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Verfahren und Vorrichtung zum Vereinzeln textiler Flächen-
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gebilde Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Abheben der obersten Lage eines Stapels insbesondere von Zuschnitt eilen für
die Trikotagen und Konfekt ions industrie.
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Gemäß DD-PS 107 649 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum vereinzelten
Zuführen von insbesondere textilen Flächengebilden bekannt. Hierbei wird mit Greifelementen
auf dem Flächengebilde eine Falte gebildet und das Flächengebilde mit weiteren Mitteln
mit den Greifelementen angehoben, transportiert und lagegerecht abgesetzt. Die Vorrichtung
zu diesem Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß innerhalb eines Stütringes durch
speziell ausgebildete Greifelemente eine Faltenbildung herbeigefahrt wird. Der hauptsächlichste
Nachteil dieses Verfahrens und der Vorrichtung besteht darin, daß die mit der Faltenbildung
bewirkte Auflösung der Haft kräfte nur partiell im Bereich des StEtzringes erfolgt,
so daß für die flächenhafte Aufhebung der Haftkräfte eine Vielzahl derartiger Elemente
im Bereich der Zuschnitt fläche angeordnet werden müssen und dadurch bedingt die
Funktionssicherheit reduziert wird, der dazu notwendige technische Aufwand unvertretbar
hoch ist und eine Zustellung dieser Vorrichtung auf andere Zuschnittgrößen nur mit
hohem technischen Aufwand realisiert werden kann.
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Gemäß DE-OS 3 109 615 ist eine Vorrichtung zum Vereinzeln von textilen
Teilen bekannt. Die Erfindung betrifft Greifelemente, die sich nach ihrem Wirkprinzip
in die Gruppe
falte bilden - an der Balte festhalten" einordnen
lassen.
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Mit dieser Vorrichtung wird ebenfalls nur eine partielle Auflösung
der Haftkräfte im Bereich der Greifelemente bewirkt, wobei der technische Aufwand
zur Bildung einer Falte sehr groß ist und eine Vereinzelung textiler Teile mit hohen
Haftkräften nicht möglich ist.
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Gemäß DE-OS 2 108 401 wird ein Greiferkopf beschrieben, der ähnliche
Wirkmechanismen besitzt, wie die bereits genannten Vorrichtungen und somit mit ähnlichen
Mängeln behaftet ist und zusätzlich die Einsatzbreite dieser Vorrichtung durch Stoffeigenschaften
beschränkt ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Vereinzeln von insbesondere elastischen textilen Flächengebilden schaffen, die in
der Lage ist, Haftkräfte zwischen der obersten Lage eines Stapels und der darunterliegenden
flächenhaft aufzuheben und mit minimalem technischein Aufwand unterschiedlichen
Stoffqualitäten und Zuachnittgrößen angepaßt werden kann.
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Erfindungsgemäß wird diea durch ein Verfahren erreicht, wobei im ersten
Verfahrensschritt der Zuschnittatapel durch ein oder mehrere Nadeln in seiner Lage
so fixiert wird, daß die Nadeln von unten in den Stapel eingedrückt werden und daß
diese definiert über die oberste Zuschnittlage herausragen.
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Im zweiten Verfahrensschritt wird ein Niederhalter in Wirkt verbindung
mit einer oder mehreren Greifelementen auf die oberste Lage abgesenkt und die Faserstruktur
der obersten Lage durch die Greifelemente erfaßt, wobei durch die Greif elemente
keine Faltenbildung bewirkt wird. In weiterer Ausbildung der Erfindung ist es auch
möglich, daß der Nie der halt er auf den Zuschnittstapel abgesenkt wird und dann
erst die Nadeln zum Fixieren des stapels von unten in diesen
eingedrückt
werden. Nachdem die Greifelemente die Paserstruktur der obersten Lage erfaßt haben,
wird der freiliegende Teil der obersten Lage über die Vorderkante des Niederhalters
um einen definierten Betrag, der durch den vertikalen und horizontalen Abstand der
Greifelemente von der Vorderkante des Niederhalters gebildet wird, angehoben und
dabei gedehnt und von der darunterliegenden Lage gelöst. Die Dehnung wird durch
die Relativbewegung zwischen den Greifelementen und dem mit ein oder mehreren elastischen
Elementen vorzugsweise mit Federn belasteten Niederhalter bewirkt, so daß zwischen
der obersten und der darunterliegenden Lage ebenfalls eine Relativbewegung entsteht,
die aus überwinden der Haftkräfte zwischen diesen beiden Lagen gewährleistet.
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Im dritten Verfahrensschritt wird durch das weitere Anheben der Greifelemente
und des Niederhalters die noch nicht gelbste Fläche der obersten Lage von der darunterliegenden
gelöst, ao daß die oberste Lage vollständig vom Stapel getrennt ist. Die darunterliegenden
Lagen werden dabei durch die im ersten Verfahrensschritt eingedrtickten ein oder
mehreren Nadeln fixiert und festgehalten und durch das -Dazwischenblasen eines definierten
Luft stromes, der das Ablösen unterstützt und gegebenenfalls ein Umschlagen des
hinteren Bereiches der darunterliegenden Lagen verhindert. Abgeschlossen wird der
dritte Verfahrensschritt durch das Abtransportieren und Ablegen der gelösten Lage
zur weiteren Be-bzw. Verarbeitung.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus ein oder mehreren Greifelementen,
die in Wirkverbindung mit einem Niederhalt er stehen und die nach dem Aufsetzen
auf den Stapel die Faserstruktur der obersten Lage erfassen. Durch den mit ein
oder
mehreren elastischen Elementen, vorzugsweise mit Federn, belasteten Niederhalter
wird beim Anheben eine Relative wegung zwischen den Greifelementen und der Vorderkante
des Niederhalters eingeleitet, die die Haftkräfte im durch den Niederhalter nicht
überdeckten Teil des Stapels zwischen der obersten und der darunterliegenden Lage
aufhebt. Während die Greifelemente und der Niederhalter synchron sich weiter nach
oben bewegen, wird die oberste Lage vollatändig vom Stapel getrennt. Mittels ein
oder mehreren Nadeln, die so angeordnet sind, daß sie von unten durch den Stapel
gedrückt werden können, wird von dem erstmaligen Anheben der Greifelemente der Stapel
in seiner Lage fixiert. Auf das Annadeln des Stapels kann bei Zuschnitten mit geringem
Haftkräfteverhalten verzichtet werden. Durch das Sicherungselement wird bei der
erfindungsgemäßen Vorrichtung der vertikale und durch Verschieben des Niederhalters
in seiner Ebene der horizontale Abstand zwischen den Greifelementen und der Vorderkante
des Niederhalters, Je nach Stoffqualität, eingestellt.
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Zusammen mit der Einstellmoglichkeit des vertikalen und horizontalen
Abstande>der Greifer von der Vorderkante des Niederhalters, das Annadeln des
Stapels und das an sich bekannte Dazwischenblasen mit einem Luftstrom zwischen der
an der Vorderkante gelösten obersten Lage und der darunterliegenden Lage wird der
Vereinzelunggvorgang sehr sicher. Weitere Vorteile der Erfindung liegen darin, daß
durch die Greifelemente keine Falten auf den Zuschnitten gebildet werden und damit
keine sichtbaren Spuren durch den Vereinzelungsvorgang die Oberflächenqualität der
Zuschnitte mindern. Textilien mit unterschiedlichsten Haftkräften können verarbeitet
werden und das Einstellen der Vorrichtung auf unterschiedlichste Stoffqualitaten
ist mit einfachen Anpassungen gewährleistet.
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Durch den unkomplizierten Aufbau ist die Herstellutlg der Vorrichtung
mit geringem technischen Aufwand gesichert.
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Die Erfindung soll anhand eines AusfUhrungsbeispieles näher erläutert
werden.
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Es zeigen: Fig. 1: die Gesamtansicht der Vorrichtung der erfindungsgemäßen
Lösung, Fig. 2: die Wirkungsweise eines Greifelementes mit stark vergrößerter Faserstruktur
und die Fig. 3, 4 und 5:die Verfahrensschritte der erfindungsgemäßen Lösung.
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An einer Trägerplatte 1 (Fig. 1) ist vorzugsweise ein Arbeitszylinder
8 zur Gewährleistung der Vertikalbewegung befestigt.
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Mittels einer Buchse 2, die in der Trägerplatte 1 befestigt ist, wird
ein Führungsstab 3, verbunden mit der Grundplatte 9, an der die zweite Seite des
Arbeitszylinders 8 befestigt ist, geführt, Eine Halterung 5, die zur Aufnahme vorzugsweise
eines Arbeitszylinders 4, eines oder mehrerer Schließelemente 6, vorzugsweise als
Hohlzylinder ausgebildet, und eines oder mehrerer Greifer 7 dient, ist an der Stirnseite
der Grundplatte 9, die mit einem Durchbruch für die Verdrehsicherung 12 und einer
Buchse 10 zur Führung des Führungastabes 13 versehen ist, befestigt. Zwischen dem
Niederhalter 14, an dem der Führungsstab 13 und die Verdrehsicherung 12 befes-tigt
sind, befindet sich ein elastisches Element, vorzugsweise als Feder 11 ausgebildet,
die auf den Ftihrungsstab 13 aufgeschoben ist, der am oberen Ende durch ein Sicherungselement
34 den Niederhalter 14 mit der Grundplatte 9 verbindet und in seiner Lage fixiert.
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Der Stapel 21 wird auf die Auflage 19 an den Anschlag 18 gelegt und
mittels ein oder mehreren Nadeln 22 von unten durch vorzugsweise einen Arbeitssylinder
24 über eine Nadelführung 23 angenadelt, so daß die Nadelspitzen einen definierten
Betrag über die oberste Lage 20 des Stapels 21 hinausragen.
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Die Greifelemente 6; 7 werden in der Weise auf den Stapel 21 abgesenkt
(Fig. 3), daß der Niederhalter 14 auf die oberste Lage 20 aufgesetzt und die Feder
11 bis zum Aufsetzen der Stirnseite 26 oder Greifer 7 auf die oberste Lage 20 zusammengedrUckt
wird, Die Greifer 7 werden mit Schließelementen 6 durch den Arbeitszylinder 4 geschlossen.
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Die Greifer 7 sind so ausgebildet, daß sie stirnseitig mit ein oder
mehreren sternförmig über den Querschnitt eingebrachten Schlitzen 33 versehen sind
und durch Verwendung eines geeigneten Werkstoffes dauerelastisch schließen und öff-nen.
Nach dem Aufsetzen der Stirnseite 26 (Fig. 2) auf die Faserstruktur 32 des Zuschnittes
30 und nach dem Schließen des Greifers 7 durch das Schließelement 6 wird die nicht
vom Niederhalter 14 Uberdeckte Fläche der obersten Lage 20 über die erfaßte Faserstruktur
31 angehoben.
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Die Greifelemente 6 7 werden mit dem nicht überdeckten Teil der obersten
Lage 20 nach oben bewegt, während der Niederhalter 14 bia zur Expansion der Feder
11 in ihrer Ausgangslage auf der obersten Lage verbleibt (Fig. 4), so daß durch
die Relativbewegung zwischen den Greifelementen 6; 7 und der Vorderkante 27 des
Niederhalters 14 die oberste Lage 20 gedehnt wird und zwischen dieser und der durch
die Haftkräfte anhängenden zweiten, darum~ terliegenden Lage 25 ebenfalls eine Relativbewegung
entsteht, die zur Uberwindung der Haftkräfte zwischen beiden Lagen 20 und 25 und
zu deren Lösen voneinander im nicht durch den Niederhalter 14 Uberdeckten Teil führt.
Durch das weitere
Heben der erfaßten Lage 20 (Fig. 5) wird diese
bis zum Bereich der wandel 22 gelöst und von denselben abgezogen.
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Die zweite, darunterliegende Lage 25 erfährt dabei im Bereich der
Nadel 22 eine leichte Aufwölbung 29, die ein Vorlockern der Haftung im Bereich der
Nadeln 22 darstellt.
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Um ein evtl. Umklappen des hinter den Nadeln 22 liegenden Teiles der
zweiten, darunterliegenden Lage 25 zu verhindern, wird je nach Größe der Haftkräfte
über eine, an einem Gelenk 16 befestigte ansich bekannte Düse 17, ein definierter
Luftstrom 28, der den Vorgang des Lösens uaterstützt, zwischen der obersten Lage
20 und der zweiten, darunterliegenden Lage 25 eingebracht.
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Zur weiteren Be- bzw. Verarbeitung wird der gelöste Zuschnitt in horizontaler
Richtung über eine TiscEXante 15 gezogen und so be- bzw. verarbeitungsgerecht abgelegt,
daß die Greifer 7 öffnen und den Zuschnitt freigeben,
Aufstellung
der verwendeten Bezugszeichen 1 Trägerplatte 2 Buchse 3 FUhrungsstab 4 Arbeitszylinder
5 Halterung 6 Schließelement 7 Greifer 8 Arbeitszylinder 9 Grundplatte 10 Buchse
11 Feder 12 Verdrehsicherung 13 FUhrungestab 14 Niederhalter 15 Tischkante 16 Gelenk
17 Düse 18 Anschlag 19 Auflage 20 oberste Lage 21 Zuschnittstapel 22 Nadel 23 Nadelführung
24 Ärbeitezylinder 25 zweite, darunterliegende Lage 26 Stirnseite Greifer 27 Vorderkante
Niederhalter 28 Luftstrom 29 AuPwUlbung 30 Zuschnitt 31 erfaßte Faserstruktur 32
Faserstruktur 33 Schlitz 34 Sicherungselement