesserter Massage- und Stärkungseffekt erzielt, ohne die
Wirbelknochen und Bandscheiben zu überlasten. Die Wirbel
knochen und Bandscheiben werden bei Übungen nur sehr behutsam
und ausschließlich durch die Muskulatur, nicht aber unmittel
bar durch das Übungsgerät bewegt.
Bei der praktischen Ausführungsform der Erfindung ist der
Querschnitt der umlaufenden Vertiefung zumindest so groß ge
wählt, daß er auch relativ weit vorstehende Dornfortsätze der
Wirbel des Übenden aufnehmen kann, während die Rückenlängsmus
keln auf den umlaufenden Auflageflächen seitlich der umlaufen
den Vertiefung aufliegen.
Die Stärkung der Rückenlängsmuskulatur kann weiterhin verbes
sert werden, wenn gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfin
dung die beiden umlaufenden Auflageflächen des Wälzkörpers be
züglich der angrenzenden Flächen erhaben sind.
Ein die Wirbelsäule und insbesondere die Bandscheiben beson
ders schonendes Training der Rückenmuskulatur wird gemäß einer
anderen Weiterbildung der Erfindung dadurch erreicht, daß die
beiden umlaufenden Auflageflächen zu der umlaufenden Vertie
fung hin fallend geneigt sind.
Wenn gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung die Man
telfläche des Wälzkörpers insgesamt konkav geformt ist, wird
der Trainingseffekt verbessert und der Rücken den Übenden ins
gesamt vor Überanstrengungen geschützt. Außerdem wird dadurch
der Umfang der Wälzfläche des Wälzkörpers bezüglich der ver
wendeten Auflagefläche größer als der Umfang der Wälzfläche
bezüglich des Körpers des Übenden. Dementsprechend muß der
Übende sich über eine längere Distanz bewegen um zwischen Ge
säß und Nacken auf dem Wälzkörper abzurollen, als dies bei ei
nem parallelzylindrischen Wälzkörper der Fall wäre. Dies hat
sich vor allem in Verbindung mit einer ortsfesten Reckstange,
an der sich der Übende festhalten kann, als besonders vorteil
haft erwiesen.
Die vorgenannten, erfindungsgemäß zu verwendenden Bauteile un
terliegen in ihrer Größe, Formgestaltung, Materialauswahl und
technischen Konzeptionen keinen besonderen Ausnahmebedingung
en, so daß die in dem jeweiligen Anwendungsgebiet bekannten
Auswahlkriterien uneingeschränkt Anwendung finden können.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes
der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der zugehörigen Zeichnung, in der eine bevorzugte Ausführungs
form eines erfindungsgemäßen Übungsgerätes dargestellt ist. ln
der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 das Übungsgerät in Seitenansicht;
Fig. 2 dasselbe Übungsgerät im axialen Längsschnitt sowie
Fig. 3 dasselbe Übungsgerät im Gebrauchszustand in stirnsei
tiger Ansicht.
Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, besteht das Übungsgerät
aus einem zylindrischen Wälzkörper 1 aus starrem Material, wie
Holz, Metall, Kunststoff oder dergleichen, der über eine Auf
lagefläche 2 wie den Boden - etwa eines Raumes - durch den
Übenden 3 in Abrollrichtung 4 (Fig. 3) abrollbar ist. Der
Wälzkörper 1 weist eine ihn auf seinem Umfang geschlossen um
laufende Vertiefung 5 und beidseitig der umlaufenden Vertie
fung 5 je eine den Wälzkörper 1 geschlossen umlaufende Aufla
gefläche 6, 6′ für den Übenden 3 auf. Der Querschnitt der um
laufenden Vertiefung 5 weist zumindest die zur Aufnahme der in
Fig. 1 mit 7 angedeuteten Dornfortsätze der Wirbel des Üben
den 3 erforderliche Größe auf. Die beiden umlaufenden Aufla
geflächen 6 und 6′ des Wälzkörpers 1 sind bezüglich der an sie
angrenzenden Flächen erhaben und bevorzugt zu der umlaufenden
Vertiefung 5 hin fallend geneigt. Die Mantelfläche 8 des
Wälzkörpers 1 ist insgesamt konkav geformt, so daß sich der
Rücken des Übenden 3 an der Mantelfläche 8 breitflächig ab
stützen kann wobei im Bereich der Auflageflächen 6, 6′ ver
gleichsweise große Kräfte auf die Rückenlängsmuskel 8, 8′ des
Übenden ausgeübt werden.
