DE3539279A1 - Zuender fuer ein fallschirm- oder bandstabilisiertes bomblet - Google Patents
Zuender fuer ein fallschirm- oder bandstabilisiertes bombletInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Zünder für ein fallschirm- oder
bandstabilisiertes Bomblet einer Artilleriegranate mit Aufschlagzünder
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Aus dem DE-GM 84 37 159. ist ein Zünder für ein Bomblet einer Artillerie
granate bekannt, bei dem zwei voneinander unabhängige Entsicherungskri
terien vorliegen. Diese bestehen darin, daß ein, einen Detonator ent
haltender Schieber durch den Verband der Bomblets untereinander gesichert
ist und erst dann entsichert wird, wenn der Verband aufgelöst ist und
eine ausreichende Luftanströmung zum Antrieb eines Hebels vorliegt, der
den Schieber in Scharfstellung bringt.
Bei Aufschlag auf einem Ziel zündet ein Aufschlagzünder die Sprengladung.
Wird jedoch das Ziel verfehlt, so daß das Bomblet auf den relativ weichen
Untergrund, wie Ackerboden, Feld, aufschlägt, so reicht der Stoßimpuls
in der Regel nicht aus, den Aufschlagzünder ordnungsgemäß zu betätigen.
Es ist daher eine Bedingung, daß im Gelände keine "Blindgänger" vorhanden
sein dürfen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, für einen bekannten Zünder
eines Bomblet eine Selbstzerlegungseinrichtung vorzuschlagen, die "Blind
gänger" vermeidet und wegen der vorgegebenen Einbaumaße innerhalb einer
Granate die Zünderkontur im wesentlichen unverändert läßt.
Die Selbstzerlegungseinrichtung soll erst dann durch eine umweltbedingte
Kraft ausgelöst werden können, wenn das Bomblet aus der Granate ausge
stoßen ist.
Innerhalb der Granate, nämlich bei aufeinandersitzenden Bomblets,
darf die Selbstzerlegungseinrichtung nicht auslösbar sein.
Die Erfindung löst diese Aufgabe entsprechend den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1.
Die pyrotechnische Selbstzerlegungseinrichtung in Verbindung mit
der Reibzündeinrichtung gewährleistet, daß mit dem Wirksamwerden
des Fallschirms oder des Stabilisierungsbandes die Anzündung des
pyrotechnischen Verzögerungssatzes beginnt. Damit ist eine Zünder
funktion gestartet, die in jedem Fall nach überschrittener Zeit
für Treffer im Ziel die Zerlegung des Bomblets sicherstellt. Es
treten daher keine "Blindgänger" auf.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
Nach dem Anspruch 2 weist der Verzögerungssatz eine derartig lange
Brenndauer auf, daß einerseits eine Selbstzerlegung vor dem Ziel
aufschlag vermieden ist, andererseits nach dem Verfehlen des Zieles
erst die Selbstzerlegung stattfindet.
Nach dem Anspruch 3 ist durch eine zwischen dem Verzögerungssatz
und einer sprengstoffseitigen Übertragungsladung liegende Metallwand
und einen Luftspalt sichergestellt, daß der Verzögerungssatz in
Sicherstellung des Schiebers nicht die Verstärkungsladung in Folge
Wärmeübergang zündet. In gleicher Weise gilt dies auch im Fall einer
Zündung des Detonators in der genannten Schieberstellung, da dieser
außerhalb der Zündebene steht und über Öffnungen der Gasdruck ent
spannt wird.
Nach dem Anspruch 4 ist der ordnungsgemäße Funktionsablauf der Selbst
zerlegungseinrichtung durch einen eingangsseitigen Zündsatz, einen
oder mehreren Verzögerungssätzen und einen ausgangsseitigen Zündsatz
für die Überzündung auf den Detonator gewährleistet.
Nach dem Anspruch 5 wird über einen Reibdraht und ein damit zusammen
wirkendes Zündhütchen die Zündung der Selbstzerlegungseinrichtung
erst dann eingeleitet, wenn der am Bomblet gehaltene Stabilisierungs
fallschirm über den Öffnungsstoß des Schirmes den Reibdraht durch
das Anzündhütchen zieht.
