DE3526736C2 - Stranggießkokille zum kontinuierlichen Gießen von Metall - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stranggießkokille zum
kontinuierlichen Gießen von Metall, insbesondere Stahl, be
stehend aus in einem Rahmen gehaltenen und verspannten sowie
gekühlten metallischen Kokillenplatten, die im verspannten
Zustand einen quadratischen oder rechteckigen Formhohlraum
bilden, wobei die den Formhohlraum begrenzende Fläche minde
stens einer Kokillenplatte gekrümmt ist.
Derartige Stranggießkokillen für den Einsatz bei Senkrecht- und
Kreisbogenanlagen zum Gießen von Vorblock- und Brammen
formaten sind seit langem bekannt (DE-OS 15 08 902, DE-AS
19 39 777, GB-PS 1 147 092, GB-PS 1 191 070) und mit Erfolg im
Einsatz. Die Kokillenplatten weisen vielfach auf ihrer dem
Formhohlraum abgekehrten ebenen Seite längsverlaufende Kühl
schlitze auf, sie können aber auch mit Kühlbohrungen versehen
sein, die in Richtung des durchlaufenden Stranges die Kokil
lenplatten durchsetzen. Insbesondere in Brammenanlagen wird
den Kokillenplatten mit Kühlschlitzen bzw. Wasserkammern an
der rückwärtigen Seite wegen der besseren Kühlverhältnisse
der Vorzug gegeben.
Nun sind aber auch Stranggießkokillen im Markt, deren sowohl
dem Formhohlraum als auch die dem Rahmen zugekehrte Seite im
Sinne der gewünschten Kreisbogenform des Gußstrangs gekrümmt
ist. Eine intensive Kühlung durch an der Außenfläche ange
brachte Kühlschlitze ist z. B. wegen der auch in diesem Be
reich gekrümmten Flächen schwierig herzustellen, weshalb die
Kühlung solcher Platten auch durch im Platteninnern befind
liche und in Richtung des Gußstrangs verlaufende sowie eben
falls gekrümmte und vom Kühlwasser durchströmte Kühlbohrungen
erfolgt. Abgesehen davon, daß die Kühlung zu wünschen übrig
läßt, und auch die Maßgenauigkeit und Maßhaltigkeit nicht
immer den laufend steigenden Anforderungen genügt, setzt der
Einsatz solcher Kokillenplatten immer entsprechend vorgeform
te Rahmen zur Herstellung des beispielsweise aus Längs- und
Querplatten bestehenden Kokilleneinsatzes voraus.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine
Stranggießkokille der eingangs genannten Art zu schaffen,
deren Kokillenplatten für beliebige Rahmenausführungen
einsatzfähig sind.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
mindestens eine Kokillenplatte aus zwei mit einer ebenen
Trennfläche aneinander anliegenden Einzelplatten aus Kupfer
oder einer Kupferlegierung besteht, wobei eine Einzelplatte
den Formhohlraum begrenzt und die andere Einzelplatte die
Verbindung zum Rahmen bildet und daß beide von der Trenn
fläche abgekehrten Flächen der aneinander anliegenden Einzel
platten gekrümmt sind.
Eine solche Ausführung läßt die universelle Anpassung der
Kokilleneinsätze an beliebige Rahmenausführungen zu. So können bei
ebener Außenfläche der dem Rahmen zugekehrten Einzelplatte
diese Einsätze in die übliche Rahmenkonstruktion eingefügt
werden, im Falle von Einzelplatten mit gekrümmten Außenflä
chen sind gemäß der Erfindung ausgebildete Kokillenplatten
für solche Rahmenkonstruktionen sofort einsatzfähig,
deren Aufnahmen entsprechend der den Formhohlraum bildenden
Kokillenflächen kreisbogenförmig ausgebildet sind.
Neben einer solchen universellen Einsatzmöglichkeit zweitei
liger Kokillenplatten ergeben sich noch weitere Vorteile da
durch, daß durch die beliebige Ausgestaltung der dem Raum zu
gekehrten Einzelplatte die Kühlbohrungen, die Kühlkanäle und/oder
die Wasserzuführung geändert, z. B. zur Verbesserung der
Kühlwirkung, im Querschnitt vergrößert werden können. Eine
gleichzeitige Änderung oder ein Austausch der den Formhohl
raum bildenden Einzelplatte ist nicht erforderlich.
Darüber hinaus läßt es die Erfindung zu, auch bei nicht ver
stellbaren Kokillen durch Änderung der Abmessung der dem Rah
men zugekehrten Einzelplatte Formatänderungen des Gießstrangs
herbeizuführen. Letzteres gilt für den einzelnen Gußstrang,
z. B. einer Brammenanlage ebenso wie für den sog. Zwillings
guß mit zwei parallel ausgezogenen Gußsträngen.
Von besonderem Vorteil ist es ferner, wenn in Weiterführung
der Erfindung die formgebenden Innenflächen der dem Formhohl
raum zugekehrten Einzelplatten eben und/oder konkav/konvex
gekrümmt sind. Auf diese Weise ist eine Anpassung an die heu
te gebräuchlichen Kokillenkonstruktionen erreicht.
Die erfindungsgemäße Stranggießkokille kann insbesondere im
Handel befindliche Konstruktionen ersetzen, bei denen in eine
einstückige gerade Kokillenplatte die Kühlbohrungen einge
bracht und die Platte anschließend insgesamt gebogen wird.
Hierbei läßt insbesondere die Kühlung der Platte zu wünschen
übrig.
Bei rechteckförmigen Gußformaten bestehen die Kokillenein
sätze aus sog. Längs- und Querplatten, wobei bei den Ver
stellkokillen die Querplatten zur Änderung des Gußformats in
Richtung der Längsplatten verschiebbar angeordnet sind. Auch
hier findet die Erfindung eine vorteilhafte Anwendung, wenn
z. B. die Längs- und/oder Querplatten aus jeweils zwei mit
ebenen Flächen aneinanderstoßenden Einzelplatten bestehen.
Die Aufteilung der Kokillenplatten in zwei Einzelplatten er
laubt neben der Variation der äußeren Abmessungen und Formen
vor allem auch beliebige Werkstoffkombinationen. Die Voraus
setzung für optimale Gußqualitäten ist damit sichergestellt.
So können in Weiterführung der Erfindung die Einzelplatten
jeweils aus den gleichen Kupferwerkstoffen bestehen, die
beiden Einzelplatten können aber auch aus Kupferwerkstoffen
unterschiedlicher Legierungszusammensetzung hergestellt sein,
je nach dem, welche Eigenschaften von der den Formhohlraum
bildenden Einzelplatte und welche von der dem Rahmen zuge
kehrten Einzelplatte verlangt werden.
Die Zweiteiligkeit der Kokillenplatte nach der Erfindung
schafft gegenüber der erwähnten gebogenen einteiligen Platte
mit Kühlbohrungen verbesserte Kühlverhältnisse, wenn nach der
Erfindung die Einzelplatten im Bereich ihrer gegeneinander
gerichteten ebenen Flächen Kühlkanäle und/oder Wasserkammern
aufweisen. Diese Kühlkanäle oder -kammern sind aber auch
wesentlich einfacher und daher kostengünstiger herstellbar,
ganz abgesehen von der übersichtlicheren Kontrolle bei Stö
rungen im Kühlmittelkreislauf und vereinfachten Montage.
Die Montage der Einzelplatten kann getrennt erfolgen oder
wird im übrigen dadurch vereinfacht, daß, wie in Weiterfüh
rung der Erfindung auch vorgesehen, die Verspannung der Ein
zelplatten untereinander sowie im Rahmen durch Spann-/Dehn
bolzen erfolgt, die durch die am Rahmen anliegende Einzel
platte hindurchgeführt und in der den Formhohlraum begrenzen
den Einzelplatte eingeschraubt sind.
Die Trennfläche der beiden Einzelplatten ist, insbesondere
wenn, wie es die Regel ist, die Kühlkanäle oder Wasserkammern
zur Trennfläche hin offen sind, nach außen abgedichtet. Hier
für können an sich bekannte Mittel, z. B. O-Ringe, verwendet
werden, man kann aber auch die zur Trennfläche hin offenen
Kühlkanäle und/oder Wasserkammern durch eine Kupferfolie ab
decken, die sich über die gesamte Plattenfläche erstreckt.
Diese gleichzeitig als Abdeckung der Kühlkanäle und/oder
Wasserkammern und zur Abdichtung nach außen dienende Folie
wird man vor allem dann mit Vorteil verwenden, wenn die Ein
zelplatten aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die
Gefahr von Korrosionserscheinungen im Grenzflächenbereich bei
Anwesenheit von Kühlwasser ist damit vermieden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Fig. 1 bis 4
dargestellten Ausführungsbeispiele noch näher erläutert.