Die Mantelfläche 8 des Wälzkörpers 1 ist ausschließlich an den
beiden Stirnenden als Wälzflächen 10, 10′ bezüglich der ver
wendeten Auflagefläche 2 ausgebildet.
Gemäß Fig. 2 sind die Wälzflächen 10, 10′ mit einem elastisch
komprimierbaren Material 11 zum Beispiel Hartgummi beschich
tet, so daß kleinere Unebenheiten in der Auflagefläche 2 aus
geglichen bzw. eine Beschädigung der Auflagefläche 2 vermieden
wird. Der übrige Bereich der Mantelfläche 8 des Wälzkörpers 1
ist mit einem weicheren komprimierbaren Material, z. B. mit
Moosgummi 12 beschichtet, auf dem der Übende 3 hinreichend
weich aufliegt.
In den Stirnbereichen des Wälzkörpers 1 können axiale Ausneh
mungen 13, 13′ vorgesehen sein, die der Gewichtsverminderung
oder zur Aufnahme eines Traggriffes oder als Griffmulde für
die Hände des Übenden dienen können, wenn dieser mit dem
Übungsgerät noch andere gymnastische oder Kraftübungen aus
führt.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, wird das Übungsgerät bevorzugt in
Kombination mit einer ortsfesten Reckstange 14 verwendet, die
z.B. in bekannter Weise in einen Türrahmen eingespreizt sein
kann. Die Höhe der Reckstange über der Auflagefläche 2 wählt
der Übende selbst, und zwar derart, daß er auf dem Wälzkörper
1 liegend mit gestreckten oder angewinkelten Armen die Aufla
gekraft seines Rückens auf dem Wälzkörper 1 selbst regulieren
kann. lnsbesondere wird der Übende zu Beginn der Übung den
Rücken mittels seiner Arme und der Reckstange möglichst weit
gehend entlasten und die Übungen in diesem teilentlasteten Zu
stand ausführen, bis sich seine Rückenverspannungen gelöst ha
ben. Je wärmer und weicher die Muskulatur aufgrund der Übung
geworden ist, umso mehr wird der Übende sein Körpergewicht auf
den Wälzkörper 1 übertragen, bis er schließlich seine Arme
völlig entlastet und mit seinem vollen Körpergewicht auf dem
Wälzkörper 1 liegend seine Übungen ausführt.
Die wesentliche Übung besteht darin, vom Nacken bis zum Gesäß
und umgekehrt über den Wälzkörper und mit diesem über die Auf
lagefläche 2 zu rollen, wobei die Rückenmuskulatur in der ei
nen Bewegungsrichtung, nämlich wenn sich der Wälzkörper vom
Nacken zum Gesäß verlagert, angespannt wird, während bei der
umgekehrten Bewegungsrichtung der Rolle vom Gesäß zum Nacken
die Muskulatur bevorzugt entspannt wird. Dadurch wird bei der
ersten Bewegungshälfte ein Trainings- und bei der zweiten Be
wegungshälfte ein Massageeffekt erzielt.
Mit dem erfindungsgemäßen Übungsgerät wird in relativ kurzer
Zeit ein ungewöhnlich großer Trainingserfolg erzielt, z.B.
konnten die Schmerzen aufgrund völlig verschlissener Band
scheiben ohne Medikamente allein durch Training mit dem
Übungsgerät beseitigt werden.
- Bezugszeichenliste:
1 Wälzkörper
2 Auflagefläche
3 Übender
4 Abrollrichtung
5 Vertiefung
6 Auflagefläche
6′ Auflagefläche
7 Dornfortsätze
8 Mantelfläche
9 Rückenlängsmuskel
9′ Rückenlängsmuskel
10 Wälzfläche
10′ Wälzfläche
11 Beschichtung
12 Beschichtung
13 Ausnehmung
13′ Ausnehmung
14 Reckstange
Claims (9)
1. Übungsgerät, bestehend aus einem zylindrischen, von dem
Übenden (3) durch eine wälzende Körperbewegung in Abroll
richtung (4) antreibbaren und über eine Auflagefläche (2),
wie eine Wand oder den Boden, rollbaren Wälzkörper (1) aus
starrem Material,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wälzkörper (1) eine ihn auf seinem Umfang ge
schlossen umlaufende Vertiefung (5) und beidseitig der um
laufenden Vertiefung (5) je eine den Wälzkörper (1) ge
schlossen umlaufende Auflagefläche (6 und 6′) für den
Übenden (3) aufweist.
2. Übungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Querschnitt der umlaufenden Vertiefung (5) zumindest
die zur Aufnahme der Dornfortsätze (7) der Wirbel des
Übenden (3) erforderliche Größe aufweist.
3. Übungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die beiden umlaufenden Auflageflächen (6 und 6′)
des Wälzkörpers (1) bezüglich der angrenzenden Flächenbe
reiche der Mantelfläche (8) des Wälzkörpers (1) erhaben
sind.
4. Übungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die beiden umlaufenden Auflageflächen (6
und 6′) zu der umlaufenden Vertiefung (5) hin fallend ge
neigt sind.
5. Übungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Mantelfläche (8) des Wälzkörpers (1)
insgesamt konkav geformt ist.
6. Übungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Mantelfläche (8) des Wälzkörpers (1)
ausschließlich an dessen beiden Stirnenden als Wälzflächen
(10, 10′) bezüglich der verwendeten Auflagefläche (2) aus
gebildet ist.
7. Übungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Mantelfläche (8) des Wälzkörpers (1)
mit elastisch komprimierbarem Material (11, 12) beschich
tet ist.
8. Übungsgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das elastische Beschichtungsmaterial im Bereich der Kon
taktflächen mit dem Körper des Übenden (3) weicher als im
Bereich der Kontaktflächen mit der verwendeten Auflage
fläche (2) ist.
9. Übungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeich
net durch axiale Ausnehmungen (13, 13′) zumindest in den
Stirnbereichen des Wälzkörpers (1).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19863600659 DE3600659A1 (de) | 1986-01-13 | 1986-01-13 | Uebungsgeraet |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3600659A1 true DE3600659A1 (de) | 1987-07-16 |
| DE3600659C2 DE3600659C2 (de) | 1990-10-04 |
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ID=6291705
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863600659 Granted DE3600659A1 (de) | 1986-01-13 | 1986-01-13 | Uebungsgeraet |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3600659A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1989003667A1 (fr) * | 1987-10-20 | 1989-05-05 | Nemeth Miklos | Appareil cylindrique de gymnastique et de physiotherapie |
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|---|---|---|---|---|
| DE19722835C2 (de) * | 1997-05-30 | 2000-07-13 | Lars Rohlf | Multiples Turn- und Spielgerät |
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| FR2083711A5 (de) * | 1970-03-10 | 1971-12-17 | Morini Jean | |
| DE2145864A1 (de) * | 1971-09-14 | 1973-03-22 | Ulrich Dr Med Cegla | Trainingsrolle fuer ruecken- und bauchmuskulatur |
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1986
- 1986-01-13 DE DE19863600659 patent/DE3600659A1/de active Granted
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE3600659C2 (de) | 1990-10-04 |
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