Wesentlich für die Erfindung ist, daß zur Auslösung der Selbstzer
legungseinrichtung keinerlei gespeicherte Energie in Form von vorge
spannten Federn benötigt wird. Vielmehr wird zur Auslösung die um
weltbedingte Kraft, nämlich der Öffnungsstoß des Stabilisierungs
fallschirmes, ausgenützt. Diese Energie steht jedoch erst nach dem
Ausstoß der Submunition aus der Granate zur Verfügung. Innerhalb
der Granate ist durch eine formschlüssige Sicherung des Reibdrahtes
an dem Zündhütchengehäuse sowie durch Fehlen einer an dem Zugdraht
angreifenden Zugkraft eine Sicherung gegen unvorhergesehenes, mecha
nisch bedingtes Anzünden gegeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung darge
stellt. Es zeigt:
Fig. 1 einen Zünder in Sicherstellung;
Fig. 2 den Zünder nach Fig. 1 in Scharfstellung.
Jedes in einer Ausstoßhülse 7 gelagerte Bomblet 1, 5 enthält innerhalb
eines Zündergehäuses 2 einen nicht näher, weil bekannt, beschriebenen
Aufschlagzünder 3 und eine Selbstzerlegungseinrichtung 4.
Das Zündergehäuse 2 ist in bekannter Weise mit einer mit Spreng
stoff 10 gefüllten Hülle 11 verbunden.
An dem Zündergehäuse 2 sind - ebenfalls in bekannter Weise aero
dynamisch wirkende Stabilisierungsbänder 13 befestigt und im Hohlraum
6 aufgewickelt gelagert.
In dem Zündergehäuse 2 ist ein Schieber 15 gelagert, der in Sicher
stellung durch einen federnd vorgespannten Bügel 16 und durch eine
Zündnadel 17 gehalten ist. Der Bügel 16 ist formschlüssig durch
das weitere Bomblet 5 in der gezeichneten Position gehalten. Eine
Distanzscheibe ist mit 18 bezeichnet.
Im Schieber 15 ist ein Detonator 22, ein Verzögerungssatz 23 mit
eingangsseitigem Zündsatz 24 und ausgangsseitigem Zündsatz 25 und
ein Zündhütchen 26 mit Reibsatz 27 und Reibdraht 28 angeordnet.
Der Reibdraht 28 ist über eine Quetschhülse 34 mit einem der Bänder
13 verbunden. Der Reibdraht 28 ist bei 29 gebogen und weist an seinem
unteren Ende eine Öse 35 auf und besteht diesbezüglich aus einem
plastisch verformbaren Werkstoff.
Zwischen den pyrotechnischen Sätzen 23-25 des Schiebers 15 und einer
Verstärkungsladung 38 liegt eine Metallwand 39 und ein Luftspalt
40. Das Zündergehäuse 2 und der Schieber 15 sind detonatorseitig
mit Öffnungen 8, 9 versehen.
Nach Fig. 2 sind die Bomblets 1, 5 bereits aus der Ausstoßhülse 7
ausgestossen. Der Bügel 16 hat aufgrund seiner Federkraft und der
Luftanströmung in Pfeilrichtung 41 den Schieber 15 in die gezeichnet
Scharfstellung bewegt. Der Öffnungsstoß an den Stabilisierungsbändern
13 bewirkt über die Quetschhülse 34 das Umbiegen und Herausziehen
des Reibdrahtes 28 aus dem Zündhütchen 26. Dabei wurde durch Ver
formung der Öse 35 im Bereich des Reibsatzes 27 dieser angezündet.
Der Reibsatz 27 führte dann zur Anzündung des Zündsatzes 24 mit
Verzögerungssatz 23. Die Brennzone des Verzögerungssatzes 23 ist
mit 42 bezeichnet.
Beim Aufschlagzünder 3 ist bereits eine Sicherungsscheibe 45 auf
grund der Abschußbeschleunigung der Granate verformt, wodurch die
Zündnadel 17 mit Schläger 18 über eine Feder 19 in Ausgangsstellung
gehalten ist.
Erfolgt der Zielaufschlag in Pfeilrichtung 43, so sticht die Zündnadel
17 den Detonator 22 an und initiiert damit den Detonator 22 zur
Zündung der Sprengladung 10.
Erfolgt dagegen kein Zielaufschlag sondern landet das Bomblet auf
relativ weichen Boden, so erfolgt aufgrund des geringen Stoßimpulses
kein Anstich des Detonators 22. Die Zerlegung des Bomblets 1 ist
dann jedoch durch die pyrotechnische Selbstzerlegungseinrichtung
4 gewährleistet, indem die fortschreitende Brennfront 42 den aus
gangsseitigen Zündsatz 25 anzündet. Der Zündsatz 25 sorgt für die
zuverlässige Überzündung auf den Detonator 22, wodurch die Spreng
ladung 10 über die Verstärkungsladung 38 gezündet wird.
