-
Wässrige Dispersionen und deren Verwendung zum Ausrüsten von Textilmaterial
-
Es wurde gefunden, dass unter Verwendung von bestimmten, wie unten
definiert formulierten Wachsdispersionen, Textilmaterial nach Imprägnierverfahren
aus wassrigem Medium gut ausgerUstet werden kann, so dass insbesondere auch in Gegenwart
von optischen Aufhellern und/oder bei Kunstharzappreturen gleitendmachende Ausrüstungen
erhalten werden können.
-
Die Erfindung betrifft das Ausrüstungsverfahren sowie die entsprechenden
dazu geeigneten Wachsdispersionen und die behandelten Substrate.
-
Ein erster Gegenstand der Erfindung ist also das Verfahren zum Ausrüsten
von Textilmaterial durch Imprägnieren mit einer wässrigen wachshaltigen Flotte und
thermische Nachbehandlung, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man als Wachs ein
nicht-ionogen dispergiertes Wachsgemisch aus a) einem feinkristallinen, Carboxygruppen
und Carbonsäureestergruppen enthaltenden Kohlenwasserstoffwachs und b) einem Paraffinwachs
einsetzt.
-
Als "feinkristalline Kohlenwasserstoffwachse werden hier im allgemeinen
solche verstanden, die auf synthetischem Wege oder aus der Erdölverarbeitung gewonnen
werden können und sich durch ihre fein- bis mikrokristalline Struktur kennzeichnen.
Vornehmlich handelt es sich dabei um Kohlenwasserstoffwachse, die am aliphatischen
Grundgerúst mindestens teilweise verzweigt sind.
-
Die erfindungsgemäss einzusetzenden Wachse a) enthalten Carboxygruppen
und Carbonsäureestergruppen und konnen auf an sich bekannte Weise auf oxydativem
Wege und/oder durch besondere Auswahl von Synthesebedingungen und gegebenenfalls
Teilverseifung erzeugt werden; als Vertreter dieser Gruppe von Wachsen kennen insbesondere
oxydierte mikrokristalline Wachse und vor allem oxydierte und/oder teilverseifte
Fischer-Tropsch-Wachse erwähnt werden.
-
Diese Wachse sind insbesondere harte Wachse und können durch Säurezahl,
Verseifungszahl und Nadelpenetration definiert werden. Die Säurezahl liegt vorteilhaft
im Bereich von 5-60, vorzugsweise 5-35; die Verseifungszahl liegt vorteilhaft im
Bereich von 10-120, vorzugsweise 15-70; vorzugsweise ist die Verseifungszahl mindestens
10 Mal grösser als die Säurezahl. Die Nadelpenetration (nach bekannten Methoden
gemessen, z.B. nach ASTM D-1321, DGF M-III 9b oder DIN 51579) ist vorteilhaft <
12, vorzugsweise ' 6. Unter den genannten carboxy- und carbonsäureestergruppenhaltigen
Wachsen sind die Fischer-Tropsch-Wachse und insbesondere die teilverseiften Fischer-Tropsch-Wachse
bevorzugt.
-
Die erfindungsgemäss einzusetzenden Paraffinwachse b) sind im wesentlichen
reine Kohlenwasserstoffe, wie sie insbesondere aus der Erdolverarbeitung gewonnen
werden können und makrokristallin kristallisieren. Sie können durch den Tropfpunkt
und/oder den Erstarrungspunkt und durch die Nadelpenetration charakterisiert werden.
Der Tropfpunkt der Paraffinwachse b) liegt vorteilhaft bei Werten - 30°C, vorzugsweise
' 50"C; auch der Erstarrungspunkt der Paraffinwachse b) liegt vorteilhaft bei Werten
I 30"C, vorzugsweise ' 50"C; die Nadelpenetration (z.B. nach ASTM D-1321, DGF M-III
9b oder DIN 51579) der Paraffinwachse beträgt vorteilhaft Werte L 100, vorzugsweise
~ 85, wobei besonders die Hartparaffine, insbesondere solche mit Nadelpenetration
' 25, bevorzugt sind. Die erfindungsgemäss einzusetzenden Paraffinwachse b) haben
gUnstigerweise einen möglichst niedrigen Oelgehalt, zweckmassig ' 5%, vorzugsweise
e 1%.
