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Uhrwerk
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Die Erfindung betrifft ein Uhrwerk mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1.
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Bekannte Uhrwerke dieser Art weisen ein Gehwerk und ein Schlagwerk
sowie Antriebskettenräder auf, die an einer als Rahmengehäuse ausgeführten Platine
gelagert sind. Die Kettenräder sind von Ketten umschlungen, an denen je ein Gewicht
für den Antrieb der Werke vorgesehen ist. Die Platine wird in einem Gehäuse einer
Kuckucksuhr befestigt, die außerdem ein Musikwerk und einen sich drehenden Reigenteller
aufweist, auf dem Figuren angeordnet sind. Das Musikwerk und der Reigenteller werden
gemeinsam über eines der Kettenräder angetrieben, während das Gehwerk und das den
Kuckucksruf auslösende Schlagwerk über einzeln zugehörige Kettenräder unabhängig
voneinander angetrieben werden. Die Herstellung der Uhrwerksplatine, an der sämtliche
Kettenradantriebe baueinheitlich integriert gelagert sind, ist insbesondere aufgrund
der komplizierten Werkzeuggestaltung
aufwendig und teuer.
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Man hat nun versucht, dem dadurch entgegenzuwirken, indem das Uhrwerk,
der Reigenteller und das Musikwerk jeweils getrennt von einander im Gehäuse befestigt
werden. Das Kettenrad für den Antrieb des Musikwerks und des Reigentellers ist hierbei
getrennt von der Uhrwerksplatine an einem Grundplattenteil des an der einen Seitenwand
des Uhrengehäuses befestigten Musikwerks gelagert. Um den Reigenteller anzutreiben,
ist eine zusätzliche Ubertragungskette vorgesehen, die ein am Musikwerk gelagertes
erstes Umlenkkettenrad und ein dem Reigenteller zugeordnetes zweites Umlenkkettenrad
umschlingt.
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Da das erste Umlenkkettenrad und das zweite Umlenkkettenrad in zwei
gänzlich verschiedenen Ebenen zueinander liegen, sind zwischen diesen beiden Umlenkkettenrädern
außerdem entsprechende Umlenkrollen im Gehäuse der Kuckucksuhr angeordnet, über
die die ttbertragungskette entsprechend umgelenkt wird. Bei einer derartigen Kuckucksuhr
ist es nachteilig, daß die verschiedenen Teile, also das Uhrwerk mit dem Geh- und
Schlagwerk, der Reigenteller, das Musikwerk mit dem Antriebskettenrad und die über
die zusätzlichen Umlenkrollen geführte zusätzliche Ubertragungskette nur von speziell
angelernten Personen montiert werden können, da das Ausrichten und Montieren besonders
sorgfältig durchgeführt werden muß, da sonst Funktionsstörungen auftreten können.
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Insbesondere muß darauf geachtet werden, daß
die Ubertragungskette
weder zu stramm gespannt ist noch zu locker durchhängt, da sonst der Anlauf des
Reigentellers blockiert oder ein ruckartig roboterhaftes Drehen des Reigentellers
erfolgt.
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Die Montage ist demnach insgesamt aufwendig und teuer, wobei insbesondere
bei wechselnden klimatischen Verhältnissen (z.B. überwiegender Export der Kuckucksuhren
nach Amerika) Funktionsbeeinträchtigungen dennoch nicht auszuschließen sind, da
bei einem feuchtigkeits- und/oder temperaturbedingten Verzug des aus Holz hergestellten
Kuckucksuhrengehäuses keine einwandfreie Justierung der Kettenübertragung zu erzielen
ist.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Uhrwerk mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1 dahingehend weiterzubilden, daß insgesamt eine
einfache Herstellung und Montage sowie eine dauerhafte Betriebssicherheit erzielt
wird.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst.
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Infolge der erfindungsgemäßen Ausbildung läßt sich der Reigenteller
mit dem ihn und das Musikwerk antreibenden Kettenrad als vormontierte Baueinheit
an der Platine befestigen.
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Dadurch entfällt eine gesonderte Montage; vielmehr wird der Reigenteller
mit dem Zahnrad beim Einbau der Platine in das Uhrengehäuse genau gegenüber diesem
ausgerichtet, so daß eine sehr einfache Montage gewährleistet ist, die selbst von
ungeübten Personen und Laien ohne Schwierigkeiten in kürzester Zeit durchgeführt
werden kann, was zu einer erheblichen Kosteneinsparung führt. Der mit der Platine
fest verbundene Zusatzträger gewährleistet ferner eine kompakte Anordnung von Ubersetzungsstufen
für die Drehbewegung des Reigentellers und einen direkten Eingriff des Zahnrades
in ein Antriebsteil der Musikwalze, so daß eine einwandfreie Mitnahme des Reigentellers
und der Musikwalze und damit sichere Gangeigenschaften gewährleistet sind.
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Dies umso mehr, als infolge der konstruktionsbedingten geringen Reibungsverluste
ein geringeres Gewicht zum Antrieb der Musikwalze erforderlich ist, Dieses geringere
Gewicht hat ferner den Vorteil, daß dadurch die Transportkosten wesentlich verringert
werden kannen. Ferner kann das erfindungsgemäße Uhrwerk raumsparend im Uhrengehäuse
untergebracht und die Gewichte zum Antrieb des Geh-, Schlag-und Musikwerks gleichmäßig
angeordnet werden.
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Bevorzugt Ausgestaltungen und Weiterbildungen sowie weitere Vorteile
und wesentliche Einzelheiten der Erfindung sind den Merkmalen der Unteransprüche,
der nachfolgenden Beschreibung und
der Zeichnung zu entnehmen, die in schematischer Darstellung bevorzugte Ausführungsformen
als Beispiel zeigt. Es stellen dar:
FIG. 1 eine erfindungsgemäße
Kuckucksuhr mit einer Ansicht von der Rückseite in das Innere des Uhrengehäuses
mit einem darin befindlichen Uhrwerk, Musikwerk und Reigenteller, FIG. 2 eine geschnittene
Seitenansicht eines Teils des Uhrengehäuses der FIG. 1 mit an der Vorderwand befestigtem
Uhrwerk und Reigenteller, FIG. 3 eine Draufsicht auf den Reigenteller und das Uhrwerk
im vorderen geschnittenen Teil des Gehäuses.
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Die in der Zeichnung dargestellte Kuckucksuhr 1 besitzt ein aus Holz
hergestelltes Gehäuse 2, das eine Vorderwand 3, zwei Seitenwände 4,5, einen Boden
6, ein nach zwei Seiten geneigtes winkelförmiges Dach 7 und eine Rückwand 8 aufweist,
deren hier nicht dargestellter unterer Teil abnehmbar ist. An der Vorderwand 3 können
hier nicht gezeigte Schnitzereien ausgebildet bzw.
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angeordnet sein. Im Gehäuse 2 sind an der einen Seitenwand 4 sogenannte
Kuckuckspfeifen 9 angeordnet, denen zur Erzeugung des Kuckucksrufes je ein Blasebalg
10 zugeordnet ist.
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An der anderen Seitenwand 5 ist im Inneren des Gehäuses 2 ein Musikwerk
11 befestigt, das zur Erzeugung einer Melodie eine Musikwalze 12 aufweist. An dem
der Vorderwand 3 zugewandten Ende der ttusikwalze 12 befindet sich ein Antriebszahnrad
13.
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Weiterhin befindet sich im Gehäuse 2 ein Uhrwerk 14, das ein hier
nicht näher dargestelltes Gehwerk für die Uhrenzeiger und ein Rechenschlagwerk für
die Auslösung des jeweiligen Kuckucksrufes aufweist. Das Uhrwerk 14 besitzt eine
Platine 15, die zwei parallel auf Abstand zueinander angeordnete Plattenteile 16,17
besitzt, zwischen denen die Uhrwerksräder, Steuerhebel und dergleichen sich befinden
und die mittels Distanzbolzen 18 schraubverbunden sind. Am unteren Teil des Uhrwerks
14 sind zwei hier nicht dargestellte Antriebskettenräder vorgesehen, die je von
einer Kette 19 bzw. 20 umschlungen sind. An jeder der beiden Ketten 19,20 ist ein
Gewicht 21 befestigt.
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Die Kette 19, die außerdem über ein am Boden 6 befestigtes Führungsrad
22 geleitet ist, ist für den Antrieb des Schlagwerks vorgesehen. Die andere Kette
20 ist für den Antrieb des Gehwerks bestimmt.
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Das Musikwerk 11 und ein über der Platine 15 befindliches Reigenwerk
23, das einen um eie Achse 24 drehbaren Reigenteller 25 aufweist, werden gemeinsam
über eine Kette 26 angetrieben, die ebenfalls mit einem Gewicht 21 belastet ist.
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Die Kette 26 umschlingt ein Kettenrad 27, das sich über dem Antriebszahnrad
13 der Musikwalze 12 schräg über der einen oberen Platinenecke 28 befindet. Der
FIG. 1 ist zu entnehmen, daß die mit den Gewichten 21 belasteten Ketten 19,20,26
so
angeordnet sind, daß bezüglich einer vertikalen Mittenachse 29 des Gehäuses 2 in
dessen Breite eine annähernd symmetrische Aufteilung und weitgehend gleichmäßige
Gewichtsverteilung gegeben ist.
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Das Reigenwerk 23 ist gemeinsam mit dem Kettenrad 27 als an der Platine
15 befestigbare kompakte Anbaueinheit 30 ausgebildet und weist dafür einen Zusatzträger
31 auf, der beim vorliegenden Ausführungsbeispiel als L-förmiger Blechwinkel ausgeführt
ist. Am Vertikalschenkel 32 des Zusatzträgers 31 sind zwei sich nach unten hin erstreckende
und etwas abgekröpfte Befestigungslaschen 33 ausgebildet, die an den beiden oberen
Distanzbolzen 18 der Platine 15 angeschraubt sind. Der Vertikalschenkel 32 liegt
dabei etwa in der Ebene des einen Plattenteils 16 der Platine 15. Außerdem sind
am Vertikalschenkel 32 zwei weitere winkelförmige Laschen 34 ausgebildet, über die
das Uhrwerk 14 an der Vorderwand 3 mittels Schrauben befestigt ist. Am Plattenteil
16 sind unten an den Distanzbolzen 18 zwei weitere winkelförmige Laschenteile 35
vorgesehen, die ebenfalls mittels Schrauben an der Vorderwand 3 des Gehäuses 2 festgelegt
sind.
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An dem oberen abgewinkelten Horizontalschenkel 36 des L-förmigen Zusatzträgers
31 ist die Achse 24 des Reigentellers 25 gelagert. Der Reigenteller 25 befindet
sich auf Abstand über einem Zahnkranz 37, der auf dem Horizontalschenkel 36 ortsfest
angeordnet
ist. Der Durchmesser des Zahnkranzes 37 ist etwas kleiner als der Durchmesser des
Reigentellers 25. Am Außenumfangsbereich des Reigentellers 25 sind in gleichmäßigen
Abständen über Kreuz angeordnete vertikale Zapfen 38 drehbar gelagert, die an ihren
unteren Enden Zahnungen 39 aufweisen, die mit dem Zahnkranz 37 in Eingriff sind.
An den den Reigenteller 25 nach oben überragenden Zapfen 38 werden hier nicht dargestellte
Figuren, vorzugsweise Tanzpaare, befestigt. Wenn sich der Reigenteller 25 um seine
Achse 24 dreht, drehen sich aufgrund des Eingriffs der Zahnungen 39 in den Zahnkranz
37 ebenfalls die Zapfen 38 und somit auch die daran befestigten Figuren um ihre
eigene Achse.
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Am unteren Ende der Achse 24 des Reigentellers 25 ist ein Ritzel 40
befestigt, in das ein Kronenrad 41 eingreift. Das Kronenrad 41 ist an einem Ende
einer horizontalen Drehachse 42 angeordnet, die im Vertikalschenkel 32 des Zusatzträgers
31 gelagert ist und diesen durchsetzt. An der dem Ritzel 40 und Kronenrad 41 gegenüberliegenden
anderen Seite des Vertikalschenkels 32 ist an dem vorstehenden Ende der Drehachse
42 ein Zwischenzahnrad 43 befestigt. In dieses Zwischenzahnrad 43 greift ein weiteres
Zwischenzahnrad 44 ein, das im Durchmesser größer ausgeführt ist als das Zwischenzahnrad
43. In das größere Zwischenzahnrad 44 greift ein weiteres Zahnrad 45 ein, das wiederum
einen größeren Durchmesser besitzt als das Zwischenzahnrad 44. Das Zwischenzahnrad
43,
das Zwischenzahnrad 44 und das Zahnrad 45 liegen alle in einer gemeinsamen Ebene
auf Abstand parallel zum Vertikalschenkel 32 und sind an diesem gelagert. Das Zahnrad
45 ist auf dem Achsbolzen 46 des Kettenrades 27 angeordnet und befindet sich unmittelbar
hinter dem Kettenrad 27. Der Achsbolzen 46 ist an einem die Platine 15 in Richtung
zum Musikwerk 11 hin überragenden Endteil 47 des Vertikalschenkels 32 gelagert.
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Der FIG. 1 ist zu entnehmen, daß das Antriebszahnrad 13 der Musikwalze
12 unmittelbar in das hinter dem Kettenrad 27 auf dem Achsbolzen 46 angeordnete
Zahnrad 45 eingreift. Das Musikwerk 11 und das Reigenwerk 23 sind somit ausschließlich
über ein Zahnradgetriebe miteinander gekoppelt, so daß ein gleichmäßg ruhig laufender
und reibungsarmer Ubersetzungstrieb gegeben ist, wodurch Betriebsstörungen, wie
sie bei Kettenübertragungen aufgrund der dabei vorherrschenden großen Toleranzen
auftreten können, vermieden sind.
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Nach dem Auslösen des Schlagwerkes wird der Kuckucksruf je nach Anzahl
der anzuzeigenden Stunden erzeugt, indem die Blasebälge 10 über ein mit dem Uhrwerk
14 gekoppeltes Gestänge betätigt werden. Bei erfolgtem Kuckucksruf wird durch die
Drehbewegung der Fallenwelle 48, auf der ein Auslösehebel 49 befestigt ist, dieser
so verschwenkt, daß das Getriebe des Musikwerkes 11 entriegelt ist, aber noch gesperrt
bleibt.
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Nach der Beendigung der Schlagfolge bzw. des Kuckucksrufes wird der
Fallenhebel 50 des Schlagwerkes
in die Ausgangslage gebracht und
gibt den Flügel 51 des Musikgetriebes frei, das somit durch das an die Kette 26
angehängte Gewicht 21 angetrieben wird. Gleichzeitig wird während des Musikspiels
über das Zahnradgetriebe der Anbaueinheit 30 der Reigenteller 25 um seine Achse
24 gedreht und es drehen sich zudem die an den Zapfen 38 befestigten Figuren um
ihre Achse. Nach einer Drehung der Musikwalze 12 um 180 Grad oder 360 Grad wird
das Musikwerk 11 durch eine Sperre wieder gestoppt und für den neuen Schlagrhythmus
bereitgestellt.
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Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Uhrwerks besteht darin,
daß aufgrund der getrennten Anfertigung der Anbaueinheit 30 eine kostengünstige
Herstellung möglich ist. Da die Anbaueinheit 30 vor der Einbringung des Uhrwerks
in das Gehäuse 2 der Kuckucksuhr 1 an der Platine 15 problemlos und genau fixiert
befestigt werden kann, ist zudem auch eine einfache Montage gewährleistet, da sämtliche
Teile von vorn herein einwandfrei zueinander ausgerichtet sind, so daß auch ungelernte
Hilfskräfte diese Arbeiten ohne besondere Anleitung ausführen können und dennoch
eine einwandfreie Funktionstüchtigkeit gewährleistet ist. Durch die Verwendung der
erfindungsgemäßen Anbaueinheit 30 ist zudem der Vorteil gegeben, daß verschiedene
Ausführungsformen bzw. Varianten sowohl beim Uhrwerk als auch bei der Anbaueinheit
kombiniert werden können, so daß verschiedene
Uhrwerkstypen problemlos
zusammengebaut werden können. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, daß
aufgrund des reibungsarmen Zahnradgetriebes der Anbaueinheit 30 die Betätigungskraft
für den Antrieb des Musikwerks 11 und des Reigenwerks 23 erheblich reduziert werden
kann, so daß das Gewicht 21 der Kette 26 wesentlich leichter als bisher ausgeführt
werden kann. Dadurch wird zum einen eine deutliche Materialeinsparung erzielt, insbesondere
aber auch der Vorteil einer Frachtkostensenkung erreicht, was insofern von wesentlicher
Bedeutung ist, da die Kuckucksuhren zu etwa 90 Prozent nach Ubersee (überwiegend
Amerika) exportiert werden, so daß bei einer Gewichtseinsparung von etwa 300 bis
1000 Gramm je Uhreneinheit eine deutliche Kostensenkung zu verzeichnen ist.
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Das Zwischenzahnrad 44 ist wie das Zwischen zahnrad 43 mit einem Kronenrad
41' verbunden, das mit einem Ritzel 40' kämmt (Fig. 3). Das Ritzel 40' sitzt auf
einer Antriebsstange S für einen (nicht dargestellten)
Schieber oder Träger,auf dem weitere Musikanten darstellende Figuren der Kuckucksuhr
in einer zugehörigen Gehäuseöffnung verschiebbar sind.
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- L e e r s e i t e -