Claims (5)
1. Zünder für ein fallschirm- oder bandstabilisiertes Bomblet einer
Artilleriegranate mit Aufschlagzünder, bestehend aus einem Schläger
und einem, in einem Schieber angeordneten Detonator, wobei der
Schieber formschlüssig von einem ausschwenkbaren Sicherungshebel
gehalten ist, der an der Innenwand eines weiteren Bomblets federnd
vorgespannt anliegt und der Schläger zwischen dem Schieber und einer
durch die Abschußbeschleunigung der Artilleriegranate verformbare
Sicherungsscheibe festgelegt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Schieber (15) eine auf den Detonator (22) wirkende pyrotech
nische Selbstzerlegungseinrichtung (4) vorgesehen ist, die über eine,
durch eine aerodynamisch angetriebene Reib-Zünd-Einrichtung (26
bis 28) anzündbar ist.
2. Zünder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein pyrotechnischer Verzögerungssatz (23) mit einer Brenndauer
vorgesehen ist, die länger ist als die durchschnittliche Zeit bis
zum Zielaufschlag.
3. Zünder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen einem Verzögerungssatz (23) und einer sprengstoffseitigen
Verstärkungsladung (38) eine geschlossene Metallwand (39) und ein
Luftspalt (40) in Sicherstellung des Schiebers (15) vorliegt sowie
dem Detonator (22) Öffnungen (8, 9) im Schieber (15) und im Zünderge
häuse (2) zum Gasdruckabbau zugeordnet sind.
4. Zünder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Selbstzerlegungseinrichtung (26 bis 28) aus einem ein
gangsseitigen Zündsatz (24), einem oder mehreren Verzögerungs
sätzen (23) und einem ausgangsseitigen Zündsatz (25) für die
Überzündung auf den Detonator (22) besteht.
5. Zünder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Reibzündeinrichtung (26 bis 28) aus einem über einen
Reibdraht (28) und damit zusammenwirkenden Zündhütchen (26)
besteht und der Reibdraht (28) mit einem Fallschirm oder einem
aerodynamischen Stabilisierungsband (13) fest verbunden ist,
wobei der Reibdraht (28) an seinem freien Ende eine plastisch
verformbare Öse zur Anzündung des Reibsatzes (27) des Zündhütchens
(26) besitzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853539279 DE3539279A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Zuender fuer ein fallschirm- oder bandstabilisiertes bomblet |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853539279 DE3539279A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Zuender fuer ein fallschirm- oder bandstabilisiertes bomblet |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3539279A1 true DE3539279A1 (de) | 1987-05-07 |
Family
ID=6285248
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853539279 Withdrawn DE3539279A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Zuender fuer ein fallschirm- oder bandstabilisiertes bomblet |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3539279A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0256320A3 (de) * | 1986-07-22 | 1988-09-14 | DIEHL GMBH & CO. | Mehrfachzünder mit Selbstzerlegung für eine Fallbombe |
| EP0318996A3 (en) * | 1987-12-03 | 1989-11-15 | Diehl Gmbh & Co. | Pyrotechnical initiator for projectiles, rockets, bomblets and mines |
| EP0318995A3 (en) * | 1987-12-03 | 1990-04-18 | Diehl Gmbh & Co. | Pyrotechnical initiator for projectiles |
| DE4034630A1 (de) * | 1990-10-31 | 1992-05-07 | Rheinmetall Gmbh | Zuenderentsicherungsvorrichtung |
-
1985
- 1985-11-06 DE DE19853539279 patent/DE3539279A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0256320A3 (de) * | 1986-07-22 | 1988-09-14 | DIEHL GMBH & CO. | Mehrfachzünder mit Selbstzerlegung für eine Fallbombe |
| EP0318996A3 (en) * | 1987-12-03 | 1989-11-15 | Diehl Gmbh & Co. | Pyrotechnical initiator for projectiles, rockets, bomblets and mines |
| EP0318995A3 (en) * | 1987-12-03 | 1990-04-18 | Diehl Gmbh & Co. | Pyrotechnical initiator for projectiles |
| DE4034630A1 (de) * | 1990-10-31 | 1992-05-07 | Rheinmetall Gmbh | Zuenderentsicherungsvorrichtung |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |