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Nahtbügelplatz
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Technisches Gebiet Die Erfindung bezieht sich auf einen Nahtbügelplatz
für das Ausbügeln von Stoffnähten unter Dampfanwendung, bestehend aus einem Ständer
mit einem daran befestigten wannenförmigen Bügelholm, der an der Oberseite einen
luftdurchlässigen Abschluß mit einer ebenfalls luftdurchlässigen Bügelauflage aufweist
und dessen Innenraum mittels einer Anschlußöffnung, die über eine Rohr- bzw. Schlauchleitung
mit der Saugöffnung eines am Ständer angebrachten Gebläses verbunden ist, eine Absaugwanne
bildet, sowie eine Dampfbügelvorrichtung.
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Stand der Technik Wie die Praxis zeigt, wird beim Bügeln von zusammengenähten
Textilien, insbesondere von Kleidungsstücken, relativ viel Bügelzeit damit verbraucht,
die Stoffnähte in der erforderlichen Weise sauber auszubügeln.
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Durch die Literaturstelle DE-G 7021975 ist es bereits bekannt, das
Ausbügeln von solchen Stoffnähten in Verbindung mit einem Dampfbügelarbeitsplatz
dadurch zu erleichtern, daß im Bug der Bügeleisenspitze eines Dampfbügeleisens eine
Preßluftdüse angeordnet wird, die, gesteuert über ein Magnetventil, bei Bedarf einen
Luftstrom abgibt, mit dessen Hilfe die freien Stoffenden einer Naht sowohl geöffnet
als auch im auseinandergefalteten Zustand festgehalten werden können, so daß dann
mit dem Dampfbügeleisen leicht die Stoffnaht ausgebügelt werden
kann.
Obwohl eine solche Anordnung das Ausbügeln von Stoffnähten wesentlich erleichtert,
ist nicht zu übersehen, daß ein solcher Bügel vorgang eine hohe Konzentration der
das Bügeleisen bedienenden Person während der Durchführung solcher Arbeitsgänge
erfordert. Gerade dieser Sachverhalt führt dann dazu, daß die gewünschte hohe und
gleichmäßige Qualität über viele Arbeitsvorgänge hinweg nicht gewährleistet werden
kann.
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Offenbarung der Erfindung Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
zum Ausbügeln von Stoffnähten eine weitere Lösung für einen Nahtbügelplatz anzugeben,
der nicht nur eine weitere Verkürzung der Arbeitszeiten mit sich bringt, sondern
darüber hinaus auch über viele Arbeitsvorgänge hinweg eine gleichmäßige Qualität
der damit ausgebügelten Stoffnähte gewährleistet.
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Ausgehend von einem Nahtbügelplatz der eingangs erwähnten Art, wird
diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
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Der Erfindung liegt die wesentliche Erkenntnis zugrunde, daß das stets
gleichmäßige Ausbügeln von Stoffnähten dann erreicht werden kann, wenn es gelingt,
den Stoff mit seiner geöffneten Stoffnaht gleichsam auf einem Bügelholm auszuspannen,
so daß dann in einem einzigen Arbeitsgang eine Naht über eine relativ große Länge
hinweg durch Pressen unter Anwendung von Heißdampf ausgebügelt werden kann. Dies
wird durch das automatische Ein-und Ausfahren des in seiner Naht auszubügelnden
Stoffes auf einem Förderband zwischen den Bügelholm und einen einen Formpreßkörper
enthaltenden Oberholm in Verbindung mit einer dem Anfang des Förderbands vorgeordneten
Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
in außerordentlich vorteilhafter Weise erreicht, die die Stoffenden der Stoffnaht
öffnet, nach außen umlegt und darüber hinaus den Stoff in der Stoffnaht führt.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen des Nahtbügelplatzes nach der Erfindung
sind in den weiteren Patentansprüchen 3 bis 7 angegeben.
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In Weiterbildung der Erfindung wird eine spezielle Lösung für eine
Stoffenden-Öffnungsvorrichtung angegeben, die insbesondere für einen Nahtbügelplatz
der vorerwähnten Art geeignet ist und die von den im Patentanspruch 8 aufgeführten
Merkmalen Gebrauch macht.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
nach dem Patentanspruch 8 sind in den weiteren Patentansprüchen 9 bis 11 angegeben.
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Kurze Beschreibung der Zeichnung In der Zeichnung, in der anhand eines
dargestellten Ausführungsbeispiels die Erfindung noch näher erläutert wird, bedeuten
Fig. 1 die Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Nahtbügelplatzes Fig.
2 die Frontansicht des Nahtbügelplatzes nach Fig. 1 Fig. 3 die Darstellung des Schnitts
durch den Bügelholm und den Oberholm des Nahtbügelplatzes nach Fig. 1 Fig. 4 die
Seitenansicht einer beim Bügelplatz nach den Fig. 1
bis 3 verwendeten
Stoffenden-Öffnungsvorrichtung Fig. 5 die Frontansicht der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
nach Fig. 4 Fig. 6 die Aufsicht auf die Stoffenden-Öffnungsvorrichtung nach Fig.
4 Fig. 7 ein das Einführen eines Stoffs mit einer Stoffnaht in die Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
näher erläuternder Ausschnitt der Frontseite der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
nach Fig. 5 Fig. 8 das Führen des Stoffs in seiner Stoffnaht in der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
näher erläuternder Ausschnitt der Frontseite der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
nach Fig. 5 Bester Weg zur Ausführung der Erfindung Der Nahtbügelplatz nach Fig.
1 weist einen Ständer 1 auf mit einem Ständerfuß 2, der über Rollen 3 und 4 ein
leichtes Verschieben des Nahtbügelplatzes ermöglicht. Der Ständer 1 mündet in einen
Ständerkopf 5 aus, an dem in der Höhe leicht versetzt nebeneinander jeweils ein
Bügelholm 6 mit einem ihn an seinem freien Ende verlängernden Aufnahmeholm 7 und
einen darüber angeordneten Oberholm 8 befestigt sind. Der Oberholm 8 geht jeweils
an seinem freien Ende in eine im Zusammenhang mit den Figuren 4 bis 8 näher zubeschreibende
Stoffenden-Öffnungsvorrichtung 9 über. Der Oberholm 8, der am Ständerkopf 5, wie
das der Doppelpfeil andeutet, in der Höhe verstellt werden kann, ist nach unten
offen und enthält einen mit einer elektrischen Heizung 10 versehenen Formpreßkörper
11, dessen nach unten offene Dampfkammer 12 mit ei-
ner Dampföffnungen
13 in Form einer Lochreihe versehenen Formpreßplatte 14 abgeschlossen ist. Der beheizte
Formpreßkörper 11 ist gegen den Oberholm 8 hin mit einer Wärmeisolationsschicht
15 umgeben und über die Kolbenstange 16 des am Oberholm befestigten Andruckzylinders
17 in Vertikalrichtung im Oberholm 8 verschiebbar angeordnet.
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Der als Absaugwanne gestaltete Bügelholm 6 ist mit einem Förderband
18 ausgestattet, das über eine von einem nicht näher dargestellten Motor angetriebene
Rolle 19, eine Umlaufrolle 20 und eine in Nähe der Rolle 6 angeordnete Andruckrolle
21 in Erstreckung des Bügelholms 6 umläuft und an der Oberseite des Bügelholms in
Verbindung mit einer in Fig. 3 dargestellten Silikon-Kautschukauflage 18a die Bügelauflage
der Oberseite des Bügelholms 6 bildet.
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Für die Zuführung von Wasserdampf in die Dampfkammern 12 der Formpreßkörper
11 im Bereich der Oberholme 8 sind am Ständerkopf 5 in entsprechender Höhe zwei
Magnetventile 22 angeor#net, die über eine Schlauchleitung 23 mit dem Dampferzeuger
24 in Verbindung stehen. Der Dampferzeuger 24 muß nicht, wie bereits in Fig. 1 angedeutet,
mit dem Ständerfuß 2 des Ständers 1 fest verbunden sein. Er kann vielmehr auch frei
aufgestellt sein. Mit dem Ständer 1 bzw. dessen Fuß fest verbunden ist das Gebläse
25, das wie die Frontansicht des Nahtbügelplatzes nach Fig. 2 zeigt, ebenfalls über
Leitungen 26 und 27 mit der Absaugwanne der beiden Bügelholme 6 in Verbindung steht.
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Wie die Figuren 1 und 2 ferner zeigen, ist am Ständerkopf 5, und zwar
an dessen Oberseite noch ein Bügel 28 schwenkbar angeordnet, an dessen freien Ende
im Bereich der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung 9 die Steuer-Bedieneinheit 29 befestigt,
über deren Bedienknöpfe 30 gewünschte
Zykluszeiten für einen Nahtbügelvorgang
eingestellt werden können. Die Steuer-Bedieneinheit enthält darüber hinaus die Elektronik
für die Steuerung des Gebläses 25, die Magnetventile 22, die Andruckzylinger 17
die Stoffenden-Öffnungsvorrichtungen 9 sowie den Antrieb des Förderbandes 18.
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Für den Start und die Unterbrechung eines Arbeitszykluses befindet
sich am Boden neben dem Fußteil 2 des Ständers 1 noch ein Fußschalter 31, der mit
der Steuer-Bedieneinheit 29 über ein im Ständer 1 und im Bügel 28 geführtes Kabel
31 verbunden ist.
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Wie der Schnitt III - III nach Fig.1 erkennen läßt, ist die Formpreßplatte
14 nicht nur an ihrem vorderen Rand auf seiten der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
9 sondern auch an beiden Längskanten nach oben abgerundet. Die Dampföffnungen 13
in der Formpreßplatte 14 sind in einer Reihe in der Mitte angeordnet, da dies für
das Ausbügeln einer Stoffnaht ausreichend ist und darüber hinaus auch vermieden
werden soll, daß der Stoffnaht benachbarte Stoffteile unnötig dem Heißdampf ausgesetzt
werden.
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Die Absaugwanne des Bügelholms 6 ist mit 33 bezeichnet. Sie ist.nach
oben mit dem Lochblech 34 abgeschlossen, auf dem das Förderband 18 gleitet. Das
Förderband 18 ist, wie bereits erwähnt wurde, mit einer perforierten Silikon-Kautschukauflage
18a versehen, so daß der Stoff beim Pressen eine ausreichend weiche Unterlage vorfindet.
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Die in Fig.4 in Seitenansicht dargestellte Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
9 ist über einen U-förmigen Befestigungsbügel 35 mittels Schrauben 36 am freien
Ende des Oberholms 8 befestigt. Sie weist den Kloben 37 auf, in dessen Stirnwand
38, wie die Vorderansicht der Stoff-
enden-Öffnungsvorrichtung
9 nach Fig. 5 erkennen läßt, Führungsschlitze 39, 40 und 41 fächerförmig angeordnet
sind.
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Jedem der Führungsschlitze 39, 40 und 41 ist in seiner Erstreckung
eine Bohrung 42, 43 und 44 zugeordnet, in die eine Schraubenfeder 45 eingelassen
ist. Die Bohrungen 42, 43 und 44 sind jeweils mit einer Schraube 46 verschlossen.
Die Schraubenfedern 45 wirken auf die in den Führungsschlitzen 39, 40 und 41 verschiebbar
angeordneten Lagerhebel 46, 47 und 48 ein, die, wie die Seitenansicht der Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
9 nach Fig.4 erkennen läßt, an ihrem hinteren, nach oben abgewinkelten Ende in einer
horizontalen Achse 49 drehbar gelagert sind. In dieser Achse 49 ist ferner die Anschlagschürze
50 drehbar gelagert, an der die Lagerhebel 46, 47 und 48 mit ihren hinteren abgewinkelten
Enden angreifen.
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Die Drehstellung der Anschlagschürze 50 bestimmt somit den unteren
Anschlag der Verschiebemöglichkeit der Lagerhebel innerhalb der ihnen jeweils zugeordneten
Führungsschlitze 39, 40 und 41.
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Die Drehstellung der Anschlagschürze 50 im Urzeigersinn wird begrenzt
durch die Scheibe 51, die am freien Ende der in der Stirnwand 38 geführten Einstellschraube
52 befestigt ist. Die Begrenzung der Drehstellung der Anschlagschürze 50 im Urzeigersinn
durch die Scheibe 51 der Einstellschraube 52 kann durch Ausfahren der Kolbenstangen
53 und 54 der Teilantriebe des steuerbaren Antriebs für die Stoffenden-Öffnungsvorrichtung
darstellenden pneumatischen Zylinder 55 und 56 aufgehoben und damit verändert werden.
Die pneumatischen Zylinder 55 und 56, die Preßluftanschüsse 58 sowie 57 und 57a
aufweisen und in einem an der Stirnwand 38 verankerten Bolzen 59 geführt sind, können
hinsichtlich ihrer Verschiebestellung in diesem Bolzen 59 jeweils durch eine in
der Stirnwand geführte Stellschraube 61 und 61a in Richtung auf die Anschlagschürze
50 oder ihr entgegengesetzt
verschoben werden, sodaß sich bei fest
vorgegebenen Kolbenhub die Anschlagdrehstellung der Anschlagschürze 50, bezogen
auf die jeweils ausgefahrene Kolbenstange 53 bzw. 54 der pneumatischen Zylinder
55 bzw. 56 beliebig einstellen läßt.
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Die Lagerhebel 46, 47 und 48 sind an ihren aus den Führungschlitzen
39, 40 und 41 herausragenden Enden nach unten abgewinkelt und tragen an diesen Enden
in horizontalen Achsen 60 drehbar gelagerte Sohlen 62, 63 und 64. Die Sohlen 62
und 64 der äußeren Lagerhebel 46 und 48 weisen ein Schwertprofil auf, und sind zur
Mitte hin in gleicher Höhe gegeneinander ausgerichtet. Die Sohle 63 des mittleren
Lagerhebels 47 ist über den Sohlen 62 und 64 angeordnet und weist ein Profil nach
Art eines Bootskörpers mit einem vertikalen Schwertkiel auf. Die Sohlen 62, 63 und
64 sind, wie die Vorderansicht des Stoffenden-Öffnungsvorrichtung 9 nach Fig. 5
erkennen läßt, durch einen Anschlag 65 begrenzt, in den sie in etwa waagrechter
Ausrichtung unter dem Druck einer in Fig. 4 sichtbaren Feder 65a anliegen.
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Durch die fächerartige Anordnung der Führungsschlitze 39, 40 und 41
in der Stirnwand 38 wird erreicht, daß die Sohlenanordnung bei einem Verstellen
des Anschlags der Anschlagschürze 50 in Richtung entgegen dem Uhrzeigersinn sich
aufweitet. Die Ausschnittsdarstellung nach Fig. 7 zeigt eine solche aufgeweitete
Stellung der Sohlenanordnung, die für das Einführen eines Stoffes 67 im Bereich
seiner Naht 68 wesentlich erleichtert. Sobald der Stoff 67 mit seiner Naht 68 gleichsam
in die Sohlenanordnung eingefädelt ist, geht der diese aufgeweitete Stellung der
Sohlenanordnung bewirkende pneumatische Zylinder mit seiner Kolbenstange in seine
Ausgangsstellung zurück, wodurch es den nunmehr wieder zusammenrückenden Sohlen
62, 63 und 64 ermöglicht wird, den Stoff
67 in seiner Naht 68 während
des Einzugs zwischen den Bügelholm 6 und die Preßformplatte 14 auf dem Förderband
18 zu führen.
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Wie die Aufsicht auf Fig. 6 verdeutlicht, dient der kürzere pneumatische
Zylinder 55 der kurzzeitigen Aufweitung der Sohlenanordnung in eine erste Öffnungsstellung
entsprechend Fig. 7, die lediglich einen kurzen Hub benötigt. Beim Freigeben der
Stoffnaht am Ende eines Bügelvorgangs wird eine zweite Öffnungsstellung der Sohlenanordnung
erforderlich, die eine möglichst große Öffnungsweite haben soll. Hierzu ist eine
größere Hubbewegung erforderlich, die dabei durch den größeren der beiden pneumatischen
Zylinder 56 ausgeführt wird. Diese zweite Öffnungsstellung der Sohlenanordnung ist
im Ausschnitt nach Fig. 8 dargestellt.
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Im Anschluß an das Aufweiten der Sohlenanordnung durch den pneumatischen
Zylinder 56 wird der in seiner Naht gebügelte Stoff mittels des Förderbandes 18
rasch aus seiner Bügelstellung zwischen Bügelholm und Formpreßplatte nach vorne
wieder herausgeführt und anschließend mit dem pneumatischen Zylinder 55 die Sohlenanordnung
wiederum in ihre erste Öffnungsstellung gebracht, in der ein weiteres hinsichtlich
seiner Naht zu bearbeitendes Werkstück in die Sohlenanordnung eingefädelt werden
kann.
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Mittels der Einstellschrauben 61 und 61a sowie der Einstellschraube
52 kann die Stoffenden-Öffnungsanordnung 9 an die unterschiedlichsten Formen und
Stoffstärken optimal angepaßt werden.
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Gewerbliche Verwertbarkeit Der Nahtbügelplatz kann zum rationellen
Ausbügeln von Stoffnähten bei Gewährleistung gleichbleibender Bearbei-
tungsqualität
insbesondere im Bereich der Kofektionsfertigung eingesetzt werden. Darüber hinaus
kann die Stoffenden-Öffnungsvorrichtung im Bereich des textile Werkstoffe be- und
verarbeitenden Gewerbes überall da zur Anwendung gelangen, wo im Zuge von automatischen
Arbeitsvorgängen die exakte Führung von zusammengenähten Stoffteilen in ihrer Naht
wünschenswert ist.
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11 Patentansprüche 8 Figuren
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