Die Fig. 1 beschreibt eine heute übliche Plattenkonstruk
tion, während in der
Fig. 2 eine demgegenüber entsprechend
der Erfindung geändert Kokillenplatte für Stranggießmaschinen
dargestellt ist.
Die Fig. 3 erläutert eine weitere Anwendungsmöglichkeit ei
ner Kokillenplatte nach der Fig. 2 im Rahmen der Erfindung.
Schematisch angedeutet ist in der Fig. 1 ein Querschnitt
durch eine Kokillenplatte 1 für Brammenkokillen mit anschlie
ßendem Stahlrahmen 3, wie sie heute auch im Markt angeboten
werden. Die dem Formhohlraum F zugekehrte Fläche 2 der Kokil
lenplatte 1 ist entsprechend der gewünschten Kreisbogenform
des Gußstrangs gekrümmt; gekrümmt ist aber auch die dem
Stahlrahmen 3 zugekehrte Plattenfläche 4. Diese gleichzeitige
Krümmung der Flächen 2 und 4 ist vom Grunde herstellungsbe
dingt, da nach Herstellung der Kühlbohrung 5 in die noch
gerade Platte 1 diese anschließend gebogen wird. Entsprechend
der gebogenen oder gekrümmten Fläche 4 der Kokillenplatte 1
ist es notwendig, auch deren Auflage im Stahlrahmen 3 ge
krümmt auszuführen, die Befestigung dort erfolgt über die
Dehnschrauben 6. Abgesehen von dem erheblichen maschinellen
Mehraufwand bei der Herstellung, können von der Kokillenplat
te 1 abweichende Plattenformen, z. B. mit verbesserten Kühl
eigenschaften, nicht verwendet werden.
Um hier einen Ausweg zu finden, sieht die Erfindung entspre
chend Fig. 2 vor, daß die Kokillenplatte 7 aus den beiden
Einzelplatten 8 und 9 besteht, die mit ihren jeweils ebenen
Flächen in der Trennebene 10 zusammengefügt sind.
Die Krümmung der dem Formhohlraum F zugekehrten Fläche 11 entspricht z. B.
der der Fläche 2 nach Fig. 1, ebenso seien die Krümmungen der Flächen 4 und
12 identisch. Der Stahlrahmen ist in beiden Fällen der gleiche, er ist des
halb wiederum mit 3 bezeichnet. Statt der Kühlbohrungen entsprechend Fig. 1
sind bei der Ausführungsform der Erfindung von den ebenen Flächen der
Einzelplatten 8 und 9 her in diese offene Kühlschlitze 13 und Wasserkammern
14 mechanisch, beispielsweise durch Fräsen eingearbeitet, ihre Querschnitte
und Querschnittsformen können leicht den Bedürfnissen angepaßt werden. Die
den Formhohlraum bildende Fläche 11 kann in einem von der Ausbildung der
Kühlschlitze 13 und/oder Wasserkammern 14 völlig unabhängigen Arbeitsschritt
gestaltet und vor allem mit der gewünschten Krümmung versehen werden. Umge
kehrt sind bei der Bearbeitung der Fläche 11 nicht, wie bei der bekannten
Ausführung nach der Fig. 1, negative Folgen für die Kühlung, etwa durch Ver
formen der Kühlbohrung 5 beim Biegeprozeß, zu erwarten.
Zusammengehalten und im Rahmen 3 verspannt werden die Einzelplatten 8 und 9
durch die schematisch dargestellten Dehnschrauben 15, die durch den Rahmen 3
und die Einzelplatte 9 hindurchgeführt sind und in Sacklöchern in der Einzel
platte 8 enden. Dichtungen 16, etwa in Form von O-Ringen, dichten die Trenn
flächen nach außen ab.
Die Einzelplatten müssen nach der Erfindung nicht nur die in der Fig. 2 dar
gestellte Form aufweisen, d. h. Rahmenauflage und angrenzende Fläche 12 der
Einzelplatte 9 müssen nicht immer gekrümmt sein. So kann selbstverständlich
auch eine heute übliche Kokillenplatte mit gekrümmter Fläche für den Guß
strang und ebener Fläche zur Anlage am ebenfalls ebenen Stahlrahmen im
Sinne der Erfindung ausgebildet sein. Entscheidend ist die Zweiteiligkeit
der Kokillenplatte, die der Erfindung ein weites Anwendungsfeld gibt.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel in diesem Zusammenhang ist der durch die
Erfindung mögliche Umbau einer Langlochkühlung auf eine Schlitzkühlung
an Kokillenplatten oder die Änderung des Gußformats bei Brammenanlagen
mit nicht verstellbaren Kokillen. Es kann sich hierbei um einen Einfach
guß handeln, oder, wie in der Fig. 3 als weitere Ausführungsform der
Erfindung dargestellt, um einen sog. Zwillingsguß.
Im Rahmen 17 sind die eigentlichen Kokillenplatten 18 und 19 gehalten und
dort auf üblichem Wege verspannt. Werden kleinere Gußformate gewünscht,
können die den Formhohlraum bildenden Kokillenplatten 18 und 19 weiter ver
wendet werden, darüberhinaus werden aber weitere Einzelplatten 20 zwischen
Kokillenplatten 19 und Stahlrahmen 17 eingefügt. Damit bilden die nunmehr
kombinierten Platten 19 und 20 die eigentlichen Kokillenplatten, die be
züglich ihrer Befestigung im Rahmen, hinsichtlich ihrer Kühlung usw. etwa
nach dem Ausführungsbeispiel entsprechend Fig. 2 ausgebildet sein können
oder auch mit gerader ebener Trennfläche zwischen Stahlrahmen und angrenzen
der erster Kokillen-Einzelplatte.
Die Erfindung ist selbstverständlich auf die Ausführungen nach den Fig.
2 und 3 nicht beschränkt. So zeigt die Fig. 4 eine weitere Ausführungs
form, bei der die Längsplatten 23 im wesentlichen gewölbt und die Quer
platten 22 eben ausgebildet sind. Auch in diesem Falle sind entsprechend
der Erfindung die Längs- und/oder Querplatten aus zwei mit ebenen Flächen
aneinanderstoßenden Einzelplatten aufgebaut. Der formgebende Kokillen
querschnitt kann aber auch T-, Doppel-T-, U- oder L-förmig ausgebildet
sein, wobei auch hier die Zweiteiligkeit der Kokillenplatten wesentlich
ist.
Claims (9)
1. Stranggießkokille zum kontinuierlichen Gießen von Metall,
insbesondere Stahl, bestehend aus in einem Rahmen gehal
tenen und verspannten sowie gekühlten metallischen Ko
killenplatten, die im verspannten Zustand einen quadra
tischen oder rechteckigen Formhohlraum bilden, wobei die
den Formhohlraum begrenzende Fläche mindestens einer Ko
killenplatte gekrümmt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine Kokillenplatte (7) aus zwei mit einer
ebenen Trennfläche (10) aneinander anliegenden Einzel
platten (8, 9) aus Kupfer oder einer Kupferlegierung
besteht, wobei eine Einzelplatte (8) den Formhohlraum
begrenzt und die andere Einzelplatte (9) die Verbindung
zum Rahmen (3) bildet und daß beide von der Trennfläche
(10) abgekehrten Flächen (11, 12) der aneinander anlie
genden Einzelplatten (8, 9) gekrümmt ausgebildet ist.
2. Stranggießkokille nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die den Formhohlraum begrenzende Fläche (11)
der dem Formhohlraum zugekehrten Einzelplatte (8), eben
und/oder konkav/konvex gekrümmt ausgebildet ist.
3. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß die beiden Einzelplatten (8,
9) aus dem gleichen Werkstoff bestehen.
4. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß die beiden Einzelplatten (8,
9) aus Kupferwerkstoffen unterschiedlicher Legierungs
zusammensetzung bestehen.
5. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Einzelplatten (8, 9) im
Bereich ihrer Trennflächen (11) Kühlkanäle (13) und/oder
Wasserkammern (14) aufweisen.
6. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die Verspannung der Einzel
platten (8, 9) untereinander und im Rahmen (3) durch
Spann-/Drehbolzen (15) erfolgt, die durch die am Rahmen
(3) anliegende Einzelplatte (9) hindurchgeführt und in
der den Formhohlraum begrenzenden Einzelplatte (8) ein
geschraubt sind.
7. Stranggießkokille nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß die Trennfläche (10) der
beiden Einzelplatten (8, 9) nach außen abgedichtet ist.
8. Stranggießkokille nach einer der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß die zur Trennfläche (10) hin
offenen Kühlkanäle (13) und/oder Wasserkammern (14) in
der den Formhohlraum bildenden Einzelplatte (8) durch
eine Kupferfolie abgedeckt sind, die sich über die ge
samte Trennfläche (10) erstreckt.
9. Stranggießkokille nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Kupferfolie die Abdichtung zwischen den
Einzelplatten (8, 9) übernimmt.
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