-
Das Gewichtsverhältnis Wachs a)/Wachs b) liegt vorteilhaft im Bereich
von 0,05-50, vorzugsweise 0,1-20.
-
Die zum dispergieren der Wachse a) und b) verwendeten Emulgatoren
c) sind nicht-ionogen. Es eignen sich im allgemeinen beliebige nicht-ionogene Emulgatoren,
vornehmlich
Oel-in-Wasser Emulgatoren; nicht-ionogene Emulgatoren und insbesondere O/W-Emulgatoren
mit nicht-ionogenem Charakter sind in der Technik zahlreich bekannt und auch in
der Fachliteratur beschrieben, so z.B. in N. Schönfeld Surface active ethylene oxide
adducts" (Pergamon Press, 1969) oder in M.J. Schick "Non-ionic surfactants" (Band
1 von "Surfactants Science Series", Marcel Decker Inc., New York, 1967).
-
Geeignete nicht-ionogene Oel-in-Wasser Emulgatoren sind vornehmlich
Oxäthylierungsprodukte von Fettsäuren, Fettamiden, Fettalkoholen oder Mono-oder
Dialkylphenolen oder von Sorbitanmono- oder -difettsäureestern, die gegebenenfalls
auch Propylenoxyeinheiten enthalten können; bevorzugte Emulgatoren sind solche der
folgenden durchschnittlichen Formeln
worin R1 Alkyl oder Alkenyl mit 9-22 Kohlenstoffatomen oder einen Rest der Formel
R2 Alkyl oder Alkenyl mit 8-21 Kohlenstoffatomen, R3 Alkyl mit 4-12 Kohlenstoffatomen,
m eine Zahl von 3 bis 30, n mindestens 1, p mindestens 1, die Summe n + p 3 bis
30 und q 1 oder 2 bedeuten.
-
Die Reste R1 und R2-CO- enthalten vorteilhaft 12-20 Kohlenstoffatome,
vorzugsweise 16-18 Kohlenstoffatome; R3 und der Index q werden vorteilhaft so
gewahlt,
dass der Rest (a) insgesamt 14-24 Kohlenstoffatome enthält, wobei besonders bevorzugte
Bedeutungen des Restes (a) Dibutylphenyl, Isooktylphenyl, Mono- oder Dinonylphenyl
und Monododecylphenyl sind.
-
Der Oxäthylierungsgrad der nicht-ionogenen Emulgatoren bzw. die Indices
m, n und p werden so gewahlt, dass die Emulgatoren den gewunschten HLB-Wert aufweisen,
vornehmlich wie es einem Oel-in-Wasser Emulgator entspricht.
-
Vorteilhaft liegt der durchschnittliche HLB-Wert der nicht-ionogenen
Emulgatoren im Bereich von 6-18, vorzugsweise 7-16, insbesondere 9 bis 15, Eals
nicht-ionogene Emulgatoren c) kommen sowohl einzelne nicht-ionogene tenside Verbindungen
als auch Gemische von nicht-ionogenen tensiden Verbindungen in Betracht]. Das Gewichtsverhaltnis
der erfindungsgemäss einzusetzenden nicht-ionogenen Emulgatoren c) zu den gesamten
erfindungsgemäss einzusetzenden Wachsen (a + b) wird zweckmassig so gewählt, dass
eine wässrige Dispersion der Wachse entstehen kann, vorteilhaft so, dass eine möglichst
stabile Dispersion entsteht; an sich kann das Gewichtsverhältnis des Emulgators
c) zum gesamten Wachs beliebig hoch sein, wird aber u.a. aus wirtschaftlichen Gründen
vorteilhaft moglichst niedrig gewahlt. GUnstige Gewichtsverhältnisse der nicht-ionogenen
Emulgatoren c) zu den eingesetzten Wachsen (a + b) liegen im Bereich von 0,05-1,0,
vorteilhaft beträgt das Gewichtsverhältnis c/(a + b) 0,08-0,75, vorzugsweise 0,1-0,5.
-
Vorzugsweise werden bei hohleren Gewichtsverhältnissen a)/b) hohere
durchschnittliche HLB-Werte fur c) und bei niedrigeren Gewichtsverhältnissen a)/b)
niedrigere durchschnittliche HLB-Werte fur c) gewählt; der optimale entsprechende
HLB-Wert fur eine bestimmte Wachskombination a) + b) kann durch einige Vorversuche
ermittelt werden.
-
Die wassrigen Dispersionen der Wachse a) und b), die den nicht-ionogenen
Emulgator zur Dispersion der Wachse enthalten, konnen auf an sich bekannte Weise
hergestellt werden, z.B. durch Eingiessen von Wasser in die emulgatorhaltige Wachsschmelze
oder umgekehrt durch Eingiessen der emulgatorhaltigen Wachsschmelze in Wasser; gegebenenfalls
kann eine vorzugsweise nichtflUchtige Base (vornehmlich Alkalimetallhydroxyd oder
-carbonat, z.B.
-
Lithium-, Natrium- oder Kaliumhydroxyd, vorzugsweise Natriumhydroxyd)
zur
Neutralisation der Carboxygruppen des Wachses zugegeben werden;
gewünschtenfalls kann die Dispersion ein Frostschutzmittel enthalten, wie z.B.
-
Mono- oder Diathylenglykol oder ein Mono- oder Diäthylenglykol-(C1
4--aikyl)-monoather.
-
Gegebenenfalls können, z.B. nachträglich, nicht-ionogene Tenside mit
HLB 15-19 als Schutzkolloide der Dispersion zusätzlich zugegeben werden, z.B.
-
in Konzentration von bis zu 30 Gew.%, vorzugsweise 2-10 Gew.%, bezogen
auf die Wachse a) + b).
-
Die Konzentration der Wachse a) + b) in der wässrigen Dispersion kann
an sich beliebig hoch sein, wie es ausreicht, damit das Produkt giessbar bzw.
-
rührbar ist; vorteilhaft beträgt der Wachsgehalt der wässrigen erfindungsgemäss
einzusetzenden Dispersionen 5-50 Gew.%, vorzugsweise 8-35 Gew%, insbesondere 12-26
Gew.% der Wachse a) + b). Der pH-Wert der wässrigen Dispersionen ist vorteilhaft
neutral bis alkalisch, vorzugsweise liegt der pH-Wert im Bereich von 7 bis 10.
-
Die definierten Dispersionen, die auch Gegenstand der Erfindung sind,
sind stabil und in dieser Form gebrauchsfertig.
-
Als Substrate fUr das erfindungsgemässe Verfahren eignen sich beliebige
natürliche, vollsynthetische oder halbsynthetische Materialien, z.B. aus natürlicher
oder modifizierter Cellulose, aus natürlichen oder synthetischen Polyamiden, aus
Polyester, Polypropylen oder Polyacrylnitril oder auch aus Gemischen solcher Materialien.
Das Substrat kann in einer beliebigen Bearbeitungsform vorliegen, wie sie für Imprägnierverfahren
geeignet ist, z.B. als Fäden, Stränge, Spulen, Gewebe, Gewirke, Filze, Vliese, Vliesstoffe,
Teppiche, Samt oder Tuftingware. Das Imprägnierverfahren kann nach beliebigen, ueblichen
Methoden erfolgen, z.B. durch Klotzen, Tauchen, Besprühen, Aufschäumen oder Aufstreichen,
wobei das erfindungsgemässe Verfahren besonders vorteilhaft für Tauch- und Klotzverfahren
verwendet wird.
-
Die Wahl der Applikationsmethode hängt im allgemeinen von der Beschaffenheit
des Substrates, vom gewünschten Effekt und von der gewählten Apparatur ab. Die erfindungsgemässe
Ausrüstung ist im allgemeinen eine Endausrüstung,
die zur Verbesserung
bzw. Erleichterung der maschinellen Verarbeitung und Konfektionierung und insbesondere
der Vernähbarkeit der Ware dient. Die erfindungsgemässe Ausrüstung, welche an sich
den Charakter einer nicht-permanenten AusrUstung hat, kann daher z.B. im Anschluss
an ein Färbeverfahren und/oder optisches Aufhellverfahren oder an ein sonstiges
permanentes Ausrustungsverfahren erfolgen. Nach einer besonderen AusfUhrungsform
der Erfindung kann die erfindungsgemässe Ausrüstung aber auch gleichzeitig mit einer
optischen Aufhellung und/oder mit einer Kunstharzappretur durchgefuhrt werden.
-
Als optische Aufheller kommen im allgemeinen beliebige in Wasser dispergierbare
oder lösliche optische Aufheller in Betracht, wie sie für das optische Aufhellen
entsprechender Substrate aus wassriger Flotte geeignet sind; besonders bevorzugt
werden Cellulosesubstrate mit anionischen optischen Aufhellern der 4,4'-Bis(s-triazinylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäurereihe
optisch aufgehellt. Solche optischen Aufheller sind in der Fachwelt bekannt und
in der Literatur auch zahlreich beschrieben, z.B. in den deutschen Patentschriften
11 06 334, 11 70 765, 17 95 047 und 19 39 521, in den deutschen Offenlegungsschriften
19 63 065, 20 56 195, 21 45 384, 22 33 429, 24 03 455, 24 06 883, 24 30 624, 26
01 749 und 2715 864 und in der belgischen Patentschrift 754 466; davon sind besonders
diejenigen bevorzugt, die in der DE-OS 21 45 384 und insbesondere in der DE-OS 24
30 624 beschrieben sind und der Formel
entsprechen, worin X -NH2 oder am Phenylring gegebenenfalls durch R' und/oder -S03M
substituiertes Phenylamino, R' Wasserstoff, Halogen, Alkyl oder Alkoxy, R" Wasserstoff,
Alkyl, Hydroxyalkyl, Alkoxyalkyl, Aralkyl, Aryloxyalkyl, gegebenenfalls durch Hydroxy
oder Alkoxy substituiertes Alkylaminoalkyl, gegebenenfalls durch Alkyl substituiertes
Cycloalkyl oder gegebenenfalls
durch Alkyl, Alkoxy oder Halogen
substituiertes Phenyl oder einen Rest der Formel
R"' Wasserstoff oder Alkyl, Z -COOR4, -CO-CsH2s+l, -CN oder -CO-NR5R6, R4 gegebenenfalls
durch Hydroxy, Alkoxy, Phenyl oder Phenoxy substituiertes Alkyl, R5 und R6 jeweils
Wasserstoff, Alkyl oder Hydroxyalkyl oder R5 und R6 zusammen mit dem Stickstoff
einen heterocyclischen Rest, M Wasserstoff, Alkalimetall oder Ammonium, r 1 oder
2 und s 1 bis 5 bedeuten und die vorkommenden Alkyl- und Alkoxyreste niedrigmolekular
sind und 1 bis 5 Kohlenstoffatome enthalten.
-
X steht vorzugsweise fur
t 1 oder vorzugsweise 2 ist, R' steht vorzugsweise für Wasserstoff, Z steht vorzugsweise
für -CN oder -CONR5R6, R"' steht vorzugsweise für Wasserstoff, R5 und R6 stehen
vorzugsweise fur Wasserstoff, R" steht vorzugsweise fUr C1,2-Alkyl, C2 3-Hydroxyalkyl,
(C1,4-Alkoxy)--C2,3-alkyl, Cyclohexyl, Benzyl, Hydroxyäthoxyäthyl oder ein Alkylaminoalkyl
oder Alkanolaminoalkyl wie Dimethylaminopropyl oder Aethanol ami noäthyl, Halogen
steht vorzugsweise für Chlor, r bedeutet vorzugsweise 2.
-
Die Konzentration optischen Aufheller, bezogen auf das aufzuhellende
Substrat, kann in den üblichen Bereichen gehalten werden.
-
FUr die Kunstharzappretur eignen sich beliebige, Ubliche Kunstharzkomponenten,
wie sie für die Appretur von Textilmaterialien und insbesondere Cellulosematerialien
verwendet werden konnen, insbesondere solche, die Kunstharzappreturen mit nicht-ionogenem
oder basischem Charakter ergeben. Solche Kunstharzappreturen bzw. Kunstharzappreturkomponenten
und -verfahren sind in der Technik bekannt und in der Literatur zahlreich beschrieben,
z.B. in Dr. M.W. Ranney "Crease-proofing textiles" (Textile Processing Review, no.
2, NDC, 1970), in Chwala/Anger "Handbuch der Textilhilfsmittel" -Verlag Chemie,
Weinheim, New York; 1977 - (Kapitel 3.16.4 davon fUr die Kunstharze und Kapitel
3.16.5 davon für die entsprechenden Katalysatoren) oder in den deutschen Offenlegungsschriften
31 37 404, 32 16 745, 32 16 913 und 33 30 120 und in der PCT-Offenlegungsschrift
81/02423. Bevorzugte Klassen von Kunstharzen sind (nach der Einteilung von Chwala/Anger
bezeichnet): Methylolharnstoff, Bis(methoxymethyl)-harnstoff, Poly(methylol)-melamin,
1,3-Bis(hydroxymethyl)-imidazolin-2-on, Mischungen von 1,3-Bis(hydroxymethyl)-imidazolin-2-on
und Poly(methylol)-melamin, 5-substituierte 1,3-Dimethylol-1,3,5-hexahydrotriazin-2-one
(Triazone), Bis(methoxymethyl)--uron, Dimethylolpropylenharnstoff, cyclische 1,3-Dimethylol-4,5-dihydroxyäthylenharnstoffe
und verwandte Verbindungen, und Methylolcarbamate und ausserdem Umsetzungsprodukte
von Polyalkylenpolyaminen, insbesondere Triathylentriamin, mit Dicyandiamid und
(in Gegenwart von Katalysatoren wie MgCl2) mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten
N-Methylol-alkylenharnstoffen, insbesondere N,N-Dimethylolathylen- oder -propylen-harnstoff
oder N,N'-Dimethylol-dShydroxyathylen-harnstoff. Die Konzentration Kunstharz und
Katalysator kann im Ublichen Bereich gehalten werden, wie es für die gewünschte
Kunstharzappretur erforderlich ist.
-
Die Wahl einer erfindungsgemässen Wachsdispersion und die Qualität
der entsprechenden erfindungsgemässen AusrUstung sind von der Wahl der Kunstharzappretur
weder abhängig noch bedingt.
-
Die Konzentration Wachs fUr die erfindungsgemasse, im wesentlichen
gleitendmachende AusrUstung kann in einer breiten Spanne variieren und ist von allfällig
vorhandenen weiteren AusrUstungskomponenten, wie z.B. optischen Aufheller und/oder
Kunstharzappreturkomponenten, weitgehend unabhängig,
gute erfindungsgemässe
WachsausrUstungen konnen im Konzentrationsbereich von 0,05-2 Gew.% Wachse a) + b),
bezogen auf das Substrat, erreicht werden, vorzugsweise im Konzentrationsbereich
von 0,1-1,5% Wachse a) + b), bezogen auf das Substrat; in den genannten Bereichen
kann noch ftir ein bestimmtes Substrat je nach Art und Beschaffenheit ein optimaler
Konzentrationswert ermittelt werden; im allgemeinen werden für Cellulosesubstrate
etwas höhere Wachskonzentrationen bevorzugt als fur Wollfasern und Synthesefasern.
-
Die Applikation der erfindungsgemässen Ausrüstungsmittel kann im allgemeinen
nach üblichen Imprägnierverfahren erfolgen, wie oben erwähnt; die anschliessende
thermische Nachbehandlung kann eine einfache Trocknung sein, z.S. im Temperaturbereich
von 80 bis 1800C, vorzugsweise 80-140"C oder, wenn ein Kunstfasersubstrat noch nachzufixieren
ist, kann dies gleichzeitig bzw. im Anschluss an die erfindungsgemässe Ausrüstung
erfolgen (je nach Substrat z.B. im Temperaturbereich von 160-220"C) oder, wenn eine
Kunstharzappretur gleichzeitig mit der erfindungsgemässen Ausrüstung erfolgt, kann
die thermische Nachbehandlung z.B. im Temperaturbereich von 120-220°C durchgefuhrt
werden, vorteilhaft entspricht die weitere thermische Nachbehandlung dabei der Vernetzungs-
bzw. Kondensationstemperatur des Harzes und liegt insbesondere im Bereich von 160-190'C;
bei Baumwollkunstharzappreturen kann man vorteilhaft die imprägnierte Ware bei 120-140"C
einige Sekunden vortrocknen und dann bei höheren Temperaturen, vorzugsweise bei
170-190"C kurz kondensieren. Die Applikation der erfindungsgemässen Wachse kann
im allgemeinen unter beliebigen pH-Bedingungen erfolgen, zweckmässig unter solchen
wie für die entsprechenden optischen Aufheller bzw. der entsprechenden Kunstharzappretur
geeignet; im allgemeinen sind bei Kunstharzappreturen saure pH-Werte (insbesondere
pH 3-6) bevorzugt.
-
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren konnen ausgerüstete Substrate
mit optimaler maschineller Verarbeitbarkeit, insbesondere Vernähbarkeit erhalten
werden (z.B. zur Erzeugung von Nadelfilzen oder gesteppter Ware), insbesondere auch
optisch aufgehellte Ware mit optimalem Weiss und besonders auch kunstharzappretierte
Ware mit verbesserter Vernähbarkeit, wobei die Permanenz der Kunstharzappretur nicht
beeinträchtigt ist und die Faser zu Faser Gleitfahigkeit, insbesondere die Vernähbarkeit
des Materials optimal ist.
-
In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und die
Prozente Gewichtsprozente; die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben; die
Nadelpenetrationen sind in dmm angegeben.
-
Beispiele 1-7 x Teile oxydiertes mikrokristallines Wachs oder Fischer-Tropsch-Wachs
(W), y Teile Paraffinwachs (P) und 45 Teile Emulgator (E) werden zusammengeschmolzen.
Anschliessend setzt man der erhaltenen Mischung v Teile einer 30%igen wässrigen
Natriumhydroxyd-Lösung zu und giesst die erhaltene Schmelze unter Rühren in 510
Teile kochendes Wasser. Nach dem Abkuhlen wird die erhaltene, feine Dispersion ausgeladen.
-
Beispiel W P E x y v 1 W1 P3 E1 152 8 8 2 W2 P3 E2 152 8 6 3 W1 P1
E3 60 100 3 4 W2 P2 E1 80 80 3 5 W3 P3 E1 152 8 11 6 W2 P2 E4 80 80 3 7 W2 P3 E5
152 8 6 Beispiel 8 100 Teile Paraffinwachs (P3), 60 Teile Fischer-Tropsch-Wachs
(W1) sowie 20 Teile Emulgator (E1) werden bei 120O zusammengeschmolzen. Sodann werden
3 Teile einer 30%igen wässrigen Natriumhydroxydlösung zugefügt und man lässt die
erhaltene leicht alkalische Schmelze in eine Lösung von 56 Teilen Aethylenglykol
in 478 Teilen Wasser, die eine Temperatur von 95O aufweist, einfliessen. Es entsteht
eine feine Dispersion, die man auf Raumtemperatur erkalten lässt. Vor dem Ausladen
werden noch 25 Teile einer 30%igen wässrigen Losung Emulgator (E6) zugegeben.
-
Beispiel 9 Man verfährt wie im Beispiel 8, setzt aber anstelle des
Wachses (P3) die gleiche Menge Wachs (P1) und anstelle des Wachses (W1) die gleiche
Menge des Wachses (W2) ein.
-
Beispiele 10-12 152 Teile oxydiertes mikrokristallines Wachs oder
Fischer-Tropsch-Wachs (W) sowie 8 Teile Paraffinwachs (P3) und z Teile Emulgator
(E6) werden zusammengeschmolzen. Anschliessend gibt man der erhaltenen Mischung
u Teile einer 30%igen wässrigen Natriumhydroxydlösung zu und lässt der erhaltenen
Schmelze unter Rühren 510 Teile Wasser von 95O zutropfen. Es entsteht eine feine
Dispersion, die auf Raumtemperatur abgekühlt wird.
