DE3511530A1 - Tiefdruckzylinder - Google Patents
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Description
Anmelder: Sauei.essig + Co.
Gutenbergstraße 1-3 44 26 Vreden"
Titel: Tiefdruckzylinder
Vertreter: Patentanwälte
Dipl.-Ing. S. Schulze Horn M.Sc. Dr. H. Hoffmeister
Goldstraße 36 4400 Münster
Die Erfindung betrifft einen Tiefdruckzylinder, bestehend aus einem Kern mit Achsstummeln und aus einer mit dem
Kern lösbar verbundenen Hülse/ deren Außenseite eine Kupferschicht aufweist.
Bei Tiefdruckzylindern war lange Zeit eine einstückige Herstellung üblich. Dies hat aber erhebliche Nachteile,
wie hoher Materialaufwand und großes Gewicht und erfordert die Vorhaltung einer großen Zahl von Zylindern unterschiedlicher
Durchmesser, um unterschiedliche Drucklängen zu realisieren.
Es bot sich als Abhilfe an, den metallischen Kern des Tiefdruckzylinders mit den Achsstummeln separat zu
fertigen und die Kupferschicht für die Tiefdruckgravur auf eine lösbar mit dem Kern verbundene Hülse aufzubringen.
Zwei Druckzylinderarten sind hier zu nennen:
Bei der ersten Art wird ein Kunststoffrohr zunächst spritzverkupfert und danach galvanisch weiterverkupfert,
bis die erforderliche Kupferschichtdicke erreicht ist. Besonders nachteilig ist hier der Effekt, daß es durch
Poren, die bei der Spritzverkupferung nie ganz zu vermeiden sind, nach einiger Zeit zu nach außen durchbrechenden
Ausblühungen kommt, die die aufwendig gravierte Außenseite der Hülse beschädigen und damit wertlos machen.
Bei der zweiten Art wird auf den Kern eine dünne verkupferte Metall-Hülse aufgezogen, die aber auch einige
Nachteile aufweist. So ist auch hier, wie bei den einstückigen Tiefdruckzylindern, die Vorhaltung einer sehr
großen Zahl von Kernen mit den unterschiedlichen Durchmessern erforderlich. Weiterhin kann es beim Aufziehen
der Hülse auf den Kern zum Durchdrücken der Kernkanten kommen, was eine deformierte Außenfläche zur Folge hat.
Schließlich ist die erforderliche Kantenrundung der Hülse wegen der geringen Materialstärke der Hülse nicht gut
ausführbar.
Es stellt sich daher die Aufgabe, einen Tiefdruckzylinder der eingangs genannten Art zu schaffen, der die genannten
Nachteile vermeidet und insbesondere lange haltbar ist, eine geringere Zahl von Kerndurchmessern erfordert, einen
exakten Rundlauf aufweist und eine ausreichende Kantenrundung erlaubt.
Die Lösung dieser Aufgabe gelingt erfindungsgemäß durch
einen Tiefdruckzylinder der eingangs genannten Art, dessen Hülse aus einem doppelwandigen, metallischen
Hohlzylinder mit einer geringelastischen, nichtmetall!-
sehen Zwischenlage besteht, auf dessen Außenseite eine
Kupferschicht aufgebracht ist.
Durch diesen Aufbau der Hülse wird einerseits eine gewisse Elastizität erreicht, die für das defofmationsfreie
Aufbringen auf einen Kern erforderlich ist, und andererseits noch eine exakte Rundheit, die für ein gutes
Druckergebnis erforderlich ist, gewährleistet. Der wesentliche Vorteil besteht darin, daß die Zwischenlage in
unterschiedlichen Dicken herstellbar ist, so daß mit einem Kern eines bestimmten Durchmessers Druckzylinder
mit in einem gewissen Bereich unterschiedlichen Außendurchmessern herstellbar sind. Dies ergibt eine deutliche
Verringerung der Anzahl von vorzuhaltenden Kernen, was besonders für Druckereien eine gravierende wirtschaftliche
Erleichterung darstellt.
Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Nickel als Material für den doppelwandigen Hohlzylinder, da es eine
hohe Stabilität mit einer ausreichenden Elastizität verbindet.
Die Wandstärken des doppelwandigen Hohlzylinders betragen vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,15 mm, da bei diesen
Maßen eine ausreichende Stabilität bei möglichst geringem Materialverbrauch erreicht wird.
Als Material für die elastische Zwischenlage im doppelwandigen Hohlzylinder ist besonders Kunststoff oder Gummi
geeignet, da diese Materialien in ihren Eigenschaften einstellbar und leicht zu bearbeiten sind. Es kann aber
auch Papier oder ein anderes geeignetes Material als Zwischenlage zur Anwendung kommen.
Als günstiger Härtebereich für die Zwischenlage hat sich eine Shore-Härte zwischen 100 und 120 erwiesen. Diese
Härte erlaubt einerseits ein geringes Nachgeben während der Montage der Hülse, andererseits aber auch eine gute
Bearbeitbarkeit durch z. B. Schleifen, um einen exakten Rundlauf der Hülse zu gewährleisten. Auch eine nachteilige
Walkarbeit des Druckzylinders während des Druckvorganges wird ausgeschlossen, da die Härte der Zwischenlage
deutlich über der des Presseurs liegt.
Eine weitere Verbesserung der Kombination von Elastizität und Härte bringt ein zweischichtiger Aufbau der Zwischenlage
mit einer inneren, kernzugewandten Lage geringerer Härte und einer.äußeren Lage größerer Härte. Bei von
innen her ausgeübtem Druck, wie während des Aufbringens der Hülse auf den Kern, ist eine ausreichende Nachgiebigkeit
vorhanden, während beim Druckvorgang die erforderliche größere Härte erhalten bleibt. Zur Erhöhung der Nach-
- y-
giebigkeit der inneren Schicht der Zwischenlage kann diese eine geringe Porosität aufweisen, die eine erwünschte
geringe Kompressibilität zur Folge hat.
Für die zweischichtige Zwischenlage hat sich für die innere Lage eine Shore-Härte zwischen 60 und 80 und für
die äußere Lage eine Shore-Härte zwischen 100 und 120 als geeignet erwiesen. Bei diesen Härte-Werten ist die für
das Aufbringen der Hülse auf den Kern erforderliche Elastizität gewährleistet, ohne daß es zu einem unzulässigen
Verlust an für den Druckvorgang erforderlicher Härte und Stabilität kommt.
Die Dicke der Zwischenlage kann ohne negative Auswirkungen auf die erforderlichen Eigenschaften - Elastizität,
Härte und exakter Rundlauf - zwischen 3 und 30 mm betragen. Somit kann, bei gleichzeitiger Variation der
Schichtdicken des doppelwandigen Hohlzylinders und der Kupferschicht eine Abstufung der Kerndurchmesser in
Schritten von bis zu etwa 30 mm erfolgen. Dies bedeutet, daß eine wesentlich geringere Zahl von Kernen erforderlich
ist, um unterschiedliche Druckzylinder-Durchmesser, d. h. Drucklängen, zu realisieren. Der Innendurchmesser
der Hülse wird passend zu einem bestimmten Kern gewählt und der gewünschte Außendurchmesser wird durch Variation
der Schichtdicken eingestellt.
Um eine gute Qualität der Kupferschicht auf der Außenseite der Hülse zu erreichen, muß diese galvanisch
aufgebracht werden. Hierzu ist eine elektrisch leitende Verbindung von den Achsstummeln über den Kern bis zur
Außenfläche des doppelwandigen Hohlzylinders nötig. Da die Zwischenlage im allgemeinen aus isolierendem Material
besteht, ist vorgesehen, daß diese im Bereich der Enden des doppelwandigen Hohlzylinder aus einem elektrisch
leitenden Material besteht.
Vorzugsweise ist das elektrisch leitende Material für die Zwischenlage Blei oder eine Bleilegierung, da dies leicht
verarbeitbar, ausreichend elastisch und elektrisch leitend ist.
Für den Druckvorgang ist eine gute Abrundung der Kanten des Druckzylinders vorteilhaft. Um diese Rundung mit
einem ausreichend großen Rundungsradius anbringen zu können, ist vorgesehen, daß die Kupferschicht kantenumgreifend
auch auf die Stirnseiten der Hülse aufgebracht ist.
Die lösbare Verbindung von Hülse und Kern ist zweckmäßig in der Weise vorgesehen, daß die Hülse im Preß- oder
Schiebesitz auf den Kern aufbringbar ist. Da die Hülse
auf ihrer Innenseite eine Metallschicht aufweist und zudem etwas elastisch ist, ist diese Art der Verbindung
durchführbar, ohne daß weitere Mittel zur Befestigung erforderlich sind.
Zur Erleichterung des Aufbringens der Hülse auf den Kern ist vorgesehen, daß der Kern und/oder die Hülse Mittel
zur Erzeugung eines reibungsvermindernden Luft- oder Flüssigkeitskissens während des Aufeinanderschiebens aufweisen.
Zweckmäßig wird das Kissen nur während des Aufbringens oder Abziehens der Hülse vom Kern erzeugt, damit
während des Druckbetriebes die Reibung in erwünschter Weise so hoch ist, daß ein Verdrehen von Kern und Hülse
gegeneinander nicht auftritt.
Eine andere Möglichkeit ist, die Hülse durch eingepreßte Druckluft o.a.· elastisch aufzuweiten und so auf den Kern
aufzubringen oder von diesem zu lösen.
Ergänzend kann zur Sicherung gegen ein Verdrehen von Kern und Hülse gegeneinander in der Innenseite der Hülse wenigstens
eine Aussparung angeordnet sein, in die Mittel zur Vermeidung eines Verdrehens von Kern und Hülse gegeneinander
einführbar sind.
Schließlich besteht noch die Möglichkeit, daß die Außen-
fläche oder ein Teil der Außenfläche des Kerns expandierbar ist. Hierdurch wird ebenfalls eine sichere, aber
lösbare Verbindung von Kern und Zylinder erzielt. Es ist jedoch ein etwas höherer mechanischer Aufwand erforderlich.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die Figur zeigt
einen Teil eines erfindungsgemäßen Druckzylinders im Längsschnitt.
Wie die Figur zeigt, besteht der erfindungsgemäße Druckzylinder
1 aus einem zylindrischen Kern 2 und einer Hülse. 3. Der Kern 2 ist an seinem Ende mit einem Achsstummel
versehen, der in der Rotationsachse 11 des Zylinders liegt. Gleiches gilt für das andere, nicht dargestellte
Ende des Kerns 2.
Die Hülse 3 umgibt den Kern 2 auf dessen Außenseite 21
und besteht aus mehreren Schichten. Der wesentliche Teil der Hülse 3 ist ein doppelwandiger Hohlzylinder 4', 4",
mit einer geringelastischen Zwischenlage 5 aus Kunststoff. Im dargestellten Beispiel ist die Zwischenlage 5
aus zwei konzentrischen Lagen 5' und 5" zusammengesetzt, von denen die innere Lage 5" eine geringere Härte und die
äußere Lage 5" eine größere Härte aufweist. Im Bereich
des Endes 401, 40" des doppelwandigen Hohlzylinders 4', 4"
besteht die Zwischenlage aus einem die beiden Wandungen 4', 4" des doppelwandigen Hohlzylinders 41, 4" elektrisch
leitend verbindenden Bleiring 7, der vorzugsweise von den Stirnseiten 30 der Hülse 3 her eingegossen ist. Den
äußeren Teil der Hülse 3 bildet eine galvanisch auf die Außenseite 14 des doppelwandigen Hohlzylinders 41, 4"
aufgebrachte Kupferschicht 6, die unter Ausbildung einer Kantenrundung 61 sich auch über die Stirnseiten 30 der
Hülse 3 erstreckt.
Die Hülse 3 ist im allgemeinen im Preß- oder Schiebesitz auf den Kern 2 aufgebracht, wobei die Außenseite 2' des
Kerns 2 und die Innenseite 13 der Hülse 3 aneinanderliegen. Als zusätzliche Verdrehsicherung ist im dargestellten
Ausführungsbeispiel in der Innenseite 13 der Hülse 3 eine Aussparung 8 vorgesehen, in die ein Riegel 9, der im
Kern 2' radial beweglich angeordnet ist, einführbar ist.
Claims (18)
1. Tiefdruckzylinder, bestehend aus einem Kern mit Achsstummeln und aus einer mit dem Kern lösbar verbundenen
Hülse, deren Außenseite eine Kupferschicht aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (3) aus einem doppelwandigen, metallischen Hohlzylinder (41, 4")
mit einer geringelastischen, nichtmetallischen Zwischenlage (5) besteht, auf dessen Außenseite (14)
eine Kupferschicht (6) aufgebracht ist.
2. Tiefdruckzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der doppelwandige metallische Hohlzylinder
(41, 4") aus Nickel besteht.
3. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärken des
doppelwandigen Hohlzylinders (41, 4") zwischen 0,1 und 0,15 mm betragen.
4. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenlage (5) aus
Kunststoff oder Gummi besteht.
-Ä2-
5. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenlage (5) eine
Shore-Härte zwischen 100 und 120 hat.
6. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 5f dadurch
gekennzeichnet, daß die Zwischenlage (5)
zweischichtig ist mit einer inneren, kernzugewandten Lage (51) geringerer Härte und einer äußeren Lage
(5") größerer Härte.
zweischichtig ist mit einer inneren, kernzugewandten Lage (51) geringerer Härte und einer äußeren Lage
(5") größerer Härte.
7. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Lage (5') der
zweischichtigen Zwischenlage (5) eine geringe
Porosität aufweist.
Porosität aufweist.
8. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Lage (51) der
zweischichtigen Zwischenlage (5) eine Shore-Härte
zwischen 60 und 80 und die äußere Lage (5") eine
Shore-Härte zwischen 100 und 120 aufweist.
zwischen 60 und 80 und die äußere Lage (5") eine
Shore-Härte zwischen 100 und 120 aufweist.
9. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Zwischenlage
(5) zwischen 3 und 30 mm beträgt.
10. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 9, da-
durch gekennzeichnet, daß im Bereich der Enden (40',
40") des doppelwandigen Hohlzylinders (41, 4") die Zwischenlage (5) aus einem elektrisch leitenden Material
(7) besteht.
11. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das elektrisch leitende Material (7) Blei oder eine Bleilegierung ist.
12. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kupferschicht (6)
kantenumgreifend auch auf die Stirnseiten (30) der Hülse (3) aufgebracht ist.
kantenumgreifend auch auf die Stirnseiten (30) der Hülse (3) aufgebracht ist.
13. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupferschicht (6)
galvanisch auf die Hülse (3) aufgebracht ist.
galvanisch auf die Hülse (3) aufgebracht ist.
14. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (3) in einem
Preß- oder Schiebesitz auf den Kern (2) aufbringbar ist.
Preß- oder Schiebesitz auf den Kern (2) aufbringbar ist.
15. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kern (2) und/oder die Hülse (3) Mittel zur Erzeugung eines reibungsvermin-
-X4-
dernden Luft- oder Flüssigkeitskissens während des Aufeinanderschiebens aufweisen.
16. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülse (3) für das Aufschieben auf den Kern (2) durch Druckluft o. ä.
geringfügig elastisch aufweitbar ist.
17. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Innenseite (13) der Hülse (3) wenigstens eine Aussparung (8) angeordnet
ist, in die Mittel (9) zur Vermeidung eines Verdrehens von Kern (2) und Hülse (3) gegeneinander einführbar
sind.
18. Tiefdruckzylinder nach den Ansprüchen 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (21) oder
ein Teil der Außenfläche (2') des Kerns (2) expandierbar ist.
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- 1986-03-12 US US06/838,679 patent/US4685393A/en not_active Expired - Fee Related
- 1986-03-28 JP JP61072364A patent/JPS62282934A/ja active Pending
Patent Citations (3)
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Also Published As
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| US4685393A (en) | 1987-08-11 |
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