-
Beispiel W z u 10 W1 30 4 11 W2 30 4 12 W1 40 0 Die in den Beispielen
eingesetzten Wachse und Emulgatoren sind wie folgt definiert: W1 teilverseiftes
Fischer-Tropsch-Wachs mit folgenden Spezifikationen Erstarrungspunkt (DGF M-III-4a)
90-93° Tropfpunkt (DGF M-III-3) 105-115° Penetrationszahl (DGF M-III-9b) 1-2 Viskosität
bei 120O 25-50 mPas Säurezahl 10-14 Verseifungszahl 20-30 W2 oxydiertes Mikrowachs
mit folgenden Spezifikationen Schmelzpunkt (ASTM D-127) 98" Penetrationszahl (ASTM
D-1321) 2 Säurezahl 13 Verseifungszahl 30
W3 oxydiertes Fischer-Tropsch-Wachs
mit folgenden Spezifikationen Erstarrungspunkt (DGF M-III-4a) 88-90° Tropfpunkt
(DGF M-III-3) 98-102° Penetrationszahl (DGF M-III-9b) 3-6 Viskosität bei 1200 10-12
mPas Säurezahl 27-32 Verseifungszahl 48-60 P1 Paraffin, vollraffiniert mit folgenden
Spezifikationen Erstarrungspunkt (ASTM D-87) 54-56° Tropfpunkt (DGF M-III-3) 56"
Nadelpenetration (ASTM D-1321) 20 Oelgehalt (ASTM D-721) 0,5% Säurezahl O Verseifungszahl
O P2 Paraffin, vollraffiniert mit folgenden Spezifikationen Erstarrungspunkt (ASTM
D-87) 50-52° Tropfpunkt (DGF M-III-3) 53" Nadelpenetration (ASTM D-1321) 80 Oel
gehalt 3-4% Säurezahl o Verseifungszahl O n-Paraffin-Gehalt (DGF M-V-8) 68% P3 Paraffin,
vollraffiniert mit folgenden Spezifikationen Erstarrungspunkt (DIN 51556) 62-64°
Penetrationszahl (DIN 51579) ca. 12,0 Oelgehalt (DIN 51571) max. 0,5% Säurezahl
O Verseifungszahl O
E1 C18H37-(OCH2CH2)10 OH HLB = 12,4
HLB = 10,0 E3 C18H35-(OCH2CH2)10 OH OH HLB = 12,4
r + s = 5 HLB = 14,0 HLB = 12,8 E6 C18H35-(OCH2CH2)25 OH CH2 zipOH HLB = 16,1 Applikationsbeispiele
A-F Das Substrat wird bei Raumtemperatur bis zu einer 80-100%igen Trockengewichtszunahme
mit einer wässrigen Flotte, die w g/l Wachsdispersion gemäss Beispiel 1, 2, 4, 5
oder 6, Kunstharzausrüstungschemikalien und optische Aufheller gemäss untenstehender
Tabelle enthält, foulardiert. Dann wird das foulardierte Textilmaterial zur Trocknung
einer thermischen Behandlung unterworfen und anschliessend die Nahbarkeit des behandelten
Substrates geprüft.
-
S1 Baumwolltrikot, Interlock, vorgewaschen* S2 Baumwolltrikot, gebleicht,
laugiert S3 Baumwolltrikot, Interlock, vorgewaschen* S4 Baumwolltrikot, Interlock,
vorgewaschen* 01 optischer Aufheller der Formel (III) K1 Fixappret COC (BASF) (50%ige
wässrige Lösung eines Derivats des Dimethylol-4,5-dihydroxäthylenharnstoffes) (*
die Substrate S1, S3 und S4 unterscheiden sich durch die verschiedene Stärke des
Materials)
Nähtest Zur Prüfung der Nähbarkeit werden zwei Stücke
eines gleichen Textilmaterials mit der selben Klotzflotte ausgerüstet und einzeln
thermisch behandelt. Nach 24 Stunden im Normalklima (65% relative Luftfeuchtigkeit
und 20°C) werden beide ausgerüsteten Stücke mit einer Pfaff-Steppstich-Nähmaschine
Typ 483 bei einer Nähgeschwindigkeit von 4800 Stichen/Minute testweise zusammengenaht
(d.h. ohne Nähfaden). Die Einstichkraft der Nähnadel wird durch eine sich unter
dem Textilmaterial und unter der Einstichstelle befindenden Dehnungsmesstreifenbrucke
aufgenommen und durch einen daran angeschlossenen UV-Schreiber registriert; die
Einstichkraft wird erst abgelesen, wenn nach einer Anlaufzeit die Tourenzahl der
Nähmaschine (4800 Touren/Minute) annähernd konstant geworden ist. Der O-Wert des
UV-Schreibers wird beim Laufen der Maschine bei gleicher Tourenzahl, aber ohne Gewebe
geeicht. Der Durchschnittswert der Einstichkraft wird auf zehn Nähten von je 100
Stichen ermittelt. Die verwendete Nähnadel ist eine SES/80 (kleine Kugelspitze)
Nadel der Firma F. Schmetz GmbH (Spezialfabrik für Nähmaschinennadeln, 5120 Herzogenrath,
Deutschland) (siehe Taschenbuch der Nähtechnik F. Schmetz, 1975).
| Zusammensetzung der Behandlungsflotte |
| Applika- |
| tions- Sub- Produkt optischer Kunstharz Katalysator thermische |
| Bei- strat gemäss Menge Aufheller Behandlung |
| spiel Beispiel (g/l) Typ Menge Typ Menge Typ Menge |
| (w) (g/l) (oil) (gel) |
| A S1 1 60 Ol 0,8 - - - - 140g/90 Sek. |
| B S1 1 60 Ol 0,8 - - - - 1809/60 Sek. |
| c S2 2 60 - - - - - - 140V90 Sek. |
| D S3 4 60 Ol 0,8 K1 100 MgC12 20 180/60 Sek. |
| E S4 5 60 Ol 0,8 - - - - 180V60 Sek. |
| F s3 6 60 01 0,8 K1 100 MgC12 20 180-/60 Sek. |
-
Anstelle von den in den Beispielen 1, 2, 4, 5 und 6 beschriebenen
Produkten können auch die Dispersionen der Beispiele 3, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 eingesetzt
werden. Die Applikation erfolgt auch im Foulardverfahren. Sie ergeben alle eine
deutliche Verbesserung der Nähbarkeit der behandelten Textilware (gegenüber der
entsprechend ohne Wachsdispersion behandelten).
-
Aplikationsbeispiele G-L Das Textilmaterial wird bis zu einer 80 bis
100%igen Trockengewichtszunahme mit einer wässrigen Flotte, die w g/l der gemäss
Beispiel 8 hergestellten Dispersion und gegebenenfalls weitere Chemikalien, wie
angegeben, enthält, foulardiert und getrocknet. Zur Beurteilung der Nähbarkeit wird
die behandelte Textilware 24 Stunden klimatisiert (65% relative Feuchtigkeit, 20°)
und mit einer Nähmaschine bei einer Geschwindigkeit von 4800 Stichen/Minute, ohne
Nähfaden genäht. Der Durchschnittswert der Einstichkraft wird, analog wie oben beschrieben,
auf 10 Nähten von je 75 Stichen ermittelt.
-
G) Substrat: Baumwolltrikot, Interlock, gebleicht Zusammensetzung
der Behandlungsflotte: w g/l Produkt gemäss Beispiel 8 0,8 g/l 01 100 g/l 50%ige
Dimethylol-dihydroxy-äthylenharnstoff-Lo 20 g/l Zn(N03)2 CH3COOH (pH 3,5) Trocknen
und Kondensieren: 60 Sek., 1800; Nähtest: w = 15, 30 und 60.
-
H) Substrat: Baumwolltrikot, Interlock, gebleicht Zusammensetzung
der Behandlungsflotte: w g/l Produkt gemäss Beispiel 8 0,8 g/l 01 Trocknen: 90 Sek.,
140C Nähtest: w = 15, 30 und 60.
-
I) Substrat: Polyester-Tricot (Dacron T 56) Zusammensetzung der Behandlungsflotte:
w g/l Produkt gemäss Beispiel 8 1 g/l Netzmittel N1 Trocknen: 90 Sek., 140C Nähtest:
w = 5, 10 und 20.
-
J) Substrat: Polyamid 6-Wirkware Zusammensetzung der Behandlungsflotte
w g/l Produkt gemäss Beispiel 8 1 g/l Netzmittel N1 Trocknen: 90 Sek., 140C Nähtest:
w = 5, 10 und 20.
-
K) Substrat: Polyacrylnitril-Tricot (Orlon 42) Zusammensetzung der
Behandlungsflotte w g/l Produkt gemäss Beispiel 8 1 g/l Netzmittel N1 Trocknen:
90 Sek., 140° Nähtest: w = 5, 10 und 20.
-
L) Substrat: Wollgabardine Zusammensetzung der Behandlungsflotte w
g/l Produkt gemäss Beispiel 8 1 g/l Netzmittel N1 Trocknen: 90 Sek. 140C Nähtest:
w = 5, 10 und 20.
-
N1 30%ige wässrige Lösung von Ditert.butylphenoldekaäthylen-glykolMather.
-
Die so behandelten Substrate weisen gegenüber den entsprechend ohne
Wachsdispersion behandelten Substraten eine deutliche Verbesserung der Nähbarkeit
auf (z.B. nach dem oben-beschriebenen Nähtest gemessen).
-
Analog wie das Produkt von Beispiel 8 werden die Produkte der Beispiele
9, 10, 11 und 12 in den Applikationsbeispielen G bis L eingesetzt.